Luxus im Test: ASUS Rampage III Extreme vs. Gigabyte X58A-UD9

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aufmacherASUS vs. Gigabyte: Zwei High-End-Platinen stellen wir in diesem Artikel gegenüber. Zum einen tritt das Rampage III Extreme von ASUS an, das neue X58-Board aus der Republic-of-Gamers-Serie, welches mit reichhaltigen Overclocking-Features überzeugen soll. Als Kontrahent ist das Gigabyte X58A-UD9 am Start, das mit Quad-SLI-Fähigkeit auftrumpfen kann. Beide Platinen sind natürlich auch bestückt mit allem, was der Markt an Onboard-Komponenten zu bieten hat. Wer hat die Nase vorn?

Der X58-Chipsatz bekommt durch Intels Sechskern-Prozessoren eine neue Vielfalt: Die älteren Platinen würden zwar mit dem neuen Prozessor auch laufen, denn am Design hat sich für den Core i7-980X nichts geändert. Allerdings nehmen die Hersteller den neuen Prozessor als Anlass, dem X58 eine Frischzellenkur zu verpassen und ihn mit neuen Features aufzubohren. Klar ist aber, auch schon aufgrund der hohen Kosten für den Chipsatz und dem Mainboarddesign, dass der X58 weiterhin preislich in der Liga der Top-Boards zu finden sein wird. 

Das gilt auch für die beiden Boards im Test: Das Rampage III Extreme finden wir in unserem Preisvergleich mit einem Preis von über 330 Euro, das Gigabyte X58A-UD9 ist sogar noch ein ganzes Mittelklassemainboard teurer: 499 Euro soll es kosten. Beide Mainboards eignen sich also nur für Systeme, die auch sonst entsprechend hochwertige Komponenten besitzen. Wer ein gutes Preis-Leistungsverhältnis sucht, ist hier falsch. 

shootout

Die technischen Daten beider Mainboards haben wir in der folgenden Übersicht zusammengefasst:

Die Mainboards in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
Rampage III Extreme 
Gigabyte
X58A-UD9
Straßenpreis ca. 330 Euro ca. 499 Euro
Homepage www.asus.com www.gigabyte.de
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz X58-Chipsatz X58-Chipsatz + 2x nForce 200
Speicherbänke und Typ 6x DDR3 (Triple-Channel) 6x DDR3 (Triple-Channel)
Speicherausbau max. 24 GB max. 24 GB
SLI / CrossFire CrossFire, SLI (x16-/x16-Lanes)
3-Way-CrossFire, 3-Way-SLI (x16-/x8-/x8-Lanes)
CrossFire, SLI (x16-/x16-Lanes)
3-Way-CrossFire, 3-Way-SLI (x16-/x16-/x16-Lanes),
4-Way-SLI (x16-/x16-/x16-/x16-Lanes)
Onboard-Features
PCI-Express 4x PCIe x16 (x16/x8/x16/x8)
1x PCIe x4 
7x PCIe x16 (4x x16, 3x x8)
PCI 1x PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
6x SATA mit RAID 0, 1, 5, 10 über ICH10R,
2x SATA 6G über Marvell 9128,
1x eSATA, 1x SATA über JMicron JMB363
(+1 über Slotblende)
6x SATA mit RAID 0, 1, 5, 10 über ICH10R,
2x SATA 6G über Marvell 9128
2x SATA, 1x ATA/133 über Gigabyte SATA2,
2x eSATA über JMicron JMB362
USB 7x USB2.0 (+2 über Slotblende)
2x USB3.0 über NEC-Controller (keine Slotblende) 
4x USB2.0 (keine Slotblende*)
2x USB3.0 über NEC-Controller (keine Slotblende)
WLAN / Bluetooth ASUS Blueooth USB-Modul V2.0/V2.1+EDR -
Firewire VIA 6308P 400 MBit/s
1 Port (keine Slotblende) 
Texas Instruments 400 MBit/s
2 Ports (1x DV, 1x miniDV)
LAN 1x Intel-Controller  (PCIe)
Gigabit Ethernet 
2x Realtek RTL8111E (PCIe)
Dual-Gigabit-Ethernet
Audio Realtek ALC889
analoge, digitale und optische Ports 
Realtek ALC889
analoge, digitale und optische Ports

Betrachtet man die Ausstattung, liegen die beiden Platinen unter den besten Boards, die wir bislang getestet haben. ASUS setzt dabei mit Bluetooth Akzente, Gigabyte mit den PCIe-Slots und Dual-Gigabit-Ethernet. 

Auf den nächsten Seiten schauen wir uns zunächst das ASUS Rampage III Extreme genauer an, anschließend das Gigabyte X58A-UD9. 


Das ASUS Rampage III Extreme stammt aus der Republic-of-Gamers-Reihe, besitzt also neben der typischen Farbgebung und einem optisch eindrucksvoll gestalteten Kühler auch Ähnlichkeiten beim Lieferumfang mit den bisherigen Mainboards aus der ROG-Serie. Neben dem Mainboard finden sich folgende Komponenten im Lieferumfang:

Da das Board keine Floppy- oder ATA/133-Ports mehr mitbringt, fehlen diese Kabel. Vermisst wird im Lieferumfang nichts.

Bei einem ersten Blick auf das Board fallen typische Eigenschaften der X58-Platine auf: Die sechs Speicherslots für Intels Triple-Channel-Interface hat ASUS ebenso wie die Slots und die Kühlkörper in roter und schwarzer Farbe gehalten. ASUS bietet auf dem Board vier PCIe-x16-Ports, von denen zwei mit voller Bandbreite betrieben werden können. Zwei laufen nur mit der beim X58 üblichen  langsameren Anbindung. Für 3-Way-SLI ist dies genügend, NVIDIA verleiht dem Board aber trotz vier PCIe-Ports kein Quad-SLI-Zertifikat. Hierfür hat ASUS entsprechend den ASUS ROG Dude entwickelt, der für Extrem-Performanceversuche aufgesteckt werden kann. 

Neben den vier PCIe-x16-Ports existiert noch ein x4-Port, der über die PCIe-Lanes der Southbridge realisiert wird. Ein einzelner PCI-Slot ist für ältere Karten vorgesehen - wenn man jedoch zwei Grafikkarten einsetzt, wird der PCI-Slot von der unteren Karte blockiert, wenn man die schnellere PCIe-x16-Anbindung nutzen möchte.

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ASUS setzt für die Storage-Anbindung auf eine Mischung aus Zusatzchips und der Intel ICH10R. Intels Southbridge ist für SATA-2G-Anbindungen mit RAID zuständig. Für neuere SATA-6G-Geräte bietet man einen entsprechenden Marvell-Chip, der über zwei Ports verfügt. Der Chip ist über PCIe angebunden, die zur Verfügung stehende Bandbreite testen wir innerhalb der Benchmarkbetrachtung. Hinzu kommt ein JMicron JMB363, der zwei weitere SATA-Ports auf das Board bringt. Ein Port ist bereits als eSATA auf der I/O-Blende zu finden, der Zweite kann mit der beiliegenden Slotblende realisiert werden. 

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Neben SATA6G darf auf einem High-End-Mainboard nun auch USB3.0 nicht mehr fehlen. Anders als SATA6G hat USB3.0 auch schon tatsächlich eine messbare Mehrleistung bei diversen Geräten. Auch ASUS setzt hier auf den üblichen USB3.0-Controller von NEC, der zwar recht teuer ist, aber mangels Alternativen eingesetzt wird. Bald soll es günstigere Controller von anderen Herstellern geben, sodass USB3.0 dann sicherlich auch auf günstigen Platinen zum Einsatz kommt. 

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Der NEC-Controller ist ebenso über PCI-Express angebunden. Auch hier haben wir im Folgenden noch einen Performancevergleich zu bieten. 

WLAN bietet das Board nicht, aber Bluetooth kann über ein V2.1-Modul (USB-Header) intern aufgesteckt werden. Die Antenne wird automatisch an der I/O-Blende nach außen geführt.

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Aber das Board hat noch mehr zu bieten - auf der nächsten Seite gibt es weitere Onboard-Features.


Neben USB3.0 und SATA6G bietet das Board natürlich auch noch die üblichen weiteren Ausstattungsmerkmale, die man benötigt: Als Onboard-Gigabit-Ethernet-Controller kommt ein Intel-Controller zum Einsatz, Firewire ist auf dem Mainboard auch integriert, wenn auch nur mit einem einzelnen Port auf der I/O-Blende. Für die Firewire-Verbindung zeichnet sich der VIA VT6308P-Chip aus, den man auf den meisten Boards neben dem Texas-Instruments-Controller vorfindet.

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Auch ein Onboard-Sound ist enthalten, wobei ASUS nicht auf eine separate Karte setzt, wie bei einigen anderen High-End-Mainboards, sondern den Codec direkt auf das Mainboard lötet. Integriert ist ein Realtek ALC889, der auch mit entsprechenden Blu-ray-Soundformaten (Content Protection) zurechtkommt. In einem kurzen Test konnten wir feststellen, dass der Sound zwar ordentliche Qualitätswerte im analogen Betrieb liefert, aber weiterhin mit einer richtigen Soundkarte aufgrund des PCB-Routings und der Abschirmung nicht mithalten kann. Wer den Sound aber nur digital ausgeben will, der wird hier keine andere Lösung benötigen. 

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Als Kühllösung setzt ASUS auf eine Heatpipelösung für die Spannungswandler und die Northbridge. Auf die Northbridge kann bei Bedarf zusätzlich der aktive belüftete Kühlkörper aufgesteckt werden. Die Southbridge besitzt zwar auch einen massiven Kühlkörper, allerdings ist dieser nur über den Kühlkörper selbst, nicht aber über eine Heatpipe mit der restlichen Konstruktion verbunden. 

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Bei der Stromversorgung hat sich ASUS etwas Besonderes ausgedacht: Neben der achtphasigen normalen Stromversorgung hat man diese mit digitalen Elementen ergänzt. ASUS nennt dies Extreme Engine Digi+. ASUS verspricht durch die Kombination eine bestmögliche Wärmeverteilung bei gleichzeitig besserer Spannungsversorgung. Neben der achtphasigen CPU-Spannungsversorgung hat ASUS eine dreiphasige Spannungsversorgung für die QPI/DRAM-Spannung realisiert, ebenso dreiphasig ist die Northbridge-Spannung ausgelegt, der Speicher kann auch auf eine dreiphasige Versorgung zurückgreifen. Zudem werden ML Caps verwendet. 

Für den erhöhten Stromverbrauch beim Übertakten setzt ASUS auf zwei EATX-Stecker. Um beide nutzen zu können, muss hier aber ein entsprechendes Netzteil zum Einsatz kommen. Das Board lässt sich aber auch mit einem EATX-Stecker betreiben. Hinzu kommen EZ_Plug-Anschlüsse für die Versorgung der Grafikkarten.

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Acht FAN-Header befinden sich auf dem Mainboard, alle sind steuerbar. Weiterhin besitzt das Board neben diversen Overclocking-Buttons und Kontakten, die wir im Bereich Overclocking erklären, auch noch die für High-End-Platinen üblichen Power- und Reset-Buttons. Hinzu kommt ein CMOS-Clear-Button auf der I/O-Blende, ein BIOS-Switch, der Go-Button für MemOK! und ein Clear-CMOS-Button. 

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Auf der I/O-Blende befinden sich neben den Soundanschlüssen die zwei USB3.0-Ports, insgesamt sieben USB2.0-Ports, wobei einer von diesen auch als ROG-Connect-Port benutzt werden kann. Hinzu kommen ein LAN-Port, ein eSATA-Port, der Firewire-Port und ein PS/2-Port für den Anschluss eines Keyboards. Durch eine effizientere Nutzung hätte man eventuell noch den einen oder anderen USB-Port auf der Anschlussleiste realisieren können. Mit der beiliegenden Slotblende und den Frontanschlüssen wird man aber wohl mit der gebotenen Menge auskommen. 

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Nun schließen wir das Mainboard an und schauen ins BIOS.


Als BIOS verwendeten wir beim ASUS die Version 0602. Diese Version beschleunigt den POST-Vorgang in einigen Situationen und behebt auch ein paar Probleme bei der Speicherkompatibilität - mit älteren BIOS-Versionen startete das System beispielsweise nicht mit einigen 4-GB-Modulen (z.B. für den Ausbau auf 12 GB mit drei Modulen oder 24 GB mit sechs Modulen). Diese Probleme sind nun behoben.

Ein BIOS-Update ist bei ASUS unproblematisch: Entweder man verwendet ASUS Update unter Windows, oder man verwendet das im BIOS integrierte EZ Flash 2. Mit einem USB-Stick ist es so einfach möglich, das BIOS zu aktualisieren. Als Sicherheitsfunktion hat ASUS auch noch einen zweiten BIOS-Chip auf das Board gelötet, den man ansprechen kann, wenn das Flashen schiefgegangen ist - oder um alte BIOS-Versionen wieder herzustellen. BIOS FlashBack nennt ASUS diese Funktion, die man vorher auch von anderen Herstellern kannte. Neu ist jedoch USB BIOS Flashback, also die Möglichkeit, über einen USB-Port eine neue BIOS-Version einzuspielen, wenn das Board nicht mehr startet.

Die Bootzeit des Boards ist in Ordnung, solange man nicht alle Onboard-SATA-Komponenten aktiviert. Dann braucht das Board einige Sekunden extra, bis die Initialisierung vorgenommen worden ist. Es empfiehlt sich schon deshalb, alle Onboardkomponenten abzuschalten, die nicht benötigt werden. Interessant ist die Option "Go Button File" mit der die Settings des BIOS als Datei abgespeichert werden können. Auch OC-Profile besitzt das Board.

Insgesamt ist es kein Wunder, dass die BIOS-Version überzeugen kann, denn ASUS hat hier sämtliche Optionen der vorangegangenen Boards mit implementiert. So funktionierte bei uns die Lüftersteuerung (QFan Plus) ohne Probleme, auch die Temperaturüberwachung ist sauber und ordentlich implementiert. Die Onboard-Komponenten lassen sich abschalten, die Stromspar-Optionen sind auch alle vorhanden. Den C6-Betrieb muss man manuell aktivieren.

Bei unseren Test überprüfen wir das BIOS auf folgende Besonderheiten:

Diese Kriterien sind für die meisten Anwender die wichtigsten, wobei für ein einwandfreies Funktionieren des Boards auch noch weitere Funktionen dazugehören. Sämtliche BIOS-Funktionen haben wir in der folgenden Galerie aufgeführt:

{gallery}/galleries/reviews/RIIIE/asusbios{/gallery}

Alles ist enthalten, was wir überprüfen. Sogar kleinere Gimmicks bringt ASUS unter, beispielsweise lässt sich mit dem Tool Mylogo 3 ein eigener Splash-Screen auf das Board bringen. Wichtiger sind natürlich die oben bereits angesprochenen Punkte (Stromverbrauch, Turbo-Betrieb, Speichertimings), die jedoch das Board in vollständiger Art und Weise erfüllt. Performance-Bremsen konnten wir nicht entdecken, auch bei unseren Kompatibilitäts- und Stabilitätschecks war mit der aktuellen BIOS-Version kein Problem auszumachen.

Bei der Performance - und das werden wir später noch sehen - liegt das Board wie üblich auf einem Niveau mit anderen X58-Boards, wenn die Speichertimings und die Command Rate identisch eingestellt sind.

Für Overclocker ist es natürlich zunächst einmal interessant, welche BIOS-Optionen das Board bietet. Weiterhin darf das Board auch gerne mit einer besonderen Spannungsversorgung ausgestattet sein, die leistungsfähiger ist als Intels Vorgaben - denn die übertaktete CPU verbraucht mehr Strom als bei Intels Standardvorgaben. Weiterhin ist es wichtig, dass auch die Signallaufzeiten auf dem Board (z.B. CPU-Speichercontroller - DRAM) einwandfrei geroutet sind, damit das Board auch bei Übertaktung noch stabile Signale überträgt. Dies alles kann das ASUS Rampage III Extreme natürlich bieten.

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Für Wettkampf-Overclocking kommen noch weitere Besonderheiten hinzu: Schön ist es beispielsweise, wenn sich die Spannungen extrem nach oben setzen lassen. ASUS realisiert dies über Jumper neben den DRAM-Slots. Weiterhin gibt es einen LN2-Mode-Jumper, um den Cold-Bug zu umschiffen, und Voltiminder LEDs, die die Spannung der einzelnen Komponenten in roter, gelber und grüner Farbe anzeigen. Die Switches direkt neben den DRAM-Slots sind für die Abschaltung der PCIe-Ports gedacht - z.B. falls eine Grafikkarte abgeschaltet werden soll für Single-/Multi-GPU-Benchmarks. 

Was dem Board zumindest auf dem PCB fehlt, sind entsprechende "+" und "-" Buttons, die die letzten ROG-Platinen hatten und zum Justieren des FSBs gedacht waren. Dies übernimmt nun ROG Connect mit dem Tool TurboV. Über den entsprechenden USB-Anschluss - oder über Bluetooth - ist es möglich, von einem anderen Rechner oder Laptop aus, die Werte während des Benchmarks zu verändern. Über ein entsprechendes Tool ist sogar das Übertakten per Handy (Android, Windows Mobile, bald auch iPhone) ohne Probleme möglich. 

Alle Overclocking-Optionen, die sich im Bios finden, haben wir im Folgenden aufgelistet:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 100 bis 500 MHz, stufenlos
CPU-Spannung 0,85 bis 2,3 V in 0,00625-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,20575 bis 2,50425 V in 0,01325-V-Schritten
QPI/DRAM-Spannung 1,2 V bis 2,5 V in 0,00625-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,20575 bis 2,05375 V in 0,01325-V-Schritten
IOH Core
1,113 bis 2,1995 V in 0,01325-V-Schritten
PCIe-Takt 100 bis 200 MHz, stufenlos
Weitere Spannungen
IOH-PCIe-Voltage, ICH Voltage, ICH PCIe-Voltage,
DRAM Reference Spannungen
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x18 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt CPU-abhängig, x36, x44 und x48
CPU-Multiplikator CPU-abhängig, einstellbar bei Extreme Edition
Weitere Besonderheiten
Settings speicherbar in Profilen, Turbo-Betrieb,
Extreme Engine Digi+ Menu für Load Line Calibration
Kontrolle der Spannungswandler,
Clock-Gen-Tuner, Spread Spectrum, EZ Flash 2

In unserer Overclocking-Galerie sieht man alle BIOS-Optionen noch einmal in der Übersicht.

{gallery}/galleries/reviews/RIIIE/asusoverclocking{/gallery}

In der Praxis wird das Board meistens durch die CPU ausgebremst, denn bei einer hohen Base Clock Rate wird zumeist der QPI-Takt zu einem Problem. Selbst mit der niedrigsten Einstellung (x36) erreicht man mit 200 MHz Base Clock Rate einen Takt von 7200 MHz. So wurde unser System auch bei 220 MHz aufgrund des QPI-Taktes instabil, denn fast 8 GHz waren dem System dann doch zu viel.

220 MHz Base Clock Rate sollten jedoch für die meisten Anwender ausreichen, denn der Core i7 kann entweder mit einem freien Multiplikator übertaktet werden, wenn man einen Extreme-Edition-Prozessor besitzt, oder man hat einen recht hohen festen Multiplikator, der für eine derartige Übertaktung wohl eher abgesenkt werden müsste. Eine Übertaktung von über 65% ist bei den aktuellen Kernen nicht üblich. Für den Standard-Übertaktungserfolg auf Taktraten über 4 GHz reicht meistens eine Base Clock Rate von unter 200 MHz.

Den beiliegenden Lüfter für die Northbridge sollte man übrigens im Betrieb mit drei GeForce GTX 480 beim Overclocking verwenden:

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Im Betrieb kam es bei uns ohne diesen Lüfter zu einer Notabschaltung aufgrund von einer zu hohen Northbridge-Temperatur beim Übertakten. Mit einer normalen Grafikkarte heizte sich das System hingegen nicht so stark auf und konnte passiv gekühlt werden.

So typisch, wie das ASUS-Mainboard im ROG-Stil gehalten ist, setzt Gigabyte natürlich auch optische Elemente beim X58A-UD9 ein. Das High-End-Board ist im typischen Gigabyte-Stil blau-weiß-grau gehalten. 

Zum Lieferumfang können wir hier leider noch nichts sagen, denn das Board erreichte uns in einer weißen Umverpackung mit der Revisionsangabe 0.2. Es kann also sein, dass sich hier und da noch Kleinigkeiten am Mainboard ändern. Zum Lieferumfang befragten wir Gigabyte, das englische Benutzerhandbuch gab folgende Antwort:

Als optional werden Slotblenden für USB und Firewire angegeben, auch das SATA-Power-Kabel steht unter den optionalen Anschlussmöglichkeiten - in wie fern das stimmt konnten wir nicht feststellen.

Interessanter als der Lieferumfang ist bei dem Board aber natürlich die Aufteilung der PCIe-Lanes. Von den sieben Slots besitzen insgesamt vier eine volle Anbindung mit je 16 Lanes: Slot 1, 3, 5 und 7. Durch den Abstand ist es möglich, auch Grafikkarten mit Dual-Slot-Kühlkörper einzusetzen - somit wären vier GeForce GTX 480 ohne Weiteres möglich, alle anderen Slots wären dann aber natürlich blockiert.

Die weiteren PCIe-Slots 2, 4 und 6 sind mit maximal acht Lanes angebunden. Erreicht wird diese Unmenge an PCIe-Slots über zwei nF200-Brücken, die hinter den X58-Chipsatz zwischengeschaltet werden. Die PCIe-Switches sitzen unter dem Kühlkörper der Southbridge und verbrauchen natürlich auch hier Strom, wie auch schon auf den anderen Platinen mit nF200-Chips - zum Stromspar-Künstler wird dieses Gigabyte-Board somit nicht.

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Wie ASUS verbaut natürlich auch Gigabyte sechs DDR3-Slots für den Triple-Channel-Controller der CPU. PCI-Slots finden wir hier nicht.

Aber Achtung: Zählt man die PCIe-Slots durch und beachtet man, dass zwischen dem Northbridge-Kühler und dem ersten PCIe-Slot auch noch ein Slot frei ist, bemerkt man, dass das Board größere Ausmaße hat, als andere Platinen. In sehr kompakten Gehäusen, die direkt unter dem letzten PCI-Slot abschließen oder beispielsweise eine Haltekante besitzen, lässt sich das Gigabyte-Board nicht einbauen. Es benötigt ein großes Gehäuse mit möglichst viel Platz nach unten. Wieviel größer das Board ist, zeigt der folgende Vergleich zum Rampage III Extreme, das normale ATX-Maße besitzt:

groessenvergleichs

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Eine reichhaltige Ausstattung an SATA-Geräten darf natürlich auch bei Gigabytes X58A-UD9 nicht fehlen. Neben der ICH10R mit sechs RAID-fähigen SATA-3G-Ports ist auch auf dieser Platine ein Marvell-Chip für SATA6G aufgelötet. Zwei Ports sind auch hier zugänglich. Neben diesen sind noch zwei weitere Storage-Controller vorhanden: Der Gigabyte SATA2-Chip liefert einmal mehr zwei SATA-Ports des alten 3G-Standards, hinzu kommt ein ATA/133-Port, der auf diesem Board auch noch zu finden ist. Ein JMicron-Controller sorgt letztendlich dafür, dass auch zwei eSATA-Ports vorhanden sind.

satats

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Und USB3.0 ist natürlich auch zu finden: Auch hier ist der NEC-Chip verbaut, den wir später noch auf seine Leistungsfähigkeit hin überprüfen:

usb3s

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Statt einem einzelnen Gigabit-Ethernet-Controller stellt Gigabyte dem UD9 zwei Ports zur Verfügung. Beide werden über einen Marvell-Chip realisiert, hier verwendet man den neuen Realtek LAN-Chip 8111E. Dieser unterstützt die neue IEEE 802.3az-Spezifikation und ist zudem in der Lage, Strom zu sparen - wobei dies bei den zwei nF200-Brücken wohl eher unerheblich ist.

netzwerks

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Gigabyte verbaut auch einen Texas-Instruments-Firewire-Controller. Interessant ist hier, dass man auf der I/O-Blende zwei Ports integriert und einen weiteren internen Header bereitstellt. Auf der I/O-Blende ist der Firewire-Port als Mini-DV- und DV-Anschluss aufgeführt, sodass man Alternativen bei der Kabelwahl hat. 

firewires

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Als Onboard-Sound kommt derselbe Chip zum Einsatz, den auch ASUS wählt: Der Realtek ALC889 leistet auch hier gute Dienste, kann aber eine Soundkarte aus qualitativer Sicht der analogen Signale nicht ersetzen. Da er natürlich ebenso Content Protection für Blu-ray-Medien unterstützt, ist er im digitalen Betrieb aber vollkommen ausreichend.

sounds

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Imposant ist natürlich die Kühlkörperkonstruktion, die Gigabyte auf dem Mainboard einsetzt. Die Spannungswandler und die Northbridge werden über zwei Heatpipes miteinander verbunden, die ICH10R sitzt mit den beiden nF200-Chips zusammen unter einem ebenso voluminösen Kühlkörper. Dieser ist wieder mit der Northbridge verbunden. Wer möchte, kann den Kühlkörper der Northbridge in einen Wasserkühlungskreislauf einhängen, eine entsprechende Vorrichtung liefert Gigabyte mit. Für Silent-Fetischisten ist zudem die Silent-Pipe-Kühlung interessant, die man auf die Northbridge schrauben kann. 

kuehlungs

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Wie ASUS setzt auch Gigabyte auf eine massive Spannungsversorgung. Bei Gigabyte sind es ganze 24 Phasen, die sich nur um die CPU kümmern. Weiterhin ist eine dreiphasige Versorgung für die Speichermodule realisiert, jeweils zwei Phasen kümmern sich um ICH10R-, Northbridge- und PCIe-Voltages. Auch bei Gigabyte kommen zwei EATX-12-V-Anschlüsse zum Einsatz, auch hier muss nur einer der beiden verwendet werden. Ähnlich wie ASUS setzt man auch auf eine zusätzliche Stromversorgung für die Grafikkarten über die Molex-Anschlüsse.

mosfets

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Bei diesem Mainboard muss man mit sechs FAN-Headern auskommen - aber das wird wohl zu verschmerzen sein. Dafür hat Gigabyte eine Debug-LED integriert, die einem schnell bei Boot-Problemen hilft. Ein Power-Button ist vorhanden, Gigabyte integriert daneben auch einen kleinen Reset-Button. Die LEDs neben den Dimm-Slots signalisieren den Status der Spannungswandler (aktive Phasen). Der CMOS lässt sich über die I/O-Blende zurücksetzen. 

Auf der I/O-Blende des Boards befinden sich vier USB-Ports - das ist etwas wenig, auch wenn zwei USB3.0-Anschlüsse hinzukommen. Dafür sind allerdings auch zwei LAN-, zwei Firewire-Ports, beide PS/2-Anschlüsse, alle Sound-Ausgänge samt SPDIF und zwei eSATA enthalten - mit dem CMOS-Reset-Button ist die I/O-Blende also voll, mehr konnte Gigabyte nicht bieten. 

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Auch das Gigabyte X58A-UD9 schließen wir nun an und werfen einen Blick ins BIOS.


Als BIOS-Version verwendeten wir die BIOS-Version F2 des Boards, die Version F3b haben wir auch getestet, sie bringt jedoch nur einige kleine Verbesserungen bezüglich der Keyboard-Kompatibilität im BIOS. Performanceveränderungen oder andere Features sind hier nicht zu entdecken. Mit den BIOS-Versionen der F1-Serie hatten wir Probleme, die Overclocking-Optionen im BIOS mit einer Core i7-980X-CPU zu erreichen - mit den Quad-Core-Modellen war dies ohne Probleme möglich. Durch das Update auf die Version F2 war das Problem jedoch behoben.

Ein BIOS-Update ist einfach über das BIOS mit Q-Flash möglich: Im BIOS selbst kann durch Drücken von F10 das Programm gestartet werden, von einem eingesteckten USB-Stick kann die neue Version dann relativ gefahrlos aufgespielt werden. Das Award-BIOS startet sehr schnell, nur wenn sämtliche SATA-Controller und Boot-ROM-Optionen aktiviert sind, dauert der Bootvorgang lange. Man sollte also möglichst die zusätzlichen Optionen abschalten, wenn man sie nicht benötigt.

Das BIOS F2 machte einen ausgereiften und sehr guten Eindruck, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass Gigabyte hier die Erfahrungen der anderen X58-Mainboards bereits hat einfließen lassen können. Somit gibt es praktisch keine Ungereimtheiten und es ist auch nicht zu erwarten, dass BIOS-Versionen folgen, die Zusatzfunktionen mitbringen - meistens werden wohl nur ein paar neue Prozessoren offiziell unterstützt.

Auch hier die Auflistung der Punkte, die uns beim Testen des BIOS besonders wichtig sind:

Diese Kriterien sind für die meisten Anwender die wichtigsten, wobei für ein einwandfreies Funktionieren des Boards auch noch weitere Funktionen dazugehören. Sämtliche BIOS-Funktionen haben wir in der folgenden Galerie aufgeführt:

{gallery}/galleries/reviews/GigabyteX58-UD9/bios{/gallery}

Wie man anhand der Screenshots sehen kann, sind alle unsere oben genannten Punkte erfüllt. Erfreulich ist, dass bereits nach dem Laden der BIOS-Defaults alle Stromspartechniken aktiviert sind. Für unbedarfte Anwender gibt es somit kein Hindernis, ohne große BIOS-Konfiguration ein schnelles und stromsparendes System aufzubauen. Die C6-Funktion lässt sich manuell noch aktivieren. Auch funktionierte der Turbo-Betrieb ohne Einschränkungen, die Speichertimings ließen sich gut konfigurieren und es waren auch keine Performance-Bremsen im BIOS zu finden.

Besonders wichtig bei einem derartigen Board - wenn auch mit geringem Einfluss auf den Stromverbrauch, dafür aber auf die Ressourcen - ist die Abschaltung der Onboard-Komponenten. Hier lässt sich jeder Onboard-Chip ohne Probleme abschalten. Auch das Hardwaremonitoring ist gut, zudem kann die Lüftersteuerung gefallen, die auch schon ohne Hinzutun aktiviert ist. Hier regelt man den Lüfter sogar auf so niedriges Niveau herunter, dass das System zu den leisesten gehört, die wir getestet haben. Auf die wirklich reichhaltigen Overclocking-Optionen des Boards gehen wir auf der nächsten Seite ein.

Bei unserem Kompatibilitäts- und Stabilitätstest musste sich das Board mit diversen Grafikkarten und Speichermodulen beweisen. Hier leistete sich das Board aber keine Ausreißer und lief problemlos in allen Konfigurationen. Die Performance lag mit schnellen Speichermodulen auf einem hohen Niveau, da neben den Timings auch die Command Rate niedrig eingestellt werden konnte. Im Vergleich zu anderen X58-Boards liegt das Board mit gleichen Timings allerdings auf einem identischen Niveau, da es durch den integrierten Speichercontroller keine Unterschiede mehr gibt.


Während das ASUS-Board stark auf das Overclocking ausgerichtet ist, findet man bei Gigabyte nur wenige Kennzeichen beim Boardlayout, dass man das Board auch für Rekordversuche verwenden könnte. Außer der massiven Stromversorgung und der Northbridgekühlung finden sich keine Besonderheiten auf dem Board - besondere Buttons, Switche oder Spannungs-Messpunkte gibt es nicht. Somit muss sich sämtliches Potential im BIOS verstecken.

Im BIOSsind aber massive Overclocking-Funktionen verfügbar:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 100 bis 600 MHz, stufenlos
CPU-Spannung 0,5 bis 1,9 V in 0,00625-V-Schritten
dynamic VCore-Einstellung möglich
DRAM-Spannung 1,3 bis 2,6 V in 0,02-V-Schritten
QPI/VTT-Spannung 1,075 V bis 2,015 V in 0,02-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,3 bis 2,52 V in 0,02-V-Schritten
IOH Core
1,0 bis 2,0 V in 0,02-V-Schritten
PCIe-Takt 90 bis 150 MHz, stufenlos
Weitere Spannungen
Vdroop-Control, DDR-VRef-Spannungen, PCIe,
DDR-Termination-Spannungen, PLL, ICH I/O, ICH Core
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x18 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt CPU-abhängig, x36, x44 und x48
CPU-Multiplikator CPU-abhängig, einstellbar bei Extreme Edition
Weitere Besonderheiten
Settings speicherbar in Profilen, Turbo-Betrieb,
M.I.T. Current Status Übersichtsseite,
Clock-Gen-Tuner, Spread Spectrum, Q-Flash

{gallery}/galleries/reviews/GigabyteX58-UD9/overclocking{/gallery}

Während ASUS mit den Messpunkten, ROG Connect und ähnlichen Übertaktungstechniken auftrumpfen will, ist das Gigabyte-Board hier eher schlicht ausgestattet. Die verbaute Debug-LED kann allerdings eher überzeugen als die LED-Lösung von ASUS, zudem bietet auch Gigabyte die duale Stromversorgungslösung und Power- und Resetschalter.

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Beim tatsächlichen Overclocking-Ergebnis schenkten sich beide Boards nichts - hier scheint die CPU der limitierende Faktor zu sein. Wahrscheinlich ist erst im Grenzbereich ein Unterschied zwischen den beiden Boards auszumachen, doch diesen können wir nur mit Flüssigstickstoff und entsprechenden Tests austesten - das überlassen wir lieber unserem Overclocking-Team.

Probleme mit hohen Speichertaktraten oder hohen Bustakten hatte das Board nicht, wir erreichten ähnliche Taktraten wie beim Rampage III Extreme.

Als Testsystem kommt für den Test natürlich standesgemäß ein Core i7-980X zum Einsatz. Für den Test des Stromverbrauchs setzen wir auf eine Radeon HD 5870, da wir diese auch schon bei anderen Mainboards im Vergleich eingesetzt haben und so einen Rückschluss auf den tatsächlichen Stromverbrauch schließen können. Weiterhin haben wir für den Test auch drei GeForce GTX 480 eingesetzt, um die Boards entsprechend zu fordern. 

Das Testsystem:

Als Betriebssystem kam Windows 7 Ultimate 64 Bit zum Einsatz.

Biosversionen:

 

Der Stromverbrauch:

Aufgeführt ist der Stromverbrauch des Gesamtsystems mit der Radeon HD 5870 - wir messen also den Verbrauch des kompletten PCs an der Steckdose.

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Hier können beide Boards überzeugen: Das ASUS Rampage III Extreme liegt mit 130,1 Watt trotz der grandiosen Ausstattung nur knapp über typischen X58-Boards, die sich bei uns alle im Bereich zwischen 120 und 135 Watt eingependelt haben. Etwas über diesem Wert liegen im Idle-Bereich regelmäßig die Modelle mit NVIDIAs nForce-200-Chip. Somit ist es auch kein Wunder, dass das Gigabyte-Board mehr verbraucht - insgesamt ist der Stromverbrauch aber deutlich niedriger als erwartet. Demnach kann man auch dem Gigabyte eine Empfehlung aussprechen, denn mit zwei nForce-200-Chips auf diesen Verbrauch zu kommen, ist sehr gut.

Im Lastbereich liegen die beiden Mainboards ebenso ungefähr 7 Watt auseinander - hier ändert sich also vom Gesamtabstand her betrachtet nichts.


In den Performancevergleichen ist seit Einführung der integrierten Memorycontroller Langweile angesagt. Während früher die Mainboardhersteller noch mit verschiedenen Synchronisations-Zyklen zwischen Northbridge und Speicher ein paar Prozent Performance herausholen konnten und somit zwischen einem optimierten Board und einem normalen Board durchaus ein Performanceunterschied bestehen konnte, ist jetzt durch den integrierten Memorycontroller bei AMD und Intel Einheitsperformance angesagt: Sofern die Speichertimings identisch ausgewählt werden, ist die Performance auch bis auf Ausnahmefälle identisch.

Aus diesem Grund zeigen logischerweise auch die beiden Boards im Test aufgrund der identischen Einstellungen praktisch keine Performanceunterschiede:

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Eine kleine Varianz kommt dann doch zustande: Diese ist mit der leicht unterschiedlichen Base Clock Rate zu begründen, die ASUS minimal höher ansetzt als Gigabyte. Kaufentscheidend sind die Unterschiede aber sicherlich nicht - und damit zu vernachlässigen.

Als Besonderheit haben wir in diesem Test auch die 3-Way-SLI-Performance als Kriterium genommen - denn hier sollte schließlich aufgrund der unterschiedlichen PCIe-Anbindung auch ein tatsächlicher Leistungsunterschied bestehen. Während das Gigabyte X58A-UD9 mit zwei nForce-Brücken in der Lage ist, die Grafikkarten mit vollen 16 Lanes anzubinden, teilen sich die Grafikkarten bei der ASUS-Lösung insgesamt 32 Lanes. Werden drei Grafikkarten eingesetzt, ist die Anbindung also mit x16/x8/x8 nominell langsamer.

Zunächst werfen wir - quasi zur Abschreckung - aber auch einen Blick auf den Stromverbrauch der Boards im 3-Way-SLI-Betrieb. Mit dem Corsair-AX1200-Netzteil erreichen wir folgende Watt-Rekordwerte:

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Die Geräuschbelästigung ist ähnlich hoch - ob man sich dies also wirklich antun will, muss man selbst entscheiden - 3-Way-SLI eignet sich aber auch als Heizung und ist sicherlich nicht geräuscharm.

Die Benchmarks können sich hingegen sehen lassen, die Scores sind sehr hoch.

 

Far Cry 2

Bei Far Cry 2 handelt es sich um einen First-Person-Shooter aus dem Hause Ubisoft. Der Nachfolger des legendären Spieleklassikers basiert auf der eigens entwickelten Dunia Engine, wodurch beispielsweise dynamisches Wetter, Tag- und Nachtzyklen und eine dynamische Vegetation realisierst werden. Das Spiel nutzt Mehrkernprozessoren, unterstützt sowohl DirectX-9 als auch -10 und besitzt eine integrierte Benchmark-Funktion, mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

Zur Vollversion von Far Cry 2 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Bei Far Cry 2 erreichen die Systeme bei 1680x1050 mit 4xAA, DX10 und höchstmöglichen Details Performancewerte um die 155 Frames pro Sekunde. Flüssig ist das Spiel damit auf jeden Fall, aber Gigabyte kann ein paar Prozent Performance durch die nForce-200-Brücken herausholen und liegt in Führung.

 

Resident Evil 5

Die letzte Version aus der Horror-Reihe Resident Evil erschien nicht nur für diverse Konsolen, sondern auch für den PC. Die integrierte Benchmark-Funktion lädt dann natürlich geradezu ein, Grafikkarten auf Herz und Nieren im Grusel-Ambiente zu testen. Wir wählten den zweiten, weil deutlich kürzeren, Benchmark-Durchlauf.

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Zur Vollversion von Resident Evil 5 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Während man bei Far Cry 2 von Unterschieden reden kann, liegen die Boards hier fast gleich auf. Bei den von uns gewählten hohen Einstellungen (1680x1050, 4xAA, hohe Details) ist die Performance aber auch hier extrem hoch.

 

BattleForge

BattleForge ist ein Next Gen Echtzeitstrategie-Spiel, bei dem ihr mit euren Freunden in epischen Schlachten gegen das Böse schlagen könnt. Das Besondere an BattleForge ist, dass du deine Armee selbst zusammenstellen kannst. In BattleForge werden deine Einheiten, Gebäude und Zauber durch Sammelkarten repräsentiert, die du mit anderen Spielern tauschen kannst.

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BattleForge ist kostenlos auf www.BattleForge.com zu beziehen.

 

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Auch bei BattleForge liegt Gigabyte leicht in Führung, die Unterschiede liegen hier aber bei unter 2%.

 

Unigine Heaven 1.0

Einer der ersten DirectX-11-Benchmarks ist der Unigine Heaven. Er verwendet alle wichtigen Features wie DirectCompute, Shader Model 5.0, Tessellation oder Screen-Space Ambient Occlusion. Da es sich um einen reinen DirectX-11-Benchmark handelt, können auch nur entsprechend kompatible Karten darauf getestet werden.

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Unigine Heaven ist ein kostenloser Benchmark, der unter www.unigine.com zu beziehen ist.

 

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Auch hier kann Gigabyte das ASUS schlagen, aber die Unterschiede sind hier ebenso zu vernachlässigen.


Zwei Boards der Extraklasse hatten wir im Test - und beide haben praktisch keine Schwächen gezeigt. Gut ausgestattet sind auch beide - wer auf Dual-Gigabit-Ethernet steht, wird vielleicht etwas mehr mit dem Gigabyte X58A-UD9 liebäugeln, wer Bluetooth nutzen kann, findet eventuell das ASUS Rampage III Extreme nützlicher. Overclocking-Funktionen bieten beide, wobei hier ASUS aufgrund des Designs und der Features klar die Nase vorne hat. Dafür kann Gigabyte mit der schnellen Anbindung bei den Grafikkarten auftrumpfen, was in einigen Benchmarks (Far Cry 2, 3DMark Vantage) sogar messbar ist. Allerdings lässt sich das übergroße Board nicht in alle Gehäuse einbauen.

Generell ist vorwegzunehmen, dass beide Boards klasse sind - und deshalb fällt unsere Einzelbewertung auch hauptsächlich positiv aus:

 

ASUS Rampage III Extreme

Das Board ist der klare Favorit, wenn es darum geht, Prozessoren zu übertakten und ein cool aussehendes Gaming-System zusammenzubasteln. Mit schwarz-roten Dominator-GT-Modulen von Corsair und passenden Grafikkarten mit schwarzem PCB macht das System optisch einiges her - aber das Board kann auch aufgrund seiner Funktionen überzeugen. Eine reichhaltige Onboard-Ausstattung, qualitativ hochwertige Komponenten, eine gute Stromversorgung und sehr gute Testergebnisse sprechen für sich. So ist es schwer, bei dem Board etwas Negatives zu finden - es fehlt vielleicht in dieser Preisklasse ein zweiter Gigabit-Ethernet-Port, aber braucht man diesen wirklich?

Für Performance-Freaks und Übertakter bietet das Board alles, was das Herz begehrt: ROG Connect, die Voltiminder-LEDs, Messpunkte für die wichtigsten Spannungen, Abschaltmöglichkeiten für PCIe-Slots, reichhaltige Overclocking-Features im BIOS und BIOS-Fallback-Möglichkeiten sind für den Übertakter ein gefundenes Fressen. Das lässt sich ASUS - zusammen mit dem Design und der Ausstattung - auch gut bezahlen, denn 330 Euro sind für eine X58-Platine auch eine Menge. Insgesamt finden wir aber keine Schwachstellen, denn auch beim Bios und der Performance liegt das Board auf gutem Niveau, kann zudem auch einen niedrigen Stromverbrauch aufweisen.

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Insgesamt ist das Rampage III Extreme also ein exzellentes Mainboard - für die besser betuchten Anwender, die nicht auf den Euro schauen müssen.

Positive Features des ASUS Rampage III Extreme:

Negative Features des ASUS Rampage III Extreme:

Letztendlich ist aber das ASUS Rampage III Extreme ein klarer Awardgewinner, auch wenn der Preis von 330 Euro natürlich sehr happig ist.

Weitere Links:

 

Gigabyte X58A-UD9

Beim Gigabyte X58A-UD9 gibt es eigentlich nur zwei Dinge zu beachten: Wer sich das Board kauft, sollte darauf achten, dass das verwendete Gehäuse entsprechend Platz hat, denn das Board ist länger als der normale ATX-Standard und benötigt somit eine entsprechende Unterstützung. Zudem muss man sich dazu entschließen, fast 500 Euro für das Board auszugeben. Aber Moment - der Preis relativiert sich etwas, denn Gigabyte bietet mit dem Board ein kostenloses Upgrade für drei Jahre auf das nächste Board an, wenn man sich bei Gigabyte für das Upgrade-Angebot registriert. Eine coole Idee, wenn man plant, auf Dauer Gigabyte-Boards einzusetzen. Teuer wird es trotzdem, denn ein altes Board bei Ebay zu verkaufen und ein neues Board zu erwerben, könnte letztendlich auf denselben Preis hinauskommen.

Abgesehen von diesen beiden Punkten ist das Board aber aktuell bestes seiner Klasse: Eine hervorragende Ausstattung mit Dual-Gigabit-LAN, einem guten Sound, Firewire, SATA6G, USB 3.0, RAID und vielem mehr machen das Board schon zu einem sehr guten X58-Mainboard. Die Features drum herum, angefangen von der extravaganten Kühllösung, über die Spannungswandler, bis hin zu den Overclocking-Optionen katapultieren das Board dann schon auf das Niveau des ASUS-Boards - nur bei den Overclocking-Funktionen ist man hier etwas hinten dran. Dafür hat Gigabyte zwei nForce-200-Chips integriert, die das Board in 3D-Anwendungen mit 3-Way-SLI oder CrossFireX beschleunigen. Der normalerweise massiv höhere Stromverbrauch wird durch generell niedrige Verbrauchswerte egalisiert - so setzt sich das Board nur knapp über die Verbrauchswerte von X58-Platinen ohne nForce-200-Chips.

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Auch hier zeigt also der Daumen nach oben und das Board weiß in fast allen Bereichen zu gefallen:

Positive Features des Gigabyte X58A-UD9:

Negative Features des Gigabyte X58A-UD9:

Insgesamt ziehen wir auch hier unseren Award, denn zwei der drei negativen Punkte hat Gigabyte "gut im Griff", auf den dritten Punkt kann man vor dem Kauf als Kunde achten. Demnach kann man sich, wenn man die 500 Euro für das Board auf den Tisch legen will, über eine exzellente Platine freuen.

Weitere Links:

 

Beide Platinen dürfen sich aufgrund der guten Leistungen unser Awardlogo anstecken - herzlichen Glückwunsch: