Gigabyte EX58-UD4P

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aufmacherEin Core-i7-Mainboard mit einem 2-Unzen-Kupfer-PCB, Dynamic-Energy-Saver-Technik, reichhaltigen Overclocking-Funktionen und Onboard-Komponenten - genau das, was man für ein schnelles Core-i7-System benötigt. Wir testen Gigabytes neues EX58-UD4P auf Herz und Nieren und prüfen, wie es im Vergleich zu anderen X58-Mainboards abschneidet. Interessant sind insbesondere die implementierten Gigabyte-Features des Mainboards, wie die Ultra-Durable-3-Technik, die das Mainboard kühler halten soll und auch die Effizienz über eine geringere Impedanz fördern soll - wir sind gespannt.

Diverse Boards hatten wir in der Hardwareluxx [printed] schon im Test, und wie auch die bereits getesteten High-End-Boards ist auch die Gigabyte-Platine im Luxus-Bereich angesiedelt. Im Handel kostet das Board immerhin 217 Euro, damit gehört es sogar zu den günstigeren Platinen im Test. Der Core i7 ist momentan zumindest im Mainboardbereich noch kein Schnäppchen, hier gibt es deutlich attraktivere Platinen für den Core2.

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Allerdings haben die High-End-Platinen für den Core i7 natürlich auch einiges zu bieten: Neben den Nehalem-typischen Features wie dem Triple-Channel-Speicherinterface kann das Gigabyte EX58-UD4P beispielsweise mit CrossFireX und 3-Way-SLI umgehen, praktisch alle X58-Mainboards besitzen reichhaltige Overclocking-Features und eine reichhaltige Ausstattung. Nicht selten kommen weitere Besonderheiten wie Onboard-Power- und Resetschalter, Debug-LEDs und aufwändige Kühllösungen zum Einsatz. Die High-End-Platinen sind ihr Geld also Wert, wenn man von den Features tatsächlich einen Nutzen zieht.

Gigabytes X58-UD4P kommt im typischen "Gigabyte-Style" daher, wobei man zugunsten der blauen Optik nun die Dimm-Slots und SATA-Ports auch in einem blauen Farbton hält - das Board wirkt somit nicht mehr so bunt, wie die bisherigen Gigabyte-Mainboards:

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Einige Features des Boards sind schon hier zu erkennen: Die Heatpipekühlung, sechs Dimm-Speicherslots, drei PCIe-x16-Slots, diverse SATA-Ports. Auf den nächsten Seiten werden wir die Features und Besonderheiten des Boards vorstellen.

Der Lieferumfang in dem über 200 Euro teuren Paket beschränkt sich auf das Übliche:

Besondere weitere Beigaben finden sich nicht in der Verpackung. Auf der Treiber-CD befinden sich natürlich die Gigabyte-Tools Dynamic Energy Saver und Easy Tune, aber auch eine Testversion von Norton Internet Security, sowie der Acrobat Reader. Vollversionen werden nicht mitgeliefert.


Das Gigabyte EX58-UD4P besitzt natürlich den LGA-1366 als Sockel für den Core i7. Entsprechend der Spezifikation stellt das Board einen QPI-Link mit 6,4 GB/s zur X58-Northbridge zur Verfügung. Eingesetzt werden können also alle aktuellen Core-i7-Modelle, sowohl der kleine Core i7-920 wie auch das Topmodell, der Core i7-965.

Um den CPU-Sockel hat Gigabyte ausreichend Platz für ausladene Kühlkörper gelassen, die sowohl per Push-Pin-Befestigung als auch mit Verschraubung fixiert werden können. Anecken können die Kühkörper höchstens an der Northbridge- oder Mosfet-Kühlung, wobei diese recht niedrig gehalten wurde, um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden. Die Kondensatoren um den Sockel sind höchstens auf Sockelhöhe und somit kein Problem für die Kompatibilität.

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Die Heatpipe, die Gigabyte einsetzt, führt von der Southbridge über die Northbridge zu den Mosfets. In unserem Test gab es während der gesamten Testdauer keine Temperaturprobleme, selbst im übertakteten Zustand. Die seitlichen Spannungswandler werden von Gigabyte nur mit einer passiven Kühlung versehen, die allerdings auch vollkommen ausreicht. Gigabyte integriert eine sechsphasige Spannungsversorgung, die dynamisch lastbezogen Phasen hinzu- und abschalten kann, um die Effizienz zu erhöhen.

Der Core i7 besitzt ein Triple-Channel-Interface, somit sind auf neuen X58-Mainboards meistens sechs Speicherslots zu finden:

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Auch wenn der Core i7 offiziell nur DDR3-1066 unterstützt, bietet Gigabyte im Bios Support für weit aus höhere Taktraten bis 2,13 GHz. Taktraten bis DDR3-1866 sind dabei mit geeigneten Speichermodulen (1,65 V) ohne Probleme zu erreichen, einen Takt von mehr als 2 GHz erreicht man nur mit einer entsprechend guten CPU, da der Uncore-Taktbereich mit dem doppelten Speichertakt betrieben werden muss. Da der Uncore-Bereich aus QPI-Controller, Memory-Controller und L3-Cache besteht, ist es unwahrscheinlich, seine CPU mit 4 GHZ Uncore-Takt bei 2 GHz Speichertakt betreiben zu können. Meistens ist dies nur mit hoher Spannung und sehr guter Kühlung erreichbar, manche Prozessoren schaffen es selbst dann nicht. Unser Core i7 Sample selektierten wir aus mehreren CPUs, Taktraten auch über 2 GHz sind so erreichbar.

Wie immer findet man im Bereich der Southbridge die SATA-Ports, aber auch ein ATA/133-Anschluß wird über einen Zusatzcontroller geliefert:

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Die Anschlussleiste (Power, Reset, HDD-LED, Power-LED) für das Mainboard ist farblich codiert und kann somit auch ohne Handbuch bestückt werden. Daneben befinden sich Header für Frontanschlüsse oder ein Frontpanel am Gehäuse, zwei USB-Header (4 Ports) und zwei Firewire-Header (2 Ports) sind hier nutzbar.

Das Gigabyte EX58-UD4P unterstützt CrossFire und SLI, aber auch die Versionen mit drei und vier Grafikkarten, 3-Way-SLI und CrossFireX. Für eine optimale Lane-Verteilung sollte dabei der erste und zweite (hellblaue) PCIe-Port genutzt werden, denn hier stehen die vollen 16 Lanes zur Verfügung. Der PCIe-x16-Port darunter in orangener Farbe besitzt nur eine x8-Anbindung. Dies reicht zwar für den Multi-GPU-Betrieb aus, die blauen Ports bieten aber eine leicht höhere Performance.

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Neben den PEG-Slots bietet das Board auch noch einen PCIe-x1-Slot, der jedoch aufgrund der Position vor der Northbridge nur mit einer sehr kurzen Karte bestückt werden kann. Vorhanden ist weiterhin ein x4-Slot (volle Baulänge) und zwei PCI-Slots. Der Floppy-Port am unteren Ende des Mainboards wird von vielen Herstellern bereits wegrationalisiert, ist bei Gigabyte aber noch vorhanden.


Die I/O-Leiste des Gigabyte-Boards bietet zwar keine antiken Anschlüsse wie serielle und parallele Ports mehr, aber zumindest noch PS/2-Anschlüsse, falls eine alte Maus oder Tastatur weiterverwendet werden soll. Auch in anderen Punkten kann das Gebotene überzeugen, denn mit acht USB-Ports sollte der Bedarf gedeckt sein, der auf der Rückseite eines PCs entstehen kann. Zudem sind digitale und analoge Soundanschlüsse vorhanden, der Port des Gigabit-NICs und ein Firewire-Port.

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Wer genau hinsieht, findet zwischen den USB- und Firewire-Ports auch einen CMOS-Clear-Jumper. Dieser kann sich als praktisch erweisen, wenn das Gehäuse zugeschraubt ist und der Rechner aufgrund von zu aggressiven Overclocking-Settings nicht mehr anspringt. Ohne aufzuschrauben kann so der CMOS gelöscht werden.

Wie immer findet sich auf dem Gigabyte-Board ein "Gigabyte SATA2" gelabelter SATA-Controller. Er liefert zwei SATA-Ports, die auch im RAID 0 und 1 gekoppelt werden können, und den ATA/133-Port, der in Intels ICH10R nicht mehr enthalten ist. Auch im dritten Jahr nach der Wegrationalisierung des ATA-Ports wird also weiter fleißig der ATA-Port mit Zusatzchips auf das Mainboard gebracht.

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Zusätzlich zu den SATA-Ports durch den Zusatzcontroller kann Gigabyte natürlich auch auf die sechs SATA-Ports der ICH10R-Southbridge zurückgreifen, die im RAID 0, 1, 0+1 und 5 gekoppelt werden können. Auch Intels Matrix RAID ist einzurichten.

Ein Firewire-Controller ist auch auf dem Mainboard vorhanden, hier setzt man auf den typischen Texas Instruments 400mbit/s-Controller.

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Als Onboard-Netzwerk-Chip kommt ein Realtek RTL8111C zum Einsatz. Der Gigabit-Ethernet-Chip ist über PCI-Express angebunden und liefert gute Übertragungsraten bei akzeptabler CPU-Last. Für den Heim- und Gaming-Bereich ist er vollkommen ausreichend, ein zweiter Gigabit-Ethernet-Port ist nicht vorhanden. Ob man diesen benötigt, ist allerdings auch fragwürdig, da die meisten Anwender ihren Heim-PC nicht als Gateway für das Internet verwenden werden. Die meistens angebotenen Teaming-Fähigkeiten der Gigabit-Ports im Dualbetrieb erweisen sich meistens nicht als performancesteigernd, da eine andere Komponente (Switch, Festplatten) limitiert.

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Der typische Realtek-HD-Audio-Chip befindet sich natürlich auch auf dem Gigabyte-Board. Hier kommt ein Realtek ALC889A zum Einsatz, also ein 8-Kanal-HD-Audio-Codec, der mit 108 db Rauschabstand, 24 bit PCM, bis zu 192 kHz Sample Rate und Features wie Jack-Sensing zu den besseren Onboard-Sounds gehört. Er unterstützt allerdings nur EAX 1.0 und 2.0 - für Gamer, die die neusten EAX-Features nutzen möchten, bleibt somit nur der Griff zu einer Soundkarte.

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Wer hingegen nur seine PC-Boxen oder Kopfhörer an seinem PC verwendet, kann mit dem Onboard-Sound durchaus etwas anfangen, denn in unseren Messungen mit Rightmark Audio Analyzer lieferte der Sound-Chip durchweg gute Resultate.

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Nicht fehlen darf bei einem modernen Mainboard natürlich auch ein Reset-Button und ein Power-Schalter auf dem Board, was für allen Dingen das Finden von optimalen Einstellungen beim Übertakten erleichtert. Auf dem Mainboard befinden sich insgesamt sechs Fan-Header zum Anschluß von Lüftern, die größtenteils auch durch das Bios gesteuert werden können. Im Bild zu sehen ist auch die LED-Anzeige für die Anzahl der aktiven Phasen der Spannungsversorgung.


Das Herzstück eines jeden Mainboards ist das Bios, denn auch wenn reichhaltige Onboard-Features vorhanden sind und das Layout überzeugt, macht das Mainboard nur Spaß, wenn es auch stabil und zuverlässig läuft. Wir testeten das Bios in der Version F6, die unter diesem Link heruntergeladen werden kann.

Schön ist die Tatsache, dass Gigabyte ein Flashen direkt im Bios zulässt. Die entpackte Bios-Datei muss hierfür nur in das Stammverzeichnis der Festplatte oder auf einen USB-Stick gelegt werden, anschließend kann im Bios der Flashvorgang aktiviert werden. So ist ein Biosupdate einfach möglich, ohne Startdiskette oder ähnliche Umstände, die oftmals Zeit und Nerven kosten. Damit auch sicher geflashed wird, bietet Gigabyte DualBIOS, ein Ersatz-Bios, welches einspringt, falls der Hauptchip zerstört wird oder fehlerhafte Daten enthält.

Ein Bios-Update in Bildern:

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Die Bios-Screens in der Übersicht (Overclocking auf der nächsten Seite):

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Ein paar Dinge möchten wir hervorheben, die uns aufgefallen sind:

Insgesamt darf man Gigabyte bei dem Bios eine sehr gute Arbeit bescheinigen, die vorliegende Version F6 konnte sehr gut gefallen und reiht sich in die guten Biosversionen der X58-Mainboards von Gigabyte ein.

Die Overclocking-Fähigkeiten stehen immer im Focus eines Boards, erst recht bei unseren Lesern. So muss ein heutiges High-End-Mainboard immer Optionen anbieten, den Prozessor möglichst feinstufig zu übertakten, Spannungen möglichst genau einstellen zu können und auch die sonstigen Bereiche des Systems, wie Speichertimings und Bustaktraten, perfekt justieren zu können. Neben klassischen Herstellern von Overclocking-Platinen wie DFI und ASUS gesellt sich aber auch Gigabyte immer mehr in diesen Bereich, da man solide und sauber programmierte Biosversionen herausbringt, die hervorragende Overclockingoptionen mitbringen.

Die Overclocking-Optionen des Boards in der Übersicht:

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Die wichtigsten Overclocking-Funktionen:

Overclocker sollten mit diesen Einstellungen mehr als genug anfangen können, um ihr System bis an das Limit zu übertakten. Da jedoch beim Core i7 den Speichercontroller enthält, ist ein Overclockingerfolg hauptsächlich dem Können der CPU zuzuschreiben. Verwendet man einen Core i7 920 mit festem Multiplikator, kann man die CPU nur über eine Erhöhung der Base Clock Rate übertakten. Dies haben wir mit dem Gigabyte EX58-UD4P nachgestellt, um zu prüfen, ob das Mainboard mit hohen BCR-Taktraten zurecht kommt. In der Tat bootete das System noch mit einer Base Clock Rate von 210 MHz. Mit einem Core i7 920 (Standard-Multiplikator x20, Turbo: x21/x22) ist mit einer Base Clock Rate von 215 MHz ein Takt von 4,2 0Hz erreichbar, also mehr, als man mit normaler Kühlung oder Wasserkühlung erwarten kann.

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Insgesamt überzeugt das Board also beim Overclocking und ist für Performance-Fanatiker zu empfehlen.

Stabile Signalleitungen soll das Board durch die 2-OZ-Kupferleitungen im Inneren besitzen, hinzu kommt eine bessere Wärmeverteilung, da die zusätzliche Kupferschicht die Wärme besser von Hotspots weg leitet und das Board insgesamt kühler wird. Diese Besonderheiten sind leider sehr schwer messbar, da ein vergleichbares X58-Mainboard auch unterschiedliche Kühllösungen und Hotspots durch unterschiedliche Layouts besitzt.

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Durch Ultra Durable 3 gibt Gigabyte an, die Mainboard-Temperatur deutlich senken zu können, aber auch die Effizienz des Mainboards zu steigern. Wie der Stromverbrauch aussieht, schauen wir auf der nächsten Seite an.


Heutzutage ist der Stromverbrauch eines Produktes ein entscheidendes Kaufkriterium. Zwar würde niemand auf die Idee kommen, ein Mainboard nur auszutauschen, weil es ein Modell gibt, das 5% weniger Strom verbraucht, aber ein heizendes Mainboard mit schlechter Energiebilanz will bei einem Rechnerneukauf niemand im System haben.

Aus diesem Grund buhlen die Top-Mainboardhersteller mit entsprechenden Techniken um die Gunst des Kunden. Gigabyte nennt die eigene Technik Dynamic Energy Saver, aber auch ASUS und MSI bieten entsprechende Techniken an. Im Endeffekt funktionieren alle nach demselben Prinzip: Die Spannungswandler eines Mainboards arbeiten bei einer bestimmten Last am effizientesten. Wenn diese Last nicht zustande kommt, wird Strom verschwendet. Also schaltet ein Chip je nach Lastzustand Phasen hinzu oder ab, um das Mainboard immer im effizienten Bereich zu betreiben.

Gigabytes X58-UD4P besitzt eine sechsphasige Spannungsversorgung, die durch DES dynamisch geschaltet wird:

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Gigabytes Dynamic Energy Saver arbeitet allerdings nicht automatisch durch das Aktivieren im Bios, wie die CPU-eigenen Stromspartechniken EIST, C1E, Core Disable oder ähnliches. Hierfür muss eine Software installiert werden, die Gigabyte auf CD mitliefert. Das kleine Tool muss nach der Installation einmalig aufgerufen werden, um die Settings für das Mainboard vorzunehmen. Nach dem Schließen arbeitet es im "Stealth Modus", ist also nicht sichtbar und läd sich nach jedem Start neu.

Neben dem einfachen Aktivieren der Stromsparfunktion bietet Gigabyte auch die Option, die CPU-Spannung in drei Stufen zu reduzieren. In den meisten Fällen wir die niedrigeste Option (3) auch noch für einen stabilen Betrieb ausreichen. Von der Option CPU Throttling sollte man hingegen die Finger lassen, wenn man keine Performanceeinbußen in Kauf nehmen möchte, denn hier drosselt der Prozessor dauerhaft seinen Multiplikator.

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Der Stromverbrauch konnte in der Tat durch dieses Tool erheblich gesenkt werden. In der nachfolgenden Tabelle haben wir allerdings noch eine weitere Optimierung durchgeführt. Das Gigabyte EX58-UD4P bietet die Möglichkeit, die Spannungen für CPU VTT/QPI, IOH und ICH, den Speicher und die PLL-Spannungen unterhalb der eigentlich spezifizierten Werte anzusetzen. Mit einer Absenkung dieser Spannung und Beibehaltung der automatischen Einstellung für die CPU-Spannung gelang es, den Stromverbrauch weiter zu senken - auf bislang für den Core i7 nicht erreichte Werte.

Die folgenden Settings wurden vorgenommen:

Mit ein wenig Aufwand lässt sich so das System perfekt optimieren für einen niedrigen Stromverbrauch:

idle

last

Die Abstände vom Gigabyte-Board zu den bislang getesteten Mainboards waren uns zu hoch: Wir haben also erneut gemessen, kamen aber bei der Leistungsaufnahme für das Gesamtsystem immer auf dieselben Werte. In der Tat scheint das System, bestehend aus Core i7 965, 6 GB DDR3, GeForce 8800 GTX, Festplatte und CD-ROM mit dem Tagan SuperRock U33II-Netzteil deutlich weniger mit dem Gigabyte-Board zu verbrauchen, als mit den bislang getesteten sonstigen Boards. Das ASUS-Board wäre hier eventuell noch entschuldigt, da wir es mit einer recht frühen Biosversion schon vor vier Monaten getestet haben, die drei weiteren aufgeführten Boards stammen jedoch aus dem Test in der aktuellen Hardwareluxx [printed] 03/2009.

Interessant ist, dass zudem auch durch den Eingriff im Bios eine weitere Verbesserung erzielt werden konnte. Das Gigabyte-Board ist für die stromsparende Konfiguration eines Systems also sehr gut zu verwenden, ähnlich dem EP45-UD4P, welches wir für einen Stromvergleichs-Optimierungstest in der Hardwareluxx [printed] 02/2009 verwendet haben. Einen weitaus höheren Einfluß auf den Stromverbrauch als das Mainboard hat allerdings bekanntlicherweise die Grafikkarte, der Prozessor selber und natürlich das Netzteil. Ein stromsparendes Mainboard auszusuchen und dann ein SLI- oder CrossFiresystem mit einem Nicht-80-Plus-Netzteil zu kombinieren, macht also keinen Sinn.


16 X58-Mainboards haben wir bereits getestet, fast alle liegen in einem Leistungsspektrum. Dies ist einfach zu erklären - denn war bislang der Speichercontroller einer Intel-CPU noch in der Northbridge aufgehoben, hat Intel diese wichtige Komponente nun auch in die CPU integriert. Der Mainboardhersteller kann also nicht mehr an den Timings tricksen und beispielsweise die tRC des Chipsatzes niedriger einstellen, um das Mainboard ein Stückchen schneller bei Speicherzugriffen zu machen. Da der Speicher und der Prozessor selber die Performance maßgeblich beeinflussen, liegen fast alle Mainboards auf einem Performanceniveau.

Ein paar Ausreisser gibt es hingegen doch: Wenn ein Hersteller es quasi versäumt, eine Einstellung für die Command Rate ins Bios zu packen und das Board ständig mit einer Command Rate von 2 Zyklen läuft, ist es natürlich langsamer, als Mainboards, die diese Option bieten und den Speicher mit 1t Command Rate betreiben. Derartige Dinge kommen allerdings höchstens vor, wenn man ein Initial-Bios auf dem Board testet - bei ausgereiften Platinen ist auch dies kein Problem mehr.

Ähnliches passiert, wenn ein Mainboard beispielsweise den Turbo-Modus des Prozessors nicht aktiviert. Hier greifen wir jedoch ein und sorgen dafür, dass alle Modelle mit identischen Voraussetzungen (sprich Turbo-Modus an, EIST an, C1E an,...) ins Rennen gehen und sich somit keinen Vor- oder Nachteil holen, der nicht zu korrigieren wäre. Auch die Base Clock Rate als mögliche Performance-Option muss bei 133 MHz betrieben werden und beispielsweise nicht auf 135 MHz.

Aus diesem Grund wundert es nicht, dass alle Mainboards in einer Bandbreite liegen und die Unterschiede äußerst gering sind:

3dmark

cinebench

memory

Auch wenn es paradox klingt: Das Mainboard scheint wie im Falle der AM2-Prozessoren praktisch keine Performanceauswirkungen mehr zu haben, wenn der Hersteller sämtliche Optionen sauber implementiert. Probleme können höchstens bei 3D-Killern wie SLI oder Crossfire entstehen.


Gigabyte liefert mit dem EX58-UD4P ein tolles Mainboard mit sehr guten Funktionen. Bezogen auf das Layout gibt es nur die kleine Einschränkung, dass der x1-Port nicht für lange Karten nutzbar ist. Allerdings kann man sich noch mit dem x4-Port behelfen - und wer nicht mehr als eine Grafikkarte einsetzt, hat sowieso noch diverse andere PCIe-x16-Slots zur Auswahl. Kritikwürdig ist auch nicht der einzelne Gigabit-Ethernet-NIC, auch wenn viele Hersteller bereits Dual-LAN anbieten - denn schließlich nutzt man an dem heimischen Rechner nur selten mehr als eine Kabelverbindung.

Die gebotenen Features können überzeugen, aber insbesondere das Bios macht einen guten Eindruck. Die Version F6 ist bereits ausgereift und so ist es keine Probleme, das Board sinnvoll einzustellen und stabil zu betreiben.

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Freude wird man an dem Mainboard auch haben, wenn man übertakten will. Die gebotene Funktionsvielfalt ist als sehr gut einzustufen, ebenso scheint das Board mit einer hohen Base Clock Rate zurecht zu kommen. Die Spannungsversorgung ist auch auf Overclocking-Versuche ausgelegt und somit kann man hier zuschlagen, wenn man seinen Core i7 auf höhere Taktraten bringen will. Die Heatpipekühlung tut ihr übriges dazu, um das Board nicht nur auf guten Temperaturen zu halten, sondern auch noch lautlos zu kühlen.

Der Höhepunkt ist der Stromverbrauch des Boards, der wirklich hervorragend ist. Ob dies nun an dem guten Bios liegt, welches sämtliche Stromspartechniken von Intel effizient umsetzt, oder an den Gigabyte-Technologien, die man auf der Verpackung groß bewirbt, kann gerne diskutiert werden. Fakt ist aber, dass Gigabyte durch Dynamic Energy Saver noch ein paar Watt aus dem System herausholen kann und die qualitativen Komponenten, die man mit dem Schlagwort Ultra Durable 3 verkauft, tun sicherlich ihr übriges dazu. Letztendlich lässt sich aber auch noch selber Hand anlegen, um hier und da ein paar Watt weniger auf der Stromrechnung zu haben.

Verglichen mit den anderen getesteten Boards schlägt sich das Gigabyte hervorragend. Es ist in eine Kategorie einzuordnen mit den bisherigen Award-Gewinnern Biostar TPower X58, MSI X58 Eclipse und dem Gigabyte EX48 Extreme, wobei es auch durch den verhältnismäßig guten Preis von knapp 220 Euro überzeugen kann. Durch die hier gezeigte Leistung kann es sich aktuell aber an die Spitze unserer Empfehlungen setzen.

Positive Aspekte des Gigabyte EX58-UD4P:

Negative Aspekte des Gigabyte EX58-UD4P:

Da die beiden negativen Einschränkungen nur geringfügige Auswirkungen haben, verleihen wir dem EX58-UD4P unseren Excellent Hardware Award:

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