Corsair iCUE H150i Elite Capellix im Test: Die LED-Offensive

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Corsair setzt die extra-hellen Capellix-LEDs nun auch für AiO-Kühlungen ein. Und wir können direkt zum Launch der Elite Capellix-Serie klären, wie intensiv das Top-Modell iCUE H150i Elite Capellix beleuchtet ist - und ob es auch mit hoher Kühlleistung überzeugen kann. 

Kaum ein PC-Produkt wird mittlerweile mehr ohne Beleuchtung angeboten. Wie intensiv die Beleuchtungswirkung ist, hängt maßgeblich von den verbauten LEDs ab. Corsair hat in Zusammenarbeit mit dem LED-Hersteller Primax die sogenannten Capellix-LEDs entwickelt. Sie können direkt auf dem PCB aufgebracht werden und benötigen so besonders wenig Platz. Auf gleicher Fläche sind so mehr LEDs möglich. Außerdem sollen Capellix-LEDs um bis zu 60 % heller leuchten und effizienter sein. 

Wir konnten bereits einige Corsair-Produkte mit Capellix-LEDs testen - konkret den Arbeitsspeicher Dominator Platinum RGB White und die drahtlose Tastatur K57 RGB Wireless. Mit der neuen Elite Capellix-Serie bietet Corsair nun erstmalig auch AiO-Kühlungen mit Capellix-LEDs an. Corsair integriert gleich 33 Stück davon in die Abdeckung der Pumpe und verspricht dort eine besonders intensive Beleuchtung mit gleich 21 Beleuchtungszonen. Auch die Lüfter werden bunt beleuchtet - aber von je acht konventionellen RGB-LEDs. 

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Die Elite Capellix-Serie startet mit drei Modellen. Die iCUE H100i Elite Capellix ist mit ihrem 240-mm-Radiator das Modell, das in den meisten Gehäusen Platz findet. Eine noch höhere Performance versprechen iCUE H115i Elite Capellix mit 280-mm-Radiator und iCUE H150i Elite Capellix mit 360-mm-Radiator. Alle Modelle werden mit einem iCUE Commander CORE für die Kontrolle und Steuerung der AiO-Kühlung ausgeliefert - damit wird die Nutzung von Corsairs iCUE-Software vorausgesetzt.

Die iCUE H100i Elite Capellix soll 159,99 Euro, die iCUE H115i Elite Capellix 169,90 Euro und die iCUE H150i Elite Capellix schließlich 189,90 Euro kosten. 

Im ausgepackt & angefasst-Video werfen wir einen ersten Blick auf die AiO-Kühlung:

Spezifikationen
KühlernameCorsair iCUE H150i Elite Capellix
Kaufpreis 189,90 Euro
Homepage www.corsair.com
Kühlertyp All-in-One Wasserkühlung mit 360-mm-Radiator
Maße Radiator (ohne Lüfter) 397 x 120 x 27 mm (L x B x H)
Material Bodenplatte: Kupfer
Radiator: Aluminium
Schläuche textilummantelt
Serienbelüftung 3x ML120 RGB Series, PWM-Lüfter mit 400 bis 2.400 U/min und Lüfterstop
Sockel AMD: AM4, sTR4, sTRX4
Intel: LGA 1200, 115x (1150, 1151, 1155, 1156), 20xx (2066, 2011-3, 2011)
Garantiedauerfünf Jahre

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Zum Lieferumfang gehören das Montagematerial, das Corsair säuberlich nach Sockel vorsortiert hat, Anleitung, Garantiehinweise, ein alternativer Deckel für die Pumpenbeleuchtung, ein kleiner Inbus-Schlüssel für den Wechsel dieses Deckels sowie ein Controller, an dem Lüfter, Beleuchtung und Pumpe angeschlossen werden. Der Controller kann mit ebenfalls mitgeliefertem, doppelseitigem Klebeband am Mainboard-Tray befestigt werden. 

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Optisch erinnert die iCUE H150i Elite Capellix (zumindest ohne aktive Beleuchtung) an die iCUE H150i RGB PRO XT. Auch das neue Modell kombiniert einen kantig gestalteten Radiator, textilummantelte Schläuche und eine Kühler-Pumpen-Einheit. Im Detail zeigen sich aber doch Unterschiede.

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Das gilt besonders für die Kühler-Pumpen-Einheit. Bei der iCUE H150i Elite Capellix werden ganze 33 Capellix-LEDs in den Deckel integriert. Die transparente Kunststoff-Abdeckung kann demontiert und durch das mitgelieferte Alternativ-Cover ersetzt werden. An der Kühler-Pumpen-Einheit hängt ein 3-Pin-Anschluss, mit dem das Tacho-Signal der Pumpe vom Mainboard ausgelesen werden kann. Ein breiter Sonderstecker verbindet die Kühler-Pumpen-Einheit mit dem mitgelieferten Controller. Laut Corsair soll die verbaute Zentrifugalpumpe ein geringes Betriebsgeräusch erzeugen und für einen Durchfluss von bis zu 0,82 L/min sorgen. Über iCUE kann die Pumpendrehzahl in drei Stufen (Leise, Balanciert und Intensiv) angepasst werden. Sie variiert dadurch zwischen etwa 2.200 und 2.650 U/min. 

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Im Kühlerinneren soll eine Kühlrippendichte von 128 Stück pro Zoll für eine hohe Kühlleistung sorgen. Bereits ab Werk klebt Wärmeleitpaste am Kupferboden des Kühlers. Allerdings wird bei Weitem nicht die gesamte Fläche abgedeckt und auch keine Ersatz-Wärmeleitpaste mitgeliefert. Wer den Kühler auf einer großflächigen CPU montieren will benötigt genauso zusätzliche Wärmeleitpaste wie ein Nutzer, der den Kühler nicht nur einmal montiert.


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Der 360-mm-Radiator wird aus Aluminium gefertigt und misst 397 x 120 x 27 mm (L x B x H).

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Corsair verzichtet bei den 120-mm-Lüftern zwar auf Capellix-LEDs, die Rotoren der ML RGB-Lüfter werden aber immerhin von je acht adressierbaren LEDs beleuchtet. Die Lüfter werden über PWM gesteuert - und zwar im Bereich von 400 bis 2.400 U/min. Auch ein Lüfterstop ist möglich. Auf eine Lüfterentkopplung muss hingegen verzichtet werden. 

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Der iCUE Commander CORE ist letztlich die Zentrale der ganzen AiO-Kühlung. Hiermit werden die Lüftermotororen, die Lüfter-LEDs und die Pumpe verbunden. Für Lüfter stehen insgesamt sechs PWM-Anschlüsse zur Verfügung. Genauso so viele Anschlüsse gibt es für Corsair A-RGB-Produkte. Die Datenverbindung zum PC wird per internem USB-2.0-Pfostenstecker hergestellt. Zur Stromversorgung dient ein S-ATA-Stromstecker. 

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Die Montage auf Intels Mainstream-Sockeln ist unkompliziert. Die Backplate wird mit Montagebolzen gesichert, auf der anderen Seite der Bolzen wird die Kühler-Pumpen-Einheit mit Rändelmuttern gesichert. Auf dem Test-Mainboard bleibt genug Abstand zwischen den seitlich sitzenden Schläuchen und den RAM-Slots. 

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Auch die Montage des schlanken 360-mm-Radiators war im Testsystem unproblematisch. Die zahlreichen Kabel werden fast alle zum iCUE Commander CORE geführt, dadurch lassen sie sich relativ geordnet verlegen. 


Unser Testsystem soll die typische Wärmeentwicklung eines Gamingsystems abbilden. Als Prozessor dient deshalb Intels Core i7-4790K, ein beliebter Prozessor für leistungsstarke Spielerechner. Er findet seinen Platz auf einem ASUS Z97-DELUXE(NFC & WLC). Netzteil und Grafikkarte werden passiv gekühlt, um den subjektiven Höreindruck nicht zu beeinträchtigen. Untergebracht wird das Testsystem in NZXTs H630. Der Full-Tower bietet mehr als genug Platz für die höchsten Prozessorkühler und ermöglicht uns auch, größere AiO-Wasserkühlungen zu testen. Das schallgedämmte H630 wurde nicht kompromisslos auf Kühlleistung hin optimiert, sondern soll eher einen ausgewogenen Kompromiss aus Kühlleistung und Lautstärke bieten. Mit dieser Auslegung ähnelt es beispielsweise den beliebten Define-Modellen von Fractal Design.


Hier das neue Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor Intel Core i7-4790K (4,2 GHz)
Mainboard ASUS Z97-DELUXE(NFC & WLC)
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance LP 16 GB DDR3-Kit
Grafikkarte Sapphire Radeon HD 7750 Ultimate 
Systemlaufwerk OCZ ARC 100 240GB
Netzteil Seasonic Platinum Fanless 460W
Gehäuse NZXT H630
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-2
Gehäusebelüftung 1x Noctua NF-A15 PWM (Front)
1x Noctua NF-A14 PWM (Rückwand)
Betriebssystem Windows 10 Home

Die beiden werkseitigen Gehäuselüfter wurden durch hochwertige Lüfter von Noctua ersetzt. Sowohl der Frontlüfter vom Typ NF-A15 PWM als auch der NF-A14 PWM an der Rückwand werden per PWM-Steuerung mit 1.000 U/min betrieben. Im Endeffekt wird so für die Gehäuselüfter ein sinnvoller Kompromiss aus ausreichender Kühlleistung und moderater Lautstärke erreicht, die Testbedingungen werden also schlicht möglichst realistisch gestaltet. Ein zu intensiver Einfluss der Gehäuselüfter wird genauso ausgeschlossen wie ein Hitzestau im Gehäuse.   

Die Lautstärkemessung wird mithilfe eines VOLTCRAFT SL-400 Schallpegel-Messgerätes in 20 cm Abstand zur linken Gehäuseseite vorgenommen. Das schallgedämmte Gehäuse wird dafür geöffnet, die Gehäuselüfter werden gestoppt. So kann die Lautstärke der CPU-Lüfter bzw. der AiO-Kühlungen ohne Störeinflüsse von anderen Komponenten bestimmt werden. Für die Temperaturmessungen wird die Raumtemperatur auf 20 °C normiert und die aktuelle Abweichung dazu mit einem VOLTCRAFT IR 800-200 Infrarot-Thermometer gemessen. Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Konkret wird der intensive Small FTT-Test gestartet. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Log-Funktion des Tools CoreTemp, wobei das arithmetische Mittel der maximal erreichten Temperatur in unsere Diagramme übernommen wird (abzüglich einer eventuellen Differenz zur normierten Raumtemperatur). Als Wärmeleitpaste kommt Arctics Evergreen MX-2 zum Einsatz. Wir verteilen sie gleichmäßig mit einem WLP-Spachtel auf dem Heatspreader. 

Folgende Tools kamen bei den Messungen zum Einsatz:

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.


Lautstärke in dB(A)

1000 U/min

31.5 XX


32.3 XX


32.9 XX


34.8 XX


db(A)
Weniger ist besser

Lautstärke in dB(A)

Maximale Drehzahl

38.4 XX


44.4 XX


52.6 XX


54.2 XX


db(A)
Weniger ist besser

Dass die drei 120-mm-Lüfter bei vollen 2.400 U/min richtig laut werden, ist keine Überraschung. Bei 1.000 U/min hängt der Schallpegel hingegen entscheidend von der Pumpendrehzahl ab. Bei maximaler Pumpendrehzahl wird die iCUE H150i Elite Capellix lauter als die meisten AiO-Kühlungen, das Pumpensurren ist auch subjektiv klar hörbar. Mit minimaler Pumpendrehzahl ordnet sich Corsairs AiO-Kühlung hingegen im Mittelfeld ein. Dieses Verhalten konnten wir so auch schon bei der iCUE H150i RGB PRO XT messen.


Im nächsten Testszenario begutachten wir die Leistung des Kühlers mit dem Serienlüfter bzw. den Serienlüftern bei jeweils 1.000 Umdrehungen pro Minute und bei maximaler Drehzahl. Für AiO-Kühlungen nehmen wir für die Kühlleistungsmessungen den Gehäusedeckel ab, weil er die Kühlleistung unverhältnismäßig stark reduziert.

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter

53 XX


Weniger ist besser
1000 U/min

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter

48 XX


Weniger ist besser
maximale Drehzahl

Die beiden H150i-Modelle ähneln sich nicht nur mit Blick auf die Lautstärke, sondern auch bei der Kühlleistung. Bei maximaler Drehzahl setzen sie sich mit an die Spitze des Testfelds, bei 1.000 U/min wird eine gute Performance abgelifert.


Um die rohe Kühlleistung der Probanden fair vergleichen zu können, haben wir alle Kühler mit denselben Referenzlüftern bestückt. Als Referenzlüfter kommen die leistungsstarken Noctua NF-A15 PWM mit 105-mm-Lochabstand und bis zu 1.200 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Falls diese keinen Platz am Kühlkörper finden, greifen wir auf die kleineren Noctua NF-F12 PWM mit 120 mm und bis zu 1.500 Umdrehungen pro Minute zurück. Bei Kühlern und Radiatoren mit Platz für echte 140-mm-Lüfter mit 140-mm-Bohrungen können wir die NF-A14 PWM einsetzen.

Für die Referenzmessungen haben wir drei Noctua NF-F12 PWM genutzt. 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter

Weniger ist besser
600 U/min

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter

Weniger ist besser
1000 U/min

Bei 1.000 U/min profitiert die iCUE H150i Elite Capellix von den Noctua-Lüftern und kann sich auch im Vergleich zur Konkurrenz noch etwas besser platzieren. Bei 600 U/min schlagen sich hingegen mehrere Konkurrenten doch noch etwas besser. 


Bei der iCUE H150i Elite Capellix ging es Corsair vor allem darum, die Optik - und ganz konkret die Beleuchtung - weiter zu optimieren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Kombination aus drei ML120 RGB-Lüftern und der Pumpenabdeckung mit gleich 33 Capellix-LEDs sorgt nicht nur für eine leuchtstarke, sondern auch für eine sehr flexible Beleuchtung. Besonders die 21 Beleuchtungszonen im Deckel sorgen für viel Spielraum bei der individuellen Gestaltung der Beleuchtung. Die Capellix-LEDs im Pumpendeckel werden harmonisch von den Standard-A-RGB-LEDs in den Lüftern ergänzt.

Gesteuert wird die Beleuchtung in gewohnter Weise über Corsairs iCUE-Software. Der mitgelieferte iCUE Commander CORE stellt dabei nicht nur die Schnittstelle für die Beleuchtung, sondern auch für die Lüftermotoren und die Pumpe dar. Dadurch können die zahlreichen Kabel relativ geordnet verlegt und die Überwachungs- und Steuerungsmöglichkeiten für Pumpe, Lüfter und Beleuchtung unter einem Dach vereint werden. Ganz frei von Kritik ist speziell die Lüftersteuerung über iCUE nicht. Sie reagiert sehr träge, bei manueller Vorgabe des PWM-Werts liegt der Minimalwert zudem bei 40 %. Das entspricht rund 1.000 U/min - der kleinste Regelwert liegt also weit oberhalb der Minimaldrehzahl der Lüfter (400 U/min). Hier sollte Corsair noch durch ein Software-Update nachbessern und den Minimalwert für die Vorgabe eines festen Prozentsatzes absenken. Das vordefinierte "Leise"-Profil ermöglicht auch jetzt schon einen Betrieb mit rund 470 U/min. 

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Die Kühlleistung zeigt sich auf gewohnt hohem Niveau - und ist vergleichbar mit dem, was Corsair bereits in Form der iCUE H150i RGB PRO XT geboten hat. Allerdings teilen sich diese beiden 360-mm-AiO-Kühlungen auch den Kritikpunkt der Pumpenlautstärke. Bei maximaler Drehzahl wird die Pumpe so laut, dass sie bei geringer und moderater Lüfterdrehzahl zu hören ist. Die kleinste Pumpenregelstufe kann zum Glück genutzt werden, ohne dass die Kühlleistung erkennbar sinken würde. Bei moderater Lüfterdrehzahl geht das Pumpengeräusch im Lüftergeräusch unter. Bei ansonsten leiser Umgebung ist die Pumpe allerdings auch auf kleinster Regelstufe zu hören.

Wer Wert auf eine noch leisere Pumpe legt, könnte über ein aktuelles Asetek-Modell wie beispielsweise die Fractal Design Celsius+ Prisma-Serie oder die aktuellen NZXT Kraken X- und Z-Modelle nachdenken. Die Fractal Design Celsius+ S36 Prisma mit 360-mm-Radiator liegt im gleichen Preisbereich wie die iCUE H150i Elite Capellix und illuminiert ebenfalls Pumpendeckel und Lüfter. Kraken X73 und Z73 als NZXTs aktuelle 360-mm-Modelle müssen ohne Beleuchtung auskommen, die hochpreisige Z73 bietet dafür ein Display im Pumpendeckel. Im Vergleich kann Corsair zudem mit dem iCUE Commander CORE punkten - gerade, wenn noch weitere Corsair RGB-Lüfter im Gehäuse verbaut und darüber gesteuert werden sollen.

Corsair kann mit der iCUE H150i Elite Capellix letztlich eine nutzerfreundliche, sehr leistungsstarke und vor allem auch besonders eindrucksvoll beleuchtete 360-mm-AiO-Kühlung anbieten. Zumindest Silent-Enthusiasten werden sich aber eine noch etwas leisere Pumpe wünschen.

Positive Aspekte der Corsair iCUE H150i Elite Capellix:


Negative Aspekte der Corsair iCUE H150i Elite Capellix: