Corsair Hydro X XG7 RGB auf der Radeon RX 6900 XT im Test

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corsair-hydro-x-xg7Mit dem Corsair Hydro X Series XG7 RGB schauen wir uns heute den dritten Kühler für die Radeon-RX-6000-Serie an. Corsair ist noch recht neu im Geschäft der Wasserkühlungen, bietet aber alle notwendigen Komponenten – vom kleinsten Anschluss, über Schläuche bis hin zu den Pumpen, Ausgleichsbehältern und den eigentlichen Kühlern. Wie gut die Hydro X Series auf der Radeon RX 6900 XT funktioniert, schauen wir uns auf den folgenden Seiten an.

An dieser Stelle sei auf die Tests des EK-Quantum Vector RX 6800/6900 D-RGB - AMD Radeon EditionEK-Quantum Vector TUF RTX 3080/3090 D-RGB auf einer ASUS TUF Gaming GeForce RTX 3080 OC und den Corsair Hydro X Series XG7 RGB auf einer ASUS ROG Strix GeForce RTX 3080 OC verwiesen. Mit dem EK-Quantum Vector RX 6800/6900 D-RGB - AMD Radeon Edition und Alphacool Eisblock Aurora Acryl GPX-A hat der Corsair Hydro X Series XG7 RGB gleich zwei direkte Konkurrenten. Diese beiden Modelle können wir auch direkt miteinander vergleichen.

Mit der MP600 Pro Hydro X bietet Corsair auch eine SSD an, die gleich mit einem Wasserkühler ausgestattet ist. Das US-amerikanische Unternehmen bietet inzwischen ein Vollsortiment für den PC-Bauer an. Einzig eigene Grafikkarten und Prozessoren hat man noch nicht im Programm, aber ansonsten kann der komplette Rechner mit Komponenten aus dem Hause Corsair bestückt werden.

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Wie für die meisten Full-Cover-Wasserkühler setzt Corsair auf einen Block aus Kupfer, der für die Kühlung verantwortlich ist. Da das Kupfer oxidieren bzw. eine Interaktion mit dem Wasser eingehen würde, wird das Kupfer vernickelt. Corsair führt das Wasser in zwei großen Schleifen zu einem zentralen Bereich über der GPU, wo es dann durch 50 dünne Kanäle geführt wird. Hier wird ein Großteil der Abwärme aufgenommen und im Wasser abtransportiert.

Der eigentliche Wasserkühler samt transparenter PMMA-Abdeckung deckt allerdings nicht das komplette PCB ab. Corsair verwendet eine weitere Abdeckung aus Aluminium, welche die komplette Karte umschließt. Dies gilt auch für die Backplate, die ebenfalls aus Kupfer gefertigt ist.

Technische Daten des Corsair Hydro X Series XG7 RGB
Corsair Hydro X Series XG7 RGB
Material Bodenplatte: Kupfer (vernickelt)
Material Deckel: PMMA
Dicke der Kühlfinnen: 50x 0,6 mm
Wasserkreislauf-Anschlüsse: 4x G1/4“
RGB-Anschluss: 3-Pin 5V (0,5A)
Abmessungen: 131 x 273 x 20 mm
Preis: 179,90 Euro

Preislich liegt der Corsair Hydro X Series XG7 RGB mit 179,90 Euro über der Konkurrenz in Form des Alphacool Eisblock Aurora Acryl GPX-A, der 131,00 Euro kostet und auch bei EK Water Blocks gibt es einen Full-Cover-Wasserkühler ab 129,90 Euro.

Das wären soweit die wichtigsten technischen Daten. Kommen wir nun zu den Details des Kühlers und der Montage.

Impressionen und Montage

Grundsätzlich ist die komplette Serie der "Hydro X Series XG7 RGB"-Kühler weitestgehend identisch. Einzig über entsprechende Vertiefungen und Erhebungen wird die Kompatibilität zu den verschiedenen Grafikkarten umgesetzt.

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Ein Blick auf den eigentlichen Kühler zeigt, dass dieser nicht die komplette Karte abdeckt, wohl aber die wichtigen Bereiche der GPU, der Speicherchips und der Spannungsversorgung. Der hintere Bereich des Kühlers ist ein großer Hohlraum, durch den einzig und alleine die Kabel für die RGB-Beleuchtung geführt werden. Damit bietet der Kühler ausreichend Platz für die großen Bauteile im hinteren Bereich des PCBs.

Corsair liefert seine Kühler mit vorinstallierten Wärmeleitpads und Wärmeleitpaste aus. Die Paste wird über eine Plastikabdeckung geschützt. Unten ist die Radeon RX 6900 XT ohne den von AMD vorgesehenen Kühler zu sehen. Der Hydro X Series XG7 RGB muss einfach nur auf das vorbereitete PCB aufgelegt und festgeschraubt werden.

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Am einfachsten ist es, wenn man den Kühler flach auf den Tisch legt und dann die Grafikkarte auflegt. Über die Löcher rund um die GPU ist die Ausrichtung am einfachsten möglich. An dieser Stelle sollte man darauf achten, dass die Kabel der RGB-Beleuchtung durch die entsprechende Öffnung geführt werden.

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Im nächsten Schritt kann die Backplate montiert werden. Corsair sieht für die Radeon RX 6900 XT keinerlei Wärmeleitpads rückseitig der GPU, Speicherchips und Spannungsversorgung vor. Womöglich war dies einer der Gründe, warum die Temperaturen des GDDR6X-Speichers im Test der Hydro X Series XG7 RGB auf der ASUS ROG RTX 3080 etwas höher ausgefallen sind. Eruieren konnten wir dies aber nicht mehr, da die Grafikkarte wieder zurück zum Hersteller musste.

Genau wie der Referenzkühler, wird auch der Hydro X Series XG7 RGB mit 22 Schrauben befestigt. Während die Backplate der Referenzversion diese teilweise verdeckt, werden sie für den Wasserkühler allesamt zusammen mit dieser verschraubt.

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Schaut man sich die Backplate im Detail an, wird das gebürstete Aluminium noch einmal deutlich. Darauf bringt Corsair eine Struktur an Dreiecken auf. Der Corsair-Schriftzug samt gelbem Quadrat sorgt für etwas Abwechslung.

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Komplett montiert zeigt sich der Hydro X Series XG7 RGB  auf der Radeon RX 6900 XT, wenngleich von der eigentlichen Karte bis auf den PCI-Express-Steckplatz nichts mehr zusehen ist.

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Das Wasser wird im Zu- und Ablauf (die Flussrichtung spielt dabei keine Rolle) jeweils in einem Bogen zu einem immer breiteren Kanal geführt, der direkt über der GPU in mehr als 50 Mikrofinnen aufgeteilt wird. Hier nimmt das Wasser die Abwärme der GPU direkt auf. Wie gut dem Kühler dies gelingt, schauen wir uns in den Temperaturmessungen an.

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Am Anschlussterminal wird der Wasserkühler mit dem Wasserkühlungskreislauf verbunden. Corsair verwendet Standardanschlüsse mit 1/4-Zoll-Gewinde. Beim Anschluss der Schläuche kann der Nutzer beliebig für Zu- und Ablauf wählen, allerdings dürfen beide niemals direkt gegenüber liegen, da das Wasser sonst gar nicht erst durch den Wasserkühler geleitet wird. Ansonsten hat man hier aber alle Freiheiten.

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Auf der Stirnseite und einer der Ecken finden sich dann noch einige Schriftzüge bzw. das Corsair-Logo, die das ansonsten eher schwarz und silbern gehaltene Design etwas auflockern.

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Obiges Bild zeigt den Hydro X Series XG7 RGB für die ASUS ROG Strix GeForce RTX 3080 OC. Für die Beleuchtung macht dies aber keinerlei Unterschied. Wir haben einen iCue Pro Controller verwendet, um die LEDs und die drei Lüfter auf dem Radiator anzusteuern. Auch auf dem schmalen Anschluss-Terminal befinden sich noch vier LEDs.

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Im Video sind einige interessante Dinge zu beobachten. So verzichtet Corsair in den beiden Schleifen der Wasserführung (Ab- und Zuführung) auf O-Ringe im mittleren Bereich und dichtet den Kühler nur am äußeren Rand ab. So kann man nun gut beobachten, wie ein Teil des Wassers eben nicht den geplanten Weg nimmt. Ob dies Auswirkungen auf die Kühlleistung hat, lässt sich nur schwer abschätzen.


An dieser Stelle sei auf den Test der Radeon RX 6900 XT verwiesen, die als größter Big-Navi-Ableger nach der Leistungskrone greift. Diese Karte stellt die Basis für den nun folgenden Test dar, denn wir haben das Referenzmodell auf die Wasserkühlung umgebaut und durch die Tests geschickt.

Weiterhin für den Test zum Einsatz gekommen sind:

Die Einstellungen für das Overclocking haben wir zum vorherigen Artikel übernommen.

Beginnen wir mit den Messungen im 3DMark Time Spy, wo wir über 20 Minuten die Temperaturverläufe aufgezeichnet haben.

3DMark Time Spy Loop - Durchschnitt und Hotspot

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Für den synthetischen Test im 3DMark Time-Spy-Loop verhält sich der Hydro X Series XG7 RGB ganz ordentlich und ist dem Wasserkühler von EKWB dicht auf den Fersen. Alle drei Wasserkühler liegen hier aber recht dicht beisammen und der Unterschied zur Luftkühlung ist gigantisch.

Cyberpunk 2077 - Durchschnitt und Hotspot

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In Spielen und damit in einem anderen Last-Profil sind dann der Wasserkühler von Alphacool und der Hydro X Series XG7 RGB nahezu gleichauf. Gerade bei höherer Leistungsaufnahme aber zeigt noch ein kleiner Unterschied zum Modell von Alphacool.

Cyberpunk 2077 - VRM-Temperatur

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Auch die VRM-Temperaturen haben wir uns angeschaut. Übertaktet haben wir allerdings nur den direkten Vergleich zwischen der luftgekühlten Variante und eben dem Hydro X Series XG7 RGB. Bei der Übertaktung sehen wir aber auch hier eine gute Leistung des Wasserkühlers von Corsair. Vor allem werden die Temperaturen durch die Wasserkühlung im Vergleich zur Luftkühlung halbiert – egal welcher Hersteller für den Wasserkühler zum Einsatz kommt.

Cyberpunk 2077 - VRAM-Temperatur

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Ein ähnliches Bild zeigt sich schlussendlich auch noch bei den Messungen des GDDR6-Speichers. Da das Auslesen der GDDR6-Temperaturen noch nicht so lange möglich ist, fehlt uns auch hier der Vergleich. Aber man kann gut den Unterschied zwischen der Luft- und Wasserkühlung erkennen.


Der Hydro X Series XG7 RGB konnte im Test auf der ASUS ROG Strix GeForce RTX 3080 OC nicht vollends überzeugen. Vor allem vereinzelt höhere Temperaturen, beispielsweise des Speichers, hinterließen doch einige Fragezeichen. Leider konnten wir nicht mehr eruieren, ob ein Weglassen der Backplate bzw. der Wärmeleitpads geholfen hätte. Man muss jedoch auch sagen, dass insgesamt deutlich niedrigere Temperaturen überzeugen konnten.

Beim Hydro X Series XG7 RGB auf der Radeon RX 6900 XT sehen wir zumindest das Problem der höheren Speichertemperaturen nicht mehr. Insgesamt hinterlässt er in der Kühlleistung einen guten Eindruck. Vor allem, wer bisher die Temperaturen einer luftgekühlten Karte gewohnt war, wird das deutlich niedrigere Temperaturniveau mit dem Wasserkühler von Corsair zu schätzen wissen.

Es sei aber auch angemerkt, dass egal ob Alphacool, Corsair oder EK Water Blocks: Die Temperaturen gehen stark in den Keller und die Unterschiede zwischen den einzelnen Kühlern sind nur gering. Wer der Radeon RX 6900 XTvor allem  auch noch etwas mehr Leistung abringen möchte, der sollte die Modelle von Alphacool und Corsair näher ins Auge fassen.

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Die Montage des Hydro X Series XG7 RGB ist sehr einfach. Corsair befestigt die Wärmeleitpads bereits auf dem Kühler. Auch die Wärmeleitpaste ist bereits aufgebracht. Alles was der Nutzer tun muss, ist den originalen Kühler zu demontieren und dann den Hydro X Series XG7 RGB zu befestigen. Dazu werden 22 identische Schrauben verwendet und auch auf Unterlegscheiben wird verzichtet. Eine Verwechselung ist also ausgeschlossen. Fehler kann man dabei eigentlich nicht machen. Auf unterschiedlich dicke Wärmeleitpads muss man nicht mehr achten. Die Hürde der Montage sollte jeder meistern können, der nicht über zwei linke Hände verfügt.

Wenn man Corsair eines ankreiden kann, dann ist dies die Preisgestaltung. 179,90 Euro kostet der Hydro X Series XG7 RGB bei Corsair direkt. Einige Euro kann man sparen, wenn man sich im freien Handel bedient. Aber selbst dann ist man noch immer mehr als 40 Euro teuer als die Konkurrenz. Der Alphacool Eisblock Aurora Acryl GPX-A kostet 131,00 Euro, den günstigsten Full-Cover-Block von EK Water Blocks gibt es ab 129,90 Euro. Ähnlich verhält es sich auch für die weiteren Komponenten für eine Wasserkühlung von Corsair.

Positive Aspekte des Hydro X Series XG7 RGB:

Negative Aspekte des Hydro X Series XG7 RGB:

Preise und Verfügbarkeit
Corsair Hydro X XG7 RGB
138,81 Euro Nicht verfügbar Ab 138,81 EUR