SilentiumPC Fera 3 HE1224 im Test

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SilentiumPC Fera 3 HE1224Der Fera 3 HE1224 soll bei einem Kaufpreis von unter 30 Euro nicht nur wenig kosten, sondern auch möglichst unkompliziert sein. Dafür hat SilentiumPC den schlanken Single-Tower-Kühler auf hohe Kompatibilität getrimmt. Doch ist er wirklich ein Preis-Leistungs-Tipp?

Der polnische Anbieter SilentiumPC vertreibt seine Produkte über Amazon.de zum Teil auch in Deutschland. Deshalb testen wir nach dem limitierten Modding-Kühler Fortis 3 HE1425 Malik Customs Edition mit dem SilentiumPC Fera 3 HE1224 ein Modell, das auf preisbewusste Käufer und damit auf den Massenmarkt abzielt.

Der Single-Tower-Kühler kostet günstige 26,90 Euro und fällt besonders schlank aus. Selbst mit Lüfter ist er keine 8 cm breit. Weil SilentiumPC ihn zusätzlich auch noch asymmetrisch ausgerichtet hat, sollen Kompatibilitätsprobleme weitgehend vermieden werden. Der Hersteller hat zudem sichergestellt, dass der Fera 3 auf zahlreichen AMD- und Intel-Plattformen installiert werden kann. Und bei einer moderaten Höhe von 15,5 cm ist es auch um die Gehäusekompatibilität gut bestellt. Trotz schlanker Bauform wird die maximale TDP mit 180 Watt angegeben.

Bevor wir uns nun also einer näheren Detailbetrachtung widmen, hier noch der SilentiumPC Fera 3 in der gewohnten Kurzübersicht:

Spezifikationen
KühlernameSilentiumPC Fera 3 HE1224
Straßenpreis bei Release 26,90 Euro
Homepage www.silentiumpc.com
Maße

125 x 78 x 155 mm (L x B x H, inkl. Lüfter)

Material

Heatpipes: Kupfer
Kühlrippen: Aluminium

Kühlertyp Single-Tower-Kühler
Heatpipes vier 6-mm-Heatpipes
Serienbelüftung 120-mm-Lüfter Sigma PRO, 500-1.600 U/min
Sockel AMD AM2(+), AM3(+), FM1, FM2(+)
Intel LGA 2011(-v3), 1366, 115x, 775
Gewicht 613 g (inkl. Lüfter)
Garantie 2 Jahre

SilentiumPC Fera 3 HE1224

Im Lieferumfang befindet sich natürlich das Montagematerial für die unterschiedlichen, unterstützten Plattformen. Genauso wenig fehlen Anleitungen für den jeweiligen Installationsprozess und eine kleine Spritze mit Wärmeleitpaste (Pactum PT-2). Schließlich liegen dem Fera 3 nicht nur ein, sondern sogar zwei Paar Lüfterklammern bei. SilentiumPC ermöglicht damit eine Push-Pull-Konfiguration mit einem blasenden und einem saugenden Lüfter. 

SilentiumPC Fera 3 HE1224

Lüfterlos fällt besonders gut auf, wie schlank der Fera 3 eigentlich ist. Er kommt gerade einmal auf eine Breite von 5,3 cm. 

SilentiumPC Fera 3 HE1224

SilentiumPC verzichtet auf Experimente mit ungewöhnlichen Kühllamellenformen. Auffällig sind aber durchgehende "Luftlöcher" in den einzelnen Kühllamellen. Dadurch kann die Luft auch zwischen den Lamellen zirkulieren.

SilentiumPC Fera 3 HE1224

Auch wenn der Fera 3 anders als der Fortis 3 HE1425 Malik Customs Edition nicht als anpassbarer Modding-Kühler beworben wird, haben beide Gemeinsamkeiten. Auch beim Einsteigermodell wird die oberste Kühllamelle von Inbusschrauben gehalten und zeigt sich zumindest in tiefem Schwarz. Selbst Kunststoffabdeckungen für die Heatpipe-Enden fehlen nicht. Die vier 6-mm-Heatpipes wurden so angeordnet, dass sie die Abwärme möglichst effektiv an die Kühllamellen abgeben können.

SilentiumPC Fera 3 HE1224

Typisch für günstige Kühler ist der direkte Kontakt zwischen Heatpipes und Prozessor. Die Hersteller können sich damit die sonst übliche Kupferbodenplatte sparen. Beim Fera 3 wurden die abgeflachten Heatpipes bündig in die Kühlerhalterung eingelassen und sollten entsprechend guten Kontakt zur CPU haben.  


SilentiumPC Fera 3 HE1224

Die optisch unauffälligen Sigma PRO-Lüfter kennen wir bereits vom Fortis 3. Dort hat SilentiumPC allerdings das 140-mm-Modell eingesetzt. Auf den Fera 3 wird hingegen die 120-mm-Variante geschnallt. Der PWM-Lüfter kann in einem Bereich von 500 bis 1.600 U/min gesteuert werden. Diese Angaben können wir aus der Praxis so auch bestätigen.  

SilentiumPC Fera 3 HE1224

Die Montage des Fera 3 entspricht der des Fortis 3. Im ersten Schritt wird die einfache Kunststoff-Backplate auf den jeweiligen CPU-Sockel abgestimmt. Auf der Mainboardvorderseite werden anschließend zwei Montagestege mit der Backplate verschraubt. Darauf ist dann schließlich die fixe Montagebrücke des Kühlers zu befestigen. Die Abbildungen in der Installationsanleitung lassen nicht immer alle Details erkennen, im Großen und Ganzen ist die Installation aber unkompliziert. Und auch um die Kompatibilität ist es bestens bestellt. Auf dem Testmainboard bleibt zwischen Kühler und Speicherriegeln jede Menge Platz. 

SilentiumPC Fera 3 HE1224

Dazwischen findet auch der Sigma PRO-Lüfer noch problemlos Platz. 


Mit einem neuen Testsystem soll die typische Wärmeentwicklung eines Gamingsystems noch besser abgebildet werden. Der Octa-Core-Xeon weicht Intels Core i7-4790K, einem beliebten Prozessor für leistungsstarke Spielerechner. Bei Bedarf kann die Radeon HD 7970 von Gigabyte die Abwärme einer performanten Grafikkarte abgeben. Untergebracht wird das Testsystem in NZXTs H630. Der Full-Tower bietet mehr als genug Platz für die höchsten Prozessorkühler und ermöglicht uns auch, größere AiO-Wasserkühlungen zu testen. Das schallgedämmte H630 wurde nicht kompromisslos auf Kühlleistung hin optimiert, sondern soll eher einen ausgewogenen Kompromiss aus Kühlleistung und Lautstärke bieten. Mit dieser Auslegung ähnelt es beispielsweise den beliebten Define-Modellen von Fractal Design.

Hier das neue Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor Intel Core i7-4790K (4,2 GHz)
Mainboard ASUS Z97-DELUXE(NFC & WLC)
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance LP 8 GB DDR3-Kit
Grafikkarte Gigabyte GV-R797OC-3GD
Systemlaufwerk OCZ ARC 100 240GB
Netzteil Antec HCP-1300 Platinum
Gehäuse NZXT H630
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-2
Gehäusebelüftung 1x 200 mm (Front)
1x 140 mm (Rückwand)
Betriebssystem Windows 10 Home

Der 200-mm-Frontlüfter wird für eine vertretbare Lautstärke mit einem Adapter auf 7 Volt heruntergeregelt. Der Rückwandlüfter läuft hingegen auf 12 Volt und damit konstant mit 1.100 U/min. Im Endeffekt wird so für die Gehäuselüfter ein sinnvoller Kompromiss aus ausreichender Kühlleistung und moderater Lautstärke erreicht, die Testbedingungen werden also schlicht möglichst realistisch gestaltet. Ein zu intensiver Einfluss der Gehäuselüfter wird genauso ausgeschlossen wie ein Hitzestau im Gehäuse.   

Die Lautstärkemessung wird mithilfe eines VOLTCRAFT SL-400 Schallpegel-Messgerätes in 20 cm Abstand zur linken Gehäuseitenwand vorgenommen. Das schallgedämmte Gehäuse ist dabei geschlossen. Des Weiteren wurde die Raumtemperatur auf 20 °C normiert und die aktuelle Abweichung dazu wird mit einem VOLTCRAFT IR 800-200 Infrarot-Thermometer gemessen. Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Konkret wird der intensive Small FTT-Test gestartet. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Log-Funktion des Tools CoreTemp, wobei das arithmetische Mittel der maximal erreichten Temperatur in unsere Diagramme übernommen wird (abzüglich einer eventuellen Differenz zur normierten Raumtemperatur. Als Wärmeleitpaste kommt Arctics Evergreen MX-2 zum Einsatz. Wir verteilen sie gleichmäßig mit einem WLP-Spachtel auf dem Heatspreader. 

Folgende Tools kamen bei den Messungen zum Einsatz:

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.



Lautstärke in dB(A)

1000 U/min

db(A)
Weniger ist besser
 

Lautstärke in dB(A)

Maximale Drehzahl

db(A)
Weniger ist besser
 

Laut den Messergebnissen ist der Sigma PRO-Lüfter durchaus für einen leisen Betrieb geeignet. Selbst auf maximaler Drehzahl fält der Schallpegel demnach moderat aus. Auf 1.000 U/min fällt der Schallpegel deutlich ab, das Luftrauschen ist nur noch dezent hörbar. Bei einer weiteren Drehzahlreduzierung auf 600 U/min ist von Luftgeräuschen nichts mehr zu hören, die Lautstärke sinkt auf 30,1 dB(A). Was die Messungen allerdings nicht widerspiegeln, ist der subjektive Eindruck. Auf den beiden niedrigen Regelstufen ist ein leichtes Lagerschleifen hörbar, das zumindest empfindliche Nutzer stören wird. Und auch auf voller Drehzahl ist der Lüfter wegen leichten Schallpegel-Schwankungen etwas störender, als es die Messungen vermuten lassen. 


Im nächsten Testszenario begutachten wir die Leistung des Kühlers mit dem Serienlüfter bzw. den Serienlüftern bei jeweils 1.000 Umdrehungen pro Minute und bei maximaler Drehzahl. 

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter, 1000 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter, maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Mit Blick auf Preis und Aufbau kommt im Testfeld der Arctic Freezer i32 dem Fera 3 am nächsten. Und auch bei den Messergebnissen nehmen sich die beiden Kühler mit Serienlüfter wenig. Unter den Towerkühlern landen beide am Ende des Testfelds. Kompakten Top-Blow-Kühlern wie dem be quiet! Shadow Rock LP sind sie aber klar überlegen. Im Testsystem reicht die Kühlleistung, um den Core i7-4790K auch bei 1.000 U/min noch anständig zu kühlen. Die Reserven für eine weitere Reduzierung der Lüfterdrehzahl oder auch für Overclocking sind aber gering. 


Um die rohe Kühlleistung der Probanden fair vergleichen zu können, haben wir alle Kühler mit denselben Referenzlüftern bestückt. Als Referenzlüfter kommen die leistungsstarken Noctua NF-A15 PWM mit 105-mm-Lochabstand und bis zu 1.200 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Falls diese keinen Platz am Kühlkörper finden, greifen wir auf die kleineren Noctua NF-F12 mit 120 mm und bis zu 1.500 Umdrehungen pro Minute zurück. Bei Kühlern und Radiatoren mit Platz für echte 140-mm-Lüfter mit 140-mm-Bohrungen können wir die NF-A14 PWM einsetzen.

Für bessere Vergleichbarkait mit dem Arctic Freezer i32 haben wir den Fera 3 wieder mit einem NF-F12 bestückt. 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter, 600 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter, 1000 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Auf 1.000 U/min profitiert der Silentium-PC-Kühler vom Lüfterwechsel und kann sich anders als mit Serienlüfter leicht vom Freezer i32 absetzen. Die Messung bei 600 U/min bestätigt, dass der Kühler im Testsystem eigentlich nicht mit unter 1.000 U/min betrieben werden sollte. 


Der Fera 3 HE1224 soll all die Käufer ansprechen, die nach einem unkomplizierten und günstigen Towerkühler suchen. Das gelingt SilentiumPC nach unseren Testeindrücken auch durchaus. Der Kühler ist schlichtweg unkompliziert. Er lässt sich mit einer soliden Montagelösung auf einer Vielzahl von Prozessorsockeln montieren. Durch die schlanke und asymmetrische Bauweise ist dabei sichergestellt, dass es kaum Kompatibilitätsprobleme geben wird. Bei einer Höhe von 15,5 cm passt der Kühler auch gut zu günstigeren Gehäusen, die oft die CPU-Kühlerhöhe einschränken. 

Nach Inbetriebnahme deckt der mitgelieferte PWM-Lüfter ein ordentliches Drehzahlspektrum ab. Allerdings ist der Sigma PRO-Lüfter eben nur ein günstiger Lüfter. Bei geringer Drehzahl können leichte Nebengeräusche empfindliche Nutzer stören - allerdings auch nur, wenn der komplette PC als Silent-PC ausgelegt ist. Der Lüfter ist aber auch so ziemlich der einzige Punkt, an dem sich der günstige Preis bemerkbar macht. Mit seiner schwarzen Top-Plate, den Heatpipe-Abdeckungen und einer insgesamt guten Verarbeitungsqualität wirkt der Fera 3 nämlich durchaus wertig. Dass er bei der Kühlleistung dem schlanken und eher einfachen Aufbau Tribut zollen muss, war zu erwarten. Der Fera 3 passt gut zu Mittelklasse-Prozessoren, die auf Standardtakt laufen. Wer leistungsstarke High-End-Prozessoren nutzt und vielleicht auch noch übertakten will, sollte und wird sich wohl ohnehin nach Kühlern einer anderen Preisklasse umsehen.  

SilentiumPC Fera 3 HE1224

Im direkten Vergleich mit dem ebenfalls unter 30 Euro Arctic Freezer i32 hält der Fera 3 voll mit. Bei Bestückung mit dem Noctua-Referenzlüfter kann er sich auch leicht absetzen. Dazu punktet er mit Optik und wirkt auch etwas wertiger. Ein paar Euro mehr sollte investieren, wer Wert auf eine höhere Kühlleistung legt und mit einem wuchtigeren Kühler leben kann. Thermalrights Macho Direct spielt für einen Aufpreis von rund 7 Euro schon in einer ganz anderen Leistungsliga mit.

Um aber z.B. einfach einen Boxed-Kühler in einem unübertakteten Standardsystem zu ersetzen, ist der hochkompatible und dazu auch noch schicke SilentiumPC Fera 3 HE1224 allemal gut geeignet. 

Positive Aspekte des SilentiumPC Fera 3 HE1224:

Negative Aspekte des SilentiumPC Fera 3 HE1224: