Cryorig R1 Ultimate im Test

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teaser kuehler sMit Cryorig debütiert ein weiterer neuer Hersteller auf dem bereits hartumkämpften Kühlermarkt und will gleich zu Beginn mit dem Flaggschiff R1 Ultimate die Gunst der Käufer für sich gewinnen. Das Team aus ehemaligen Thermalright-, Prolimatech- und Phanteks-Mitarbeitern verspricht neue Rekorde im High-End-Segment und gibt somit Aufschluss darüber, in welchem Produktsegment der R1 Ultimate anzusiedeln sein dürfte. Wir überprüfen das Flaggschiff des Debütanten daher ausführlich in unserem Testlabor und lassen es gegen die zahlreiche Konkurrenz antreten.

Mit dem Motto „designed for perfection“ wird das Marktsegment, auf welches das Flaggschiff R1 Ultimate abzielt, schon relativ deutlich abgesteckt: Das Premiumsegment steht im Fokus und der Kühler soll durch eine hohe Performance bei einer gleichzeitig extrem hohen Kompatibilität überzeugen.

Die hohe Performance soll durch einen mächtigen Twin-Tower Radiator mit ganzen sieben 6-mm-Heatpipes erreicht werden, dessen vorderer Turm etwas nach hinten versetzt wurde, um so durch ein asymmetrisches Design eine Überdeckung der Ram-Slots zu verhindern und für die versprochene Kompatibilität zu sorgen.
 
Weiterhin wird der R1 Ultimate mit zwei 140-mm-Serienlüftern ausgeliefert, die dafür zuständig sind, die Hitze vom Kühlkörper abzuführen. Cryorig bietet außerdem durch zwei weitere dem Lieferumfang beiliegende Klammern noch die Option, den Kühlkörper um einen dritten Lüfter zu erweitern und somit noch für etwas mehr Kühlleistung zu sorgen.

Abgesehen von der großen Anzahl an Heatpipes und der sehr guten Ausstattung des Zubehörs ist wohl das sehr futuristische Design des Kühlkörpers eines der Alleinstellungsmerkmale des Kühlers. Statt einfach einen weiteren Twin-Tower-Kühler auf den Markt zu werfen, hat Cryorig einen Kühlkörper entworfen, der von den üblichen Formen durchaus ein gutes Stück abweicht und außerdem über eine Plastikverkleidung verfügt, die zwar auch funktionale Zwecke erfüllt, aber sich auch maßgeblich ins Design einfügt und außerdem sehr futuristisch wirkt.

Im Handel verfügbar ist der Cryorig R1 Ultimate seit Anfang des Jahres und kostet derzeit um die 69,90 Euro.

Die direkte Konkurrenz, mit welcher sich der Cryorig R1 Ultimate messen muss, besteht vor allem aus namenhaften Luftkühlern und Klassikern wie z.B. dem neuen Noctua NH-D15, dem Noctua NH-D14 SE2011, Phanteks PH-TC14PE sowie dem EKL Alpenföhn K2 – und auch einigen All-in-One Wasserkühlungen. Weitere Kühler in der Vergleichsdatenbank sind normale Tower-Kühler wie der Akasa Venom, der Prolimatech Megahalems, der Arctic Cooling Freezer i30 oder auch der Alpenföhn Brocken 2. Zur Konkurrenz zählen auch weitere Produkte der be quiet! Reihe, wie z.B. sein großer Bruder, der Shadow Rock 2 sowie die beiden größeren Brüder aus der Dark Rock Serie.

Unsere Testdatenbank wächst seit dem Relaunch der CPU-Kühlertests zu Beginn des Jahres 2013 stetig an und da das Testsystem nun Platz im NZXT Phantom 820 gefunden hat, bietet das Testsystem für alle möglichen Kühlersorten ausreichenden Platz und erlaubt sogar Tests größerer AiO-Wasserkühlungen mit bis 280 mm großen Radiatoren. Somit ist der Vergleich der Probanden mit verschiedensten Kühler aller Größen gewährleistet und das Testsystem ist deutlich zukunftssicherer geworden.

Bevor wir uns nun also einer näheren Detailbetrachtung widmen, hier noch der Cryorig R1 Ultimate in der gewohnten Kurzübersicht:

Spezifikationen
KühlernameCryorig R1 Ultimate
Straßenpreis bei Release 69,90 Euro
Homepage http://www.cryorig.com/  
Maße 14,0 cm (B) x 16,8 cm (H) x 14,2 cm (T)
Material

Bodenplatte: Vernickeltes Kupfer
Heatpipes: Vernickeltes Kupfer
Kühlrippen: Aluminium

Kühlertyp Twin-Tower-Kühler
Serienbelüftung 2x 140 mm Cryorig XF140 PWM
Sockel AMD: AM2(+), AM3(+), FM1, FM2(+)
Intel: 775, 1150, 1155, 1156, 1366, 2011(-3)
Gewicht 1282 Gramm
Herstellergarantie 3 Jahre (nach Registrierung)

Die Verpackung fällt ähnlich futuristisch wie der Kühler selbst aus und wurde wohlüberlegt designt. Neben einem großen Bild des Kühlers finden sich sämtliche Spezifikationen zum Kühlkörper und den Lüftern auf der Rückseite sowie einige Features des Kühlers auf der Seite der Box.

Detaillierte Informationen zum Kühler findet man außerdem auch auf der Website von Cryorig. Alle Informationen stehen leider sowohl auf der Box als auch auf der Website nur in Englisch zur Verfügung.

Der Cryorig R1 Ultimate

Cryorig legt wie bereits eingangs erwähnt nicht nur Wert auf eine hohe Leistung, sondern auch auf eine sehr hohe Kompatibilität. Sie selbst bezeichnen den Kühler daher auch als „The Dual Tower That Fits“ – also als den Twin-Tower-Kühler, der überall hinein passt. Angesichts der Form und Maße des Kühlers neigen wir dazu, dem zuzustimmen und rechnen mit einer hohen Kompatibilität, auch wenn diese sicherlich nicht für sämtliche Hardwarekombinationen gelten wird – insbesondere ITX Systeme sind hier natürlich immer sehr problematisch.

Die beiden 140 mm Serienlüfter des Cryorig R1 Ultimate

Als Serienlüfter legt Cryorig dem R1 Ultimate zwei hauseigene 140-mm-Modelle mit dem Namen XF140 bei. Beide Lüfter verfügen über einen PWM-Anschluss und laufen laut Herstellerangaben mit bis zu 1300 Umdrehungen pro Minute (unser Modelle schafften bis zu 1425 Umdrehungen pro Minute) und erzeugen dabei einen Luftdurchsatz von bis zu 129,12 m³/h bei einer Lautstärke von bis zu 23 dB(A). Befestigt werden die beiden Lüfter mit jeweils zwei beiliegenden Halteklammern mit 105-mm-Lochabstand, welcher üblicherweise auch von 120-mm-Lüftern genutzt wird - daher können analog andere 120-mm- bzw. 140-mm-Modelle mit ebenfalls 105-mm-Lochabstand genutzt werden.

Zwei weitere Klammern für die optionale Installation eines dritten Lüfters, der aber natürlich nicht zum Lieferumfang gehört, liegen dem Zubehör ebenfalls bei.

Das gesamte Zubehör

Weiterhin im Lieferumfang befinden sich das Set für die Montage auf Intel- und AMD-Systemen, besagte Klammern zur Montage des Lüfters sowie ein kleine Tube der hauseigenen Wärmeleitpaste Cryorig CP9. In diesem Test kommt allerdings, um die Vergleichbarkeit aller Kühler zu gewährleisten, ohnehin unsere Referenzwärmeleitpaste – siehe Testsystem – zum Einsatz. Ein schmaler Schraubendreher, der für die Montage des Kühlers auch wirklich nötig ist und extrem schmal ausfallen muss, liegt dem Lieferumfang ebenfalls bei.

Die Montageanleitung liegt, im Gegensatz zur Beschriftung der Box und der Website, in mehrsprachiger Ausführung vor – löblich, wie wir finden.


Der Cryorig R1 Ultimate ist also ein kompakter Twin-Tower-Kühler mit einer Größe von 14,0 cm (B) x 16,8 cm (H) x 14,2 cm (T) und soll durch diese, abgesehen von der Höhe für einen Twin-Tower Kühler eher zurückhaltenden Maße, zu sehr vielen unterschiedlichen Systemen kompatibel sein.

Dies gelingt vor allem durch den stark nach hinten versetzten vorderen Kühlturm. Durch eine so geringere Tiefe soll eine bestmögliche Kompatibilität zu RAM-Kits mit hohen Heatspreadern ermöglicht werden.

Die ebenfalls moderate Breite des Kühlers verhindert darüber hinaus ebenfalls, dass der oberste PCI-Express Steckplatz – zumindest auf normalen ATX-Mainboards – verdeckt wird.

Seitenprofil des Kühlers

Cryorig hat sich für den R1 Ultimate ein paar neue und interessante Kühlkonzepte überlegt und macht somit einige Dinge anders, als man dies von der Konkurrenz bisher so kennt.

Zum einen ist dies das sogenannte „DirectCompress™ Soldering“-Lötverfahren, indem beide Kühltürme aus zwei voneinander unterschiedlichen und unabhängigen Hälften um die Heatpipes herum zusammengelötet werden und die Heatsinks komplett umschließen – laut Cryorig gewinnt man durch diese Konzeption und diese Architektur 10 Prozent an Kühlfläche.

Im Seitenprofil des Kühlers können beide unterschiedlichen Hälften der beiden Türme noch gut erkannt werden, gerade da diese sich farblich unterscheiden und der innere Teil des Turms auch noch schwarz eloxiert vernickelt wurde.  

Boden und Heatpipes des R1 Ultimate

Die Bodenplatte des Kühlers, also die Kontaktfläche zur CPU, wurde ebenfalls sauber hochglanzvernickelt und besitzt eine leicht konvexe Form. Die leicht konvexe Form ermöglicht einen höheren Anpressdruck auf die CPU, der unter Umständen eine bessere Kühlleistung ermöglicht (je nach Form und Variante des Heatspreaders der CPU).

Ebenfalls auf beiden Bilder gut zu erkennen ist, wie sehr die vorderen Heatpipes und somit der vordere Kühlturm nach hinten versetzt wurden, um die bereits angesprochene Kompatibilität zu gewährleisten.

Seitenansicht des Kühlkörpers

Der R1 Ultimate verfügt über ganze sieben asymmetrisch angeordnete Sechs-Millimeter-Heatpipes (Cryorig nennt diese Anordnung „Heatsink Displacement Optimization™“), die die gesamte Radiatorfläche des Kühlers durchlaufen. Alle Heatpipes sind sauber in den Boden des Kühlers eingearbeitet und mit der Grundplatte verlötet worden – hier gibt es keinerlei Anlass zur Kritik.

Sowohl der Boden des Kühlers als auch die besagten Heatpipes wurde sauber hochglanzvernickelt und es bestand bezüglich der Verarbeitung keinerlei Anlass zur Kritik.

Top-Finishing und Abschluß der Heatpipes

Der Radiator selbst besteht aus 53 (respektive 52 ohne das Top-Finish) bzw. 46 (und 45 ohne das Top-Finish) Aluminiumlamellen mit 1,8 mm bzw. 2,4 mm Innenabstand zueinander.

Hier gilt es als Besonderheit zu bemerken, dass die beiden bereits angesprochenen unterschiedlichen Hälften der Kühltürme über einen unterschiedlichen Lamellenabstand verfügen. Durch diese Architektur bzw. dieses System, das Cryorig „Jet Fin Acceleration System™“ nennt, soll laut Cryorig die heiße Luft schneller aus den Kühltürmen abtransportiert werden können.

Ein relativ enger Lamellenabstand bedeutet in der Regel, dass der Kühlkörper für den Betrieb mit förderstarken Lüftern optimiert wurde und das Optimum seiner Leistung wohl auch nur mit schneller drehenden Lüftern entfaltet werden kann.

Mit 1,8 mm und 2,4 mm lassen sich nun zwei unterschiedliche Lamellendichten vorfinden, wobei der Luftzug zunächst die 2,4 mm breiten Lamellen passiert und dann nach außen hin erst die engmaschigen Lamellen mit 1,8 mm Innenabstand. Somit werden zunächst die breitmaschigen Lamellen passiert, damit die Hitze schnell abtransportiert werden kann, und nach außen hin durch die zusätzlichen engmaschigen Lamellen noch etwas an Fläche gewonnen.

Da der Kühlkörper auf den beiden Seiten des Kühlturms über keine Rillen verfügt, in denen sich die Klammern zur Befestigung der Lüfter normal seitlich einhängen lassen, ziert ein schwarzes Plastikcover die beiden vorderen Hälften der beiden Kühltürme, an denen sich die besagten Klammern dann auch einhängen lassen. Das Einhängen der Lüfter kann somit auch ganz bequem nach der Montage vorgenommen werden.

Der Cryorig R1 Ultimate in Seitenlage

Die Kühlfinnen des Kühlkörpers wurden durchgehend sauber entgratet und es wurden im Test keinerlei übermäßig scharfen Kanten oder Ecken gefunden, an denen sich der Nutzer eventuell verletzen könnte. Bei unserem Sample konnten wir keinerlei Herstellungsfehler erkennen und die Verarbeitungsqualität des Kühlers befindet sich auf einem exzellenten Niveau.

Der Montagevorgang des Kühlers weist allerdings einige Besonderheiten auf. Zunächst werden, wie bei der Montage auf Sockel 2011 üblich, die mitgelieferten Bolzen (Cryorig nennt diese Schraubenabstandhalter) in die Gewinde des Sockels geschraubt. Danach gilt es die beiden Montagebrücken mit Daumenschrauben an den besagten Bolzen zu befestigen.

Als nächsten Montageschritt platzierten wir den Kühler auf der CPU und brachten diesen in Position, sodass sich die Schrauben an der Querschiene, die löblicherweise fest auf der Oberseite des Bodens des Kühlers befestigt wurden, an den dafür vorgesehenen Stellen auf den Montagebrücken andockten und sich festschrauben ließen. Durch die fest fixierte Querschiene gelang der Einbau sehr bequem und spielend einfach und auch ohne den Ausbau der Grafikkarte, des hinteren Gehäuselüfters sowie der Ram-Kits. Ein Wechsel der CPU ist somit spielend in wenigen Minuten problemlos und bequem möglich. 

Die Befestigung der Lüfter gelingt dank der Klammern ebenfalls relativ einfach und komfortabel, auch wenn das Einhängen am Kühlkörper selbst noch etwas komfortabler wäre, als mit der Plastik-Lösung vorlieb zu nehmen. Denn das Entfernen der Klammern ist, was zur Montage mindestens einmal mittig nötig ist, deutlich schwieriger als das Einhängen. Die Lüfter verfügen weiterhin über Gummipads, die ein direktes Aufliegen auf dem Kühlkörper verhindern und so Übertragungen der Schwingungen an den Kühlkörper verhindern bzw. etwas eindämmen sollen.

Die an der Verpackung angepriesene Montage in 5 Minuten ist dennoch problemlos möglich und somit kein leeres Werbeversprechen.

Der R1 Ultimate hinterlässt alles in allem also einen sehr guten Ersteindruck. Weitere Impressionen des Cryorig R1 Ultimate finden sich wie gewohnt in unserer Fotostrecke.

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Das neue Testsystem hat nun mit dem NZXT Phantom 820 eine größere Behausung gefunden, die Platz für alle möglichen Kühler inklusive größeren AiO-Wasserkühlungen bietet und somit zukunftssicherer ist. Das Fanless-Netzteil von Seasonic erlaubt uns noch genauere und aussagekräftige Lautstärkemessungen, da durch dieses ein weiterer Produzent von Geräuschen und somit Störfaktor für die Messungen eliminiert werden konnte.

Hier das neue Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor Intel Xeon E5 2687W
Mainboard ASUS P9X79 WS (UEFI Version 3306)
Arbeitsspeicher Samsung Green Series 16GB CL11-11-11-28
Grafikkarte Zotac GeForce GT 640 Zone Edition
Festplatte Intel SSD 330 Series 120GB
Netzteil Sea Sonic Platinum Series Fanless 460W
Gehäuse NZXT Phantom 820
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-4
Gehäusebelüftung 3x NZXT FS 200RB (Vorne & Deckel)
1x be quiet! Shadow Wings SW1 140mm (Hinten)
Betriebssystem Windows 7 Ultimate x64 (Service Pack 1)

Die Gehäuselüfter liefen bei allen Tests normiert auf ca. 500 RPM, damit die großzügig dimensionierte Gehäusebelüftung die Kühlleistung der CPU-Kühler nicht großartig limitiert, aber auch nicht für unrealistische und zu optimale Testbedingungen sorgt. Dies ist, so glauben wir, ein guter Kompromiss zwischen dem praxisnahen Test im Gehäuse bei gleichzeitiger Vermeidung subjektiver und negativer Einflüsse wie z.B. einem Hitzestau im Gehäuse.

Zur Beurteilung und Messung des Geräuschpegels des Kühlers werden die Gehäuselüfter dann per Lüftersteuerung angehalten, um den Geräuschpegel und Charakter nicht zu verfälschen. Die Messung selbst wird mit Hilfe eines VOLTCRAFT SL-200 Schallpegel-Messgerätes in 30 cm Abstand zur Seitenwand, hinter der sich besagter CPU-Kühler befindet, vorgenommen. Das Gehäuse ist dabei natürlich geschlossen.

Des Weiteren wurde die Raumtemperatur auf 20°C normiert und die aktuelle Abweichung dazu wird mit einem PEAKTECH Digital-Thermometer 5115 gemessen.

Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 26.6 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Das System wird mit einem sehr stark Hitze erzeugenden Custom Run mit einer FTT Size von 8K (Run in-place) belastet. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Log-Funktion des Tools CoreTemp, wobei das arithmetische Mittel der maximal erreichten Temperatur in unsere Diagramme übernommen wird (abzüglich einer eventuellen Differenz zur normierten Raumtemperatur).


Als Wärmeleitpaste, für alle Kühler, kommt Arctic Coolings bekannte und beliebte Paste MX-4 zum Einsatz, die wir gleichmäßig mit einer alten Kreditkarte auf dem Heatspreader verteilen. Um die Kühler allesamt richtig fordern und auslasten zu können, wurde der Xeon E5 2687W außerdem für die OC Tests noch von 3,1 auf 3,6 GHz übertaktet und mit 1,25V VCore zusätzlich aufgeheizt.

Folgende Tools kamen bei den Messungen zum Einsatz, die Programmversion bleibt natürlich auch bei zukünftigen Tests immer gleich:

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.


Es folgt wie gewohnt zunächst unser subjektiver Lautstärkeeindruck, bevor wir abschließend auf die tatsächlichen Messwerte des Schallpegels eingehen.

Subjektiver Lautstärkeeindruck Cryorig R1 Ultimate
600 RPM Nahezu Unhörbar. Keinerlei Nebengeräusche.
1000 RPM Luftzug hörbar, aber angenehmer Klang. Keinerlei Nebengeräusche.
1425 RPM (Max) Deutlich hörbares, pulsierendes und störendes Geräusch.

Die beiden Serienlüfter des Cryorig R1 Ultimate, der XF140 sowie der XT 140, hinterlassen einen relativ guten akustischen Ersteindruck.

Im Testszenario mit 600 Umdrehungen pro Minute sind sie als nahezu unhörbar zu bewerten und gehen frei von Nebengeräuschen zu Werke.

Im Testszenario mit 1000 Umdrehungen ist der Luftzug des Lüfters nun zwar leicht hörbar, die Geräuschcharakteristik fällt allerdings angenehm aus und es sind erneut keinerlei störende Nebengeräusche zu vermerken.

Im Testszenario mit maximaler Drehzahl, bei unseren Samples waren dies 1425 Umdrehungen pro Minute, nimmt die Lautstärke allerdings weiter zu, der Luftzug ist nun deutlich hörbar und die Geräuschcharakteristik kippt ebenfalls in eine zumindest subjektiv recht nervige, weil pulsierende, Charakteristik.

Da wir uns aber nicht rein auf den subjektiven Eindruck verlassen wollen, wurde auch der tatsächliche Geräuschpegel mit Hilfe eines VOLTCRAFT SL-200 Schallpegel-Messgerätes, in 30cm Abstand zur Seitenwand des geschlossenen Gehäuses, hinter der besagter CPU Kühler verbaut ist, vorgenommen:

Lautstaerke in dB(A)

600 rpm

db(A)
Weniger ist besser
 

Lautstaerke in dB(A)

1000 rpm

db(A)
Weniger ist besser
 

Lautstaerke in dB(A)

Maximale Drehzahl

db(A)
Weniger ist besser
 

Unsere Messergebnisse bestätigen unseren subjektiven Höreindruck durchaus.

Der Cryorig R1 Ultimate landet in allen drei Testszenarien im unteren Mittelfeld des Testfeldes, ist dort aber in guter Gesellschaft anderer Twin-Tower-Kühler, die bedingt durch die Doppelbelüftung alle fast über eine ähnliche Lautstärkekulisse verfügen.


Die Gehäuselüfter laufen bei allen folgenden Tests auf 100%, d.h. mit vollen 12V, damit die Kühlleistung der CPU-Kühler nicht durch einen Hitzestau im Gehäuse ausgebremst wird. Dies ist natürlich besonders bei den passiven Tests von essentieller Bedeutung.

Temperatur in Grad Celsius

passiv

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Im passiven Betrieb, also ohne aktive Lüfter am Kühler, gelang es dem Cryorig R1 Ultimate spielend leicht unseren Intel Xeon E5 2678W innerhalb seiner thermischen Spezifikationen zu betreiben.

Mit durchschnittlichen Kerntemperaturen von 62,5 °C platziert sich der R1 Ultimate in der Spitzengruppe des Testfeldes und der Fakt, dass die Hälfte des Kühlkörpers mit 1,8 mm Innenabstand über recht engmaschige Lamellen verfügt, scheint der Kühlleistung erfreulichermaßen keinen sonderlich großen Abbruch zu tun.

Wir wenden und somit gespannt den Ergebnisse mit Referenzbelüftung zu, die wir im Folgenden präsentieren werden.


Im nächsten Testszenario begutachten wir die Leistung des Kühlers mit dem Serienlüfter bzw. den Serienlüftern auf jeweils 600 bzw. 1000 Umdrehungen pro Minute sowie der maximalen Drehzahl. Der Prozessor wurde dabei noch nicht übertaktet.

Temperatur in Grad Celsius

Serienluefter, 600 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienluefter, 1000 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienluefter, Maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Unsere ersten Messergebnisse zeigen ein exzellentes Ergebnis. Der Cryorig R1 Ultimate landet bei allen drei Testszenarien auf einem Platz auf dem Treppchen und erzielt im Testszenario mit 600 Umdrehungen pro Minute sogar einen Gleichstand mit der Corsair H110 und landet somit auf dem ersten Platz des Testfeldes.

Sehen wir uns als nächstes an, wie sich unser heutiger Proband schlägt, wenn die CPU zusätzlich noch übertaktet wird und somit einiges mehr an Hitze erzeugt wird, die es abzuführen gilt.


Unser Intel Xeon E5 2687W wurde nun von 3,1 auf 3,6 GHz übertaktet und zusätzlich mit 1,25V befeuert, um zusätzliche Hitze zu produzieren und die Kühler mit genug Abwärme zu versorgen, sodass diese mehr leisten müssen.

Temperatur in Grad Celsius

Serienluefter, 600 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienluefter, 1000 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Serienluefter, Maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Wie zu erwarten war, verschlechtert der auf 3,6 Ghz übertaktete Intel Xeon E5 2687W die Temperaturen deutlich. Der Cryorig R1 Ultimate kann sich zwar erneut in allen drei Testszenarien in der Spitzengruppe einreihen, muss aber einige seiner Konkurrenten nun an sich vorbeiziehen lassen.

Hier limitiert unserer Meinung nach der doch etwas kleinere Kühlkörper, der zur Hälfte aus breit gefächerten Lamellen besteht und aus dem die Hitze zwar schnell abtransportiert werden kann, der aber eben auch über etwas weniger Fläche verfügt, etwas.

Allerdings trennen den R1 Ultimate und seine direkten Konkurrenten nur wenige °C Differenz – es ist also von einem eher marginalem Unterschied zu sprechen und die Kühlleistung ist immer noch als sehr gut zu bewerten.


Um die rohe Kühlleistung der Probanden fair vergleichen zu können, haben wir alle Kühler mit denselben Referenzlüftern bestückt. Als Referenzlüfter kommen die leistungsstarken und beliebten Noctua NF-P14 FLX mit 140 mm und bis zu 1300 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Falls diese keinen Platz am Kühlkörper finden, kommen die kleineren Noctua NF-F12 mit 120 mm und bis zu 1500 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Bei Kühlern und Radiatoren mit Platz für echte 140 mm Lüfter mit 140 mm Bohrungen, kommen die Noctua NF-A14 FLX mit bis zu 1200 Umdrehungen pro Minuten zum Einsatz. 

Da die beiliegenden Klammern für Lüfter mit 105-mm-Lochabstand konzipiert wurden, wollten wir wie gewohnt auf unseren 140 mm großen Referenzlüfter Noctua NF-P14 FLX zurückgreifen, da dieser ebenfalls über 105 mm Lochabstand verfügt – wie es normal bei 120-mm-Lüftern der Fall ist.

Das Einhängen der Lüfter war leider aufgrund der besonderen Bauart unserer Referenzlüfter und des Faktes, dass die beiliegenden Klammern des R1 Ultimate für quadratische Lüfter konzipiert worden sind, etwas schwierig, doch nach etwas Bastelarbeit gelang es uns letztendlich, unsere Referenzlüfter am R1 Ultimate zu betreiben. Normale, ebenfalls quadratische Lüfter, sollten sich aber problemlos einhängen lassen.

Temperatur in Grad Celsius

Referenzluefter, 600 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzluefter, 1000 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzluefter, Maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Ein Tausch der Serienlüfter durch unsere Referenzlüfter resultiere in nahezu identischen Temperaturen wie zuvor, was den Serienlüftern eine sehr gute Arbeit bescheinigt. Lediglich im Testszenario mit maximaler Drehzahl fallen unsere Referenzlüfter um 1 °C ab, was den etwas langsameren Drehzahlen unserer Referenzlüfter geschuldet ist.

Absolut betrachtet kann sich der Cryorig R1 Ultimate erneut sehr gut platzieren und schafft es im Testszenario mit 1000 Umdrehungen pro Minute sogar einen neuen Bestwert aufzustellen.


Auch mit Referenzlüftern musste sich unser Proband noch unserem auf 3,6 Ghz übertakteten Intel Xeon E5 2687W mit 1,25V stellen.

Temperatur in Grad Celsius

Referenzluefter, 600 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzluefter, 1000 rpm

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Temperatur in Grad Celsius

Referenzluefter, Maximale Drehzahl

Grad Celsius
Weniger ist besser
 

Auch mit auf 3,6 Ghz übertakteten Intel Xeon E5 2687W ändert sich das Bild kaum.

Unsere Referenzlüfter können sich nun um ein halbes Grad °C von den Serienlüftern absetzen, was dem Umstand geschuldet sein dürfte, dass einer der beiden Serienlüfter ja etwas schmaler ausfällt. Im Testszenario mit maximaler Drehzahl herrscht nun Gleichstand.

Im Vergleich zur Konkurrenz ändert sich nur bedingt etwas. Der Cryorig R1 Ultimate landet erneut meist im Spitzenfeld des Testfeldes, fällt im Vergleich zur nicht übertakteten CPU aber etwas ab.

Wie unsere Tests mit Referenzlüfter also zeigen, verrichten die Serienlüfter des R1 Ultimate also hervorragend ihren Dienst.

Der Einsatz anderer Lüfter, wie z.B. unserer Referenzlüfter Noctua NF-P14 FLX, ist angesichts dieser Ergebnisse also nicht wirklich sinnvoll – zumal die Anschaffungskosten solcher Lüfter bereits mindestens die Hälfte des Kaufpreises des gesamten Kühlers ausmachen.


Abschließenden kommen wir nun also zu einem Fazit zu unserem heutigen Probanden, dem Flaggschiff aus dem Hause des neuen Herstellers Cryorig.

Anstatt eine weitere bloße Kopie bereits erfolgreicher Kühler zu präsentieren, hat sich Cryorig für den Markteintritt zumindest beim Flaggschiff, dem heute getesteten R1 Ultimate, einige sehr interessante Kühlkonzepte überlegt und überzeugt durch eine sinnvolle und interessante Architektur – gepaart mit einem futuristischem und interessantem Design.

Aber auch leistungsmäßig kann der Kühler voll überzeugen und schafft es in einigen Testszenarien sogar neue Bestwerte aufzustellen. Auch in den anderen Testszenarien, in dem ihm das nicht gelingt, landet der R1 Ultimate immer in der Spitzengruppe des Testfeldes. Zwar fällt die Leistung bei übertakteter CPU minimal ab, doch die Differenz ist nicht wirklich groß und wird mit einer Mainstream CPU mit weniger als 8 Kernen bzw. 16 Threads sicherlich noch geringer ausfallen.

Dafür ist der Kühlkörper selbst etwas schmaler und weniger tief als so mancher Konkurrent und weist somit, wie von Cryorig versprochen, tatsächlich eine sehr hohe Kompatibilität zu Ram-Kits mit sehr hohem Heatspreader und auch Mainboards mit sehr weit oben liegendem PCI-Express Slot auf. Zur besagten Kompatibilität tragen ebenfalls der stark nach hinten versetzte vordere Kühlturm sowie der dünnere vordere Serienlüfter maßgeblich bei.

Die Verarbeitung des Kühlkörper und des Zubehörs ist auf exzellentem Niveau und gab uns zu keinem Zeitpunkt des Tests irgendeinen Anlass zur Kritik. Das Zubehör ist reichlich und lässt keine Wünsche offen. Auf Wunsch kann noch ein dritter Lüfter am Kühler befestigt werden, die Klammern dazu liefert Cryorig standardmäßig mit.

Die Lüfter gehen zumindest im niedrigen und mittleren Drehzahlbereich relativ leise zu Werke und wissen dort zu überzeugen. Lediglich mit voller Drehzahl erzeugten sie eine deutlich wahrnehmbare Lautstärke und fielen, zumindest subjektiv, mit einer pulsierendem und etwas nervigen Geräuschcharakteristik auf. Der Vergleich mit unseren Referenzlüftern bescheinigte ihnen aber zumindest leistungstechnisch eine tadellose Arbeit.

Preislich gesehen bewegt sich der R1 Ultimate mit 69,90 Euro auf einem fairen Niveau und liegt damit mit einiger seiner engsten Konkurrenten auf gleichem Level. Er richtet sich angesichts des Preises natürlich vor allem an High-End-User und Enthusiasten.

Alternativen gibt es, je nach vorhandenem Platz und gewünschtem Preisbereich, zum Beispiel in Form des Klassikers Noctua NH-D14 für ca. 68 Euro, des leisen und kühlen be quiet! Dark Rock Pro 3 für 66,47 Euro, des neuen Noctua NH-D15 für 89,90 Euro oder auch der Thermalright Silver Arrow IB-E für 62,61 Euro. Weitere Alternativen sind diverse leistungsstarken Single-Tower Kühlern, wie der Scythe Ashura für nur 37 Euro oder der Alpenföhn Himalaya 2 für 48 Euro. Sind Wasserkühlungen eine Option empfiehlt sich der Blick auf Modelle mit größeren 240-mm- oder sogar 280-mm-Radiatoren, wie zum Beispiel der Corsair H100i für 93,79 Euro oder der von uns getestete Corsair H110 für 99,87 Euro.

Aufgrund der exzellenten Verarbeitung, der sehr guten Temperaturen und der überzeugenden und erfrischenden Ideen beim Kühlkonzept bzw. der Architektur, erhält der Cryorig R1 Ultimate verdientermaßen unseren heiß begehrten Excellent Hardware Award.

Excellent Hardware Award

Positive Aspekte des Cryorig R1 Ultimate:

Negative Aspekte des Cryorig R1 Ultimate: