Cooler Master Hyper 212 LED im Test

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Cooler Master Hyper 212 LEDEs muss nicht immer ein wuchtiger und teurer High-End-Kühler sein. Für viele Zwecke sind schlanke Single-Towerkühler eine angemessenere Wahl. Ein solches Modell testen wir mit Cooler Masters Hyper 212 LED. 

Die Hyper-Serie besteht aus einer ganzen Reihe von unterschiedlich gestalteten Prozessorkühlern. Allesamt sind sie für unter 40 Euro erhältlich. Die Kühler sprechen damit in erster Linie preisbewusste Käufer an, die zwar ein Upgrade zum einfachen Boxed-Kühler suchen, gleichzeitig aber nicht auf das letzte Quäntchen Kühlleistung angewiesen sind. Die meisten Modelle sind auch optisch eher funktional und schlicht. Der neue Hyper 212 LED ist da eine Ausnahme - er wird mit rot leuchtendem LED-Lüfter ausgeliefert. 

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Dieser 120 mm große LED-Lüfter prägt schon die Verpackung des Kühlers. Hinter dem Lüfter steckt allerdings ein schlanker und eher schlichter Single-Tower-Kühler. Der Hyper 212 LED soll eine adäquate Kühlleistung mit geringer Lautstärke und unkomplizierter Nutzung verbinden. Und natürlich ist er auch vergleichsweise günstig. In unserem Preisvergleich findet man ihn aktuell ab rund 33 Euro.

Bevor wir uns nun also einer näheren Detailbetrachtung widmen, hier noch der Cooler Master Hyper 212 LED in der gewohnten Kurzübersicht:

Spezifikationen
KühlernameCooler Master Hyper 212 LED, RR-212L-16PR-R1
Straßenpreis bei Release ab rund 33 Euro
Homepage eu.coolermaster.com
Maße

120 x 84 x 160 mm (L x B x H), mit Lüfter

Material

Heatpipes: Kupfer
Kühlrippen: Aluminium

Kühlertyp Single-Tower-Kühler
Heatpipes vier 6-mm-Heatpipes
Serienbelüftung 120-mm-Lüfter, 600 - 1.600 U/min
Sockel AMD: AM3+/AM3/AM2+/FM2+/FM2/FM1
Intel: LGA 2011-3/2011/1156/1155/1151/1150/775
Gewicht 468 g (Kühler), 166 g (Lüfter)

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Das Zubehör ist zwar recht umfangreich, an einigen Punkten wird die Preisklasse des Kühlers aber doch sichtbar. So besteht die Backplate nur aus Kunststoff und die Wärmeleitpaste wird nicht in der Spritze, sondern eingeschweißt ausgeliefert. Positiv fällt die zweite Lüfter-Montageschiene mit den ebenfalls beiliegenden, selbstklebenden Gummiflächen zur Entkopplung auf. Damit kann der Hyper 212 LED problemlos auch mit einer Push-Pull-Konfiguration aus einblasendem und aussaugendem Lüfter genutzt werden. 

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Kühler und Lüfter werden als Einheit ausgeliefert. Der mitgelieferte Lüfter ist nicht nur ein LED-, sondern auch ein PWM-Lüfter. Cooler Master gibt einen Drehzahlbereich von 600 bis 1.600 U/min an. Das deckt sich zumindest ungefähr mit unseren Eindrücken. Mit ASUS AI Suite 3 können wir den Lüfter zwischen 650 und 1.600 U/min regeln. 

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Um den Kühler montieren zu können, muss der Lüfter entfernt werden. Das ist beim Hyper 212 LED aber kein Problem. Cooler Master setzt nicht auf die typischen und teilweise nervigen Metallklammern, sondern auf eine Clips-Montage. Mit den Kunststoff-Montageschienen kann der Lüfter einfach an den Kühler geclipst werden. Drückt man die Kunststoffnasen vom Kühler weg, lässt sich der Lüfter auch wieder blitzschnell abnehmen. 

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Die Montageschienen werden von je zwei Lüfterschrauben am Lüfter gehalten. Sie sitzen unter den vier Gummiflächen. Die Schienen können auch demontiert und für die Montage von anderen Lüftern genutzt werden. 


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Ohne den LED-Lüfter sieht der Hyper 212 LED ziemlich unscheinbar aus. Zu sehen sind die nackten Aluminiumkühlrippen und die ebenfalls unbehandelten Kupfer-Heatpipes. Auch die Oberseite des Kühlers präsentiert sich denkbar nüchtern. Selbst das eingeprägte Cooler Master-Logo ist vergleichsweise unauffällig.

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Zumindest die Form der Kühlrippen ist etwas aufwändiger. Die trichterförmige Gestaltung soll Luftstrom und Kühlleistung optimieren. 

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Ohne Lüfter wirkt der Kühlkörper noch schlanker. Dadurch kann auf eine hohe Kompatibilität gehofft werden - und das ganz ohne asymmetrische Gestaltung des Kühlers. Die Kühlerhöhe ist mit 16 cm für einen Towerkühler mit 120-mm-Lüfter durchschnittlich.

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Die vier 6-mm-Heatpipes haben direkten Kontakt zum Heatspreader des Prozessors. Cooler Master hat sie so angeordnet, dass die Oberfläche des Intel LGA 1150-Prozessors des Testsystems gut abgedeckt wird. 


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Zur Montage des Hyper 212 LED wird die Kunststoffbackplate an den jeweiligen Sockel angepasst und mit vier hohen Muttern fixiert (außer bei LGA 2011-v3/2011). Dazu kann die beiliegende Nuss genutzt werden.  

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An den Kühler selbst werden für AMD und Intel unterschiedliche Montagestege geschraubt. Bei den Intel-Montagestegen müssen die fixierten Montageschrauben auf den Lochabstand des jeweiligen Sockels abgestimmt werden. Sie können am einfachsten verschoben werden, wenn sie vorher nach oben gezogen werden - ein nützliches Detail, das aus der Anleitung heraus nicht erkennbar ist. 

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Die Montagestege werden schließlich einfach von oben in die Muttern geschraubt. Die Schrauben sollten dabei abwechselnd angezogen werden. Insgesamt ist die Montage des Kühlers angenehm unkompliziert und schnell erledigt. 

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Auf der Testplattform gab es keine Kompatibilitätsprobleme. Der Kühlkörper lässt sowohl zu Erweiterungs- als auch zu RAM-Slots viel Abstand und überragt die Kühlkörper auf dem ASUS-Mainboard.

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Der Lüfter hingegen ragt minimal über den Heatspreader des ersten Speicherriegels. Bei höheren Speicherriegeln wäre der erste Slot unter Umständen nicht mehr nutzbar. 


Mit einem neuen Testsystem soll die typische Wärmeentwicklung eines Gamingsystems noch besser abgebildet werden. Der Octa-Core-Xeon weicht Intels Core i7-4790K, einem beliebten Prozessor für leistungsstarke Spielerechner. Bei Bedarf kann die Radeon HD 7970 von Gigabyte die Abwärme einer performanten Grafikkarte abgeben. Untergebracht wird das Testsystem in NZXTs H630. Der Full-Tower bietet mehr als genug Platz für die höchsten Prozessorkühler und ermöglicht uns auch, größere AiO-Wasserkühlungen zu testen. Das schallgedämmte H630 wurde nicht kompromisslos auf Kühlleistung hin optimiert, sondern soll eher einen ausgewogenen Kompromiss aus Kühlleistung und Lautstärke bieten. Mit dieser Auslegung ähnelt es beispielsweise den beliebten Define-Modellen von Fractal Design.

Hier das neue Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor Intel Core i7-4790K (4,2 GHz)
Mainboard ASUS Z97-DELUXE(NFC & WLC)
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance LP 16 GB DDR3-Kit
Grafikkarte Gigabyte GV-R797OC-3GD
Systemlaufwerk OCZ ARC 100 240GB
Netzteil Antec HCP-1300 Platinum
Gehäuse NZXT H630
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-2
Gehäusebelüftung 1x 200 mm (Front)
1x 140 mm (Rückwand)
Betriebssystem Windows 10 Home

Der 200-mm-Frontlüfter wird für eine vertretbare Lautstärke mit einem Adapter auf 7 Volt heruntergeregelt. Der Rückwandlüfter läuft hingegen auf 12 Volt und damit konstant mit 1.100 U/min. Im Endeffekt wird so für die Gehäuselüfter ein sinnvoller Kompromiss aus ausreichender Kühlleistung und moderater Lautstärke erreicht, die Testbedingungen werden also schlicht möglichst realistisch gestaltet. Ein zu intensiver Einfluss der Gehäuselüfter wird genauso ausgeschlossen wie ein Hitzestau im Gehäuse.   

Die Lautstärkemessung wird mithilfe eines VOLTCRAFT SL-400 Schallpegel-Messgerätes in 20 cm Abstand zur linken Gehäuseitenwand vorgenommen. Das schallgedämmte Gehäuse ist dabei geschlossen. Des Weiteren wurde die Raumtemperatur auf 20 °C normiert und die aktuelle Abweichung dazu wird mit einem VOLTCRAFT IR 800-200 Infrarot-Thermometer gemessen. Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Konkret wird der intensive Small FTT-Test gestartet. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Log-Funktion des Tools CoreTemp, wobei das arithmetische Mittel der maximal erreichten Temperatur in unsere Diagramme übernommen wird (abzüglich einer eventuellen Differenz zur normierten Raumtemperatur. Als Wärmeleitpaste kommt Arctics Evergreen MX-2 zum Einsatz. Wir verteilen sie gleichmäßig mit einem WLP-Spachtel auf dem Heatspreader. 

Folgende Tools kamen bei den Messungen zum Einsatz:

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.



Lautstärke in dB(A)

1000 U/min

db(A)
Weniger ist besser
 

Lautstärke in dB(A)

Maximale Drehzahl

db(A)
Weniger ist besser
 

Bei der Lautstärke auf voller Drehzahl ordnet sich der Hyper 212 LED unauffällig im Mittelfeld ein. Das ist aber wenig überraschend - schließlich stellen die 1.600 U/min auch einen eher durchschnittlichen Wert für die maximale Drehzahl dar. Auf vergleichbaren 1.000 U/min arbeitet der Lüfter hingegen gemessen etwas lauter als die Lüfter der Vergleichsmodelle. Subjektiv bleibt die Lautstärke bei mittlerer Drehzahl aber noch im typischen Rahmen. Bei einer weiteren Drehzahlreduzierung auf 650 U/min sinkt sie noch einmal deutlich auf dann 31,3 dB(A). Nur bei offenem Gehäuse und geringem Hörabstand ist dann noch ein minimales Luftrauschen wahrnehmbar. Wer die automatische PWM-Steuerung nutzt, wird im Leerlauf entsprechend kaum etwas vom Hyper 212 LED hören.  


Im nächsten Testszenario begutachten wir die Leistung des Kühlers mit dem Serienlüfter bzw. den Serienlüftern bei jeweils 1.000 Umdrehungen pro Minute und bei maximaler Drehzahl. 

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter, 1000 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter, maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Der Hyper 212 LED ordnet sich zusammen mit ähnlich schlanken Single-Towerkühlern am Ende des Testfelds ein. Bei vergleichbarer Drehzahl liegt er mit dem deutlich teureren MSI Core Frozr L gleichauf, muss sich aber den etwas günstigeren Modellen Arctic Freezer i32 und SilentiumPC Fera 3 knapp geschlagen geben. Die drei genannten Konkurrenzmodelle profitieren aber etwas mehr vom Drehzahlmaximum.


Um die rohe Kühlleistung der Probanden fair vergleichen zu können, haben wir alle Kühler mit denselben Referenzlüftern bestückt. Als Referenzlüfter kommen die leistungsstarken Noctua NF-A15 PWM mit 105-mm-Lochabstand und bis zu 1.200 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Falls diese keinen Platz am Kühlkörper finden, greifen wir auf die kleineren Noctua NF-F12 mit 120 mm und bis zu 1.500 Umdrehungen pro Minute zurück. Bei Kühlern und Radiatoren mit Platz für echte 140-mm-Lüfter mit 140-mm-Bohrungen können wir die NF-A14 PWM einsetzen.

Cooler Masters Lüfterhalterungen würden prinzipiell auch zu Lüfter mit 120-mm-Bohrungen, aber größerem Lüfterrahmen passen. Weil der NF-A15 PWM aber mit dem nächsten Speicherriegel zusammenstoßen würde, haben wir als Referenzlüfter doch zum 120-mm-Modell NF-F12 gegriffen. Das macht auch deshalb Sinn, weil die angesprochenen Konkurrenten ebenfalls mit dem NF-F12 getestet wurden. 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter, 600 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter, 1000 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Auch mit Referenzlüfter bietet der Hyper 212 LED eine sehr ähnliche Kühlleistung wie MSIs Gaming-Kühler. Auf 1.000 U/min kann er sich knapp vor Freezer i32 schieben, bei Drehzahlreduzierung auf 600 U/min lässt die Kühlleistung aber deutlicher nach als beim Arctic-Kühler.


Im Test konnte Cooler Masters Hyper 212 LED weitgehend bestätigen, was wir von ihm erwartet haben. Er zeigt sich so als sinnvolle Verbesserung gegenüber einem typischen Boxed-Kühler oder einfachen Top-Blow-Kühlern. Der schlanke Single-Towerkühler ist bereits unkompliziert zu montieren. Sicher benötigt man einen Moment mehr Zeit als bei einem Kühler mit Push-Pins, dafür dürfte Cooler Masters Montagelösung aber einsteigerfreundlicher sein als die mitunter widerspenstige Push-Pin-Lösung. Und selbst das oft nervige Hantieren mit Lüfterklammern entfällt beim Hyper 212 LED. Stattdessen wird der Lüfter einfach angeclipst bzw. vom Kühler abgezogen. Nur dass die Speicherkompatibilität nicht optimal ausfällt, schmälert die Nutzerfreundlichkeit etwas.  

Gegenüber einfachen Top-Blow-Kühlern kann Cooler Masters Einsteigerkühler zulegen. Er bietet mehr Kühlreserven und kann entsprechend auch mit niedrigerer und leiserer Lüfterdrehzahl betrieben werden. Wer den Lüfter herunterregelt, hört praktisch so gut wie nichts mehr von ihm. Typische Mainstream-Prozessoren werden dabei selbst auf minimaler Drehzahl noch ausreichend gekühlt - auch wenn die Kühlleistung schon vergleichsweise stark nachlässt. Weil Cooler Master eine zweite Lüfterbefestigung mitliefert, könnte die Kühlleistung durch eine Push-Pull-Konfiguration noch etwas gesteigert werden. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man vom Einsteigermodell nicht die Kühlleistung eines High-End-Kühlers erwarten darf. Auf die Lautstärke wirkt sich ein Push-Pull-Betrieb zudem oft hörbar negativ aus.    

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Auch bei Prozessorkühlern spielt die Optik eine Rolle. Cooler Master hat sich keine große Mühe damit gemacht, die Herkunft aus dem Einsteigerbereich zu verbergen. Doch der Hyper 212 LED wird mit einem LED-Lüfter kombiniert, der die schlichte Aufmachung des Kühlkörpers im Betrieb etwas übertünchen kann. Den meisten Nutzern dürfte die Optik in diesem Preissegment dann letztlich auch nicht ganz so wichtig sein. Ungünstiger wirkt sich für den Cooler Master-Kühler schon aus, dass er zwar günstig ist, man in seiner Preisklasse aber doch schon leistungsstärkere Kühler findet. Thermalrights Macho Direct ist beispielsweise nur wenige Euro teurer, spielt aber bereits in einer anderen Leistungsklasse.

Als Einsteigerkühler kann Cooler Masters Hyper 212 LED insgesamt überzeugen. Er ist nicht nur unkompliziert in der Handhabung, sondern ermöglicht auch eine adäquate und vor allem leise Kühlung von Mainstreamprozessoren. Wer es bunt und beleuchtet mag, dem dürfte zudem die intensive, rote LED-Beleuchtung des Lüfters gefallen. 

Positive Aspekte des Cooler Master Hyper 212 LED:

Negative Aspekte des Cooler Master Hyper 212 LED:

Preise und Verfügbarkeit
Cooler Master Hyper 212 LED Tower Kühler
32,51 Euro Nicht verfügbar Nicht verfügbar