Cryorig H5 Universal im Test

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Cryorig H5 UniversalNach dem schlanken und niedrigen H7 testen wir gleich noch einen zweiten Single-Tower-Kühler von Cryorig. Der H5 Universal ist mit seinem 140-mm-Lüfter und seiner höheren Masse zwar nicht so kompakt wie der kleine H7, verspricht dafür aber eine höhere Kühlleistung. Im Test wollen wir herausfinden, ob das Versprechen gehalten werden kann. 

Das Namensschema von Cryorig mag erst einmal verwirren. Tatsächlich ist der H5 Universal höher angesiedelt als der H7 mit seiner höheren Produktnummerierung. Während der H7 mit hervorragender Kompatibilität und Nutzerfreundlichkeit überzeugen kann, ist seine Kühlleistung durchwachsen. Der Single-Tower muss dem schlanken Aufbau und der geringen Heatpipe-Anzahl Tribut zollen und landete in unseren Messungen hinter Konkurrenzprodukten wie den letzten Thermalright Macho-Modellen. 

Schon der Blick auf die Verpackungen macht deutlich, dass der H5 Universal in einer anderen Gewichtsklasse antritt. Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen, bringt der Kühler doch fast 200 g mehr auf die Waage. Das deutet schon darauf hin, dass der H5 Universal um einiges größer ausfällt. So wird er anders als der H7 auch von einem 140- und nicht von einem 120-mm-Lüfter gekühlt. Cryorig hat ihm zudem eine Heatpipe mehr spendiert. Allerdings ist auch der H5 Universal ein Single-Tower-Kühler und durchaus auch auf eine gute Kompatibilität hin ausgelegt. Insgesamt dürfte damit der Abstand zum eigenen Flaggschiff, dem wuchtigen Dual-Tower-Modell R1 Ultimate, gewahrt bleiben.

Zum Glück wahrt der H5 Universal aber auch beim Kaufpreis den gebührenden Respektabstand. Bei einem Preis von 42 Euro ist er über 30 Euro günstiger als das Cryorig-Flaggschiff. Der Aufpreis gegenüber dem H7 bleibt mit rund 7 Euro hingegen im Rahmen.

Bevor wir uns nun also einer näheren Detailbetrachtung widmen, hier noch der Cryorig H7 in der gewohnten Kurzübersicht:

Spezifikationen
KühlernameCryorig H5 Universal
Straßenpreis bei Release 42 Euro
Homepage www.cryorig.com
Maße

mit Lüfter: 143 x 98 x 160 mm (L x B x H)

Material

Bodenplatte: C1100-Kupfer, vernickelt
Heatpipes: Kupfer, vernickelt
Kühlrippen: Aluminium

Kühlertyp Single-Tower-Kühler
Heatpipes vier 6-mm-Heatpipes
Kühllamellen 38 Stück, Materialstärke 0,4 mm, Abstand 2,8 mm
Serienbelüftung Cryorig XT140, 13 mm schlanker 140-mm-PWM-Lüfter mit 700 - 1.300 U/min
Sockel AMD: AM3(+), AM2(+), FM1, FM2(+)
Intel: LGA 775, 115x, 1366, 2011(-v3)
Gewicht nur Kühler: 764 g
mit Lüfter: 853 g

Cryorig H5 Universal

In zwei seitlichen Fächern der Verpackung findet sich voneinander getrennt das Montagematerial für die unterstützten AMD- und Intel-Sockel. Dazu kommen ein paar zusätzlicher Lüfterklammern für höhere Lüfter (25,4 mm), die Installationsanleitungen, eine Tube Wärmeleitpaste und ein einfacher Kreuzschlitzschraubenzieher.  

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Im Vergleich zum H7 fällt der Kühlkörper des H5 Universal tatsächlich etwas breiter aus. Cryorig nutzt aber einen Trick, um trotzdem eine geringe Gesamtbreite und eine gute RAM-Kompatibilität zu erreichen. Der mitgelieferte XT140-Lüfter ist nur 13 mm hoch. Im Vergleich zu einem Standardlüfter mit 25 mm Höhe werden so immerhin 12 mm eingespart. Der 140 mm große PWM-Lüfter arbeitet offiziell mit 700-1.300 U/min und wird durch Gummipuffer entkoppelt. Auch dieses leistungsstärkere Single-Tower-Modell zeigt sich in einem modernen Design. Besonders geprägt wird die Optik von der weißen Top-Plate aus Kunststoff. Neben dem H5 Universal bietet Cryorig auch noch den H5 Ultimate mit einem anderen Lüfter und schwarzer Top-Plate an. Der XF140 des H5 Ultimate ist allerdings bei gleichem Drehzahlbereich 25 mm hoch.  

Cryorig H5 Universal

Von der Seite wird noch deutlicher, wie schmal Kühler und Lüfter zusammen ausfallen. 

Cryorig H5 Universal

Cryorig hat die Kühllamellen zwar auf der Lufteinlassseite wabenförmig gestaltet (das sogenannte Hive Fin-Design), auf der gegenüberliegenden Seite zeigen sich die 38 Kühllamellen hingegen ganz konventionell angeordnet. Insgesamt soll der Lamellenaufbau sicherstellen, dass die Gesamtkühlfläche bei 90 Prozent der Kühlfläche der R1-Flaggschiffmodelle liegt.    


Cryorig H5 Universal

Cryorig ordnet auch beim H5 Universal die Heatpipes leicht in der Höhe versetzt an. Dadurch sollen die 6-mm-Heatpipes effektiver arbeiten. Die vernickelte Kupferbasis hat eine leichte Rillenstruktur.   

Cryorig H5 Universal

Anders als beim H7 kommt beim H5 Universal eine Backplate aus Metall zum Einsatz. Allerdings ist die Montage etwas umständlicher. Von vorne wird die Backplate mit Schraubabstandshaltern gesichert. Darauf werden mithilfe von Rändelschrauben zwei Befestigungschienen befestigt. Und erst mit diesen Befestigungsschienen wird schließlich der Kühler selbst verschraubt. Dabei wird entweder das beiliegende Kreuzschlitz-Werkzeug oder ein regulärer, schlanker und langer Kreuzschlitzschraubenzieher (z.B. der, den Thermalright den eigenen Kühlern beilegt) benötigt, denn geschraubt wird durch den Kühler hindurch.  

Cryorig H5 Universal

Die Kombination aus Kühler und dünnem Lüfter ist so schlank, dass der H5 Universal genug Abstand zu den Speicherslots hält. Damit könnten problemlos auch Speicherriegel mit hohen Heatspreadern genutzt werden. Laut Cryorig gilt das nicht nur für LGA 115x-Mainboards, sondern generell für die unterstützten AMD- und Intel-Plattformen. Bei einer Höhe von 16 cm passt der Kühler zudem auch problemlos in die meisten PC-Tower. Der nur 14,5 cm hohe H7 ist mit Blick auf das PC-Gehäuse aber noch etwas vielseitiger einsetzbar. 


Mit einem neuen Testsystem soll die typische Wärmeentwicklung eines Gamingsystems noch besser abgebildet werden. Der Octa-Core-Xeon weicht Intels Core i7-4790K, einem beliebten Prozessor für leistungsstarke Spielerechner. Bei Bedarf kann die Radeon HD 7970 von Gigabyte die Abwärme einer performanten Grafikkarte abgeben. Untergebracht wird das Testsystem in NZXTs H630. Der Full-Tower bietet mehr als genug Platz für die höchsten Prozessorkühler und ermöglicht uns auch, größere AiO-Wasserkühlungen zu testen. Das schallgedämmte H630 wurde nicht kompromisslos auf Kühlleistung hin optimiert, sondern soll eher einen ausgewogenen Kompromiss aus Kühlleistung und Lautstärke bieten. Mit dieser Auslegung ähnelt es beispielsweise den beliebten Define-Modellen von Fractal Design.

Hier das neue Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor Intel Core i7-4790K (4,2 GHz)
Mainboard ASUS Z97-DELUXE(NFC & WLC)
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance LP 8 GB DDR3-Kit
Grafikkarte Gigabyte GV-R797OC-3GD
Systemlaufwerk OCZ ARC 100 240GB
Netzteil Antec HCP-1300 Platinum
Gehäuse NZXT H630
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-2
Gehäusebelüftung 1x 200 mm (Front)
1x 140 mm (Rückwand)
Betriebssystem Windows 10 Home

Der 200-mm-Frontlüfter wird für eine vertretbare Lautstärke mit einem Adapter auf 7 Volt heruntergeregelt. Der Rückwandlüfter läuft hingegen auf 12 Volt und damit konstant mit 1.100 U/min. Im Endeffekt wird so für die Gehäuselüfter ein sinnvoller Kompromiss aus ausreichender Kühlleistung und moderater Lautstärke erreicht, die Testbedingungen werden also schlicht möglichst realistisch gestaltet. Ein zu intensiver Einfluss der Gehäuselüfter wird genauso ausgeschlossen wie ein Hitzestau im Gehäuse.   

Die Lautstärkemessung wird mithilfe eines VOLTCRAFT SL-400 Schallpegel-Messgerätes in 20 cm Abstand zur linken Gehäuseitenwand vorgenommen. Das schallgedämmte Gehäuse ist dabei geschlossen. Des Weiteren wurde die Raumtemperatur auf 20 °C normiert und die aktuelle Abweichung dazu wird mit einem VOLTCRAFT IR 800-200 Infrarot-Thermometer gemessen. Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Konkret wird der intensive Small FTT-Test gestartet. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Log-Funktion des Tools CoreTemp, wobei das arithmetische Mittel der maximal erreichten Temperatur in unsere Diagramme übernommen wird (abzüglich einer eventuellen Differenz zur normierten Raumtemperatur. Als Wärmeleitpaste kommt Arctics Evergreen MX-2 zum Einsatz. Wir verteilen sie gleichmäßig mit einem WLP-Spachtel auf dem Heatspreader. 

Folgende Tools kamen bei den Messungen zum Einsatz:

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.


Bedingt durch die Umstellung des Testsystems können wir aktuell erst wenige Vergleichswerte einbeziehen. Mit der Zeit wird das Testfeld aber wieder anwachsen.

Lautstärke in dB(A)

1000 U/min

db(A)
Weniger ist besser
 

Lautstärke in dB(A)

Maximale Drehzahl

db(A)
Weniger ist besser
 

Bei vergleichbarer Drehzahl ordnet sich der H5 Universal mit seinem schlanken 140-mm-Lüfter noch im Mittelfeld ein. Auf voller Drehzahl gehört der Lüfter mit seinen 1.300 U/min schon zu den etwas lauteren Vertretern. Knapp über 40 dB(A) sind selbst beim Spielen schon etwas störend.  

Temperatur in Grad Celsius

passiv

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Wir haben anders als beim H7 den semi-passiven Test durchlaufen lassen. Zumindest für den Core i7-4790K reicht die Kühlleistung aber nicht aus, um ruhigen Gewissens auf den CPU-Lüfter verzichten zu können. 


Im nächsten Testszenario begutachten wir die Leistung des Kühlers mit dem Serienlüfter bzw. den Serienlüftern bei jeweils 1.000 Umdrehungen pro Minute und bei maximaler Drehzahl. Bedingt durch die Umstellung des Testsystems können wir aktuell erst wenige Vergleichswerte einbeziehen. Mit der Zeit wird das Testfeld aber wieder anwachsen.

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter, 1000 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter, maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Spannend ist vor allem die Frage, wie sich der H5 Universal im Vergleich zum kleinen (und günstigeren) Bruder schlägt. Tatsächlich kann er sich von diesem kompakteren Towerkühler absetzen und landet auch vor Noctuas leistungsstarkem Top-Blow-Kühler NH-C14S. Der direkte Konkurrent von Thermalright, der Macho Direct, liegt aber leicht vor dem Cryorig-Kühler.


Um die rohe Kühlleistung der Probanden fair vergleichen zu können, haben wir alle Kühler mit denselben Referenzlüftern bestückt. Als Referenzlüfter kommen die leistungsstarken Noctua NF-A15 PWM mit 105-mm-Lochabstand und bis zu 1.200 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Falls diese keinen Platz am Kühlkörper finden, greifen wir auf die kleineren Noctua NF-F12 mit 120 mm und bis zu 1.500 Umdrehungen pro Minute zurück. Bei Kühlern und Radiatoren mit Platz für echte 140-mm-Lüfter mit 140-mm-Bohrungen können wir die NF-A14 PWM einsetzen.

Die beiliegenden Lüfterklammern für Lüfter mit normaler Bauhöhe wollten nicht so richtig zum NF-A15 passen. Wir haben sie schließlich aber doch so gebogen bekommen, dass wir den bevorzugten Referenzlüfter nutzen konnten. 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter, 600 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter, 1000 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Die Messungen mit Referenzlüfter bestätigen den ersten Eindruck. Der H5 Universal kühlt besser als der H7. Gerade bei 600 U/min zeigt sich, dass der größere Kühler mehr Reserven hat. 


Die Aufgabenteilung zwischen H5 und H7 ist klar - der kleinere H7 bietet sich vor allem dann an, wenn maximale Kompatibilität gefragt ist und ein möglichst günstiger Towerkühler gesucht wird. Der H5 Universal bietet hingegen für einen moderaten Aufpreis die klar bessere Kühlleistung und sorgt trotzdem dafür, dass Kompatibilitätsprobleme die Ausnahme bleiben sollten. Solange es nicht um maximale Kompatibilität (speziell mit Blick auch auf die maximale Prozessorkühlerhöhe) geht, dürfte der H5 Universal für die meisten Nutzer die etwas bessere Wahl sein.

Trotz der gesteigerten Kühlleistung liegt auch der H5 Universal noch leicht hinter dem Konkurrenzmodell Thermalright Macho Direct. Wo Cryorig aber mehr überzeugen kann, ist die Optik. Unästhetische Heatpipeenden bekommt man erst gar nicht zu sehen und auch insgesamt wirkt der H5 Universal etwas wertiger. So müssen z.B. auch entkoppelnde Gummipuffer nicht erst aufgeklebt werden, sondern sind direkt Teil des Lüfters. Gegenüber dem H7 fällt allerdings die Montage etwas aufwendiger aus. Dafür kann der H5 Universal im Gegenzug dank höherer TDP-Einstufung und des entsprechenden Montagematerials auch auf Intels High-End-Plattformen genutzt werden. 

Cryorig H5 Universal

Der H5 Universal kann die Rolle als Mittelklassekühler besser ausfüllen als der Kompatibilitätsspezialist H7, denn er bietet den stimmigeren Mix aus Kühlleistung, Kompatibilität und Preis. Besonders positiv fällt auf, dass man dem geradezu futuristisch designten Kühler seinen moderaten Preis nicht ansieht. Geht es vor allem um die Kühlleistung, gibt es in dieser Preisklasse aber letztlich noch bessere Alternativen. 

Positive Aspekte des Cryorig H5 Universal:

Negative Aspekte des Cryorig H5 Universal:

Preise und Verfügbarkeit
CRYORIG H5 Universal Kühler
Nicht verfügbar 44,90 Euro 44,99 Euro
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