Kurztest: ASUS M4A87TD EVO

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Auf der Suche nach einem günstigen Einsteiger-Mainboard für den Sockel AM3 sollte man sich den AMD-870-Chipsatz einmal genauer anschauen. Er bietet die wichtigsten Features im Zusammenspiel mit zahlreichen Erweiterungsmöglichkeiten im Bereich der Anschlüsse und Steckplätze. Als einen Vertreter der zahlreichen Anbieter haben wir uns das ASUS M4A87TD EVO einmal etwas genauer angeschaut. ASUS hat hier versucht die Vorteile des Chipsatzes herauszustreichen und kombiniert diese Zusatzchips für USB 3.0 sowie weitere hochwertige Komponenten.

Bevor wir aber auch hier weiter ins Detail gehen, wollen wir einen Blick auf die technischen Daten werfen.


ASUS M4A87TD EVO
Preis 85 Euro
Sockel AM3
Chipsatz AMD 870 + SB850
Speicher 4x DIMM Slots
bis zu 16 GB
DDR3-2000(OC)/1600(OC)/1333/1066 
Erweiterungsslots

2x PCI-Express-x16 (x16, x4 elektrisch)
1x PCI-Express-x1 (x1 elektrisch)
3x PCI 

SATA 6x SATA 6 GBit/s über SB850
1x eSATA über JMicron JMB361
Ethernet 1x 1000 MBit/s über Realtek RTL8111E
Audio 7.1 Channel über VIA VT1818
FireWire 2x FireWire 800 über VIA VT6308P
USB 12x USB 2.0 über SB850 (6x extern, 6x intern)
2x USB 3.0 über NEC
Integrierte Grafikkarte -
Overclocking-Features

- ASUS O.C. Profile
- Core Unlocker 

Special-Features - Turbo Unlocker
- MemOK! 

Für 85 Euro bekommt man hier ein Mainboard, welches zu allen aktuellen AMD-Prozessoren auf Basis des Sockel AM3 kompatibel ist. An dieser Stelle eigentlich nicht weiter erwähnenswert ist die Unterstützung für DDR3-Speicher auf vier DIMM-Steckplätzen. Hinzu kommen 2x PCI-Express x16-Slots, so können auch zwei Grafikkarten im CrossFire betrieben werden. Warum auch aktuell noch immer so viele PCI-Steckplätze zur Verfügung stehen, an dieser Stelle sind es derer drei, ist uns unklar.

Alle sechs SATA-6-GBit/Sek.-Ports sind intern verfügbar. Über einen Zusatzchip wurden einmal eSATA sowie der PATA-Anschluss möglich gemacht. Weiterhin noch erwähnt sei die Unterstützung für USB 3.0 durch den NEC-Zusatzchip.

Wie für diese Klasse von Mainboards typisch, hält sich der Lieferumfang in Grenzen:

  • Handbuch
  • Treiber-CD
  • 4x SATA Datenkabel
  • 1x PATA Flachbandkabel
  • I/O-Blende

Nun wollen wir aber einen Blick auf das Mainboard selbst sowie die Komponenten in Form der Anschlüsse und Steckplätze werfen.

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Für ein Mainstream-Modell von ASUS üblich, ist die Gestaltung und Farbgebung. Vom schwarzen PCB heben sich die wichtigen Anschlüsse und Steckplätze in den Farben blau und weiß ab. Sehr schön zu sehen ist hier über dem Sockel die 10-phasige Spannungsversorgung. Der Aufbau ist typisch für ein ATX-Mainboard und bedarf keiner weiteren Beschreibung.

An dieser Stelle noch erwähnt sei die passive Kühlung des Chipsatzes, also sowohl der North- wie auch der Southbridge.

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Oberhalb des AM3-Sockels ist auch hier noch einmal die 10-phasige Spannungsversorgung der CPU zu sehen. Der Sockel selbst zeigt keinerlei Besonderheiten. Ausreichend Platz dürfte auch für großvolumige Kühler vorhanden sein. Auf der rechten Seite weist ASUS noch einmal speziell auf den Support von Prozessoren hin, die über eine Thermal Design Power von 140 Watt verfügen.

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Um die Fähigkeit des Dual-Channel-Betriebes zu unterstreichen, markiert ASUS die DIMM-Steckplätze im Wechsel farbig. Wie bereits in der Tabelle auf der ersten Seite aufgeführt, unterstützt das Mainboard im Zusammenspiel mit dem integrierten Speichercontroller des Prozessors bis zu 16 GB an DDR3-Speicher. Dieser wird offiziell mit 1333 MHz angesprochen. Im BIOS aber erlaubt ASUS auch entsprechende Teiler für den Betrieb mit 1600 MHz und 2000 MHz. Auf diesem Foto ebenfalls zu sehen, ist leicht rechts von der Mitte der Steckplätze versetzt die DRAM-LED, welche Auskunft über den Zustand des Speichers gibt. Sollten Probleme auftreten, kann der Benutzer diese hieran erkennen. Über den MemOK!-Taster kann zusätzlich auch noch eine Diagnose durchgeführt werden.

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In der linken unteren Ecke das PCB befinden sich wieder einmal die meisten Anschlüsse. In der Mitte ist die SB850-Southbridge zu sehen, die wie die Northbridge auch, passiv gekühlt wird. Um 90° angewinkelt am Rand verbaut, ist der PATA-Anschluss, welcher genau wie der eSATA-Port an der I/O-Blende durch einen Zusatzchip von JMicron bereitgestellt wird. Links neben der Southbridge sind die sechs SATA-Ports zu sehen. ASUS hat beim M4A87TD EVO auf Taster für den Start und Reset des Mainboards verzichtet. Am rechten unteren Bildrand ist noch ein Schalter zu erkennen, über den sich eventuell nicht freigeschaltete Kerne der CPU aktivieren lassen.

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Hier zu sehen sind die Erweiterungssteckplätze in Form von PCI und PCI-Express. Von rechts nach links sind dies 1x PCI-Express x1, gefolgt vom ersten PCI-Express-x16-Steckplatz, der seinen Namen auch wirklich verdient, da er mit den vollen 16 Lanes angebunden ist. Darauf folgen drei PCI-Steckplätze, in deren linken Hälfte sich noch ein weiterer physikalischer PCI-Express-x16-Steckplatz versteckt, der allerdings nur über vier Lanes verfügt. Der CrossFire-Betrieb ist also grundsätzlich möglich.

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Auf der I/O-Blende sind alle benötigten Anschlüsse zu finden. Zu sehen sind hier 2x PS/2, gefolgt von den ersten beiden USB-2.0-Ports. Etwas einsam gestaltet sich das Dasein für den optischen Audio-Ausgang in Form eines SPDIF-Anschlusses. Rot markiert hat ASUS die weiteren beiden USB-2.0-Ports, einen FireWire-800- sowie den eSATA-Anschluss. Auf diese folgen wieder einmal zwei USB-2.0-Ports sowie der RJ45-Anschluss für das Gigabit-Ethernet. Wie bei anderen Mainboards auch schon zu sehen war, sind die beiden USB-3.0-Ports blau markiert. Darauf folgt nun noch eine Anschlussleiste mit den analogen Ein- und Ausgängen des Onboard-Sounds.


Kommen wir nun zu den Einstellungen des BIOS:

CPU/HT-Referenztakt 200 - 400 MHz
Speichertakt 1066/1333/1600/2000 MHz
HT-Link-Frequenz 200 - 2000 MHz in 200-MHz-Schritten
CPU-Spannung Standard + 0,6 Volt in 25-mV-Schritten
Speicher-Spannung Standard + 0,4 Volt in 25-mV-Schritten
HT-Spanung Standard + 0,4 Volt in 25-mV-Schritten
Northbridge-Spannung Standard + 0,3 Volt in 0,1-V-Schritten

Für den Speicher stehen folgende Einstellungen bereit:

DRAM CAS# Latency 4 - 12
DRAM RAS# to CAS# Delay 5 - 12
DRAM RAS# PRE Time 5 - 12
DRAM READ to PRE Time 4 - 7
DRAM Row Cycle Time 15 - 30
DRAM WRITE Recovery Time 5 - 12
DRAM RAS# to RAS# Delay 4 - 7
DRAM READ to WRITE Delay 3 - 17
DRAM WRITE to READ Delay (DD) 2 - 10
DRAM WRITE to READ Delay (SD) 4 - 7
DRAM WRITE to WRITE Timing 3 - 10
DRAM READ to READ Timing 3 - 10
DRAM REF Cycle Time 90/110/160/300/350 ns
DRAM Refresh Rate 3,9/7,8 ms
DRAM Command Rate 1T/2T

Kommen wir nun zum Testsystem und den ersten Benchmarks bzw. Messungen.

  • AMD Phenom II X3 720 Black Edition, 3x 2,8 GHz
  • Corsair XMS3 Dominator DIMM Kit 6GB PC3-12800U CL7-7-7-20 (DDR3-1600)
  • ATI Radeon HD 5850
  • Coolmaster 1000Watt-Netzteil

Folgende Treiber kamen dabei zum Einsatz:

  • Catalyst 10.7
  • NVIDIA GeForce 258.96

strom1

Das Fehlen der Onboard-Grafik, auch wenn diese für diesen Vergleich bei den entsprechenden Mainboards natürlich deaktiviert war, macht sich dennoch leicht bemerkbar. Das ASUS M4A87TD EVO verbraucht gute 2 Watt weniger als die Konkurrenz. Wie wichtig dem Anwender dies im Zusammenhang mit der gebotenen Leistung ist, werden die weiteren Benchmarks sowie die persönliche Ansprüche zeigen müssen.

strom2

Unter Last zeigt sich dann ein ähnliches Bild. Auch hier verbraucht das ASUS M4A87TD EVO ein paar Watt weniger als die übrigen Modelle.


pcmark1

pcmark2

pcmark3

pcmark4

pcmark5

pcmark6

pcmark7


cinebench

wprime

encoding


Wer sich für ein AMD-System entscheidet, hat die Qual der Wahl. Zahlreiche Chipsatz-Variationen stehen zur Verfügung. Mit dem ASUS M4A87TD EVO bzw. dem AMD-870-Chipsatz haben wir uns nun auch den letzten Vertreter dieser Gattung anschauen dürfen. Für die Unterschiede der jeweiligen Varianten sei an dieser Stelle auf unseren Artikel zur Vorstellung des AMD 890GX hingewiesen.

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Wer sich für einen AMD-Prozessor entschieden hat, der muss wie erwähnt noch weitere Entscheidungsprozesse durchlaufen. Soll es ein Modell mit integrierter Grafik sein? Welche Features bzw. Anschlüsse und Erweitungsmöglichkeiten benötige ich? Will ich mich auch an einer Übertaktung des Prozessors versuchen?

All diese und weitere Fragen müssen beantwortet werden und wir haben an dieser Stelle nur für eine der Kombinationsmöglichkeiten eine passende Antwort. Das ASUS M4A87TD EVO bietet sich für all diejenigen Nutzer an, die einfach nur einen Untersatz für eine AMD-CPU suchen und dabei auf die wichtigsten Features nichts verzichten möchten. Zwar bietet ASUS gleich zwei PCI-Express-x16-Steckplätze, allerdings ist nur einer mit den vollen 16 Lanes angebunden. Die weiteren Ausstattungsmerkmale sind mehr als ausreichend. 6x SATA dürfte nahezu jeden Benutzer zufriedenstellen. Hinzu kommen eSATA, USB 3.0, PATA und FireWire. Es bleiben also kaum Wünsche offen.

Soll jedoch das Overclocking eine entscheidende Rolle spielen, so empfehlen wir den Griff zu einem anderen Mainboard. Hier spielen das Gigabyte GA-890FXA-UD7 oder das ASUS Crosshair IV Formula einfach in einer anderen Liga. Zwar bietet das ASUS M4A87TD EVO die wichtigsten Optionen im BIOS, doch bei der Umsetzung hat es so seine Schwierigkeiten. Hier spielt die Wahl der Komponenten für die Stromversorgung eine ebenso wichtige Rolle wie das Design selbst.

Positive Aspekte des ASUS M4A87TD EVO:

  • sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis
  • zahlreiche Onboard-Komponenten

Negative Aspekte des ASUS M4A87TD EVO:

  • mäßiges Overclocking-Potenzial

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