Corsair One i160 im Test: High-End-Gaming mit Turing und Core i9 perfektioniert

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corsair oneIm März 2017 wagte Corsair den Einstieg in den hart umkämpften Markt der Komplettsysteme und setzte sich vor allem dank eines kompakten Tower-Gehäuses, potenter High-End-Hardware und einer leistungsstarken und zugleich leisen Kühlung von der Konkurrenz ab. Wir zückten damals nicht ohne Grund unseren heiß begehrten Excellent-Hardware-Award. Zu Beginn des Jahres folgte dann die inzwischen schon dritte Generation des Corsair One. Wie sich der Corsair One i160 in der Praxis schlägt, das klären wir in diesem Hardwareluxx-Artikel auf den nachfolgenden Seiten.

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren brachte Corsair mit dem Corsair One seinen ersten eigenen Komplett-PC auf den Markt, wobei ein Großteil der Komponenten natürlich direkt aus dem eigenen Hause stammte, darunter das kompakte Tower-Gehäuse, die Kühlung, der Arbeitsspeicher und das Netzteil. Zwischenzeitlich legte man mit einer Pro- und Elite-Version nach, die mit noch schnelleren Komponenten bestückt wurden. Zum Jahresauftakt enthüllte man dann die inzwischen schon dritte Generation und kehrte damit zu einem einfacheren, bzw. einfacher zu unterscheidenden Namensschema zurück. 

Die 2019er-Familie umfasst zunächst drei verschiedene Modelle, die vom Corsair One Pro i180 und dem kleineren Corsair One i160 sowie One i140 abgerundet werden. Auf den ersten Blick hat sich optisch im Vergleich zu den beiden Vorgänger-Generationen recht wenig getan, das Innenleben wurde jedoch komplett neu entworfen. Je nach Modell setzt man nun auf einen aktuellen Coffee-Lake-R- oder Skylake-X-Prozessor und natürlich auf eine Grafikkarte der Turing-Architektur. 

Beim Flaggschiff-Modell dienen ein Intel Core i9-9920X mit zwölf bis zu 4,5 GHz schnellen Rechenkernen und eine NVIDIA GeForce RTX 2080 Ti als Grundgerüst. Dazu gibt es 32 GB DDR4-Arbeitsspeicher mit Quad-Channel-Interface, eine 960 GB große M.2-SSD mit PCI-Express-Anbindung und eine zusätzliche 2-TB-Festplatte als Datengrab. Der Corsair One i160 bietet hingegen einen Intel Core i9-9900K, eine NVIDIA GeForce RTX 2080 Ti, 480 GB NVMe-Speicher und ebenfalls eine 2-TB-HDD mit 5.400 RPM. Das Einstiegsmodell wird noch immer von einem flotten Intel Core i7-9700K und einer NVIDIA GeForce RTX 2080 befeuert. Mit Strom versorgt werden alle neuen Modelle des Corsair One über ein hauseigenes SFX-Netzteil mit 80Plus-Gold- oder -Platinum-Zertifizierung und einer Ausgangsleistung von 600 bis 750 W. 

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Die dritte Generation des Corsair One setzt ebenfalls auf ein Gunmetal-Gehäuse aus 2 mm starkem und glasperlengestrahltem Flugzeugaluminium in Tower-Form – die Abgrenzung zwischen der Standard- und Pro-Version ist nun jedoch deutlicher, denn während die kleineren Modellvarianten mit einem schwarzen Gehäuse-Ton samt RGB-Beleuchtung auf sich aufmerksam machen, ist die Pro-Version obendrein sandgestrahlt und damit silbern. Die integrierten Lichtröhren an den Seiten werden über die iCUE-Software gesteuert. 

Für Prozessor und Grafikkarte gibt es eine zweigeteilte und konvektionsunterstützte Flüssigkeitskühlung, bei der die warme Luft durch eine Öffnung an der Oberseite des 12-Liter-Gehäuses abgeführt wird. Alle drei Modellvarianten sind mit Abmessungen von 172,5 x 200 x 380 mm sehr kompakt, das Gewicht wird mit 7,38 kg angegeben. 

Der Corsair One i160 in der Übersicht
Hersteller und BezeichnungCorsair One i160
Straßenpreis:ab 3.899 Euro
Homepage:www.corsair.com/de
Hardware 
Abmessungen:172,3 x 200 x 380 mm (B x T x H)
Prozessor:Intel Core i9-9900K, 8x bis zu 5,0 GHz
Grafikkarte:1x GeForce RTX 2080 Ti, 11 GB GDDR6
Massenspeicher:1x 480 GB SSD
1x 2 TB HDD
Arbeitsspeicher:32 GB DDR4-2666
Netzteil:600 W (SFX)
Anschlüsse:1x USB 3.1 Gen.2 Typ-C
1x USB 3.1 Gen.2 Typ-A
2x USB 3.1 Gen.1 Typ-A
2x USB 2.0 Typ-A
1x HDMI
3x DisplayPort
1x Gigabit-LAN (RJ45)
5x 3,5-mm-Klinke
1x S/PDIF
1x PS/2
Sonstiges:Beleuchtung, Windows 10, Bluetooth 4.1, WLAN-AC

Für unseren Test versorgte uns Corsair mit der mittleren Modellvariante. Sie wird von einem Intel Core i9-9900K und einer NVIDIA GeForce RTX 2080 Ti nebst 32 GB RAM, 480 GB SSD und 2 TB befeuert. Preislich muss man dafür aber tief in die Tasche greifen: Stolze 3.899 Euro möchten die US-Amerikaner für unsere Testkonfiguration haben. 

Ob sich die Ausgabe lohnt, klären wir in diesem Hardwareluxx-Artikel auf den nachfolgenden Seiten.


Bevor wir uns Corsair One i160 im Detail näher anschauen, werfen wir noch einen Blick auf die Hardware-Ausstattung. 

Herzstück des Corsair One i160 ist ein Intel Core i9-9900K, welchen Intel erst kürzlich vorgestellt hatte und damit die neue Core-i9-Familie ins Leben rief. Im Vergleich zum schnellsten Core-i7-Modell auf Coffee-Lake-Basis erreicht er im Boost nochmals höhere Taktraten, bringt vor allem aber das SMT-Feature wieder mit sich. Damit kann der Intel Core i9-9900K mit seinen acht nativen Kernen 16 Threads in der Summe gleichzeitig bearbeiten. Die Taktraten steigen von 3,6 bis 4,9 auf bis zu 5,0 GHz zwar nur leicht, erreichen damit aber eine wichtige Schallmauer.

Der L3-Cache steigt auf 16 MB, pro Core gibt es einen 256 KB großen L2-Zwischenspeicher und damit 2 MB L2-Cache. Der Daten- und Instruktions-Cache in erster Reihe beläuft sich wie gewohnt auf jeweils 32 KB. Trotz der höheren Geschwindigkeiten sortiert Intel auch den Core i9-9900K weiterhin in der 95-W-TDP-Klasse ein, womit sich seit Kaby Lake im High-End-Sektor nur wenig getan hat – beim Core i7-7700K aus dem ersten Corsair One lag die TDP noch bei 91 W. Gefertigt wird die Coffee-Lake-R-CPU wie die meisten aktuellen Intel-CPUs im fortschrittlichen 14-nm-Verfahren. 

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Bei der Grafikkarte hat Corsair ebenfalls sehr hoch gegriffen und verbaut mit der GeForce RTX 2080 Ti das aktuelle Turing-Flaggschiff für Spieler – schneller, aber auch deutlich teurer wäre nur noch die NVIDIA Titan RTX. Corsair setzt auf ein Modell von MSI, was nicht verwunderlich ist, schließlich pflegen die beiden Hersteller schon seit einigen Jahren eine enge Zusammenarbeit. 

Eine langweiliges Standard-Modell mit Referenzkühler gibt es jedoch nicht. Im Gegenteil: Corsair hat einen seiner Wasserkühler fit für die Turing-GPU gemacht und einen zusätzlichen VRM-Kühler auf Luftkühlungsbasis im hinteren Bereich des 3D-Beschleunigers aufgeschnallt. Beides soll den Temperaturen trotz der vergleichsweise kompakten Gehäuse-Abmessungen zugutekommen.

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Unter der Haube gibt es jedenfalls die 18,6 Milliarden Transistoren starke TU102-GPU, die es alleine auf eine Grundfläche von 754 mm² bringt und damit relativ groß ist. Dafür stehen ihr satte 4.352 Shadereinheiten und 272 Textur-Mapping-Units zur Verfügung. Für die DXR-Effekte, die derzeit in immer mehr Spielen, wie beispielsweise Battlefield V, The Shadow of Tomb Raider oder Anthem, verwendet werden, stehen 544 Tensor- und 68 RT-Kerne bereit. Bei den Taktraten halten sich Corsair und MSI strikt an die Vorgaben von NVIDIA. Der Grafikchip arbeitet mit einem Basis-Takt von 1.350 MHz und soll im Boost mindestens 1.635 MHz erreichen. Aufgrund der leistungsstarken Kühlung sind in unserem Test sogar über 1.900 MHz drin. 

Dazu gibt es einen 11 GB großen GDDR6-Videospeicher, der über ein 352 Bit breites Interface an den Grafikprozessor angeschlossen ist und sich mit einer Geschwindigkeit von 1.750 MHz ans Werk macht. Damit erreicht er eine Speicherbandreite von rund 616 GB/s. Das Power-Limit liegt bei 290 W, eine weitere Anhebung um 11,5 % auf 323 W ist ebenfalls möglich, wobei hier andere Hersteller-Karten deutlich mehr draufgeben können. 

Die restliche Ausstattung

Zur restlichen Ausstattung des Corsair One i160 zählen ein angepasstes MSI-Mainboard, welches exklusiv für den Corsair-Rechner entwickelt wurde. Dieses verfügt über zwei DDR4-Speicherbänke, in denen zwei hauseigene Speicherriegel der Vengeance-Reihe stecken, die üppige 32 GB RAM mit 2.666 MHz im Dual-Channel-Modus bereitstellen. Das Mainboard setzt zwar noch auf den älteren Z370-Chipsatz, ist dafür aber reichhaltig ausgestattet, denn WLAN und Bluetooth sind bereits an Bord, genau wie zahlreiche USB-3.1-Schnittstellen und sogar eine moderne Typ-C-Buchse, die jedoch weiterhin ohne das schnelle und flexible Thunderbolt-3-Protokoll auskommt. Die Grafikkarte kann wahlweise per DisplayPort oder HDMI angesprochen werden. Sowohl Prozessor als auch Grafikkarte werden per Flüssigkeitskühlung auf Temperatur gehalten, wobei beide Komponenten jeweils in einer eigenen Kühlkammer mit eigenem Radiator und Schläuchen daherkommen.

Mit Strom versorgt wird das Corsair One i160 von einem Corsair SF600 im platzsparenden SFX-Format mit einer Ausgangsleistung von 600 W. Das Betriebssystem ist auf einer großen NVMe-SSD von Samsung mit 512 GB vorinstalliert und fällt damit sogar etwas größer aus als von Corsair eigentlich angegeben. Vermutlich greift man hier je nach Verfügbarkeit auf unterschiedliche SSDs zurück. Zusätzlichen Speicherplatz bietet eine 2,5-Zoll-Festplatte von Seagate mit 5.400 Umdrehungen, die per SATA III angebunden wird. Ein hochwertiger Audio-Chip sowie ein schickes, aber eher schlichtes RGB-Beleuchtungssystem runden das Gesamtpaket weiter ab. All das bringt man in einem 176,5 x 200 x 380 mm großen und rund 7,4 kg schweren Aluminium-Gehäuse unter. 

Die Software-Ausstattung

Wie schon bei den beiden Vorgänger-Generationen verzichtet Corsair bei der Software auf unnötige Demo-Versionen oder gar Bloatware. Dennoch sind einige Tools bereits vorinstalliert. Als zentrale Anlaufstelle für die Konfiguration des Corsair One i160 dient die iCUE-Software. Über sie können nicht nur die beiden RGB-Leuchtstreifen in jeweils vier Zonen in der Front des Gehäuses angesteuert und konfiguriert werden, auch die aktuell anliegenden Temperaturen von Prozessor und Grafikkarte sowie die Laufleistung der Pumpen kann bequem ausgelesen oder aber der riesige 140-mm-Lüfter im Deckel geregelt werden. Praktisch: Wer andere iCUE-kompatible Komponenten angeschlossen hat, wie beispielweise eine Corsair-Tastatur oder -Maus, kann auch diese darüber zentral ansteuern. 

Weiterhin installiert sind alle Konfigurationstools der Komponenten und sogar das Live-Update-Center des MSI-Mainboards, worüber sich mit nur wenigen Klicks alle Treiber und das BIOS, bzw. UEFI des Mini-ITX-Modells auf den neuesten Stand bringen lassen. Corsair One Diagnostics gibt einen Überblick über den aktuellen Software-Status des Komplettrechners und informiert darüber, wann das letzte Backup angefertigt wurde, die letzten Updates installiert wurden und welche Geschwindigkeiten im Netzwerk erreicht werden. 

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Optisch hat sich auch bei der dritten Generation des Corsair One im Vergleich zu den Vorgängern wenig getan. Auch der Corsair One i160 ist sehr schlicht gehalten, das Gehäuse besteht durchgehend aus schwarzem, gebürstetem Aluminium, lediglich in der Front sind seitlich zwei LED-Leuchtstreifen eingelassen, die im Betrieb je nach Belieben in RGB-Farben aufleuchten und pulsieren können. Corsair setzt damit weiterhin auf ein minimalistisches Design, welches zu allen räumlichen Gegebenheiten passen soll – egal ob Wohn- oder Arbeitszimmer.

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An der Oberseite bietet der Corsair One i160 einige, massive Aluminium-Lamellen, die die Oberfläche vergrößern und die als Auslass für die Abwärme dienen, denn direkt darunter findet sich ein riesiger 140-mm-Lüfter, welcher die Luft von unten durch das Gehäuse über die gesamte Hardware ansaugt. Der Power-Button ist mittig an der Oberseite angebracht.

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Ganz unten bietet die Front insgesamt vier Schnittstellen. Hier gibt es neben einem HDMI-Ausgang zwei USB-Schnittstellen nach Typ-A und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für den Anschluss eines Headsets. Hier wären zwei separate Schnittstellen für den Ein- und Ausgang sicherlich praktikabler gewesen.

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An den beiden Seitenteilen links und rechts, bietet das Corsair One i160 lediglich einige Lüftungsschlitze für die Kühlung. Sind sind bitter notwendig, denn direkt hinter ihnen liegen die beiden 240-mm-Radiatoren für Grafikkarte und Prozessor, die nicht mit eigenen Lüftern bestückt wurden und damit semi-passiv arbeiten. Um die Frischluft und Abwärme-Abgabe kümmert sich einzig und allein der Lüfter im Deckel. Wichtige Komponenten wie beispielsweise die VRMs der Grafikkarte oder das Netzteil werden jedoch separat gekühlt.

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Den Großteil der Anschlüsse stellt das Corsair One i160 über die Rückseite bereit. Die Ports der Grafikkarte, welche intern per Riserkarte verbaut wird, wurden direkt neben das Netzteil gepackt, der überwiegende Teil der Anschlüsse wird direkt über das Mini-ITX-Mainboard von MSI realisiert.

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Das MSI-Board bietet hier zwei USB-2.0-Schnittstellen für den Anschluss von Tastatur und Maus an und stellt drei schnellere USB-3.1-Ports nach Typ-A sowie eine moderne Typ-C-Schnittstelle zur Verfügung. Der Soundchip kann SPDIF und fünf separate und vergoldete 3,5-mm-Klinkenbuchsen ansteuern. Ins Netzwerk integriert wird der Corsair One i160 kabelgebunden per Gigabit-LAN oder drahtlos per AC-WiFi, weswegen zwei Antennen an der Rückseite montiert werden können. Bluetooth ist ebenso an Bord, wie ein älterer PS/2-Port. 

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Die Anschlüsse der Grafikkarte wurden direkt neben dem Netzteil positioniert. Schade, dass Corsair HDMI an die Front verlegt hat, denn rückseitig kann die NVIDIA GeForce RTX 2080 Ti lediglich über drei DisplayPort-Ausgänge Monitore ansteuern. Wer noch einen älteren Monitor ohne DisplayPort sein Eigen nennt, muss ein aufwendiges Kabelmanagement auf dem Schreibtisch betreiben. Das Netzteil ist ein kompaktes SFX-Modell mit einer Ausgangsleistung von 600 W.


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Geöffnet wird der Corsair One i160 über den Deckel. Mithilfe eines Knopfes an der Rückseite lässt sich der Lüfter inklusive seiner dicken Lamellen aus dem Deckel hebeln, mit jeweils zwei Schrauben sind die beiden Seitenteile fest mit dem Gehäuse verbunden. Sind sie gelöst, können sie vorsichtig zur Seite geklappt werden, denn direkt an ihnen befestigt sind die beiden Radiatoren der Kühlung für Prozessor und Grafikkarte. In beiden Fällen setzt Corsair auf ein eigenes All-In-One-System mit integriertem Ausgleichsbehälter und Pumpe.

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Die Kühlung der MSI-Grafikkarte hat Corsair gehörig modifiziert, denn auch ihr hat man einen All-In-One-Wasserkühler spendiert. Hierfür hat man die Grafikkarte mit einer dicken Kupfer-Platte versehen und darauf direkt über der GPU den eigentlichen Kühler aufgeschnallt. Damit auch die hitzigen Spannungswandler stets einen kühlen Kopf bewahren, hat Corsair weitere Lamellen inklusive eines 120-mm-Lüfters montiert. Bei den Vorgänger-Versionen des Corsair One kam noch ein Radialsystem zum Einsatz, welches deutlich lauter agierte, wie wir später bei unseren Messungen noch feststellen werden.

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Die beiden 8-Pin-Stromstecker der Grafikkarte fehlen ebenfalls nicht, sie sind direkt mit dem SFX-Netzteil verbunden. Anders ist das beim Mainboard, denn Grafikkarte und Hauptplatine kommunizieren per Riserkabel miteinander, um den 3D-Beschleuniger senkrecht im Tower-Gehäuse verbauen zu können. 

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Bei der Kühlung des Prozessors setzt Corsair ebenfalls auf eine All-In-One-Lösung auf Flüssigkeitsbasis. Diese kann jedoch ohne weitere Modifikationen direkt auf dem Sockel-LGA-1151 montiert werden. Im MSI-Mainboard, das natürlich im platzsparenden Mini-ITX-Format daherkommt, finden sich außerdem zwei DDR4-Speicherriegel der hauseigenen Vengeance-LPX-Reihe mit 2.666 MHz. Verbaut sind in unserem Testmuster üppige 32 GB an Arbeitsspeicher im Dual-Channel-Modus.

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Zugang zur Hardware verschafft man sich beim Corsair One über den Deckel. Während Netzteil und Grafikkarten-VRMs mit eigenen Lüftern zusätzlich auf Temperatur gehalten werden, werden die beiden Radiatoren der Wasserkühlungen semi-passiv betrieben. Einzig der 140-mm-Lüfter im Deckel kümmert sich um die nötige Luftzirkulation.

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Ganz oben im Deckel setzt Corsair auf einen 140-mm-Lüfter ohne RGB-Beleuchtung.


Mit seiner Hardware-Ausstattung dürfte der Corsair One i160 genügend Power für den Office-Alltag aufweisen und natürlich auch für die aktuellen Grafikkracher in hoher Auflösung und mit maximaler Detailstufe geeignet sein. Wie die Leistung in der Praxis ausfällt, zeigen wir auf dieser Seite auf.

Leistung

Dank des Intel Core i9-9900K und der NVIDIA GeForce RTX 2080 Ti ist der Corsair One i160 nicht nur im Alltag sehr schnell, sondern auch bei Spielen und aufwendigen Video- und Foto-Berechnungen, womit sich das System als leistungsstarke Workstation erweist und damit genau dem Zielgruppen-Schema von Corsair entspricht. 

In unseren Spiele-Benchmarks erreicht der Testrechner selbst in der hohen 4K-Auflösung durchgehend spielbare Werte und das teilweise weit jenseits der magischen 60-FPS-Marke. In Spielen wie Grand Theft Auto V oder Wolfenstein 2 sind sogar dreistellige Bildraten drin, in grafisch anspruchsvolleren Titeln wie The Witcher 3, Call of Duty: WWII oder Project Cars 2 werden zwischen 60 und knapp 95 Bilder pro Sekunde erreicht. In kleineren Auflösungen mit 2.560 x 1.440 oder gar 1.920 x 1.080 Bildpunkten sind noch höhere Bildraten möglich. 

Der Intel Core i9-9900K erreicht in den beiden Cinebench-Benchmarks im Multicore-Preset sehr gute 20,59, bzw. 1.840 Bildpunkte. Wird nur ein Rechenkern belastet, sind es 2,33 respektive 205 Punkte. Damit fällt er im Vergleich minimal zurück, was daran liegt, das die TDP fest auf 95 W fixiert ist und der Boost-Takt damit kaum erreicht werden kann. Im Vergleich zur ersten Generation des Corsair One oder den späteren Pro- oder gar Elite-Modellen ist das jedoch eine gehörige Steigerung. 

Der 32 GB große DDR4-Arbeitsspeicher bringt es mit seinen Taktraten von 2.666 MHz im Dual-Channel-Modus auf sehr gute 30,65 GB/s und auch die SSD ist mit Lese- und Schreibraten dank PCI-Express-Anbindung mit 3.064,9 und 1.154,2 MB/s ausgesprochen schnell. Einzig die 2,5-Zoll-Festplatte ist mit ihren 5.400 RPM und durchschnittlich etwa 130 bis 142 MB/s etwas langsam. Für die eigene Spielesammlung ist das aber noch immer schnell genug. Im Komprimierungstest von 7-Zip erreicht der Corsair One i160 satte 54.164 MIPS. Andere Systeme sind hier teils deutlich langsamer.

Der Corsair One i160 ist ein wahres Rechenmonster und zählt klar zu den schnellsten Komplettsystemen seiner Art.

Futuremark PCMark 10

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

7423 XX


4906 XX


Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Cinebench R15

1840 XX


205 XX


Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5

20.59 XX


2.33 XX


Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra

Speicherbandbreite

30.65 XX


GB/Sek.
Mehr ist besser

Massenspeicher

Lesen / Schreibe

SSD
3064.9 XX


1154.2 XX
HDD
141.5 XX


133.1 XX
MB/Sek.
Mehr ist besser

7-Zip

32M

54164 XX


MIPS
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Fire Strike

59278 XX


57999 XX


27080 XX


13464 XX


Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Assassins Creed: Odyssey

Sehr Hoch

123.6 XX


107 XX
101.0 XX


92 XX
68.0 XX


63 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Call of Duty: WWII

Extreme

193.2 XX


116 XX
151.1 XX


114 XX
96.8 XX


83 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Grand Theft Auto 5

Sehr hoch

129.6 XX


20 XX
117.2 XX


17 XX
103.5 XX


14 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Project Cars 2

Ultra

203.7 XX


188 XX
151.8 XX


140 XX
92.2 XX


79 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3

Höchste

183.7 XX


130 XX
141.9 XX


119 XX
82.3 XX


70 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Wolfenstein 2: The New Colossus

Extreme

372.8 XX


267.9 XX


162.8 XX


Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Lautstärke

Doch der Corsair One i160 kann nicht nur bei der Leistung überzeugen. Auch die Lautstärke kann sich trotz der potenten und hitzigen Hardware hören lassen. Im Leerlauf arbeitet der Corsair One i160 mit einer Geräuschkulisse von gerade einmal 33,9 dB(A) flüsterleise und bleibt damit sogar laufruhiger als die Modelle der ersten und zweiten Generation. Wird der Prozessor voll ausgelastet, steigt der Schallpegel nur geringfügig auf 39,3 dB(A) an. Belastet man dann noch die NVIDIA GeForce RTX 2080 Ti mit Furmark und zwingt die Kühlung an ihre Leistungsgrenze, steigt die Geräuschkulisse auf 41,8 dB(A) an. Das ist verglichen mit vielen anderen Spielerechnern, die wir in der jüngsten Zeit auf dem Teststand hatten, sehr sehr leise. Positiver Nebeneffekt: Wird nur gespielt, bleibt die Kühlung mit etwa 40,2 dB(A) noch leiser als im absoluten Worst-Case-Szenario. 

Die Verbesserungen im Bereich der VRM-Kühlung der Grafikkarte, aber auch der beiden Pumpen haben sich somit ausgezahlt und den Corsair One letztendlich leiser gemacht – das tiefe Brummen der Wasserkühlung wird nicht mehr so stark auf das Gehäuse übertragen.

Lautstärke

Idle

33.9 XX


39.3 XX


40.2 XX


in dB(A)
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Bei der Leistungsaufnahme langt der Corsair One i160 vor allem im Generationsvergleich ordentlich hin. Schon im normalen Office-Betrieb zieht der Testrechner knapp über 50 W aus der Steckdose, was gut 15 W mehr sind als noch beim Vorjahresmodell – hier kommen die zusätzlichen Kerne des Intel Core i9-9900K zum Tragen. 

Wird der Prozessor mittels Prime95 belastet, steigt der Energiehunger auf 193,6 W, wird zudem die GeForce RTX 2080 Ti mit Furmark unter Last gesetzt, sind es in der Spitze 417,4 W. Das sind fast 100 W mehr als noch mit Core i7-7700K und GeForce GTX 1080 Ti. In Anbetracht des deutlichen Leistungsanstiegs ist dies aber auch zu verschmerzen. Im Spielebetrieb bleibt das System mit knapp unter 390 W etwas sparsamer. 

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Idle

50.3 XX


193.6 XX


389.5 XX


in Watt
Weniger ist besser

Temperaturen

Dank der integrierten Wasserkühlung für Grafikkarte und Prozessor gibt es bei den Temperaturen keine Probleme. Der Intel Core i9-9900K erreicht gute 68 °C unter Volllast, während es bei der Grafikkarte sehr gute 58 °C sind. Das Mainboard bleibt mit 57 °C nur ein Grad kühler, etwas warm wird die NVMe-SSD mit 67 °C, die Festplatte erreicht in unseren Tests 42 °C. Im Leerlauf liegen die Temperaturen der Komponenten ein gutes Stück darunter. 

Temperatur

Idle

37 XX


HDD
40 XX


GPU
42 XX


52 XX


SSD
53 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser

Temperatur

Last

HDD
42 XX


57 XX


GPU
58 XX


SSD
67 XX


68 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser


Zwei Jahre nach dem Markteintritt bringt Corsair die dritte Generation des Corsair One an den Start und schafft es damit, die wenigen Fehler des Vorgängers auszumerzen und das System zu perfektionieren. Die Pumpengeräusche der ersten Generation sind beim Corsair One i160 nicht mehr zu hören, die Spannungswandler der Grafikkarte werden ebenfalls laufruhiger gekühlt. Damit arbeitet das System trotz der schnelleren Hardware leiser als seine Vorgänger. Im normalen Windows-Betrieb haben wir nur 33,9 dB(A) gemessen, im Spiele-Modus sind es nur 40,2 dB(A). Andere Systeme dieser Preis- und Leistungsklasse vor allem aber High-End-Notebooks agieren deutlich lauter. 

Auf Seiten der Hardware gibt es modernste Technik, die teilweise bis hin zu den absoluten Topmodellen reicht. Unser Testgerät wird von einem Intel Core i9-9900K und einer NVIDIA GeForce RTX 2080 Ti samt 32 GB Arbeitsspeicher und einer NVMe-SSD befeuert. Das genügt, um selbst die anspruchsvollsten Grafikkracher ruckelfrei mit den höchsten Grafikeinstellungen hochauflösend in UHD auf den Bildschirm zu zaubern. In all unseren Spiele-Benchmarks erreicht das System mehr als 60 Bilder pro Sekunde, teilweise sogar dreistellige Werte. Wer nur in QHD oder gar Full HD spielt, hat noch mehr Reserven.

Der Intel Core i9-9900K wird zwar strikt auf seine 95 W begrenzt und erreicht damit seinen Maximal-Turbo nur selten, ist dank seiner acht Kerne und 16 Threads jedoch deutlich schneller als die ersten Modelle des Corsair One und für den Alltag sowie für die anspruchsvolle Foto- und Videobearbeitung mehr als schnell genug. Einzig die Festplatte könnte schneller sein, denn das zusätzliche Datengrab arbeitet lediglich mit 5.400 rpm im 2,5-Zoll-Format. 

Die guten Leistungswerte der Kühlung im Hinblick auf die Lautstärke und Kühlleistung liegen daran, dass Corsair eine Wasserkühlung mit zwei 240-mm-Radiatoren verbaut, die semi-passiv betrieben werden. Ein 140-mm-Lüfter im Deckel saugt die Luft von unten über die gesamte Hardware nach oben, kritische Komponenten wie die Spannungswandler der Grafikkarte oder aber das Netzteil werden jedoch mit eigenen Lüftern verstärkt. Der Innenaufbau ist sehr durchdacht. 

Insgesamt ist der Corsair One i160 mit 172,5 x 200 x 380 mm erfreulich kompakt und mit etwa 7,4 kg sehr leicht. Die RGB-Beleuchtung macht das ansonsten eher schlichte Design etwas farbenfroher.

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Preislich muss man für den Corsair One i160 jedoch tief in die Tasche greifen: Satte 3.899 Euro möchte Corsair für die mittlere Variante des Komplettrechners haben. Alleine die Grafikkarte kostet jedoch ohne Wasserkühlung schon fast 1.300 Euro, der Prozessor weitere 530 Euro, was den hohen Preis letztendlich etwas relativiert. Ein Patzer bei Kühlung, Verarbeitung oder der Performance hätte dem Corsair One damit nicht gut gestanden. 

Da das nicht passiert ist und das System auf nahezu ganzer Linie überzeugen kann, zücken wir wie schon bei den Vorgänger-Modellen unseren Excellent-Hardware-Award. Herzlichen Glückwunsch!

Positive Aspekte des Corsair One i160:

Negative Aspekte des Corsair One i160: