Cooler Master MasterLiquid ML280 Mirror im Test: Spieglein, Spieglein an der Pumpe

Veröffentlicht am: von

cooler master masterliquid ml280 mirror logo

Die MasterLiquid ML280 Mirror ist eine 280-mm-AiO-Kühlung, die auf den ersten Blick durch den Unendlichkeits-Effekt im beleuchteten Pumpendeckel auf sich aufmerksam macht. Cooler Master verspricht aber auch eine hohe Kühlleistung und geringe Lautstärke. Wir klären im Test, ob die spiegelnde AiO-Kühlung in der Praxis wirklich überzeugen kann. 

Die MasterLiquid ML Mirror-Serie umfasst drei Modelle: Die MasterLiquid ML240 Mirror mit 240-mm-Radiator, das Top-Modell MasterLiquid ML360 Mirror mit 360-mm-Radiator und dazwischen noch die MasterLiquid ML280 Mirror mit zwei 140-mm-Lüftern und 280-mm-Radiator. Die SickleFlow-Lüfter aller drei Modelle sind unbeleuchtet. Was die Augen auf sich zieht, ist aber der Pumpendeckel. Cooler Master integriert nicht nur eine A-RGB-Beleuchtung, sondern auch noch Spiegel, die für einen Unendlichkeitseffekt sorgen. Die Beleuchtung kann sowohl über ein geeignetes Mainboard als auch über einen kleinen, mitgelieferten Controller gesteuert werden.

Cooler Master nutzt eine Pumpenlösung mit zwei Kammern und will damit sowohl für hohe Performance als auch eine geringe Laustärke sorgen. Die AiO-Kühlungen dieser Serie können auf einer breiten Auswahl an AMD- und Intel-Sockeln montiert werden. Auffälligste, aber nicht ungewöhnliche Ausnahme ist AMDs HEDT-Sockel TR4/TRX4.

» zur Galerie

Aktuell werden die MasterLiquid ML Mirror-Modelle ausschließlich über Amazon angeboten. Die MasterLiquid ML240 Mirror kostet rund 104 Euro, die von uns getestete MasterLiquid ML280 Mirror rund 108 Euro und die MasterLiquid ML360 Mirror rund 128 Euro. Die Preise fallen damit relativ moderat aus. 

Spezifikationen
KühlernameCooler Master MasterLiquid ML280 Mirror
Kaufpreis rund 108 Euro
Homepage www.coolermaster.com
Kühlertyp All-in-One Wasserkühlung mit 280-mm-Radiator
Maße Radiator (ohne Lüfter) 318 x 140 x 27,2 mm  (L x B x H)
Material Bodenplatte: Kupfer
Radiator: Aluminium
Schläuche textilummantelt
Serienbelüftung 2x 140 mm PWM, 650 bis 1.400 U/min
Sockel AMD: AM4, AM3+, AM3, AM2+, AM2, FM2+, FM2, FM1
Intel: LGA 2066, 2011-v3, 2011, 1200, 1151, 1150, 1155, 1156
maximale TDP laut Hersteller 230 W
Garantiedauerzwei Jahre

» zur Galerie

Als Zubehör legt Cooler Master der MasterLiquid ML280 Mirror das Montagematerial mit Kunststoff-Backplate, Anleitung und Garantiehinweise, eine Dosierspritze mit Wärmeleitpaste und einen Y-Adapter für die beiden Lüfter bei. Wer kein Mainboard mit A-RGB-Anschluss besitzt, der kann für die Beleuchtungssteuerung den ebenfalls mitgelieferten Controller nutzen. Über eine einzelne Taste lassen sich damit unterschiedliche Effekte durchschalten. Damit die Beleuchtung auch bei geschlossenem Gehäuse gesteuert werden kann, lässt sich die Reset-Taste mit dem Controller verbinden und als LED-Taste umfunktionieren. Zur Stromversorgung des Controllers wird ein freier S-ATA-Stromanschluss benötigt. 

» zur Galerie

Die AiO-Kühlung zeigt den typischen Aufbau mit Radiator, textilummantelten Schläuchen und einer Kühler-Pumpen-Einheit. 

» zur Galerie

Die rund geformte Kühler-Pumpen-Einheit hat ein Kunststoffgehäuse und zeigt oben den beleuchteten Pumpendeckel mit Unendlichkeitseffekt. Die Pumpe wird per 3-Pin-Anschluss mit Strom versorgt. Cooler Master gibt eine Betriebsspannung von 12 V an. Für den Test haben wir die Pumpe deshalb auch ausschließlich mit dieser Spannung betrieben. Ein zweites Anschlusskabel dient der Versorgung und Steuerung der Beleuchtung. 

» zur Galerie

Der Kontakt zur CPU wird über eine Kupferbodenplatte hergestellt. Je nach Sockel müsse noch die passenden Montagehalterungen an der Kühler-Pumpen-Einheit befestigt werden. Die gewinkelten Schlauchanschlüsse können seitlich gedreht werden und erleichtern so die Ausrichtung der Schläuche. 


» zur Galerie

Der Radiator zeigt sich wie bei Cooler Master üblich in einem kantigen Design. Gefertigt wird er aus Aluminium. Die Maße werden mit 318 x 140 x 27,2 mm  (L x B x H) angegeben, die Bauhöhe ist damit für eine AiO-Kühlung typisch. 

» zur Galerie

Die mitgelieferten SickleFlow-140-Lüfter zeigen sich unbeleuchtet, aber mit glänzendem und spiegelndem Cooler-Master-Aufkleber auf der Lüfternabe. Cooler Master gibt für die PWM-Lüfter einen Drehzahlbereich von 650 bis 1.400 U/min an. Am Testsystem konnten wir die Lüfter etwa im Bereich von 600 bis 1.400 U/min steuern. Bei 0-%-PWM-Regelwert stoppen die Lüfter. 

» zur Galerie

Zur Montage liegen Lüfterschrauben mit Rändelkopf bei, ein Schraubendreher wird für die Lüftermontage also nicht unbedingt benötigt. Gummiecken entkoppeln die Lüfter vom Radiator. 


» zur Galerie

Zur Montage auf Intel LGA 115x/1200 wird die mitgelieferte Kunststoff-Backplate hinter dem Mainboard platziert und mit Montagebolzen gesichert. 

» zur Galerie

Nachdem die passende Halterung an der Kühler-Pumpen-Einheit befestigt wurde, kann sie einfach mit Rändelmuttern auf diesen Montagebolzen befestigt werden. Am Testsystem bleibt trotz der seitlich sitzenden Schläuche noch etwas Luft zum ersten RAM-Slot.

» zur Galerie

Auch den 280-mm-Radiator konnten wir problemlos unter dem Deckel des Testgehäuses montieren. 


Unser Testsystem soll die typische Wärmeentwicklung eines Gamingsystems abbilden. Als Prozessor dient deshalb Intel Core i5-10600K, ein Mittelklasse-Prozessor, der auch für häufig für Gaming-Systeme ausgewählt wird. Als Unterbau nutzen wir ein ASRock Z490 PG Velocita. Die vier scheinbaren RAM-Riegel sind eigentlich nur zwei - zwei weitere Slots werden mit "kosmetischen Modulen", dem Corsair Vengeance RGB Pro Light Enhancement Kit, belegt. Diese Module leuchten zwar, sind aber frei von Speicherchips. 

Das Testsystem findet in einem Corsair Carbide Series 678C Platz. Dieses Gehäuse erlaubt uns die Montage von 360-mm-Radiatoren im Deckel und bietet genug Platz für hohe Tower-Kühler. Wir lassen es von je einem 140-mm-Corsair-Lüfter an Front und Rückwand kühlen. Beide Gehäuselüfter arbeiten mit maximaler Drehzahl von rund 1.300 U/min. Die eher restriktive Fronttür des Silent-Gehäuses haben wir nicht nur geöffnet, sondern demontiert, der Frontlüfter muss die Frischluft so nur durch den Frontstaubfilter ansaugen. Damit haben die Gehäuselüfter ähnliche Voraussetzungen wie in einem Gehäuse mit luftiger Mesh-Front.

Hier das Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor Intel Core i5-10600K (fixiert auf 4,5 GHz, dem All-Core-Turbo-Takt)
Mainboard ASRock Z490 PG Velocita
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance RGB Pro DDR4 2x 8 GB 3.200 MHz (plus Vengeance RGB Pro Light Enhancement Kit)
Grafikkarte integrierte GPU
Systemlaufwerk Corsair Force Series MP510 M.2-SSD, 480 GB
Netzteil Corsair RM Series RM650 mit 650 W
Gehäuse Corsair Carbide Series 678C 
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-2
Gehäusebelüftung 1x Corsair 140-mm-Lüfter (Front)
1x Corsair 140-mm-Lüfter (Rückwand)
Betriebssystem Windows 10 Home

Für die Temperaturmessungen wird die Raumtemperatur auf 20 °C normiert und die aktuelle Abweichung dazu mit einem VOLTCRAFT IR 800-200 Infrarot-Thermometer gemessen. Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Konkret wird der intensive Small FTT-Test gestartet. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Aqua Computer aquasuite X. Konkret nutzen wir den Durchschnitt aller Kerntemperaturen und lesen in der Software den Maximalwert ab, der während des Durchgangs ermittelt wird. Als Wärmeleitpaste kommt Arctics Evergreen MX-2 zum Einsatz. Wir verteilen sie gleichmäßig mit einem WLP-Spachtel auf dem Heatspreader. 

Die Lautstärkemessung wird mithilfe eines VOLTCRAFT SL-400 Schallpegel-Messgerätes in 20 cm Abstand zur linken Gehäuseseite vorgenommen. Das schallgedämmte Gehäuse wird dafür geöffnet, die Gehäuselüfter werden gestoppt. So kann die Lautstärke der CPU-Lüfter bzw. der AiO-Kühlungen ohne Störeinflüsse von anderen Komponenten bestimmt werden. 

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.


Lautstärke in dB(A)

Maximale Drehzahl

db(A)
Weniger ist besser

Lautstärke in dB(A)

1000 U/min

db(A)
Weniger ist besser

Lautstärke in dB(A)

min. U/min

db(A)
Weniger ist besser

Die maximale Drehzahl der 140-mm-Lüfter fällt mit 1.400 U/min recht moderat aus - entsprechend gehört die MasterLiquid ML280 Mirror bei maximaler Drehzahl auch zu den leiseren AiO-Kühlungen. Für den Alltagsbetrieb relevanter ist aber ohnehin der Schallpegel bei reduzierter Lüfterdrehzahl. Bei 1.000 U/min gehört das Cooler Master-Modell zu den etwas lauteren AiO-Kühlungen. Eine be quiet! Silent Loop 2 280mm, die ebenfalls mit 140-mm-Lüftern bestückt ist, bleibt beispielsweise etwas leiser. Bei minimaler Drehzahl von etwa 600 U/min werden die Lüfter noch einmal deutlich leiser, sie bleiben aber immer noch dezent hörbar. 

Das gilt genauso für die Pumpe, die wir konsequent bei der angegebenen Betriebsspannung von 12 V genutzt haben. In vielen Gaming-Systemen wird die MasterLiquid ML280 Mirror zwar nicht störend auffallen, für richtige Silent-Systeme ist sie aber nicht ideal. Unter den 280-mm-Modellen wirkt z.B. die be quiet! Silent Loop 2 280mm überzeugender. 


Die Kühlleistung mit Serienlüfter ermitteln wir jeweils bei 1.000 Umdrehungen pro Minute und bei maximaler Drehzahl. 

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter

Weniger ist besser
1000 U/min

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter

Weniger ist besser
maximale Drehzahl

Bei der Kühlleistung sieht es ähnlich wie beim Schallpegel aus: Die MasterLiquid ML280 Mirror liefert eine solide, aber keine überragende Vorstellung ab. Sie kann immerhin mit einigen leistungsschwächeren 360-mm-Modellen wie der be quiet! Pure Loop 360mm mithalten, muss sich aber den leistungsstarken 360-mm-Modellen und auch der be quiet! Silent Loop 2 280mm geschlagen geben.

Um die rohe Kühlleistung der Probanden fair vergleichen zu können, bestücken wir sie (wenn möglich) mit denselben Referenzlüftern. Als Referenzlüfter kommen je nach Montagemöglichkeit unterschiedliche Noctua-Modelle zum Einsatz: Vom Noctua NF-F12 PWM mit 120 mm und bis zu 1.500 Umdrehungen pro Minute über den NF-A14 PWM bis hin zum Noctua NF-A15 PWM. Für die Referenzmessungen haben wir an der MasterLiquid ML280 Mirror zwei Noctua NF-A14 PWM genutzt. 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter

Weniger ist besser
1000 U/min

Mit Referenzlüftern messen wir eine nur minimal niedrigere Temperatur als mit Serienlüftern (eine Differenz von 1 K).


Cooler Master bietet mit der MasterLiquid ML280 Mirror eine grundsolide AiO-Kühlung mit 280-mm-Radiator an. Besonders sticht die Gestaltung des Pumpendeckels mit A-RGB-Beleuchtung und Unendlichkeitseffekt hervor - auch, wenn vergleichbare Lösungen bereits bei einigen anderen AiO-Kühlungen umgesetzt wurden. 

Dass die 140-mm-Lüfter unbeleuchtet bleiben, wird den Nutzern gefallen, die eine eher zurückhaltende A-RGB-Beleuchtung bevorzugen. Die Beleuchtung im Pumpendeckel kann dafür flexibel über ein geeignetes Mainboard oder mit dem mitgelieferten Mini-Controller gesteuert werden - und zwar auch nutzerfreundlich über eine umfunktionierte Reset-Taste. Recht nutzerfreundlich und unkompliziert wirkt auch die Montage. Mit dem mitgelieferten Y-Adapter können die beiden Lüfter zudem einfach über einen einzelnen Lüfteranschluss gesteuert werden. 

Die Kühlleistung der MasterLiquid ML280 Mirror bewegt sich auf gutem, aber nicht überragendem Niveau. Es gibt durchaus leistungsstärkere 280- und erst recht 360-mm-Modelle. Ähnliches gilt auch für den Schallpegel. Die beiden 140-mm-Lüfter können zwar auf etwa 600 U/min heruntergeregelt werden, bleiben aber immer leicht hörbar. Dezent hörbar ist auch die Pumpe mit der Betriebsspannung von 12 V. 

» zur Galerie

Etwas leistungsstärker und bei Bedarf auch flüsterleise hat sich bei uns im Test zuletzt die be quiet! Silent Loop 2 280mm präsentiert. Dieses nachfüllbare 280-mm-Modell ist dafür allerdings aktuell auch etwa 20 Euro teurer. be quiet! verzichtet ebenfalls auf beleuchtete Lüfter. Der Pumpendeckel zeigt anstelle des Unendlichkeitseffekts gebürstetes Aluminium mit einer dezenten A-RGB-Beleuchtung am Rand. Ein intensiver beleuchtetes 280-mm-Modell mit noch günstigerem Preis gibt es in Form der SilentiumPC Navis EVO ARGB 280.

Die MasterLiquid ML280 Mirror fällt im Vergleich zu anderen Modellen vor allem durch ihre Optik und nutzerfreundliche Gestaltung auf. Bei Kühlleistung und Lautstärke kann sie sich hingegen nicht von der Konkurrenz absetzen. 

Positive Aspekte der Cooler Master MasterLiquid ML280 Mirror:


Negative Aspekte der Cooler Master MasterLiquid ML280 Mirror:

Preise und Verfügbarkeit
Cooler Master MasterLiquid ML280 Mirror
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar