SilverStone Tundra TD02-E im Test

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teaser kuehler sMit SilverStone versuchte ein weiterer Hersteller, der vor allem für qualitative Gehäuse bekannt ist, sein Sortiment um All-in-One Wasserkühlungen zu erweitern und somit abzurunden. Anhand des SilverStone Tundra TD02-E, mit 240 mm großem Radiator aus zweiter Generation, wollen wir überprüfen, wie sich der Kühler aus dem Hause SilverStone im Vergleich zur Konkurrenz behaupten kann.

Das Marktsegment der AiO-Wasserkühlungen ist mittlerweile hart umkämpft und vor allem von Kühlern mit Asetek-oder CoolIT-Komponenten dominiert. Mit der Corsair H105 hatten wir unlängst ein solches Produkt bei uns im Testlabor. SilverStone versucht dagegen mit in eigener Herstellung gefertigten Komponenten und einem etwas anderen Design eigene Akzente zu setzen und sich so vom vorherrschenden Einheitsbrei zu differenzieren.

Zu den Alleinstellungsmerkmalen zählen laut SilverStone der eigens kreierte Kühlblock mit einem patentierten schraubenlosen Design und integrierter Montagehalterung, sowie die spezielle Anordnung der Kühlfinnen des Radiators. Im Vergleich zu der bei der Konkurrenz üblichen Zick-Zack Anordnung, sollen die Kühlfinnen des Radiators bei SilverStone Kühlern dagegen immer Kontakt zu den Kühlleitungen des Radiators haben und wurden daher eher gerade angeordnet. Weiterhin ist die SilverStone Tundra TD02, wie die meisten AiO-Wasserkühlungen, ab Werk vorab befüllt, versiegelt und wartungsfrei. Ein selbständiges Nachfüllen der Kühlflüssigkeit durch den Endnutzer ist also nicht nötig.

Es wird also spannend sein zu sehen, ob das Design sowie die von SilverStone vorgenommen Anpassungen eine Auswirkung auf die Leistung des Kühlers haben und ausreichen um die Konkurrenz hinter sich zu lassen.

Die direkte Konkurrenz, mit welcher sich die SilverStone Tundra TD02 messen muss, besteht vor allem aus namenhaften Luftkühlern und Klassikern wie z.B. dem neuen Noctua NH-D15, dem Noctua NH-D14 SE2011, Phanteks PH-TC14PE sowie dem EKL Alpenföhn K2 – und auch einigen All-in-One Wasserkühlungen. Weitere Kühler in der Vergleichsdatenbank sind normale Tower-Kühler wie der Akasa Venom, der Prolimatech Megahalems, der Arctic Cooling Freezer i30 oder auch der Alpenföhn Brocken 2.

Unsere Testdatenbank wächst seit dem Relaunch der CPU-Kühlertests zu Beginn des Jahres 2013 stetig an und da das Testsystem nun Platz im neuen und großen NZXT Phantom 820 gefunden hat, bietet das Testsystem für alle möglichen Kühlersorten ausreichenden Platz und erlaubt sogar Tests größerer AiO-Wasserkühlungen mit bis 280 mm großen Radiatoren. Somit ist der Vergleich der Probanden mit verschiedensten Kühler aller Größen gewährleistet und das Testsystem ist deutlich zukunftssicherer geworden.

Bevor wir uns nun also einer näheren Detailbetrachtung widmen, hier noch die SilverStone Tundra TD02 in der gewohnten Kurzübersicht:

Spezifikationen
Kühlername
SilverStone Tundra TD02-E
Straßenpreis bei Release 94,85 Euro
Homepage http://www.silverstonetek.com
Maße 27,8 cm (L) x 12,4 cm (B) x 2,7 cm (H)
Material Bodenplatte: Kupfer
Kühlrippen: Aluminium
Kühlertyp All-in-One Wasserkühlung
Serienbelüftung 2x 120 mm SilverStone APA1225M12
Sockel AMD: AM2(+), AM3(+), FM1, FM2(+)
Intel: 1150/1151/1155, 1156, 1366, 2011(-3)
Gewicht 1501 Gramm
Herstellergarantie 5 Jahre

Die Verpackung ist in unauffälligem weiß mit Blau- und Schwarztönen gehalten und enthält Informationen zum Kühler, eine Liste des Verpackungsinhaltes, eine Kompatibilitätsliste sowie die Spezifikationen und Abmessungen des Radiators sowie der Lüfter.

Weitere Informationen zum Kühler findet man sowohl in englischer als auch auf deutscher Sprache auf der Website von SilverStone.

SilverStone Tundra TD02-E

SilverStone betont bezüglich Alleinstellungsmerkmalen den eigens designten Wasserblock mit Kupferbasis und einem Aluminiumkörper, der dadurch beständiger als die Kunststoffprodukte anderer Wettbewerber sein soll. Ebenso stolz ist man auf das patentierte schraubenlose Design der Kontaktfläche zur CPU, die eine ausgezeichnete Kühlleistung gewährleisten soll. Die Montagehalterung wurde zur einfacheren Installation bereits vorinstalliert - lässt sich bei Bedarf aber abschrauben.

Bezüglich der Dicke des Radiators ist SilverStone aber mit 27 mm im Vergleich zum Vorgänger und manchen Konkurrenten, die mit 38 mm im Falle der Corsair H105 teils deutlich darüber liegen, etwas zurückgerudert und hofft somit auf eine höhere Kompatibilität zu mittleren bis kleinen Gehäusen.

Weiterhin weist SilverStone auf den Radiator hin, der über eine spezielle Anordnung der Kühlfinnen verfügt, die im Vergleich zur bei der Konkurrenz üblichen Zick-Zack Anordnung immer Kontakt zu den Kühlleitungen des Radiators haben und so für einen schnelleren Abtransport der Hitze sorgen sollen.

Die beiden Serienlüfter SilverStone APA1225M12

Als Serienlüfter legt SilverStone zwei hauseigene 120-mm-Modelle mit dem kryptischen Namen APA1225M12 bei. Beide Lüfter verfügen über einen PWM-Anschluss. Die Lüfter laufen laut Herstellerangaben mit bis zu 2500 Umdrehungen pro Minute (unsere Modelle schafften bis zu 2.575 Umdrehungen pro Minute) und erzeugen dabei einen Luftdurchsatz von bis zu 157 m³/h bei einer Lautstärke von bis zu 35 dB(A). Mit dem Radiator verschraubt werden die beiden Lüfter jeweils mit vier beiliegenden und passenden langen Schrauben.

Besagte Schrauben sind lang genug, um den Radiator mitsamt den beiden Lüftern von oben am Gehäuse zu befestigen. Sollte eine andere Konfiguration gewünscht werden, wie z.B. die von uns gewählte von unten aus dem Gehäuse ausblasende Anordnung, so kommen die langen Schrauben für die Lüfter und zusätzlich beiliegende kürzer Schrauben zur Befestigung des Radiators zum Einsatz.

Das gesamte Zubehör

Weiterhin im Lieferumfang befinden sich das Set für die Montage auf Intel- und AMD-Systemen, besagte Schrauben zur Montage der Lüfter bzw. des Radiators sowie eine kleine Tube der hauseigenen Wärmeleitpaste. In diesem Test kommt allerdings, um die Vergleichbarkeit aller Kühler zu gewährleisten, ohnehin unsere Referenzwärmeleitpaste – siehe Testsystem – zum Einsatz. Das Wärmeleitpad wurde daher von uns zuvor entfernt.

Vorbildlich und erwähnenswert sind sowohl das beiliegende Y-Kabel in ausreichender Länge und mit schönem Sleeving, die großzügige Anzahl an Schrauben für den Radiator sowie die Lüfter, die eine individuelle Konfiguration des Kühlers erlauben und den Kühler somit flexibel einsetzbar machen. Auch ein Molex-Adapter liegt bei, der allerdings nicht gesleevt wurde.

Die ausführliche Montageanleitung liegt, wie auch die Beschriftung der Box, in mehrsprachiger Ausführung vor – löblich, wie wir finden!


Bei der SilverStone Tundra TD02-E handelt es sich offensichtlich um eine All-in-One-Wasserkühlung, also ein geschlossenes und fertig befülltes System mit einer in den Kühlblock integrierten Pumpeneinheit. 

Der 27,5 x 12 x 3,8 cm große Radiator weist somit die üblichen Maße eines 240-mm-Radiators auf und sollte ausreichend Kühlleistung für sämtliche Einsatzzwecke bereitstellen. Wie auch bei Luftkühlern gilt bei Radiatoren hier ebenso: je größer, desto besser.

Ein großer Vorteil bei Einsatz einer kompakten All-in-One-Wasserkühlung ist, wie üblich, dass sehr viel Platz um den CPU -Sockel herum frei bleibt und somit bezüglich der Nutzung von PCI-E oder Ram Slots keinerlei Abstriche gemacht werden müssen und so auch ausladende Ram Kits oder Grafikkarten zum Einsatz kommen können.

Die Verarbeitung des Kühlkörpers, des Radiators sowie der Kühlfinnen und auch die des Zubehörs können als wertig bezeichnet werden und konnten uns ohne Beanstandung überzeugen. Auf den Seiten des Radiators wurde eine Karbonstruktur aufgedruckt, was dem Radiator ein sehr wertiges Aussehen verleiht.

Die SilverStone Tundra TD02-E in Seitenlage

Nicht nur aufgrund des eigens designten Wasserblock soll die Tundra TD02-E sehr leistungsstark zu Werke gehen. Um eine optimale Übertragung der Abwärme zu garantieren, besteht die Bodenplatte des Kühlers, die auf der CPU aufsitzt, aus Kupfer. Die Bodenplatte ist dabei, genau wie von SilverStone versprochen wurde, komplett schraubenlos und wirkt daher wie aus einem Guss.

Der schraubenlose Boden des Kühlers

Der Kühlblock mit Pumpeneinheit, von SilverStone auch Wasserblock genannt, ist mit zwei 11,35-mm-Schläuchen mit dem 240-mm-Radiator verbunden. Die Schläuche sind 31 Zentimeter lang, sehr flexibel und biegsam und erlauben somit eine komfortable Montage. 

Ist der Kühlblock in Betrieb ziert ein dunkelblau leuchtendes SilverStone Logo die Oberseite des Kühlblocks.

Pumpeneinheit und Verbindung der Schläuche

Die Kühlfinnen des Radiators wurden sauber entgratet und es wurden im Test keinerlei scharfen Kanten oder Ecken gefunden, an denen sich der Nutzer eventuell verletzen könnte. Auch bei den beiden Schläuchen, deren Verbindung mit der Pumpeneinheit sowie der Kontaktfläche der Bodenplatte des Kühlers gibt es keinerlei Anlass zur Kritik.

Die Kühlfinnen des Radiators verlaufen dabei, wie bereits angesprochen, gerade. Dies spart Materialkosten und soll auch, laut SilverStone, die Wärmeübertragung um bis zu 40% verbessern.

Der 240-mm-Radiator der SilverStone Tundra TD02-E

Die Montage des Kühlers ist, im Vergleich zur Montage gängiger Luftkühler, doch ein klein wenig anspruchsvoller und gelingt selbst geübten Händen nur mit relativ viel Umgreifen. Mit einer helfenden dritten Hand wird die Montage gleich um einiges leichter und komfortabler. Zwar gelang es uns den Kühler zu montieren, ohne das Mainboard dafür extra aus dem Case entfernen zu müssen, doch zur Anbringung des Radiators musste natürlich zuerst einmal das Oberteil des Gehäuses entfernt und die dort befestigten Gehäuselüfter ausgebaut werden. 

Radiator mit aufgedruckter Karbonstruktur

Die Montage beginnt zunächst, wie bei Sockel LGA 2011 üblich, mit dem Verschrauben der mitgelieferten Bolzen bzw. Abstandshalter. Eine Backplate ist für die Montage auf Sockel LGA 2011 natürlich auch bei der SilverStone Tundra TD02-E nicht notwendig.

Um eine besonders schnelle Montage zu ermöglichen, hat SilverStone die Intel-Montagehalterung bereits auf der Pumpe vorinstalliert. Das Anbringen der AMD-Montagehalterung ist allerdings spielend leicht möglich, da die Montagehalterungen pro Seite nur mit jeweils zwei Schrauben in Position gehalten werden.

Im nächsten Montageschritt wird die Pumpeneinheit mit Intel-Montagehalterung so auf die Abstandhalter gelegt und in Position gebracht, dass diese mit den mitgelieferten vier großen Federschrauben fixiert und schließlich festgeschraubt werden kann.

Nun folgt der schwierigste Montageschritt, nämlich das Anbringen des Radiators und das Verschrauben der Lüfter. Wie bereits eingangs erwähnt, ist dieser Montageschritt der schwierigste, da das Prozedere mit zwei Händen nicht ganz leicht zu erledigen ist und mehrmaliges Umgreifen erforderlich ist, um den Radiator letztendlich sicher zu montieren. Ein Wechsel der CPU ist trotzdem spielend in wenigen Minuten möglich, da der Radiator dazu ja nicht mehr ausgebaut werden muss. 

In einem letzten Schritt müssen noch die Pumpeneinheit sowie die beiden Lüfter an das Mainboard angeschlossen werden. Die Lüfter verfügen über einen 4-pin-PWM-Anschluss, die Pumpe lediglich über einen normalen 3-pin-Anschluss. Ein Y-Kabel, das es erlaubt beide Lüfter über einen Anschluss des Mainboards zu betreiben, legt SilverStone löblicherweise ebenfalls bei.

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Montage der SilverStone Tundra TD02-E einen durchdachten Eindruck macht und definitiv als komfortabel zu beschreiben ist.

Weitere Impressionen der SilverStone Tundra TD02-E finden sich wie gewohnt in unserer Fotostrecke.

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Das neue Testsystem hat nun mit dem NZXT Phantom 820 eine größere Behausung gefunden, die Platz für alle möglichen Kühler inklusive größere AiO-Wasserkühlungen bietet und somit zukunftssicherer ist. Das Fanless-Netzteil von Seasonic erlaubt uns noch genauere und aussagekräftige Lautstärkemessungen, da durch dieses ein weiterer Störfaktor für die Messungen eliminiert werden konnte.

Hier das neue Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor Intel Xeon E5 2678W
Mainboard ASUS P9X79 WS (UEFI Version 3306)
Arbeitsspeicher Samsung Green Series 16GB CL11-11-11-28
Grafikkarte Zotac GeForce GT 640 Zone Edition
Festplatte Intel SSD 330 Series 120GB
Netzteil Sea Sonic Platinum Series Fanless 460W
Gehäuse NZXT Phantom 820
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-4
Gehäusebelüftung 1x NZXT FS 200RB (Vorne)
1x be quiet! Shadow Wings SW1 140mm (Hinten)
Betriebssystem Windows 7 Ultimate x64 (Service Pack 1)

Die Gehäuselüfter liefen bei allen Tests normiert auf ca. 500 RPM, damit die großzügig dimensionierte Gehäusebelüftung die Kühlleistung der CPU Kühler nicht großartig limitiert, aber auch nicht für unrealistische und zu optimale Testbedingungen sorgt. Dies ist, so glauben wir, ein guter Kompromiss zwischen dem praxisnahen Test im Gehäuse bei gleichzeitiger Vermeidung subjektiver und negativer Einflüsse wie z.B. einem Hitzestau im Gehäuse.

Zur Beurteilung und Messung des Geräuschpegels des Kühlers werden die Gehäuselüfter dann per Lüftersteuerung angehalten, um den Geräuschpegel und Charakter nicht zu verfälschen. Die Messung selbst wird mit Hilfe eines VOLTCRAFT SL-200 Schallpegel-Messgerätes in 30 cm Abstand zur Seitenwand, hinter der sich besagter CPU-Kühler befindet, vorgenommen. Das Gehäuse ist dabei natürlich geschlossen.

Des Weiteren wurde die Raumtemperatur auf 20°C normiert und die aktuelle Abweichung dazu wird mit einem PEAKTECH Digital-Thermometer 5115 gemessen.

Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 26.6 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Das System wird mit einem sehr stark Hitze erzeugenden Custom Run mit einer FTT Size von 8K (Run in-place) belastet. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Log-Funktion des Tools CoreTemp, wobei das arithmetische Mittel der maximal erreichten Temperatur in unsere Diagramme übernommen wird (abzüglich einer eventuellen Differenz zur normierten Raumtemperatur).


Als Wärmeleitpaste für alle Kühler kommt Arctic Coolings bekannte und beliebte Paste MX-4 zum Einsatz, die wir gleichmäßig mit einer alten Kreditkarte auf dem Heatspreader verteilen. Um die Kühler allesamt richtig fordern und auslasten zu können, wurde der Xeon E5 2678W außerdem für die OC Tests noch von 3,1 auf 3,6 GHz übertaktet und mit 1,25V zusätzlich aufgeheizt.

Folgende Tools kamen bei den Messungen zum Einsatz, die Programmversion bleibt natürlich auch bei zukünftigen Tests immer gleich:

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.


Es folgt wie gewohnt zunächst unser subjektiver Lautstärkeeindruck, bevor wir abschließend auf die tatsächlichen Messergebnisse des Schallpegels eingehen.

Subjektiver Eindruck SilverStone Tundra TD02-E
600 rpm - Lüfter laufen relativ leise und unauffällig
- Helles Laufgeräusch/Summen der Pumpe im Vordergrund.
1.000 rpm - Lüfter nun hörbar aber noch unauffällig
- Helles Laufgeräusch/Summen der Pumpe im Vordergrund
2.575 rpm (Max) - Orkanartiges und agressives Rauschen der Lüfter
- Arbeitsgeräusch der Pumpe kaum hörbar

Die Serienlüfter der SilverStone Tundra TD02-E hinterlassen, abgesehen vom Testszenario mit maximaler Drehzahl, einen relativ guten Eindruck und verrichten weitestgehend unauffällig und leise ihren Dienst. Die Pumpe, die oft die Problemzone einer Wasserkühlung darstellt, ist ebenfalls als relativ leise zu bezeichnen, summt aber zumindest subjektiv betrachtet auf einer etwas unangenehmen und hellen Frequenz.

Der Betrieb mit 600 Umdrehungen pro Minute und mit 1.000 Umdrehungen ist somit für empfindliche Ohren nur dann eine Option, wenn das relativ helle Summen der Pumpen individuell und subjektiv betrachtet nicht stört. Den beiden Serienlüftern ist bei besagten Drehzahlen noch eine relativ unauffällige und angenehme Akustik zu bescheinigen, die sich ohnehin mit dem wahrnehmbaren aber nicht störenden Arbeitsgeräusch der Pumpe vermischt.

Bei voller Drehzahl der Lüfter, bei unseren Samples waren dies ganze 2.575 Umdrehungen pro Minute, kann man durchaus von einem orkanartigen Rauschen sprechen, das selbst geschlossene Kopfhöhrer problemlos durchdringt und auch eine relativ agressive Akustik besitzt. Das Arbeitsgeräusch der Pumpe geht nun völlig unter.

Da wir uns aber nicht rein auf den subjektiven Eindruck verlassen wollen, wurde auch der tatsächliche Geräuschpegel mithilfe eines VOLTCRAFT SL-200 Schallpegel-Messgerätes, in 30cm Abstand zur Seitenwand des geschlossenen Gehäuses, hinter der besagter CPU Kühler verbaut ist, vorgenommen:

Lautstaerke in dB(A)

600 rpm

db(A)
Weniger ist besser
 

Mit 36,3 dB(A) landet die SilverStone Tundra TD02-E bei 600 Umdrehungen pro Minute auf einem der unteren Plätze des Testfeldes. Dies ist aber nur bedingt den Lüftern geschuldet, denn mit der Pumpe befindet sich eine zusätzliche Geräuschquelle im Rechner, die es zu beachten gibt.

Lautstaerke in dB(A)

1000 rpm

db(A)
Weniger ist besser
 

Im Testszenario mit 1.000 Umdrehungen pro Minute sieht es allerdings schon deutlich besser aus und die SilverStone Tundra TD02-E platziert sich weiter oben im Mittelfeld.

Lautstaerke in dB(A)

Maximale Drehzahl

db(A)
Weniger ist besser
 

Bei voller Drehzahl, was bei unseren Samples 2.575 Umdrehungen pro Minute entsprach, bestätigt sich unser orkanartiger Eindruck durch eine Messung von von 49,6 dB(A). Zwar ist die SilverStone Tundra TD02-E somit noch leiser als andere Kühler wie die Corsair H105, doch als leise kann sie keinesfalls bezeichnet werde nund landet somit auf einem Platz im unteren Viertel des Testfeldes.

Man darf also gespannt sein, ob die Kühlleistung der SilverStone Tundra TD02-E die Zugeständnisse, die bei der Lautstärke gemacht werden müssen, rechtfertigen kann.


Die Gehäuselüfter laufen bei allen folgenden Tests auf 100%, d.h. mit vollen 12 V, damit die Kühlleistung der CPU-Kühler nicht durch einen Hitzestau im Gehäuse ausgebremst wird. Dies ist natürlich besonders bei den passiven Tests von essentieller Bedeutung.

Temperatur in Grad Celsius

passiv

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Im passiven Betrieb, also ohne aktive Lüfter am Radiator, gelang es der SilverStone Tundra TD02-E leider nicht unseren Xeon E5 2678W innerhalb seiner thermischen Spezifikationen zu betreiben. Die Pumpe lief dabei, wie in allen nachfolgenden Tests, auf voller Leistung. Der Test musste daher nach 20 Minuten vorschnell abgebrochen werden, nachdem die CPU Kerntemperaturen von über 90 °C erreicht hatte.

Zugegebenermaßen ist der Betrieb ohne Lüfter am Radiator allerdings auch nicht besonders praxisnah und sollte daher nicht überbewertet werden. Außerdem fehlen die beiden Gehäuselüfter im Deckel, die sonst beim semi-passivem Test auf 12V laufen, da diese für die Montage des Radiators weichen mussten – ein nicht zu verachtender Nachteil in diesem Testszenario.


Im nächsten Test begutachteten wir die Leistung des Kühlers mit dem oder den Serienlüfter/n auf jeweils 600 und 1000 Umdrehungen pro Minute sowie voller Leistung. Der Prozessor wurde dabei noch nicht übertaktet.

Temperatur in Grad Celsius

Serienluefter, 600 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienluefter, 1000 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienluefter, Maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Auch wenn die SilverStone Tundra TD02-E zu keinerlei Zeitpunkt Probleme hat unseren hitzigen Achtkerner Xeon E5 2678W auf Temperatur zu halten, so reicht es bei den Tests mit 600 bzw. 1.000 Umdrehungen pro Minute nur für einen Platz im Mittelfeld oder sogar unteren Mittelfeld.

Erst im letzten Testszenario mit voller Drehzahl der Lüfter, im Falle unseres Testkandidaten sind dies ganze 2.575 Umdrehungen pro Minute, kann die SilverStone Tundra TD02-E dank der sehr schnell drehenden Lüftern etwas glänzen und platziert sich erstmals im oberen Mittelfeld.

Sehen wir uns als nächstes an, wie sich unser Proband schlägt, wenn die CPU zusätzlich noch übertaktet wird und somit einiges mehr an Hitze erzeugt, welche abgeführt werden muss.


Unser Intel Xeon E5 2678W wurde nun von 3,1 auf 3,6 GHz übertaktet und zusätzlich mit 1,25 V befeuert, um zusätzliche Hitze zu produzieren und die Kühler mit genug Abwärme zu versorgen, sodass diese mehr leisten müssen.

Temperatur in Grad Celsius

Serienluefter, 600 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienluefter, 1000 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienluefter, Maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Auch mit dem nun auf 3,6 GHz übertakteten Intel Xeon E5 2687W zeigt sich ein ähnliches Bild. In den Testszenarien mit 600 und 1.000 Umdrehungen hat die SilverStone Tundra TD02-E mit der geringen Förderleistung der Lüfter zu kämpfen und platziert sich erneut nur im Mittelfeld oder sogar unteren Mittelfeld.

Erst bei maximaler Drehzahl der Lüfter kann die SilverStone Tundra TD02-E erneut punkten und landet diesmal sogar in der Top 10 des Testfeldes.

Betrachten wir nun also gespannt, inwiefern der Einsatz von etwas förderstärkeren Lüftern, wie unseren Referenzlüftern, die Sachlage verändert.


Um die rohe Kühlleistung der Probanden fair vergleichen zu können, haben wir alle Kühler mit denselben Referenzlüftern bestückt. Als Referenzlüfter kamen die leistungsstarken und beliebten Noctua NF-P14 FLX mit 140 mm und bis zu 1300 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Falls diese keinen Platz fanden, kamen die kleineren Noctua NF-F12 mit 120 mm und bis zu 1500 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Bei Kühlern und Radiatoren mit Platz für echte 140 mm Lüfter mit 140 mm Bohrungen, kommen Noctua NF-A14 FLX mit bis zu 1200 Umdrehungen pro Minuten zum Einsatz. 

Dementsprechend kamen in diesem Test zwei Noctua NF-F12 zum Einsatz, die sich mit den beiliegenden Schrauben problemlos auf der Tundra TD02-E befestigen ließen.

Temperatur in Grad Celsius

Referenzluefter, 600 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzluefter, 1000 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzluefter, Maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

In den Testszenarien mit 600 bzw. 1000 Umdrehungen pro Minute verbessern unsere Referenzlüfter im Vergleich zu den beiden Serienlüftern die Kerntemperaturen im Durchschnitt um jeweils 2,25 °C bzw. 2,5 °C. Die Gesamtplatzierungen der SilverStone Tundra TD02-E sehen dadurch etwas besser aus und siedeln diese im Mittelfeld bzw. oberen Mittelfeld des Testfeldes an. An der grundlegenden Problematik ändern jedoch auch unsere Serienlüfter nur bedingt etwas. Der Radiator ist abhängig von förderstarken Lüftern und hohen Drehzahlen.

Bei voller Drehzahl der Lüfter, bei unseren Referenzlüftern sind das knapp 1.500 Umdrehungen pro Minute, verschlechtern sich die Temperaturen im Vergleich zu den Serienlüftern (2.575 Umdrehungen pro Minute) erwartungsgemäß etwas. Die Differenz von nur 2 °C ist aber angesichts der Differenz von 1.000 Umdrehungen pro Minute unerwartet gering und lässt die Serienlüfter relativ schlecht aussehen.

Im absoluten und „lüfternormierten“ Vergleich der SilverStone Tundra TD02-E mit den direkten Konkurrenten ändert sich durch diese kleine Differenz kaum etwas. Es bleibt bei einem Platz im Mittelfeld.


Auch mit Referenzlüftern musste sich unser Proband noch unserem auf 3,6 GHz übertakteten Intel Xeon E5 2678W mit 1,25V stellen.

Temperatur in Grad Celsius

Referenzluefter, 600 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzluefter, 1000 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzluefter, Maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

In den Testszenarien mit 600 bzw. 1.000 Umdrehungen pro Minute verbessern unsere Referenzlüfter im Vergleich zu den beiden Serienlüftern bei übertakteter CPU die Kerntemperaturen im Durchschnitt um jeweils 4,5 °C bzw. 2,25 °C. Auch bei übertakteter CPU sehen die Gesamtplatzierungen der SilverStone Tundra TD02-E nun etwas besser aus und siedeln diese nun etwas weiter im Mittelfeld des Testfeldes an. An der grundlegenden Problematik ändert sich jedoch auch in diesem Testszenario nichts.

Bei voller Drehzahl der Lüfter, bei unseren Referenzlüftern sind das knapp 1.500 Umdrehungen pro Minute, verschlechtern sich die Temperaturen im Vergleich zu den Serienlüftern (2.575 Umdrehungen pro Minute) nun um 3,75 °C. Im absoluten und „lüfternormierten“ Vergleich der SilverStone Tundra TD02-E mit den direkten Konkurrenten ändert sich aber auch in diesem Testszenario deutlich wenig.

Insgesamt trägt ein Tausch der Lüfter also, je nach Anwendungsfall, etwas bis deutlich zur Verbesserung der Temperaturen bei, schreckt allerdings mit ca. 40 Euro Zusatzkosten sicherlich auch ein Stück weit ab. Da die Kühlleistung der SilverStone Tundra TD02-E aber sehr gut mit der Drehzahl der Lüfter am Radiator skaliert, sollte definitiv zu förderstarken und ebenfalls schnell drehenden Lüftern gegriffen werden, wenn der Tausch der Lüfter tatsächlich geplant ist.


Abschließenden kommen wir nun also zu einem Fazit zu unserem heutigen Testkandidaten, der Tundra TD02-E aus dem Hause SilverStone.

Sowohl bezüglich der Verarbeitung, der durchaus komfortablen Montage sowie dem zahlreichen Zubehör, den neuen Designkonzepten und Ideen gibt es keinerlei Anlass zur Kritik. SilverStone versucht sich von der Masse an Produkten im Segment der AiO-Wasserkühler abzusetzen und in Eigenfertigung neue Wege zu beschreiten.

Dies gelingt leider in der Praxis nur bedingt. Während das Zubehör und das Design der Tundra TD02-E eine sehr flexible und einfache Montage erlauben, so könnte die Kühlleistung in der Praxis gern noch etwas besser ausfallen. Zwar hat die SilverStone Tundra TD02-E in keinem der Testszenarien - abgesehen von den semi-passiven Tests, an der bisher alle AiO-Wasserkühler scheiterten - Probleme damit unseren hitzigen Achtkerner Xeon E5 2678W auf Temperatur zu halten. Dennoch lässt sich beim direkten Vergleich mit der, teils deutlich billigeren, Konkurrenz eine gewisse Ernüchterung nicht leugnen, denn über einen Platz im oberen Mittelfeld kommt die SilverStone Tundra TD02-E leider in keinem der Testszenarien hinaus.

Wie schon im Vorfeld bei ähnlichen Kühlsystemen festgestellt, ist auch die SilverStone Tundra TD02-E sehr von einer hohen Förderleistung der Lüfter abhängig. Dementsprechend fühlt sich die SilverStone Tundra TD02-E auch im Testszenario mit voller Drehzahl der Lüfter am wohlsten. Dieses Testszenario zählt aber logischerweise, dank einer Drehzahl von 2.575 Umdrehungen pro Minute, zu den lautesten und ist somit nur für Nutzer eine Option, die entweder mit geschlossenen Kopfhörern vor dem Rechner sitzen oder generell sehr unempfindlich gegenüber höherer Lautstärken sind.

Zu guter Letzt gilt es zu betonen dass unsere Testumgebung, bestehend aus einem großen Gehäuse mit langsam drehenden Gehäuselüftern, aber auch nicht ideal für eine Wasserkühlung zu sein scheint, da die warme Luft, die rund um den CPU Sockel entsteht, nicht richtig aus dem Gehäuse befördert wird und somit die beiden Lüfter der All-in-One-Wasserkühlung auch noch als Gehäuselüfter agieren müssen. In Gehäusen mit einer stärkeren Belüftung (und insbesondere auch in einer offenen Testumgebung) ist es durchaus möglich, dass die SilverStone Tundra TD02-E noch mehr glänzen und einen größeren Vorsprung gerade gegenüber den Konkurrenten aus dem Luftkühlersegment herausarbeiten kann.

Eine Kaufempfehlung betreffend sollte, angesichts des mit den hohen Drehzahlen verbundenen hohen Geräuschpegels und den damit dennoch eher durchschnittlichen Temperaturen individuell hinterfragt werden, ob das heimische Setup nicht doch Platz für einen Luftkühler bietet, der eine ähnliche Leistung meist erheblich leiser und oft auch noch deutlich billiger bereitstellen kann. 

Alternativen gibt es, je nach vorhandenem Platz und zur Verfügung stehenden monetären Mitteln, zum Beispiel in Form des Klassikers Noctua NH-D14 für ca. 68 Euro, des leisen und kühlen be quiet! Dark Rock Pro 3 für 66,47 Euro, des neuen Noctua NH-D15 für 89,90 Euro oder auch der Thermalright Silver Arrow IB-E für 62,61 Euro. Weitere Alternativen sind diverse leistungsstarken Single-Tower Kühlern, wie der Scythe Ashura für nur 37 Euro oder der Alpenföhn Himalaya 2 für 48 Euro.

Sind explizit nur AiO-Wasserkühler eine Option, empfiehlt sich der Blick auf Modelle mit größeren 240-mm- oder sogar 280-mm-Radiatoren, wie zum Beispiel der Corsair H100i für 93,79 Euro oder der von uns getestete Corsair H110 für 99,87 Euro bzw. Corsair H105 für 121,60 Euro.

Positive Aspekte der SilverStone Tundra TD02-E:

Negative Aspekte der SilverStone Tundra TD02-E: