PCCOOLER GI-D66A im Test: Üppig beleuchtete Luftkühler-Premiere

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pccooler gi-d66a logoPCCOOLER möchte in Europa Fuß fassen - und startet unter anderem mit dem aufwendig beleuchteten Luftkühler GI-D66A. Die Bestückung mit gleich sechs Heatpipes und zwei 120-mm-Lüftern lässt auch auf eine gute Kühlleistung hoffen. 

Die Marke PCCOOLER gehört der Shenzhen Fluence Technology PLC, einem seit 2005 im Bereich PC-Komponenten aktiven Unternehmen. Zum Portfolio gehören nicht nur Luftkühler, AiO-Kühlungen und RGB-Lüfter, sondern auch PC-Gehäuse und Netzteile. PCCOOLER konzentriert sich nicht mehr nur auf den chinesischen Heimatmarkt, sondern bietet seine Produkte nach eigenen Angaben mittlerweile in über 35 Ländern an. Auch am deutschen Markt will man Fuß fassen. 

Als erstes Produkt von PCCOOLER können wir den GI-D66A testen. Hinter der kryptischen Bezeichnung verbirgt sich ein auffällig gestalteter Luftkühler mit zwei A-RGB-Lüftern und einer Kühlerabdeckung, die ebenfalls von A-RGB-LEDs beleuchtet wird. Die Beleuchtung kann wahlweise über den mitgelieferten Controller oder über ein geeignetes Mainboard mit 3-Pin-A-RGB-Anschluss gesteuert werden. Der Single-Tower-Kühler führt die CPU-Abwärme mit sechs Heatpipes zu den Kühlrippen. PCCOOLER sieht ihn für die Nutzung von Prozessoren mit einer TDP von bis zu 230 W vor. 

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Laut ersten Listungen im Preisvergleich soll der PCCOOLER GI-D66A rund 70 Euro kosten, wird also preislich durchaus als Oberklasse-Modell platziert. 

Spezifikationen
KühlernamePCCOOLER GI-D66A
Kaufpreis rund 70 Euro
Homepage www.pccooler.com
Kühlertyp Single-Tower-Kühler
Maße (inkl. Lüfter) 135 x 105 x 160 mm  (L x B x H)
Material Heatpipes: Kupfer
Kühlrippen: Aluminium
Heatpipes sechs 6-mm-Heatpipes, direkter Kontakt zum Prozessor
Serienbelüftung zwei 120-mm-Lüfter mit A-RGB-Beleuchtung, PWM, 1.000 bis 2.000 U/min
Sockel AMD: AM4, AM3(+), AM2(+), FM2(+), FM1
Intel: LGA 2066, 2011, 115x (und damit auch LGA 1200), 1366, 775
maximale TDP laut Hersteller 230 W

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Die Vorderseite der bunt gestalteten Verpackung lässt sich aufklappen. Dahinter kommt der Kühler mit montierten Lüftern zum Vorschein. Sowohl der Kühler als auch die Zubehörschachtel wurden ringsum durch Schaumstoff geschützt. 

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Die Zubehörbox ist gut gefüllt. PCCOOLER legt diverse Anleitungen, Montagematerial (einschließlich eines kleinen Maulschlüssels), eine Dosierspritze mit Wärmeleitpaste und einige Kabel und Adapter bei. Darunter ist ein Y-Adapter für die Lüfter, ein Adapter für die drei A-RGB-Elemente (Lüfter und Kühlerdeckel) und der A-RGB-Controller. Dieser Controller wird über einen Molex-Stecker mit Strom versorgt.

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Der GI-D66A steckt in einem schwarzen Kunststoffgehäuse. Die beiden Lüfter schließen direkt daran an und die Übergänge zwischen Kühler und Lüftern sind fließend. Dadurch wirken Kühler und Lüfter optisch als Einheit. 

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Die A-RGB-LEDs in der Lüfternabe beleuchten die milchig-weißen Rotorblätter der beiden 120-mm-Lüfter. An jedem Lüfter hängen ein PWM- und ein A-RGB-Kabel. 

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Der zweite Lüfter auf der Rückseite des Kühlers sorgt ab Werk für eine Push-Pull-Konfiguration. Er wird genauso beleuchtet wie der ansaugende Lüfter. PCCOOLER gibt für die PWM-Lüfter einen Drehzahlbereich von 1.000 bis 2.000 U/min an. Sowohl Minimal- als auch Maximaldrehzahl werden also relativ hoch angesetzt. 


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An der Seite lassen einige vertikale Schlitze im Kunststoffgehäuse die Alumininiumkühlrippen dahinter erahnen. Gerade in diesem Bereich lässt sich das Kunststoffgehäuse leicht eindrücken, es wirkt also nicht gerade robust. 

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Auch die Abdeckung des Kühlers besteht aus Kunststoff, sie zeigt sich aber hochglänzend. A-RGB-LEDs beleuchten sowohl das Logo im Zentrum als auch den Rahmen darum. 

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Gleich sechs 6-mm-Heatpipes suchen den direkten Kontakt zum Prozessor. Auf Intel-LGA-1200/115x-CPUs hängen die beiden äußeren Heatpipes aber fast vollständig in der Luft und können so kaum zur Kühlung beitragen. 

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Die beiden Lüfter werden nicht mit Lüfterklammern, sondern mit Kunststoffnasen befestigt. Das wirkt optisch harmonischer, sorgt aber dafür, dass man nicht einfach andere 120-mm-Lüfter montieren kann. 


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Für die Kühlermontage an der LGA-1200-Testplattform wird die Metall-Backplate mit Montagebolzen bestückt und mit hohen Rändelmuttern befestigt. Diese Rändelmuttern dienen gleichzeitig als Abstandshalter. Für beide Seiten des Mainboards liegen Kunststoff-Unterlegscheiben bei. Am Kühler müssen noch Montagebleche befestigt werden. Sie werden schließlich mit gefederten Montagehülsen auf den Montagebolzen befestigt. Die mitgelieferten Anleitungen könnten die Montage für unseren Geschmack noch detaillierter zeigen, nicht jeder Montageschritt ist darin wirklich eindeutig zu erkennen. 

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Um die Montagehülsen von oben schrauben zu können, müssen die Lüfter abgenommen werden. Deren Kabel werden eigentlich durch kleine Aussparungen in der Kühlerverkleidung nach unten geführt. Nach erfolgter Kühlermontage lassen sich die Kabel allerdings kaum mehr durch die Aussparungen drücken. Nach unseren Eindrücken erleichtert man sich die Lüftermontage, indem man die Lüfterkabel in den Aussparungen hängen lässt und die Lüfter zwar abzieht, aber nicht vollständig entfernt. Die Kunststoffverkleidung des Kühlers sitzt beim Testsystem auf dem oberen Spannungswandlerkühler auf. Wir haben mit Blick auf den Wärmeleitpastenabdruck sichergestellt, dass die CPU zumindest vollständigen Kontakt zum Kühler hatte. Ob der Anpressdruck wirklich optimal war, lässt sich allerdings nicht sagen. 

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Der ansaugende Lüfter blockiert an der Testplattform den ersten RAM-Slot. Wir haben deshalb den ersten Riegel entfernen müssen. An der Arbeisspeicherbestückung des Testsystems ändert das allerdings nichts, denn dieser Riegel beinhaltet keine Speicherchips (er ist Teil des Vengeance RGB Pro Light Enhancement Kits, leuchtet also nur).


Unser Testsystem soll die typische Wärmeentwicklung eines Gamingsystems abbilden. Als Prozessor dient deshalb Intel Core i5-10600K, ein Mittelklasse-Prozessor, der auch für häufig für Gaming-Systeme ausgewählt wird. Als Unterbau nutzen wir ein ASRock Z490 PG Velocita. Die vier scheinbaren RAM-Riegel sind eigentlich nur zwei - zwei weitere Slots werden mit "kosmetischen Modulen", dem Corsair Vengeance RGB Pro Light Enhancement Kit, belegt. Diese Module leuchten zwar, sind aber frei von Speicherchips. 

Das Testsystem findet in einem Corsair Carbide Series 678C Platz. Dieses Gehäuse erlaubt uns die Montage von 360-mm-Radiatoren im Deckel und bietet genug Platz für hohe Tower-Kühler. Wir lassen es von je einem 140-mm-Corsair-Lüfter an Front und Rückwand kühlen. Beide Gehäuselüfter arbeiten mit maximaler Drehzahl von rund 1.300 U/min. Die eher restriktive Fronttür des Silent-Gehäuses haben wir nicht nur geöffnet, sondern demontiert, der Frontlüfter muss die Frischluft so nur durch den Frontstaubfilter ansaugen. Damit haben die Gehäuselüfter ähnliche Voraussetzungen wie in einem Gehäuse mit luftiger Mesh-Front.

Hier das Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor Intel Core i5-10600K (fixiert auf 4,5 GHz, dem All-Core-Turbo-Takt)
Mainboard ASRock Z490 PG Velocita
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance RGB Pro DDR4 2x 8 GB 3.200 MHz (plus Vengeance RGB Pro Light Enhancement Kit)
Grafikkarte integrierte GPU
Systemlaufwerk Corsair Force Series MP510 M.2-SSD, 480 GB
Netzteil Corsair RM Series RM650 mit 650 W
Gehäuse Corsair Carbide Series 678C 
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-2
Gehäusebelüftung 1x Corsair 140-mm-Lüfter (Front)
1x Corsair 140-mm-Lüfter (Rückwand)
Betriebssystem Windows 10 Home

Für die Temperaturmessungen wird die Raumtemperatur auf 20 °C normiert und die aktuelle Abweichung dazu mit einem VOLTCRAFT IR 800-200 Infrarot-Thermometer gemessen. Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Konkret wird der intensive Small FTT-Test gestartet. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Aqua Computer aquasuite X. Konkret nutzen wir den Durchschnitt aller Kerntemperaturen und lesen in der Software den Maximalwert ab, der während des Durchgangs ermittelt wird. Als Wärmeleitpaste kommt Arctics Evergreen MX-2 zum Einsatz. Wir verteilen sie gleichmäßig mit einem WLP-Spachtel auf dem Heatspreader. 

Die Lautstärkemessung wird mithilfe eines VOLTCRAFT SL-400 Schallpegel-Messgerätes in 20 cm Abstand zur linken Gehäuseseite vorgenommen. Das schallgedämmte Gehäuse wird dafür geöffnet, die Gehäuselüfter werden gestoppt. So kann die Lautstärke der CPU-Lüfter bzw. der AiO-Kühlungen ohne Störeinflüsse von anderen Komponenten bestimmt werden. 

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.


Lautstärke in dB(A)

Maximale Drehzahl

db(A)
Weniger ist besser

Lautstärke in dB(A)

1000 U/min

db(A)
Weniger ist besser

Lautstärke in dB(A)

min. U/min

db(A)
Weniger ist besser

Die Push-Pull-Konfiguration mit zwei hochdrehenden Lüftern sorgt bei Maximaldrehzahl für einen hohen Schallpegel von über 47 dB(A). Bei 1.000 U/min sinkt der Schallpegel auf sehr viel verträglichere 31,5 db(A). Die Lüfter sind nur noch dezent hörbar. 1.000 U/min ist auch die offizielle Minimaldrehzahl. Am Testsystem konnten wir die Lüfter noch minimal weiter herunterregeln und mit 950 U/min betreiben. Der Schallpegel sinkt dadurch nur noch minimal, die Lüfter bleiben damit weiter dezent hörbar. 


Die Kühlleistung mit Serienlüfter ermitteln wir jeweils bei 1.000 Umdrehungen pro Minute und bei maximaler Drehzahl. 

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter

Weniger ist besser
1000 U/min

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter

Weniger ist besser
maximale Drehzahl

Auf dem Testsystem ordnet sich der PCCOOLER GI-D66A knapp hinter dem günstigen SilentiumPC Fera 5, aber auch knapp vor Noctuas NH-U12S redux im Single-Fan-Betrieb ein. Wenn der Noctua-Kühler mit zwei Lüftern betrieben wird, ist er allerdings leistungsstärker - genauso wie der SilentiumPC Fera 5 Dual Fan. Der GI-D66A wird auf dem LGA-1200-Prozessor sicher etwas dadurch ausgebremt, dass nur die vier inneren Heatpipes richtigen Kontakt zur CPU haben.

Weil das Lüftermontagesystem nur für die Serienlüfter zu gebrauchen ist, haben wir auf Messungen mit Referenzlüftern verzichten müssen. 


Wer auf der Suche nach einem auffällig beleuchteten Luftkühler ist, der könnte vom PCCOOLER GI-D66A in Versuchung geführt werden. A-RGB-LEDs beleuchten sowohl die beiden Lüfter als auch die glänzende Kunststoffabdeckung. Und die Beleuchtung kann flexibel entweder über ein geeignetes Mainboard oder aber auch über den mitgelieferten Controller mit drei Tasten gesteuert werden. Dazu wirkt der Kühler optisch auch harmonischer als viele Konkurrenzprodukte. Denn PCCOOLER verzichtet auf Lüfterklammern und lässt Kühler und Lüfter optisch als Einheit wirken. 

Die Montage der Lüfter mit Kunststoffnasen ist aber gleichzeitig auch ein Kritikpunkt. Denn die Montage von anderen Lüftern ist so nicht vorgesehen. Die Serienlüfter mit ihrer hohen Minimaldrehzahl von etwa 1.000 U/min können aber nicht lautlos betrieben werden. Für einen typischen Gaming-PC dürfte der Schallpegel vertretbar sein, wer Wert auf einen wirklich leisen PC legt, wird mit dem GI-D66A aber nicht glücklich werden. Die Kühlleistung wirkt solide und ist durchaus mit anderen Single-Tower-Kühlern vergleichbar. Diverse günstigere Konkurrenzmodelle kühlen die Test-CPU aber bereits mit einem Lüfter so gut wie der GI-D66A mit zwei Lüftern. 

Dass der GI-D66A seine Kühlleistung nicht ganz auf die Straße bringen kann, dürfte auch an der Gestaltung der Kontaktfläche liegen. PCCOOLER verbaut ganze sechs Heatpipes, die direkten Kontakt zur CPU haben sollen. Auf den kleinflächigen Intel LGA-1200/115x-CPUs haben aber nur die vier inneren Heatpipes richtigen Kontakt, die beiden äußeren hängen in der Luft. Weil der Kühler am Testmainboard auf dem oberen Spannungswandlerkühler aufliegt, war möglicherweise auch der Anpressdruck nicht ganz optimal.

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Kompatibilität kann aber auch an anderer Stelle ein kritisches Thema werden: Auf dem Testmainboard ragt der vordere Lüfter über den ersten RAM-Slot. Zumindest Arbeitsspeicher mit höherem Heatspreader konnten wir deshalb in diesem Slot nicht in Kombination mit dem GI-D66A nutzen. Die Montage des Kühlers ist eigentlich nicht besonders kompliziert, könnte aber in der Anleitung noch besser veranschaulicht werden. 

Von klassisch gestalteten Luftkühlern setzt sich der PCCOOLER GI-D66A optisch zwar ab, allerdings hat der Kühler auch Schwächen und ist nicht gerade günstig. 

Positive Aspekte des PCCOOLER GI-D66A:


Negative Aspekte des PCCOOLER GI-D66A: