Test: Corsair H70 – Watercooling goes public?

Veröffentlicht am: von

lolgoWasserkühlungen gelten allgemein als das Highlight in der Szene, wenn es um ausgefallene Modding-Projekte oder Overclockingversuche geht. Doch sind solche umfassende Projekte zumeist nur mit großem Zeitaufwand und einem nicht minder geringen Budget zu realisieren. Eine mögliche Alternative zeigte der Kühler- und Speicherspezialist Corsair vor knapp zwei Jahren mit der kompakten H50. Die relativ kompakte Wasserkühlung für den Prozessor erfuhr nun ein Update in Form der H70, die sich im ausführlichen Test gegen die Konkurrenz behaupten muss.

Ein dickerer Radiator, ein etwas größerer Lamellenabstand, zwei durchzugsstarke 120-mm-Lüfter und eine um gut die Hälfte geschrumpfte Pumpeneinheit stellen dabei die wesentlichen Überarbeitungen im Vergleich zur H50 dar. Doch was sich auf dem Papier gut anhört, muss erst einmal in der Praxis zeigen, was es zu leisten vermag. Ob die „Neue“ lediglich ein Update der nicht mehr ganz so jungen Schwester darstellt oder möglicherweise neue Temperatur-Rekorde in unseren Online-Kühlercharts aufstellen kann, werden wir nun klären.

Hersteller und Bezeichnung Corsair H70
Straßenpreis 74 Euro
Homepage corsair.com
Technische Daten
Maße
Pumpe: 7,8 cm (L) x 7,8 cm (B) x 2,3 cm (H)
Radiator: 11,8 cm (L) x 4,8cm (B) x 15,3 cm (H)
Schläuche: 23 cm (L) x 1 cm (D)
Material Kupfer, Aluminium und Plastik
Kühlertyp Wasserkühlung
mitgelieferter Lüfter
2x 120 mm, 2000 Umdrehungen pro Minute bei 12 Volt
Sockel
AMD: AM2, AM2+, AM3
Intel: 775, 1155, 1156, 1366
Gewicht
970 Gramm

Wir bedanken uns bei Corsair für die Bereitstellung des Kühlers.


corsair_h70_02

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Die Corsair H70 kommt in einer stabilen, rundum bedruckten Kartonage daher. Neben allerlei technischen Daten in sechs verschiedenen Sprachen befindet sich auf der Rückseite noch ein Temperaturdiagramm, um die Leistungsfähigkeit der H70 im Vergleich zur H50 zu betonen. Im Inneren trifft man, gut geschützt durch weitere Kartoneinlagen und Polster, auf die Wasserkühlung, zwei 120mm Lüfter, Retention Kits für die unterschiedlichen Sockel, Schrauben und mehrere bebilderte Einbauanleitungen. Ebenso mit dabei: Ein Y-Adapter zum Anschluss beider Lüfter sowie zwei dreipolige Spannungsadapter zur Reduzierung der Drehzahl der Lüfter bzw. der Pumpe. Ein Molex-Adapter für den Anschluss der Lüfter/der Pumpe am Netzteil fehlt hingegen.

corsair_h70_03

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Schauen wir uns den Kühler einmal genauer an. Im Ganzen besteht die H70 aus dem auf der CPU aufliegenden Kühlkörper mitsamt der Pumpeneinheit und dem Radiator. Über eine etwa 23 cm lange Verschlauchung aus Hartplastik sind beide Teile miteinander verbunden. Die Schläuche sind, ähnlich der H50 und auch der Cool-IT ECO A.L.C., sehr verwindungssteif und an einer Stelle neigen sie aber zum Abknicken, ihre Flexibilität ist aber dennoch etwas besser als die der Konkurrenz.

corsair_h70_13

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Die im Vergleich zur Corsair H50 relativ kompakte Pumpeneinheit wird über ein dreipoliges Kabel mit dem Mainboard verbunden. Neben dem auffällig auf der Oberseite positioniertem Hersteller-Logo, befinden sich an der Seite noch die verschraubten Verbindungsstücke zu den Plastikschläuchen.

corsair_h70_14

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Die Kontaktfläche aus Kupfer ist sehr aufwendig mit dem Rest der Einheit verschraubt und bereits im Auslieferungszustand gebrauchsfertig mit Wärmeleitpaste benetzt. Das Finish kann dabei aber nicht hundertprozentig überzeugen, so finden sich teils tiefe Rillen in der Kupferunterseite, die durch bloßes Darüberstreichen fühlbar sind.


 

corsair_h70_06

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Der ebenfalls schwarz gehaltene Radiator ist mit einer Tiefe von 4,8 Zentimetern deutlich ausladender als noch beim Vorgängermodell. Im Gegenzug wurde der Lamellenabstand leicht vergrößert, in der Theorie sollte daher die Kühlperformance mit langsamer drehenden Lüftern etwas höher sein. Ebenso ist die Verarbeitung der Lamellen deutlich besser als bei der Corsair H50 oder der Cool-IT ECO A.L.C., sie sind nicht geknickt oder verbogen. Zwar sind sie etwas schief im Inneren verlegt, bei dem aber immer noch recht geringen Lamellenabstand ist dies allerdings normal, die Kühlleistung wird dadurch nicht behindert.

corsair_h70_15

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Im Lieferumfang der Corsair H70 befinden sich jetzt zwei 120-mm-Lüfter, die, mittels der acht mitgelieferten M3-Schrauben, beide am Radiator angebracht werden können. Mit circa 2000 Umdrehungen pro Minute gehören diese aber wahrlich nicht zu den Leisetretern und sorgen für einen ordentlichen Durchzug im heimischen Rechner. Im Gegensatz zur Cool-IT ECO A.L.C. ist die Montage der Lüfter, wie Corsair sie serienmäßig vorsieht, die beste Option, um die maximale Kühlleistung aus der Wasserkühlung zu quetschen. Mehr Details dazu sind auf der nächsten Seite zu finden.


Die Montage der Corsair H70 gestaltet sich, egal ob Intel oder AMD, sehr ähnlich. Entsprechend des Sockels wird die passende Backplate aus der Box gefischt und mit vier Gegengewinden bestückt. Das Gegenstück auf CPU-Seite, eine Art Metallring mit kleinen Haken, wird mit jeweils vier Nuten aus Plastik und vier Schrauben bestückt, die bei der Montage in die Gegengewinde der Backplate greifen. Die Schrauben rund um den Metallring werden leicht angezogen, danach wird die Pumpeneinheit auf die CPU aufgesetzt. Diese verfügt über entsprechende Aussparungen, die, nach einem seitlichen Dreh, in die Haken des Metallrings greifen und die Pumpeneinheit auf der CPU fixieren. Danach werden die Schrauben rundherum gleichmäßig angezogen und der Kühler sitzt. Die gesamte Prozedur hört sich schwieriger an, als sie es wirklich ist, in der Praxis kommt man, nach einer kurzen Eingewöhnung, gut damit klar. Ebenso ist der Anpressdruck sehr gleichmäßig, der Kühler hat an allen Stellen Kontakt zur CPU.

Ist die Pumpe soweit verschraubt, werden noch die Lüfter mittels der mitgelieferten M3-Schrauben am Radiator fixiert. Etwas schwierig ist hierbei die Montage des hinteres Lüfters an der Gehäuserückseite, da man den losen Radiator und den nicht fixierten Lüfter mit einer Hand halten muss, während man mit der anderen versucht, die Schrauben auf der Gehäuserückseite zu fixieren

corsair_h70_16

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Sehen wir uns an dieser Stelle die Serienlüfter, die Corsair der H70 beilegt, einmal etwas genauer an. Bei einer Spannung von vollen 12 Volt liefern die Lüfter etwa 2000 Umdrehungen pro Minute und befördern sehr viel Luft durch den Radiator, Nebengeräusche wie das leichte Lagersurren werden durch die sehr hohe Förderlautstärke schlicht und ergreifend übertönt. Vom Lager übertragen sich leichte Vibrationen auf den Rahmen, bereits bei einer niedrigeren Spannung von 7 Volt sind diese aber nicht mehr wahrnehmbar. Mit 1350 Umdrehungen agieren die Lüfter immer noch recht performancestark und sind verhältnismäßig laut, das Lagersurren wird auch auf kurze Entfernung übertönt. Bei 5 Volt dreht der Lüfter mit 1050 Umdrehungen pro Minute, ist akustisch noch wahrnehmbar aber nicht aufdringlich und das Lagersurren wird zunehmend leiser.

Schier etwas ungläubig und damit positiv überrascht waren wir über das Anlaufverhalten der Lüfter, mit 400 Umdrehungen pro Minute bei 2,4 Volt beweist der Lüfter echte Silent-Qualitäten, ein dezentes Lagerrasseln ist auf kurze Distanz aber noch auszumachen. Aus unser Sicht ärgerlich: Wird eine Spannung unter 5 Volt angelegt, liefern die Lüfter falsche Rotationswerte, die Umdrehungsgeschwindigkeit kann nicht korrekt ausgelesen werden. Nur dank eines Tricks seitens unserer Aquaero 4.0 konnten wir die korrekte Drehzahl für das Anlaufverhalten auslesen, den realen Regelbereich konnten wir hingegen nicht bestimmen.

Eckdaten des mitgelieferten Lüfters
12 Volt 2000 Umdrehungen pro Minute, Lagersurren, leichte Vibrationen, sehr hohe Förderlautstärke
7 Volt 1350 Umdrehungen pro Minute, Lagersurren, Lagerschleifen, hohe Förderlautstärke
5 Volt 1050 Umdrehungen pro Minute, Lagersurren, Lagerschleifen
Anlaufverhalten
400 Umdrehungen pro Minute bei 2,4 Volt
Regelbereich
< 400 Umdrehungen pro Minute bei < 2,4 Volt bis 2000 Umdrehungen pro Minute bei 12 Volt

Ebenso interessant wie die Frage nach den Lüftern ist auch die Frage, wie man diese am besten am Radiator anbringen sollte. Bei der Verwendung von beiden Lüftern gibt es die Möglichkeit, diese die warme Luft aus dem Tower ausblasen oder frische Luft von außen ansaugen zu lassen. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt darstellen:

01

Hinweis: Die Reihenfolge der Tests entspricht unser herkömmlichen Testmethode, lediglich den semi-passiven Test haben wir ausgeklammert.

Es zeigt sich, dass die einblasende Variante, wie sie von Corsair in der Montageanleitung auch empfohlen wird - also die Außenluft über die Lüfter in das Gehäuse eingezogen und über die Top-Lüfter unseres Lancool PC-K62 wieder herausbefördert wird - wesentlich niedrigere Temperaturen seitens des Kühlers ermöglicht, als es bei der ausblasenden Variante der Fall wäre. Voraussetzung dafür ist natürlich ein effizienter Airflow und das Vorhandensein entsprechender Lüfter im Gehäusedeckel, da sonst die erwärmte Luft nicht effizient abtransportiert werden kann.

corsair_h70_12

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Ein paar abschließende Worte noch zur Pumpeneinheit der Corsair H70. Im Gegensatz zur Cool-IT ECO A.L.C. ist diese vollständig über die Variation der anliegenden Spannung regelbar. Bei maximaler Leistung neigt die Pumpe zu einem Surren, das allerdings durch die mitgelieferten Lüfter bei weitem überlagert wird und nur bei sehr leisen Systemen überhaupt auffallen dürfte. Je weiter man die Spannung und damit die Drehzahl reduziert, desto leiser wird die Nebengeräuschkulisse, gänzlich verschwindet sie allerdings nicht. Im Vergleich zur Corsair H50 arbeitet die Pumpe allerdings etwas leiser, außerdem ist sie in der Höhe um einige Zentimeter geschrumpft. Im Folgenden sind einige Eckdaten aufgelistet.

Eckdaten der Pumpeneinheit
12 Volt 1400 Umdrehungen pro Minute, Surren
7 Volt 1000 Umdrehungen pro Minute, leichtes Surren
5 Volt 780 Umdrehungen pro Minute, dezentes Surren
Anlaufverhalten
570 Umdrehungen pro Minute bei 3,7 Volt
Regelbereich
570 Umdrehungen pro Minute bei 3,7 Volt bis 1400 Umdrehungen pro Minute bei 12 Volt


Getreu unserem Motto „your guide to luxurious hardware“ durfte natürlich nicht am Testsystem selbst gespart werden, ein vollkommen neu zusammengestellter Rechner musste her. Dabei soll vor allem ein Intel Xeon W5590 für Sockel 1366 - der große Bruder des Intel i7 965 Extreme Edition - Quadcore-Prozessors für ordentlich Power sorgen und die Testprobanden richtig ins Schwitzen bringen. Ein Asus P6X58D Premium mit Intels X58 Chipsatz, sechs Gigabyte GDDR3 Arbeitsspeicher von Kingston und eine XFX AMD Radeon HD 6870 mit einem Gigabyte Grafikspeicher runden das Paket ab.

Testsystem
Prozessor Intel Xeon W5590 3,33 GHz
Mainboard Asus P6X58D Premium
Arbeitsspeicher 3x 2GB Kingston ValueRAM DDR3-1333
Grafikkarte XFX Radeon HD 6870 1GB
Festplatte Super Talent Teradrive CT 120GB
Netzteil Corsair TX650
Gehäuse Lancool PC-K62 Dragonlord
Betriebssystem Windows 7 Ultimate 64bit

Parallel dazu haben wir außerdem den Testablauf grundlegend überarbeitet, die genauen Daten können dabei der nachfolgenden Auflistung entnommen werden.

Die Testszenarien im Überblick:

Die jeweiligen Testsettings in der Übersicht.

Testsettings Standard Übertaktet Untertaktet, Semi-passiv
CPU-Takt 3,33 GHz
3,98 GHz
2,12 GHz
CPU-Spannung 1,18750 V
1,31250 V
0,96250 V
QPI-Spannung
1,20000 V
1,22500 V
1,22500 V
IOH-Spannung
1,1 V
1,12 V
1,1 V
Multiplikator 25x
24x
16x
FSB 133 MHz
166 MHz
133 MHz

Für unsere Tests setzen wir auf zwei verschiedene Referenzlüfter von Noiseblocker, die je nach Beschaffenheit und Kompatibilität seitens des Kühlers zum Einsatz kommen.

Die Referenzlüfter im Überblick:

Mit Beginn der Benchmarks starten wir auch mit der Zeitmessung, insgesamt 30 Minuten muss jeder Kühler pro Testlauf über sich ergehen lassen. Zu Beginn wird das System gleichzeitig vom Benchmark 3D Mark 2006 sowie dem Tool Prime95 (Small FFTs) belastet. Nach einem Run von 3D Mark 2006 läuft Prime95 autonom weiter, bis das Zeitlimit erreicht ist. Protokolliert werden die Temperaturen über den gesamten Zeitraum mit der Log-Funktion des Tools Everest Ultimate Edition. Für den Vergleich dient die Differenz aus dem arithmetischen Mittel der Temperaturen aller vier Kerne der letzten 5 Minuten des Tests und der jeweiligen Raumtemperatur. Die Gehäuselüfter - Enermax U.C.T.B. - laufen dabei stets mit vollen 12 Volt, die Regelung des CPU-Lüfters erfolgt mit einer Aquaero von Aqua Computer und der Software Aquasuite. Als Wärmleitpaste kommt für alle Kühler stets die Prolimatech PK-1 zum Einsatz, die wir gleichmäßig auf dem Heatspreader verteilen.

Folgende Tools kommen bei den Messungen zum Einsatz, die Programmversion bleibt dabei immer gleich:

Die verwendete Software:

Anschließend werden alle errechneten Temperaturwerte in Kelvin grafisch aufgetragen und analysiert.

{jphoto image=10758}

Wir bedanken uns bei unseren Partnern Caseking und Noiseblocker für die Bereitstellung einiger Testkühler und der Prolimatech PK-1 bzw. der mit unserer Community entwickelten Noiseblocker NB-BlackSilentPRO.


02

Bei voller Leistung der beiden Serienlüfter kann sich die Corsair H70 mit deutlichem Abstand von der Konkurrenz absetzen und schafft es auf den ersten Platz unserer Charts. Allerdings bewegt sich das Lautstärkelevel auf einem Niveau, was nur Wenige nicht stören dürfte, trägt man nicht gerade ein ohrumschließendes und gleichermaßen abschirmendes Gaming-Headset.

03

Wird die Spannung auf 7 Volt reduziert, ist die Leistung der mitgelieferten Lüfter immer noch sehr hoch und mit 0,9 Kelvin nur minimal schlechter als beim Betrieb mit vollen 12 Volt. Der etwas größere Lamellenabstand der H70 macht sich bezahlt.


04

Im Betrieb mit nur einem Lüfter kann die H70 ihre Performance nicht vollständig entfalten, da sie auf den Betrieb mit zwei Lüftern hin optimiert ist. Der Luftstrom reicht nicht aus, um den verhältnismäßig tiefen Radiator vollständig zu durchströmen. Die Abgabe der Wärme an die Umgebungsluft ist gehemmt, die Wasserkühlung ordnet sich aber immer noch im vorderen Bereich des Testfeldes ein. Die Corsair H50 kann in dieser Disziplin klar dominieren, sie ist auch aufgrund der geringen Tiefe für den Betrieb mit einem Lüfter ausgelegt und liefert die beste Leistung im Test.

05

Erwartungsgemäß setzt sich dieses Bild auch im 7-Volt-Betrieb fort.


06

Im Betrieb mit beiden Referenzlüftern bei voller Leistung erobert die H70 den ersten Platz. An der Corsair H50 und der ECO A.L.C. kann serienmäßig jeweils nur ein Lüfter montiert werden, mittels einiger zusätzlicher langer M3-Schrauben konnten wir beide Kühler jedoch auch im Dual-Lüfter-Verbund testen.

07

Laufen die Referenzlüfter nur noch mit 7 Volt, fällt der Luftdurchsatz und die Temperaturen steigen naturgemäß. Da sowohl beide Corsair-Wasserkühlungen wie auch die Cool-IT ECO A.L.C. auf den Betrieb bei einem hohen Luftdurchsatz hin optimiert sind - Stichwort kleiner Lamellenabstand -, fällt die Leistung exponentiell mit der Durchsatzverringerung ab. Die beiden Prolimatech-Kühler können ihr Potenzial als Allrounder ausspielen und setzen sich an die Spitze der Charts, die Corsair H70 macht aufgrund des im Vergleich leicht größeren Lamellenabstandes und des größeren Radiatorvolumens immer noch eine recht gute Figur und kann die beiden Konkurrenten abhängen.


08

Im übertakteten Zustand ist die Wärmeabgabe des Intel Xeon W5590 sehr hoch, den Kühlen wird alles abverlangt. Wie bereits in den vorherigen Tests zeigt sich auch hier, dass die H70 mit nur einem Lüfter nicht gut skaliert.

09

Kommen hingegen wieder zwei Lüfter zum Einsatz, setzt sich die Corsair H70 erwartungsgemäß an die Spitze der Charts und zeigt der Heatpipe-Konkurrenz, wo der Hammer hängt. Selbst Prolimatechs Highend-Kühler Super Mega kann geschlagen werden. Die hauseigene Konkurrenz in Form der H50 liefert indessen immer noch respektable Werte und sichert sich die Silbermedaille.


Ist Corsair mit der kompakten Wasserkühlung Marke H70 also ein großer Wurf gelungen? Im Detail wartet die Corsair H70 als Nachfolger der H50 mit einigen Detailverbesserungen auf. Die Pumpe arbeitet insgesamt leiser, die Höhe der Pumpe ist geringer, von Werk an lassen sich zwei Lüfter montieren, der Radiator ist wesentlich tiefer und der Lamellenabstand etwas größer. Ob das reicht, klären wir jetzt.

Angefangen beim Lieferumfang fällt dieser recht üppig aus, neben den verschiedenen Montagematerialien und der beiden Lüfter finden sich noch ein dreipoliger Y-Adapter sowie zwei dreipolige Spannungsadapter, lediglich ein Molex-Adapter wäre noch wünschenswert gewesen. Die Verarbeitung der Wasserkühlung ist dem Preis von über 70 Euro angemessen, im Detail stört man sich aber an der recht rauen Kontaktfläche zum Prozessor. Die Montage stellt einen nicht vor ungelöste Probleme und ist in der Regel schnell erledigt, das Hartplastik der Schläuche ist etwas flexibler als bei der Cool-IT ECO A.L.C. und die Pumpeneinheit lässt sich bei der Installation leichter fixieren. Das "Eindreh-Prinzip" der Pumpeneinheit garantiert außerdem eine sichere Verankerung und einen gleichmäßigen Anpressdruck über die gesamte Oberfläche.

corsair_h70_04

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Ist die Wasserkühlung soweit angeschlossen und in Betrieb genommen, machen sich zuerst die mitgelieferten Lüfter bemerkbar. Mit jeweils knapp 2000 Umdrehungen pro Minute ist der Durchsatz enorm, die Lautstärke leider ebenso. Durch eine gewisse Regelung kann man die Lüfter zwar bremsen, jedoch sinkt dann natürlich auch die Leistung und die Lager machen sich - im Verhältnis- durch ein leichtes Schleifen bemerkbar. Der sehr große Regelbereich der Lüfter kann überzeugen, bereits bei 2,4 Volt laufen diese mit 400 Umdrehungen pro Minute an. Leider wird die Drehzahl bis zu einer Spannung von 5 Volt falsch ausgegeben, was eine zielgerichtete Regelung erschwert. Die Pumpe lässt sich, im Gegensatz zur Cool-IT ECO A.L.C., ebenfalls per Spannungsvariation in ihrer Drehzahl regeln, jedoch ist stets ein leichtes Surren zu vernehmen.

Kommen wir nun zur Leistung der H70. Im Betrieb mit den Serienlüftern setzt die Corsair gleich neue Bestwerte und lässt die Konkurrenz alt aussehen, wenn die Lüfter auf 7 Volt heruntergeregelt werden ist der Abstand mit 13,5 Kelvin zum Coolermaster V6 GT mehr als beachtlich. Mit einem unserer Serienlüfter fällt die Leistung der H70 etwas ab und sie landet knapp im oberen Mittelfeld unserer Charts, im Betrieb mit beiden Referenzlüftern kann sie sich wieder an die Spitze der Bestenliste setzen und fällt nur im 7-Volt-Betrieb leicht hinter die Konkurrenz aus dem Hause Prolimatech alias Megahalems und Super Mega zurück. Bleibt festzuhalten: Solange der Durchsatz der beiden Lüfter nicht allzu sehr fällt, ist die Leistung der H70 referenzwürdig und weist auch teure Luftkühler in die Schranken. Aufgrund des aber immer noch recht engen Lamellenabstandes, fällt die Leistung der H70 bei weniger Frischluftzufuhr jedoch leicht exponentiell ab.

Positive Aspekte der Corsair H70

Negative Aspekte der Corsair H70

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Corsair H70 für aktuell etwa 74 Euro zwar nicht gerade ein Schnäppchen ist. Im Detail stört man sich etwas am Finish der Bodenplatte und den leichten Nebengeräuschen, jedoch handelt es sich um Kritik auf einem hohen Niveau. Etwas ärgerlicher ist da schon die falsche Drehzahlausgabe der Lüfter, die leicht am positiven Gesamteindruck der H70 kratzt. In Sachen Performance kann die H70 aber klar überzeugen, weshalb sich die H70 zwar denkbar knapp aber verdient unseren Excellent-Hardware-Award gesichert hat. Für alle Sparfüchse lohnt sich, wenn es denn eine kompakte Wasserkühlung sein soll, ein Blick auf die Corsair H50, vier zusätzliche M3-Schrauben sind schnell besorgt und die Leistung mit zwei Lüftern kommt fast an die der H70 heran.

excellent_award

Weiterführende Links