EVGA CLC 120 und CLC 280 (Closed Loop CPU Cooler) im Doppeltest

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EVGA CLC 120 und CLC 280Es hat etwas gedauert, doch mit der CLC-Serie bietet nun auch EVGA eigene AiO-Kühlungen an. Hardwareluxx testet die beiden Modelle CLC 120 und CLC 280 gleich in einem Doppeltest. Neben Kühlleistung und Lautstärke interessiert dabei vor allem die hauseigene EVGA-Software zur Kontrolle von Lüftern, Pumpe und RGB-Beleuchtung.  

Ursprünglich wollte EVGA mit QRC- und QRG-Serie AiO-Kühlungen auf den Markt bringen, die durch Schnellkupplungen erweiterbar sind. Daraus ist bisher nichts geworden. Die CLC-Serie geht nun den anderen Weg. EVGA setzt damit auf einen geschlossenen Kreislauf. Das wird schon durch das Namenskürzel deutlich: CLC steht für Closed Loop CPU Cooler, also Prozessorkühler mit geschlossenem Kreislauf. 

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Vorerst umfasst die CLC-Serie zwei Modelle. Wenig überraschend ist die CLC 120 eine AiO-Kühlung mit 120-mm-Radiator. Diese kleinen Single-Radiatoren können in nahezu jedem Gehäuse installiert werden. Damit lassen sie sich fast jedem Nutzer anbieten. Etwas ungewöhnlich ist hingegen, dass das zweite Modell kein 240-mm-Modell ist. Die CLC 280 hat stattdessen einen größeren 280-mm-Radiator. Das sollte sich zwar positiv auf die Kühlleistung auswirken, es gibt aber doch eine Reihe von PC-Gehäusen, die maximal einen 240-mm-Radiator aufnehmen. 

Preislich gibt es zwischen beiden CLC-Modellen einen deutlichen Unterschied. Während die CLC 120 99,90 Euro kostet, liegt der Preis für die CLC 280 bei 149,90 Euro. Beide AiO-Kühlungen gehören damit zu den teureren Modellen. EVGA verspricht neben hoher Kühlleistung und geringer Lautstärke aber auch Features wie eine praktische Software und die Beleuchtungssynchronisation mit EVGA GeForce GTX-Grafikkarten. Wir wollen an dieser Stelle schon verraten, dass die CLC-Kühlungen von Asetek stammen. Sie teilen sich dementsprechend viele Gemeinsamkeiten mit den kürzlich getesteten Celsius-Modellen von Fractal Design. Allerdings gibt es große Unterschiede speziell bei der Steuerung von Pumpe und Lüftern, der maximalen Lüfterdrehzahl, beim Design und bei den erhältlichen Radiatorengrößen. Anders als EVGA deckt Fractal Design nicht das 120- und 280-mm-Format, sondern das 240- und 360-mm-Format ab. Wir werden entsprechend aufzeigen können, wie sich die vier verschiedenen Radiatorenformate auf die Kühlleistung auswirken. 

Spezifikationen der EVGA AiO-Kühlungen
KühlernameCLC 120CLC 280
Kaufpreis 99,90 Euro 149,90 Euro
Kühlertyp All-in-One Wasserkühlung, 120 mm Radiator All-in-One Wasserkühlung, 280 mm Radiator
Maße Radiator (ohne Lüfter) 15,6 cm (L) x 12,2 cm (B) x 2,8 cm (H) 31,2 cm (L) x 13,9 cm (B) x 2,7 cm (H)
Material Bodenplatte: Kupfer
Radiator: Aluminium
Bodenplatte: Kupfer
Radiator: Aluminium
Schläuche gesleevt gesleevt
Serienbelüftung 1x 120 mm, 500-2.400 U/min 2x 140 mm, 600-2.200 U/min
Sockel AMD: AM2/AM3/FM1/FM2, AM4 mit kostenlosem Umrüstkit
Intel: LGA2011/2011-v3/1150/1151/1155/1156/1356
AMD: AM2/AM3/FM1/FM2, AM4 mit kostenlosem Umrüstkit
Intel: LGA2011/2011-v3/1150/1151/1155/1156/1356
Herstellergarantie 5 Jahre 5 Jahre

 


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Schon das Montagematerial erinnert sehr an die Fractal Design-Celsius-Kühlungen und ist typisch für die aktuelle Asetek-Generation. Eine Kunststoff-Backplate wird mit Abstandshaltern (mit beidseitigen Gewinden) kombiniert. Direkt darauf kann dann schon der Kühler mit Rändelmuttern fixiert werden. Die Montage ist einfach und für die verschiedensten aktuellen CPU-Sockel ausgelegt. Unseren Samples lag allerdings noch nicht das Monatagematerial für AMDs neuen AM4-Sockel bei. EVGA bietet es als kostenloses Umrüstkit an. Ungewöhnlich ist das beiliegende USB-Kabel. Wir werden noch klären, welchen Nutzen es haben kann. 

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Auch wenn die beiden EVGA AiO-Kühlungen sich praktisch nur bei Radiatorengröße und Lüfterbestückung unterscheiden, sind sie doch für völlig unterschiedliche Nutzungszwecke ausgelegt. Die CLC 120 bietet sich vor allem für SFF-Systeme (SFF - Small Form Factor) an. Also für Systeme, die möglichst kompakt ausfallen und bei denen man schon über einen Montageplatz für einen 120-mm-Radiator froh sein kann. Die CLC 280 verspricht mit der viel größeren Wärmetauscherfläche hingegen eine wesentlich höhere Kühlleistung. 

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Das Design der CLC-Kühlungen ist zwar nicht gerade extravagant, aber schon deutlich verspielter als bei den Fractal Design-Kühlungen. Das gilt sowohl mit Blick auf die Gestaltung der Kühler-Pumpen-Einheit mit ihrer RGB-Beleuchtung als auch mit Blick auf das Lüfterdesign. 

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Die Kühler-Pumpen-Einheit wird mit silberfarbenem Kunststoff eingefasst  und zeigt einen tranparenten, glänzenden Deckel. Beleuchtet wird der zentrale EVGA-Schriftzug. 

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Im Kunststoffrahmen fällt der Mini-USB-Anschluss auf. Wer die AiO-Kühlung kontrollieren und steuern möchte, kann hier das beiliegende USB-Kabel anschließen und mit einem USB 2.0-Header des Mainboards verbinden. Über das Kabel stellt die EVGA-Software dann den Kontakt zu den beiden AiO-Kühlungen her.

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Als AiO-Kühlungen sollen sich CLC 120 und CLC 280 möglichst einfach in Betrieb nehmen lassen. Die Wärmeleitpaste befindet sich deshalb ab Werk am Kupferboden des Kühlers. Geschützt wird sie von einer transparenten Kunststoffabdeckung, die einfach abgezogen werden kann. 

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An der Kühler-Pumpen-Einheit gibt es neben dem Mini-USB-Port auch zwei fest angebundene Kabel. Ein 3-Pin-Stecker dient der Stromversorgung der gesamten AiO-Kühlung. 4-Pin-PWM-Buchsen ermöglichen es hingegen, die Lüfter an der Kühler-Pumpen-Einheit anzuschließen. Sie können so direkt mitversorgt und über die EVGA-Software kontrolliert und gesteuert werden. 


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Die Radiatoren haben mit 2,8 cm (CLC 120) bzw. 2,7 cm (CLC 280) eine geringe Tiefe und sind auch flacher als die Radiatoren der Fractal Design Celsius-Serie (3,1 bzw. 3 cm).  

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Die Lüfter sind bei Auslieferung bereits am Radiator vormontiert - selbst dieser Arbeitsschritt wird dem Nutzer also abgenommen. Optisch auffällig sind die "eingedrückten" Lüfterrahmen. Laut EVGA soll so die Lautstärke der Lüfter reduziert werden. Die beiden 140-mm-Lüfter auf der CLC 280 sollen mit 600 bis 2.200 U/min arbeiten. Am Mainboard des Testsystems ließen sie sich zwischen 650 und 2.300 U/min regeln - also mit einer tolerierbaren Abweichung von unter 10 Prozent.  

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Für den 120-mm-Lüfter der CLC 120 wird ein PWM-Regelbereich von 500 bis 2.400 U/min angegeben. In der Praxis mussten wir eine etwas größere Abweichung als bei den 140-mm-Lüftern feststellen: Sie ließen sich zwischen 570 und 2.550 U/min regeln. Entscheidend ist aber letztlich vor allem, dass die minimale Drehzahl beider Lüfter bei um die 600 U/min liegt und das auf einen leisen Betrieb hoffen lässt. Bei den Lüftern soll ein Teflon-Nano-Lager für eine lange Lebensdauer sorgen. 

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Die Montage der EVGA AiO-Kühlungen ist wie beschrieben denkbar unkompliziert und auch noch dann gut möglich, wenn das Mainboard bereits im Gehäuse verbaut ist. Voraussetzung dafür ist nur, dass es eine ausreichende Aussparung im Mainboardtray gibt. 

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AiO-typisch ist es um die Kompatibilität im Bereich des Prozessorsockels gut bestellt. Auch auf Speicherriegel mit hohen Heatspreadern muss nicht verzichtet werden. Kritisch werden könnte eigentlich nur das USB-Kabel, das im Testsystem nur knapp über einen Mainboardkühler ragt. 


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Während Fractal Design bei den Celsius-Kühlungen wahlweise den Betrieb im Automatikmodus oder aber den komplett manuellen Betrieb über z.B. die Software des Mainboardherstellers vorsieht, geht EVGA einen anderen Weg. Die Kühlung kann über USB mit dem PC verbunden werden. Die hauseigene Flow Control-Software ermöglicht dann sowohl die Kontrolle als auch die Steuerung von Pumpe, Lüftern und RGB-Beleuchtung. Dazu werden auch die Temperaturen von Prozessor und Kühlflüssigkeit überwacht. Die Pumpe lässt sich manuell regeln, und zwar im Bereich von rund 2.000 bis knapp 3.000 U/min. Für die Lüfter kann hingegen nicht nur eine fixe Drehzahl vorgegeben, sondern auch eine Regelkurve in Abhängigkeit von der Temperatur festgelegt werden. Allerdings schränkt EVGA den Regelbereich unnötig ein. So ließ sich der Lüfter der CLC 120 nur auf 1.000 U/min herunterregeln.

Für die RGB-Beleuchtung können verschiedene Effekte ausgewählt werden. Darunter ist auch ein Effekt, der die Beleuchtungsfarbe abhängig von der Temperatur ändert und so vor kritischer Temperatur warnen kann. Insgesamt ist Flow Control durchaus ein mächtiges Werkzeug. Die Software setzt allerdings ein Windows-Betriebssystem ab Windows 7 voraus. Störender dürfte für die meisten Nutzer aber sein, dass die Lüfter eben nicht über den gesamten Drehzahlbereich geregelt werden können.


Mit einem neuen Testsystem soll die typische Wärmeentwicklung eines Gamingsystems noch besser abgebildet werden. Der Octa-Core-Xeon weicht Intels Core i7-4790K, einem beliebten Prozessor für leistungsstarke Spielerechner. Bei Bedarf kann die Radeon HD 7970 von Gigabyte die Abwärme einer performanten Grafikkarte abgeben. Untergebracht wird das Testsystem in NZXTs H630. Der Full-Tower bietet mehr als genug Platz für die höchsten Prozessorkühler und ermöglicht uns auch, größere AiO-Wasserkühlungen zu testen. Das schallgedämmte H630 wurde nicht kompromisslos auf Kühlleistung hin optimiert, sondern soll eher einen ausgewogenen Kompromiss aus Kühlleistung und Lautstärke bieten. Mit dieser Auslegung ähnelt es beispielsweise den beliebten Define-Modellen von Fractal Design.

Hier das neue Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor Intel Core i7-4790K (4,2 GHz)
Mainboard ASUS Z97-DELUXE(NFC & WLC)
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance LP 8 GB DDR3-Kit
Grafikkarte Gigabyte GV-R797OC-3GD
Systemlaufwerk OCZ ARC 100 240GB
Netzteil Antec HCP-1300 Platinum
Gehäuse NZXT H630
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-2
Gehäusebelüftung 1x 200 mm (Front)
1x 140 mm (Rückwand)
Betriebssystem Windows 10 Home

Der 200-mm-Frontlüfter wird für eine vertretbare Lautstärke mit einem Adapter auf 7 Volt heruntergeregelt. Der Rückwandlüfter läuft hingegen auf 12 Volt und damit konstant mit 1.100 U/min. Im Endeffekt wird so für die Gehäuselüfter ein sinnvoller Kompromiss aus ausreichender Kühlleistung und moderater Lautstärke erreicht, die Testbedingungen werden also schlicht möglichst realistisch gestaltet. Ein zu intensiver Einfluss der Gehäuselüfter wird genauso ausgeschlossen wie ein Hitzestau im Gehäuse.   

Die Lautstärkemessung wird mithilfe eines VOLTCRAFT SL-400 Schallpegel-Messgerätes in 20 cm Abstand zur linken Gehäuseseitenwand vorgenommen. Das schallgedämmte Gehäuse ist dabei geschlossen. Des Weiteren wurde die Raumtemperatur auf 20 °C normiert und die aktuelle Abweichung dazu wird mit einem VOLTCRAFT IR 800-200 Infrarot-Thermometer gemessen. Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Konkret wird der intensive Small FTT-Test gestartet. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Log-Funktion des Tools CoreTemp, wobei das arithmetische Mittel der maximal erreichten Temperatur in unsere Diagramme übernommen wird (abzüglich einer eventuellen Differenz zur normierten Raumtemperatur. Als Wärmeleitpaste kommt Arctics Evergreen MX-2 zum Einsatz. Wir verteilen sie gleichmäßig mit einem WLP-Spachtel auf dem Heatspreader. 

Folgende Tools kamen bei den Messungen zum Einsatz:

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.


Lautstärke in dB(A)

1000 U/min

db(A)
Weniger ist besser
 

Lautstärke in dB(A)

Maximale Drehzahl

db(A)
Weniger ist besser
 

Man kann den Lüfterrahmen formen wie man will - bei hohen maximalen Lüfterdrehzahlen wird es doch immer zu einer hohen Lautstärke kommen. Das gilt auch für EVGAs CLC-Kühlungen. Schon der einzelne 120-mm-Lüfter auf der CLC 120 ist bei maximaler Drehzahl sehr laut. Überboten wird er noch von den beiden 140-mm-Lüftern auf der CLC 280. Praktisch wird man die beiden AiO-Kühlungen deshalb fast immer mit deutlich gedrosselten Lüftern betreiben wollen. Auf 1.000 U/min werden die großen 140-mm-Lüfter etwas lauter als die 120-mm-Lüfter der üblichen 240-mm-AiO-Kühlungen. Der einzelne 120-mm-Lüfter der CLC 120 ermöglicht hingegen einen leiseren Betrieb bei gleicher Drehzahl. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um auch den Einfluß der Pumpe zu überprüfen. Bei einer Lüfterdrehzahl von 1.000 U/min kann man die Pumpe mit maximaler Drehzahl problemlos heraushören. Das Herunterregeln auf das Flow Control-Minimalsetting  macht die Pumpe hör- und messbar leiser.  


Im nächsten Testszenario begutachten wir die Leistung des Kühlers mit dem Serienlüfter bzw. den Serienlüftern bei jeweils 1.000 Umdrehungen pro Minute und bei maximaler Drehzahl. Für AiO-Kühlungen nehmen wir für die Kühlleistungsmessungen den Gehäusedeckel ab, weil er die Kühlleistung unverhältnismäßig stark reduziert. 

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter, 1000 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter, maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Wir hatten schon betont, dass die beiden Modelle der CLC-Serie für ganz unterschiedliche Einsatzzwecke gedacht sind. Die Messungen können das bestätigen. Auf akustisch vertretbaren 1.000 U/min erreicht die CLC 120 gerade einmal die Kühlleistung einfacher Single-Tower-Luftkühler. Oder positiv formuliert: In einem SFF-Gehäuse, in dem nicht genug Platz für einen Towerkühler ist, kann mit der kompakten AiO-Kühlung eine annähernd vergleichbare Kühlleistung erreicht werden. Der Unterschied zwischen minimaler und maximaler Pumpendrehzahl in Flow Control macht sich dabei nur leicht bemerkbar. Im Alltagseinsatz empfiehlt es sich deshalb durchaus, die Pumpe herunterzuregeln. Wenn mit der CLC 120 maximale Kühlleistung gefragt ist, bietet sie dank des hochdrehenden Lüfters durchaus beachtliche Reserven. Sie kann sich knapp vor die leistungsstarken Luftkühler im Testfeld schieben und liegt nicht mehr weit hinter den meisten AiO-Kühlungen mit 240-mm-Radiator zurück. 

Die CLC 280 profitiert bei voller Drehzahl von den großen und schnelldrehenden Lüftern und setzt sich vor die meisten 240-mm-AioO-Kühlungen. Auch auf vergleichbaren 1.000 U/min gehört sie zu den leistungsstärksten AiO-Kühlungen und muss sich nur Fractal Designs Celsius S36 mit noch größerem 360-mm-Radiator geschlagen geben. 


Um die rohe Kühlleistung der Probanden fair vergleichen zu können, haben wir alle Kühler mit denselben Referenzlüftern bestückt. Als Referenzlüfter kommen die leistungsstarken Noctua NF-A15 PWM mit 105-mm-Lochabstand und bis zu 1.200 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Falls diese keinen Platz am Kühlkörper finden, greifen wir auf die kleineren Noctua NF-F12 mit 120 mm und bis zu 1.500 Umdrehungen pro Minute zurück. Bei Kühlern und Radiatoren mit Platz für echte 140-mm-Lüfter mit 140-mm-Bohrungen können wir die NF-A14 PWM einsetzen.

Diese NF-A14 PWM haben wir dann auch für die CLC 280 genutzt. Die CLC 120 wurde hingegen mit einem NF-F12 PWM bestückt. 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter, 1000 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter, 600 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Mit den Referenzlüftern legen sowohl CLC 120 (2 K) als auch CLC 280 (1 K) bei 1.000 U/min noch einmal leicht zu. Wesentliche Verschiebungen gibt es im Testfeld dadurch aber nicht. Auch auf 600 U/min gilt, dass die CLC 120 auf dem Niveau einfacher Single-Tower-Kühler liegt. Bei der CLC 280 lässt die Kühlleistung weniger stark nach als bei den meisten AiO-Kühlungen mit 240-mm-Radiator. Auch auf 600 U/min bietet sie noch eine sehr respektable Kühlleistung. 


Wenn die verschiedensten Anbieter ihre AiO-Kühlungen von nur wenigen Fertigern produzieren lassen, droht eigentlich Einheitsbrei. Gerade der Blick auf die aktuellen EVGA- und Fractal Design-Kühlungen zeigt aber, wie unterschiedlich AiO-Kühlungen vom gleichen Fertiger doch sein können.   

Das beginnt natürlich damit, dass beide Hersteller ganz unterschiedliche Radiatorenformate anbieten. Während Fractal Design das 240- und das 360-mm-Format abdeckt, gibt es von EVGA 120- und 280-mm-Radiatoren. Die Zielsetzung ist klar: Die CLC 120 eignet sich gut für besonders kompakte Gehäuse mit eingeschränkten Kühloptionen. Sie erreicht immerhin die Kühlleistung einfacher Single-Tower-Kühler bei viel geringerer Kühlerhöhe. Die CLC 280 punktet gegenüber den verbreiteten 240-mm-Modellen mit leicht besserer Kühlleistung. Es stellt sich schon die Frage, ob es sinnvoll war, Kompatibilität für eine etwas bessere Kühlleistung zu opfern. Wer ohnehin ein Gehäuse mit Platz für einen 280-mm-Radiator nutzt, wird sich daran aber nicht stören.  

Sowohl CLC 120 als auch CLC 280 überzeugen mit einer unkomplizierten und nutzerfreundlichen Montage. Der geschlossene Kreislauf schließt zwar eine Erweiterung aus, sorgt aber auch dafür, dass die CLC-Kühlungen wartungsfrei sind. Sehr nutzerfreundlich ist auch, dass mit EVGA Flow Control eine Software zur Kontrolle und Steuerung der AiO-Kühlungen genutzt werden kann. CPU- und Kühlmitteltemperatur können damit genauso im Auge behalten werden wie die Umdrehungszahlen von Pumpe und Lüftern. Für die Lüftersteuerung lassen sich sogar eigene Regelkurven festlegen. Die Umdrehungszahl der Pumpe lässt sich nur fix anpassen. Störender ist aber, dass der Regelbereich der Lüfter sowohl mit Regelkurve als auch mit dem Regelschieber in der Software künstlich eingeschränkt ist. Die Lüfter lassen sich deshalb nicht so weit herunterregeln, wie es eigentlich möglich wäre. Es bleibt zu hoffen, dass EVGA mit einem Update für Abhilfe sorgen wird. Die für die Software nötige USB-Anbindung benötigt zudem einen der meist knappen USB 2.0-Header am Mainboard. Dafür spart man aber PWM-Lüfteranschlüsse am Mainboard.      

Eine 280-mm-Variante gibt es beispielsweise auch von Alphacools Eisbaer-Serie. Dabei ist diese AiO-Kühlung dank der Schnellkupplungen nicht nur erweiterbar, sondern bei einem Kaufpreis von 125 Euro auch noch rund 20 Euro günstiger. EVGA kann wartungsfreien Betrieb, das elegantere Design, RGB-Beleuchtung und die Softwaresteuerung für sich verbuchen. Auch Fractal Designs Celsius-Serie ist trotz des gleichen Fertigers deutlich günstiger als die CLC-Serie. Selbst das 360-mm-Modell kostet rund 30 Euro weniger als die CLC 280. Flow Control sorgt für eine bessere Kontrolle als die automatische Pumpen- und Lüftersteuerung der Celsius-Kühlungen und die RGB-Beleuchtung für mehr optischen Spielraum - aber ganz lässt sich der Aufpreis damit dann doch nicht rechtfertigen. 

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Leistungsstarke (CLC 280) oder flexible einsetzbare AiO-Kühlung (CLC 120) - EVGA kann mit der Closed Loop CPU Cooler-Serie beides bieten. Auch Nutzerfreundlichkeit und die Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten über Flow Control sprechen für die EVGA-Kühlungen. Letztlich dürften die vergleichsweise hohen Preise aber viele Kaufinteressenten abschrecken. 

Positive Aspekte der AiO-Kühlungen EVGA CLC 120 und CLC 280:

Negative Aspekte der AiO-Kühlungen EVGA CLC 120 und CLC 280:

Preise und Verfügbarkeit
EVGA CLC 280
Nicht verfügbar 169,90 Euro Nicht verfügbar
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