Test: ASUS P8P67 Deluxe - die Multimediaplatine

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asrockfatal1tyNach unserem Test des ASRock Fatal1ty P67 Professional ist die zweite High-End-Platine an der Reihe. Im Vergleich zum ASRock-Board geht ASUS mit dem P8P67 Deluxe aber etwas andere Wege und bringt ein Mainboard auf den Markt, welches für den Multimedia-begeisterten User interessant ist. Im Endeffekt zeichnet das "Deluxe" im Namen aber schon im Groben ab, was wir an Onboard-Komponenten auf dem Mainboard vorfinden werden - nämlich alles. Allerdings dies in ausgewogener Form, weshalb Nachteile, die bei reinen Gaming-Platinen entstehen, eventuell nicht zutage treten. Wir schauen, ob das P67-Mainboard für Intels neue Core-Serie überzeugen kann. 

Die Deluxe-Reihe von ASUS hat immer besondere optische Merkmale, ähnlich wie die Republic-of-Gamers-Reihe. Sie ist in blau-schwarzem Farbton gehalten, wobei insbesondere die voluminöse Kühllösung für die Spannungswandler und den Chipsatz auffällt. Diesen Wiedererkennungswert haben alle "Deluxe"-Versionen der ASUS-Mainboards.

Anhand der Verwendung des P67-Chipsatzes kommt natürlich auch auf diesem Mainboard für die zweite Core-Generation der Sockel 1155 zum Einsatz. ASUS bietet hierbei eine Hülle von Platinen an, wobei neben dem RoG-Mainboard Maximus IV Extreme das P8P67 Deluxe zu den teuersten gehört. Entsprechend darf man eine gute Ausstattung erwarten - und enttäuscht wird man bei dem teuren Mainboard nicht. Selbst Bluetooth steht mit auf der Feature-Liste.

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Neben Bluetooth und den typischen P67-Features wie nativer SATA-6G-Unterstützung bietet ASUS natürlich auch USB3.0, Dual-Gigabit-LAN, Firewire, einen guten Sound und ein paar weitere Zusatzchips. Und hinzu kommen natürlich selbst bei diesem Multimedia-Mainboard Overclocking-Funktionen und ein intelligentes UEFI-BIOS. Es lohnt sich also selbst dann ein Blick auf das P8P67 Deluxe, wenn man nicht unbedingt einen Multimedia-PC bauen möchte, sondern das Mainboard in einem anderen Bereich zum Einsatz kommen soll. 

Die technischen Daten des ASUS P8P67 Deluxe haben wir in der folgenden Übersicht zusammengefasst:

Die Daten des ASUS P8P67 Deluxe in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
P8P67 Deluxe
Straßenpreis ca. 200 Euro
Homepage www.asus.de
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz P67-Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB
SLI / CrossFire CrossFire, SLI (x8-/x8-Lanes)
Onboard-Features
PCI-Express 3x PCIe x16 (x16/-/x4, x8/x8/x4)
2x PCIe x1
PCI 2x PCI
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über P67,
2x SATA 6G über Marvell PCIe 9128
2x SATA 3G über JMicron JMB362 (davon 1x eSATA + Power)
USB 8x USB2.0 (+4 über Header, Slotblende liegt nicht bei)
2x USB3.0 über NEC USB3.0-Controller
2x USB3.0 über NEC USB3.0-Controller (mit beiliegendem Front-Panel)
WLAN / Bluetooth Bluetooth V2.1 + EDR
Firewire 1x Firewire 400 MBit/s über VIA VT6315 400 MBit/s (+1 über Header, Slotblende liegt nicht bei)
LAN 2x Gigabit-Ethernet (PCIe)
davon 1x über Intel 82579 Gigabit LAN Controller
und 1x über Realtek RTL8111E
Audio Realtek ALC889 Audio Codec (Content Protection Support)
analoge, digitale und optische Ports

Im Lieferumfang des ASUS-Boards befinden sich die folgenden Dinge:

Beim Zubehör spart ASUS SATA-Stromadapter ein, da man wohl davon ausgeht, dass jedes moderne Netzteil auch entsprechende Anschlüsse bietet. Auch ist hier schon zu erkennen, dass kein Floppy- und kein ATA-Port mehr auf dem Mainboard sitzen, denn entsprechende Kabel fehlen ebenso. Dafür - und das ist durchaus schick, liefert ASUS einen Front-USB-Einschub für USB3.0 mit, da der Käufer so die Möglichkeit hat, die schnellen USB3.0-Ports auch an der Front des Gehäuses zu nutzen und nicht nur hinter dem Rechner an der I/O-Blende. Für ältere Cases oder solche, die noch keine USB3.0-Ports besitzen, ist dies eine ideale Variante.

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Auf den nächsten Seiten schauen wir uns das neue Board genauer an.


Bei der Spannungsversorgung liefern sich die Mainboardhersteller seit knapp zwei Jahren eine Schlacht um die höchste Phasen-Anzahl. Sicher ist, dass eine höhere Phasenanzahl die Effizienz bei der Umschaltung der Phasen im Lastbereich erhöht, im Idle-Betrieb können sich zu viele Phasen aber auch negativ auf die Effizienz auswirken. ASUS geht mit der Fortentwicklung der EPU-Technik einen Mittelweg und liefert eine 16-phasige Spannungsversorgung für die CPU, hinzu kommt eine zweiphasige Versorgung für die Speichermodule. ASUS verwendet hier digitale VRMs und bietet natürlich auch wieder im BIOS und mittels eines eigenen Tools unter Windows die unterschiedliche Ansteuerung der Spannungsversorgung an. ASUS fasst die Neuheiten im Bereich der Spannungsversorgung unter dem Begriff "DIGI+ VRM" zusammen, wobei man angibt, dass eine präzisere Ansteuerung der Spannungen und daraus weniger Leistungsverlust, aber auch eine bessere Übertaktung möglich wäre. Zudem minimiert die digitale Spannungsversorgung die Interferenzen.

Auf dem P67-Mainboard kommt natürlich der Standard-Sockel-1155 zum Einsatz. In der oberen rechten Bildecke sieht man den üblichen 8-pin-ATX12V-Anschluss, der zumindest mit einem 4-Pin-Anschluss belegt sein muss. Die Kühllösung ist wie immer für die spannungsversorgenden Komponenten überdimensioniert. Der P67-Chip befindet sich nicht unter dem "Dual Intelligent II Processors"-Kühlkörper, sondern auf Höhe der PCIe-Slots. Der dort sitzende Kühlkörper ist nicht per Heatpipe an den Rest der Kühllösung angebunden. Somit ist die Kühllösung für die Spannungsversorgung eigentlich viel zu umfangreich - allerdings haben so auch Übertakter bei höheren Spannungen durch die Heatpipelösung genügend Leistungsreserven.

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Die vier DDR3-Slots des Boards müssen in der typischen Reihenfolge bestückt werden - zunächst die blauen, dann die schwarzen Ports. Der Betrieb von vier Modulen war in unserem Fall auch mit unterschiedlichen Speichermodulen kein Problem. ASUS bietet im BIOS des Boards auch eine Option an, den Speicher mit 2400 MHz laufen zu lassen, also mit einem x18-Multiplikator. Dies ist allerdings mit den uns vorliegenden CPUs und Speichermodulen nicht gelungen, sodass nur der x16-Multiplikator zu einem stabilen Betrieb führte.

Rechts neben dem 24-pol. ATX-Stromstecker befindet sich der MemOK!-Button. Hat man die Speichersettings zu scharf eingestellt, hilft der MemOK!-Button, dass das Board wieder startet. Weiterhin kann hiermit ein optimales Speichersetting herausgefunden werden - hierfür bootet das System mehrmals und das System testet den Speicher auf das Bootverhalten bei unterschiedlichen Timings. Anschließende Stabilitätstests sollte man jedoch auch durchführen, um einen stabilen Betrieb sicherzustellen.

Die direkt unter dem MemOK!-Button platzierte DRAM-LED ist als Post-Debug-LED zu verwenden: Bleibt das Board beim Bootvorgang bei der Initialisierung des Speichers stehen, leuchtet die LED. Entsprechende LEDs gibt es in der Nähe der CPU, der Grafikkarte und der Boot-Devices. Nach dem Boot-Vorgang lässt sich im BIOS steuern, ob die LEDs aus sein oder die Spannung anzeigen sollen.

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Der TPU-Schalter, der sich neben dem FAN-Header befindet, ist für ASUS' Overclocking-Funktion TurboV. Die Funktion ist im Normalbetrieb deaktiviert, wer das Windows-Utility zum Tunen verwenden möchte, muss den Schalter umlegen. Bei aktiviertem TPU taktet das Board auf 103 MHz Base Clock Rate, übertaktet das System also bereits leicht. In unserem Fall führte dies aber bereits dazu, dass das System nicht mehr zuverlässig in Windows bootete - ein manuelles Übertakten im BIOS ist also sicherlich empfehlenswerter, da man mehr Kontrolle über die Funktionen bekommt.

Das ASUS P8P67 Deluxe bietet drei PCIe-x16-Slots. Zwei davon hängen in üblicher Art und Weise direkt an der CPU: Der blaue PCIe-2.0-x16-Slot fungiert dabei als primärer Port und ist mit 16 Lanes angebunden. Wird eine Grafikkarte in den zweiten, weißen Port gesteckt, laufen beide mit nur noch acht Lanes. CrossFire und SLI wird damit unterstützt.

Der dritte PCIe-x16-Port ist mit vier PCIe-2.0-Lanes an den P67-Chipsatz angebunden. Weiterhin vorhanden sind zwei PCIe-x1-Ports und eine Reihe Onboard-Komponenten auf PCIe-Basis - somit ist klar, dass ASUS mit den acht Lanes des P67-Chips nicht auskommt. Also verwendet man einmal wieder eine PLX-Brücke, in diesem Fall die PLX8608.

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Ein Blick in das Handbuch und in den Gerätemanager gibt Aufschluss über die Verteilung:
Unter anderem ist hier eine PCIe-to-PCI-Brücke von ASMedia zu finden, welche die beiden PCI-Slots auf das Board bringt - eigentlich ist der P67-Chipsatz nämlich nicht mehr in der Lage, diese Schnittstellen zu liefern.Weiterhin bindet ASUS hier den Marvell-SATA-Controller an und den Gigabit-Ethernet-Chip von Realtek. Hinzu kommt VIAs IEEE1394-Firewire-Controller. Zusammen mit den beiden PCIe-x1-Lanes sind dann die acht möglichen Lanes des PLX-Chips voll bestückt. Der Intel-Gigabit-NIC hängt nicht an einer PCIe-Lane, sondern an dem dedizierten Netzwerk-Interface des P67.

Die Onboard-Komponenten hat ASUS auf dem P8P67 Deluxe fast schon ordnungsliebend angeordnet:

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Zunächst finden wir links den Realtek 889-Onboard-Sound. Der HD-Sound besitzt nicht nur optische und digitale Ein- und Ausgabemöglichkeiten an der I/O-Blende, sondern auch Blu-ray-Content-Protection. Somit ist es möglich, das Board für die Blu-ray-Wiedergabe zu verwenden und hier auch ein entsprechend hochwertiges Soundsignal auszugeben. Die Qualitätswerte der analogen Ausgänge waren in Ordnung, auch wenn sie nicht mit einer Soundlösung wie z.B. ASUS' eigener Xonar-Karten mithalten kann.

Direkt neben dem Realtek-Sound hat ASUS den VIA-Firewire-Chip untergebracht. Der VT6315N besitzt die Möglichkeit, zwei Ports anzusprechen, einer davon befindet sich auf der I/O-Blende, der andere ist als interner Header für Frontanschlüsse am Gehäuse zu verwenden. Eine Slotblende liefert ASUS hierfür nicht mit. Der VT6315N ist ein PCI-Express-Controller.

Als dritten und vierten Chip findet man in der Reihe den Realtek RTL8111E und den Intel 82579. Beide sind Gigabit-Ethernet-Controller. ASUS ist einer der wenigen Hersteller, die auf den Intel-Chip setzen und somit die direkte Anbindung zum Chipsatz nutzt, die seit dem P55-Chipsatz existiert. Der Realtek RTL8111E-Chip ist hingegen ein klassischer PCIe-Controller. Beide Gigabit-Chips entsprechen der IEEE802.3az-Spezifikation, besitzen also umfangreiche Energiesparfunktionen, z.B. die Abschaltung, wenn kein Kabel eingesteckt ist.

Der letzte Chip ist der NEC (Renesas) USB3.0-Controller, den man seit Einführung der USB3.0-Marktreife auf fast allen Mainboards findet. Ein weiterer NEC-Controller befindet sich in unmittelbarer Nähe der SATA-Ports und Dimm-Slots des Boards. In einem kleinen Vergleich zum kürzlich erschienenen Etron EJ168A, der ebenso zwei Ports bietet und über PCIe angebunden ist, lieferte der Etron eine leicht bessere Write-Performance. In unseren Benchmarks überprüfen wir dies erneut mit dem ASUS-Board. ASUS bietet zwei Ports auf der I/O-Blende und zwei weitere über einen internen USB3.0-Header, der mit dem beiliegenden USB3.0-Fronteinschub bestückt werden kann. Der USB-Header befindet sich an einer geschickten Position zwischen dem ATX-Stromstecker und den SATA-Ports, damit das Kabel direkt verlegt werden kann.

Natürlich darf auch ein zusätzlicher SATA-Port nicht fehlen. ATA/133 und den Floppy-Port spart sich ASUS zwar, aber ein weiterer SATA-6G-Controller von Marvell (9128) darf nicht fehlen. Der Controller bietet zwei Ports, die sich direkt neben den nativen Ports des P67-Chips befinden. Beide lassen sich aber nicht im RAID kombinieren, hierfür muss man die Intel-Ports verwenden.

Im Bild sieht man die SATA-Ports - links sind die vier SATA-3G-Ports des Intel P67-Chips, die weißen Ports sind dessen SATA-6G-Ports. Rechts die SATA-6G-Ports des Marvell-Controllers. Einen Leistungstest der Schnittstellen nehmen wir in den Benchmarks vor.

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Für zwei eSATA-Ports braucht ASUS auf dem P8P67 Deluxe auch noch einen Controller: Hier setzt man auf den bekannten JMB362, der zwei eSATA-3G-Ports auf das Mainboard bringt. Die Ports befinden sich natürlich bereits auf der I/O-Blende, einer davon ist als Power eSATA ausgeführt, der andere benötigt eine USB-Stromquelle oder ein externes Netzteil zur Stromspeisung des eSATA-Geräts.


Auf die I/O-Blende hat ASUS die maximale Anzahl von Ports gepackt, die möglich gewesen ist: Zum einen befindet sich hier ein Shared-PS/2 zum Anschluss einer Maus oder einer Tastatur, wenn man den alten Standard noch verwenden möchte. Darunter befinden sich zwei USB2.0-Ports. Insgesamt sind acht USB2.0-Ports vorhanden, vier Header liefert ASUS intern, wobei keine Slotblenden für diese mitgeliefert werden.

Aufgrund der vorhandenen Onboard-Komponenten findet man natürlich auch noch diverse Sound-Anschlüsse (analog, optisch, digital), zwei Gigabit-Ethernet-Ports, die beiden eSATA-Ports und die beiden USB3.0-Ports (blaue Färbung). Einen CMOS-Clear-Button hat ASUS ebenso untergebracht.

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Direkt über den roten USB2.0-Ports befindet sich eine blaue Plastikkappe: Hinter dieser versteckt sich das Bluetooth-V2.1-Modul, welches sich ebenso auf dem Mainboard befindet und einen der beiden verbleibenden USB-Ports nutzt. ASUS liefert auch ein entsprechendes Utility zum Verbinden (BT Go! Utility), wenn man nicht die Windows-Version verwenden möchte. Das Tool hat man mit einigen Funktionen aufgehübscht, beispielsweise einem Music Player oder einer Internetfreigabe. Für ein Multimedia-Board ergeben sich mit Bluetooth interessante Möglichkeiten, angefangen von der Anbindung einer entsprechenden Tastatur, bis hin zu Bluetooth-Headset, dem Abspielen von Musik oder der Fernsteuerung.

Auch bei den Details hat das Board einiges zu bieten. Beispielsweise befindet sich im unteren Boardbereich eine Debug-LED auf dem Mainboard, mit der der Post-Vorgang überwacht werden kann. Bei Startproblemen lassen sich Probleme so schnell lokalisieren. Direkt darüber ist der nuvoTon-Chip, der SuperI/O des Boards, der über den LPC-Port an den P67-Chip angebunden ist.

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Im Bild sind auch zwei der insgesamt drei 3-Pin-Fananschlüsse zu sehen. Um den CPU-Sockel herum besitzt das Board zwei weitere 4-Pin-Fananschlüsse für die CPU und den rückwärtigen Chassis-Lüfter. Diese lassen sich auch über die Q-Fan-Lüftersteuerung im BIOS steuern und regeln. Rechts im Bild ist der TPU-Chip: Dies ist der Hardware-Controller, den ASUS zum Übertakten des Mainboards verwendet. In der rechten unteren Ecke findet man wie immer die Gehäuse-Anschlüsse (Power, Reset, LED, Speaker).

Ein weiteres Detail sieht man etwas weiter links, unter dem letzten Erweiterungsslot. Auch wenn das Board kein richtiges Overclocking-Mainboard ist, bietet ASUS doch die für solche Boards typischen Power- und Resetschalter auf dem Mainboard an. Diese sind normalerweise praktisch, wenn das Mainboard nicht in einem Gehäuse eingebaut ist und sind deshalb bei Übertaktern sehr beliebt. Auch befindet sich hier der EPU-Schalter, der die Stromsparfunktionen der Spannungswandler abschaltet. Der EPU-Switch ist standardmäßig aktiv, wenn man ihn abschaltet, verbraucht das Board im Idle-Betrieb knapp 2 Watt mehr, unter Last knapp 6 Watt. Die lastabhängige Abschaltung der Phasen ist dann deaktiviert.

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In unmittelbarer Nähe befinden sich auch die Soundanschlüsse und der Firewire-Anschluss (links) sowie die beiden verbleibenden USB2.0-Header (rechts).

Nimmt man den Heatspreader von dem Board ab, kann man auch die versteckten Komponenten entdecken: Zum einen ist in der Mitte Intels P67-Chip zu finden, direkt rechts daneben der Marvell-SATA-6G-Chip. Im oberen Bildbereich ist der zweite NEC-USB3.0-Chip zu sehen, links zwischen den PCIe-Ports die PLX-Brücke. Unter dem weißen PCIe-Slot sitzt der asmedia-Chip, der die beiden PCI-Ports liefert.

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Auf der nächsten Seite widmen wir uns dem BIOS des ASUS P8P67 Deluxe. 


Wir verwendeten für den Test die BIOS-Version 1053, Build Date 03.01.2011. Diese BIOS-Version war zum Testzeitpunkt für das ASUS P8P67 Deluxe die aktuellste im Netz verfügbare Variante. Wie schon beim ASRock Fatal1ty P67 Professional handelt es sich auch beim ASUS-Board um eine UEFI-BIOS-Version, die die neue Oberfläche nutzt, in der auch per Maus navigiert werden kann. Wie beim ASRock-Board müssen wir aber anmerken, dass dies für den Profi wohl erst einmal eine Umstellung ist, Einsteiger oder unbedarfte Anwender werden sich über die einfachere Navigation aber sicherlich freuen.

Die grafische Oberfläche startet bei ASUS mit einer Übersicht des Hardwaremonitorings und der Eckdaten des Systems. Verändert werden kann auf diesem ersten Schritt ausschließlich die Bootreihenfolge. Dies ist durchaus praktisch für OEM-PCs, wo Hersteller verhindern wollen, dass Anwender das System so konfigurieren, dass es nicht mehr funktioniert - für fortgeschrittene User bedeutet diese Anordnung aber einen Klick mehr, denn den Expertenmodus erreicht man nur über einen Button in der rechten oberen Bildschirmecke. Klickt man hier drauf und bestätigt die kommende Abfrage mit dem "Advanced Mode", kommt man letztendlich in die interessanten Optionseinstellungen des Boards. 

Natürlich ist auch bei ASUS EZ Flash wieder vorhanden, das Update des BIOS mit einem USB-Stick und der heruntergeladenen Datei ohne DOS-Umgebung ist also einfach und ohne Probleme möglich. Weiterhin hat ASUS auch die Möglichkeit geschaffen, einzelne OC-Profile zu speichern, die SPD-Informationen aus den Speichermodulen auszulesen und mit Drive Xpert die SATA-Schnittstellen des Marvell-Controllers in einem Software-RAID zu konfigurieren (RAID 1 und 0). Über diesen Umweg unterstützen die SATA-6G-HDDs dann doch RAID.

Bei der Navigation durch das neue UEFI-Bios hat sich ASUS an den bisherigen Boards orientiert, sodass die gute Ordnung dort nicht verloren gegangen ist. Es kann auch weiterhin mit der Tastatur navigiert werden. Die Onboard-Komponenten können alle getrennt voneinander abgeschaltet werden, nur die beiden USB3.0-Controller können nur gemeinsam deaktiviert werden. Hier könnte ASUS noch nachbessern, wenn man z.B. die rückwärtigen USB3.0-Ports nicht verwenden möchte.

Das Hardwaremonitoring ist sehr gut gelöst, es lädt nun auch deutlich schneller als bei vergangenen ASUS-Boards. Zudem ist mit Q-Fan wieder die Lüftersteuerung für den CPU- und den Chassis-Fan vorhanden. Das Board besitzt auch eine Stromspitzen-Schutzfunktion (OVP und UVP), die im Hardwaremonitoring unter dem Punkt Anti Surge Support deaktiviert werden kann, sollte sie beim Betrieb stören.

Die Bootzeit des Boards ist in Ordnung, solange man nicht alle Onboard-SATA-Komponenten verwendet und als Boot-Device konfiguriert. Im Vergleich zu Vorgänger-Boards ist der Bootvorgang deutlich verkürzt worden. Auch das UEFI-BIOS selber ist schnell geladen. Erfreulicherweise sind alle Stromspartechniken aktiviert, selbst C6, und auch der Turbo-Betrieb lief zufriedenstellend ohne Probleme.

Generell prüfen wir bei unserem Bios-Check die folgenden Besonderheiten: 

Diese Kriterien sind für die meisten Anwender die wichtigsten, wobei für ein einwandfreies Funktionieren des Boards auch noch weitere Funktionen dazugehören. Sämtliche BIOS-Funktionen haben wir in der folgenden Galerie aufgeführt:

Weitere Auffälligkeiten gab es im Betrieb nicht. Das Board reagierte auch auf andere Einstellungen im BIOS genau so, wie es reagieren sollte. In unseren Stabilitäts- und Kompatibilitätschecks mit diversen Speichermodulen und Grafikkarten kam auch kein Problem zum Vorschein. Das Board lief auch mit DDR3-Vollbestückung ohne Probleme, wobei es aber bei hohen Taktraten (z.B. 2133 MHz) einer Command Rate von 2t Zyklen bedarf. Dies ist aber für den P67-Chipsatz bzw. für die Core-i7-Generation typisch.


Natürlich hat ein ASUS-Board, selbst wenn es eine keine dafür designte Overclocking-Platine ist, diverse Overclocking-Settings an Board. Die Multimedia-Platine P8P67 Deluxe steht dabei diversen anderen Boards nicht nach und bietet sogar mehr als Overclocking-Platinen anderer Hersteller.

Für den richtigen Spaß am Overclocking bedarf es mehrerer Voraussetzungen, die das Board mitbringen muss. Es müssen die richtigen BIOS-Einstellungen vorhanden und die Hardware muss entsprechend leistungsfähig sein. So muss beispielsweise die Spannungsversorgung für deutlich höhere Belastungen ausgelegt sein, als es eigentlich nach Intels Vorgaben erforderlich wäre. Auch ist das Board-Layout mit von Bedeutung, damit die Signalübertragung bei höheren Frequenzen und Belastungen noch einwandfrei gewährleistet ist. Als Dreingabe kann der Boardhersteller dann noch Features wie vereinfachte Bedienung, extra Tasten oder umfangreiche Diagnose-Möglichkeiten drauflegen.  

ASUS bietet auch bei dem P8P67 Deluxe eine Vielfalt an Funktionen an, beispielsweise CPU-Spannungsveränderungen im Offset-Betrieb, wobei die CPU-Spannung mit der maximalen Einstellung von 0,635 V auf über 1,7 V gebracht werden kann. Dies ist für Anwender, die mit Luftkühlung oder Wasserkühlung arbeiten, deutlich zu viel, also erkennt man schon hieran, dass das Board für den Overclocking-Betrieb ausreichend ausgestattet ist. Alle BIOS-Einstellungen, die für uns wichtig erscheinen, sind vorhanden und lassen sich auch entsprechend hoch einstellen. Hier ist beispielsweise auch die DRAM-Spannung zu nennen, die man von 1,2 V bis 2,2 V einstellen kann.

Hinzu kommen die Overclocking-Features auf dem Mainboard selber, wie die LEDs zur Boot-Anzeige, die Post-Code-Anzeige, die Power- und Reset-Schalter und ein fürs Overclocking ausgelegtes Layout für große CPU-Kühler. Selbst wenn die Platine also nicht den Zielmarkt Übertakter anspricht, wird sie für die meisten Übertakter genügend Features bieten. 

Für das Übertakten sind natürlich die Features am wichtigsten, die wir im Folgenden auflisten:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 300 MHz, stufenlos
CPU-Spannung Fixed Mode: 0,8 bis 1,99 V in 0,005-V-Schritten,
Offset-Mode: bis +/- 0,635 V in 0,005-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,2 bis 2,2 V in 0,00625-V-Schritten
VCCSA-Spannung 0,8 V bis 1,7 V in 0,00625-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,2 bis 2,2 V in 0,00625-V-Schritten
PCH-Core-Spannung
0,8 bis 1,7 V in 0,01-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen
VCCIO Voltage, DRAM Reference Voltages
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x18 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - nicht möglich -
Core Current Limit
einstellbar für Turbo-Betrieb, 255 W max.
Weitere Besonderheiten
Settings speicherbar in Profilen, ASUS OC-Tuner (automatische Übertaktung),
Load Line Calibration, Spread Spectrum, ASUS EZ Flash, ASUS-SPD-Informationen,
Turbo-Einstellungen variabel, sämtliche Stromspar-Modi

In unserer Overclocking-Galerie sieht man alle relevanten BIOS-Optionen noch einmal in der Übersicht.

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Bei den P67-Mainboards ist mittlerweile bekannt, dass eine hohe Base Clock Rate nicht erreichbar ist. Die meisten Sandy-Bridge-Prozessoren werden schon bei einem Takt von 105 MHz instabil, nur wenige erreichen über 107 MHz, fast keine 110 MHz. Aus diesem Grund ist eine Übertaktung nur über den Turbo-Betrieb sinnvoll. Auch beim ASUS P8P67 Deluxe erreichten wir nur die üblichen 107 MHz, die wir mit unserer CPU halbwegs stabil zum Laufen bekommen können.

Auch ist bei Sandy Bridge eine Übertaktung mit dem Turbo-Betrieb sinnvoll, da man mit dieser Übertaktungsvariante im Idle-Betrieb von den niedrigen Spannungen und dem geringen Stromverbrauch profitieren kann, die CPU sich dann aber blitzschnell auf hohe Taktraten taktet, wenn die Leistung tatsächlich benötigt wird. Das ASUS-Board bringt hier Einstellungen mit, um auch die Watt-Anzahl im Turbo-Betrieb und die Länge des Super-Turbo-Betriebs einstellen zu können. Auch kann eine Spannung eingetragen werden, die angelegt wird, um den Prozessor im Turbo-Betrieb kurzzeitig mit etwas mehr Saft zu versorgen, um das System stabil zu halten.

Die 4,8 GHz unserer Core i7-2600K-CPU, die stabil erreicht werden kann, schaffte auch das P8P67 Deluxe ohne Probleme. Einfach den Turbo auf 4,8 GHz gestellt und schon bootet das System ohne Probleme.  

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Auch die Übertaktung des Speichers haben wir wieder ausprobiert, wobei hier die Funktion 2400 MHz, die im BIOS existiert, mit unserer CPU leider nicht zu einem Erfolg führte. Dies kann entweder am ASUS-Board oder an der CPU - oder aber auch am Speicher liegen. Auch mit ausgewiesenen Team DDR3-2400-Modulen konnten wir den hohen Takt aber nicht erreichen. Insofern ist fragwürdig, ob diese Option im BIOS funktioniert oder nicht. Die üblichen 2133 MHz schaffte das Board aber wieder ohne Probleme. 

Auch das P8P67 Deluxe kann man mit TurboV übertakten. Allerdings gibt es nicht mehr das übliche TurboV-Utility, sondern eine TurboV EVO-Version, die in der neuen AI Suite II integriert ist. Mit dem Menupunkt in der AI Suite II lassen sich jedoch wie gehabt die Base Clock Rate, einige Spannungen, die Multiplikatoren der CPU und weitere Optionen teilweise sogar ohne Reboot einstellen.

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Insgesamt hat die AI-Suite-II-Programmsammlung in der neuen Form fast alle ASUS-Tools integriert, was wir positiv finden - zuletzt waren die einzelnen Programmbestandteile doch etwas unübersichtlich, so findet man aber alles, was das Mainboard betrifft, in einem übersichtlich gestalteten Programm, was es nun auch wert ist, es zu installieren.

Enthalten ist neben TurboV auch die Steuerung der EPU-Features und der Spannungswandler DIGI+ VRM, weiterhin die Lüftersteuerung FAN Expert, Probe II als Hardwaremonitoring-Tool, diverse weitere Überwachungs-Tools oder Kommunikationshilfen wie BT Go!, aber auch ASUS Update, mit dem man BIOS-Versionen aus dem Internet herunterladen kann und das BIOS updaten kann. Weiterhin können Systeminformationen dargestellt werden und die Skins des Tools lassen sich auch verändern.

Einige Screenshots des Programms haben wir im Folgenden dargestellt:

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Auch eine Auto-Tuning-Funktion besitzt die AI Suite II - jedoch kommt man mit den Sandy-Bridge-Prozessoren wohl mit ein wenig manuellem Einsatz auf höhere Taktraten und bessere Performance, und mit ein wenig Konfigurations- und Stabilitätsarbeit auch auf niedrigere Spannungswerte.


Für die Sandy-Bridge-Mainboardtests haben wir unser Testsystem erneuert - und verdoppelt. An zwei Teststationen testen wir nun die diversen P67-Mainboards, wobei wir die Testsysteme möglichst identisch gestaltet haben:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz. 

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version. 

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1t - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

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Um einen Vergleich zu haben, greifen wir bei den Testergebnissen etwas vor und zeigen neben dem bereits getesteten ASRock Fatal1ty P67 Professional auch die Leistungsresultate vom Intel DP67BG, dem Referenzboard für Sandy Bridge von Intel. Wie anhand der Benchmarks zu erkennen ist, liegen alle drei Boards aber auf einem Niveau und es gibt praktisch keine Unterschiede in der Leistung.

Immer wichtiger ist heute der Stromverbrauch eines PC-Systems - und in der Tat tauchen hier im Vergleich zur Performance noch häufiger deutliche Unterschiede zwischen den Mainboards auf. Dies hat zum einen mit dem BIOS zu tun, denn oftmals werden Intels Stromsparoptionen nicht aufgegriffen, falsch implementiert oder es wird schlicht vergessen, dass Onboard-Komponenten deaktiviert werden, wenn diese nicht in Verwendung sind. Zum anderen hat dies auch mit den verwendeten Komponenten und der Spannungsversorgung zu tun: Je effizienter diese arbeitet, desto geringer ist der Stromverbrauch des Mainboards.

Hundertprozentig identisch sind die Testsysteme trotz identischer Software und identischer Hardware nicht, denn die Intel-CPUs besitzen eine leicht unterschiedliche Spannung, auch können minimale Unterschiede beim Messgerät, dem Netzteil oder der Grafikkarte vorliegen. In Validierungstests zeigte das System 2 im Idle-Betrieb fast dieselbe Leistungsaufnahme, unter Volllast waren es 1,5 Watt mehr. Die Verbrauchswerte weichen also minimal voneinander ab, warum wir die auf den unterschiedlichen Plattformen getesteten Mainboards in den Grafiken unterschiedlich farblich markieren. System 1 besitzt die hellblaue Färbung, System 2 die dunkelblaue.

Auch hier haben wir das Intel DP67BG zum Vergleich herangezogen, wobei das ASRock Fatal1ty P67 Professional aber etwas im Nachteil ist: Es besitzt die deutlich bessere Ausstattung und müsste demnach eigentlich mehr verbrauchen als die Intel-Platine. Das ASUS P8P67 Deluxe liegt bei der Ausstattung marginal unter dem ASRock-Board, sollte also etwas weniger verbrauchen, aber mehr als das Intel-Mainboard. Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-Test, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

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Für das ASUS P8P67 Deluxe haben wir zwei Werte angegeben: Einmal mit aktiviertem EPU und optimiertem BIOS, einmal per "Load Bios Defaults" und unseren Einstellungen. Daraus wird klar: Aktiviert man die ASUS-Funktionen und stellt sie scharf, so kann man noch ein paar Watt Leistung sparen. Die Performance sinkt dabei nicht.

Intels DP67BG besitzt keine PCIe-to-PCI-Brücke, keinen PLX-Chip und im Vergleich zu ASUS und ASRock auch nur je einen zusätzlichen SATA- und USB3.0-Chip. Somit wäre ein Mehrverbrauch für die beiden Mainboards von ASRock und ASUS also zu verstehen, doch ASUS schneidet hier deutlich besser ab als ASRock. Der Grund liegt aber nicht in einer besseren BIOS-Version oder besserer Technik, sondern schlicht auch in einer niedrigeren CPU-Spannung, die ASUS auch deutlich niedriger ansetzt als Intel:

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ASUS spart an Spannung: Fast 0,1 V sind es unter Idle-Bedingungen weniger, unter Last sind es 0,05 bis 0,08 V - diese anderen Spannungswerte erklären also den im Vergleich zum ASRock deutlich besseren Verbrauch. ASRock geht mit allen Spannungen entsprechend etwas spendabler um und hat deshalb den höheren Verbrauch - trotz identischer CPU. Allerdings muss man festhalten, dass das ASUS-Board auch mit identischen Spannungen einen leicht besseren Verbrauch hat, denn ASRock hat letztendlich auch die größere Anzahl an Onboard-Komponenten.

Aber riskiert ASUS durch die niedrigere Spannung nicht, dass das System instabil wird? Dies könnte man meinen, im Endeffekt macht sich hier aber die DIGI+-VRM-Lösung bemerkbar, die es ASUS ermöglicht, die Spannung genauer anzusteuern und Spannungsschwankungen im Großen und Ganzen zu vermeiden. Während die anderen Mainboards eventuell mehr "Sicherheitsabstand" zur minimalen stabilen Spannung halten müssen, kann ASUS die minimale Spannung sehr genau ansteuern.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir auch einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB3.0- und SATA-Controller sind hier deaktiviert:

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

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Wie man sieht, senkt sich die Aufnahme minimal - die Abstände zwischen den Mainboards bleiben aber recht konstant. Insgesamt scheinen aktivierte Onboard-Komponenten sich beim ASUS P8P67 Deluxe nur geringfügig auszuwirken.


Auch dieser Bereich ist interessant, denn ASUS verwendet diverse Onboard-Controller, die wir vergleichen können. Teilweise sind diese auch über eine PLX-Brücke angebunden, also lohnt sich der Blick auf die Gesamtperformance der Lösung. Und wir können auch einen Vergleich mit dem ASRock-Board anstellen, denn dieses Board verwendete einen anderen USB3.0-Controller, den wir bislang noch nicht im Test hatten. 

USB3.0-Performnce:

Die USB3.0-Performance testen wir mit einem schnellen Kingston HyperX Max 3.0 Laufwerk - einer externen SSD mit USB3.0-Interface:

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Die USB3.0-Performance:
links: NEC-Chip (ASUS-Board)
mitte: Etron-Chip (ASRock-Board),
rechts: NEC-Chip (Intel-Board)

Vergleicht man die beiden NEC-Controller miteinander, so sieht man, dass ASUS hier trotz identischem Controller eine weitaus bessere Write-Performance hinbekommt. Im Vergleich zum Intel DP67GB liegt die Write-Performance des ASUS P8P67 Deluxe knapp 40 MB/s besser. Die Read-Performance liegt hingegen auf identischem Niveau. Besser schneidet nur der Etron-Chip auf dem ASRock-Mainboard ab, der sowohl beim Write wie auch beim Read eine leicht bessere Performance zeigt. Gerade beim Write kann der Chip noch einmal knapp 40 MB/s mehr Performance bieten.

 

SATA-6G-Performance:

Um die SATA-6G-Performance ordentlich zu testen, haben wir schon neue SSDs mit neuem SATA-6G-Controller und Lese- und Schreibraten von über 500 MB/s bestellt - diese sind allerdings noch nicht lieferbar, also müssen wir uns für die richtigen Auslastungstests noch etwas gedulden. Aktuell testen wir mit einer Western Digital WD1002FAEX Festplatte, die zwar ein SATA-6G-Interface besitzt, dieses aber kaum richtig auslasten kann:

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Die SATA-6G-Performance:
links: Intel-Controller (ASUS-Board)
rechts: Intel-Controller (ASRock-Board)

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Die SATA-6G-Performance:
links: Marvell-Controller (ASUS-Board, über PLX-Brücke)
rechts: Marvell-Controller (ASRock-Board, direkt)

Bereits beim letzten Test hatten wir festgestellt: Im Vergleich zwischen den beiden Controllern liegt Intel knapp vorne. Die P67-Anbindung scheint momentan bei den Transferraten etwas schneller zu sein, wobei der Marvell-Chip bei kleineren Dateien etwas besser beim Lesen abschneidet. Er scheint hier einige Dateien zu cachen, was dem Benchmark sicherlich nicht gerecht wird - zudem ist der Intel-Chip beim Schreiben immer schneller unterwegs.

Vergleicht man das ASRock- und das ASUS-Mainboard, zeigen sich bei der Implementierung bei der P67-SATA-6G-Schnittstelle keine Unterschiede. Interessant ist aber der Vergleich der Marvell-Controller, da hier die PLX-Brücke keine Unterschiede zu spielen scheint. Beide Mainboards zeigen dieselbe Performance, auch wenn der Controller beim ASRock-Board direkt angebunden ist. Insofern hat ASUS durch die PLX-Brücke keine Nachteile, wenn nur ein Gerät angebunden wird.


Wechselwirkungen in der Performance (PLX-Switch):

Natürlich fragten wir uns auch, ob Wechselwirkungen zwischen den Onboard-Chips bestehen, wenn man die Chips verwendet, die an der PLX-Brücke zusammenhängen. Hierfür steckten wir zwei WD-Platten an den integrierten Marvell-Controller und ließen beide zusammen mit der Kingston-USB3.0-SSD an einem günstigen PCIe-x1-Controller durch den Atto-Benchmark laufen. ASUS verbindet an der PLX-Brücke den PCI-Chip, den Marvell-Controller, den externen eSATA und den Firewire-Chip sowie die beiden PCIe-2.0-x1-Slots.

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Gleichzeitiger Betrieb von USB3.0-SSD (links) und den beiden
WD-SATA-6G-Festplatten (mitte und rechts)

Interessant: Während es bei den P55-Mainboards oftmals Auswirkungen gab, scheint ASUS den PLX-Chip mit dem P67 nun so zu verbinden, dass auch genügend Bandbreite zur Verfügung steht, wenn gleichzeitig zwei SATA-6G-Festplatten und eine leistungsfähige USB-Harddisk am Laufen ist. Somit gibt es nur geringe Auswirkungen, beispielsweise bei der zweiten SATA-Harddisk. Diese kleine Einbuße ist aber wohl dem Marvell-Controller selber zuzuschreiben, nicht aber der PLX-Brücke.


ASUS liefert mit dem P8P67 Deluxe zwar eine Platine, die man multimediamäßig ausgestattet hat, aber eigentlich überall eingesetzt werden kann: In einem Gaming-System mit guter Ausstattung macht das P67-Board genausoviel Spaß, wie in einem Multimedia-PC oder einem Maxi-HTPC. Selbst als Overclocking-Platine könnte man das P8P67 Deluxe einsetzen. Insofern liefert ASUS also eine wirklich interessante P67-Platine.

Ein Blick auf die Onboard-Komponenten hat gezeigt, dass ASUS hier alles liefert, was man benötigt. Schön ist der Intel-Gigabit-Ethernet-Controller, der einen hochwertigen NIC auf das Board bringt. Der zweite Realtek-Chip wird für viele Heimanwender praktisch sein. USB3.0 darf natürlich auch nicht mehr fehlen, wobei hierbei die Kombination mit dem Front-Panel eine sehr gute Idee ist. Sicherlich wird es auch zu verschmerzen sein, dass der etwas langsamere NEC-Controller bei den USB3.0-Schnittstellen zum Einsatz kommt und nicht der neue Etron-Chip. Zwei zusätzliche SATA-6G-Ports besitzt das Mainboard ebenso, allerdings muss man sich hier bewusst sein, dass der Marvell-Controller nicht dieselbe Leistung bringt wie der Onboard-Intel-Chip. Glücklicherweise bremst die PLX-Brücke aber keinen Chip aus.

Neben den genannten Fähigkeiten und den Funktionen des P67-Chips (USB2.0, SATA-6G-RAID) hat das Board auch noch einen guten Onboard-Sound mit Blu-ray-Support, Bluetooth und Firewire. Für Aufrüster ist das Board trotz vorhandenen PCI-Slots aber weniger geeignet, da keine ATA/133-Ports und kein Floppy-Port mehr zur Verfügung steht. Allerdings sollte man sich, wenn man ein Sandy-Bridge-System zusammenbaut, auch dann gleich ein passendes SATA-Laufwerk kaufen.

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Technisch gesehen bietet ASUS alles, was heutzutage von einem modernen Mainboard erwartet werden darf: Die DIGI+-VRM-Stromversorgung wirkt sich positiv auf den Stromverbrauch aus, allerdings sind Mainboards mit einer geringeren Onboard-Ausstattung natürlich weiterhin im Vorteil. Für den Anwender interessant ist das UEFI-Bios, Overclocker werden sich hingegen mit den EPU- und TPU-Switches, den Power- und Reset-Switches und den Überwachungsmöglichkeiten durch die LEDs und das Debug-LED anfreunden. Eine gute Stabilität, eine gute Kühlung und eine gute Kompatibilität versteht sich da schon fast von selbst.

Das ASUS-BIOS zeigte im Test auch keine Schwächen - Funktionen wie EZ Flash sind enthalten, nur die USB3.0-Ports hätten wir gerne getrennt von einander abgeschaltet, aber diese Option wird ASUS sicherlich noch in kommenden Versionen hinzufügen. Beim Overclocking zeigte sich das Board von der besten Seite und erreichte easy die maximale Frequenz unseres Prozessors. Auch die gebotenen Optionen sollten für die meisten Anwender ausreichen, wenn man nicht mit flüssigem Stickstoff für Wettbewerbe übertaktet.

Letztendlich bleibt noch ein Blick auf die Performance und den Stromverbrauch: Bei beiden Disziplinen schenkt das ASUS-Board der Konkurrenz nichts und liegt sowohl in den Leistungstests auf einem guten Niveau, wie auch beim Stromverbrauch. Auch die Schnittstellenperformance ist auf dem erwarteten Niveau. Somit zeigt auch hier unser Daumen nach oben. 

Vergleicht man das Board vom Preis mit anderen Platinen am Markt, so ist es mit knapp unter 200 Euro in unserem Preisvergleich auf einem Niveau mit dem getesteten ASRock Fatal1ty P67 Professional, das bei der Ausstattung noch mit einem weiteren SATA- und USB-Controller und diversen älteren Schnittstellen auftrumpfen kann. Dafür besitzt es aber kein Bluetooth - und ob man nochmals weitere USB- und SATA-Ports braucht, wagen wir zu bezweifeln. Das ASUS-Board ist technisch aufgrund der Spannungsversorgung und des Stromverbrauchs etwas besser unterwegs. Beide halten sich also auf dem hohen Niveau in Schach, wobei hier der Anwender selber entscheiden kann, welche Präferenzen er hat.

Positive Eigenschaften des ASUS P8P67 Deluxe:

Negative Eigenschaften des ASUS P8P67 Deluxe:

Nach dem ASRock-Board landet auch das ASUS-Board auf einem Platz an der Sonne - und auch hier vergeben wir den Award:

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