Arctic Freezer 7 X im Test: Ein günstiger Mini-Tower-Kühler

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arctic freezer 7 x logoDer neue Arctic Freezer 7 X soll in die Fußstapfen des Freezer 7 Pro treten und mit einem noch besseren Preis-Leistungs-Verhältnis auftrumpfen. Der kompakte Tower-Kühler mit 92-mm-Lüfter wird schon für unter 20 Euro angeboten. 

Längst nicht jeder PC benötigt einen leistungsstarken High-End-Kühler - und in kleineren Gehäusen finden hohe Tower-Kühler ohnehin oft nicht genug Platz. Wer dazu auch noch Geld sparen möchte, der könnte am neuen Freezer 7 X von Arctic interessiert sein. Der Mini-Tower-Kühler mit 92-mm-Lüfter fällt mit einer Höhe von 13,3 cm deutlich kleiner als die typischen Modelle mit 120-mm-Lüfter aus. Der Freezer 7 X folgt dem Freezer 7 Pro nach. Im Vergleich zum Vorgänger soll die Kühlleistung verbessert worden sein. Dafür setzt Arctic auf ein verbessertes Kühlerdesign, ein überarbeitetes Heatpipe-Layout und einen Lüfter, der für hohen statischen Druck optimiert wurde.

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Arctic gibt für den Freezer 7 X eine UVP von 19,99 Euro an. Im Handel ist der Kompakt-Kühler bereits ab rund 17 Euro zu haben. Trotz des günstigen Preises wird eine eingeschränkte Garantie von sechs Jahren gewährt. 

Spezifikationen
KühlernameArctic Freezer 7 X
Kaufpreis 17 Euro
Homepage www.arctic.ac
Kühlertyp Single-Tower-Kühler
Maße 110,5 x 74,3 x 132,5 mm  (L x B x H)
Material Kühlrippen: Aluminium
Heatpipes: Kupfer
Kühlrippen 44 Stück, 0,4 mm Materialstärke
Heatpipes zwei 6-mm-Heatpipes, Direct Touch
Serienbelüftung 1x 92 mm, PWM, 300 bis 2.000 U/min
Sockel AMD AM4, AM3(+), FM1/2(+)
Intel LGA 1200, 115x, 775 
Gewicht425 g
Garantiedauersechs Jahre

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Der Lieferumfang fällt sehr überschaubar aus. Es werden zusätzlich zum Kühler nur zwei Beipackzettel (einer mit dem Link zur Online-Anleitung) und das Montagematerial für die unterstützten Intel-Mainstream-Sockel mitgeliefert. Dabei nutzt Arctic eine eigene Push-Pin-Lösung. Alles, was zur Montage auf AMD-Sockeln nötig ist, befindet sich bereits am Kühler.  

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Gegenüber dem Freezer 7 Pro hat sich der Freezer 7 X auch optisch weiterentwickelt. Anstelle des offenen Lüfterdesigns tritt ein stark eingefasster 92-mm-Lüfter. Dazu zeigt sich viel schwarzer Kunststoff. 

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Der Freezer 7 X fällt sowohl in der Höhe, als auch in Länge und Breite kompakt aus. Arctic gibt Maße von 110,5 x 74,3 x 132,5 mm  (L x B x H) an. Das Gewicht liegt bei 425 g.

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Insgesamt 44 Kühlrippen mit einer Dicke von 0,4 mm werden aus Aluminium gefertigt. 


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Anders als beim Freezer 7 Pro werden die Heatpipeenden unter einer schwarzen Kunststoffabdeckung versteckt. Die wirkt zwar nicht besonders hochwertig, ist optisch aber immerhin eine etwas elegantere Lösung.

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Die schwarze Abdeckung, der Lüfter und der Lüfterrahmen bilden eine Einheit. Die ist einfach nur an den Kühler angeclipst und kann schnell abgenommen werden. Der neue 92-mm-Lüfter entstammt der P-Serie. Er soll einen höheren statischen Druck, einen niedrigeren Stromverbrauch und weniger Vibrationen bieten. Dazu hat Arctic auch den PWM-Regelbereich auf 300 bis 2.000 U/min erweitert. 

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Der Freezer 7 X wird bereits mit voraufgetragener MX-2-Wärmeleitpaste ausgeliefert. 

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Unter der Wärmeleitpaste verlaufen die beiden 6-mm-Heatpipes so, dass sie direkten Kontakt zum Prozessor herstellen können. Die beiden Heatpipes werden für einen wirkungsvollen Wärmeabtransport versetzt in die Kühlrippen geleitet. Seitlich vom Kühlerboden sind zwei Ösen zu sehen. Damit wird der Kühler auf Intel-Sockeln am Montagering eingehängt. Auf AMD-Sockeln platziert man die Ösen hingegen einfach direkt am AMD Retention-Modul.

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Unsere regulär genutzte Intel LGA 115x-Testplattform hat bisher die Montage von jedem getesteten Kühler ermöglicht. Entsprechend überrascht waren wir, dass sich nun gerade der Mini-Tower-Kühler von Arctic nicht montieren ließ. Der Montagering kommt den Mainboard-Kühlkörpern schon bedenklich nahe. Die Montageschrauben kollidieren dann direkt mit den Kühlkörpern. Auch wenn man sie weit herausdreht, lässt sich der Kühler nicht montieren. Auf Nachfrage teilte uns Arctic mit, dass es auf Intel-Mainboards mit Kühlkörpern in Sockelnähe zu Montageproblemen kommen könnte. 

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Wir haben deshalb auf unser Gehäuse-Testsystem mit einem AM4-Mainboard zurückgegriffen. Darauf ließ sich der Kühler auch anstandslos montieren. Ganz überzeugend ist die Montage mit den Ösen aber nicht. Diese müssen erst stark gelockert, eingehängt und dann wieder angezogen werden. 

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Dank der kompakten Maße ist es um die RAM-Kompatibilität bestens bestellt. 


Weil der Arctic-Kühler nicht mit dem regulären Testsystem nutzbar war, haben wir auf unser Gehäusetestsystem zurückgegriffen. Damit bekommt der Freezer 7 X AMDs Sechskern-Prozessor Ryzen 5 1600 zu kühlen. Die CPU sitzt auf einem Gigabyte GA-AB350-Gaming 3.

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Verbaut wird das Testsystem in einem Fractal Design Define 7. Die drei Gehäuselüfter vom Typ Dynamic X2 GP-14 lassen wir mit 1.000 U/min laufen.

Hier das Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor AMD Ryzen 5 1600, 6x 3,2 GHz
Mainboard Gigabyte GA-AB350-Gaming 3
Arbeitsspeicher Crucial Ballistix Sport LT Red 16GB Kit (2 x 8GB) DDR4-2666
Grafikkarte Gigabyte GeForce GTX 1050 G1 Gaming 2G
Systemlaufwerk OCZ ARC 100 240GB
Netzteil Seasonic Platinum Fanless 460W
Gehäuse Fractal Design Define 7
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-2
Gehäusebelüftung 2x Dynamic X2 GP-14 (Front)
1x Dynamic X2 GP-14 (Rückwand)
Betriebssystem Windows 10 Home

Die Lautstärkemessung wird mithilfe eines VOLTCRAFT SL-400 Schallpegel-Messgerätes in 20 cm Abstand zur linken Gehäuseseite vorgenommen. Das schallgedämmte Gehäuse wird dafür geöffnet, die Gehäuselüfter werden gestoppt. So kann die Lautstärke der CPU-Lüfter bzw. der AiO-Kühlungen ohne Störeinflüsse von anderen Komponenten bestimmt werden. Für die Temperaturmessungen wird die Raumtemperatur auf 20 °C normiert und die aktuelle Abweichung dazu mit einem VOLTCRAFT IR 800-200 Infrarot-Thermometer gemessen. Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Konkret wird der intensive Small FTT-Test gestartet. Zur Temperaturmessung nutzen wir das AMD-Tool Ryzen Master. Als Wärmeleitpaste kommt Arctics Evergreen MX-2 zum Einsatz. Wir verteilen sie gleichmäßig mit einem WLP-Spachtel auf dem Heatspreader. 

Folgende Tools kamen bei den Messungen zum Einsatz:

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.


Lautstärke in dB(A)

1000 U/min

db(A)
Weniger ist besser

Lautstärke in dB(A)

Maximale Drehzahl

db(A)
Weniger ist besser

Uns interessiert vor allem, wie sich der kleine Tower-Kühler mit 92-mm-Lüfter im Vergleich zu einem Standard-Modell mit 120-mm-Lüfter schlägt. Thermalrights True Spirit 120 Direct nutzt zwar eben einen 120-mm-Lüfter, braucht mit einer Höhe von nur 14,1 cm aber nur wenig Platz mehr als der Freezer 7 X. Mit Blick auf die Lautstärke ist das Bild klar: Der hochdrehende 92-mm-Lüfter des Freezer 7 X macht bei maximaler Drehzahl schon regelrecht Lärm. Der 120-mm-Lüfter des True Spirit 120 Direct läuft maximal mit 1.300 U/min und bleibt dabei deutlich leiser. Auf gleicher Drehzahl ist der kleinere 92-mm-Lüfter hingegen leiser. 


Im nächsten Testszenario begutachten wir die Leistung des Kühlers mit dem Serienlüfter bzw. den Serienlüftern bei jeweils 1.000 Umdrehungen pro Minute und bei maximaler Drehzahl. Für AiO-Kühlungen nehmen wir für die Kühlleistungsmessungen den Gehäusedeckel ab, weil er die Kühlleistung unverhältnismäßig stark reduziert.

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter

Weniger ist besser
1000 U/min

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter

Weniger ist besser
maximale Drehzahl

Auch die Messungen der Kühlleistung werden vom Formatunterschied zwischen den beiden Kühlern geprägt. Hier ist es so, dass die beiden Kühler bei maximaler Drehzahl fast gleichauf liegen. Der Freezer 7 X erkauft das aber mit seiner sehr viel höheren Drehzahl von 2.000 U/min. Bei vergleichbarer und moderater Drehzahl von 1.000 U/min werden die Kräfteverhältnisse klarer und der True Spirit 120 Direct kann sich absetzen. Der Freezer 7 X kann die AMD Mittelklasse-CPU aber auch bei moderater Drehzahl völlig adäquat kühlen.

Weil wir keinen 92-mm-Referenzlüfter vorsehen, haben wir in diesem Test auf die Messungen mit Referenzlüfter verzichten müssen. 


Mit dem Freezer 7 X erneuert Arctic seinen kleinen und günstigen Mini-Tower-Kühler mit 92-mm-Lüfter. Der aufgefrischte Kühler sieht nun nicht nur etwas schicker aus, sondern er wurde auch weiter optimiert.

Im Ergebnis erreicht er trotz des kleinen Formats eine respektable Kühlleistung. Der Freezer 7 X ist völlig in der Lage, typische Mittelklasse-Prozessoren adäquat zu kühlen - und das auch bei moderater Lüfterdrehzahl. Der 92-mm-Lüfter sorgt mit seiner hohen Maximaldrehzahl von 2.000 U/min sogar dafür, dass der Freezer 7 X durchaus auch mit größeren Konkurrenzmodellen mithalten kann - dann aber auf Kosten einer hohen Lautstärke. Im Alltagsbetrieb ist hingegen wichtiger, dass sich der Lüfter auch weit herunterregeln und damit angenehm leise betreiben lässt. 

Die Gehäuse und RAM-Kompatibilität des kleinen Kühlers ist bauartbedingt hoch. Allerdings mussten wir überrascht feststellen, dass es um die Mainboard-Kompatibilität weniger gut bestellt ist. Gerade Intel-Mainboards mit Kühlkörpern in Sockelnähe können zum Problem werden. Ein vergleichbares Problem hatten wir mit unserer Kühler-Testplattform bisher noch. Wer über einen Kauf des Freezer 7 X nachdenkt, sollte im Vorfeld sicherstellen, dass um den Sockel herum ausreichend Platz bleibt. Auch bei günstigen Platzverhältnissen kann die Montage mit den verstellbaren Montageösen und den nah am Kühler sitzenden Verstellschrauben allerdings etwas frustrieren. 

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Der Freezer 7 X kann als Mini-Tower-Kühler insgesamt eine ordentliche Kühlleistung und einen angenehm leisen Betrieb bieten. Er eignet sich damit gerade als als kostengünstige Alternative zu einfachen Boxed-Kühlern und für Fälle, in denen das Gehäuse den Einsatz höherer Kühler unmöglich macht. Bei Montage und Mainboard-Kompatibilität hat Arctic aber noch Spielraum für Verbesserungen. 

Positive Aspekte des Arctic Freezer 7 X:


Negative Aspekte des Arctic Freezer 7 X:

Preise und Verfügbarkeit
Arctic Freezer 7 X
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar