Medion Erazer P7734 D im Test: AMD kehrt zurück

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AMD ist zurück! Nachdem man in den letzten Wochen und Monaten im Bereich der Komplettsysteme fast ausschließlich auf Intel-Prozessoren traf, entdecken immer mehr Hersteller die RYZEN-Prozessoren für sich. Kein Wunder, schließlich können die neuen AMD-CPUs trotz ihres sehr attraktiven Preises leistungsmäßig wieder mit der Konkurrenz mithalten. Ein solches Komplettsystem ist der Medion Erazer P7734 D, welchen wir uns nun für diesen Hardwareluxx-Test einmal näher angeschaut haben.

In den letzten sechs Monaten hatten wir elf Komplettsysteme im Test, die entweder richtige Midi-Tower der Desktop-Klasse waren oder aber deutlich kompakter ausfielen und den traditionellen Spielekonsolen im Wohnzimmer den Kampf ansagen sollten. Eines aber hatten sie alle gemeinsam: Sie wurden durchgehend von einem Intel-Prozessor angetrieben. Auf AMD setzte mit Ausnahme der Grafikkarte keiner unserer Testrechner. Auch im Rahmen der letzten Buyer's-Guide-Rechner empfahlen wir durchgehend Spielerechner auf Intel-Basis – lediglich im Einstiegsmodell erwähnten wir eine AMD-Plattform als Alternative. Der Grund: Bei der Leistung, vor allem aber der Leistungsaufnahme konnte AMD im Prozessor-Bereich mit der Konkurrenz kaum mithalten; da halfen auch günstige Preise nicht viel, zumal die AM3-Plattform damals im Hinblick auf die Anschlüsse veraltet war und ohnehin in Kürze durch AM4 ersetzt werden sollte.

Mit der RYZEN-Plattform, welche AMD erst vor wenigen Wochen in den Handel entließ, hat sich dies nun komplett geändert. Mit seinen RYZEN-7-Prozessoren der 8-Kern-Klasse ist die US-Amerikanische Chipschmiede wieder in gefährliche Nähe zur Konkurrenz aufgerückt und setze diese abermals mit vergleichsweise günstigen Preisen kräftig unter Druck. Gleiches gilt für die neuen Mittelklasse-Modelle, welche erst zu Beginn des Monats in die Läden geschickt wurden. Kein Wunder, dass AMD unter den Komplettsystem-Herstellern wieder an Interesse gewinnt.

Drei Modellvarianten mit RYZEN-Prozessor

Als einer der ersten Hersteller hat Medion die neuen RYZEN-Modelle für sich entdeckt und Ende März drei Spielerechner und Multimedia-PCs angekündigt. Der Medion Erazer X7731 D ist dabei das Flaggschiff der Serie. Er wird von einem AMD RYZEN 7 1800X mit acht Kernen und einem Takt von bis zu 3,6 GHz angetrieben, kann auf eine NVIDIA GeForce GTX 1080 mit 8 GB GDDR5X-Videospeicher zurücksetzen und besitzt massig Speicher, welcher sich aus einer Kombination aus Flash- und Magnetspeicher zusammensetzt.

Der Erazer X6632 D ist das kleinere Schwestermodell, welches mit einem AMD RYZEN 7 1700X und einer NVIDIA GeForce GTX 1060 ausgerüstet ist und damit noch immer ausreichend Performance für alle aktuellen Grafikkracher bieten dürfte. Der Medion Erazer P7734 D wird zwar ebenfalls als Gaming-Rechner klassifiziert und kann weiterhin mit einem schnellen Achtkern-Prozessor aufwarten, wurde allerdings bei der Grafikleistung kräftig beschnitten, womit der Midi-Tower eher als Multimedia-Rechner zumindest aber als ein guter Allrounder für Core-Gamer bezeichnet werden kann. Um die 3D-Beschleunigung kümmert sich hier nämlich nur eine NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti mit 4 GB Videospeicher. Für Full HD sollte die Kombo aber noch immer ausreichend flott sein. Dazu gibt es 16 GB an DDR4-Arbeitsspeicher, eine 256 GB große SSD sowie eine 2-TB-Festplatte als zusätzliches Datengrab.

Mit der Vorstellung der neuen RYZEN-5-Familie und der für das dritte Quartal erwarteten RYZEN-3-Reihe dürfte Medion in den nächsten Wochen und Monaten noch weitere Modellvarianten in sein Sortiment aufnehmen.

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Für unseren Test versorgte uns Medion zunächst mit seinem Einstiegsmodell in die Welt der neuen RYZEN-Prozessoren bei AMD. Der Medion Erazer P7734 D setzt auf ein hauseigenes Midi-Tower-Gehäuse, welches auf ein sportliches Design mit vielen carbon-farbenen Elementen auf sich aufmerksam macht. Im Inneren gibt es einen bis zu 3,75 GHz schnellen AMD RYZEN 7 1700, den bislang kleinsten Achtkern-Prozessor von AMD, und eine NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti, die auf einen 4 GB großen GDDR5-Videospeicher zurückgreifen kann.

Das Betriebssystem – Windows 10 Home in der 64-Bit-Version – installiert man auf einer 256 GB großen PCI-Express-SSD im M.2-Format vor, als Datengrab dient eine zusätzliche 3,5-Zoll-Festplatte mit einer Kapazität von satten 2 TB. Moderne Anschlüsse wie USB 3.1 Typ-C – allerdings ohne Thunderbolt 3 – zahlreiche USB-Schnittstellen, Wireless-LAN und Bluetooth sowie ein Kartenleser und DVD-Brenner als optisches Laufwerk runden das Gesamtkonzept weiter ab.

Im hauseigenen Onlineshop werden dafür derzeit 1.199 Euro ausgerufen – verfügbar ist das System derzeit allerdings noch nicht.

Der Medion Erazer P7734 D in der Übersicht
Hersteller und BezeichnungMedion Erazer P7734 D
Straßenpreis: ab 1.199 Euro
Homepage: www.medion.com/de
Hardware 
Abmessungen: 185 x 430 x 380 mm (B x T x H)
Prozessor: AMD RYZEN 7 1700, 8x bis zu 3,75 GHz
Grafikkarte: 1x GeForce GTX 1050 Ti, 4 GB GDDR5
Massenspeicher: 1x 256 GB SSD
1x 2 TB HDD
Arbeitsspeicher: 16 GB – 2x 8.192 DDR4-2400
Netzteil: 450 W (ATX)
Anschlüsse: 6x USB 3.1 Gen1 Typ-A
1x USB 3.1 Gen2 Typ-C
2x USB 2.0 Typ-A
1x HDMI
1x DisplayPort
1x DVI
1x Gigabit-LAN (RJ45)
7x 3,5-mm-Klinke
1x S/PDIF
Sonstiges: Multikartenleser, Windows 10, Bluetooth 4.0, WLAN-AC

Wie sich der Medion Erazer P7734 D in Sachen Performance, Lautstärke- und Temperatur-Verhalten schlägt, das erfährt man auf den nachfolgenden Seiten dieses Hardwareluxx-Testartikels.


Bis vor kurzem war der AMD RYZEN 7 1700 das kleinste Modell unter den neuen AMD-Prozessoren – inzwischen wurde die Produtkfamilie aber auch durch 6- und 4-Kern-Modelle der RYZEN-5-Reihe nach unten hin abgerundet. Im Vergleich zum Topmodell und dem direkt darüber angesiedelten X-Ableger gibt es weiterhin acht Rechenkerne und 16 Threads, die Taktraten aber wurden vor allem im Basistakt deutlich nach unten korrigiert. Dafür sinkt die Leistungsaufnahme von 95 auf nun 65 W TDP, was die Kühlung einfacher macht.

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Während sich der AMD RYZEN 7 1800X als aktuelles Topmodell unter den RYZEN-Prozessoren mit einer Geschwindigkeit von bis zu 4,1 GHz im XFR ans Werk macht, ist der AMD RYZEN 7 1700 mit einem Takt von bis zu 3,75 GHz etwas langsamer unterwegs. Vor allem aber reduziert sich der Basistakt von 3,6 auf nun 3,0 GHz. Die acht Rechenkerne, die 16 Threads und den 16 MB großen L3-Cache gibt es aber weiterhin. Gefertigt werden die neuen RYZEN-Prozessoren bereits im fortschrittlichen 14-nm-Verfahren.

In unserem Test entpuppte sich der RYZEN 7 1700 als einer der derzeit interessantesten Achtkern-Prozessoren, was auch in der attraktiven Preisgestaltung zu begründen ist. Rund 359 Euro möchte AMD für seinen bislang kleinsten Achtkern-Prozessor haben. In unserem Preisvergleich wechselt das Modell derzeit sogar schon für unter 339 Euro seinen Besitzer. Vor kurzem legte AMD auch mit kleineren 6- und 4-Kern-Modellen nach, die preislich noch einmal ein gutes Stück darunter liegen.

Während Medion bei seinem Erazer P7734 D auf einen vergleichsweise leistungsstarken Prozessor der RYZEN-7-Familie setzt, greift man bei der Grafikkarte hingegen zu einem 3D-Beschleuniger, welcher ein paar Modellnummern kleiner ausfällt. Zum Einsatz kommt eine NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti, welche auf den bislang kleinsten Grafikprozessor der Pascal-Architektur setzt und damit eher im Bereich der unteren Mittelklasse einzuordnen ist. Zum Einsatz kommt die GP107-GPU, welcher auf einer Fläche von etwa 132 mm2 rund 3,3 Milliarden Transistoren unterhält und damit deutlich weniger komplex als der GP106-Chip der größeren GeForce GTX 1060 ausfällt. Dafür halbieren sich die Einheiten fast.

Die GP107-GPU organisiert sich in zwei Graphics Processing Clustern mit sechs Streaming-Multiprozessoren zu jeweils 128 ALUs, womit der Ti-Variante in der Summe 768 Shadereinheiten zur Verfügung stehen. Da an jeden Shadercluster wie bislang acht Textureinheiten angeschlossen werden, gibt es derer 48. Kleinere Abstriche gegenüber dem nächst größeren Schwestermodell muss man außerdem beim Speicherausbau hinnehmen. Hier hat NVIDIA ebenfalls zum Rotstift gegriffen und einen weiteren 64-Bit-Controller sowie ein paar Speicherbausteine gestrichen, um die Kapazität abzuspecken. Bei der NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti kommen damit nur 128 Datenleitungen zum Einsatz, an die insgesamt 4 GB Videospeicher angeschlossen werden. Immerhin setzt man weiterhin auf schnelle GDDR5-Chips, womit die Speicherbandbreite bei einer Geschwindigkeit von 1.752 MHz nicht drastisch abfällt und rund 112,1 GB/s erreicht.

Bei den Taktraten aber fährt NVIDIA ein gewohnt hohes Level und lässt den GP107-Grafikprozessor mit einem Basis- und Boost-Takt von 1.290 bzw. 1.392 MHz arbeiten. In der Praxis werden je nach Kühlung und Lastzustand auch höhere Werte erreicht, was auch für unser Modell im Medion Erazer P7734 D gilt. Dieses erreicht je nach Benchmark und Spiel einen Boost-Takt von etwa 1.683 MHz.

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Die restliche Hardware-Ausstattung

Die restliche Hardware setzt sich aus einem Micro-ATX-Mainboard mit B350-Chipsatz zusammen, auf dem 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von 2.400 MHz stecken und der im Dual-Channel-Modus zusammengeschaltet wird. Das Betriebssystem installiert Medion auf einer 256 GB große M.2-SSD mit PCI-Express-Anbindung vor, hat als zusätzliches Datengrab aber auch eine 2-TB-Festplatte im 3,5-Zoll-Format verbaut. Ein optisches Laufwerk, einen Kartenleser und moderne Anschlüsse wie beispielsweise USB 3.1 Gen2 Typ-C (allerdings ohne Thunderbolt 3) gibt es ebenfalls. Beim Gehäuse setzt man auf die Marke Eigenbau, welche in Sachen Verarbeitungsqualität eher den günstigeren Eindruck hinterlässt. Zwar gibt es außen kein scharfen Kanten, die Materialwahl ist mit Kunststoff und Stahlblech jedoch sehr günstig und nicht wirklich hochwertig gewählt. Optisch setzt man auf einen futuristischen Lock mit carbon-ähnlichen Elementen an der Front. Laufwerk und Kartenleser, sowie das I/O-Panel verstecken sich direkt dahinter.

Für all das bezahlt man derzeit rund 1.200 Euro. Überzogen ist das nicht, kostet ein Vergleichsrechner ähnlich viel Geld, wenngleich man hier auf teils höherwertigere Komponenten – wir denken hier vor allem an das Netzteil – setzen kann. Ganz sinnvoll ist die Zusammenstellung in unseren Augen jedoch nicht. Besser wäre es gewesen, man hätte dem Medion Erazer P7734 D einen kleineren RYZEN-Prozessor spendiert, dafür jedoch bei der Grafikkarte zu einer höheren Modellnummer gegriffen. Das hätte im Endeffekt das gleiche gekostet, wäre bei der Spieleleistung allerdings deutlich schneller gewesen.

Fairerweise muss man aber erwähnen, dass es die kleineren RYZEN-5-Modelle zur Vorstellung der drei Medion-Rechner noch nicht gab. Vermutlich wird man hier in Kürze entsprechende Geräte nachliefern.

Die Software

Lobenswert: Bei der Software verzichtet Medion größtenteils auf den Einsatz von Bloatware und liefert seinen Erazer P7734 D fast ohne unnötige Demoversionen und Tools aus. Einzig eine 30-Tages-Version des McAfee-Virenscanners sowie ein App-Installer, über den sich mit wenigen Klicks Anwendungen wie Spotify oder Google Maps herunterladen und installieren lassen, sind vorinstalliert. Weitere Programme, mit denen man beispielsweise die Auslastung von Grafikkarte und Prozessor hätte auslesen können oder Einflus auf die Lüftersteuerung nehmen hätte können, sind nicht mit dabei – genau wie eine Spiele-Vollversion. Insgesamt aber setzt Medion auf eine sehr saubere Installation mit fast allen Updates für Windows 10.


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Der Medion Erazer P7734 D setzt auf einen 185 x 380 x 430 mm großen Midi-Tower, welcher mit einer Plastikfront mit carbon-farbenen Zwischenelementen auf sich aufmerksam macht und so für ein sportliches Aussehen sorgt, um dem Gaming-Anspruch des Core-Gamers gerecht zu werden.

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Stolz präsentiert der Rechner, was in ihm steckt: ein AMD-Prozessor der RYZEN-7-Familie mit acht Kernen. Darüber thront das eigene Erazer-Logo. Der Hauptschalter, welcher ziemlich weit unten am Gehäuse untergebracht ist, wird im Betrieb blau beleuchtet. Andere LEDs gibt es jedoch nicht – genau wie einen Resetschalter.

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Dafür verstecken sich hinter den Carbon-Streben weitere Details. Im untersten der insgesamt drei Fächer gibt es einen Multikartenleser, welcher mit SD- und Micro-SD-Karten zurechtkommt sowie das I/O-Panel mit zwei USB-3.1-Schnittstellen und zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen für den Anschluss eines Headsets.

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Während sich im obersten Fach das optische Laufwerk, welches CDs und DVDs auslesen und beschreiben kann, versteckt, ist in der Mitte ein praktischer Festplatten-Einschub verbaut. Darüber lässt sich werkzeuglos ein 3,5-Zoll-Laufwerk verstauen, welches dann intern schnell über SATA III angebunden wird.

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Wenig spektakulär zeigen sich die beiden Seitenteile des Medion Erazer P7734 D. Hier gibt es lediglich ein paar Lüftungsschlitze, die die Kühlung von Prozessor, Grafikkarte, Netzteil und der Laufwerke unterstützen.

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Das Netzteil ist gewohnt am hinteren Gehäuse-Ende verstaut, jedoch nicht im Boden, sondern im Deckel. Medion setzt hier auf ein handelsübliches ATX-Netzteil mit einer Ausgangsleistung von 450 W. Auf ein Marken-Gerät wird jedoch verzichtet, immerhin soll der Stromspender eine Effizienz von 85 % aufweisen – 80Plus-Bronze zertifiziert ist es jedoch nicht.

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Die Grafikkarte setzt auf ein Single-Slot-Design und stellt die Videoausgänge bereit. Hier gibt es jeweils einen DisplayPort-, HDMI- und DVI-Ausgang.

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Das Mainboard ist im Medion Erazer P7734 D ganz unten verbaut und stellt die restlichen Anschlüsse des Allrounders bereit. Hier gibt es zwei USB-3.1-Schnittstellen, zwei ältere -2.0-Buchsen, eine Gigabit-LAN-Schnittstelle und die üblichen Ports für die Audio-Ausgabe. Ein kleines Highlight ist die Typ-C-Buchse, welche allerdings nicht nach dem Thunderbolt-3-Protokoll arbeitet und damit auf eine maximale Übertragungsrate von 10 GBit/s festgesetzt ist.


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Wie üblich bei einem handelsüblichen Desktop-Rechner lässt sich der Medion Erazer P7734 D ganz einfach öffnen, indem zwei Schrauben an der Hinterseite entfernt und das Seitenteil abgenommen werden kann.

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Die Festplatte steckt direkt an der Front und wird hochkant verbaut. Trotz der Lüfterplätze an der Gehäuse-Front und -Seite gibt es keine zusätzlichen Rotoren.

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Der AMD RYZEN 7 1700 wird von einem simplen OEM-Kühler auf Temperatur gehalten, der seine Frischluft direkt über einen eigenen Luftkanal über die Lüftungsschlitze vom Seitenteil bezieht. Störende Verwirbelungen im Gehäuse gibt es damit nicht.

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Die Kühlung der Grafikkarte fällt ebenfalls sehr minimalistisch aus. Eine aufwendige Heatpipe-Konstruktion gibt es nicht, was bei einer Leistungsaufnahme von unter 75 W aber auch nicht nötig ist. Der 80-mm-Lüfter, welcher direkt auf dem Aluminiumkühler des 3D-Beschleunigers aufliegt, schaltet sich im Leerlauf bis zum Erreichen eines bestimmten Temperatur-Niveaus komplett ab, womit die Karte semi-passiv und damit völlig lautlos auf Temperatur gehalten wird.

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Beim Netzteil setzt man auf ein handelsübliches ATX-Modell, verzichtet allerdings auf ein hochwertiges Marken-Gerät und damit auf so manche Features, wie einen leisen Lüfter, ein Kabelmanagement oder eine sehr gute Effizienz. 80Plus-Bronze-Zertifizierung gibt es nicht, jedoch soll es mit einer Effizienz von 85 % arbeiten. Die maximale Ausgangsleistung wird mit 450 W angegeben.

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Auch wenn im Inneren des Medion Erazer P7734 D kaum Hardware steckt und noch viel Platz vorhanden ist, hat Medion auf ein schickes Kabelmanagement verzichtet. Alle Kabel für die Stromversorgung, aber auch die Laufwerke und die Lüfter hängen lose im System, wurden immerhin per Kabelbinder zusammengebunden.


Leistung

Dank des AMD RYZEN 7 1700, welcher über acht Rechenkerne verfügt, kann sich vor allem die CPU-Leistung des Medion Erazer P7734 D in Multicore-Programmen sehen lassen. In den beiden Cinebench-Benchmarks deklassiert der Testrechner nahezu jedes System, welches wir in der jüngsten Zeit bei uns auf dem Teststand hatten – natürlich abgesehen von unseren regelmäßigen CPU-Tests.

Dank der schnellen M.2-SSD, welche über PCI-Express angebunden wird, profitiert davon auch die Arbeitsleistung. Das Betriebssystem ist binnen weniger Sekunden geladen, Programme und Spiele starten meist ohne Verzögerung. Im Komprimierungstest von 7-Zip erreicht das System satte 37.141 MIPS und überflügelt damit ebenfalls die meisten anderen Rechner dieser Preis- und Leistungsklasse, die oftmals schon an der 20.000er-Marke scheitern. Dank des 2.400 MHz schnellen Arbeitsspeichers, welcher im Dual-Channel-Modus arbeitet und 16 GB an Daten fasst, liegt die Bandbreite mit knapp über 29 GB/s auf üblichem Niveau. Die SSD liest Daten mit etwa 1,45 GB/s, die HDD immerhin mit etwa 156 MB/s.

Federn lassen muss der Medion Erazer P7734 D bei der Spieleleistung. Ein Zocken in 1440p oder gar in 4K ist mit ihm nicht möglich, aber auch nicht gewollt, wird der Testrechner eher als Allrounder und für Core-Gamer ohne viele Ansprüche verkauft. Für Full HD hat die NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti in unseren Benchmarks aber meist ausreichend Power, um sie ruckelfrei auf den Bildschirm zu bringen. Spiele wie Grand Theft Auto 5 laufen dann mit knapp unter 70 FPS über das Display, in The Witcher 3 und Shadow of Mordor: Mittelerde werden immerhin etwa 40 Bilder pro Sekunde erreicht.

Futuremark

PCMark 8

4733 XX


4069 XX


in Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

26246 XX


21623 XX


6752 XX


Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark 11

14394 XX


9818 XX


3547 XX


Punkte
Mehr ist besser

Futuremark

PCMark 8

4733 XX


4069 XX


in Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Sisoft Sandra 2013

Speicherdurchsatz

MB/Sek.
Mehr ist besser

HDD-Durchsatz

SSD
1450 XX


HDD
155.58 XX


MB/Sek.
Mehr ist besser

7-Zip

32M

MIPS
Mehr ist besser

Grand Theft Auto 5 – Sehr hoch

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Mittelerde: Shadow of Mordor – Ultra

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Total War: Attila – Hoch

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Tomb Raider – Hoch

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3 – Hoch

39.2 XX


36 XX
27.1 XX


25 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

PCMark 7     PC Mark Vantage
Video Playback 23,97 fps 16.264 Memories Score
Video Transcoding 8.003,75 KB/s N/A TV and Movies Score
System Storage - Gaming 17,27 MB/s 19.005 Gaming Score
Graphics DX9 76,61 fps 19.403 Music Score
Image Manipulation 21,97 Mpx/s 25.808 Communications Score
Importing Pictures 32,41 MB/s 18.759 Productivity Score
Web Browsing 14,86 pages/s 55.111 HDD Score
Data Decrypting 853,34 MB/s - -
Score 6.995 20.969 Score

Lautstärke:

Abgesehen vielleicht vom Achtkern-Prozessor ist die Hardware sehr sparsam und damit eigentlich sehr einfach zu kühlen. Zwar ist der Medion Erazer P7734 D nicht überwiegend laut, mit hochwertiger Kühlung und besserer Komponenten-Auswahl aber wäre ein noch leiseres System realisierbar gewesen. Im normalen Windows-Betrieb arbeitet unser Testrechner mit 35,4 dB(A) angenehm laufruhig, unterbietet unter Volllast jedoch nur knapp die 43-dB(A)-Marke. Verglichen mit aktuellen Gaming-Notebooks und dem einen oder anderen Komplettrechner ist das aber noch leise. Lobenswert: Im Spielebetrieb arbeitet der Testrechner mit 41,3 dB(A) ein gutes Stück laufruhiger.

Lautstärke

35.4 XX


39.1 XX


41.3 XX


dB(A)
Mehr ist besser

Leistungsaufnahme:

Auch wenn sich die acht Kerne des RYZEN-Prozessors im Leerlauf vielleicht etwas bemerkbar machen dürfte, wirklich stromhungrig ist der Medion Erazer P7734 D nicht. Im Office-Betrieb genehmigt sich der Rechner knapp unter 40 W, im Spielemodus steigt die Leistungsaufnahme auf etwa 135 W an und erreicht in der Spitze fast 200 W. In Sachen Leistungsaufnahme hat Intel noch immer die Nase vorne.

Leistungsaufnahme

(Gesamtsystem)

39.8 XX


135.8 XX


139.1 XX


in Watt
Mehr ist besser

Temperaturen:

Keine Probleme gibt es bei der Kühlung. Prozessor und Grafikkarte sind mit Temperaturen von 72 und 76 °C unter Last klar die wärmsten Komponenten, bedenklich sind diese Werte allerdings bei weitem noch nicht. Mainboard und SSD bleiben mit Maximal-Werten von 49 und 34 °C deutlich kühler. Im Leerlauf fallen die Werte ebenfalls gewohnt niedriger aus.

Temperaturen

Idle

27 XX


SSD
32 XX


CPU
39 XX


GPU
41 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser

Temperaturen

Last

SSD
34 XX


49 XX


CPU
72 XX


GPU
76 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser


Der Medion Erazer P7734 D ist ein sehr guter Allrounder. Dank des RYZEN-7-Prozessors kann sich vor allem die Multicore-Leistung sehen lassen, Spiele sind in Full HD meist ohne Probleme spielbar. Wer jedoch die neuesten Grafikkracher in einer höheren Auflösung spielen möchte, bei dem dürfte die verbaute NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti schnell an ihre Leistungsgrenze kommen. Hier wäre ein RYZEN-5-Prozessor mit sechs Kernen und dafür eine schnellere GeForce GTX 1060 vielleicht die bessere Wahl gewesen. Eine solche Konfiguration hätte eine ähnlich hohe Arbeitsleistung gehabt, jedoch wäre eine höhere Spieleleistung bei etwa gleichem Preis drin gewesen. Fairerweise muss man aber erwähnen, dass es die RYZEN-5-Familie zur Vorstellung des Medion Erazer P7734 D noch gar nicht gab. Vermutlich wird Medion hier in Kürze entsprechende Modellkonfigurationen in sein Sortiment aufnehmen. Immerhin muss man gegenüber dem Eigenbau bei Medion kaum einen Aufpreis für Service, Vertrieb und Co. bezahlen.

Die restliche Ausstattung ist dagegen gut durchdacht. Das Betriebssystem ist auf einer flotten M.2-SSD untergebracht, die sogar per PCI-Express angebunden wird und damit überdurchschnittliche Leseraten erreicht. Dazu gibt es eine üppige 2-TB-Festplatte, die hervorragend als Datengrab für die eigene Spielesammlung aber auch für die Videodateien zum Rendern dient. Der Arbeitsspeicher ist mit 16 GB ausreichend bemessen und mit 2.400 MHz relativ flott.

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Die Leistungsaufnahme geht in Ordnung, die Lautstärke ebenfalls und Probleme bei der Kühlung konnten wir während unserer Tests keine feststellen. Das Gehäuse ist sportlich gehalten, insgesamt aber sehr schlicht. Die Materialwahl könnte hochwertiger sein.

Insgesamt ist der Medion Erazer P7734 D ein sehr guter Allrounder für alle Lebenslagen.

Persönliche Meinung

AMD ist zurück! Das freut mich eigentlich am meisten. Die letzten Komplettrechner, die ich testen durfte, waren allesamt mit einem intel-Prozessor bestückt, was die Tests in diesem Bereich meist etwas eintönig machte. Obendrein freut es micht natürlich aber auch, dass trotzdem die Leistung hochgehalten wird, wenngleich die GeForce GTX 1050 Ti im Medion Erazer P7734 D hier für mich leider der Flaschenhals ist. (Andreas Stegmüller)