Der günstige HDT-Kühler Thermalright Macho Direct im Test

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Thermalright Macho DirectDer erste Macho überzeugte vor allem wegen seines hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses. Doch in letzter Zeit sind auch Modelle aus der Macho-Familie ins gehobene Preissegment vorgestoßen. Dass ein Macho doch noch günstig sein kann, beweist jetzt der taufrische Macho Direct. Um diesen Towerkühler für unter 40 Euro anbieten zu können, greift Thermalright aber erstmalig auf die nicht unumstrittene Heat-pipe Direct Touch-Technik zurück. 

Speziell der gerade erst von uns getestete Le Grand Macho (zum Test) steht für eine Entwicklung, die weg von der ursprünglichen Idee der ersten Macho-Generation führt. So überzeugend die semi-passive Kühlleistung des großen Machos auch sein mag, gehört der Kühler mit einer UVP von rund 60 Euro doch ins gehobene Preissegment. Ganz anders der neue Macho Direct. Mit einer UVP von 36,99 Euro spricht er eben die Zielgruppe an, die nur ein knappes Budget für die PC-Zusammenstellung oder das Kühlerupdate hat. Damit wird selbst die ursprüngliche UVP des ersten Machos, also des Macho HR-02, knapp (um 91 Cent) unterboten. Dabei ist ein Lüfter anders als beim Le Grand Macho schon inklusive.

Um diesen Preis zu erreichen, musste Thermalright aber einige Sparmaßnahmen umsetzen. Die entscheidenste Maßnahme ist der Verzicht auf eine klassische Bodenplatte. Stattdessen ist der Macho Direct ein HDT-Kühler. Bei der Heat-pipe Direct Touch-Technik wird die Bodenplatte eingespart und die Heatpipes haben direkten Kontakt zum CPU-Heatspreader. Was in der Theorie sinnvoll klingt, scheitert in der Praxis oft an Fertigungsschwierigkeiten. Mehrere Heatpipes nebeneinander sind nicht so einfach plan zu fertigen wie eine durchgehende Bodenplatte. Hinzu kommt, dass bei Prozessoren mit kleiner Fläche die äußeren Heatpipes teilweise kaum Hitze abbekommen. Wie die HDT-Technik die Kühlleistung beeinflusst, werden unsere Messungen noch aufzeigen.

Bevor wir uns einer näheren Detailbetrachtung widmen, hier noch der Thermalright Macho Direct in der gewohnten Kurzübersicht:

Spezifikationen
KühlernameThermalright Macho Direct
Straßenpreis bei Release 36,99 Euro
Homepage www.thermalright.de  
Maße 15,2 x 12,9 x 15,8 cm (L x B x H)
Material

Heatpipes: Kupfer
Kühlrippen: Aluminium

Kühlertyp Single-Tower
Serienbelüftung 1x TY 140 Black (PWM) Lüfter, 300 bis 1.300 U/min
Sockel AMD: AM2(+), AM3(+), FM1, FM2(+)
Intel: LGA 115x, LGA 2011(-3)
Gewicht 660 Gramm

Thermalright Macho Direct

Anders als den Le Grand Macho verpackt Thermalright den Macho Direct nicht in eine giftgrüne, sondern in eine schwarze Verpackung. Der Karton informiert nicht nur über einige Herstellerauszeichnungen wie unseren Manufacturer of the Year-Award, sondern vor allem auch über die wichtigsten Produktmerkmale und -spezifikationen. Bei unserem Testsample fehlte allerdings eine Installationsanleitung. Sie kann aber problemlos als deutsch- oder englischsprachige PDF-Datei von der Produktseite geladen werden.

Thermalright Macho Direct

Von der Anleitung einmal abgesehen, wirkt der Lieferumfang für einen Kühler dieser Preisklasse umfangreich. Auch bei diesem Einsteiger-Macho legt Thermalright wieder einen praktischen Kreuzschlitzschraubendreher mit magnetischer Spitze bei. Über das normale Montagezubehör hinaus gehen auch die selbstklebenden Gummipuffer für die Lüfterentkopplung und die Wärmeleitpaste. Diese Chill Factor-WLP wird aber in der kostengünstigeren Tüte und nicht in der Dosierspritze ausgeliefert. Das Montagezubehör entspricht 1:1 dem teurer Thermalright-Kühler wie eben auch dem des Le Grand Machos. 

Thermalright Macho Direct

Auf den ersten Blick erscheint der Macho Direct als typischer Macho. Der Single-Towerkühler hat einen großzügigen Lamellenabstand von etwa 3 mm. Das trägt zwar vor allem zur Kosteneinsparung bei, sollte zudem aber auch die semi-passive Kühlung erleichtern. 

Zwischen Le Grand Macho und dem Macho Direct liegen über 20 Euro Preisdifferenz - doch wie unterschiedlich fallen die beiden Kühler eigentlich aus?

Thermalright Macho Direct

Auf den ersten Blick ist es vor allem das unterschiedliche Format, das ins Auge sticht. Der Le Grand Macho ist voluminöser und bietet damit mehr Kühlfläche. Thermalright spendiert ihm zudem gleich zwei zusätzliche 6-mm-Heatpipes. Daneben sind es aber tatsächlich vor allem Verarbeitungsunterschiede, die ins Auge stechen. So werden die Heatpipes beim Le Grand Macho noch vernickelt. 

Thermalright Macho Direct

Auch die schwarze Deckplatte spart Thermalright beim Macho Direct ein. Das nackte Aluminium sieht zudem nicht besonders hochwertig, sondern leicht speckig aus. Funktional fallen die Luftlöcher in den Kühlrippen auf. Sie sollen einen Luftstau zwischen einzelnen Kühlrippen verhindern. 


Thermalright Macho DirectP

Besonders spannend ist beim Macho Direct allerdings die Unterseite. Anstelle einer Bodenplatte liegen fünf abgeflachte 6-mm-Heatpipes nebeneinander. Zwischen den Heatpipes bleiben kleine Abstände. So weit es sich mit bloßem Auge beurteilen lässt, wirkt die Bodenfläche plan. Die HDT-Technik erfordert aber trotzdem einen gewissen Mehraufwand beim Aufbringen der Wärmeleitpaste. Die beliebte Erbsenmethode (ein einzelner Klecks auf dem Heatspreader wird alleine durch den Anpressdruck des Kühlers verteilt) ist durch den Heatpipe-Boden nicht optimal. Thermalright selbst empfiehlt, sowohl auf den CPU-Heatspreader als auch auf den Kühlerboden eine dünne Schicht Wärmeleitpaste aufzutragen. Dadurch soll ein optimaler Kontakt sichergestellt werden.  

Thermalright Macho Direct

Mit den Heatpipes fest verbunden ist eine Montagebrücke. Weil sie anders als eine normale Bodenplatte nicht der Wärmeabfuhr dient, kann Thermalright teures Kupfer einsparen und diese Brücke aus günstigerem Aluminium fertigen. 

Thermalright Macho Direct

Auch wenn die Baurart des Macho Direct auf gute Kühleigenschaften im semi-passiven Betrieb hoffen lässt, legt Thermalright dem Kühler doch einen Lüfter bei. Der TY-140 Black ist ein 140-mm-Lüfter mit 105-mm-Lochabstand. Er wird deshalb mit Lüfterklammern befestigt, die auch für typische 120-mm-Lüfter geeignet sind. Der PWM-Lüfter arbeitet mit 300 bis 1.300 U/min. Thermalright legt sogar zwei paar Lüfterklammern bei, sodass prinzipiell ein zweiter Lüfter für den Push-Pull-Betrieb installiert werden kann. 

Thermalright Macho Direct

Allerdings kommt der Kühler dem rückwandigen Gehäuselüfter so nahe, dass dieser praktisch gleich die Pull-Funktion übernehmen kann. Auch für den semi-passiven Betrieb ist der moderate Abstand zwischen Gehäuselüfter und Kühler von 4 cm günstig. Die Kühlerinstallation erfolgt fast analog zu der des Le Grand Macho. Einziger Unterschied ist, dass die Montagebrücke beim Macho Direct direkt mit dem Kühler verbunden ist. Zuerst wird eine Backplate installiert. Vier Rändelschrauben fixieren nicht nur die Backplate auf der Mainboardvorderseite, sondern sind gleichzeitig die Basis für den Montagerahmen. Dieser Rahmen umschließt den ganzen CPU-Sockel. Mit ihm wird wiederum die Montagebrücke des Kühlers verschraubt. Dabei kommt der lange Kreuzschlitzschraubenzieher aus dem Zubehör zum Einsatz. Denn nur mit so einem langen und schlanken Schraubenzieher kann die Schraube angezogen werden, die durch die große Aussparung in den Kühlrippen des Kühlers hindurch geführt werden muss. Dabei helfen gute Lichtverhältnisse und eine ruhige Hand. Insgesamt gehört Thermalrights Universal Montagekit aber zu den nutzerfreundlicheren Montagelösungen.  

Thermalright

Auf dem LGA 1150-Testmainboard gibt es keine Kompatibilitätsprobleme. Selbst der Lüfter kommt sich nicht mit den hohen Heatspreadern des Arbeitsspeichers in die Quere. Allerdings sollten die Lüfterklammern möglichst schon vor dem Einbau des Kühlers befestigt werden, denn sie müssen tief in die Kühlrippen hineingesteckt werden. Von der Mainboardseite her ist das bei montiertem Kühler nur mit sehr viel Fingerspitzengefühhl möglich. 


Mit einem neuen Testsystem soll die typische Wärmeentwicklung eines Gamingsystems noch besser abgebildet werden. Der Octa-Core-Xeon weicht Intels Core i7-4790K, einem beliebten Prozessor für leistungsstarke Spielerechner. Bei Bedarf kann die Radeon HD 7970 von Gigabyte die Abwärme einer performanten Grafikkarte abgeben. Untergebracht wird das Testsystem in NZXTs H630. Der Full-Tower bietet mehr als genug Platz für die höchsten Prozessorkühler und ermöglicht uns auch, größere AiO-Wasserkühlungen zu testen. Das schallgedämmte H630 wurde nicht kompromisslos auf Kühlleistung hin optimiert, sondern soll eher einen ausgewogenen Kompromiss aus Kühlleistung und Lautstärke bieten. Mit dieser Auslegung ähnelt es beispielsweise den beliebten Define-Modellen von Fractal Design.

Hier das neue Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor Intel Core i7-4790K (4,2 GHz)
Mainboard ASUS Z97-DELUXE(NFC & WLC)
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance 16 GB DDR3-Kit, 2.400 MHz
Grafikkarte Gigabyte GV-R797OC-3GD
Systemlaufwerk OCZ ARC 100 240GB
Netzteil Antec HCP-1300 Platinum
Gehäuse NZXT H630
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-2
Gehäusebelüftung 1x 200 mm (Front)
1x 140 mm (Rückwand)
Betriebssystem Windows 10 Home

Der 200-mm-Frontlüfter wird für eine vertretbare Lautstärke mit einem Adapter auf 7 Volt heruntergeregelt. Der Rückwandlüfter läuft hingegen auf 12 Volt und damit konstant mit 1.100 U/min. Im Endeffekt wird so für die Gehäuselüfter ein sinnvoller Kompromiss aus ausreichender Kühlleistung und moderater Lautstärke erreicht, die Testbedingungen werden also schlicht möglichst realistisch gestaltet. Ein zu intensiver Einfluss der Gehäuselüfter wird genauso ausgeschlossen wie ein Hitzestau im Gehäuse.   

Die Lautstärkemessung wird mit Hilfe eines VOLTCRAFT SL-400 Schallpegel-Messgerätes in 20 cm Abstand zur linken Gehäuseitenwand vorgenommen. Das schallgedämmte Gehäuse ist dabei geschlossen, die Gehäuselüfter werden abgeklemmt. Neben dem CPU-Lüfter/den CPU-Lüftern ist praktisch nur noch der Netzteillüfter leicht zu hören.

Des Weiteren wurde die Raumtemperatur auf 20 Grad Celsius normiert und die aktuelle Abweichung dazu wird mit einem VOLTCRAFT IR 800-200 Infrarot-Thermometer gemessen. Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Konkret wird der intensive Small FTT-Test gestartet. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Log-Funktion des Tools CoreTemp, wobei das arithmetische Mittel der maximal erreichten Temperatur in unsere Diagramme übernommen wird (abzüglich einer eventuellen Differenz zur normierten Raumtemperatur. Als Wärmeleitpaste kommt Arctics Evergreen MX-2 zum Einsatz. Wir verteilen sie gleichmäßig mit einem WLP-Spachtel auf dem Heatspreader. 

Folgende Tools kamen bei den Messungen zum Einsatz:

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.


Weil der TY-140 Black nur maximal mit 1.300 U/min läuft, darf man auf eine moderate maximale Lautstärke hoffen. Thermalright selbst bestärkt diese Hoffnung noch, indem der Kühler als Low Noise-Produkt beworben wird.

Bedingt durch die Umstellung des Testsystems können wir aktuell erst wenige Vergleichswerte einbeziehen. Mit der Zeit wird das Testfeld aber wieder anwachsen.

Lautstärke in dB(A)

1000 U/min

db(A)
Weniger ist besser
 

Lautstärke in dB(A)

Maximale Drehzahl

db(A)
Weniger ist besser
 

Die Messergebnisse und der subjektive Höreindruck weichen allerdings leicht voneinander ab. Bei voller Drehzahl gehört der TY-140 Black tatsächlich zu den leiseren Lüftern. Dabei profitiert er aber vor allem von der relativ geringen Höchstdrehzahl. Aussagekräftiger ist da schon, dass er bei der Messung mit 1.000 U/min etwas lauter ist als die Vergleichslüfter. Vom subjektiven Höreindruck dürfte das leichten Nebengeräuschen geschuldet sein, die mit zunehmender Drehzahl auffälliger werden. Zu hören ist ein raues, leicht ungleichförmiges Geräusch. Im mittleren Drehzahlbereich fällt es nur bei offenem Gehäuse und aus der Nähe auf, bei voller Drehzahl wirkt das Lüftergeräusch aber auch mit geschlossenem Gehäuse etwas unrund. Es ist keineswegs penetrant, dürfte sensiblen Nutzern aber doch auffallen. Allerdings können solche Nebengeräusche auch einfach auf eine Serienstreuung zurückzuführen sein, der Höreindruck vom Testlüfter muss also keineswegs für alle TY-140 Black gelten.     


Bedingt durch die Umstellung des Testsystems können wir aktuell erst wenige Vergleichswerte einbeziehen. Mit der Zeit wird das Testfeld aber wieder anwachsen.

Temperatur in Grad Celsius

passiv

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Die Vermutung, dass sich der Macho Direct auch für den semi-passiven Betrieb eignen könnte, wird von den Messergebnissen bestätigt. Der große Bruder, Le Grand Macho, kann ihn zwar deutlich auf Distanz halten, High-Performance-Kühlern mit engem Lamellenabstand ist der Macho Direct aber in dieser Disziplin überlegen. 

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter, 1000 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienlüfter, maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Vor dem Hintergrund der offenliegenden Heatpipes sind aber vor allem die Messungen mit Lüfter interessant. In Kombination mit dem TY-140 Black braucht sich der Macho Direct nicht vor anderen Towerkühlern zu verstecken. Speziell der Noctua NH-D15S fährt zwar noch etwas bessere Ergebnisse ein, die Differenz von 2 °C können die meisten Anwender aber verschmerzen. In aller Regel dürfte es auch sinnvoller sein, den Lüfter mit etwa 1.000 U/min zu betreiben statt ihn bei voller Drehzahl laufen zu lassen. Die zusätzlichen 300 U/min können die Temperatur nur um 2 Grad Celsius senken, lassen den Lüfter subjektiv aber deutlich lauter wirken.


Um die rohe Kühlleistung der Probanden fair vergleichen zu können, haben wir alle Kühler mit denselben Referenzlüftern bestückt. Als Referenzlüfter kommen die leistungsstarken Noctua NF-A15 PWM mit 105-mm-Lochabstand und bis zu 1.200 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Falls diese keinen Platz am Kühlkörper finden, greifen wir auf die kleineren Noctua NF-F12 mit 120 mm und bis zu 1.500 Umdrehungen pro Minute zurück. Bei Kühlern und Radiatoren mit Platz für echte 140-mm-Lüfter mit 140-mm-Bohrungen können wir NF-A14 PWM einsetzen.

Weil der zweite Lüfter nur geringen Abstand zum rückwandigen Gehäuselüfter hätte, haben wir auch die Referenzmessungen mit einem einzelnen Lüfter durchgeführt. Der Noctua NF-A15 kann problemlos mit den beiligenden Lüfterklammern am Macho Direct befestigt werden. 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter, 1000 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzlüfter, 600 U/min

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Beim 1.000 U/min-Setting gibt es keinen Temperaturunterschied zwischen TY-140 Black und dem Noctua-Lüfter. Und auch mit Referenzlüfter gilt, dass der Macho Direct eine ganz passable Vorstellung abliefert. Wird der Lüfter auf 600 U/min heruntergeregelt, wird er nicht nur flüsterleise (33,3 dB(A)), sondern kühlt den Core i7 immernoch völlig ausreichend. 


Als Thermalright den Macho Direct vorgestellt hat, stieß der Kühler auf ein geteiltes Echo. Vor allem der Einsatz der HDT-Technik sorgte für Kritik, wird sie doch von vielen Nutzern schon seit Jahren als gut vermarktete Sparmaßnahme empfunden.  

Letztlich zählen aber Ergebnisse. Und zumindest in Kombination mit unserem Haswell-Testsystem kann der Macho Direct als günstiger Towerkühler vollauf überzeugen. Die Kühlleistung ist dabei nicht nur mit CPU-Lüfter absolut konkurrenzfähig, nein selbst semi-passiv macht der Kühler eine richtig gute Figur. Weitere Sparmaßnahmen wie fehlende Heatpipe-Vernickelung und die schlichte oberste Kühlrippe lassen den Kühler optisch weniger attraktiv wirken. Aber solange der Nutzer keine besonderen Ansprüche an die Optik des Kühlers stellt, wird er damit kein Problem haben. Etwas störender könnte schon der nicht komplett runde Lauf des Serienlüfters sein - aber möglicherweise haben wir auch einfach nur ein Montagsmodell abbekommen.

Immerhin ist bemerkenswert, dass Thermalright bei diesem Macho-Modell überhaupt einen Lüfter beilegt. Auch der Lieferumfang insgesamt kann sich sehen lassen. Vom magnetischen Schraubenzieher über die Entkopplungsgummis bis hin zu zwei Paar Lüfterklammern ist praktisch alles dabei. Und auch beim Montagesystem setzt Thermalright nicht etwa eine Sparvariante, sondern das reguläre Universal Montagekit ein.

Thermalright Macho Direct

Wer der seine Skepsis gegenüber der HDT-Technik nicht ablegen kann, hat am Markt durchaus überzeugende Alternativen. Von Thermalright selbst gibt es mit dem Thermalright HR-02 Macho Rev. B ein nur minimal teureres Geschwistermodell mit klassischer Kühlerbasis und überzeugender Performance (allerdings auch ähnlichen Schwächen beim Serienlüfter). Eine weitere Alternative mit Bodenplatte ist unsere Langzeit-Preis-Leistungs-Empfehlung, der Scythe Ashura. Nur der Passivbetrieb konnte uns bei diesem Kühler nicht ganz überzeugen.

Es gibt sie also doch noch - neue Macho-Modelle zu einem richtig günstigen Verkaufspreis. Weil der Macho Direct trotz einige Sparmaßnahmen im Großen und Ganzen überzeugen kann und sich als leistungsstarker Towerkühler für preisbewusste Käufer empfiehlt, zeichnen wir ihn mit einem Preis-Leistungs-Award aus. 

Thermalright Macho Direct

Positive Aspekte des Thermalright Macho Direct:

Negative Aspekte des Thermalright Macho Direct: