Test: Gigabyte GA-890FXA-UD7

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Gigabyte890FX_LogoVor einigen Wochen stellte AMD offiziell die Erweiterung der 8xx-Chipsatzserie vor. In Form von 890FX, 880G und 870 soll nun für jedes Anwendungsgebiet der passende Chipsatz vorhanden sein. Mit dem Gigabyte GA-890FXA-UD7 flattert nun ein weiteres Top-Modell mit dem neuen Chipsatz ins Haus. Gigabyte macht dabei schon beim ersten Anblick des Kartons deutlich, dass man höhere Ansprüche ins Auge gefasst hat. Fast doppelt so dick wie üblich lässt er zahlreiche Beigaben vermuten. Auf die weiteren Details, wie Ausstattung und BIOS-Features gehen wir natürlich ebenfalls ein.

Neben den üblichen 890FX-Features will Gigabyte aber auch noch mit einigen Besonderheiten auf sich aufmerksam machen.

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Bevor wir uns dem Mainboard widmen, wollen wir uns die technischen Daten in tabellarischer Form anschauen:

Gigabyte GA-890FXA-UD7
Preis 210 Euro
Sockel AM3 (mit 140W-Support)
Chipsatz 890FX + SB850
Speicher 4x DIMM Slots
bis zu 16 GB
DDR3-2000(OC)/1800(OC)/1600(OC)/1333/1066 
Erweiterungsslots

2x PCI-Express-x16 (x16 elektrisch)
2x PCI-Express-x16 (x8 elektrisch)
2x PCI-Express-x16 (x4 elektrisch)
1x PCI 

SATA 6x SATA 6 GBit/s über SB850
2x SATA 3 GBit/s über Gigabyte SATA-Chip
2x eSATA 3 GBit/s über JMicron JMB362 
Ethernet 2x 1000 MBit/s über Realtek 8111D
Audio Creative SupremeFX 7.1 Channel
FireWire 2x FireWire 800 über TSB43AB23 (1x extern, 1x intern)
USB 14x USB 2.0 über SB850 (6x extern, 8x intern)
 2x USB 3.0 über NEC-Controller (2x extern)
Overclocking-Features

@BIOS
Q-Flash
Xpress BIOS Rescue
Xpress Install
Express Recovery
Easy Tune
Easy Energy Saver
Smart Recovery
Auto Green
ON/OFF Charge
Q-Share
Download Center

Special-Features vormontierte Wasserkühlung auf dem Chipsatz

Bereits auf den ersten Blick werden die zahlreichen Onboard-Features deutlich. Kaum ein Mainboard kann wohl mit derart vielen Steckplätzen und USB- sowie SATA-Ports aufwarten. Sechs physikalische PCI-Express-x16-Slots dürften auch auf den wenigsten Mainboards zu finden sein. Allerdings sind nur zwei davon mit den vollen 16 Lanes angebunden. Zwei weitere kommen immerhin auf acht Lanes. Die letzten beiden Slots sind mit nur noch vier Lanes angebunden. Zumindest die vier ersten eignen sich allerdings für den Einsatz eines CrossFireX-Systems mit bis zu vier Grafikkarten.

Allerdings ebenfalls auffällig ist der Preis von 210 Euro. Damit gehört das Gigabyte GA-890FXA-UD7 zu den eher teureren Mainboards für AMD-Prozessoren und ist damit sogar teurer als der kleinste Six-Core AMD Phenom II X6 1055T.

Im umfangreichen Lieferumfang befinden sich folgende Komponenten:



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Bereits der erste Blick auf das GA-890FXA-UD7 zeigt die typische Gigabyte-Farbgebung. Das PCB ist in blauer Farbe gehalten, die Anschlüsse und Steckplätze sind ebenfalls in Blau und Weiß gehalten. Auf die einzelnen Details wollen wir nun genauer eingehen.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass sich Gigabyte nicht mehr an die ATX-Norm gehalten hat. Das Mainboard misst 32,5 x 24,4 cm und entspricht daher dem XL-ATX-Standard.

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Der von Gigabyte verbaute Sockel unterstützt alle AM3-Prozessoren, auch solche mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 140 Watt.

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Auf den vier DIMM-Steckplätzen finden bis zu 16 GB an DDR3-Speicher Platz. Unterstützt wird DDR3-Speicher mit einem Takt von bis zu 1866 MHz. Dies allerdings nur über Overclocking-Einstellungen im BIOS. Offizielle Taktraten von 1333 und 1066 MHz werden natürlich auch unterstützt.

Unterhalb der DIMM-Slots befinden sich der PATA- und Floppy-Anschluss. Auch wenn diese nur noch sehr selten benötigt werden, hat sich Gigabyte dazu entschlossen beide anzubieten.

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Die linke untere Ecke das Mainboards ist wie immer den wichtigsten Anschlüssen für die Massenspeicher, in Form von SATA 3 und 6 GBit/s, vorbehalten. Zu sehen sind hier erst einmal sechs SATA-6-GBit/s-Anschlüsse, die von der SB850-Southbridge bereitgestellt werden. Die beiden weißen Ports stammen vom zusätzlichen Controller, allerdings handelt es sich hierbei auch nur um den SATA-3-Gbit/s-Standard.

An der linken Kante sind die optionalen internen FireWire- und USB-Anschlüsse zu sehen. Links unten ist das Anschlusspanel für die Gehäusestecker zu sehen. 

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Bereits in der Tabelle zu den technischen Details haben wir uns den Steckplätzen gewidmet. Zwei der hier sichtbaren PCI-Express-x16-Slots sind mit den vollen 16 Lanes angebunden. Weitere zwei müssen mit acht Lanes auskommen. Nur noch eingeschränkt für die Nutzung mit einer Grafikkarte geeignet sind die letzten beiden, die nur noch mit vier Lanes angebunden sind. Der einzelne PCI-Steckplatz dürfte nur noch sehr selten verwendet werden.


 

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Zwischen den DIMM-Slots und dem 24-Pin-Netzteilanschluss hat Gigabyte zwei Taster platziert, über die sich das Mainboard auch ohne Schraubenzieher oder Gehäusestecker einschalten oder neu starten lässt. Die Positionierung ist recht ungewöhnlich, normalerweise befinden sich solche Funktionen eher im Bereich der Southbridge.

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Direkt neben den SATA-Anschlüssen befindet sich der Taster, um das BIOS zu resetten.

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Links neben den SATA-Anschlüssen und unterhalb der BIOS-Batterie befinden sich zwei Sieben-Segment-Anzeigen, über die sich die Post-Codes anzeigen lassen. Eventuelle Fehler in der Hardware oder im BIOS lassen sich so schnell diagnostizieren.

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Die I/O-Blende macht bereits auf den ersten Blick einen vollgepackten Eindruck. Noch immer von den Herstellern hier platziert wird ein PS/2-Anschluss. Hinzu kommen sechs USB-2.0-Ports, 3x USB 3.0, FireWire 400 und 800, 2x RJ45 für die beiden Gigabit-Ethernet-Controller sowie sämtliche analogen und digitalen Audio-Ein- und Ausgänge. Bei den gelben Ports sind auch die kombinierten USB-eSATA-Anschlüsse zu finden.

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Bereits bei einem flüchtigen Blick auf das Mainboard fällt die Kühlung des Chipsatzes auf. Diese ist von Haus aus für die Integration in einer Wasserkühlung vorbereitet. Wer allerdings über keine Wasserkühlung verfügt, der einfachen passiven Kühlung aber nicht vertraut, der kann die Silent-Pipe montieren. Dazu muss der Aufsatz der Wasserkühlung abgeschraubt und der großflächige Passivkühler kann montiert werden. Dieser belegt dann einen Platz der PCI-Slotblende. Durch seine große Oberfläche kann er aber optimal von der Umluft der Umgebung profitieren.

In unseren Praxistests betrieben wir das Mainboard mit dem montierten Wasserkühler, ließen aber kein kühles Nass hindurchfließen. Die Temperaturen blieben in akzeptablen Grenzen. Wer das Mainboard allerdings über längere Zeit ohne Wasserkühlung betreiben will, der sollte die Silent-Pipe einsetzen.



CPU/HT-Referenztakt 100 - 500 MHz
Speichertakt 800/1067/1333/1600 MHz
CPU/Northbridge-Frequenz 1400 - 6000 MHz in 200-MHz-Schritten
HT-Link-Frequenz 200 - 2600 MHz in 200-MHz-Schritten
CPU-Spannung Standard +/- 0,6 Volt in 25-mV-Schritten
CPU/Northbridge-Spannung Standard +/- 0,6 Volt in 25-mV-Schritten
CPU-VDDA-Spannung 2,25 - 3,1 Volt in 40-mV-Schritten
Speicher-Spannung 1,21 - 2,41 Volt in 20-mV-Schritten
HT-Spanung 1,10 - 1,46 Volt in 20-mV-Schritten
Northbridge-Spannung 0,95 - 1,45 Volt in 20-mV-Schritten

Für den Speicher stehen folgende Einstellungen bereit:

DRAM CAS# Latency 4 - 12
DRAM RAS# to CAS# Delay 5 - 12
DRAM RAS# PRE Time 5 - 12
DRAM RAS# ACT Time 15 - 30
DRAM READ to PRE Time 4 - 7
DRAM Row Cycle Time 11 - 41
DRAM WRITE Recovery Time 5 - 12
DRAM RAS# to RAS# Delay 4 - 7
DRAM READ to WRITE Delay 3 - 17
DRAM WRITE to READ Delay (DD) 2 - 10
DRAM WRITE to READ Delay (SD) 4 - 7
DRAM WRITE to WRITE Timing 3 - 10
DRAM READ to READ Timing 3 - 10
DRAM REF Cycle Time 90/110/160/300/350 ns
DRAM Refresh Rate 3,9/7,8 ms
DRAM Command Rate 1T/2T

Kommen wir nun zum Testsystem und den ersten Benchmarks bzw. Messungen.


 

Folgende Treiber kamen dabei zum Einsatz:

strom1

Der Stromverbrach im Idle-Betrieb ist etwas höher als beim direkten Konkurrenten aus dem Hause ASUS. Allerdings dürfte nicht einmal ein Watt weniger ins Gewicht fallen. Insgesamt zeigt sich der AMD-890FX-Chipsatz sehr sparsam.

strom2

Unter Last dann ein ähnliches Bild. Auch hier verbraucht das Gigabyte GA-890FXA-UD7 etwas mehr als das ASUS Crosshair IV Formula.


 

vantage1

vantage2

vantage3

vantage4

vantage5

vantage6

vantage7


 

cinebench

WPrime

H264


Das Gigabyte GA-890FXA-UD7 ist sicher eines der besten Mainboards auf Basis des AMD-890FX-Chipsatzes. Bisher kann kein Mainboard mit derart vielen Onboard-Features aufwarten. Egal ob bei den PCI-Express-Steckplätzen, den Anschlüssen für Massenspeicher oder der Anbindung von USB-Geräten, beim Gigabyte GA-890FXA-UD7 bleiben keine Wünsche offen. In Kauf genommen werden müssen dafür Maße des Mainboards, die nicht mehr ganz der ATX-Norm entsprechen.

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Dabei hat das Mainboard noch einiges mehr zu bieten. Allem voran sei hier die vormontierte Wasserkühlung genannt. Eigentlich kommt der neue AMD-Chipsatz in sämtlichen Ausführungen mit einer passiven Kühlung zurecht, allerdings kann die Vorbereitung auf eine Wasserkühlung sicher nicht schaden. Wer will, kann auch einen großflächigen passiven Kühler montieren.

Auch dem willigen Overclocker werden sämtliche Optionen geboten. Das BIOS stellt zahlreiche Optionen zur Verfügung, die in den ersten Versuchen ausreichend sind. Sicher wird der High-End-Overclocker wieder einige Funktionen vermissen, diese könnten aber von Gigabyte noch per BIOS-Update nachgereicht werden.

Mit einem Preis von knapp 200 Euro ist das Gigabyte GA-890FXA-UD7 sicher teurer als die meisten CPUs, die darauf eingesetzt werden. Wer auf einige PCI-Express-Steckplätze verzichten kann, dem empfehlen wir das Gigabyte GA-890FXA-UD5. Es ist gut 30 Euro günstiger in unserem Preisvergleich zu finden und bietet ansonsten identische Features wie der große Bruder.

Positive Aspekte des Gigabyte GA-890FXA-UD7:

Negative Aspekte des Gigabyte GA-890FXA-UD7:

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