Seite 8: Fazit

Nachdem der True Spirit 140 Direct eine überzeugende Vorstellung als preisgünstiger Kühler abliefern konnte, waren wir auch auf die kompaktere Alternative gespannt. Der True Spirit 120 Direct kann tatsächlich weitestgehend die Stärken seines größeren Brüders ausspielen. Er ist ebenfalls ein sehr schlanker Towerkühler, bei dem Kompatibilitätsprobleme mit Speicherriegeln oder hohen Mainboardkühlkörpern kaum zu befürchten sind. Mit den vernickelten Heatpipes und der schwarz eloxierten, obersten Kühlrippe wirken die Kühler optisch ansprechend und z.B. auch deutlich schicker als Arctics Konkurrenzmodell Freezer 33

Bei dem schlanken Aufbau dürfen keine Kühlleistungsrekorde erwartet werden. Doch auch der True Spirit 120 Direct schlägt sich wacker und kann teilweise so manchen wuchtigeren Konkurrenten schlagen. Wenig überraschend liegt er hinter seinem Bruder mit 140-mm-Lüfter zurück. Während der Abstand bei maximaler Drehzahl mit 1 K vernachlässigbar ist, steigt er mit abnehmender Lüfterdrehzahl doch leicht an. Der 120-mm-Lüfter wird PWM-gesteuert und arbeitet in einem sinnvollen Drehzahlbereich. Selbst bei maximaler Drehzahl von 1.300 U/min bleibt die Lautstärke in einem vertretbaren Rahmen. Und weil die Lüfterdrehzahl deutlich reduziert werden kann, ist ein auch ein angenehm leiser Betrieb problemlos möglich.

An der Verarbeitung des Kühlers ist nichts auszusetzen. Dazu machen auch der zweite Satz Lüfterklammern und die solide Metallbackplate deutlich, dass Thermalright trotz der Preisklasse nicht um jeden Preis gespart hat. Sicher könnte man sich z.B. eine elegantere Entkopplung, wiederverschließbare Tütchen für das Montagematerial oder Abdeckungen über den Heatpipe-Enden wünschen. Aber pragmatisch betrachtet, gibt es kaum einen ernsten Kritikpunkt. Selbst den Nachteil am True Spirit 140 Direct, die unpraktischen Lüfterklammern, hat Thermalright korrigiert. Beim 120er-Modell können sie jetzt auch dann noch problemlos gewechselt werden, wenn der Kühler bereits montiert wurde. 

Wir haben es bereits angesprochen - eine der naheliegenden Alternativen wäre Arctics Freezer 33. Dieser Kühler ist ebenfalls ein schlanker Towerkühler mit vier 6-mm-Heatpipes und direktem Kontakt zwischen Heatpipes und Prozessor. Während der Thermalright-Kühler den optischen Vergleich klar für sich entscheiden kann, liegt der Freezer 33 mit Blick auf die Kühlleistung zumindest bei mittlerer und hoher Lüfterdrehzahl leicht vorn. Nur bei geringer Drehzahl schließt der True Spirit 120 Direct auf bzw. zieht mit Serienlüfter auch am Freezer 33 vorbei. Mit Blick auf die Kompatibilität ist der True Spirit 120 Direct gleich doppelt überlegen. Er ist 0,9 mm niedriger und kann auch auf vielen älteren CPU-Sockeln genutzt werden. Wer einen möglichst günstigen Kühler für einen aktuellen Sockel sucht, wird letztlich aber trotzdem oft zum Freezer 33 greifen. Er spart schließlich noch einmal rund 10 Euro.  

Fällt die Entscheidung für Thermalright, bleibt noch die Wahl zwischen den beiden True Spirit Direct-Modellen. Der Aufpreis für das 140-mm-Modell ist mit rund 4 Euro so gering, dass er sich mit Blick auf die etwas bessere Kühlleistung durchaus lohnen kann. Wirklich zwingend muss dann nur zum True Spirit 120 Direct gegriffen werden, wenn die um 2 cm niedrigere Bauhöhe gebraucht wird.  

Ein Towerkühler mit 120-mm-Lüfter und möglichst geringer Bauhöhe wird gesucht? Dann ist der True Spirit 120 Direct nicht nur eine überzeugende, sondern auch noch eine preislich attraktive Option. Wir können deshalb wie beim großen Bruder unseren Preis-Leistungs-Award zücken. 

alles

Positive Aspekte des Thermalright True Spirit 120 Direct:

  • schlanker und relativ niedriger Towerkühler mit hoher Kompatibilität
  • optisch aufgewertet
  • solide Kühlleistung
  • PWM-Lüfter mit breitem Regelbereich, Entkopplung am Kühler, leiser Betrieb möglich
  • nachvollziehbare Montage

Negative Aspekte des Thermalright True Spirit 120 Direct:

  • Lüfterentkopplung wirkt etwas primitiv, Gummiröhrchen können sich bei unachtsamer Nutzung lösen (Reserve liegt aber gleich bei)