Buyer's Guide 2017: Bauvorschlag für einen 1.600-Euro-Rechner

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buyers guides 2017 mittelklasse teaserNach dem ersten Teil unserer diesjährigen Buyer's Guides, welchen wir gestern veröffentlichten, erhöhen wir nun das Budget von 750 auf rund 1.600 Euro um mehr als den Faktor 2 und verbauen noch einmal deutlich schnellere Komponenten. Statt eines Ryzen-Prozessors von AMD verwenden wir nun einen Core-i7-Prozessor der Coffee-Lake-Generation, welchen Intel erst kürzlich vorstellte. Auch bei der Grafikkarte machen wir einen ordentlichen Sprung und setzen alles erneut in ein schickes Gehäuse mit leistungsstarker Kühlung und potentem Netzteil. Was die Budget-Verdoppelung leistungsmäßig bringt, zeigen wir im zweiten Teil der Artikelserie auf. 

Mit unserem ersten Buyer's-Guide-Rechner für rund 750 Euro kann man schon sehr viel anfangen, wie wir gestern gesehen haben. Die meisten aktuellen Spiele lassen sich problemlos in Full HD und mit allen Details ruckelfrei spielen. Vereinzelt fällt die Bildwiederholrate auf unter 60 FPS – der verbauten NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti geht hier schon etwas die Puste aus. Für den zweiten Rechner haben wir das Budget mehr als verdoppelt. Statt eines AMD-Prozessors verwenden wir nun eine Intel-CPU der Core-i7-Klasse und brandaktuellen Coffee-Lake-Generation, welche von Intel erst kürzlich präsentiert wurde. Bei der Grafikkarte greifen wir zu zwei Modellnummern höher, verdoppeln die Kapazität des Arbeitsspeichers und verbauen einen richtig dicken CPU-Kühler für die Kühlung und spendieren dem System ein leistungsstärkeres Netzteil. All das verbauen wir in einem Cooler Master MasterCase 6 Pro, einem schicken Midi-Tower mit viel Platz und Möglichkeiten für ein ausgeklügeltes Kühlsystem. Auch eine Magnetspeicher-Festplatte als zusätzliches Datengrab ist nun standardmäßig mit dabei. 

Doch auch bei unserem zweiten Testrechner gilt: Den perfekten Gaming-Rechner für jedermann gibt es nicht. Nicht jeder Nutzer möchte so viel Geld für ein Gehäuse oder Netzteil ausgeben, wie wir es tun, sondern steckt das dafür gesparte Geld lieber in eine potentere Grafikkarte oder einen leistungsstärkeren Prozessor. Jeder Nutzer hat andere Vorlieben und benötigt vielleicht das eine oder andere Extra. Der eine gibt sich mit Onboard-Sound zufrieden, der andere ist Sound-Fetischist und benötigt daher eine eigene Soundkarte als Steckkarte. Wiederum ein anderer will eine schnelle Solid-State-Disk mit ausreichend Kapazität nur für das Betriebssystem und die wichtigsten Programme, der andere will auch das eine oder andere Spiel auf einem schnellen Flashspeicher ablegen und braucht deswegen ein größeres Modell. Wie schon beim ersten Buyer's-Guide-Rechner legen wir auch bei unserem zweiten System Wert auf eine gute Spieleperformance und fokussieren uns klar auf Gaming. Das Budget bezieht sich lediglich auf den Rechner, nicht auf die Software, den Bildschirm oder etwaige Eingabegeräte. Diese müssen zusätzlich mit einberechnet werden. 

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Bei unserem zweiten Buyer's-Guide-Rechner setzen wir auf einen Intel Core i7-8700K mit sechs Kernen, stecken diesen auf ein MSI Z370 Tomahawk, verdoppeln den Arbeitsspeicher auf 16 GB und spendieren ihm eine schicke RGB-Beleuchtung und greifen bei der Grafikkarte mit der GeForce GTX 1070 zu zwei Modellnummern höher. Auch die Speicherkapazität der SSD fällt höher aus, zusätzlich gibt es einen Magnetspeicher als Datengrab. Das Netzteil wurde leistungsfähiger, der Kühler ein gutes Stück größer. All das verbauen wir in einem schlanken Designer-Gehäuse für 120 Euro – unsere geliebte Hardware will schließlich sicher und schick untergebracht werden.

Die technischen Daten haben wir tabellarisch zusammengefasst:

Buyer's Guide: Mittelklasse-PC
HardwarePreis
Prozessor: Intel Core i7-8700K ca. 394 Euro
Mainboard: MSI Z370 Tomahawk ca. 144 Euro
Arbeitsspeicher: Corsair Vengeance LPX RGB 16GB DDR4-3000 ca. 173 Euro
Grafikkarte: ZOTAC GeForce GTX 1070 AMP! Edition 8GB ca. 427 Euro
Massenspeicher: Crucial MX300 525GB
Seagate Barracuda 7200.12 2TB
ca. 137 Euro
ca. 62 Euro
Optisches Laufwerk: - -
Soundkarte: on board -
Netzteil: be quiet! Straight Power 10 500W CM ca. 93 Euro
Kühlung und Gehäuse
Gehäuse: Cooler Master MasterCase 6 Pro ca. 120 Euro
CPU-Kühler: be quiet! Dark Rock Pro 3 ca. 75 Euro
Lüfter: vormontiert -
Preis
Gesamtpreis:   ca. 1.650 Euro

Auf den nachfolgenden Seiten haben wir unseren 1.650-Euro-Rechner zusammengebaut und ihn durch einen ausgewählten Benchmark-Parcours gejagt.


Der Prozessor:

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In den letzten Wochen und Monaten hat sich vor allem im Bereich der Prozessoren einiges getan. Mit den neuen Ryzen- und Threadripper-Prozessoren brachte AMD nicht nur frischen Wind in den lange von Intel dominierten Prozessor-Markt, sondern erhöhte vor allem auch die Anzahl der Kerne. Während im letzten Jahr in den Mittelklasse-Rechnern bei vier Kernen Schluss war und lediglich in den teuren High-End-Plattformen mehr Kerne geboten wurden, gibt es die höhere Core-Anzahl nun auch in den unteren Preis- und Leistungsregionen. Auch Intel ging mit der Coffee-Lake-Generation diesen Schritt und erhöhte im Vergleich zum namentlichen Vorgänger die Zahl der Rechenkerne um 50 %. Kam der Intel Core i7-7700K aus dem letzten Jahr noch mit vier Kernen aus, sind es beim Intel Core i7-8700K derer schon sechs. Bei den Taktraten geht man zwar einen kleinen Schritt zurück und drückt den Basis-Takt auf 3,7 GHz, im Boost sollen einzelne Kerne aber Taktraten von bis zu 4,7 GHz erreichen können. In unseren Tests sind im Overclocking sogar noch deutlich höhere Geschwindigkeiten möglich, ohne Spannungserhöhung können fast kinderleicht 4,7 GHz auf allen sechs Cores eingestellt werden. Etwas Glückssache bleibt es aber trotzdem.

Ansonsten bietet der Intel Core i7-8700K einen 12 MB großen L3-Cache, kann zwölf Threads gleichzeitig bearbeiten und siedelt sich in der 95-W-TDP-Klasse ein. Preislich muss man für ihn aktuell rund 400 Euro einplanen. Vereinzelt ist es um die Verfügbarkeit des Sechskerners derzeit aber noch sehr schlecht bestellt. Wer etwas weniger Geld ausgeben möchte, kann zum Intel Core i5-8600K greifen, welcher allerdings lediglich eine Neuauflage des Kaby-Lake-Vorgängers ist. Für AMD-Fans empfehlen wir den AMD Ryzen 7 1700X.

Mögliche Alternativen:

Weitere CPU-Tests finden sich unter in unserer Prozessoren-Kategorie.

 

Der CPU-Kühler:

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Die 95 W des Intel Core i7-8700K erfordern einen leistungsstarken Kühler. Wir haben uns bei unserem zweiten Buyer's-Guide-Rechner für den be quiet! Dark Rock Pro 3 entschieden. Er ist für eine Abwärme von bis zu 250 W TDP gemacht und bietet somit noch einige Reserven für ein ambitioniertes Overclocking. Beim Dark Rock Pro 3 gibt es ganze sieben 6-mm-Heatpipes, die auf einer dicken Kupferplatte direkt auf dem Heatspreader des Prozessors aufliegen und sich U-förmig über zwei separate Kühltürme erstrecken. Dazwischen und an der Seite sind ab Werk zwei Silent-Wings-Lüfter montiert, die einen neuen Motor spendiert bekommen haben, der nun sechs statt wie bisher vier Pole verwendet. Der Einsatz dieses neuen Motors soll die Effizienz bei gleichzeitig geringerem Verschleiß steigern. Weiterhin soll laut be quiet! der Geräuschpegel der Lüfter durch deren Einsatz reduziert werden. Der Hersteller selbst verspricht eine Geräuschkulisse von unhörbaren 26,1 dB(A). Optisch macht der schwarze Kühler ebenfalls einiges her.

Preislich werden für ihn derzeit rund 75 Euro ausgerufen. Als mögliche Alternativen wären hier der Thermalright HR-02 Macho oder Noctuas NH-D15 zu nennen.

Mögliche Alternativen:

Weitere Kühler-Tests finden sich in unserer Kühlungs-Kategorie.

 

Das Mainboard:

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Das MSI Z370 Tomahawk gesellt sich in die Arsenal-Reihe und zählt damit nicht zu den Topmodellen des Hauses. Trotzdem kann sich die Ausstattung sehen lassen. Die ATX-Platine besitzt vier DDR4-Speicherbänke, nimmt darin bis zu 64 GB DDR4-Arbeitsspeicher auf und kommt mit einer Vielzahl von Steckkarten aus. Hier können drei PCI-Express-x16-Grafikkarten untergebracht werden, wobei diese dann lediglich mit 16, 8 und 1 Lanes angesprochen werden können. Dazwischen siedeln sich drei weitere PCI-Express-x1-Ports ein. Für Massenspeicher und Laufwerke stehen sechs SATA-III-Schnittstellen und zwei M.2-Slots bereit. Moderne Schnittstellen wie USB 3.1 Gen2 Typ-C gibt es ebenso wie Gigabit-LAN, 7.1-Sound und eine passive Kühlung für die hitzigen Spannungswandler und den Z370-Chipsatz selbst.

Das MSI Z370 Tomahawk kostet derzeit etwa 144 Euro. Mögliche Alternativen wären hier das Gigabyte Z370 AORUS Gaming 7 oder das ASUS ROG Crosshair VI Hero. 

Mögliche Alternativen:

Weitere Mainboard-Tests finden sich in unserer Mainboard-Kategorie.

 

Der Speicher:

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RGB-Beleuchtung ist in und das nicht nur bei Mainboards, Grafikkarten und Gehäusen, sondern auch bei Arbeitsspeicher-Modulen. Einer davon ist der Corsair Vengeance LPX RGB, welchen wir bei unserem Mittelklasse-Rechner verbauen. Er verfügt auf der Oberseite des Heatspreaders über einen LED-Leuchtstreifen, dessen Farbe sich stetig ändert. Die beiden Module selbst arbeiten bei einer Speicherspannung von 1,35 V mit einer Geschwindigkeit von 3.000 MHz und stellen pro Modul 8 GB an Speicher bereit, womit das Dual-Channel-Kit in der Summe 16 GB RAM bereitstellt. Auf Seiten der Timings sind die beiden Riegel mit CL15-17-17-33 spezifiziert.

Mögliche Alternativen sind der G.Skill Trident Z RGB ebenfalls mit Beleuchtungssystem oder etwas schlichter der Kingston HyperX Predator. Beide Kits gibt es mit CL15 und einer Taktrate von 3.000 MHz. 

Mögliche Alternativen:

Weitere RAM-Tests finden sich in unserer Arbeitsspeicher-Kategorie.

Fertig ist das Grundgerüst aus Mainboard, Prozessor, Kühler und Arbeitsspeicher. Stecken wir nun die restliche Hardware hinzu und spendieren ihr ein schönes Zuhause. 


Die Grafikkarte:

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Während wir beim ersten Buyer's-Guide-Rechner auf eine NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti setzen, greifen wir bei System Nummer Zwei zu einem Modell, welches zwei Stufen höher angesiedelt ist. Wir haben uns hier für die ZOTAC GeForce GTX 1070 AMP! Edition entschieden. Sie basiert auf der GP104-GPU, die im Vergleich zur GeForce GTX 1080 allerdings etwas abgespeckt wurde. Zwar unterhält auch dieser Ableger 7,2 Milliarden Transistoren und wird wie die meisten Pascal-Chips im fortschrittlichen 16-nm-FinFET-Verfahren gefertigt, statt vier Graphics Procession Cluster gibt es derer allerdings nur noch drei. Jeder dieser Cluster setzt sich weiterhin aus fünf Streaming-Multiprozessoren mit je zwei SM-Blöcken mit jeweils 64 Shadereinheiten zusammen. Die Zahl der Recheneinheiten beläuft sich damit auf 1.920 Rechenwerke (3 x 5 x 2 x 64). An jedem SM sind nicht nur jeweils 128 ALUs gekoppelt, sondern auch acht Textureinheiten, womit der GeForce GTX 1070 120 TMUs zur Seite stehen.

Beim Speicherinterface hat NVIDIA gegenüber der GeForce GTX 1080 nicht weiter zum Rotstift gegriffen und setzt weiterhin auf acht 32-Bit-Controller und damit auf einen 256 Bit breiten Datenbus. Daran werden herkömmliche GDDR5-Chips angeschlossen. Die Zahl der Rasterendstufen bleibt aufgrund der gleichen Anzahl an Speichercontrollern mit 64 ROPs identisch zur großen Schwester. Die Kapazität des Videospeichers beläuft sich auf 8 GB. Die ZOTAC GeForce GTX 1070 AMP! Edition ist gegenüber der Founders Edition mit einem mächtigen Kühlkörper bestückt und kann obendrein mit einer leichten, werksseitigen Übertaktung aufwarten.

Eine Alternative dazu wäre das Gaming-Modell von MSI oder etwas günstiger die PowerColor Radeon RX Vega 56 – Boardpartnermodelle sind zur AMD-Alternative derzeit leider noch immer Mangelware.

Mögliche Alternativen:

Weitere GPU-Tests finden sich in unserer Grafikkarten-Kategorie.

 

Das Netzteil:

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Eine Modellnummer größer gegenüber des Einsteiger-Rechners gibt es auch beim Netzteil. Wir haben uns hier für das be quiet! Straight Power 10 CM mit einer Ausgangsleistung von 500 W entscheiden. Dieses verfügt über vier 12-V-Leistungen, die jeweils 18 Ampere zur Verfügung stellen, während die kleineren 3,3- und 5,0-V-Schienen je 24 Ampere zur Verfügung stellen. Auf Temperatur gehalten wird das ATX-Modell über einen 135-mm-Lüfter aus dem eigenen Hause, welcher laut Hersteller mit maximal 15 dB(A) nahezu unhörbar seine Dienste verrichten soll. Dank des modularen Kabelmanagements unserer CM-Version hängen auch nur die tatsächlich benötigten Kabel im System und hier liefert be quiet! reichlich mit. Neben den üblichen Steckern für das Mainboard und den Prozessor gibt es auch zwei 6+2-Pin-Stecker für die Grafikkarte, neun SATA-Stecker, drei 4-Pin-Molex- und einen älteren Floppy-Stecker. Das be quiet! Staight Power 10 CM ist 80Plus-Gold zertifiziert und zeigt sich damit auch etwas energieeffizienter als das Modell unseres kleineren Buyer's-Guide-Rechners. 

Preislich muss man für das Netzteil derzeit etwa 75 Euro einkalkulieren. Mögliche Alternativen wären das Enermax Platimax DF 600W oder das Seasonic Focul Plus 550 W – beide sind noch einmal etwas leistungsfähiger und bietet damit noch einmal ein paar Reserven mehr.  

Mögliche Alternativen:

Weitere PSU-Tests finden sich in unserer Netzteil-Kategorie.

 

Der Massenspeicher:

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Für den zweiten Buyer's-Guide-Rechner wollten wir zum einen die Kapazität des Flashspeichers erhöhen, ihm zum anderen aber auch einen herkömmlichen Magnetspeicher zur Seite stellen. Unsere Wahl fiel hier auf die Crucial MX300 mit einer Speicherkapazität von satten 525 GB. Sie ist mit einem Preis von 137 Euro vergleichsweise günstig und ist der direkte Nachfolger der MX200-Familie. Crucial bzw. Micron setzt hier auf TCL-basierten NAND-Speicher, konkret auf Triple-Level-Cell mit 3 Bit pro Speicherzelle, wobei ein Chip 384 GBit fassen kann. Neben der Variante mit 525 GB gibt es auch Modelle mit satten 2 TB an Speicher. Auch Varianten im M.2-Steckkartenformat sind erhältlich, unser Modell setzt allerdings auf den 2,5-Zoll-Formfaktor und wird per SATA III angeschlossen. Die sequentiellen Lese- und Schreibraten werden von Crucial mit 530 bzw. 510 MB/s für unser Modell mit 525 GB angegeben. Bei zufälligen Zugriffen sollen bis zu 92.000 IOPS erreicht werden können.

Mit einem Preis von 137 Euro ist die Curcial MX300 sehr preisgünstig, in Zeiten, in denen Spiele gut und gerne mal 95 GB auf der Platte für sich beanspruchen, ist ein zweites Laufwerk für Spieler Pflicht. Wir haben uns hier für eine Seagate Barracuda mit 2 TB entschieden, die mit weiteren rund 60 Euro zu Buche schlägt. Eine mögliche Alternative zum Crucial-Laufwerk wäre die Samsung SSD 850 Evo mit 500 GB – sie haben wir mit geringerer Speichergröße bereits im ersten Buyer's-Guide-Rechner verbaut. Weitere Empfehlung: Die OCZ TR200 von Toshiba.

Mögliche Alternativen:

Weitere SSD-Tests finden sich in unserer Storage-Kategorie.

 

Das Gehäuse:

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Beim Gehäuse entschieden wir uns für das Cooler Master MasterCase Pro 6, einen Midi-Tower mit FreeForm-Modularsystem. Ab Werk präsentiert sich dieser mit einer klaren, aber schlichten Formensprache. Alles findet sich hinter einer Abdeckung bzw. einem eigenen Korpus: Das I/O-Panel oder die Schrauben für die beiden Seitenteile sind versteckt. Die LED-Leuchte an der vorderen Unterseite sorgt hingegen für etwas Abwechslung des ansonsten eher geschlossenen Gehäuses. Um die Kühlung dennoch zu gewährleisten, gibt es zahlreiche schmale Lüftungsschlitze. Wer noch mehr Kühlleistung benötigt, kann Front und Deckel dank eines zweistufigen Systems mit magnetischen Panels aufklappen. Im Inneren setzt Cooler Master auf eigene Kühlkammern für Netzteil, Laufwerke und das Mainboard sowie natürlich für die Grafikkarte und weitere Steckkarten. Das soll das Kabelmanagement im Inneren erleichtern. Für eine Platzierung der Laufwerksschächte sorgt ein Clip-and-Click-Panel. SSDs können an vier verschiedenen Positionen montiert werden.

Insgesamt nimmt das Gehäuse zwei 5,25-Zoll-Laufwerke, fünf 2,5- oder 3,5-Zoll-Laufwerke und zwei 2,5-Zoll-Laufwerk auf. Ab Werk sind drei 140-mm-Lüfter montiert. Zusätzlich können ein dritter 120- oder 140-mm-Frontlüfter sowie zwei 120- oder 140-mm-Deckellüfter nachgerüstet werden. Sowohl hinter der Front als auch unter dem Deckel findet maximal ein 240- oder 280-mm-Radiator Platz. Der 235 x 548 x 544 mm (B x H x T) große Midi-Tower kommt auf ein Gewicht von knapp über 11 kg. Gefertigt wird er aus Stahl und Kunststoff.

Cooler Master bietet das neue FreeForm-Modell ab etwa 120 Euro an. Dieses kann wahlweise mit roter oder blauer Front-LED bestellt werden. Mögliche Alternativen zum Cooler Master MasterCase Pro 6 wären das Raijintek Asterion Classic oder das Aerocool P7-C1.

Mögliche Alternativen:

Weitere Gehäuse-Artikel finden sich in unserer Gehäuse-Kategorie.

Wer noch etwas an der Kühlung feilen möchte und bereit ist, ein paar Euro mehr auszugeben, der kann sein System mit einem be-quiet!-Silent-Wings-3-Lüfter aufwerten. 


Alle Komponenten sind zusammengesteckt, Windows 10 installiert – Zeit für die ersten Benchmarks!

Sowohl bei der Prozessor- wie auch der Grafikleistung kann unser zweiter Buyer's-Guide-Rechner eine ordentliche Schippe drauflegen. In den beiden Cinebench-Benchmarks erreicht der Intel Core i7-8700K im Multicore-Setting satte 15,59 bzw. 1.396 Punkte. Trotz der gleichen Speichergeschwindigkeit und des identischen Interfaces fällt die Bandbreite allerdings ein klein wenig zurück. Wir haben knapp 30 GB/s gemessen. AMDs Ryzen-Prozessoren scheinen hier deutlich stärker von schnellen Speichermodulen zu profitieren. Die Komprimier-Leistung in 7-Zip erreicht beachtliche 40.000 MIPS und fällt damit dank der höheren CPU-Power fast doppelt so schnell aus. Die Crucial-SSD ist mit einem Durchsatz von rund 498 MB/s etwas langsamer, die zusätzliche Festplatte erreicht knapp 160 MB/s. Die GeForce GTX 1070 tut beim synthetischen 3DMark-Benchmark ihr übriges und beschleunigt auch diesen deutlich.

Cinebench R11.5

15.59 XX


2.22 XX


Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15

1396 XX


197 XX


Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra

Speicherbandbreite

GB/Sek.
Mehr ist besser

SSD Durchsatz

Lesen

MB/Sek.
Mehr ist besser

7-Zip

32M

MIPS
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

6206 XX


4347 XX


Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Fire Strike

39122 XX


38351 XX


16424 XX


Futuremark-Punkte
Mehr ist besser


In Spielen steigt die Performance ebenfalls deutlich – teilweise können wir die Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten auf 2.560 x 1.440 Bildpunkte erhöhen. Titel wie GTA 5, Tomb Raider, Fallout 4, Doom oder Mittelerde: Shadow of Mordor sind trotz der höchsten Qualitätseinstellungen problemlos in der höheren Auflösung spielbar. Während dem Einsteiger-System hier teilweise schon die Puste ausgeht, hat das System der Mittelklasse noch deutlich mehr Reserven für die favorisierte Auflösung. 

Grand Theft Auto 5

Sehr hoch

107.5 XX


70 XX
99.8 XX


63 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3

Hoch

95.8 XX


89 XX
68.6 XX


63 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Fallout 4

Sehr Hoch

129.4 XX


93 XX
85.2 XX


61 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Doom

Ultra

165.2 XX


93 XX
107.2 XX


66 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Rise of the Tomb Raider

Sehr Hoch + FXAA

118.1 XX


74 XX
78.7 XX


54 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Mittelerde: Shadow of Mordor

1.920 x 1.080 FXAA+Kamera

123.5 XX


83 XX
81.7 XX


56 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Trotz der potenteren Hardware bleibt das System dank der aufwendigen Kühlung flüsterleise und zugleich auch kühl. Probleme bei Kühlung und Lautstärke konnten wir keine feststellen.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Idle

36.6 XX


163.4 XX


244.9 XX


in Watt
Weniger ist besser

Gegenüber dem ersten Buyer's-Guide-Rechner langt der zweite Rechner unserer Artikelserie in Sachen Stromhunger ordentlich zu. Während die Leistungsaufnahme im Leerlauf mit etwa 36,6 W sogar noch etwas niedriger ausfällt, steigt der Energiebedarf im Spielebetrieb von ehemals rund 120 auf nun fast 245 W deutlich an und fällt gut doppelt so hoch aus. Wer Prozessor und Grafikkarte vollständig belastet, lässt die Leistungsaufnahme sogar auf einen Spitzenwert von satten 449,9 W ansteigen. Solche Worst-Case-Szenarien werden in der Praxis aber kaum erreicht. 

Lautstärke

Idle

36.4 XX


39.8 XX


41.2 XX


in dB(A)
Weniger ist besser

Bei der Lautstärke macht das Coffee-Lake-System sogar noch einiges besser als der 750-Euro-Rechner. Da die ZOTAC GeForce GTX 1070 AMP! Edition ihre Lüfterarbeit im Leerlauf bis zum Erreichen eines bestimmten Temperatur-Niveaus komplett abstellt und auch die beiden Lüfter das be quiet! Dark Rock Po 3 flüsterleise arbeiten, fällt die Geräuschkulisse mit 36,4 dB(A) erfreulich gering aus. Selbst Silent-Fans kommen hier auf ihre Kosten. Im Spielebetrieb schalten sich die Lüfter der Grafikkarte natürlich hinzu und auch die Lüfter der Prozessor-Kühlung erhöhen ihre Drehgeschwindigkeiten. Im Spielebetrieb erreicht der zweite Buyer's-Guide-Rechner einen Schallpegel von 41,2 dB(A). Im Worst-Case sind es 44,6 dB(A). In Anbetracht der Leistung sicher kein schlechtes Ergebnis.

Temperatur

Idle

SSD
34 XX


35 XX


41 XX


GPU
49 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser

Temperatur

Last

SSD
36 XX


37 XX


GPU
68 XX


75 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser

Probleme bei den Temperaturen gibt es keine. Mit 75 °C unter Volllast ist die wärmste Komponente der Prozessor, gefolgt mit 68 °C von der Grafikkarte und mit 36 bzw. 37 °C von Mainboard und SSD. Im Leerlauf fallen alle Temperaturen ein gutes Stück niedriger aus.


Der Intel Core i7-8700K und die ZOTAC GeForce GTX 1070 AMP! Edition legen in Sachen Spieleleistung noch einmal eine ordentliche Schippe obendrauf. Während dem Einstiegs-Rechner je nach Spiel schon die Puste für Full HD ausgeht, kann man mit unserem zweiten Buyer's-Guide-Rechner durchgehend in der höheren QHD-Auflösung problemlos spielen. All unsere Benchmarks sind ruckelfrei in den höchsten Einstellungen spielbar – Reserven für die Zukunft stehen also bereit, vor allem, da man mittels Overclocking durchaus noch ein bisschen mehr Leistung aus den Komponenten kitzeln könnte.

Dafür sprechen die niedrigen Temperaturen. Trotz der insgesamt sechs Rechenkerne und der leistungsfähigen GP104-GPU können sich die Temperaturen sehen lassen. In Sachen Lautstärke gibt das Gesamtsystem ebenfalls ein gutes Bild ab. Im Leerlauf bleibt das System sogar leiser als der weniger leistungsstarke Einstiegs-Rechner, im Spielebetrieb wird der Rechner nur geringfügig lauter, bleibt insgesamt aber noch immer angenehm leise. In Sachen Stromhunger legt das System ordentlich zu. Fast 450 W genehmigt sich der Rechner im Worst-Case-Szenario, welches wir gewohnt mit Prime95 und Furmark simulieren. Immerhin: Im Spielebetrieb sind es nur etwa 250 W.

Alles in allem ist mit unserem Mittelklasse-System alles machbar und das selbst in hohen Auflösungen. Trotzdem ist es leise, kühl und schaut sehr ansehnlich aus. Im letzten und dritten Teil unserer Buyer's Guides erhöhen wir das Budget abermals und stellen einen Spielerechner im Wert von über 3.300 Euro zusammen. Den Artikel hierzu werden wir morgen veröffentlichen.

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Buyer's Guide: Mittelklasse-PC
HardwarePreis
Prozessor: Intel Core i7-8700K ca. 394 Euro
Mainboard: MSI Z370 Tomahawk ca. 144 Euro
Arbeitsspeicher: Corsair Vengeance LPX RGB 16GB DDR4-3000 ca. 173 Euro
Grafikkarte: ZOTAC GeForce GTX 1070 AMP! Edition 8GB ca. 427 Euro
Massenspeicher: Crucial MX300 525GB
Seagate Barracuda 7200.12 2TB
ca. 137 Euro
ca. 62 Euro
Optisches Laufwerk: - -
Soundkarte: on board -
Netzteil: be quiet! Straight Power 10 500W CM ca. 93 Euro
Kühlung und Gehäuse
Gehäuse: Cooler Master MasterCase 6 Pro ca. 120 Euro
CPU-Kühler: be quiet! Dark Rock Pro 3 ca. 75 Euro
Lüfter: vormontiert -
Preis
Gesamtpreis:   ca. 1.650 Euro
Testergebnisse
Cinebench R11.5 15,59 Punkte
Crystal Disk 497,36 MB/s 
3DMark Fire Strike 16.424 Punkte 
Grand Theft Auto V 107,5 FPS 
The Witcher 3 95,8 FPS 
Rise of the Tomb Raider 118,1 FPS 
Fallot 4 129,4 FPS 
Doom 165,2 FPS
Leistungsaufnahme 244,9 W 
Lautstärke 41,2 dB(A) 
Temperaturverhalten CPU/GPU/Mainboard: 75/68/36 °C