EK-AIO 120 D-RGB im Test: Kleine AiO-Kühlung vom großen DIY-Spezialisten

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ek-aio 120 d-rgb logoEK Water Blocks ist einer der großen Namen im Eigenbau-Wasserkühlungsbereich. Doch mit einer neuen Serie sollen jetzt auch die Kunden versorgt werden, die auf der Suche nach einer unkomplizierten AiO-Kühlung sind. Wir finden im Test heraus, ob die kleine EK-AIO 120 D-RGB überzeugen kann.

Wenn ein DIY-Spezialist (DIY - Do it yourself) eine AiO-Kühlung auf den Markt bringt, stellt sich vor allem eine Frage: Wie viel DNA aus den Eigenbau-Produkten fließt in die AiO-Kühlung ein? Alphacool nutzt beispielsweise für seine Eisbaer-Modelle überwiegend Komponenten aus dem DIY-Regal und stellt sicher, dass diese AiO-Modelle sowohl erweiterbar als auch nachfüllbar sind. EK Water Blocks beschreitet bei den EK-AIO-Modellen nun aber einen anderen Weg.

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Diese Serie entspricht viel mehr klassischen AiO-Kühlungen. Der Kreislauf ist geschlossen, er kann weder erweitert noch nachgefüllt werden. Und anstelle eines Kupferradiators wird ein günstigerer Aluminiumradiator genutzt. Dafür hat EK Water Blocks Wert auf Design und Style gelegt. Das macht nicht nur die Verpackung, sondern auch die Aufmachung der AiO-Kühlungen mit A-RGB-Beleuchtung im Pumpendeckel und an den Lüftern deutlich. Einen klaren Vorteil hat der einfache Aufbau der EK-AIO-Modelle: Der Preis fällt eher moderat aus. Das 120-mm-Modell EK-AIO 120 D-RGB wird vom Hersteller aktuell für 67,41 Euro angeboten. Die 240-mm-Variante EK-AIO 240 D-RGB soll 112,41 Euro und das große 360-mm-Modell EK-AIO 360 D-RGB 134,91 Euro kosten (aktuelle Preise im EK-Webshop inklusive 10 % Rabatt, die UVPs liegen entsprechend höher). 

Im ausgepackt & angefasst-Video werfen wir einen ersten Blick auf die AiO-Kühlung:

Spezifikationen
KühlernameEK-AIO 120 D-RGB
Kaufpreis67,41 Euro
Homepage www.ekwb.com
Kühlertyp All-in-One Wasserkühlung mit 120-mm-Radiator
Maße Radiator (ohne Lüfter) 155 x 120 x 28 mm (L x B x H)
Material Bodenplatte: Kupfer
Radiator: Aluminium
Schläuche textilummantelt, 30 cm Länge
Serienbelüftung EK-Vardar S 120ER D-RGB, 120-mm-Lüfter, PWM, 550 - 2.200 U/min
Sockel AMD: AM4
Intel: LGA 1150, 1151, 1155, 1156, 2011, 2011-3, 2066
Garantiedauerfünf Jahre

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Ausgeliefert wird die EK-AIO 120 D-RGB mit dem Montagematerial und einer Dosierspritze mit Wärmeleitpaste. Ein Benutzerhandbuch soll eigentlich ebenfalls zum Lieferumfang gehören, fehlte bei unserem Sample aber. Alternativ steht die Anleitung auch auf der Produktseite zur Verfügung. 

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Als 120-mm-Modell ist die EK-AIO 120 D-RGB vor allem dann interessant, wenn das Gehäuse keinen Platz für größere Radiatoren oder hohe Tower-Kühler bietet und nicht die maximale Kühlperformance benötigt wird. 

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Die Kühler-Pumpen-Einheit wird vom milchweißen Kunststoffdeckel geprägt. Er soll sicherstellen, dass die darunter befindlichen A-RGB-LEDs möglichst gut zur Geltung kommen. In einer Ecke sitzt das Herstellerlogo. Die beiden Schläuche sind seitlich mit der Pumpe verbunden. Die Kunststoffanschlüsse können je nach Bedarf gedreht werden. 

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An der Pumpe hängen zwei Anschlusskabel: Ein 4-Pin-PWM-Anschluss versorgt die Pumpe mit Strom und ermöglicht die Pumpensteuerung im Bereich zwischen 450 bis 2.600 U/min. Das zweite Kabel dient der Beleuchtungssteuerung. 

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An der Unterseite zeigt sich eine Kupfer-Bodenplatte. Wärmeleitpaste ist bereits ab Werk aufgetragen. Die Montagehalterung für Intel oder AMD muss hingegen noch vom Nutzer montiert werden. Dabei werden die Schrauben in einfache Kunststoffgewinde gedreht. 


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Der 120-mm-Radiator misst 155 x 120 x 28 mm und wird aus Aluminium gefertigt. 

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Als Lüfter setzt EK Water Blocks einen EK-Vardar S 120ER D-RGB ein. Dieser 120-mm-Lüfter wird PWM-gesteuert und arbeitet mit 550 - 2.200 U/min. Neben dem PWM-Kabel gibt es ein A-RGB-Kabel mit Buchse und Stecker. Dadurch kann die Beleuchtung von Lüfter und Pumpe über einen einzelnen freien A-RGB-Anschluss gesteuert werden. 

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Der Lüfter wird mit Lüfterschrauben am Radiator befestigt. Auf eine Entkopplung hat EK Water Blocks allerdings verzichtet. 

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Zur Montage auf Intels LGA-115x-Mainboards wird die robuste Metall-Backplate mit Abstandsbolzen befestigt. Darauf kann dann die Kühler-Pumpen-Einheit mit Federn und großen Rändelmuttern befestigt werden. Die Schlauchanschlüsse berühren beim Testsystem den Heatspreader des ersten RAM-Riegels, hier wäre ein etwas größerer Abstand wünschenswert.  

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Die Schläuche fallen mit 30 cm Länge relativ kurz aus. Meistens wird man einen 120-mm-Radiator aber an der Rückwand montieren, dafür sollte diese Schlauchlänge in der Regel ausreichen. Gerade in kleineren Gehäusen wird man meist froh über die kürzeren Schläuche sein. 


Unser Testsystem soll die typische Wärmeentwicklung eines Gamingsystems abbilden. Als Prozessor dient deshalb Intels Core i7-4790K, ein beliebter Prozessor für leistungsstarke Spielerechner. Er findet seinen Platz auf einem ASUS Z97-DELUXE(NFC & WLC). Netzteil und Grafikkarte werden passiv gekühlt, um den subjektiven Höreindruck nicht zu beeinträchtigen. Untergebracht wird das Testsystem in NZXTs H630. Der Full-Tower bietet mehr als genug Platz für die höchsten Prozessorkühler und ermöglicht uns auch, größere AiO-Wasserkühlungen zu testen. Das schallgedämmte H630 wurde nicht kompromisslos auf Kühlleistung hin optimiert, sondern soll eher einen ausgewogenen Kompromiss aus Kühlleistung und Lautstärke bieten. Mit dieser Auslegung ähnelt es beispielsweise den beliebten Define-Modellen von Fractal Design.


Hier das neue Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor Intel Core i7-4790K (4,2 GHz)
Mainboard ASUS Z97-DELUXE(NFC & WLC)
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance LP 16 GB DDR3-Kit
Grafikkarte Sapphire Radeon HD 7750 Ultimate 
Systemlaufwerk OCZ ARC 100 240GB
Netzteil Seasonic Platinum Fanless 460W
Gehäuse NZXT H630
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-2
Gehäusebelüftung 1x Noctua NF-A15 PWM (Front)
1x Noctua NF-A14 PWM (Rückwand)
Betriebssystem Windows 10 Home

Die beiden werkseitigen Gehäuselüfter wurden durch hochwertige Lüfter von Noctua ersetzt. Sowohl der Frontlüfter vom Typ NF-A15 PWM als auch der NF-A14 PWM an der Rückwand werden per PWM-Steuerung mit 1.000 U/min betrieben. Im Endeffekt wird so für die Gehäuselüfter ein sinnvoller Kompromiss aus ausreichender Kühlleistung und moderater Lautstärke erreicht, die Testbedingungen werden also schlicht möglichst realistisch gestaltet. Ein zu intensiver Einfluss der Gehäuselüfter wird genauso ausgeschlossen wie ein Hitzestau im Gehäuse.   

Die Lautstärkemessung wird mithilfe eines VOLTCRAFT SL-400 Schallpegel-Messgerätes in 20 cm Abstand zur linken Gehäuseseite vorgenommen. Das schallgedämmte Gehäuse wird dafür geöffnet, die Gehäuselüfter werden gestoppt. So kann die Lautstärke der CPU-Lüfter bzw. der AiO-Kühlungen ohne Störeinflüsse von anderen Komponenten bestimmt werden. Für die Temperaturmessungen wird die Raumtemperatur auf 20 °C normiert und die aktuelle Abweichung dazu mit einem VOLTCRAFT IR 800-200 Infrarot-Thermometer gemessen. Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Konkret wird der intensive Small FTT-Test gestartet. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Log-Funktion des Tools CoreTemp, wobei das arithmetische Mittel der maximal erreichten Temperatur in unsere Diagramme übernommen wird (abzüglich einer eventuellen Differenz zur normierten Raumtemperatur). Als Wärmeleitpaste kommt Arctics Evergreen MX-2 zum Einsatz. Wir verteilen sie gleichmäßig mit einem WLP-Spachtel auf dem Heatspreader. 

Folgende Tools kamen bei den Messungen zum Einsatz:

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.


Lautstärke in dB(A)

1000 U/min

31.5 XX


32.3 XX


32.9 XX


34.8 XX


db(A)
Weniger ist besser

Lautstärke in dB(A)

Maximale Drehzahl

38.4 XX


44.4 XX


52.6 XX


54.2 XX


db(A)
Weniger ist besser

Bei maximaler Lüfterdrehzahl reiht sich die EK-AIO 120 D-RGB mit Blick auf den Schallpegel im Mittelfeld der AiO-Kühlungen ein. Für den Alltagsbetrieb sind 2.200 U/min Lüfterdrehzahl natürlich nicht wirklich geeignet. Sehr viel angenehmer ist da schon der Betrieb mit 1.000 U/min. Dabei macht es bereits einen mess- und hörbaren Unterschied, ob die Pumpe mit maximaler oder minimaler Drehzahl läuft. Bei weiterer Reduzierung der Lüfterdrehzahl auf 600 U/min fällt der Schallpegel auf 33,5 dB(A). Allerdings steigt dadurch auch die Temperatur stark an. 


Im nächsten Testszenario begutachten wir die Leistung des Kühlers mit dem Serienlüfter bzw. den Serienlüftern bei jeweils 1.000 Umdrehungen pro Minute und bei maximaler Drehzahl. Für AiO-Kühlungen nehmen wir für die Kühlleistungsmessungen den Gehäusedeckel ab, weil er die Kühlleistung unverhältnismäßig stark reduziert.

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter

53 XX


Weniger ist besser
1000 U/min

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter

Weniger ist besser
maximale Drehzahl

Im aktuellen Testfeld ist die EK-AIO 120 D-RGB aktuell die einzige AiO-Kühlung mit 120-mm-Radiator. Die Testergebnisse passen aber zu unseren bisherigen Erfahrungen mit solchen Modellen: Leistungsstärkere Luftkühler bieten oft eine höhere Kühlleistung als 120-mm-AiO-Kühlungen. Das gilt umso mehr, wenn man auf die Werte bei reduzierter Drehzahl schaut. 


Um die rohe Kühlleistung der Probanden fair vergleichen zu können, haben wir alle Kühler mit denselben Referenzlüftern bestückt. Als Referenzlüfter kommen die leistungsstarken Noctua NF-A15 PWM mit 105-mm-Lochabstand und bis zu 1.200 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Falls diese keinen Platz am Kühlkörper finden, greifen wir auf die kleineren Noctua NF-F12 PWM mit 120 mm und bis zu 1.500 Umdrehungen pro Minute zurück. Bei Kühlern und Radiatoren mit Platz für echte 140-mm-Lüfter mit 140-mm-Bohrungen können wir die NF-A14 PWM einsetzen.

Für die Referenzmessungen haben wir an der EK-AIO 120 D-RGB einen Noctua NF-F12 PWM genutzt. 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter

Weniger ist besser
600 U/min

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter

Weniger ist besser
1000 U/min

Auch mit Referenzlüfter gilt, dass die kleine 120-mm-AiO-Kühlung auf eine gewisse Lüfterdrehzahl angewiesen ist. Ansonsten steigt die CPU-Temperatur doch sehr deutlich an. 


EK Water Blocks bietet mit der EK AIO-Serie nun auch ganz typische AiO-Kühlungen an. Das wird nicht jedem Nutzer gefallen: Denn mit den typischen Eigenbau-Wasserkühlungen des Herstellers hat die EK-AIO-Serie so gut wie keine Gemeinsamkeiten. Sie ist damit weniger eine Alternative zu den regulären EK-Produkten, sondern sie soll direkt mit anderen AiO-Kühlungen konkurrieren. 

Dafür verzichtet EK Water Blocks auf Kupferradiatoren, Erweiterbarkeit und eine Nachfüll-Möglichkeit. Wer darauf Wert legt, muss entweder weiter zu DIY-Lösungen greifen oder z.B. über die Alphacool Eisbaer-Modelle nachdenken. Dafür kann die EK AIO-Serie dann aber eben auch die Vorteile der typischen AiO-Kühlung bieten: Sie ist unkompliziert zu montieren, wartungsfrei und deutlich günstiger als eine neue DIY-Wasserkühlung. Dazu wird auch eine stimmige A-RGB-Beleuchtung geboten, die sowohl den Pumpendeckel als auch den Lüfter in Szene setzt. Es wird allerdings ein geeigneter A-RGB-Anschluss am Mainboard bzw. ein entsprechender Controller vorausgesetzt, EK Water Blocks liefert selbst keinen Controller mit. 

Mit ihrem 120-mm-Radiator kann die EK-AIO 120 D-RGB erwartungsgemäß nicht mit den größeren AiO-Modellen im Testfeld mithalten. Gerade für kleinere Gehäuse mit eingeschränkter Radiatoren- und CPU-Kühlerkompatibilität ist das 120-mm-Modell aber eine attraktive Option. Zu kleineren Gehäusen passt dann auch die etwas reduzierte Schlauchlänge von 30 cm gut.

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Laut Produktseite sollte die Pumpe auch mit stark reduzierter Drehzahl betrieben werden können. Das wäre auch wünschenswert, denn bei maximaler Drehzahl ist die Pumpe bei ansonsten geringer Geräuschkulisse durchaus hörbar. Dass wir bei unserem Testsample Probleme mit dem Betrieb bei minimaler Pumpendrehzahl bekamen, ordnen wir aktuell (nach Rücksprache mit anderen Redaktionen) als Einzelfall ab. 

Update 12.06.2020: Im Rahmen unseres Doppeltests der beiden großen Geschwistermodelle sind wir der Pumpenthematik noch einmal nachgegangen. Letztlich konnten wir die Pumpen aller drei Modelle weit herunterregeln. Allerdings fällt die Kühlleistung bei minimaler Pumpendrehzahl so weit ab, dass die EK-AIO 120 D-RGB bei unserem Testsystem offenbar einen BIOS-Reset ausgelöst hatte. Zwischenzeitlich gestiegene Temperaturen waren nicht auf eine defekte Pumpe, sondern auf diese erst später bemerkten Änderungen im BIOS zurückzuführen. Wir haben die fehlenden Messungen mit Referenzlüfter nachgeholt und den Test entsprechend ergänzt. 

Die EK-AIO 120 D-RGB ist nicht nur im Vergleich zu den Eigenbau-Wasserkühlungen des Herstellers günstig. Ein Preis von aktuell unter 70 Euro wirkt auch im AiO-Umfeld nicht unattraktiv. Das gilt zumindest, solange man Wert auf die A-RGB-Beleuchtung legt. Ansonsten wäre z.B. die unbeleuchtete Arctic Liquid Freezer II 120 für rund 55 Euro eine günstigere Alternative. Im Test hatten wir aus dieser Serie das überzeugende, aber größere 240-mm-Modell Liquid Freezer II 240. Ein Betrieb mit reduzierter Pumpendrehzahl war problemlos möglich.

Insgesamt ist die EK-AIO 120 D-RGB eine optisch stimmige und unkomplizierte 120-mm-AiO-Kühlung, die sich vor allem für kleine Gehäuse mit eingeschränkten Kühlmöglichkeiten anbietet. 

Positive Aspekte der EK-AIO 120 D-RGB:


Negative Aspekte der EK-AIO 120 D-RGB:

Preise und Verfügbarkeit
EK-AIO 120 D-RGB
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