Test: ASUS Maximus IV Extreme

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asus-maximus-extreme-logoMit dem Maximus IV Extreme hat ASUS sein Top-Mainboard für den kürzlich eingeführten P67-Chipsatz vorgestellt. Der Produktreihe „Republic of Gamers“ entsprechend ist das Maximus IV Extreme sehr gut ausgestattet und verfügt über viele Overclocking-Features. Satte zehn USB-3.0-Anschlüsse, insgesamt zehn SATA-Ports, vier davon mit SATA-6G-Geschwindigkeit, und Unterstützung von Triple-SLI sind für ein Mainboard, dessen P67-Chipsatz offiziell im Mainstream-Segment angesiedelt ist, eine beachtliche Ausgangslage. Ob auch die Performance im Zusammenspiel mit den neuen Sandy-Bridge-Prozessoren stimmt, haben wir uns einmal näher angeschaut.

ASUS hat unter dem „Republic of Gamers“-Label (abgekürzt: ROG) bereits einige hochklassige Mainboards für verschiedene Prozessorvarianten herausgebracht. Zuletzt hatten wir die Modelle für Intels Sockel 1366 im Test, das Rampage III Extreme und das Rampage III Gene, welche beide voll überzeugen konnten. Auch wenn die X58-Plattform im Zusammenspiel mit einem Hexacore-Prozessor der Gulftown-Familie auch weiterhin die offizielle Performance-Krone behalten wird, so können die deutlich günstigeren Sandy-Bridge-Prozessoren aufgrund des guten Overclocking-Potentials eine ähnlich leistungsstarke Plattform bieten. Daher werden High-End-Platinen für den neuen Sockel 1155 der Sandy-Bridge-Prozessoren sicher genügend Käufer finden können. Verschwiegen werden darf aber auch nicht, dass das Maximus IV Extreme mit einem Preis um die 300 € sich seine Features gut bezahlen lässt.

Das Maximus IV Extreme bleibt dem schwarz-roten Look treu, der bisher alle Mainboards der „Republic of Gamers“-Familie prägte. Auf einer schwarzen Platine lassen sich im Mix rote und schwarze Komponenten finden. Ebenfalls ist eine Heatpipe-Kühlung mit großen Kühlkörpern vorhanden.

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Ein Blick auf die Position der Montagebohrungen für die Gehäusemontage lässt schon eine Besonderheit des Maximus IV Extreme erahnen, nämlich sein vom normalen ATX-Standard abweichenden Formfaktor E-ATX. Das Maximus weist die normale Höhe von 30,5 cm auf, ist aber mit 26,9 cm um ca. 2,5 cm breiter als ein normales ATX-Mainboard. Interessenten des Maximus IV Extreme sollten also vor dem Kauf einmal nachmessen, ob im vorgesehenen Gehäuse die zusätzlichen 2,5 Zentimeter plus Platzbedarf der SATA-Stecker vorhanden sind. Viele Gehäuse bieten aber in dieser Richtung deutlich mehr Reserven als beispielsweise in der Höhe.

Nur mit den Features, die der gegenüber seinem Vorgänger P55 aufgewertete P67-Chipsatz mitbringt, lässt sich allerdings kein richtiges High-End-Board zusammenstellen, daher hat ASUS dem Maximus IV Extreme etliche Zusatzchips spendiert.

Die technischen Daten in der Übersicht:

Die Daten des ASUS Maximus IV Extreme in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
Maximus IV Extreme
Straßenpreis ca. 300 Euro
Homepage www.asus.com
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz P67-Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB
SLI / CrossFire CrossFire, SLI (x8-/x8-Lanes), Triple-SLI (x8-/x16-/x16-Lanes)
Onboard-Features
PCI-Express 4x PCIe x16 (x16/-/-/-, x8/-/x8/-, x8/-/x16 (nf200)/x16(nf200))
1 x PCIe x4
1 x PCIe x1
PCI -
Zusatz-Chips NF200 PCIe Switch, PLX PEX8608 PCIe Switch
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel P67
2x SATA 6G über Marvell 9182 PCIe Controller
2x eSATA 3G über JMicron 362 PCIe Controller
USB 6x USB 3.0 + 2 über Header (IO-Panel, über VIA Hub an NEC-Controller)
2x USB 3.0 (IO-Panel, direkt an NEC-Controller)
1x USB2.0 / ROG-Connect (+8 über Header)
WLAN / Bluetooth RC Bluetooth Card
Firewire -
LAN 2x Gigabit-Ethernet (PCIe) über Intel Gigabit LAN (82583V + 82579V)
Audio Realtek ALC889 Audio Codec (Content Protection Support)
analoge, digitale und optische Ports

Im Lieferumfang des ASUS Maximus IV Extreme lassen sich die folgenden Teile finden:

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Kommen wir auf der nächsten Seite zum Board selber.


Intel hat beim P67-Chipsatz im Wesentlichen das Konzept des Vorgängers P55 beibehalten. Die Sockel-1155-CPU kommuniziert über den DMI-Bus mit dem Chipsatz, welcher neben PCIe-Lanes für weitere Komponenten auch wesentliche Datenschnittstellen selbst bereitstellt. Direkt an die CPU angebunden sind zwei Speicherkanäle mit Dual-Channel-Unterstützung und insgesamt 16 PCIe-Lanes für die Grafikkartenschnittstelle. Die wesentliche Veränderung beim P67 gegenüber dem Vorgängerchipsatz ist, dass die PCIe-Lanes des Chipsatzes nun mit voller PCIe-2.0-Geschwindigkeit laufen. Mit der nun möglichen Bandbreite lassen sich momentan auch die neuen Schnittstellenstandards USB 3.0 und SATA 6G hinreichend schnell anbinden, sodass die Board-Hersteller nicht mehr zusätzliche PCIe-Switches einsetzen müssen, um gute Geschwindigkeiten zu erzielen.

Das Grundlayout des Mainboards wird trotz aller Zusatzchips vom verwendeten Chipsatz vorgegeben, und so wundert es nicht, dass sich auf dem Maximus IV Extreme neben dem Sockel 1155 insgesamt vier Speicherslots für DDR3-RAM finden lassen.

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ASUS setzt auf dem Maximus IV Extreme sowie sämtlichen weiteren neuen P67-Platinen ein Spannungswandlerdesign mit digitalen Steuerelementen ein. Das Paket namens „Extreme Engine Digi+“ soll Vorteile beim Regelungsverhalten und dem Wärmemanagement bieten. So ist es durch die digitale Ansteuerung möglich, die Schaltfrequenzen im Spannungswandler zu variieren und weitere Anpassungen vorzunehmen, die das Gesamtsystem flexibler machen. Kondensatoren mit niedrigem ESR-Wert, bessere Spulen und FETs mit optimiertem Wärmemanagement gehören ebenso zum „Extreme Engine Digi+“-Design. Für die Versorgung der CPU hat ASUS eine achtphasige Spannungsversorgung vorgesehen. Die Konkurrenz protzt hier mit bis zu 24 Phasen, aber ASUS dürfte hier aufgrund der flexiblen Steuerung und den höheren möglichen Schaltfrequenzen keine Nachteile haben. Drei weitere Phasen versorgen den Speicher. Im BIOS des Maximus lassen sich eine Vielzahl von Parametern zur Steuerung der verschiedenen Spannungswandler einstellen. Neben fünf Stufen für die Loadline Calibration sind auch vier unterschiedliche Profile der Phasensteuerung möglich. Versorgt wird das Board durch einen 24-Pin-ATX-Stecker, einen 8-Pin-EPS-Stecker und zwei 4-Pin-Molex-Buchsen zur Unterstützung.

Die Kühlkörper um den Sockel herum sind bezogen auf die Platinenoberfläche ca. 28 Millimeter hoch, was beim Einsatz von gängigen Kühlkörpern unproblematisch sein sollte. Es sind vier Bohrungen für die Montage von Sockel-1155/1156-Kühlkörpern vorhanden.

Die vier DIMM-Slots nehmen laut ASUS DDR3-Riegel von bis zu 8 GB Größe auf, sodass sich das Maximus IV Extreme theoretisch mit bis zu 32 GB Speicher bestücken lassen sollte, falls denn derartige Module auf den Markt kommen sollten. Wie bei vorherigen ASUS-Boards auch kommt eine spezielle Halterung zum Einsatz, die nur auf einer Seite verriegelt wird und damit das Handling bei eingesetzter Grafikkarte vereinfacht.

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Unterstützt wird eine Geschwindigkeit von bis zu 2133 MHz, zusätzlich zu den niedrigeren Stufen 1866 MHz, 1600 MHz, 1333 MHz, 1066 MHz und 800 MHz. Es ist zwar in einigen BIOS-Versionen eine Option für DDR3-2400 vorhanden, welche aber mit der aktuellen Prozessorrevision nicht funktioniert. Daher gibt ASUS mittlerweile offiziell DDR3-2200 höchste unterstützte Geschwindigkeitsklasse bei Speicherriegeln an, wobei diese dann ohne Veränderung an der BCLK auch nur auf 2133 MHz laufen. Eine Unterstützung von XMP-Profilen ist selbstverständlich ebenso vorhanden.

Auf dem Maximus IV Extreme sind insgesamt vier PCIe-x16-Slots zu finden, die von einem PCIe-x4- und einem PCIe-x1-Slot ergänzt werden. Auf PCI-Slots wurde ganz verzichtet. Da seitens der CPU nur insgesamt 16 PCIe-Lanes zur Verfügung stehen, ergeben sich gewisse Einschränkungen bei der Bestückung, die aber ASUS im Handbuch gut beschreibt.

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Im Betrieb mit einer Grafikkarte wird der obere Slot benutzt, der dann mit nativer x16-Anbindung läuft. Im Falle des Einsatzes einer normalen SLI- oder CrossFire-Konfiguration werden Slot 1 (oben) und Slot 3 (dritter von oben) verwendet, welche dann jeweils mit x8-Geschwindigkeit direkt angebunden sind. Da bei aktuellen Intel-Plattformen der Unterschied zwischen direkten x16- und x8-Anbindungen bezüglich der Grafikperformance relativ gering ist, ist dies auch eine sinnvolle Lösung. Soll eine dritte Grafikkarte im Rahmen eines Triple-SLI-Systems zum Einsatz kommen, ist wieder Umstecken angesagt. Für diese Konfiguration werden die Slots 1, 2 und 4 verwendet. Slot 1 ist dann weiterhin direkt mit x8 angebunden, wohingegen die Slots 2 und 4 über einen NF200-Chip laufen, der in seiner Funktion als PCIe Switch die übrigen 8 PCIe-Lanes der CPU auf zwei x16-Verbindungen umsetzt. In der Praxis bringt diese Lösung eine recht gute Performance, aber letztendlich ist seitens Intel für solche Konfigurationen immer noch die X58-Plattform vorgesehen, die erheblich mehr PCIe-Lanes zur Verfügung stellen kann.

Einen Vorteil hat diese Lösung aber: Wenn die entsprechenden PEG-Slots nicht verwendet werden, verbraucht der NF200 auch keinen Strom, da er dann inaktiv ist. Der Nachteil liegt klar in der Anbindung der Grafikkarten 2 und 3: Diese können sich untereinander zwar mit x16-Bandbreite unterhalten, der Datenverkehr zur ersten Grafikkarte läuft aber effektiv nach dem nF200-Chip nur mit x8-Anbindung.


Das Schnittstellenangebot des P67-Chipsatzes hat ASUS durch den Einsatz von einigen zusätzlichen Controllern und Switches aufgebohrt. So sind beispielsweise zwei USB-3.0-Controller von NEC/Renesas integriert, die durch den Einsatz von zwei Hub-Chips von VIA insgesamt zehn USB-3.0-Ports bieten können. Den zwei SATA-6G-Ports des Chipsatzes hat ASUS einen Marvell-Controller beiseite gestellt, der zwei weitere SATA-6G-Anschlüsse zur Verfügung stellt. Die vier weiteren SATA-3G-Ports des Chipsatzes werden durch einen JMicron-Controller ergänzt, der für zwei eSATA-3G-Ports auf dem I/O-Panel sorgt.

Kommen wir zuerst zu den SATA-Schnittstellen. An der Vorderkante des Boards sind insgesamt acht abgewinkelte Buchsen zu finden. Die vier grauen Ports sind an den Chipsatz angeschlossen und bieten 3G-Geschwindigkeit inklusive aller weiteren Features wie z.B. RAID. Die roten Ports sind Anschlüsse mit SATA-6G-Geschwindigkeit, wobei die von vorne betrachtet linken beiden vom Chipsatz bedient werden und die rechten beiden an einen Marvell-Controller angeschlossen sind. Natürlich bieten auch die beiden SATA-6G-Ports des Chipsatzes das volle Programm an Funktionen von Intels Rapid Storage Technologie.

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Zum Einsatz kommt ein 88SE9182 von Marvell, der im Vergleich zum mittlerweile häufig verwendeten 88SE9128 laut Suchmaschinenrecherche anscheinend bisher nur auf dem Maximus IV Extreme eingesetzt wird. Ein direktes Datenblatt war bei Marvell nicht zu finden, aber laut einer Liste auf einer PCI-Express-Entwicklerseite ist der 9182 ein „Dual Port 6GB/s SATA PCIe 2.0 x2 HBA/RAID Controller“, womit er aufgrund seiner möglichen x2-Anbindung in der Lage sein könnte, beide SATA-Ports mit annähernd voller Geschwindigkeit zu betreiben, da eine einzelne PCIe-2.0-Lane schon 500 MB/s erreicht. Gegenüber bisherigen P55-Mainboards, bei denen die Zusatzcontroller häufig nur mit einer einzigen PCIe-1.0-Lane angebunden waren, welche theoretisch gerade einmal 250 MB/s pro Sekunde schafft, ist dies ein eindeutiger Fortschritt.

Weiterhin ist noch ein JMicron-362-Controller vorhanden, der die zwei eSATA-Ports auf dem I/O-Panel versorgt. Die beiden Anschlüsse werden mit normaler SATA-3G-Geschwindigkeit betrieben, wobei der Controller selber über eine PCIe-1x-Lane mit PCIe-1.0-Geschwindigkeit angebunden ist. Für die Versorgung einer externen Festplatte oder eines Speichersticks sollten die theoretisch zur Verfügung stehenden 250 MB/s ausreichen.

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Im obigen Bild ist der Marvell-Controller oberhalb der roten SATA-6G-Ports zu sehen. Auffällig sind ebenfalls die drei größeren Chips auf der linken Seite, die ASUS für die umfangreichen Spezialfunktionen ihrer ROG-Boards benötigt.

Da Intel auch bei der aktuellen Generation von Chipsätzen auf die Implementierung von USB 3.0 verzichtet hat, ist der Einsatz von entsprechenden Zusatzchips für die Mainboardhersteller quasi zur Pflicht geworden. USB 3.0 ist zwar noch nicht wirklich weit verbreitet, aber es finden sich gerade im Bereich externer Speicherlösungen immer mehr Modelle mit dieser Schnittstelle. Zwar limitieren z.B. bei externen Festplatten die dort gerne eingesetzten Eco-Festplatten, aber in der Praxis ergibt sich doch eine deutlich größere Geschwindigkeit als bei bisherigen USB-2.0-Lösungen.

Bisher dominierte den USB-3.0-Markt ein Controller von NEC/Renesas, aber mit dem EtronTech EJ168A ist nun ein weiterer vielversprechender Controller aufgetaucht, der beispielsweise von ASRock auf ihren neuen P67-Platinen eingesetzt wird. Warum die bereits länger bekannten "NEC-Controller" offiziell unter dem Namen Renesas laufen, aber dennoch noch mit NEC beschriftet sind, lässt sich durch die Firmengeschichte erklären. Unter dem Firmenname Renesas Technology wurden einst die Halbleitersparten von Hitachi und Mitsubishi Electric ausgegliedert. Im letzten Jahr haben dann Renesas Technology und NEC Electronics eine Fusion unter dem neuen Firmennamen Renesas Electronics vereinbart und der USB-3.0-Controller-Chip scheint aus der NEC-Seite des Unternehmens zu stammen.

ASUS greift beim Maximus IV Extreme aber auf den bewährten Renesas-Controller zurück, von dem zwei Stück verbaut werden. Da ein Controllerchip aber nur zwei USB-3.0-Ports hat, musste ASUS ein bisschen tricksen, um auf die stattliche Anzahl von zehn USB-3.0-Ports zu kommen. ASUS setzt dazu zwei VLI810 Super-Speed-USB-3.0-Hub-Controller von VIA ein, die je einen Port eines Controllers auf vier Anschlüsse erweitern.

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Einer Präsentation von ASUS zufolge sind die beiden USB-3.0-Buchsen auf dem I/O-Panel, die unterhalb der zweiten RJ45-Buchse neben den Sound-Anschlüssen liegen, direkt mit einem Port eines Renesas-Chips verbunden. Die weiteren sechs USB-3.0-Buchsen auf dem I/O-Panel sind dann zusammen mit den zwei Ports auf dem USB-3.0-Header über die VIA-Hubs mit dem jeweils zweiten Port der Renesas-Controller verbunden. Die PCIe-2.0-fähigen Controller sind selbst jeweils über eine PCIe-x1-Lane mit dem Chipsatz verbunden. Im Rahmen unserer Schnittstellentests werden wir natürlich auch schauen, ob diese Variante Einfluss auf die Performance hat.

Neben den USB-3.0-Schnittstellen verfügt das Maximus IV Extreme auch über USB-2.0-Anschlüsse. Ein Port ist hochkant auf dem I/O-Panel zu finden und dient zugleich auch als Schnittstelle zum ROG-Connect-System. Auf dem Board sind Header für insgesamt acht USB-2.0-Ports vorhanden, wobei sich eine Slotblende mit zwei Buchsen im Lieferumfang befindet.

Über Firewire verfügt das Maximus IV Extreme nicht, aber es kann mit einem Bluetooth-Modul im Lieferumfang aufwarten, welches auf einen speziellen Pin-Header im I/O-Panel-Bereich gesetzt werden kann. Über diese Bluetooth-Schnittstelle sind neben klassischen Bluetooth-Verbindungen wahlweise auch Zugriffe auf Fernsteuerungsfunktionen des ROG-Systems möglich.

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Für die Soundausgabe kommt ein Realtek ALC 889 zum Einsatz, der bereits auf vielen anderen Boards zu finden ist. Er bietet 7.1 Sound plus zwei unabhängige Stereo-Kanäle durch Frontpanelanschlüsse. Unterstützung für Blu-ray und dessen Content Protection ist vorhanden ebenso wie SPDIF-Ausgabe mit bis zu 24 Bit und 192 KHz. Auf digitaler Seite sind die wesentlichen Features für ungetrübten Soundgenuss vorhanden. In Sachen analoger Qualität bietet der Onboard-Sound des Maximus IV Extreme das Übliche: Für manche mag es reichen und für alle anderen bietet das Maximus noch freie Schnittstellen.

Das ASUS Maximus IV Extreme hält am I/O-Panel umfangreiche Anschlussmöglichkeiten bereit. Neben den bereits erwähnten acht USB-3.0-Anschlüssen, zwei eSATA-3G-Ports und insgesamt sechs Sound-Anschlüssen plus optischem Port lassen sich noch zwei RJ45-Buchsen für Gigabit-LAN und eine PS2-Schnittstelle finden. Beide Netzwerkschnittstellen werden durch Lösungen von Intel bereitgestellt. Ein Intel 82579V stellt die Verbindung zur im Chipsatz selbst integrierten LAN-Funktionalität her und ein 82583V-Controller ist über eine PCIe-x1-Lane angeschlossen.

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Weiterhin ist am I/O-Panel noch ein Clear-CMOS-Taster und ein Schalter zum Aktivieren des iROG-Systems positioniert.

Aufgrund der stattlichen Anzahl von zwei zusätzlichen SATA-Controllern, zwei USB-3.0-Chips und einer Gigabit-LAN-Netzwerkschnittstelle wird es zusammen mit den beiden PCIe-Slots auf dem Mainboard natürlich in Sachen PCIe-Lanes etwas eng. ASUS setzt daher einen PLX PEX8608 PCIe-Switch-Chip ein, um die vorhandenen 8 PCIe-Lanes des Chipsatzes optimal zu nutzen.

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ASUS bindet dabei die beiden USB-3.0-Controller, den zweiten Intel-LAN-Controller, den JMicron-Chip und den Marvell-Controller direkt an den Chipsatz an,  letzteren Chip evtl. sogar mit einer x2-Anbindung. An den restlichen zwei PCIe-Lanes des Chipsatzes ist der PLX-Chip angebunden, welcher die beiden PCIe-Slots versorgt. Da der PCIe-x1-Slot beim Einsatz üblicher Grafikkarten in Doppelslot-Größe versperrt wird, bleibt in der Praxis nur der PCIe-x4-Slot zur Nutzung über. Sicher ist, dass dieser nicht die volle Performance einer x4-Anbindung leisten können wird, aber mangels geeigneter PCIe-x4-Hardware zur Überprüfung der Transferleistung können wir dessen tatsächliche Performance momentan nicht beurteilen.

Auf dem Maximus IV Extreme lassen sich insgesamt acht FAN-Header für den Anschluss von Lüftern finden. Alle Lüfter verfügen über einen 4-Pin-Anschluss und können in irgendeiner Weise geregelt werden. Die drei Gehäuselüfter werden dabei zusammen gesteuert. Für sie und den CPU-Lüfter lassen sich neben einer Mindestdrehzahl verschiedene Drehzahlprofile auswählen. Neben drei vorgefertigten Profilen ist auch eine manuelle Konfiguration über zwei Betriebspunkte (Temperatur/ PWM-Wert) möglich. Für den sogenannten Power-Fan ist nur ein fester Duty-Prozentwert einstellbar, die drei optionalen Lüfter lassen sich zusätzlich noch über zwei Temperaturwerte der jeweils zugehörigen Sensorkabel konfigurieren.


Für den Test verwendeten wir ein BIOS der Version 0653, welches zum Zeitpunkt die von ASUS zu Verfügung gestellte aktuellste Version war. Weiterhin haben wir uns später noch die Version 0850 angeschaut, welche einige der vorher beobachteten Fehler behoben hat. Das Updaten geht beim ASUS Maximus IV Extreme recht einfach über EZ Flash 2, ein vom BIOS aus aufzurufender Updater, der auf USB-Sticks und Festplatten zugreifen kann. Als Besonderheit verfügt das Maximus IV Extreme über zwei voneinander unabhängige BIOS-Systeme. Im ausgeschalteten Zustand lässt sich mithilfe des "Bios Switch" zwischen den beiden BIOS-Systemen umschalten. Eine LED zeigt dabei an, welches BIOS gerade aktiv ist.

Ebenfalls ein besonderes Feature ist die "USB Bios Flashback"-Funktion, welches ein sehr einfaches Flashen des BIOS erlaubt. Dabei wird bei ausgeschaltetem System ("Soft-Off") ein USB-Stick mit dem jeweiligen BIOS-Image in den ROG-Connect-USB-Port am I/O-Panel gesteckt und ein Drücken des ROG-Connect-Buttons für zwei Sekunden löst dann den automatischen Flash-Vorgang aus.

Wie bei anderen P67-Platinen auch wird anstelle eines klassischen BIOS-Systems ein sogenanntes UEFI verwendet, welches neben einer besseren Grafik auch eine Bedienung per USB-Maus erlaubt. Das "UEFI-Bios" des Maximus IV Extreme lässt sich auch in einem vereinfachten Modus betreiben, wo auf einer Seite alle wesentlichen Sensordaten angezeigt werden und verschiedene Profile aktiviert werden können. Insgesamt ist das UEFI des Maximus IV Extreme aber auch im Advanced-Modus gut strukturiert und recht einfach zu bedienen.

An Einstellungen haben wir beim Maximus IV Extreme eigentlich nichts vermisst. Alle für das Overclocking relevanten Optionen sind vorhanden und wichtige Features wie OC-Profile sind selbstverständlich auch mit von der Partie. Die Onboard-Komponenten lassen sich bis auf die beiden USB-3.0-Controller, welche nur zusammen aktiviert werden können, alle einzeln deaktivieren. Für die Lüftersteuerung gibt es gute Konfigurationsmöglichkeiten und die Lüftersteuerung ist im Testverlauf auch nicht negativ aufgefallen, sondern hat ihren Job stets zuverlässig erledigt.

Standardmäßig sind die Energiesparoptionen wie C1E oder C6 auf "Auto" gesetzt und sind dementsprechend auch im Betrieb aktiv. Positiv beim ASUS ist, dass sich der Turbo-Modus sehr detailliert konfigurieren lässt. ASUS bietet hier drei Optionen: nach Intels Vorgaben, alle Kerne auf eine maximale Turbofrequenz oder ein individuelles Festlegen der Multiplikatoren je nach Core-Belastung. Leider ist standardmäßig die zweite Option eingestellt, wodurch es quasi werkseitig übertaktet läuft. In diesem Betriebsmodus takten bei Last auf allen Kernen alle Cores um 400 MHz hoch, obwohl sie nach Intels vorgaben nur um eine Turbostufe, d.h. um 100 MHz hochtakten dürften. Wird im BIOS die erste Option, mit "Auto" bezeichnet", eingestellt, folgt das Board Intels Vorgaben und ist somit in Sachen Performance auch mit anderen P67-Platinen vergleichbar.

Gravierende Fehler sind uns im BIOS des Maximus IV Extreme nicht aufgefallen. Ein in der BIOS-Version 0653 auffälliger Fehler, der ein direktes Umstellen zwischen zwei Speichertakten verhindert hat, ist in der aktuelleren BIOS-Version 0850 nicht mehr vorhanden. Kleinere Sachen wie, dass das BIOS manchmal beim Ändern von gänzlich anderen Einstellungen die Lüftereinstellungen "vergisst", sind noch störend, werden aber hoffentlich bald behoben. Kompatibilitätsprobleme sind uns im Rahmen unserer Tests nicht aufgefallen. Das Board lief mit unseren beiden 2-GB-Corsair-Dominator-Riegeln problemlos mit 2133 MHz Speichertakt im 1T-Betrieb und auch unter Vollbestückung waren - wenn auch im 2T-Betrieb - noch ordentliche Einstellungen möglich.

Eine Übersicht über im UEFI-Bios des Maximus IV Extreme vorhandenen Optionen bietet die folgende Galerie.


Für Overclocker ist es natürlich zunächst einmal interessant, welche BIOS-Optionen das Board bietet. Weiterhin darf das Board auch gerne mit einer besonderen Spannungsversorgung ausgestattet sein, die eine höhere Leistungsfähigkeit aufweist als von Intel vorgesehen, denn durch die Übertaktung der CPU steigt in der Regel deren Leistungsaufnahme stark an. Weiterhin ist es wichtig, dass auch die Signallaufzeiten auf dem Board (z.B. CPU-Speichercontroller - DRAM) einwandfrei geroutet sind, damit das Board auch bei Übertaktung noch stabile Signale überträgt. Angesichts der Erfahrung von ASUS in diesem Segment und der Ausrichtung des Maximus IV Extreme ist davon auszugehen, dass das Maximus IV Extreme in dieser Disziplin keine Schwächen zeigt.

Overclocking lässt sich natürlich durch zusätzliche Features, welche die Bedienung erleichtern, noch effizienter und angenehmer machen. Das Maximus IV Extreme bietet neben obligatorischen und auch bei voll bestücktem Board leicht zu erreichenden Tastern für Power und Reset noch einige weitere Möglichkeiten. So ist ein Diagnose-Display vorhanden, welches den Systemzustand über POST-Codes ausgibt und damit die Fehlersuche erleichtern kann. Daneben sind auch beim Maximus wieder die "Voltiminder"-LEDs mit an Bord. Diese LEDs zeigen über ihre Farbe die Spannungslage ("normal", "high" oder "crazy") der jeweiligen Komponente (z.B. CPU, DRAM, PCH) an, womit sich auf einen Blick erfassen lässt, ob irgendwo eine Spannung aus dem Ruder gelaufen ist. Weiterhin sind noch vier Diagnose-LEDs ("Q LEDs") vorhanden, die beim Systemstart eventuelle Fehler in der zugehörigen Komponente signalisieren.

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Auch auf dem obigen Bild ist das "ProbeIt"-Feature des Maximus IV Extreme zu erkennen: In die acht kleinen Buchsen lassen sich Adapter für Multimeterspitzen einklinken, um die jeweiligen Systemspannungen mit externen Messgeräten zu überprüfen. Alternativ können auch jeweils die Kontaktpunkte direkt davor benutzt werden. Als Besonderheit bietet das Maximus IV Extreme neben dem Reset-Button vier DIP-Schalter, mit dem sich die zugehörigen PCIe-x16-Slots abschalten lassen. Damit lässt sich eine defekte Grafikkarte isolieren, ohne die Karten ausbauen zu müssen, was insbesondere Anwendern von Wasserkühlungen in einigen  - wenn auch seltenen - Fällen weiterhelfen könnte. Zu guter Letzt ist in diesem Bereich des Boards noch ein Schalter für den LN2-Mode vorhanden, welcher den "Cold Bug" der CPUs bei besonders niedrigen Temperaturen umgehen soll. Der kleine rote Taster links im Bild aktiviert - im gebooteten OS - das im BIOS hinterlegte OC-Profil "GO_Button".


Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 300 MHz, stufenlos
CPU-Spannung Manual Mode: 0,800 bis 2,155 V in 0,005-V-Schritten,
Offset-Mode: -0,640 bis +0,5 V in 0,005-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,2 bis 2,2V in 0,00625-V-Schritten
VCCIO-Spannung (VTT) 0,800 bis 1,700 V in 0,00625-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,200 bis 2,200 V in 0,00625-V-Schritten
PCH-Spannung
0,80825 bis 1,70925 V in 0,01325-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen
VCCSA, DRAM DATA/REF, PCH PLL, NF200
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig (DDR3-800 bis DDR3-2400)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar (insgesamt 25 Parameter)
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt CPU-abhängig, x36, x44 und x48
Turbo-Mode
auto, alle Cores eine Maximalfrequenz, manuelle Konfiguration (max. Ratio jeweils für 1-4 Cores)
Maximum Power einstellbar (off oder 5 Parameter, keine Beschränkung bei CPU Core Current Limit)
Weitere Besonderheiten

Settings speicherbar in Profilen, CPU OC-Profile für 4,2 und 4,6 GHz
umfangreiche Optionen bzgl. der Spannungswandlersteuerung, darunter u.a. Load Line Calibration in 5 Stufen
Feintuning-Optionen für BCLK Skew, CPU I/O Skew, etc.
Zwei BIOS onboard, Instant Flash, SPD-Anzeige, BIOS-Flashback
Extreme OverVoltage Option, LN2-Mode, sämtliche Stromspar-Modi, Spread Spectrum

Hier noch eine Galerie der für den Overclocking-Betrieb interessanten BIOS-Optionen

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In unseren Overclocking-Versuchen zeigte das Maximus IV Extreme gute Möglichkeiten. Die ab Werk vorhanden OC-Profile für 4,2 und 4,6 GHz beschränken sich darauf, den Turbo-Multiplikator auf 42 respektive 46 zu setzen und einige ergänzende Anpassungen vorzunehmen. Das funktioniert soweit recht gut, aber angesichts der Fülle an manuellen Möglichkeiten bietet es sich an, diese auch zu nutzen, insbesondere wenn es um maximale Leistung geht.

So  lassen sich beim ASUS Maximus IV Extreme im Zusammenspiel mit einer Sandy-Bridge-CPU mit freiem Multiplikator aber auch Energieeffizienz und Overclocking verbinden. Durch den frei konfigurierbaren Turbo-Betrieb ergeben sich bei dieser Kombination ganz neue Möglichkeiten, eine hohe Leistung durch Overclocking mit sparsamem Betrieb bei niedriger Belastung zu kombinieren. Beim Maximus IV kann man dies beispielsweise erreichen, indem man die CPU-Spannung ein wenig per Offset-Wert heraufsetzt, gleichzeitig alle Energiesparoptionen aktiviert und dann den Turbo-Modus entsprechend konfiguriert, um unter Last einen hohen Takt zu erreichen. Den Turbo-Modus kann man einmal so einstellen, dass unabhängig von der Zahl der belasteten Kerne alle Cores gleich hoch takten, oder mit etwas mehr Feintuning auch in der Weise, dass die maximale Taktfrequenz von der Anzahl der belasteten Kerne abhängt, ähnlich dem ursprünglichen Design von Intel. Das Maximus IV Extreme bietet hier umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten, dessen Auswirkungen häufig nicht direkt ersichtlich sind und denen man sich langsam nähern sollte.

Mit einigen wenigen Einstellungen lässt sich erreichen, dass unter Last der Core i7-2600K auf 4,8 GHz taktet. Die Kernspannung bei diesem Takt lässt sich noch reduzieren, aber das Feintuning erfordert etwas Aufwand. Der Stromverbrauch des gesamten Testsystems liegt bei Prime95 mit 8 Threads bei ca. 250 Watt.

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Dadurch, dass das Overclocking nur durch den Turbobetrieb vorgenommen wird, taktet sich das System im Idle auf 1,6 GHz herunter und verringert dabei gleichzeitig auch die Kernspannung.

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Der Leistungsmesser zeigt für diesen Betriebszustand ca. 79 Watt, was ungefähr der Leistungsaufnahme des Systems im Idle unter Standard-Einstellungen entspricht. Mit dem Maximus IV Extreme ist es also möglich, nicht nur maximales, sondern auch "intelligentes" Overclocking zu betreiben, dank OC-Profilen auch im nahezu fliegenden Wechsel.

Dem Board ist eine Softwarelösung namens "AI Suite" beigelegt, die u.a. auch ein automatisches Overclocking ermöglicht. Wir probierten einmal die Option "extrem" aus. Nach einigen Testläufen und Neustarts lief das System mit 4,5 GHz (45 x 100 MHz). Ansich ist dies kein schlechtes Ergebnis, denn es wird auch über den Turbo-Multiplikator übertaktet und die Energiespar-Optionen stehen weiterhin auf "auto". Allerdings wird die Spannung über den "Manual Mode" und nicht über "Offset Mode" eingestellt, was dazu führt, dass sich das System im Idle zwar runtertaktet, aber nicht die CPU-Spannung reduziert. Dementsprechend benötigt es im Idle unter Windows mit 105 Watt auch ca. 25 Watt mehr aus der Steckdose als mit funktionierender Spannungsabsenkung im "Offset Mode"-Betrieb.

In Sachen maximale BCLK war bei unserer Hardware nicht viel herauszuholen. Bei Werten um die 107 Mhz begannen die Instabilitäten, aber das ist ja offensichtlich ein generelles Problem dieser neuen Plattform. ASUS bietet zwar utopische Werte von 300 MHz zum Einstellen an, aber es darf bezweifelt werden, dass in der Zukunft überhaupt höhere BCLK-Werte möglich sein werden. Mit hohen Multiplikatoren hat das Maximus IV auch dank inzwischen eingeführter "Internal PLL Overvoltage"-Option im BIOS keine Probleme. Unsere Test-CPU konnte jedenfalls kurzzeitig zu 5,2 GHz überredet werden.


ASUS hat das Maximus IV Extreme mit einigen Besonderheiten ausgestattet. Mit an Bo(a)rd ist wieder das bereits von früheren ROG-Mainboards bekannte ROG-Connect. Über die hochkant gestellte USB-Buchse am I/O-Panel kann mittels eines mitgelieferten Kabels eine Verbindung zu einem zweiten Rechner aufgebaut werden. Auf diesem muss die ROG-Connect-Software laufen, mit der dann der Rechner mit ROG-Mainboard ferngesteuert werden kann, vorausgesetzt die ROG-Connect-Funktion ist aktiviert. Mithilfe der speziellen Microprozessor-Lösung auf dem Maximus IV Extreme lassen sich elementare Systemeigenschaften beeinflussen. Es lassen sich diverse Spannungen und Takte konfigurieren und auslesen, aber auch einige elementare Fernsteuermöglichkeiten wie "Reset", "Start", "Herunterfahren" oder "CMOS Clear" sind damit möglich.

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Mit der Variante "ROG iDirect" steht mittlerweile auch eine entsprechende App für iPhone und iPad bereit, mit der über die Bluetooth-Karte des Maximus IV Extreme ein ähnlicher Funktionsumfang möglich sein soll. Für Smartphones mit Android, Windows Mobile und einigen Symbian-Varianten gibt es mit "RC Bluetooth" ein weitere Variante.

ASUS liefert mit der AI Suite eine Software zur Systemdiagnose und -konfiguration mit. Sie ermöglicht es, ein automatisches Overclocking vorzunehmen, das Profil der Lüftersteuerung selbst zu konfigurieren, die Parameter der digitalen Spannungswandler zu beeinflussen und natürlich auch das Auslesen der verschiedensten Sensoren. Manche User werden sich an der "bunten" Optik stören, aber insgesamt liefert ASUS hier eine recht solide Toolsammlung mit.

Mit dem Tool "FAN Xpert" lassen sich für CPU- und Gehäuselüfter eigene Kennlinien zur Drehzahlsteuerung generieren. Über eine Testfunktion (links im Bild) bestimmt das Programm auf Wunsch auch die Lüftercharakteristik des CPU-Lüfters. Über drei im Diagramm entsprechend gesetzte Kennpunkte lässt sich dann im Benutzer-Modus die gewünschte Lüftersteuerung einstellen. Natürlich stehen auch die vorgefertigten Profile zur Auswahl. Der Power-Fan und die drei optionalen Lüfter lassen sich nicht beeinflussen.

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Die EPU-Funktion des Maximus IV lässt sich auch ansprechen. Für drei "Konfigurationen" lassen sich entsprechende Optionen definieren, so z.B eine vCore Spannungsrückstufung, ein Absenken der Chipsatz-Spannung, ein Anpassen der Lüftersteuerung und ein Abschalten von Festplatten und Bildschirm. ASUS scheint hier das klassische Energiemanagement von Windows, wie es beispielsweise Notebooknutzer sicher kennen, mit einigen speziellen Möglichkeiten des Mainboards zu kombinieren. Letztendlich lassen sich solche spezielle Profile, sei es für maximale Leistung oder hohe Energieeinsparung, auch über die BIOS-Einstellungen und anderen Optionen des Mainboards realisieren. Interessant am EPU-Tool ist aber, dass es die momentan vom Prozessor aufgenommene Leistung anzeigt. Über die Genauigkeit dieses Wertes darf natürlich diskutiert werden.

max5_ai_epus

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Ebenfalls interessant ist die Steuerung der digitalen Spannungswandler von Windows aus. Quasi "on the fly" lassen sich dort Loadline Calibration und andere Parameter verändern. So lässt sich z.B. feststellen, dass bei Standardtakt unter Volllast der Unterschied zwischen 0% und 100% Loadline Calibration bei der Prozessorspannung 1,12 zu 1,20 Volt ausmacht. Phase Control und auch die Taktfrequenz haben teils große Auswirkungen auf das Systemverhalten. Im Vergleich zum Betrieb bei 250 KHz Schaltfrequenz der Spannungswandler verbraucht das Testsystem bei 1100 kHz ca. 20 Watt mehr aus der Steckdose.

max5_ai_vrms

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Dieses Tool lädt geradezu zum Ausprobieren aller vorhandenen Optionen ein. Durch die Änderungsmöglichkeit im laufenden Betrieb spart man natürlich auch gegenüber der Konfiguration im BIOS einiges an Zeit ein. Da wir es zweimal geschafft haben, durch Änderungen im DIGI+VRM-Tool das System zum Abschalten zu bringen, ist es aber vermutlich ratsam, in jedem Schritt nur kleine Veränderungen vorzunehmen und allgemein eine gewisse Vorsicht walten zu lassen.

Weiterhin bietet die AI Suite die Möglichkeit, im Teil "Probe II" Alarmschwellen für Temperaturen, Spannungen und Lüftergeschwindigkeiten zu definieren. Im Tool "Sensor Recorder" lassen sich entsprechende Messwerte grafisch darstellen und auch über längere Zeit loggen. Insgesamt lohnt es sich als Besitzer eines Maximus IV Extreme, die AI Suite zu installieren und einmal in Ruhe anzuschauen. Eine Deinstallation war auf unserem Testsystem jedenfalls problemlos möglich.


Für die Sandy-Bridge-Mainboardtests haben wir unser Testsystem erneuert - und verdoppelt. An zwei Teststationen testen wir nun die diversen P67-Mainboards, wobei wir die Testsysteme möglichst identisch gestaltet haben:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz. 

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version. 

Hundertprozentig identisch sind die Testsysteme trotz identischer Software und identischer Hardware nicht, denn die Intel-CPUs besitzen eine leicht unterschiedliche VID-Spannung. Die Verbrauchswerte weichen also minimal voneinander ab, warum wir in den entsprechenden Vergleichen die Werte je nach Teststation mit unterschiedlicher Farbe markieren. Die Performancemessungen hingegen sind zwischen beiden Teststationen gut vergleichbar, da beide Systeme mit den gleichen Einstellungen gefahren werden.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS Maximus IV Extreme ist bei den von uns verwendeten BIOS-Versionen in den "Optimized Defaults" ein Betriebsmodus der Turbo-Funktion ausgewählt, die von Intels Vorgaben abweicht. Das Board taktet dadurch unabhängig von der Anzahl der belasteten Kerne den i7-2600K auf 3,8 GHz, was in Benchmarks natürlich einen signifikanten Unterschied ausmacht. Wird der Turbo-Modus auf "Auto" gestellt, hält sich das Board an Intels Vorgabe und taktet bei Last auf allen Kernen nur um eine Turbostufe auf 3,5 GHz hoch.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

max4_bench_3dmarki

max4_bench_cinebench

max4_bench_superpi

max4_bench_sandra

Der Vergleich der bisher von uns getesteten P67-Mainboards zeigt allenfalls minimale Unterschiede. Praktisch gesehen weisen alle Boards bei gleicher Konfiguration auch die gleiche CPU-, Grafik- und Speicherperformance auf. Wirkliche Unterschiede würden sich erst durch abweichende Einstellungen ergeben.


Immer wichtiger ist heute der Stromverbrauch eines PC-Systems - und in der Tat tauchen hier im Vergleich zur Performance noch häufiger deutliche Unterschiede zwischen den Mainboards auf. Dies hat zum einen mit dem BIOS zu tun, denn oftmals werden Intels Stromsparoptionen nicht aufgegriffen, falsch implementiert oder es wird schlicht vergessen, dass Onboard-Komponenten deaktiviert werden, wenn diese nicht in Verwendung sind. Zum anderen hat dies auch mit den verwendeten Komponenten und der Spannungsversorgung zu tun: Je effizienter diese arbeitet, desto geringer ist der Stromverbrauch des Mainboards.

Das Maximus IV Extreme ist bei der Leistungsaufnahme aufgrund seiner umfangreichen Ausstattung und seiner Ausrichtung auf extremes Overclocking gegenüber einfacher ausgestatteten Boards theoretisch im Nachteil. Wie auch das ähnlich ausgerichtete ASRock Fatal1ty P67 Professional kann es mit einem weniger gut ausgestatteten Board wie dem Intel DP67BG nicht mithalten. Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-Test, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Im ersten Teil betreiben wir das Board im Prinzip mit den Optimized-Defaults-Einstellungen, sodass ein Großteil der entsprechenden BIOS-Optionen automatisch eingestellt wird. Auch sind alle Onboard-Komponenten aktiviert.

max4_bench_Widle

Im Vergleich zu dem ASRock Fatal1ty P67 Professional braucht das ASUS Maximus IV Extreme im Idle-Betrieb knappe vier Watt mehr. Da das ASUS noch geringfügig besser ausgestattet ist, ist ein kleiner Mehrverbrauch keine Überraschung. Dass das Maximus nicht mit dem Intel DP67BG mithalten kann, ist ebenfalls zu erwarten gewesen.

Unter Last bietet sich ein ähnliches Bild: Mit den standardmäßigen Einstellungen verbraucht das ASUS Maximus IV Extreme im Vergleich mit anderen Boards am meisten.

max4_bench_Wload

Mit neueren BIOS-Versionen und leicht geänderten Default-Parametern könnte das Bild schon anders aussehen, aber momentan genehmigt sich ASUS' Top-Mainboard auch unter Last einige wenige Watt mehr als die direkte Konkurrenz. Da ein Maximus IV Extreme wohl auch eher in High-Performance-Systemen mit Multi-GPU-Setup als denn in Stromspar-PCs zum Einsatz kommen wird, spielt dieser Umstand in der Praxis wohl keine Rolle.

max4_bench_Wp95

Bei Belastung durch den Large-FFT-Test von Prime95 auf allen Kernen kann das Maximus IV Extreme zum restlichen Vergleichsfeld aufschließen und liegt nur knappe drei Watt hinter dem ASRock, was zu vernachlässigen ist. Gegenüber dem P8P67 Deluxe aus gleichem Hause ist der Abstand hingegen wieder etwas größer.

Eine Erklärung für die höheren Leistungsaufnahmewerte des ASUS Maximus IV Extreme und auch des ASRock ergibt sich beim Blick auf die gemessenen Prozessorspannungen. 

max4_bench_Vp95

Sowohl das Maximus als auch das Fatal1ty verwenden gegenüber dem P8P67 Deluxe ca. 0,07 Volt höhere VCore-Werte. Unter Volllast machen sich kleine Spannungsunterschiede natürlich stark bei der Leistungsaufnahme des Systems bemerkbar, denn schließlich geht in der Formel zur Berechnung der Leistung die Spannung im Quadrat ein.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir auch einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB3.0- und SATA-Controller sind hier deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber Features wie EPU wurden auf maximale Einsparung eingestellt.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

max4_bench_Widle_opt

Beim Maximus IV Extreme ergibt sich im Vergleich zu Test 2 nur ein geringfügig kleinerer Stromverbrauch von gerade einmal 2 Watt.

max4_bench_Wp95_opt

Unter voller Prozessorlast ergibt sich durch das Deaktivieren der Onboard-Komponenten keine Einsparung. Die Werte liegen auf dem gleichen Niveau wie im ersten Testabschnitt. Interpretieren lässt sich dies nur so, dass das Maximus IV Extreme in der Default-Einstellung schon eine gute Konfiguration vornimmt, die durch manuelle Einstellungen kaum zu verbessern ist. Die Onboard-Komponenten scheinen noch dazu nur einen geringen Eigenverbrauch zu haben bzw. sind wie im Falle der VIA-Super-Speed-Hubs immer aktiv. Der NF200-Chip, welcher im Vergleich eine höhere Leistungsaufnahme hat und für größere Unterschiede sorgen könnte, ist im Betrieb mit nur einer Grafikkarte nicht aktiv.

Insgesamt zeigt das ASUS Maximus IV Extreme in Sachen Leistungsaufnahme eine gute Performance. Es ist zwar ganz klar kein Stromsparwunder, aber angesichts der Features geht der Stromverbrauch in Ordnung, zumal er sich auch stets im normalen Rahmen bewegt,


Das ASUS Maximus IV Extreme verwendet den bisher den Markt für USB-3.0-Chips dominierenden µPD720200 von Renesas Electronics. Die Controller sind mit genügend Bandbreite direkt an den Chipsatz angebunden, sodass allenfalls die USB-Ports, die hinter dem VIA-Hub hängen, eine geringere Performance zeigen könnten. Ein Flaschenhals würde sich vermutlich aber erst bei höherer Belastung durch mehrere USB-3.0-Endgeräte zeigen. 

Auch die SATA-6G-Anschlüsse des ASUS Maximus IV Extreme sollten ihre volle Performance bringen können. Zwei Ports werden vom Chipsatz bereitgestellt und der Marvell-9182-Controller, der die beiden weiteren Anschlüsse versorgt, ist ebenfalls direkt und schnell an den Chipsatz angebunden.

USB-3.0-Performnce:

Die USB3.0-Performance testen wir mit einem schnellen SuperTalent SuperCrypt 32 GB - einer externen SSD in Form eines Speichersticks mit USB-3.0-Interface:

max4_perf_usb3s max4_perf_usb3_vias

Die USB-3.0-Performance:
links: Renesas-Controller direkt, rechts: Renesas-Controller über VIA-Super-Speed-Hub


SATA-6G-Performance:

Um die SATA-6G-Performance ordentlich zu testen, haben wir schon neue SSDs mit neuem SATA-6G-Controller und Lese- und Schreibraten von über 500 MB/s bestellt - diese sind allerdings noch nicht lieferbar, also müssen wir uns für die richtigen Auslastungstests noch etwas gedulden. Aktuell testen wir mit einer Crucial RealSSD C300 64GB, die immerhin schon über 350 MB/s im Lesebetrieb schafft.

max4_perf_sata6g_intels max4_perf_sata6g_marvells max4_perf_sata3gs

Die SATA-6G-Performance:
links: Intel-Controller SATA 6G, mitte: Marvell-Controller SATA 6G, rechts: Intel-Controller SATA 3G


Das ASUS Maximus IV Extreme kann in fast allen Belangen überzeugen: Es ist sehr gut ausgestattet, bietet enorme Einstellungsmöglichkeiten und stellt insgesamt ein sehr gutes Paket dar. Aber auch wenn das Maximus IV Extreme das momentan beste P67-Board darstellt, so ist sein Preis von ca. 300 Euro doch sehr hoch.

In Sachen Ausstattung ist beim ASUS Maximus IV Extreme nichts zu vermissen. Ungewöhnlich ist die hohe Anzahl von zehn USB-3.0-Ports, die in dieser Masse wohl kein User momentan wirklich benötigt. Die von ASUS gewählte Lösung, die bei Top-Boards ohnehin üblichen zwei USB-3.0-Controller per Onboard-Hub auf die zehn Ports zu erweitern, macht aber trotzdem Sinn, da sie nur einen relativ geringen Aufwand bedeutet. USB 3.0 wird sich wohl in der Zukunft immer stärker durchsetzen, daher ist das Maximus IV Extreme in dieser Disziplin gut für die Zukunft gerüstet. Mit vier SATA-6G-Ports sind ebenfalls genügend der neuen Schnittstellenstandards vorhanden, denn für einfache Festplatten wird auch in Zukunft SATA 3G völlig ausreichen. Ebenfalls praktisch ist, dass ein separater JMicron-SATA-Controller für zwei externe eSATA-3G-Ports sorgt.

max4_gesamt3s

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Die Kommunikationsfähigkeiten des Maximus IV Extreme sind ebenfalls überdurchschnittlich gut. Die beiden Gigabit-LAN-Schnittstellen sind beide durch Komponenten von Intel realisiert. Eine Schnittstelle nutzt die im Chipsatz integrierten Funktionen, wodurch keine der begrenzten acht PCIe-Lanes zum Chipsatz verloren geht. Ein Firewire-Port ist zwar nicht vorhanden, aber dafür liefert ASUS ein Bluetooth-Modul mit, welches sich entweder für normale Bluetooth-Verbindungen oder für die ROG-Connect-Steuerung verwenden lässt.

Das Maximus IV Extreme ist für SLI/Crossfire- sowie Triple-SLI-/CrossFireX-Konfigurationen vorbereitet. Es verfügt über insgesamt vier PCIe-x16-Slots, die je nach Grafikkarten-Setup entsprechend bestückt werden müssen, damit die Aufteilung der PCIe-Lanes der CPU im Zusammenspiel mit den NF200-Chip stimmt. Schade ist, dass das Maximus IV Extreme de facto nur über einen PCIe-Slot für Erweiterungskarten verfügt. Der vorhandene PCIe-x1-Slot wird in den meisten Konfigurationen durch die Grafikkarte in PCIe-x16-Slot 1 blockiert, sodass nur der PCIe-x4-Port übrig bleibt. Die Aufteilung der verfügbaren PCIe-Lanes des Chipsatzes hat ASUS so vorgenommen, dass der PCIe-x4-Slot nicht die volle Bandbreite einer x4-Anbindung hat, da er über einen PLX-Chip angebunden ist. Dafür verfügen aber alle USB-3.0-, SATA- und LAN-Controller über eine direkte Anbindung, sodass deren volle Performance garantiert ist. PCI-Steckplätze, ATA/133- oder Floppy-Ports sucht man vergebens, denn als einziges Zugeständnis an alte Hardware-Standards ist noch ein PS/2-Port vorhanden.

Die UEFI-Implementierung anstelle eines klassischen "BIOS" darf auch als gelungen bezeichnet werden. Es lassen sich zwar noch einige kleinere Bugs und Merkwürdigkeiten finden, aber im Großen und Ganzen ist das UEFI des ASUS Maximus IV Extreme einfach und schnell zu bedienen, auch ohne Maus. Für das Overclocking wichtige Optionen sind alle vorhanden und insgesamt bietet das UEFI sehr umfangreiche Möglichkeiten. Positiv ist ebenfalls, dass ASUS anscheinend die Weiterentwicklung sehr ernst nimmt, da in relativ kurzen Abständen neue Beta-Versionen des UEFI auftauchen.

Beim Overclocking-Versuch über die BCLK-Frequenz musste auch das Maximus IV Extreme relativ schnell passen, aber das dürfte seine Ursache nicht beim Board haben. Das Overclocking unseres Core i7-2600K über den Multiplikator war hingegen einfach möglich und auch hohe Werte scheinen kein Problem für das Maximus IV Extreme zu sein. Die Performance bei Standard-Takt entspricht erwartungsgemäß den der anderen P67-Mainboards und der Stromverbrauch des Maximus IV Extreme bewegt sich angesichts der Features auch im grünen Bereich.

Kommen wir noch zu einem letzten Punkt, der Zuverlässigkeit. Manche Leser werden bestimmt unsere News-Meldung zum Thema mit der angeblichen Rückruf-Aktion gelesen haben. ASUS hat den Verkauf des Maximus IV Extreme kurzzeitig stoppen lassen, da sie erst eine Fehleranalyse eines defekten Boards vornehmen wollten. Unser erstes Testsample zeigte ebenso Probleme, da es sich quasi aus dem Nichts nach wenigen Minuten mit Fehlercode 00 und roter CPU-LED verabschiedet hat. Bislang haben wir von ASUS aber noch keine weiteren Informationen bezüglich des Fehlers unseres Mainboards erhalten. Ein neues Board von ASUS, mit dem wir diesen Test dann auch durchführten, zeigte keine Probleme mehr - und lief tagelang stabil und zuverlässig. ASUS hat in einer Pressemitteilung auch generelle Entwarnung gegeben - somit scheint alles gut zu sein.

Positive Eigenschaften des ASUS Maximus IV Extreme:

Negative Eigenschaften des ASUS Maximus IV Extreme:

Keine Frage - wer ein Luxus-Board benötigt, der wird sich weder am hohen Kaufpreis noch an den etwas höheren Energiekosten stören. Und da die Qualität und die Ausstattung des Boards exzellent sind, vergeben wir auch unseren Excellent Hardware Award:

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