Thermalright HR-22 im Test

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teaser kuehler sMit dem HR-22 schickt Thermalright HR-22 ein neues Flaggschiff der Thermalright Kühler-Reihe ins Rennen, das komplett auf den semi-passiven Betrieb ausgerichtet ist und somit Potential besitzt, alle Silent-affinen Nutzer sehr glücklich zu machen. Wir überprüfen in unserem Test, ob der HR-22 neue Akzente setzen kann.

Der HR-22 stellt, als neuester Zugang zu Thermalrights HR-Serie, eine Weiterentwicklung des bekannten und beliebten HR-02 sowie des Bestsellers HR-02 Macho dar. Da der HR-22 laut Thermalright komplett auf den semi-passiven Betrieb ausgerichtet ist und für diesen konzipiert und entwickelt wurde, ist es eine vertretbare Entscheidung, dass dieser ohne jegliche Lüfter ausgeliefert wird.

Für einen Preis von 74,99 Euro (UVP) erhält man dafür einen wahren Kühlgiganten mit einem Gewicht von knapp über einem Kilo, ganzen acht Heatpipes sowie zwei „Fan Ducts“, mit denen sich der Kühlkörper mit dem hinteren Gehäuselüfter verbinden lässt. Doch dazu an später an geeigneter Stelle mehr.

Da dem HR-22 out-of-the-box keine Serienlüfter beiliegen, legen wir in unserem Test besonderen Fokus auf die semi-passive Performance. Allerdings werden wir es uns nicht nehmen lassen, den HR-22 auch mit einem unserer Referenzlüfter zu bestücken und ihn mit diesen durch den kompletten Testparcours zu jagen. Diesen Testszenarien können interessierte Käufer dann entnehmen, ob es Sinn macht den Kühler mit einem Lüfter zu bestücken und sehen, wie sich der HR-22 mit aktiver Belüftung dann gegen die mannigfaltige Konkurrenz so schlagen kann.

Die direkte Konkurrenz, mit welcher sich der HR-22 messen muss, besteht vor allem aus namenhaften Luftkühlern und Klassikern wie z.B. dem Noctua NH-D14 (SE2011), Phanteks PH-TC14PE_BK sowie dem EKL Alpenföhn K2 – sowie einigen kompakten AiO Wasserkühlungen.

Weitere Kühler in der Vergleichsdatenbank sind normale Tower-Kühler wie der Akasa Venom, der Prolimatech Megahalems Black, der Arctic Cooling Freezer i30 oder auch der Alpenföhn Brocken 2.

Es sei erwähnt, dass unsere Testdatenbank seit dem Relaunch der CPU-Kühlertests deutlich größer geworden ist und das Testsystem nun Platz im neuen und großen NZXT Phantom 820 gefunden hat. Das neue Testsystem bietet somit für alle möglichen Kühler, inklusive größeren AiO-Wasserkühlungen bis 280 mm, Platz und ist somit deutlich zukunftssicherer.

Bevor wir uns nun also einer näheren Detailbetrachtung widmen, hier noch der Thermalright HR-22 in der gewohnten Kurzübersicht:

Spezifikationen
KühlernameThermalright HR-22
Straßenpreis bei Release 74,99 Euro
Homepage http://thermalright.de
Maße 12,0 cm (L) x 15,0 cm (B) x 15,9 cm (H)
Material

Bodenplatte: Vernickeltes Kupfer
Heatpipes: Vernickeltes Kupfer
Kühlrippen: Aluminium

Kühlertyp Tower-Kühler
Serienbelüftung -
Sockel AMD: AM2, AM3, AM3+, FM1, FM2, FM2+
Intel: 1150, 1155, 1156, 1366, 2011
Gewicht 1160 Gramm
Herstellergarantie 2 Jahre

Alle aktuellen Sockel werden unterstützt, auch der neuere Sockel 1150 für Intels Haswell-Prozessoren ist mit dabei.


Widmen wir uns zunächst, wie üblich, der Verpackung und ein paar generellen Informationen zum Thermalright HR-22.

Das Design der Verpackung selbst ist, wie für Thermalright Kühler üblich, sehr minimalistisch gehalten und bietet außer dem Kühlernamen und einem Barcode keinerlei weitere Informationen zum Inhalt. Thermalright möchte sich aanscheinend auf die „inneren Werte“ konzentrieren und mit diesen überzeugen, statt den Käufer mit diversen Versprechen oder schönen Bildern auf der Verpackung zum Kauf zu verführen.

Detaillierte Informationen zum Kühler findet man, wie gewohnt, auf der Website von Thermalright. Alle Informationen sind auf der deutschen Website natürlich komplett in Deutsch verfügbar – Thermalright verfügt allerdings auch über eine internationale Website.

Der Thermalright HR-22

Das größte Alleinstellungsmerkmal des HR-22 ist definitiv, dass dieser komplett auf den semi-passiven Betrieb ausgerichtet ist. Dies bedeutet zum einen, dass der HR-22 ohne jegliche Lüfter ausgeliefert wird, lässt zum anderen aber darauf hoffen, dass Thermalright viel Entwicklungsarbeit und Überlegungen investiert hat, um den HR-22 auch ohne Lüfter zu einer größtmöglichen Performance zu verhelfen.

Für die gewünschte Kühlleistung des HR22 soll vor allem das von Thermalright DPAS („Directed Passive Airflow System“) genannte Gesamtkonzept sorgen. Besagtes Konzept beruht in erster Linie auf der, laut Thermalright herausragenden, Performance des mächtigen und relativ schweren Kühlkörpers. Die insgesamt acht 6-mm-Heatpipes des Kühlkörpers sind weiterhin so angeordnet, dass sie möglichst effektiv den hoffentlich vorherrschenden Luftstrom innerhalb des Gehäuses mitnutzen können.

Die beiden "Fan Ducts" für 120-mm- und 140-mm-Lüfter

Statt Serienlüfter legt Thermalright dem HR-22 zwei sogenannte „Fan Ducts“ bei. Mit den „Fan Ducts“, also Luftleittunneln aus leicht flexiblem gummiartigen Plastik, lässt sich die Rückseite des Kühlkörpers mit dem hinteren Gehäuselüfter verbinden. Diese Verbindung ermöglicht den durch den hinteren Gehäuselüfter generierten Luftstrom gezielt zu nutzen, was laut Thermalright zu einer messbar gesteigerten Kühlleistung führen soll.

Im semi-passiven Testszenario werden wir daher überprüfen, wie sich der HR-22 einmal ohne und danach mit „Fan Duct“ so schlagen wird – und inwiefern der „Fan Duct“ die semi-passive Kühlleistung tatsächlich verbessern kann.

Das gesamte Zubehör

Dem HR-22 liegen allerdings auch Montageklammern für Lüfter mit 120-mm-Montagelöchern bei, sodass auch einem Betrieb mit aktiven Lüftern nichts im Wege steht. Thermalright empfiehlt dazu Thermalright Lüfter der X-Silent Serie (120/140 mm) sowie alle TY Modelle mit 140/150-mm-Abmessung – in unserem Test kommt aber, der Vergleichbarkeit wegen, natürlich unser gewöhnlicher Referenzlüfter zum Einsatz.

Weiterhin im Lieferumfang befinden sich das Montageset inkl. „X-II Pressure Vault Bracket“ für Intel Sockel 1150, 1155, und 2011, besagte Klammern zur Montage des Lüfters sowie eine kleine Tube der bekannten Wärmeleitpaste Thermalright Chill Factor III. In diesem Test kommt allerdings, um die Vergleichbarkeit aller Kühler zu gewährleisten, natürlich unsere Referenzwärmeleitpaste – siehe Testsystem – zum Einsatz. Der schon etwas ältere Intel Sockel 775 wird leider nicht mehr unterstützt. Besagtes „Pressure Vault Bracket“ ermöglicht laut Thermalright eine individuelle Anpassung des Anpressdrucks zwischen 40 und 70 lbs.

Weiterhin liegt dem HR-22 ein wertiger und magnetischer Schraubendreher in Überlänge bei, der für die Montage unabdingbar ist.


Beim HR-22 handelt es sich um einen Tower Kühler, dessen Ähnlichkeit und Verwandtschaft zur HR-02 Serie definitiv nicht zu leugnen ist. Allerdings fällt die Größe des HR-22 mit 12,0 cm (L) x 15,0 cm (B) x 15,9 cm (H) etwas geringer als die des HR-02 Machos aus – dafür legt der HR-22 aber beim Gewicht mit 1160 Gramm (im Vergleich zu den 860 Gramm des HR-02 Machos) ordentlich zu.

Thermalright HR-22 in Seitenlage

Die Bodenplatte des Kühlers, also die Kontaktfläche zur CPU, besitzt eine leicht konvexe Form und besteht, genau wie die Heatpipes, aus vernickeltem Kupfer. Wie schon bei den neueren Revisionen der HR-02 (Macho) Serie, wurden auch beim HR-22 die Heatpipes allesamt und vollständig vernickelt. Der HR-22 verfügt über ganze acht 6-mm-Heatpipes, die die gesamte Radiatorfläche des Kühlers durchlaufen. Alle Heatpipes sind sauber in den Boden des Kühlers eingearbeitet und wurden auch am oberen Ende des Radiators sauber abgeschlossen.

Die gesinterten Heatpipes wurden laut Thermalright dabei so designt und angeordnet, dass eine besonders effiziente und schnelle Ableitung der Prozessor-Abwärme gewährleistet werden soll und dass diese auch möglichst effektiv den hoffentlich vorherrschenden Luftstrom innerhalb des Gehäuses mitnutzen können.

Boden und Heatpipes des Thermalright HR-22

Der Radiator selbst besteht aus 35 aus Aluminium gefertigten Lamellen mit großzügigen 2,8 mm Innenabstand zueinander. Dies ist ein relativ großer Abstand und soll verhindern, dass der Kühlerkörper von förderstarken Lüftern mit einem hohen Luftdruck abhängig ist, wie es bei engmaschigeren Lamellen oft der Fall ist. Die unteren drei Lamellen sind nicht so lang wie die restlichen Lamellen, was die Kompatibilität zu RAM-Riegeln mit höherem Heatspreader garantieren soll.

Die Kühlfinnen des Kühlkörpers wurden durchgehend sauber entgratet und es wurden im Test keinerlei übermäßig scharfe Kanten oder Ecken gefunden, an denen sich der Nutzer eventuell verletzen könnte. Bei unserem Sample konnten wir keinerlei Herstellungsfehler erkennen und die Verarbeitungsqualität des Kühlers ist auf einem exzellenten Niveau.

Nahaufnahme des Top-Finishing und der Radiatorlamellen


Gehen wir also nach der Verarbeitung auf die Eigenheiten des Kühlkörpers ein, die diesen für den semi-passiven Betrieb besonders qualifizieren sollen. Laut Thermalright ist die effektive Kühlfläche des HR-22, im Vergleich zum Vorgängermodell, um ganze 40% angestiegen und bietet damit die größte Oberfläche aller jemals produzierten Thermalright-Kühler. Die Aluminium-Kühlfinnen wurden von Thermalright außerdem mit mehreren Luftlöchern versehen, die einem Luftstau zwischen den einzelnen Finnen entgegenwirken sollen und auch jederzeit einen optimalen Luftaustausch mit der Umgebung gewährleisten sollen.

Der HR-22 verfügt außerdem über einen ovalen Luftkanal in der Mitte des Kühlkörpers, der nicht nur der Montage dienlich ist, sondern laut Thermalright auch die Performance des Kühlers – zumindest im passiven Betrieb - um ca. 5-10% steigert. Dies soll durch kontrollierte Luftverwirbelungen innerhalb des Kühlkörpers möglich gemacht werden, die durch die Form des Luftkanals entstehen. Durch diese Verwirbelungen soll die entstehende Abwärme noch effektiver abgeführt werden können.

Betrachtet man den Kühlkörper von der Seite, fällt auf, dass der Kühlkörper extrem nach hinten versetzt und in Richtung der Gehäuserückwand ausgerichtet wurde. Auch wenn dieses Layout wohl vor allem der Verbindung mit dem hinteren Gehäuselüfter per „Fan Duct“ geschuldet ist, hat dies einen offensichtlichen weiteren Vorteil: Eine sehr hohe Kompatibilität, da der HR-22 trotz seiner Maße und auch beim Einsatz eines zusätzlichen Lüfters weder mit den Heatspreadern eventueller Ram-Riegel kollidieren sollte, noch den obersten PCI-E Slot blockiert.

Asymmetrisches, nach hinten versetztes Design des Radiators

Die Montage des Kühlers gelingt geübten Händen in wenigen Minuten und ist insgesamt recht komfortabel. Es gelang uns den Kühler zu montieren, ohne das Mainboard dafür extra aus dem Case entfernen zu müssen. Auch die Montage bei sonstigen Intel- oder AMD-Systemen sollte möglich sein, ohne das Mainboard ausbauen zu müssen, falls das Gehäuse über eine entsprechend große Aussparung auf der Rückseite des Mainboardtrays verfügt.

Zunächst werden, wie bei der Montage auf Sockel 2011 üblich, die mitgelieferten Schrauben in die Gewindebolzen des Sockels geschraubt. Wie bei Thermalright typisch wird auf diese ein Montagerahmen gelegt, der mit vier Daumenschrauben befestigt wird.

Seitenansicht des Kühlkörpers

Als nächsten Montageschritt platzierten wir den Kühler mit der Montageschiene (Thermalright nennt diese Befestigungsplatte) auf der CPU und brachten diese in Position, sodass die beiden Sechskantschrauben an den beiden Enden der Befestigungsplatte mit der Montageplatte verschraubt werden konnten. Dies gelang ohne größere Mühe und als einziger Kritikpunkt sei angemerkt, dass es etwas komfortabler wäre, wenn die Montageschiene direkt am Kühler selbst zu befestigen wäre – und somit nicht mehr verrutschen würde. Thermalright hat die Montageschiene beim HR-22 allerdings mit einem Bolzen ausgestattet, der sich per beiliegendem Vielzahnschlüssel etwas festschrauben lässt, um in Position zu bleiben und etwas mehr Anpressdruck zu erzeugen. Ein Wechsel der CPU ist, trotz dieses Kritikpunktes, in wenigen Minuten problemlos und bequem möglich. 

Etwas trickreicher ist dann allerdings der letzte Montageschritt, die Befestigung der „Fan Ducts“. Der passende „Fan Duct“ muss zunächst stark zusammengedrückt und irgendwie zwischen Kühlkörper und Gehäuselüfter gebracht werden, ehe er sich korrekt um Lüfter und Kühlkörper stülpen lässt. Dies erfordert etwas Geduld und Fingerspitzengefühl. Zudem sind dünne Finger bei diesem Teil der Montage mehr als hilfreich.

Der Thermalright HR-22 hinterlässt alles in allem einen sehr positiven und durchdachten Ersteindruck. Die Verarbeitung des Kühlers selbst sowie auch die des Zubehörs ist erstklassig und auch die theoretischen Konzepte hinter dem Kühlerdesign und der Ausrichtung auf den passiven Betrieb klingen schlüssig und logisch. Man darf also zu Recht darauf gespannt sein, ob sich unser positiver Ersteindruck auch in der Praxis bestätigen wird.

Weitere Impressionen des HR-22 finden sich wie gewohnt in unserer Fotostrecke.

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Das neue Testsystem hat nun mit dem NZXT Phantom 820 eine größere Behausung gefunden, die Platz für alle möglichen Kühler inklusive größeren AiO-Wasserkühlungen bietet und somit zukunftssicherer ist. Das Fanless-Netzteil von Seasonic erlaubt uns noch genauere und aussagekräftige Lautstärkemessungen, da durch dieses ein weiterer Störfaktor für die Messungen eliminiert werden konnte.

Hier das neue Testsystem in der Übersicht:

Testsystem
Prozessor Intel Xeon E5 2678W
Mainboard ASUS P9X79 WS (UEFI Version 3306)
Arbeitsspeicher Samsung Green Series 16GB CL11-11-11-28
Grafikkarte Zotac GeForce GT 640 Zone Edition
Festplatte Intel SSD 330 Series 120GB
Netzteil Sea Sonic Platinum Series Fanless 460W
Gehäuse NZXT Phantom 820
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-4
Gehäusebelüftung 3x NZXT FS 200RB (Vorne & Deckel)
1x be quiet! Shadow Wings SW1 140mm (Hinten)
Betriebssystem Windows 7 Ultimate x64 (Service Pack 1)

Die Gehäuselüfter liefen bei allen Tests normiert auf ca. 500 RPM, damit die großzügig dimensionierte Gehäusebelüftung die Kühlleistung der CPU-Kühler nicht großartig limitiert, aber auch nicht für unrealistische und zu optimale Testbedingungen sorgt. Dies ist, so glauben wir, ein guter Kompromiss zwischen dem praxisnahen Test im Gehäuse bei gleichzeitiger Vermeidung subjektiver und negativer Einflüsse wie z.B. einem Hitzestau im Gehäuse.

Zur Beurteilung und Messung des Geräuschpegels des Kühlers werden die Gehäuselüfter dann per Lüftersteuerung angehalten, um den Geräuschpegel und Charakter nicht zu verfälschen. Die Messung selbst wird mit Hilfe eines VOLTCRAFT SL-200 Schallpegel-Messgerätes in 30 cm Abstand zur Seitenwand, hinter der sich besagter CPU-Kühler befindet, vorgenommen. Das Gehäuse ist dabei natürlich geschlossen.

Des Weiteren wurde die Raumtemperatur auf 20°C normiert und die aktuelle Abweichung dazu wird mit einem PEAKTECH Digital-Thermometer 5115 gemessen.

Mit Beginn des Stresstests starten wir auch die Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten Prime95 26.6 muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Das System wird mit einem sehr stark Hitze erzeugenden Custom Run mit einer FTT Size von 8K (Run in-place) belastet. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Log-Funktion des Tools CoreTemp, wobei das arithmetische Mittel der maximal erreichten Temperatur in unsere Diagramme übernommen wird (abzüglich einer eventuellen Differenz zur normierten Raumtemperatur).


Als Wärmeleitpaste, für alle Kühler, kommt Arctic Coolings bekannte und beliebte Paste MX-4 zum Einsatz, die wir gleichmäßig mit einer alten Kreditkarte auf dem Heatspreader verteilen. Um die Kühler allesamt richtig fordern und auslasten zu können, wurde der Xeon E5 2678W außerdem für die OC Tests noch von 3,1 auf 3,6 GHz übertaktet und mit 1,25V VCore zusätzlich aufgeheizt.

Folgende Tools kamen bei den Messungen zum Einsatz, die Programmversion bleibt natürlich auch bei zukünftigen Tests immer gleich:

Die verwendete Software:

Die Testszenarien im Überblick:

In Folge der Messungen werden alle errechneten Temperaturwerte grafisch in Celsius aufgetragen und analysiert.


Es folgt wie gewohnt zunächst unser subjektiver Lautstärkeeindruck, bevor wir abschließend auf die tatsächlichen Messergebnisse des Schallpegels eingehen.

Subjektiver Lautstärkeeindruck Thermalright HR-22
0 RPM Unhörbar

Der Thermalright HR-22 ist für den semi-passiven Betrieb ohne Lüfter konzipiert und wird daher ohne Serienlüfter ausgeliefert. Die Lautstärkekulisse des Gesamtsystems verändert bzw. verschlechtert sich daher durch den Einsatz des HR-22 als CPU-Kühler entsprechend nicht im Geringsten. Da unser Testsystem ansonsten auch, zumindest bei den Geräuschmessungen, ohne aktiven Lüfter auskommt, führen wir den Thermalright HR-22 in den folgenden Diagrammen mit einem fiktiven Messergebnis von 0 db(A) an.

Dies ist vor allem auch der Problematik geschuldet, dass das VOLTCRAFT SL-200 Schallpegel-Messgerätes unterhalb von 35 dB(A) am Rande der Messgenauigkeit arbeitet und die gemessenen 34,8 dB(A) der leisesten Kühler im Testfeld ohnehin schon nicht mehr vom Ruhepegel zu unterscheiden sind.

Der Thermalright HR-22 ist für den semi-passiven Betrieb ohne Lüfter konzipiert und wird daher ohne Serienlüfter ausgeliefert. Die Lautstärkekulisse des Gesamtsystems verändert bzw. verschlechtert sich daher durch den Einsatz des HR-22 als CPU-Kühler nicht im Geringsten. Das gilt für alle unsere Messungen in diesem Kapitel.


Die Gehäuselüfter laufen bei allen folgenden Tests auf 100%, d.h. mit vollen 12V, damit die Kühlleistung der CPU-Kühler nicht durch einen Hitzestau im Gehäuse ausgebremst wird. Dies ist natürlich besonders bei den passiven Tests von essentieller Bedeutung.

Im passiven Betrieb, also ohne aktive Lüfter am Kühler, platziert sich der Thermalright HR-22 mit einer durchschnittlichen Temperatur von 58,75 °C auf dem zweiten Platz des Testfeldes und es gelingt ihm spielend den Xeon E5 2678W innerhalb seiner thermischen Spezifikationen zu betreiben. Lediglich der Phanteks PH-TC14PE kann sich noch mit knapp über einem Grad °C Vorsprung vor den HR-22 setzen.

Der HR-22 wurde also in der Tat auf den (semi-)passiven Betrieb im Gehäuse optimiert und schlägt sich in diesem Testszenario auch tatsächlich sehr gut. Benutzt man einen der mitgelieferten „Fan Ducts“, um den Kühler mit dem hinteren Gehäuselüfter zu verbinden, in unserem Fall den Fan Duct für den 140-mm-Gehäuselüfter von be quiet!, verbessern sich die Temperaturen um weitere 8,5 °C.

Der montierte "Fan Duct" verbessert die semi-passive Kühlleistung enorm

Dies ist ein relativ eindeutiges und erfreuliches Ergebnis und zeigt, dass die „Fan Ducts“ mehr als nur eine Spielerei sind. Durch die Integration der "Fan Ducts" gelingt dem HR-22 eine, im semi-passiven Testszenario bisher nicht dagewesene, ausgezeichnete Performance.

Ein Nachteil der Nutzung des "Fan Ducts" ist aber natürlich, dass der hintere Gehäuselüfter somit ausschließlich zur Kühlung der CPU abgestellt wird und nicht mehr an der Kühlung des Gehäuses beteiligt ist. Dies resultiert in etwas höheren Temperaturen der Grafikkarte und sonstigen Komponenten, je nachdem wie das Gehäuse sonst belüftet und gekühlt wird.

Da die "Fan Ducts" zum Lieferumfang des HR-22 gehören und die Leistung des Kühlers offensichtlich merklich verbessern, werden wir sie auch in den folgenden Tests mit aktiver Referenzbelüftung einsetzen.


Um die rohe Kühlleistung der Probanden fair vergleichen zu können, haben wir alle Kühler mit denselben Referenzlüftern bestückt. Als Referenzlüfter kommen die leistungsstarken und beliebten Noctua NF-P14 FLX mit 140 mm und bis zu 1300 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Falls diese keinen Platz finden, kommen die kleineren Noctua NF-F12 mit 120 mm und bis zu 1500 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Bei Kühlern und Radiatoren mit Platz für echte 140-mm-Lüfter mit 140-mm-Bohrungen, kommen Noctua NF-A14 FLX mit bis zu 1200 Umdrehungen pro Minuten zum Einsatz. 

Die beiliegenden Klammern des Thermalright HR-22 eigenen sich nur für 120-mm-Serienlüfter respektive 140-mm-Lüfter mit 120-mm-Lochabstand. Angesichts der Kühlergröße und Masse haben wir uns entschieden, mit dem 140 mm großen Noctua NF-P14 FLX für optimale Testbedingungen zu sorgen und zu verhindern, dass ein zu kleiner Lüfter die Kühlleistung des HR-22 limitiert.

Bestückt mit einem unserer Noctua NF-P14 FLX Referenzlüfter, landet der Thermalright HR-22 auf dem vierten Platz des Testfeldes. Angesichts der Tatsache, dass all seine direkten Konkurrenten über zwei Lüfter am Kühlkörper verfügen, ist dies eine ausgezeichnete Platzierung.

Gerade im Testszenario mit nur 600 Umdrehungen pro Minute profitiert der HR-22 wohl noch merklich von den Optimierungen für den (semi-)passiven Betrieb sowie dem „Fan Duct“. Umso gespannter werfen wir nun also einen Blick auf die Testszenarien mit schneller drehendem Lüfter.

Im Testszenario mit 1000 Umdrehungen pro Minute fällt der HR-22 etwas ab und auf den sechsten Platz des Testfeldes zurück.

Bei voller Drehzahl (bei unserem 140-mm-Referenzlüfter) sind das knapp 1250 Umdrehungen pro Minute, platziert sich der Thermalright HR-22 auf dem siebten Platz des Testfeld.


Auch mit Referenzlüftern musste sich unser Proband noch unserem auf 3,6 GHz übertakteten Intel Xeon E5 2678W mit 1,25V stellen.

Auch im Testszenario mit übertakteter CPU schafft es der Thermalright HR- 22 – dank seiner zahlreichen Optimierungen für den (semi-)passiven Betrieb und des montierten „Fan Ducts“ - als einziger Kühler des Spitzenfeldes mit nur einem Lüfter am Kühlkörper, auf den sechsten Platz des Testfeldes.

Auch beim Testszenario mit 1000 Umdrehungen pro Minute kann sich der Thermalright HR-22 auf einem ausgezeichneten fünften Platz setzen.

Bei voller Drehzahl, bei unserem 140-mm-Referenzlüfter sind das knapp 1250 Umdrehungen pro Minute, platziert sich der Thermalright HR-22 bei übertakteter CPU einen Platz schlechter als zuvor, mit Stock CPU-Takt, auf dem achten Platz des Testfeldes.

Wie unsere Tests mit Referenzlüfter also zeigen, kann der Thermalright HR-22 mit nur einem Referenzlüfter - wohl nicht zuletzt dank der zahlreichen Optimierungen und des „Fan Ducts“ - auch mit größeren Twin-Tower Kühlern mit Doppelbelüftung konkurrieren – und dies, obwohl er eigentlich für den (semi-)passiven Einsatz konzipiert wurde. Dies ist ein erfreuliches Ergebnis und bedeutet, dass potentielle Käufer sich dank der beilegenden Klammern und dem Kauf eines Lüfters zu deutlich mehr Kühlleistung verhelfen können, sollte diese doch einmal benötigt werden.


Für eine UVP und einem Straßenpreis von knapp 74,99 Euro erhalten potentielle Käufer mit dem Thermalright HR-22 den derzeit besten und leistungsstärksten (semi-)passiven Kühler auf dem Markt – zumindest unter der Prämisse, dass die mitgelieferten „Fan Ducts“ auch eingesetzt werden, um den Kühler mit dem hinteren ausblasendem Gehäuselüfter zu verbinden.

Wie unsere Tests mit Referenzlüfter zeigen, kann der Thermalright HR-22 mit einem montierten Lüfter (entsprechende Klammern liegen dem Lieferumfang bei) auch mit größeren Twin-Tower Kühlern mit Doppelbelüftung mithalten – und dies, obwohl er eigentlich für den (semi-)passiven Einsatz konzipiert wurde. Dies gibt potentiellen Käufern etwas Flexibilität, da sie sich so durch den Kauf eines Lüfters zu deutlich mehr Kühlleistung verhelfen können, sollte diese doch einmal irgendwann benötigt werden.

Statt einem oder mehreren Serienlüftern legt Thermalright dem HR-22 zwei sogenannte zwei „Fan Ducts“ bei (passend für 120-mm- und 140-mm-Lüfter). Mit diesen kleinen Tunneln bzw. Leitungen aus leicht flexiblem Plastik, lässt sich die Rückseite des Kühlkörpers mit dem hinteren Gehäuselüfter verbinden und somit der durch den hinteren Gehäuselüfter generierten Luftstrom gezielt mit zur CPU-Kühlung nutzen. Die „Fan Ducts“ sind eine sehr gute und innovative Idee und verbessern die Kühlleistung, zumindest im semi-passivem Betrieb, enorm.

Die Montage des Kühlers ist durchdacht gelöst und offenbart kaum Schwächen bzw. Komforteinbußen. Auch die Verarbeitung und die Qualität des Zubehörs ist auf hohem, von Thermalright gewohntem, Niveau.

Eine eindeutige Kaufempfehlung kann bedenkenlos jedem ausgesprochen werden, der primär den (semi-)passiven Einsatz geplant hat und sich keinen CPU-Kühler mit einem Lüfter als zusätzlich Geräuschquelle in sein System bauen möchte.

Für alle anderen Interessenten gilt es das eigene und geplante Nutzungsszenario ausgiebig zu analysieren, denn die beiden dichtesten Konkurrenten in Form des Phanteks PH-TC14PE ab 76,78 Euro und Noctua NH-D14 ab 70,74 Euro bieten auch eine sehr gute (semi-)passive Performance und werden darüber hinaus mit zwei Leistungsstarken (Phanteks PH-TC14PE ) bzw. auch sehr leisen (Noctua NH-D14) Serienlüftern ausgestattet - und das zu einem sehr ähnlichen Preis.

Aufgrund der Idee, Fan Ducts dem Lieferumfang beizulegen und der praktikablen sowie pass-genauen Umsetzung der mitgelieferten „Fan Ducts“, welche die (semi-)passive Leistung des Kühlers merklich verbessern, verleihen wir dem Thermalright HR-22 unseren Technik Award. Auch wenn die generelle Idee eines Fan Ducts bzw. Luftleitrohrs sicher nicht gänzlich neu ist, ist es erfreulich zu sehen, dass Thermalright diese bei einem Kühler wie dem HR-22 sinnvollerweise mitliefert, und dem Produkt somit ein deutliches Alleinstellungsmerkmal verpasst.

 

Excellent Hardware Award

Positive Aspekte des Thermalright HR-22:

Negative Aspekte des Thermalright HR-22:

Preise und Verfügbarkeit
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