Test: ASRock Fatal1ty - P67-Mainboard mit Sonderausstattung

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asrockfatal1tyVon ASRock erwartete man vor ein paar Jahren hauptsächlich günstige Mainboards. Als Billigableger von ASUS erfand man allerlei Mainboards für den Low-Price-Bereich, die sich aber oftmals aufgrund ihrer Features auszeichnen konnten. So war es mal möglich, besondere Speicherteiler anzusprechen, dann war das Freischalten von CPU-Kernen möglich oder ein Chipsatz konnte plötzlich dann doch mit SLI oder CrossFire umgehen. Seit Kurzem hat ASRock nun eine etwas freiere Hand und darf auch High-End-Mainboards anbieten. Für die neue Top-Platine mit P67-Chipsatz hat man sich entschieden, auch gleich einen bekannten Namen mit ins Boot zu holen: Fatal1ty.

Dass durch den Namen Fatal1ty das Board nicht unbedingt besser wird, sollte einleuchten - letztendlich gibt ASRock zwar an, das Board mit dem Profi-Gamer entwickelt zu haben, was letztlich daraus geworden ist, hatte ASRock aber selber zu verantworten. Allerdings muss man das Branding auch von einer anderen Seite aus betrachten: Wenn sich ein Hersteller schon so viel Mühe gibt und den Namen Fatal1ty für ein Produkt bezahlt, dann muss der Hersteller sich von seinem Produkt auch etwas versprechen.

Optisch macht das ASRock-Board auf jeden Fall etwas her - es schlägt in dieselbe Schiene wie ASUS' Republic-of-Gamers-Serie und ist in den Farben Schwarz und Rrot gehalten. Wie es sich für ein High-End-Mainboard gehört, hat ASRock natürlich auch eine große Heatpipe-Kühllösung implementiert, die die Spannungswandler und den P67-Chip abdeckt.

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Das P67-Board kann dabei nicht nur mit dem neuen Sockel 1155 glänzen, sondern hat auch diverse Besonderheiten zu bieten: Neben SATA 6G über den Chipsatz besitzt das Fatal1ty-Board auch neue USB3.0-Controller, sodass erstmals ein Leistungsvergleich mit dem sonst vorzufindenden NEC-Chip möglich wird. ASRock gibt dabei an, dass die eigene USB3.0-Lösung schneller wäre, aber auf jeden Fall hat man mehr Ports zu bieten.

Die technischen Daten des ASRock Fatal1ty P67 Professional haben wir in der folgenden Übersicht zusammengefasst:

Die Daten des ASRock Fatal1ty Professional in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock
Fatal1ty P67 Professional
Straßenpreis ca. 200 Euro
Homepage www.asrock.com
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz P67-Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB
SLI / CrossFire CrossFire, SLI (x8-/x8-Lanes)
Onboard-Features
PCI-Express 3x PCIe x16 (x16/-/x4, x8/x8/x4)
2x PCIe x1
PCI 2x PCI
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über P67,
4x SATA 6G über Marvell PCIe 9120 Controller, davon 1x shared eSATA (Port4)
1x ATA/133 über VIA VT6330
USB 4x USB2.0 (+8 über Header)
4x USB3.0 über Etron EJ168A
2x USB3.0 über Etron EJ168A über Frontpanel (oder über Header)
WLAN / Bluetooth -
Firewire 1x Firewire 400 MBit/s über VIA VT6330 400 MBit/s (+1 über Header)
LAN 2x Gigabit-Ethernet (PCIe)
über Realtek RTL8111E
Audio Realtek ALC892 Audio Codec (Content Protection Support)
analoge, digitale und optische Ports

Im Lieferumfang des ASRock-Boards befinden sich die folgenden Dinge:

Insbesondere der Front-USB-Einschub kann hier überzeugen, da der Käufer so die Möglichkeit hat, die schnellen USB3.0-Ports auch an der Front des Gehäuses zu nutzen. Für ältere Cases oder solche, die noch keine USB3.0-Ports besitzen, ist dies eine ideale Variante. Wer möchte, kann statt des Front-Einschubs die USB3.0-Ports mit einer Slotblende aber auch auf Höhe der PCI-Slots einbauen.

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Auf den nächsten Seiten schauen wir uns das neue Board genauer an.


Intels Sandy-Bridge-Prozessoren und der P67-Chipsatz geben einen Großteil der Features und Funktionen der heutigen Mainboards vor. So findet man auf dem ASRock Fatal1ty P67 Professional natürlich den Sockel 1155, vier Dimm-Slots und den P67-Chipsatz. Wie bei den meisten P67-Mainboards finden sich auch mehrere PCIe-2.0-x16-Slots auf dem Board. Allerdings haben die Mainboardhersteller die Möglichkeit, durch diverse Tricks und Zusatzchips etwas mehr aus dem Chipsatz zu holen und für den Endanwender etwas mehr Flexibilität zu bieten.

Der Sockel 1155 wird bei ASRock wie bei aktuellen High-End-Boards üblich von einer mehrphasigen Spannungsversorgung mit Strom versorgt. ASRock setzt auf 16 Phasen (LZ 1R0) für die CPU und zwei für den Speicher. Dabei setzt man auf eine Kombination von nichicon-Kondensatoren (2000 Stunden Lebensdauer bei 105°C). Die Spannungsversorgung steht somit anderen High-End-Boards in Nichts nach. Den Kühlkörper um den Sockel hat ASRock angeschrägt, damit genügend Platz für große Kühler existiert.

Die Stromversorgung des Mainboards regelt ASRock über den üblichen 24-pol. ATX-Stecker und den ATX12V1, der acht Pins besitzt. Das Board springt allerdings auch mit einem älteren Netzteil mit vier Pins an. Zum Übertakten sollte man allerdings die vollen acht Pins bestücken.

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Um den Sockel herum findet man übrigens nicht nur vier Bohrungen für die Sockel-1155/1156-Kühlkörper, sondern auch vier weitere Bohrungen. Diese sind für ältere Kühlkörper mit Sockel-775-Layout. Wenn man also noch einen teuren alten Luftkühler aus der Core2-Quad-Zeit oder einen Wasserkühler sein Eigen nennt, den man weiterbenutzen möchte, so kann man dies tun - allerdings sollte man aufgrund der geringen Abstände zwischen den Sockel-1155-Bohrungen und den Sockel-775-Bohrungen vorsichtig mit der Montage sein, damit das Board keine strukturellen Schäden erhält.

Die DDR3-Slots stuft ASRock mit bis zu 2133 MHz ein, wobei diese Taktfrequenz wohl eher maßgeblich von der CPU und dem Speicherkit beeinflusst wird, als vom Mainboard. Entsprechende Speicherteiler finden sich natürlich auch im BIOS und werden auch von Intel offiziell unterstützt (z.B. über XMP). Die Dimm-Bänke besitzen die neue, einseitige Befestigung, die ASUS vor knapp einem Jahr einführte. Der Einbau der Dimm-Module ist so auch bei eingebauter Grafikkarte und blockiertem Slot möglich, dafür fällt die Möglichkeit weg, einen Kühler für die Dimm-Module direkt an der Halterung zu befestigen. DDR3 wird allerdings nicht so warm, als dass eine Kühlung nötig sein würde.

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Im Bild zu sehen ist auch ein ATA-Port: Im Gegensatz zu vielen anderen modernen P67-Platinen, wo die Hersteller die Floppy-, ATA- und teilweise auch die PS/2-Ports bereits von der Platine verbannen, denkt ASRock an upgradewillige User und verbaut noch die älteren Anschlussvarianten. Wer das Board als Grundlage in einen älteren PC einbaut, der wird es danken, wenn die Tastatur, der DVD-Brenner oder ein Floppy-Laufwerk nicht weggeworfen werden müssen.

An PCIe-Slots sind auf dem Fatal1ty-Mainboard gleich drei PCIe-x16-Ports im 2.0-Standard verbaut. Allerdings sollte man nur zwei davon für Grafikkarten verwenden: Slot 1 und Slot 3 sind direkt an die CPU angebunden und unterstützen auch CrossFire und SLI mit je x8-Lanes Anbindung. Der dritte PCIe-x16 ist über den P67-Chip angebunden und besitzt zumindest x4-Lanes als Anbindung. Dies reicht für Grafikkarten allerdings nicht wirklich, um im SLI- oder CrossFire-Betrieb eine weitere Performancesteigerung zu erhalten. Weiterhin bremst auch die relativ langsame Anbindung des P67 über Intels DMI-Bus hier das System aus.

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Neben dem x4-Port im x16-Gewand stehen dem Anwender auch noch zwei reguläre PCIe-2.0-x1-Slots zur Verfügung. Auch zwei PCI-Ports besitzt das Mainboard. Diese besitzt der P67 eigentlich gar nicht mehr: Wer also einen PCI-Slot auf dem Board wünscht, muss einen Zusatzchip einsetzen. ASRock verwendet wie viele andere Hersteller die ASMedia ASM1083 PCIe-to-PCI-Bridge für die beiden PCI-Slots auf dem Mainboard. Für upgradewillige User ist der PCI-Slot sicherlich wieder willkommen, wenn man einen PC neu baut, gibt es allerdings mittlerweile genügend Alternativen, um nicht mehr auf den alten Standard setzen zu müssen.


Kommen wir zu den Onboard-Komponenten, von denen ASRock gleich eine ganze Reihe auf die Platine lötet. Beispielsweise findet man zwei Marvell-PCIe-Controller, die vier SATA-6G-Ports zur Verfügung stellt. Der 88SE9120 besitzt hierbei, wie dieses Dokument von Marvell zeigt, ein PCIe-2.0-x1-Interface - der Controller ist also erstmals in der Lage, auch tatsächlich die Bandbreite von vier SATA-6G-Laufwerken auch zu liefern. Bislang hingen die Marvell- und SATA-6G-Chips anderer Hersteller an einer ausgebremsten PCIe-1.0-Lane, die gerade mal 250 MB/s zur Verfügung stellen konnte. Viele SSDs schaffen diese Bandbreite aber bereits mit Links - somit macht eine Implementierung hier eigentlich keinen Sinn.

Nun hängt einer der Controller aber nicht direkt an Intels P67-Chip, sondern ASRock verbaut mal wieder eine PCIe-Bridge, um alle Chips anbinden zu können. Allerdings verbaut man einen PLX8608-Chip, der als 8-Port-PCIe-2.0-Switch die Bandbreite liefern kann. Laut Datenblatt könnte der Chip somit nicht ausgebremst werden - wir werden dies später in den Benchmarks überprüfen. Weiter unten auf dieser Seite geben wir auch einen Einblick in die anderen Komponenten, die an dem Switch hängen.

Wer aber genau ins Dokument schaut, sieht, dass der Marvell 88SE9120 zwei Ports mitbringt, die nicht im RAID konfiguriert werden können. Wer RAID einsetzen möchte, muss also auf Intels P67-Ports zurückgreifen. Die vier SATA-Ports der beiden Marvell-Chips können höchstens über Software in ein RAID gebracht werden. 

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Ein weiterer Chip befindet sich in direkter Nähe der PLX-Bridge und der beiden Marvell-Controller: Ein VIA VT6330 ist als Firewire- und ATA/133-Controller auf dem Mainboard zu finden. Der Controller von VIA (siehe Spezifikationen) ist ein 2-Port-Firewire-Controller (400 Mbps 1394a-Standard) und kann zwei ATA/133-Geräte (ein Port) ansprechen. Er ist über PCIe 1.0 angebunden.

Drei weitere Chips auf dem Mainboard stammen von EtronTech. Die EJ168A-Controller sind für je zwei USB3.0-Ports zuständig. Der P67-Chip besitzt leider nur 14 USB2.0-Ports, also ist es weiterhin notwendig, zusätzliche Controller auf das Mainboard zu löten. Statt des bislang immer vorzufindenden NEC USB3.0-Controllers finden wir nun erstmals den EtronTech-Chip vor. ASRock behauptete in einem persönlichen Gespräch in Taipei im Dezember 2010, dass der EtronTech-Chip nicht nur aufgrund seiner größeren Port-Anzahl praktischer wäre, sondern auch noch eine bessere Performance besitzen würde (was wir später natürlich testen werden).

Vier USB3.0-Ports befinden sich dabei auf der I/O-Blende der Platine, zwei weitere hat ASRock als Front-USB realisiert. ASRock integriert also alle als native USB3.0-Ports, denn beim EJ168A-Controller muss man etwas aufpassen. Der Hersteller integriert in den Chip auch einen Onboard-Hub, wie man in diesem Dokument sehen kann. Hier ist  zu erkennen, dass nur einer der Hubs mit SuperSpeed betrieben werden kann (5 Gbps), die anderen beiden Anschlüsse besitzen nur maximal HighSpeed (480 mbps). Wenn ein Hersteller vier Ports beim EJ168A zur Verfügung stellt, bremst er zwei der rückseitigen USB-3.0-Ports auf 2.0-Niveau aus. ASRock macht dies glücklicherweise nicht und stellt die volle Bandbreite zur Verfügung.

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Der nächste Onboard-Chip in unserer Betrachtung ist der Realtek ALC892, der Onboard-Audio-Chip, den ASRock einsetzt. Interessanterweise findet man auf der Realtek-Webseite zu diesem Codec keine eigenen Informationen. Somit müssen wir uns auf die Angaben stürzen, die im Internet zu finden sind. Der HD-Audio-Codec unterstützt bis zu 192 kHz/24 Bit mit acht Kanälen, er ist also ein klassischer 7.1-Sound-Chip, wobei er auch Content Protection für HD-Audio (Blu-ray) unterstützt. Das ist durchaus wichtig, denn durch die digitale Ausgabe des Sounds verlieren Onboard-Chips mehr und mehr ihre analoge Qualitätseinbuße, aber wer Blu-rays am PC abspielen möchte, erhält aufgrund der Verschlüsselung ohne die Content-Protection-Unterstützung keinen Sound. Der Sound hat auch das THX TruStudio Pro Zertifikat - aber dies ist insofern nichtssagend, dass man dieses bei der Einhaltung von gewissen Qualitätsvorgaben von THX erwerben kann.

Neben dem Onboard-Sound ist auf dem obigen Bild links noch der Nuvoton SuperI/O zu sehen, der z.B. den Floppy-Port und die PS/2-Ports auf das Mainboard bringt und am SPI-Interface des P67-Chipsatzes hängt. Weiter links ist die ASMedia ASM1083 PCIe-to-PCI-Bridge zu sehen.

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Direkt neben der I/O-Rückblende - praktisch unterhalb des Profess1onal-Series-Brandings - des Mainboards befinden sich die beiden Gigabit-Ethernet-Chips des Boards: Die RTL8111E stammen von Realtek und sind über PCIe angebunden. Sie liefern somit volle Bandbreite.

Zählt man nun alle PCIe-2.0- und 1.0-Chips zusammen und nimmt man auch noch die PCIe-Lanes des Boards hinzu, kommt man auf eine beachtliche Anzahl:

Klar ist also, dass ASRock hier mit der PLX-Bridge tricksen muss, da Intel mit dem P67-Chipsatz nur acht PCIe-2.0-Lanes zur Verfügung stellt. Bei einem Blick in den Gerätemanager sieht man, wie ASRock die Lanes aufteilt: Am Switch hängen sowohl zwei der drei USB3.0-Ports, aber auch die Ethernet-Controller. Zudem hat man die PCI-Brücke hier angehängt und den Firewire-Port von VIA mitsamt ATA/133-Port. Auch hat ASRock einen der SATA-6G-Ports hier angebunden.

Direkt am P67-Chip hängen also neben den PCIe-Slots ein USB3.0-Controller und ein SATA-6G-Controller. Keine schlechte Lösung, denn die an diesen Controllern angeschlossenen Geräte werden die beste Performance zeigen und verwenden auch die hohe Bandbreite. Somit erscheint es akzeptabel, dass ASRock die Onboard-Chips, die redundant vorhanden sind, und solche mit niedrigerer Bandbreite oder größtenteils niedrigerer Auslastung an den Switch anbindet.

Zählt man aber die PCIe-Lanes des P67 zusammen, kommt man noch nicht auf acht Lanes, sondern auf neun: Hier verwendet ASRock einen Trick, ist nämlich im x4- und im unteren x1-Port eine Karte eingesteckt, läuft der x4-Port nur mit x2. Effektiv verwendet ASRock also sieben Lanes bei Nutzung aller Slots, acht Lanes bei Nutzung des oberen x1 und des x4-Ports. Sicherlich eine komplizierte Verteilung, aber bei der Anzahl an Onboard-Komponenten wohl nicht anders machbar.

Das Board besitzt weiterhin sechs FAN-Header, von denen leider nur zwei als 4-Pin-Variante ausgeführt worden sind. Hinzu kommen Power- und Reset-Button für Overclocker und eine Post-LED zur Kontrolle des Startvorgangs. Vier USB2.0-Header für acht Ports sind auf der Platine zu finden, hinzu kommt ein Firewire-Header und der USB3.0-Header für die Frontanschlussbox. Auf der I/O-Blende ist auch ein CMOS-Clear-Button vorhanden.

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Auf der I/O-Blende des Boards befinden sich die beiden PS/2-Ports, der CMOS-Clear-Button, die optischen und digitalen Audio-Ausgänge, die analogen Audio-Ein- und Ausgänge sowie zwei Gigabit-Ethernet-Ports, vier USB3.0-Ports und vier USB2.0-Ports. Ein Firewire- und ein eSATA-Port runden die vollbestückte Rückseite des Boards ab.

 


Wir verwendeten für den Test die BIOS-Version 1.3 (P67PE1.30) für das ASRock Fatal1ty P67 Professional. Diese Version ist die aktuellste, die ASRock zu dem Testzeitpunkt auf der Webseite anbot. Das Updaten geht dabei mit "Instant Flash" einfach, auch wenn dem Tool eine Fortschrittsanzeige fehlt - man erkennt somit nur anhand der bereits geflashten Bereiche, dass der Flashvorgang noch in Arbeit ist. Eine Dos-Diskette oder ein kritischer Update-Vorgang unter Windows ist bei diesem Board aber glücklicherweise nicht notwendig.

Die Bootzeit des Boards ist in Ordnung, solange man nicht alle Onboard-SATA-Komponenten verwendet und als Boot-Device konfiguriert. Hierfür gibt es beim ASRock-Board glücklicherweise eine Option, die die SATA-Geräte auch "unbootable" macht und somit den Startvorgang nicht verlangsamt. Das UEFI-Bios ist schnell geladen und Dank der Mausunterstützung auch für Anfänger geeignet. Im Gegensatz zu einigen anderen Herstellern versteckt ASRock die Profi-Einstellungen aber nicht in einem Sondermenü, sondern sie sind gleich zugänglich. Allerdings werden manche Menüs etwas lang, da viele Optionen vorhanden sind. Alle Onboard-Komponenten konnten abgestellt werden, aber die drei USB-Controller lassen sich nur entweder alle gleichzeitig aktivieren oder deaktivieren. Dasselbe gilt für die beiden Marvell-Controller. Bei den Gigabit-Ethernet-Ports bietet ASRock hingegen die Möglichkeit, auch nur einen einzelnen Port zu aktivieren.

OC-Profile sind vorhanden, auch gibt es mit Instant Flash ein Programm zum Flashen des BIOS. Die Lüftersteuerung funktionierte gut, allerdings haben wir schon umfangreichere Konfigurationsmöglichkeiten gesehen. Immerhin hilft sie, den Prozessor auf einer bestimmten Temperatur zu halten - bei minimaler Lüfterdrehzahl und somit leiser Lautstärke. Erfreulicherweise sind alle Stromspartechniken aktiviert, selbst C6, und auch der Turbo-Betrieb lief zufriedenstellend ohne Probleme.

Generell prüfen wir bei unserem Bios-Check die folgenden Besonderheiten: 

Diese Kriterien sind für die meisten Anwender die wichtigsten, wobei für ein einwandfreies Funktionieren des Boards auch noch weitere Funktionen dazugehören. Sämtliche BIOS-Funktionen haben wir in der folgenden Galerie aufgeführt:

Weitere Auffälligkeiten gab es im Betrieb nicht. Das Board reagierte auch auf andere Einstellungen im BIOS genau so, wie es reagieren sollte. In unseren Stabilitäts- und Kompatibilitätschecks mit diversen Speichermodulen und Grafikkarten kam auch kein Problem zum Vorschein. Das Board lief auch mit DDR3-Vollbestückung ohne Probleme, wobei es aber bei hohen Taktraten (z.B. 2133 MHz) einer Command Rate von 2t Zyklen bedarf. Dies ist aber für den P67-Chipsatz bzw. für die Core-i7-Generation typisch.

 


Für den richtigen Spaß am Overclocking bedarf es mehrerer Voraussetzungen, die das Board mitbringen muss. Es müssen die richtigen BIOS-Einstellungen vorhanden und die Hardware muss entsprechend leistungsfähig sein. So muss beispielsweise die Spannungsversorgung für deutlich höhere Belastungen ausgelegt sein, als es eigentlich nach Intels Vorgaben erforderlich wäre. Auch ist das Board-Layout mit von Bedeutung, damit die Signalübertragung bei höheren Frequenzen und Belastungen noch einwandfrei gewährleistet ist. Als Dreingabe kann der Boardhersteller dann noch Features wie vereinfachte Bedienung, extra Tasten oder umfangreiche Diagnose-Möglichkeiten drauflegen.  

ASRock möchte hier beim Top-Mainboard sicherlich alles richtig machen: Alle wichtigen BIOS-Einstellungen sind vorhanden und auch die Spannungen lassen sich entsprechend hoch einstellen. Bei den maximalen Spannungen bleibt man aber im humanen Bereich und liefert beispielsweise für die DDR3-Module 1,8 V maximale Spannung. Mehr ist für die Module auch nicht sinnvoll und führt meistens nicht zu einer höheren Taktrate, sondern höchstens zum Defekt - in sofern sind die Einstellungen in Ordnung.

LEDs auf dem Mainboard gibt es nicht, die die Spannung oder Auslastung anzeigen, dafür hat ASRock aber eine Post-LED eingebaut, die den Startvorgang des PCs begleitet und somit Auskunft darüber geben kann, wann das Mainboard beim Starten stecken bleibt.

Für das Übertakten sind natürlich die Features am wichtigsten, die wir im Folgenden auflisten:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 95 bis 110 MHz, stufenlos
CPU-Spannung Fixed Mode: 0,61 bis 1,52 V in 0,005-V-Schritten,
Offset-Mode: -0,3 bis +0,5 V in 0,005-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,2 bis 1,8 V in 0,015-V-Schritten
VTT-Spannung 0,661 V bis 1,87 V in 0,013-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,586 bis 2,349 V in 0,0075-V-Schritten
PCH-Core-Spannung
0,78 bis 1,646 V in 0,009-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen
VCCSA Voltage 
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x16 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt CPU-abhängig, x36, x44 und x48
Core Current Limit
einstellbar, bis 300 A
Weitere Besonderheiten
Settings speicherbar in Profilen, CPU OC-Automatik (5 Profile bis 4,8 GHz)
Load Line Calibration, Spread Spectrum, Instant Flash,
Extreme OverVoltage Option, sämtliche Stromspar-Modi

In unserer Overclocking-Galerie sieht man alle relevanten BIOS-Optionen noch einmal in der Übersicht.

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In unserem Overclocking-Check bekamen wir allerdings mit der zum Testzeitpunkt aktuellen BIOS-Version noch ein paar Performance-Probleme. Das System startete zwar mit den von unserer CPU einfach zu erreichenden 4,8 GHz, senkte den Takt aber bei Vollbelastung trotz deaktivierten Speed-Step- und Turbo-Optionen und heraufgesetztem Core Current Limit. Aus den 4,8 GHz wurden so in einzelnen Stufen nur 4,1 GHz. Auch ein Abschalten der Energiesparoptionen brachte hier keine Besserung. 

Allerdings bringt der Weg über den Turbo-Betrieb eine Besserung: Schaltet man den maximalen Turbo-Multiplikator auf 4,8 GHz (x48) und setzt das Turbo Power Limit auf 200 W (Short Duration) und 180 Watt (Long Duration) mit einer zusätzlichen Spannung von ca. 0,1 V, dann läuft unser Prozessor stabil und dauerhaft auf der hohen Taktrate. Bei Intels Core i7-2600K ist es also immer besser, direkt über den Turbo-Betrieb zu übertakten. Ein kleines Manko gibt es beim ASRock-Board: Die Multiplikatoren lassen sich nicht einzeln für die Belastung mit einer, zwei, drei oder vier Kernen einstellen.

Die 4,8 GHz erreichten wir aber auch einfacher: Und zwar mit ASRocks Auto-Overclocking-Setting. Einfach auf 4,8 GHz gestellt bootet das System ohne Probleme und behält den höheren Takt bei - ein Zeichen, dass das Fatal1ty auf jeden Fall für einen Anfänger in der Lage ist, gute Overclocking-Ergebnisse einzufahren. Etwas nervig war auch noch das Zurücksetzen der Einstellungen beim Startvorgang, wenn man es übertrieben hat: Teilweise benötigte das System dann fünf oder sechs Anläufe, bevor das BIOS wieder zu erreichen war.

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Auch die Übertaktung des Speichers und der Base Clock Rate haben wir angetestet. Mit unseren Kingston HyperX DDR3-2133-Modulen kamen wir bei 1,65 V immerhin auf die spezifizierte Taktrate von 2133 MHz. Die Übertaktung der Base Clock Rate fällt hingegen wie gewohnt schlecht aus - bei 107 Mhz war beim ASRock wieder einmal Schluss. Interessant ist, dass ASRock schon gar keine hohen BCR-Taktraten mehr anbietet: Bei 110 MHz ist im BIOS bereits Sense, während andere Hersteller noch utopische Taktraten angeben. Im Endeffekt ist dies ein Zeichen dafür, dass es wohl in naheliegender Zukunft keinen Trick geben wird, die Base Clock Rate massiv anzuheben.

Natürlich bietet ASRock wie alle anderen Hersteller auch ein Tool zum Hardwaremonitoring und zum Übertakten unter Windows. ASRock nennt dies F-Steam Tuning. Das Tool besitzt im Wesentlichen eine Anzeige für das Hardwaremonitoring, eine Lüftersteuerung und einfache Settings zum Übertakten. So lassen sich die meisten Spannungen verstellen, ebenso wie der CPU-Multiplikator und die Base Clock Rate. Leider führten Änderungen oftmals zu einem Systemabsturz. Für den Profi ist dieses Tool wohl weniger interessant, erfreulich ist aber, dass ASRock nicht viele verschiedene Tools für die unterschiedlichen Funktionen anbietet (Hardwaremonitoring, Lüftersteuerung, Overclocking, Energiesparfunktionen, Fatality Mouse Port).

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Auf der nächsten Seite schauen wir uns ein paar Besonderheiten auf Softwareseite des Mainboards an.


Auf Softwareseite hat ASRock ein paar interessante Tools mit im Angebot, die wir uns auf dieser Seite anschauen wollen. Ein Tool soll die USB-Geschwindigkeit beschleunigen, ein weiteres erlaubt die Nutzung von einem iPhone für Spiele, ein drittes beschleunigt die Maus-Genauigkeit.

XFast USB:

Mit XFast USB möchte ASRock mit einem einfachen Tool die USB-Übertragungsrate steigern. Auf der Verpackung wird allerdings bei den Vergleichen, die eine Beschleunigung von 40 bis 100% zeigen, immer ein Vergleich zwischen dem Etron-USB3.0-Chip und einem NEC-USB3.0-Chip von einem anderen Mainboard unternommen. Somit sind diese Werbeangaben natürlich mit Abstand zu betrachten. Das Tool startet nach dem Windows-Start automatisch und erlaubt die Auswahl zwischen dem "normalen" Betrieb und "Turbo"-Betrieb. Die USB-Geräte erkennt es automatisch:

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Wir testeten das Tool am USB3.0-Port mit einem Kingston HyperX Max 3.0 USB-Drive (SSD-Technik).

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Links: ohne XFast, Rechts: mit XFast

In der Tat scheint XFast den USB-Betrieb zu beschleunigen - allerdings auf zwei Arten: Zum einen steigt die Leserate bei großen Dateigrößen um ca. 20 MB/s, was einem Zuwachs von knapp 10 Prozent entspricht. Die Schreibrate bleibt konstant. Die höhere Performance lässt sich durchaus mit einem anderen Ansprechverhalten des USB-Ports (Treiber, Priorisierung etc.) erreichen.

Nicht blenden lassen sollte man sich allerdings von den Write-Ergebnissen, die bei sehr niedrigen Dateien extrem hoch liegen. Hier scheint der Treiber eine Art Caching zu verwenden, weshalb die Benchmarkergebnisse verfälscht werden. Selbiges gilt auch für die Leseraten, die ebenso deutlich höher ausfallen. Beide Werte liegen weit über dem physikalisch machbaren unseres SSD-basierten USB-Drives - und schneller als die Physik kann ASRock eine SSD auch nicht machen.

 

AIWI:

Als Gimmick zu sehen ist AIWI: Mit dem Tool ist es möglich, sein iPhone oder einen Wii-Controller als Eingabegerät zu verwenden. Wir haben dies mit einem iPhone 4 ausprobiert. Die Kopplung kann wahlweise über Bluetooth oder über WiFi statt finden, die Paarung wird mit einem Pin-Code vorgenommen. Ein Windows-Tool muss hierfür auf dem PC installiert werden, auf iPhone-Seite die "AIWI free" App.

aiwi1

ASRock liefert im Tool auch ein paar Flash-Games mit, um das Tool zu testen - mit einem kleinen Rennspiel haben wir die Funktion ausprobiert. Die Steuerung ist einfach und simpel möglich, gelenkt wird über die Neigung des iPhones, Gas geben und Bremsen kann man mit dem Touchscreen.

aiwi2

Eine durchaus witzige App - allerdings noch ohne größeren Sinn für den Alltagsgebrauch.

 

Fatal1ty Mouse Port:

Ein letztes Feature des ASRock-Boards konnten wir leider nicht adäquat testen: Der Fatal1ty Mouse Port ist der obere der beiden Intel-USB-Ports an der I/O-Blende, über dem eSATA- und Firewire-Port (rötliche Färbung). Wird in diesen eine Maus gesteckt, lässt sich die USB-Polling-Rate entsprechend anpassen, um die Mausabtastung zu erhöhen und für Spieler zu optimieren. Auf einem Meeting in Taipei konnten wir uns von der Funktion schon kurz überzeugen, im Testlabor standen uns aber nur diverse Wireless-Mäuse zur Verfügung, die noch nicht unterstützt werden - und ein paar alte Gaming-Mäuse, mit denen allerdings nach heutigem Maßstab kein Quervergleich möglich gewesen wäre.

Das Tool zur Kontrolle versteckt sich in ASRocks F-Stream-Tuning-Utility.


Für die Sandy-Bridge-Mainboardtests haben wir unser Testsystem erneuert - und verdoppelt. An zwei Teststationen testen wir nun die diversen P67-Mainboards, wobei wir die Testsysteme möglichst identisch gestaltet haben:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz. 

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version. 

Hundertprozentig identisch sind die Testsysteme trotz identischer Software und identischer Hardware nicht, denn die Intel-CPUs besitzen eine leicht unterschiediche Spannung. Die Verbrauchswerte weichen also minimal voneinander ab, warum wir auf unterschiedlichen Systemen getestete Mainboards nicht miteinander vergleichen.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1t - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

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Um einen Vergleich zu haben, greifen wir bei den Testergebnissen etwas vor und zeigen auch die Leistungsresultate vom Intel DP67BG, dem Referenzboard für Sandy Bridge von Intel. Wie anhand der Benchmarks zu erkennen ist, liegen beide Boards aber auf einem Niveau und es gibt praktisch keine Unterschiede in der Leistung.

Immer wichtiger ist heute der Stromverbrauch eines PC-Systems - und in der Tat tauchen hier im Vergleich zur Performance noch häufiger deutliche Unterschiede zwischen den Mainboards auf. Dies hat zum einen mit dem Bios zu tun, denn oftmals werden Intels Stromsparoptionen nicht aufgegriffen, falsch implementiert oder es wird schlicht vergessen, dass Onboard-Komponenten deaktiviert werden, wenn diese nicht in Verwendung sind. Zum anderen hat dies auch mit den verwendeten Komponenten und der Spannungsversorgung zu tun: Je effizienter diese arbeitet, desto geringer ist der Stromverbrauch des Mainboards.

Auch hier haben wir das Intel DP67BG zum Vergleich herangezogen, wobei das ASRock Fatal1ty P67 Professional aber etwas im Nachteil ist: Es besitzt die deutlich bessere Ausstattung und müsste demnach eigentlich mehr verbrauchen als die Intel-Platine. Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-Test, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

leistungsaufnahme

Intels DP67BG besitzt keine PCIe-to-PCI-Brücke, einen PLX-Chip und im Vergleich zu ASRock auch nur je einen zusätzlichen SATA- und USB3.0-Chip. Insofern sind die knapp 10 Watt Mehrverbrauch im Idle-Betrieb und die knapp 15 Watt Mehrverbrauch unter Last durchaus akzeptabel. Teilweise kommt der Mehrverbrauch auch nicht durch die zusätzlichen Onboard-Komponenten zustande, sondern durch eine andere Spannung des Prozessors. Diese haben wir im Folgenden protokolliert:

spannungen

ASRock geht also mit allen Spannungen etwas spendabler um und hat meistens 0,008 bis 0,024 Volt mehr eingestellt - trotz identischer CPU.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir auch einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB3.0- und SATA-Controller sind hier deaktiviert:

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

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Wie man sieht, senkt sich die Aufnahme minimal - die Abstände zwischen den beiden Mainboards bleiben aber recht konstant.


Auch dieser Bereich ist interessant, denn ASRock verwendet zum einen den neuen USB3.0-Controller, den wir bislang noch nicht im Test hatten, zum anderen können wir auch einen Blick auf die SATA-6G-Performance des Intel-P67-Chips, des neuen Marvell-Chips und der neuen PLX-Brücke werfen.

USB3.0-Performnce:

Die USB3.0-Performance testen wir mit einem schnellen Kingston HyperX Max 3.0 Laufwerk - einer externen SSD mit USB3.0-Interface:

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Die USB3.0-Performance:
links: native, mitte: über PLX-Chip, rechts: Intel-Board mit NEC-Chip

Ein interessantes Ergebnis: Der neue Etron-Chip auf dem ASRock-Board ist sowohl als direkt angebundener Chip wie auch hinter der PLX-Brücke schneller als die bisherige NEC-Lösung, die auf vielen anderen Mainboards zu finden ist. Der Unterschied beträgt beim Lesen zwar nur knapp 10 MB/s, beim Schreiben ist der Etron-Chip aber deutlich überlegen und ist über 70 MB/s im Vorteil.

 

SATA-6G-Performance:

Um die SATA-6G-Performance ordentlich zu testen, haben wir schon neue SSDs mit neuem SATA-6G-Controller und Lese- und Schreibraten von über 500 MB/s bestellt - diese sind allerdings noch nicht lieferbar, also müssen wir uns für die richtigen Auslastungstests noch etwas gedulden. Aktuell testen wir mit einer Western Digital WD1002FAEX Festplatte, die zwar ein SATA-6G-Interface besitzt, dieses aber kaum richtig auslasten kann:

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Die SATA-6G-Performance:
links: Intel-Controller native, mitte: Marvell-Controller (direkt), rechts:

Im Vergleich zwischen den beiden Controllern liegt Intel knapp vorne: Die P67-Anbindung scheint momentan bei den Transferraten etwas schneller zu sein, wobei der Marvell-Chip bei kleineren Dateien etwas besser beim Lesen abschneidet. Er scheint hier einige Dateien zu cachen, was dem Benchmark sicherlich nicht gerecht wird - zudem ist der Intel-Chip beim Schreiben immer schneller unterwegs.

Im Vergleich zum Intel-Mainboard gibt es auch kleinere Unterschiede: Die Implementierung auf dem Intel-Board ist zwar technisch identisch mit der ASRock-Lösung, die Unterschiede, die in den Benchmarkgrafiken zu sehen sind, sind höchstens marginal.


Wechselwirkungen in der Performance (PLX-Switch):

Natürlich fragten wir uns auch, ob Wechselwirkungen zwischen den Marvell- und USB-Chips bestehen, wenn man die Chips verwendet, die an der PLX-Brücke zusammenhängen. Hierfür steckten wir zwei WD-Platten an den integrierten Marvell-Controller und ließen beide zusammen mit der Kingston-USB3.0-SSD durch den Atto-Benchmark laufen.

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Gleichzeitiger Betrieb von USB3.0-SSD (links) und den beiden
WD-SATA-6G-Festplatten (mitte und rechts)

Als Ergebnis kann man ablesen, dass es zwar Auswirkungen gibt - aber nur geringe. Ab und zu fällt die Performance etwas ab, was aber nicht unbedingt an der Bandbreite des PLX-Chips liegen muss, sondern eventuell auch an der generellen Auslastung. So ist hier ein deutlicher Fortschritt gegenüber den bisherigen PLX-Lösungen zu erkennen, wo die Performance dauerhaft einbrechen konnte und SSDs und Festplatten sich die Performance um fast 50 Prozent herunterdrückten. Da der PLX-Chip gleichzeitige Datenübertragungen wie diese kaum im Alltag erleben wird, braucht man sich also eigentlich keine Gedanken machen, wo man sein USB3.0-Drive oder seine SATA-6G-SSD Festplatte ansteckt.



Das erste vollausgestattete High-End-Mainboard von ASRock - und unserer Meinung nach gleich ein guter Einstand: Das P67-Mainboard von ASRock macht in vielerlei Hinsicht eine sehr gute Figur. Wirklich erstaunlich ist dies nicht, denn die Firma hat sich viel vorgenommen.

Beginnen wir mit den Onboard-Komponenten - denn hier bleibt kein Wunsch offen. Ob es denn wirklich sechs USB3.0-Ports sein müssen, wo heutzutage noch kaum USB3.0-Geräte am Markt verfügbar sind und auch noch 14 USB2.0-Ports zur Verfügung stehen würden, darf man sicherlich bezweifeln. Auch reichen sicherlich für die meisten Anwender die beiden SATA-6G-Ports des Intel P67-Chips - vier weitere werden nur die wenigsten User in Betrieb nehmen. Hingegen werden viele Anwender die Dual-LAN-Fähigkeiten zu schätzen wissen, auch der gute Onboard-Sound und Firewire sind eine nette Dreingabe. Gerade upgradewillige Anwender werden das Board aber ins Auge fassen, denn mit dem ATA/133-Port, einem Floppy-Port, den PCI-Steckplätzen und PS/2 bietet das Board trotz moderner Features alles, um auch alte Steckkarten und Geräte noch anschließen zu können. Viele Platinen, die modern und hip sein sollen, bringen diese nicht mehr mit. Aus Featuresicht kann man hier also den Daumen hoch nehmen.

Erfreulich ist auch, dass ASRock die Geräte recht sinnvoll auf die knappen Ressourcen verteilt. Hierbei hilft zum einen die neue PLX-Brücke, die Dank PCIe-2.0-Unterstützung genügend Bandbreite mitbringt - aber auch die kluge Anbindung eines SATA-6G- und eines USB3.0-Controllers direkt an den P67 machen Sinn. Wer wirklich Sorgen hat, dass die Bandbreite der USB- und SATA-Geräte nicht beeinflusst werden soll, der kann diese Ports verwenden und behält die über den PLX laufenden Anschlüsse als Backup.

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Weiterhin positiv darf das BIOS erwähnt werden: Die UEFI-Implementierung scheint ausgereift und gut, die grundlegenden Funktionen sind enthalten und funktionstüchtig. Auch die voreingestellten Werte sollten die meisten Anwender bereits glücklich machen. Hinzu kommt die Möglichkeit, das BIOS über Instant Flash direkt aus dem BIOS zu updaten. Der einzige Kritikpunkt wäre, dass die USB3.0-Ports nur zusammen abgeschaltet werden können - aber eventuell bekommt ASRock diese Differenzierung auch in einer zukünftigen BIOS-Version schnell hin.

Unsere Overclocking-Versuche waren ebenso erfolgreich, für die meisten Anwender wird das P67-Board von ASRock auch hier vollkommen ausreichen. ASRock bietet alle Optionen, die notwendig sind, implementiert auch automatisierte Einstellungen - und diese funktionieren ohne Probleme. Die gebotenen Spannungen reichen aus, um die Sandy-Bridge-Prozessoren auf über 5 GHz zu übertakten. Allerdings hat man hier keine Brachialmethoden implementiert: Spannungen bis 2 V oder utopische MHz-Angaben bei der Base Clock Rate hat ASRock weggelassen. Für 95% der Übertakter sollten diese Grenzbereiche auch uninteressant sein.

Hinzu kommen kleine Gimmicks: Beispielsweise die Post-LED-Anzeige, der Fatal1ty Mouse Port, die Buttons für Power, Reset oder Clear-CMOS - oder das XFast-Tool für die USB-Übertragung. Auch am Lieferumfang spart ASRock nicht und legt unserer Meinung nach eine gute Mischung bei, ohne zu übertreiben. Gerade die Front-USB3.0-Box ist hilfreich und sinnvoll.

Schaut man letztendlich auf die Leistung des Mainboards, so gibt es auch bei der Performance und der Stromaufnahme keine Kritikpunkte. Die Stromaufnahme ist zwar im Vergleich zum spärlich bestückten Intel DP67BG etwas höher, dieses Board besitzt aber weitaus weniger Onboard-Komponenten. Die Schnittstellen-Performance des ASRock Fatal1ty ist ebenso gut - selbst die an der PLX-Brücke hängenden Onboard-Geräte liefern eine gute Leistung, bis in den Grenzbereich hinein. Somit kann man auch hier den Daumen nach oben zeigen lassen.

Vergleicht man das Board vom Preis mit anderen Platinen am Markt, so ist es mit knapp unter 200 Euro in unserem Preisvergleich zwar etwas teurer als andere P67-Platinen, aber dafür auch deutlich besser ausgestattet. Letztendlich will Jonathan "Fatal1ty" Wendel sicherlich auch ein paar Euro für seinen Namen haben - allerdings haben wir nicht das Gefühl, als würde der Kunde dies mitbezahlen.

Positive Eigenschaften des ASRock Fatal1ty P67 Professional:

Negative Eigenschaften des ASRock Fatal1ty P67 Professional:

Keine Frage - das ASRock-Board darf sich den Excellent Hardware Award anstecken:

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