Test: Thermalright True Spirit - Kompaktklasse mit guter Preis / Leistung

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logoMit dem Thermalright HR-02 Macho hatten wir bereits einen der eher günstigen Vertreter aus dem Hause Thermalright in der Redaktion, der vor allem durch sein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis punkten konnte [zum Test]. Mit dem True Spirit zeigt der Hersteller eine Neuauflage des Cogage True Spirit der seinerseits den Thermalright Ultra-120 ergänzte, vermarktet diesen im Falle des Cogage True Spirit allerdings wieder selbst und nicht mehr unter dem Label Cogage. Die überarbeitete Version kommt mit einer weniger konvexen Bodenplatte daher und besitzt im Vergleich zum Cogage True Spirit keinen optischen Verschluss der Heatpipes an der Oberseite - der Ultra 120 kam ohne eine entsprechende optische Modifikation aus. Außerdem ist der Kühler mit dem neuen Universal-Montagesystem ausgestattet, wie es bereits beim HR-02 Macho zum Einsatz kommt. Bestückt mit vier 6-Millimeter-Heatpipes und einem transparenten Lüfter in gelb-schwarz, versucht der neueste Sprössling auf sich aufmerksam zu machen. Im Gegensatz zum HR-02 Macho wird der True Spirit auch gleich mit einem schmaleren Montagrahmen geliefert, so dass das Retention-Kit des Kühlers jetzt mit allen Mainboards kompatibel ist. Beim großen Bruder musste dies im Falle der Inkompatibilität für einen geringeren Aufpreis separat erworben werden.

Was man in der Kompaktklasse bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 28,90 Euro alles erwarten kann und ob der Kühler eine Empfehlung wert ist, klären wir in unserem Test.

Hersteller und Bezeichnung Thermalright True Spirit
Straßenpreis UVP: 28,90 Euro
Homepage thermalright.com
Technische Daten
Maße
5,5 cm (L) x 13 cm (B) x 16,5 cm (H) - mit Lüfter -
8 cm (L) x 13 cm (B) x y cm (H) - ohne Lüfter -
Material Kupfer, Aluminium, Plastik und Gummi
Kühlertyp Towerkühler
mitgelieferter Lüfter
1x 120 mm, 1700 Umdrehungen pro Minute bei 12 Volt
Sockel
AMD: AM2, AM2+, AM3
Intel: 775, 1155, 1156, 1366
Gewicht
580 Gramm - mit Lüfter -
485 Gramm - ohne Lüfter -

Wir bedanken uns bei PC-Cooling für die Bereitstellung des Kühlers.


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Wie der Thermalright HR-02 Macho verzichtet auch der True Spirit auf die braune ökologische Umweltverpackung und gibt sich in einer Kombination aus knalligem Gelb und tiefem Schwarz, die Devise lautet auffallen.

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Zum Lieferumfang zählen der Kühlkörper samt 120-Millimeter-Lüfter, eine Tüte mit der eigenen Chill-Factor-Wärmeleitpaste, mehrere Gebrauchsanweisungen, das obligatorische Montagematerial für Intel- und AMD-Sockel, zwei Lüfterklammern sowie vier Gummistreifen für die entkoppelte Befestigung des Lüfters.

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Der Tower-Kühler kommt mit einem zur Verpackung farblich passendem Lüfter daher, der bei 1700 Umdrehungen pro Minute ordentlich zum Marsch bläst. Dieser wird dabei mit Drahtklammern befestigt, verfügt dank den mitgelieferten Gummipads aber über eine Entkopplung, sodass keine Vibrationen übertragen werden. Das Lüfterkabel ist mit einer Länge von 41 Zentimetern mehr als ausreichend dimensioniert. An den Seiten verfügt der Lüfter außerdem über Aussparungen für eine vierteilige LED-Beleuchtung, die jedoch ungenutzt bleiben.

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Der Kühlkörper selbst fällt dabei im Vergleich zum großen Bruder eher recht schmal aus. Der Lamellenabstand von 2 Millimetern unterstreicht im Zusammenspiel mit dem drehzahlstarken Lüfter, dass sich der True Spirit augenscheinlich besonders bei einem hohen Luftdurchsatz wohlfühlt. Auf eine Vernickelung wurde wie beim HR-02 Macho verzichtet.


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Die Bodenplatte wurde im Gegensatz zum Rest mittels Elektrolyse vernickelt. Sie ist leicht konvex ausgeführt, folgt jedoch auch in dieser Angelegenheit dem Macho und ist weit weniger stark gekrümmt, als es beim Cogage True Spirit der Fall war. Die vier 6 Millimeter starken Kupfer-Heatpipes sind mit der Bodenplatte verlötet und verlaufen U-förmig durch die Lamellenkonstruktion.

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Die Verarbeitung ist der Preisklasse angemessen. Die Lamellen sind nicht verbogen und die gesamte Konstruktion mutet recht stabil an, die Entgratung fällt recht sauber aus. Auf Höhe der Bodenplatte steht etwas Lötzinn über, mitunter handelt es sich hierbei aber um das berühmte "Meckern auf hohem Niveau".


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Die Montage des Thermalright True Spirit ist für Intel- und AMD-Systeme der aktuellen Generation dank der universellen Befestigung identisch. Zuerst wird die Backplate mit vier Schrauben samt Abstandshaltern aus Plastik bestückt und auf der Rückseite des Mainboards befestigt. Danach wird die Konstruktion auf Höhe des Sockels mit vier Thumbscrews und deren Unterlegscheiben gesichert und im Anschluss das Retention-Modul oberhalb aufgeschraubt. Nachdem die Wärmeleitpaste aufgetragen wurde, wird der Kühler auf den Prozessor gesetzt und mit einer Metallklammer mit dem Retention-Modul verschraubt. Im Gegensatz zum HR-02 Macho legt Thermalright von vornherein einen schmaleren Montagerahmen bei, sodass eine lückenlose Kompatibilität gesichert ist.

Da der Kühler recht kompakt ausfällt und nicht über die Gewinde der Schrauben hinausragt, gelingt die Montage trotz des gleichen Systems um einiges schneller und einfacher, als noch beim HR-02 Macho.

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Der Lüfter des Thermalright True Spirit dreht maximal bei 1700 Umdrehungen pro Minute und verursacht dabei eine hohe Förderlautstärke. Außerdem mit von der Partie ist ein sonores und lautes Brummgeräusch, das - bei abnehmender Lautstärke - auch bei steigender Regelkurve bestehen bleibt. Im 7-Volt-Betrieb bei 1070 Touren die Minute gibt das Lager ein leichtes Klackern von sich, während das Brummen noch wahrnehmbar ist. Erst ab einer Spannung von 5 Volt oder weniger rückt das Brummen in den Hintergrund.

Eckdaten des mitgelieferten Lüfters
12 Volt 1700 Umdrehungen pro Minute, hohe Förderlautstärke, Brummgeräusche
7 Volt 1070 Umdrehungen pro Minute, leichtes Lagerklackern, Brummgeräusche
5 Volt 780 Umdrehungen pro Minute, leichtes Lagerklackern, leichte Brummgeräusche
Anlaufverhalten
580 Umdrehungen pro Minute bei 4,0 Volt
Regelbereich
580 Umdrehungen pro Minute bei 4,0 Volt bis 1700 Umdrehungen pro Minute bei 12 Volt


Getreu unserem Motto „your guide to luxurious hardware“ durfte natürlich nicht am Testsystem selbst gespart werden, ein vollkommen neu zusammengestellter Rechner musste her. Dabei soll vor allem ein Intel Xeon W5590 für Sockel 1366 - der große Bruder des Intel i7 965 Extreme Edition - Quadcore-Prozessors für ordentlich Power sorgen und die Testprobanden richtig ins Schwitzen bringen. Ein ASUS P6X58D Premium mit Intels X58 Chipsatz, sechs Gigabyte GDDR3 Arbeitsspeicher von Kingston und eine XFX AMD Radeon HD 6870 mit einem Gigabyte Grafikspeicher runden das Paket ab.

Testsystem
Prozessor Intel Xeon W5590 3,33 GHz
Mainboard Asus P6X58D Premium
Arbeitsspeicher 3x 2GB Kingston ValueRAM DDR3-1333
Grafikkarte XFX Radeon HD 6870 1GB
Festplatte Super Talent Teradrive CT 120GB
Netzteil Corsair TX650
Gehäuse Lancool PC-K62 Dragonlord
Betriebssystem Windows 7 Ultimate 64bit

Parallel dazu haben wir außerdem den Testablauf grundlegend überarbeitet, die genauen Daten können dabei der nachfolgenden Auflistung entnommen werden.

Die Testszenarien im Überblick:

Die jeweiligen Testsettings in der Übersicht.

Testsettings Standard Übertaktet Untertaktet, Semi-Passiv
CPU-Takt 3,33 GHz
3,98 GHz
2,12 GHz
CPU-Spannung 1,18750 V
1,31250 V
0,96250 V
QPI-Spannung
1,20000 V
1,22500 V
1,22500 V
IOH-Spannung
1,1 V
1,12 V
1,1 V
Multiplikator 25x
24x
16x
BCLK 133 MHz
166 MHz
133 MHz

Für unsere Tests setzen wir auf zwei verschiedene Referenzlüfter von Noiseblocker, die je nach Beschaffenheit und Kompatibilität seitens des Kühlers zum Einsatz kommen.

Die Referenzlüfter im Überblick:

Mit Beginn der Benchmarks starten wir auch mit der Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Zu Beginn wird das System gleichzeitig vom Benchmark 3D Mark 2006 sowie dem Tool Prime95 (Small FFTs) belastet. Nach einem Run von 3D Mark 2006 läuft Prime95 autonom weiter, bis das Zeitlimit erreicht ist. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Log-Funktion des Tools Everest Ultimate Edition. Für den Vergleich dient die Differenz aus dem arithmetischen Mittel der Temperaturen aller vier Kerne der letzten 5 Minuten des Tests und der jeweiligen Raumtemperatur. Die Gehäuselüfter - Enermax U.C.T.B. - laufen dabei stets mit vollen 12 Volt, die Regelung des CPU-Lüfters erfolgt mit einer Aquaero von Aqua Computer und der Software Aquasuite. Als Wärmeleitpaste kommt für alle Kühler stets die Prolimatech PK-1 zum Einsatz, die wir gleichmäßig auf dem Heatspreader verteilen.

Folgende Tools kommen bei den Messungen zum Einsatz, die Programmversion bleibt dabei immer gleich:

Die verwendete Software:

Anschließend werden alle errechneten Temperaturwerte in Kelvin grafisch aufgetragen und analysiert.

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Wir bedanken uns bei unseren Partnern Caseking und Noiseblocker für die Bereitstellung einiger Testkühler und der Prolimatech PK-1 bzw. der mit unserer Community entwickelten Noiseblocker NB-BlackSilentPRO.


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Bei einer Umdrehungszahl von 1700 Touren pro Minute bleibt kein Auge trocken. Die Leistung bewegt sich etwa im Mittefeld, liegt aber teils deutlich vor der teureren und ähnlich drehzahlfreudigen Mittelklasse in Form des Deepcool Ice Matrix 400, Xigmatek Balder SD1283 und Zaward Vapor 120.

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Die Performance des Kühlers kann entgegen unserer Erwartungen auch bei moderateren 1070 Umdrehungen pro Minute noch überzeugen und der Kühler landet einige Plätze weiter vorne in unserem Ranking. Sogar seinen großen Bruder HR-02 Macho kann er hinter sich lassen. Allerdings sollte man beachten, dass dieser bei einer Spannung von 7 Volt bei beinah unhörbaren 750 Umdrehungen pro Minute weitaus leiser zu Werke geht.


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Im Zusammenspiel mit unserem Referenzlüfter ist der True Spirit erneut im Mittelfeld wiederzufinden, kann seine direkte Konkurrenz aber erneut auf Distanz halten. Während der Enermax ETS-T40-TA mit seinem eigenen Lüfter im 12-Volt-Betrieb noch 1,2 Kelvin vor dem True Spirit lag, wendet sich nunmehr das Blatt und der Thermalright-Kühler zieht mit einem Vorsprung von 1,6 Kelvin an ihm vorbei. Der HR-02 Macho liegt mit einer Differenz von 0,5 Kelvin leicht vor dem True Spirit

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Wie bereits mit dem mitgelieferten Lüfter kann der True Spirit auch mit dem von uns eingesetzten Noiseblocker NB-BlackSilentPRO PL-2 im niedrigtourigen Drehzahlbereich überzeugen und holt zum Schlagabtausch gegen die Konkurrenten aus. Der Kühler landet mit einem Rückstand von lediglich 0,6 Kelvin hinter dem weitaus budgetintensiveren Prolimatech Megahalems. Die mehr oder weniger direkten Rivalen des True Spirit haben hingegen endgültig den Anschluss verloren und dümpeln eher am Ende der Charts als auf Augenhöhe vor sich hin. Der Thermalright HR-02 kann hingegen aus dem größeren Lamellenabstand und den zwei zusätzlichen Heatpipes seinen Nutzen ziehen und liegt mit 1,2 Kelvin vor dem True Spirit.

Anmerkung der Redaktion: Beim Test des Thermalright True Spirit mussten wir auf den Einsatz von zwei Lüftern leider verzichten, da zum Lieferumfang nur ein Paar Lüfterklammern gehört. Ein zweites Paar kann bei unserem Partner PC-Cooling gegen Aufpreis erworben werden.


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Auch im übertakteten Zustand bricht die Leistung des Kühlers nicht ein und erweist sich als durchweg solide. Während sich der HR-02 Macho mit einer Differenz von 1,9 Kelvin wieder deutlicher absetzen kann, fallen die Widersacher des Thermalright True Spirit erneut merklich zurück. Selbst die Cool-IT ECO A.L.C. als erste Fertig-Wasserkühlung im Testfeld, wird vom kompakten Alleskönner mit einem Vorsprung von 2,3 Kelvin geschlagen.


Angefangen beim Lieferumfang wird das Überlebenswichtige mitgeliefert, auf eventuelle Beigaben wie ein zweites Paar Lüfterklammern oder Spannungsadapter muss leider verzichtet werden. Die Verarbeitung kann als gelungen bezeichnet werden und wäre auch in höheren Preisklassen angemessen. Da der Kühlkörper nicht über die Schrauben des Retention-Kits hinausragt, geht die Montage im Vergleich zum Thermalright HR-02 Macho trotz gleicher Verschraubung um einiges schneller und einfacher von der Hand.

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In der Praxis macht sich sogleich der Lüfter lautstark bemerkbar. Bei einer Spannung von 12 Volt sorgt er bei durchzugsstarken 1700 Umdrehungen pro Minute nicht zuletzt dank des lauten Brummgeräusches für eine bemerkenswerte Resonanz. Zwar ist das bei einer drehzahlarmen Regelung auftretende Lagerklackern nicht der Rede wert, die Brummgeräusche bleiben jedoch erhalten und trüben den Eindruck.

Die Leistung des Thermalright True Spirit hat uns in Anbetracht der doch eher recht kompakten Abmessungen sehr positiv überrascht. Im direkten Vergleich holt der "Kleine" sowohl gegen den teureren Enermax ETS-T40-TA zum K.O. aus, als auch gegenüber der bereits getesteten und ebenfalls teureren Kühler Deepcool Ice Matrix 400, Xigmatek Balder SD1283, Zaward Vapor 120 und Cooler Master Hyper 612S. Besonders im 7-Volt-Betrieb als auch beim Übertakten fällt das Leistungsplus gegenüber der direkten Konkurrenz sehr groß aus.

Positive Aspekte des Thermalright True Spirit

Negative Aspekte des Thermalright True Spirit

Eine einfache Montage, eine hochwertige Verarbeitung, eine durchweg gute Performance und ein bei einer UVP von 28,90 Euro sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen eine deutliche Sprache. Die hohe Leistung des Thermalright True Spirit weiß voll und ganz zu überzeugen und bringt die teils hochpreisige Konkurrenz ins Schwitzen. Warum Thermalright hingegen einen so wenig hochwertig wirkenden Lüfter mit lauten Brummgeräuschen mit einpackt, bleibt unverständlich. Aufgrund der überzeugenden Leistung reicht es aber zum Sieg nach Punkten und der True Spirt heimst - wie schon sein großer Bruder - unseren Preis-Leistungs-Award ein.

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