Test: ASUS Rampage III Gene

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gene_100p_aufmacherDas ASUS Rampage III Gene erweitert die Republic-of-Gamers-Serie um ein Micro-ATX-Board. Die geringere Größe und die dadurch bedingte geringere Anzahl an PCIe-Slots stellen dabei schon den Hauptunterschied zum größeren ASUS Rampage III Extreme dar. Das ASUS Rampage III Gene verfügt im Prinzip über die gleichen Overclocking-Features und Ausstattungsmerkmale wie das Rampage III Extreme. Im Wettbewerb um maximale Leistung auf minimalen Raum sollte das Rampage III Gene deshalb gute Karten haben.

Der X58-Chipsatz für Intels Sockel 1366 ist nun schon einige Zeit auf dem Markt und den Mainboard-Herstellern bleibt daher bei der Entwicklung neuer Boards mit diesem Chipsatz nur das Feintuning und die Einführung neuer Features "drumherum". Die Einführung von USB 3.0 und SATA 6G ist da natürlich ein willkommener Anlass, um die eigene Produktpalette aufzufrischen. Das Rampage III Gene als Nachfolger des Rampage II Gene bietet nicht nur die neuen Schnittstellen, sondern auch einige herstellereigene Features wurden weiterentwickelt. Hinzugekommen ist beispielsweise "ROG Connect", eine Möglichkeit zum ferngesteuerten Overclocking von einem zweiten Rechner aus. Ein weiteres neues Features ist "ProbeIt", worunter sich einfach zu erreichende Messpunkte zur Spannungskontrolle per Multimeter verbergen. Erwartungsgemäß ist das Rampage III Gene mit einem Straßenpreis um die 220 Euro um etwa 30 Euro teurer als sein Vorgänger. Aber da so leistungsstarke und gut ausgestattete Boards im Micro-ATX-Format die Ausnahme sind und der größere Bruder Rampage III Extreme noch gute 100 Euro teurer ist, lässt sich der Preis sicher verschmerzen. 

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Die technischen Daten des ASUS Rampage III Gene haben wir in der folgenden Übersicht zusammengefasst:

Die Daten des Rampage III Gene in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
Rampage III Gene
Straßenpreis ca. 220 Euro
Homepage www.asus.com
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz X58-Chipsatz
Speicherbänke und Typ 6x DDR3 (Triple-Channel)
Speicherausbau max. 24 GB
SLI / CrossFire CrossFire, SLI (x16-/x16-Lanes)
Onboard-Features
PCI-Express 2x PCIe x16 (x16/x16)
1x PCIe x4 
PCI 1x PCI
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
6x SATA mit RAID 0, 1, 5, 10 über ICH10R,
2x SATA 6G über Marvell PCIe 9128 Controller
USB 7x USB2.0 (+4 über Header)
2x USB3.0 über NEC-Controller 
WLAN / Bluetooth -
Firewire 1x Firewire 400 MBit/S über VIA VT6315N 400 MBit/s (+1 über Header)
LAN 1x Intel-Controller (PCIe)
Gigabit Ethernet 
Audio VIA VT 2020 SupremeFX X-Fi 2
analoge, digitale und optische Ports 

Auf den nächsten Seiten schauen wir uns das neue Board genauer an. 


Das ASUS Rampage III Gene stammt aus der Republic-of-Gamers-Reihe, besitzt also neben der typischen rot-schwarzen Farbgebung und einem optisch eindrucksvoll gestalteten Kühler auch Ähnlichkeiten beim Lieferumfang mit den bisherigen Mainboards aus der ROG-Serie. Neben dem Mainboard finden sich folgende Komponenten im Lieferumfang:

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Da das Board keine Floppy- oder ATA/133-Ports mehr mitbringt, fehlen diese Kabel. Vermisst wird im Lieferumfang nichts. Mitgeliefert wird auf CD noch eine ASUS-Version von Kaspersky Antivirus 2010.

Bei einem ersten Blick auf das Board fallen typische Eigenschaften der X58-Platine auf: Die sechs Speicherslots für Intels Triple-Channel-Interface hat ASUS ebenso wie die Slots und die Kühlkörper in roter und schwarzer Farbe gehalten. ASUS bietet auf dem Board zwei PCIe-x16-Ports, die beide mit voller Bandbreite betrieben werden können, sodass der vollen Leistung einer SLI- oder CrossFireX-Lösung nichts im Wege steht. Neben den vier PCIe-x16-Ports existiert noch ein x4-Port, der über die PCIe-Lanes der Southbridge realisiert wird. Ein einzelner PCI-Slot ist für ältere Karten vorgesehen - wenn man jedoch zwei Grafikkarten in üblicher Größe einsetzt, wird der PCI-Slot von der unteren Karte blockiert.

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ASUS setzt für die Storage-Anbindung auf eine Mischung aus Zusatzchips und der Intel ICH10R. Intels Southbridge ist für SATA-3G-Anbindungen mit RAID zuständig. Für neuere SATA-6G-Geräte bietet man einen entsprechenden Marvell-Chip (9128), der über zwei Ports verfügt. Der Chip ist über PCIe angebunden, die zur Verfügung stehende Bandbreite testen wir innerhalb der Benchmarkbetrachtung. 

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Neben SATA 6G verfügt das Rampage III Gene auch über zwei USB-3.0-Ports. Die Auswahl an entsprechenden Geräten zum Anschließen ist zwar noch überschaubar, aber im Gegensatz zu SATA 6G kann USB 3.0 in der Praxis schon jetzt einen spürbaren Geschwindigkeitsvorteil bringen. ASUS setzt auf den üblichen USB-3.0-Controller von NEC, zu dem es momentan auf dem Markt noch keine Alternativen gibt. Da in naher Zukunft auch andere Hersteller auf den USB-3.0-Zug aufspringen wollen, ist dann auch mit einem Preisverfall zu rechnen, sodass der Einsatz von USB 3.0 auf günstigen Mainboards auch wahrscheinlicher werden wird.

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Wie auch der Marvell-Chip für SATA 6G ist der NEC-Controller für USB 3.0 über PCI-Express angebunden. Im Folgenden haben wir von beiden Schnittstellen noch einen Performance-Vergleich zu bieten. Legacy-Schnittstellen wie ATA- oder Floppy-Ports sind nicht vorhanden.

Weitere Onboard-Features auf der nächsten Seite.


Neben SATA 6G und USB 3.0 bringt das Rampage III Gene natürlich auch alle weiteren wichtigen Ausstattungsmerkmale mit. Bei der Onboard-Gigabit-Ethernet-Schnittstelle setzt ASUS auf eine Lösung von Intel, nutzt also den implementierten Controller. Für die zwei Firewire-Schnittstellen mit 400 MBit/s, von denen einer an der I/O-Blende als normale 6-Pin-Variante herausgeführt ist, wird ein VIA VT6315N eingesetzt.

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Den Onboard-Sound des Rampage III Gene bewirbt ASUS mit der Bezeichnung "SupremeFX X-Fi 2 Built-In". Unterstützt wird EAX 5.0 und OpenAL und sogar eine THX-Zertifizierung soll mit an Board sein. Ein Blick unter den Aufkleber zeigt einen VIA VT 2020 Chip als Kernstück des Onboard-Sounds.

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Der VIA VT 2020 ist ein 8-Kanal HD Audio Controller, der bislang nur von ASUS eingesetzt wird. Er unterstützt Blu-ray content protection und bietet eine sogenannte BD192/24-Technologie, mit der die Blu-ray-Wiedergabe mit 24 Bit und 192 KHz verlustfrei möglich sein soll.

Zur Kühlung von Spannungswandlern und Northbridge setzt ASUS auf eine Heatpipe-Lösung. Die Southbridge ist nur mit einem kleinen Kühlkörper versehen. Die Kühlung ist etwas weniger massiv ausgeführt als beim Rampage III Extreme, erfüllt aber ihren Zweck gut. Die Temperaturen der Kühlkörper im offenen Testsystem blieben auch beim Belastungstest mit CrossFire und hoher CPU-Auslastung im Bereich um die 50°C, die ausgelesenen internen Temperaturen der Chips im Bereich von 60°C bzw. knapp darüber.

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Bei der Spannungsversorgung setzt ASUS auf ein normales achtphasiges Design mit je zweiphasigen Lösungen für QPI/DRAM- und Northbridge-Spannung. Da der Einsatzbereich des kleinen Rampage III Gene in der Regel bei weniger leistungsstarken Systemen wie beim Rampage IIII Extreme liegt, hat ASUS hier etwas gespart und auf das "Extreme Engine Digi+" mit zusätzlichen digitalen Komponenten verzichtet. Das Rampage III Gene kommt daher auch mit nur einem 8-Pin-12V-Stecker zur Versorgung der CPU aus.

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Auf dem Mainboard befinden sich insgesamt vier FAN-Header, die alle über Regelungsfunktionen verfügen. Laut ASUS lassen sich je FAN-Header bis zu 2 Ampere auf 12 Volt ziehen, wobei die Belastbarkeit aller FAN-Header zusammen bis zu 7 Ampere beträgt. Jeder FAN-Header verträgt also ohne Probleme auch den Anschluss mehrerer starker Lüfter. Für den CPU-FAN und beide Chassislüfter-Ports lassen sich - voneinander getrennt - verschiedene Steuerungs-Modi (Standard / Silent / Turbo / manuelle Schwellenwerte) einstellen. Weiterhin verfügt das Rampage III Gene über einen Temperatursensor-Port, wobei aber das Sensorkabel nicht im Lieferumfang ist. Der vierte FAN-Header (OPT_FAN) lässt sich zusätzlich noch über Messwerte des (optionalen) Temperatursensors regeln.

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Weiterhin besitzt das Board neben diversen Overclocking-Buttons und Kontakten, die wir im Bereich Overclocking erklären, auch noch die für High-End-Platinen üblichen Power- und Reset-Buttons. Hinzu kommt ein CMOS-Clear-Button und ein ROG-Connect-Switch auf der I/O-Blende, sowie der Go-Button für MemOK!.

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Auf der I/O-Blende befinden sich neben den Soundanschlüssen die zwei USB-3.0-Ports, insgesamt sieben USB-2.0-Ports, wobei einer von diesen auch als ROG-Connect-Port benutzt werden kann. Hinzu kommen ein LAN-Port, der Firewire-Port und ein PS/2-Port für den Anschluss eines Keyboards. Durch eine effizientere Nutzung hätte man eventuell noch den einen oder anderen USB-Port auf der Anschlussleiste realisieren können. Mit der beiliegenden Slotblende und den Frontanschlüssen wird man aber wohl mit der gebotenen Menge auskommen.

Montiert auf der Testplattform können wir uns jetzt dem BIOS widmen.

 


Als BIOS verwendeten wir beim ASUS Rampage III Gene die Version 0501. Gegenüber der Auslieferungsversion 0404 wurden laut ASUS Speicherkompatibilität und Systemstabilität verbessert, wobei bei ersten Tests die 0404 bereits ohne Probleme lief.

Ein BIOS-Update ist bei ASUS unproblematisch: Entweder man verwendet ASUS Update unter Windows, oder man verwendet das im BIOS integrierte EZ Flash 2. Mit einem USB-Stick oder direkt von Festplatte ist es so einfach möglich, das BIOS zu aktualisieren. Erweiterte Features des großen Bruders Rampage III Extreme wie BIOS Flashback oder USB BIOS Flashback hat das kleine Gene leider nicht.

Die Bootzeit des Boards ist in Ordnung, solange man nicht alle Onboard-SATA-Komponenten aktiviert. Dann braucht das Board einige Sekunden extra, bis die Initialisierung vorgenommen worden ist. Es empfiehlt sich schon deshalb, alle Onboardkomponenten abzuschalten, die nicht benötigt werden. Interessant ist die Option "Go Button File" mit der die Settings des BIOS als Datei abgespeichert werden können. Auch OC-Profile besitzt das Board.

Die bereits erwähnte Lüftersteuerung QFan Plus funktionierte im Test gut und reagiert beispielsweise schnell auf Änderungen der CPU-Kerntemperaturen. Die Onboard-Komponenten lassen sich abschalten, die Stromspar-Optionen sind auch alle vorhanden. Den C6-Betrieb muss man manuell aktivieren, was aber anzuraten ist, da sich so der Energieverbrauch im Idle noch um einige Watt verringern lässt.

Bei unseren Test überprüfen wir das BIOS auf folgende Besonderheiten:

Diese Kriterien sind für die meisten Anwender die wichtigsten, wobei für ein einwandfreies Funktionieren des Boards auch noch weitere Funktionen dazugehören. Sämtliche BIOS-Funktionen haben wir in der folgenden Galerie aufgeführt:

Da keinerlei Probleme auftauchen, kann man ASUS hier eine gute Arbeit bescheinigen - wobei sicherlich auch noch einige BIOS-Versionen nachfolgen werden.


Für den richtigen Spaß am Overclocking bedarf es mehrerer Voraussetzungen, die das Board mitbringen muss. Es müssen die richtigen BIOS-Einstellungen vorhanden und die Hardware muss entsprechend leistungsfähig sein. So muss beispielsweise die Spannungsversorgung für deutlich höhere Belastungen ausgelegt sein, als eigentlich nach Intels Vorgaben erforderlich wäre. Auch ist das Board-Layout mit von Bedeutung, damit die Signalübertragung bei höheren Frequenzen und Belastungen noch einwandfrei gewährleistet ist. Als Dreingabe kann der Boardhersteller dann noch Features wie vereinfachte Bedienung, extra Tasten oder umfangreiche Diagnose-Möglichkeiten drauflegen. Das Rampage III Gene kann in allen Bereichen punkten, auch wenn es etwas hinter dem Platzhirsch Rampage III Extreme einordnet, was aber angesichts des kleineren Form-Faktors in Ordnung geht.

Alle wichtigen BIOS-Einstellungen sind vorhanden und auch die Spannungen lassen sich entsprechend hoch einstellen. Auf dem Board sind mehrere "Voltiminder LEDs" vorhanden, die in drei Stufen den jeweiligen Spannungsbereich der entsprechenden Komponente anzeigen. Die für die VCore zugehörige LED zeigt beispielsweise normal (grün, 0,85-1,5 V), high (gelb, 1,5-1,6 V) und "crazy" (über 1,6 V) an. So lässt sich auf einen Blick erkennen, ob irgendwo eine eventuell nicht fixierte Spannung beim Overclocking aus dem Ruder gelaufen ist. Als Bonus hat das Rampage III Gene ein Feature namens "ProbeIt" zu bieten. Darunter verstecken sich eine Reihe von Kontaktpunkten, an denen sich per Multimeter ohne lange Suche der richtigen Punkte die tatsächlich anliegenden Spannungen überprüfen lassen. Per Jumper lässt sich eine QPI Loadline Calibration aktivieren, die ein Absinken der QPI-Spannung beim extremen Overclocking verhindern soll.

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Natürlich ist auch wieder ASUS iRog-System vorhanden, welches eine erweiterte Kontrolle über die Hardware bieten soll. Ein interessantes Feature dabei ist ROGConnect, mit dem sich das Overclocking des Rampage III Gene von einem anderen Rechner fernsteuern lässt. Das Ganze funktioniert relativ einfach, denn auf dem zweiten Rechner muss nur die entsprechende ASUS-Software installiert und nach einem Druck auf die Connect-Tast an der IO-Blende des Gene kann dann die Software gestartet werden. Neben Monitoring-Funktionen sind die wichtigsten Spannungen und Frequenzen zu verändern, Profile lassen sich auch laden. Weiterhin lässt sich der Rechner auch ferngesteuert resetten sowie ein- und ausschalten. Sogar ein CMOS-Clear ist darüber möglich.

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Neben der ROG-Connect-Software ist beim Rampage III Gene als Neuheit eine Softwarelösung namens "GameFirst" dabei, welches im Prinzip ein QoS-Programm für die Netzwerk-Schnittstelle ist, das niedrige Latenzzeiten beim Online-Gaming garantieren soll.

Die für das Overclocking interessanten Optionen haben wir im Folgenden aufgelistet

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 100 bis 500 MHz, stufenlos
CPU-Spannung 0,85 bis 2,5 V in 0,00625-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,20575 bis 2,50425 V in 0,01325-V-Schritten
QPI/DRAM-Spannung 1,2 V bis 2,5 V in 0,00625-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,20575 bis 2,05375 V in 0,01325-V-Schritten
IOH Core
1,113 bis 1,90800V in 0,01325-V-Schritten
PCIe-Takt 100 bis 200 MHz, stufenlos
Weitere Spannungen
IOH-PCIe-Voltage, ICH Voltage, ICH PCIe-Voltage,
DRAM Reference Spannungen
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x18 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt CPU-abhängig, x36, x44 und x48
CPU-Multiplikator CPU-abhängig, einstellbar bei Extreme Edition
Weitere Besonderheiten
Settings speicherbar in Profilen, CPU-Level-Up (OC-Automatik, 2 Profile), 
Load Line Calibration, Clock-Gen-Tuner, Spread Spectrum, EZ Flash 2, Extreme OverVoltage Option

 In unserer Overclocking-Galerie sieht man alle relevanten BIOS-Optionen noch einmal in der Übersicht.

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In der Praxis wird das Board meistens durch die CPU ausgebremst, denn bei einer hohen Base Clock Rate wird zumeist der QPI-Takt zu einem Problem. Selbst mit der niedrigsten Einstellung (x36) erreicht man mit 200 MHz Base Clock Rate einen Takt von 7200 MHz. So wurde unser System auch bei 220 MHz aufgrund des QPI-Taktes instabil, denn fast 8 GHz waren dem System dann doch zu viel.

220 MHz Base Clock Rate sollten jedoch für die meisten Anwender ausreichen, denn der Core i7 kann entweder mit einem freien Multiplikator übertaktet werden, wenn man einen Extreme-Edition-Prozessor besitzt, oder man hat einen recht hohen festen Multiplikator, der für eine derartige Übertaktung wohl eher abgesenkt werden müsste. Eine Übertaktung von über 65% ist bei den aktuellen Kernen nicht üblich. Für den Standard-Übertaktungserfolg auf Taktraten über 4 GHz reicht meistens eine Base Clock Rate von unter 200 MHz.


Im Testsystem kommt standesgemäß mit einem Core i7-980X Intels momentanes Flaggschiff zum Einsatz. Weiterhin ist eine ATI Radeon HD 5850 mit an Bord, die auch in den weiteren Tests eingesetzt werden, sodass insbesondere die Stromverbrauchswerte vergleichbar bleiben.

Das Testsystem:

Als Betriebssystem kam Windows 7 Ultimate 64bit zum Einsatz, die beim Test eingesetzte Bios-Version beim Rampage III Gene war 0501.

Stromverbrauch

Aufgeführt ist die Leistungsaufnahme des kompletten Systems aus dem Stromnetz, also quasi der Verbrauch an der Steckdose. Eingesetzt wurde dafür die Radeon HD 5850. Sämtliche Stromsparfeatures (u.a. C6 State) waren aktiviert.

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Die im 2D-Betrieb relativ sparsame Grafikkarte und die funktionierenden Stromsparmechanismen des Rampage III Gene ermöglichen einen guten Wert im Idle von unter 110 Watt.

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Der Lastzustand wird mit Default-Einstellungen der CPU und dem Torture-Test von Prime95 herbeigeführt. Das Gesamtsystem erreicht in dem Zustand einen Stromverbrauch von knapp unter 230 Watt.

Das Rampage III Gene erreicht für ein X58-Board insgesamt solide Werte bei der Leistungsaufnahme. Im Vergleich zu früheren Reviews, wo X58-Boards meist bei ca. 130W im Idle lagen, ist die veränderte Hardware bei diesem Test zu beachten. Die Radeon 5850 hat eine geringere Leistungsaufnahme im Idle und auch das verwendete Seasonic-Netzteil kann im unteren Leistungsbereich eine deutlich höhere Effizienz bieten. 


In Sachen Performance unterscheiden sich seit Einführung der integrierten Memorycontroller Mainboards eines Chipsatzes kaum noch voneinander. Während früher die Mainboardhersteller noch mit verschiedenen Abstimmungen zwischen Northbridge und Speicher ein paar Prozent Performance herausholen konnten und somit zwischen einem optimierten Board und einem normalen Board durchaus ein Performanceunterschied bestehen konnte, ist jetzt durch den integrierten Memorycontroller bei AMD und Intel Einheitsperformance angesagt: Sofern die Speichertimings identisch ausgewählt werden, ist die Performance auch bis auf Ausnahmefälle identisch.

Die Werte des Rampage III Gene liegen daher auch auf dem Niveau anderer X58-Boards.

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Beim Cinebench 11 erreicht das Rampage III Gene mit einem Wert von 8,90 ziemlich genau den Wert des kürzlich mit gleichen Kernkomponenten getesteten Rampage III Extreme.

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In Sachen Performance kann sich das "kleine" Rampage III Gene gut gegen andere X58-Boards behaupten. Dank umfangreicher Overclocking-Features stehen ihm auch sehr gute Tuning-Optionen offen.  


Da die neuen Schnittstellen USB 3.0 und SATA 6G noch nicht direkt in den Chipsatz integriert sind, werden für ihre Realisierung zusätzliche Chips auf dem Mainboard benötigt. Diese sind beim Rampage III Gene beide über je eine PCI-Express-Lane angebunden, welche beim X58-Chipsatz mit voller PCIe-2.0-Geschwindigkeit von 500 MB/s arbeiten kann. Für volle SATA-6G-Geschwindigkeit mag eine einzelne PCIe-2.0-Lane auch nicht ganz genügen, aber insgesamt ist diese Lösung zur Zeit völlig ausreichend. Um zu überprüfen, ob die Schnittstellen des Rampage III Gene auch mit guter Performance laufen, haben wir einen entsprechenden Test durchgeführt.

Die SATA-6G-Performance haben wir mit einer Crucial RealSSD C300 64GB getestet, die bei SATA-6G-Anbindung knapp über 350 MB/s beim sequentiellen Lesen schafft.

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Die Crucial SSD schafft hier fast genau den vom Hersteller angegebenen Wert, was bedeutet, dass der Marvell-9128-Controller des Rampage III Gene über eine entsprechend schnelle Anbindung verfügt und die SATA-6G-Performance dem aktuell möglichen Stand entspricht.

Aktuell ist es noch recht schwierig, USB-3.0-Geräte zu finden, die die neue Schnittstelle gut auslasten können. Für den Test haben wir einen Super Talent SuperCrypt 32GB eingesetzt, der im Grunde eine kleine SSD mit SATA-USB-Konverter in USB-Stick-Form darstellt.

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Beim sequentiellen Lesen erreichte der Datentransfer über die USB-3.0-Schnittstelle einen Durchschnittswert von ca. 200 MB/s, was angesichts der vom Hersteller optimistischerweise mit 240 MB/s angegebenen Spitzengeschwindigkeit noch im normalen Rahmen liegen dürfte. Auch hier also eine gute Performance des Rampage III Gene.


Das ASUS Rampage III Gene ist ein würdiger Nachfolger des Rampage II Gene. Im Kern hat sich aufgrund des weiterhin verwendeten X58-Chipsatzes nichts verändert, aber das Drumherum wurde nicht nur in der Farbwahl aufgefrischt. Gegenüber seinem Vorgänger kann es mit den neuen Schnittstellen USB 3.0 und SATA 6G aufwarten. Im Overclocking-Bereich wurden einige neue interessante Features implementiert. Die neue Option "ROG Connect" ermöglicht ferngesteuertes Overclocking von einem anderen Rechner aus. Ob man das wirklich braucht, mag eine andere Frage sein, aber zumindest ist es technisch gut gelöst und funktionierte im Test problemlos. Umfangreiche BIOS-Optionen kombiniert mit Onboard-Diagnose-Möglichkeiten runden das gute Bild des Rampage III Gene ab.

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Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

In Sachen Anschlussmöglichkeiten ist das Rampage III Gene gut aufgestellt und bringt im Prinzip das komplette Repertoire eines Boards der High-End-Klasse mit. Aufgrund des Formfaktors ergeben sich allerdings Einschränkungen bei den Steckplätzen für Grafík- oder sonstige Erweiterungskarten, aber bei Verzicht auf SLI/Crossfire-Konfigurationen sollte das kein großes Problem sein.

Das Rampage III Gene überzeugt mit einem für diesen Formfaktor einzigartigen Mix aus Ausstattung, Qualität und Leistung. Es bietet hervorragende Overclocking-Optionen, die dem größeren Rampage III Extreme nur wenig nachstehen. Mit gut 220 Euro für eine Micro-ATX-Platine ist nicht gerade ein Schnäppchen, aber angesichts der Qualitäten kann es sich durchaus lohnen, diesen Betrag zu investieren.

Positive Features des ASUS Rampage III Gene:

Negative Features des ASUS Rampage III Gene:

 Insgesamt ist das Rampage III Gene ein exzellentes Mainboard für all diejenigen, die auf kleinem Raum (Micro-ATX) maximale Leistung und Ausstattung suchen.

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