MSI Aegis: Leicht aufrüstbarer Spielerechner im kompakt-schicken Design getestet

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msi aegis gtx970 teaserMit seinem Vortex-System hatte MSI erst kürzlich bewiesen, dass man pfeilschnelle Hardware in einem kompakten, aber trotzdem sehr ansehnlichen Gehäuse problemlos unterbringen kann. Einen Nachteil aber hat die Konstruktion: Sie ist nicht wirklich aufrüstbar. Wer später die Grafikkarten gegen schnellere austauschen oder aber mehr Speicher in das Zylinder-Gehäuse packen möchte, der muss entweder viele Hürden meistern oder kann seine Pläne überhaupt nicht in die Tat umsetzen. Das MSI Aegis, welches man im April vorstellte, knüpft genau daran an und kombiniert ebenfalls schnelle Hardware in einem schicken 19,6-Liter-Gehäuse, lässt sich aber dank normaler Desktop-Komponenten später leichter upgraden. Wie sich der Spielerechner in der Praxis schlägt, erfährt man in unserem heutigen Test.

Zugegeben: Das MSI Vortex hat uns mit seinem zylinderförmigen Designer-Gehäuse, dem leistungsfähigen SLI-Gespann mit zwei NVIDIA-GeForce-GTX-980-Grafikkarten und dem flotten SSD-Aufbau sowie natürlich der modernen Skylake-CPU sehr begeistert. Daran anzuknüpfen oder sogar noch einen draufzusetzen wird für MSI schwer. Den größten Nachteil der schlechten Aufrüstbarkeit macht das MSI Aegis aber allemal wett. Im Inneren werkelt ausschließlich Desktop-Hardware. Neben einer gesockelten Skylake-CPU und einem kleinen Mini-ITX-Mainboard ist auch eine handelsübliche Full-Size-Grafikkarte verbaut. 3,5-Zoll-Laufwerke können ebenso untergebracht werden, wie kleinere 2,5-Zoll-Geräte und ein optisches Laufwerk. Einzig beim Netzteil ist man vielleicht etwas limitiert, denn die Auswahl an Austausch-Geräten ist überschaubar, wattstarke Stromspender in diesem Formfaktor findet man eher selten.

Trotzdem ist das MSI Aegis sehr stylisch. Auf einem Standfuß mit dem integrierten Netzteil thront die restliche Hardware. Die Front ist aggressiv und zeigt sich fast schon kampfeslustig, was auch der Name deutlich macht. Aegis ist ein Kampfsystem, welches in modernen Kampfschiffen der USA oder in Japan zum Einsatz kommt. Seinen namentlichen Ursprung aber findet das MSI Aegis in der griechischen Mythologie – Aigis ist ein schützendes Schild. Dieses findet sich in Form des altbekannten Drachenlogos auf der Front wieder. Abgerundet wird das Design von der Mystic-Light-Beleuchtung, mehreren RGB-LEDs, die sich über eine hauseigene Software nach Belieben einstellen lassen. 

Das MSI Aegis wird in Deutschland ausschließlich als voll bestücktes Gaming-System mit vorinstalliertem Windows ausgeliefert werden und muss damit eigentlich nur noch an Tastatur, Maus, den Bildschirm und natürlich an das Stromnetz angeschlossen werden. Angeboten wird der Kompaktrechner in unterschiedlichen Ausführungen. Herzstück ist jeweils ein Intel Core i5-6400 oder ein Intel Core i7-6700, die auf bis zu 32 GB DDR4-Arbeitsspeicher zurückgreifen dürfen – meist werden jedoch maximal 16 GB RAM verbaut. Auf Seiten der Grafikkarte gibt es entweder eine NVIDIA GeForce GTX 960 oder die schnellere Schwester GeForce GTX 970. Beide stammen natürlich von MSI, sind mit einem eigenen Kühlsystem ausgerüstet und werden mit leicht höheren Taktraten als eigentlich vorgesehen angetrieben. Dazu gibt es eine M.2-SSD und ein 3,5-Zoll-Laufwerk. Wireless-LAN nach 802.11ac ist ebenso an Bord wie Bluetooth 4.2 und Gigabit-LAN. Aufrüsten lässt sich das Aegis mit einem weiteren 3,5-Zoll-Laufwerk. Ein optisches Laufwerk steht natürlich ebenfalls zur Verfügung. Das MSI-eigene Mini-ITX-Mainboard stellt hochwertigen 7.1-Sound mit Nahimic Audio Enhancer bereit sowie zahlreiche aktuelle Anschlüsse, wie beispielsweise USB 3.1 Typ-C. All das bringt man in einem 433 x 376 x 170 mm großen Gehäuse unter.

Für unseren Test versorgte uns MSI mit seinem Flaggschiff-Modell, welches in den nächsten Tagen für empfohlene 1.799 Euro angeboten werden wird. Um die 3D-Beschleunigung kümmert sich eine MSI GeForce GTX 970 4GD5T OC, beim Prozessor kommt Intels Core i7-6700 zum Einsatz. Dazu gibt es 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von 2.133 MHz, eine 256 GB fassende M.2-SSD sowie eine 1-TB-HDD im 3,5-Zoll-Format. Mit Strom versorgt wird der kompakte Spielerechner von einem 350 W starken Netzteil.

Noch schneller (und teurer) geht es mit dem MSI Aegis X, welches man zur Computex 2016 in Taipei ankündigte. Dann gibt es eine Wasserkühlung, einen schnellen K-Prozessor samt Z170-Chipsatz und eine NVIDIA GeForce GTX 1080.

Das MSI Aegis in der Übersicht
Hersteller und BezeichnungMSI Aegis
Straßenpreis: 1.799 Euro
Modell: Aegis-005DE
Homepage: www.msi.com
Hardware 
Abmessungen: 433 x 376 x 170 mm (B x H x T)
Prozessor: Intel Core i7-6700, 4x bis zu 4,0 GHz
Grafikkarte: MSI GeForce GTX 970 4GD5T OC, 4 GB GDDR5
Mainboard: MSI MS-B901, B150
Massenspeicher: 1x 256 GB M.2
1x 1 TB SATA III HDD
Arbeitsspeicher: 2x 8.192 MB DDR4-2133
Netzteil: 350 W, 80Plus Bronze
Kühlung: eigene
Gehäuse: eigenes
Anschlüsse: 1x USB 3.1 Gen 1 Typ-C
4x USB 3.1 Gen 1
4x USB 2.0
2x HDMI
2x DisplayPort
2x DVI
1x LAN (RJ45)
7x 3,5-mm-Klinke
1x optisch
Sonstiges: Wireless-LAN 802.11ac, Bluetooth 4.2, DVD-Brenner, Beleuchtung, Windows 10

Wie sich das MSI Aegis in Sachen Performance, Lautstärke und Leistungsaufnahme schlägt, erfährt man auf den nachfolgenden Seiten.


Bevor wir uns das Gehäuse des MSI Aegis im Detail anschauen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Hardware-Ausstattung.

msi aegis gtx970 cpuz

Herzstück unseres Aegis-Testrechners ist ein Intel Core i7-6700. Er läuft wie alle aktuellen Skylake-Prozessoren von Intel im 14-nm-Verfahren vom Band und kommt direkt nach dem Intel Core i7-6700K als amtierendes Flaggschiff der Plattform. Im Gegenzug zu diesem verzichtet er nicht nur auf das "K"-Suffix und damit auf den nach oben hin geöffneten Multiplikator, sondern ist obendrein geringer getaktet. Die vier Rechenkerne machen sich mit einem Basis-Takt von 3,4 GHz ans Werk und erreichen im Turbo je nach Lastzustand einen Maximaltakt von 4,0 GHz. Das Sockel-LGA1151-Modell kann dank SMT-Support weiterhin acht Threads gleichzeitig bearbeiten. Aufgrund der leicht reduzierten Taktraten und dem Wegfall des offenen Multiplikators sinkt die maximale Leistungsaufnahme von ehemals 91 auf 65 W TDP. Keine Änderungen im Vergleich zum K-Modell gibt es bei den Caches. Der L3-Cache fasst weiterhin 8 MB und kann von allen CPU-Kernen gleichzeitig angesprochen werden. Der Zwischenspeicher in zweiter Reihe beläuft sich auf 256 KB pro Kern, die L1-Caches stellen hingegen jeweils einen 32 KB großen Daten- und Instruktions-Cache bereit. 

Weiterhin mit an Bord ist eine integrierte Grafiklösung. Die Intel HD Graphics 530 wäre als mittlere GT2-Ausbaustufe mit ihren insgesamt 24 Executions-Units und einem Takt von 350 bis 1.150 MHz aber alles andere als schnell genug, um aktuelle Grafikkracher ruckelfrei auf den Bildschirm zu zaubern. MSI verbaut in seinem Aegis-System deswegen eine deutlich leistungsstärkere diskrete Grafiklösung der GTX-Reihe von NVIDIA.

msi aegis gtx970 gpuz

MSI liefert das Aegis wahlweise mit einer GeForce GTX 960 oder GeForce GTX 970 aus. Unser Testmuster wird von letzterer befeuert. Konkret setzt man hier auf die GeForce GTX 970 4GD5T OC des eigenen Hauses. Sie baut auf der GM204-GPU auf, welche der zweiten Maxwell-Generation entspringt und rund 5,2 Milliarden Transistoren unterhalten muss, inzwischen aber schon von den ersten Pascal-Grafikkarten beerbt wurde. Zur Verfügung stehen jedenfalls 1.664 Shadereinheiten, die sich wiederrum auf zwei Graphics Processing Cluster aufteilen und sich jeweils aus 13 Streaming Multiprozessoren (SMM) zu je 4x 32 Shadereinheiten zusammensetzen. Damit stehen in der Summe die bereits erwähnten 1.664 ALUs zur Verfügung: 13 (SMM) x 4 (SMM-Blöcke) x 32 (Shader). Hinzu kommen pro SMM acht Textureinheiten, womit der GeForce GTX 970 104 TMUs zur Seite stehen.

Beim Speicher vertraut man auf vier 64-Bit-Controller und damit auf einen 256 Bit breiten Datenbus. Daran sind schnelle GDDR5-Chips angeschlossen, die es auf eine Gesamtkapazität von 4.096 MB bringen. Mit einer Taktfrequenz von 1.753 MHz erreicht die MSI-Grafikkarte so eine Speicherbandbreite von 224,4 GB pro Sekunde. Eine Übertaktung gibt es zumindest beim Speicher nicht, immerhin aber beim Grafikprozessor. Diesen hat MSI von ehemals 1.051 bzw. 1.178 MHz im Basis- und Boost-Takt auf 1.102 respektive 1.241 MHz angehoben. Wie beim Referenzmodell müssen zwei 6-Pin-PCI-Express-Stromstecker an den 3D-Beschleuniger angeschlossen werden. Den langweiligen Referenzkühler tauschte MSI gegen ein eigenes Modell mit zwei 100-mm-Ventilatoren, dicken Kupfer-Heatpipes und zahlreichen Aluminiumfinnen aus. Damit soll die Grafikkarte deutlich kühler bleiben und gleichzeitig leiser agieren als die Referenzversion. Mit dem Mainboard verbunden wird die MSI GeForce GTX 970 4GD5T OC im MSI Aegis über eine Riserkarte.

Restliche Hardware-Ausstattung

Dazu gibt es 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von 2.133 MHz. Zum Einsatz kommen zwei SO-DIMM-Module im Dual-Channel-Modus, die jeweils auf der Vorder- und Rückseite des Mainboards angebracht wurden. Sie stammen von SK Hynix. Das Mainboard hört auf den Namen MS-B901 und kommt im platzsparenden Mini-ITX-Format daher, setzt allerdings auf den abgespeckten B150-Chipsatz von Intel. Das Betriebssystem sowie eine Reihe von hauseigenen Tools hat MSI auf einem M.2-Laufwerk mit 256 GB von Kingston verbaut. Dieses setzt allerdings noch nicht auf das NVMe-Protokoll und erreicht damit nicht ganz so hohe Übertragungsraten. Theoretisch können solche Laufwerke laut MSI aber natürlich im Aegis eingesetzt werden. Als Datengrab für die eigene Spielesammlung haben die Taiwaner eine zusätzliche Magnetspeicherfestplatte im 3,5-Zoll-Format verbaut, die weitere 1 TB Speicherplatz zur Verfügung stellt. Mit Strom versorgt wird die Hardware von einem 350 W starken Netzteil im Flex-ATX-Format von FSP, das sich mit einem 80Plus-Bronze-Zertifikat schmückt. All das bringt man in einem schicken Eigenbau-Gehäuse mit Mystic-Light-Beleuchtung unter, welches es so nicht zu kaufen gibt.

Mitgelieferte Software

MSI installiert bei seinem Aegis-System nicht nur Windows 10 Home in der 64-Bit-Version, sondern gibt ihm auch eine Reihe nützliche Tools mit auf dem Weg. Das hauseigene Gaming Center dient dabei als zentrale Anlaufstelle für alle wichtigen Einstellungen. Darüber lässt sich beispielsweise die Mystic-Light-Beleuchtung steuern. Dank RGB-LEDs kann der Anwender nicht nur die Farbe festlegen, sondern auch die Art des Beleuchtungseffekts. Möglich ist ein permanentes Aufleuchten der LEDs, eine ansteigende Beleuchtung bis zum Maximum oder aber ein stetig pulsierendes System. Angepasst werden kann die Beleuchtung aber auch an die aktuelle Audio-Ausgabe.

Ansonsten liefert das Gaming Center wichtige Informationen zur Festplattennutzung, der Speicherauslastung sowie der Belastung von CPU und GPU. Aber auch die aktuelle Übertragungsgeschwindigkeit von Ethernet und WLAN können hier eingesehen werden. Über ScenaMax können grafische Effekte auf die Bildausgabe gelegt werden. Ansonsten kann das Wireless-LAN-Modul oder aber die Super-Charger-Funktion bei den dazugehörigen USB-Buchsen ein- und abgestellt werden.

gaming center k

Weiterhin mit an Bord ist eine Software für die Recovery-Funktion, oder zum Feintuning das Nahimic Audio Enhancers. Den XSplit Gamecaster für Live-Streaming von Spielesessions ist ebenso vorinstalliert, wie der WTFast-Client, welcher höhere Übertragungsraten bei gleichzeitig kürzeren Latenzzeiten in Spielen verspricht. Highlight ist aber die Vollversion von Tom Clancy's The Division.

Vergleichssystem

Wer einen Vergleichsrechner zusammenstellt, kann natürlich Geld einsparen, verzichtet allerdings auf das stylische Gehäuse und das schicke Beleuchtungssystem, welches es beides so nicht zu kaufen gibt. Unser Vergleichsrechner verfügt also über ein deutlich schlichteres, im Vergleich zum MSI Aegis fast schon langweiliges Gehäuse. Die Preisangaben lassen sich somit nur bedingt vergleichen und sind nur also grober Richtwert anzusehen.

Technische Daten des Vergleichssystems
Prozessor Intel Core i7-6700 etwa 299 Euro
Mainboard MSI B150I Gaming Pro AC etwa 99 Euro
Arbeitsspeicher 16 GB DDR4-2133 Crucial Ballistix Sport (2x 8GB) etwa 70 Euro
Grafikkarte MSI GeForce GTX 970 4GD5T OC etwa 340 Euro
Massenspeicher Kingston G2 Drive 240 GB M.2 (240 GB)
Western Digital Blue (1 TB)
etwa 93 Euro
etwa 48 Euro
CPU-Kühler Arctic Alpine 11 Pro etwa 9 Euro 
Gehäuse Fractal Design Node 304 Black etwa 75 Euro 
Netzteil be quiet! Pure Power L8 400W etwa 48 Euro 
Betriebssystem Microsoft Windows 10 Home 64 Bit etwa 95 Euro 
Sonstiges BitFenix Alchemy LED Bundle RGB etwa 30 Euro
Gesamt   etwa 1.207 Euro

msi aegis gtx970 03

Optisch macht das MSI Aegis einiges her. Auf einem Standfuß thront eine aggressive Front. Sie erinnert mit ihren vielen Streben – zwischen denen sich die LEDs der Mystic-Light-Beleuchtung befinden – an eine Rüstung.

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Als Auge könnte das rote MSI-Drachenlogo in Schild-Form interpretiert werden. Im Allgemeinen setzt MSI auf eine schwarz-rote Farbgebung und setzt damit den Trend innerhalb seiner Gaming-Produkte fort. 

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Auf der Front gibt es rechts und links ein paar Anschlüsse. Links gibt es zwei USB-2.0-Schnittstellen sowie eine Typ-C-Buchse nach USB 3.1 Gen 1 und damit mit USB-3.0-Geschwindigkeit. Rechts hingegen einen Power-Button sowie zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen für den Anschluss eines Headsets.

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Über die Seitenteile kann man einen vorsichtigen Blick in das Gehäuse-Innere werfen. Erhascht werden können die MSI-Grafikkarte sowie das M.2-Laufwerk und ein SO-DIMM-Speicherriegel auf der gegenüberliegenden Seite. Die Grafikkarte kann über das Meshgitter Frischluft ziehen.

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Auf der Rückseite gibt es die restlichen Anschlüsse. Das MSI Aegis stellt hier weitere USB-Ports, eine Gigabit-LAN-Buchse, HDMI, DVI und DisplayPort bereit. Einen älteren PS/2-Eingang gibt es ebenso wie fünf weitere Soundbuchsen für den 7.1-Sound samt Nahimic Audio Enhancer und einen optischen Soundausgang.

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Für die Stromversorgung muss ein handelsübliches Kaltgerätekabel angeschlossen werden, welches MSI natürlich beilegt. Das Netzteil ist ein 350-W-Modell im Flex-ATX-Formfaktor und mit zwei kleinen 45-mm-Lüftern.

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Anschlussseitig hat das MSI Aegis eigentlich alles zu bieten, was das Gamer-Herz begehren dürfte.

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Sogar ein optisches Laufwerk hat seinen Weg in den Gaming-Rechner gefunden. Unserem Testmuster hat MSI einen DVD-Brenner spendiert, welcher sich hinter der obersten Rüstungsstrebe versteckt.

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Einen praktischen Tragegriff gibt es an der Hinterseite des Gehäuse-Deckels. Damit lässt sich das kompakte 19,6-Liter-Gehäuse schnell mit auf die nächste LAN-Party nehmen.


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Um das Gehäuse zu öffnen, können die beiden Seitenteile wie bei jedem PC-Gehäuse entfernt werden. Hier müssen lediglich zwei bzw. eine Schraube gelöst und die Seitenteile nach vorne geschoben werden. Die meisten Bauteile finden sich jedoch hinter der Fullsize-Grafikkarte, welche MSI über eine Riserkarte mit dem Mainboard verbunden hat.

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Auf der Rückseite der Hauptplatine ist einer der beiden SO-DIMM-Riegel untergebracht und auch das M.2-Steckkartenlaufwerk.

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Ist die Grafikkarte abgenommen, erhält man Zugriff auf den zweiten Speicherriegel und das WiFi- und Bluetooth-Modul. Der Skylake-Prozessor – in unserem Fall ein Intel Core i7-6700 – wird über eine dicke Kupferplatte auf Temperatur gehalten, von wo aus zwei dicke Heatpipes die Abwärme an zahlreiche Aluminiumfinnen weiterleiten und wo sie abschließend von einem 20-mm-Lüfter abgeführt wird. 

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Der Radiallüfter pustet die Abwärme des Prozessors dafür aber direkt aus dem Gehäuse. 

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Über diesem Lüfter wird die Grafikkarte über eine Riserkarte angeschlossen und im MSI Aegis verbaut. Die 3,5-Zoll-Festplatte sowie das optische Laufwerk sind hingegen im vorderen Teil des Gehäuses untergebracht.

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Im Lieferumfang befindet sich neben einer Schnellstart-Anleitung und den üblichen Garantie-Karten nur noch eine Treiber- und Recovery-CD. Erstkäufer des MSI Aegis erhalten zudem die Vollversion von Tom Clancy's The Devision obendrauf. Ansonsten gibt es nur noch ein Kaltgerätekabel – auf weiter Kabel oder Adapter hat MSI verzichtet.


Mit seiner Hardware-Ausstattung dürfte das MSI Aegis viel auf dem Kasten haben und alle aktuellen Spiele selbst in hohen Auflösungen und mit allen Details ruckelfrei darstellen. Wie die Leistung in der Praxis ausfällt, zeigen wir auf dieser Seite auf.

Leistung

Leistungsmäßig hat das MSI Aegis zumindest in unserer Konfiguration einiges zu bieten. Alle aktuellen Spieletitel lassen sich dank der schnellen Skylake-CPU und der leicht übertakteten MSI GeForce GTX 970 problemlos in Full HD spielen – je nach Spieletitel ist sogar eine Auflösung von 2.560 x 1.440 Bildpunkten problemlos möglich. Spiele wie Grand Theft Auto V laufen mit fast 90 Bildern pro Sekunde trotz höherer Sichtweite und größerer Detail-Stufe fast dreimal so schnell über den Bildschirm als auf der Konsole. In der höheren Auflösung reicht es immerhin noch für über 70 Bilder pro Sekunde. Ebenfalls sehr gut spielen lassen sich DiRt Rally und Tomb Raider mit Bildwiederholraten von bis zu 178 FPS. Mittelerde: Shadow of Mordor und Total War Attila sind ebenfalls in Full HD uneingeschränkt spielbar, in der höheren Testauflösung fällt die Framerate allerdings unter 60 FPS, ein Spielvergnügen ist jedoch auch hier gegeben. Dank der GeForce GTX 970 ist das MSI Aegis in dieser Konfiguration auf für Virtual Reality schnell genug, die perfekte Geschwindigkeit hierfür bietet jedoch das erst zur Computex 2016 vorgestellte MSI Aegis X mit NVIDIA GeForce GTX 1080

Bei den synthetischen Benchmarks kann sich die Leistung des MSI Aegis ebenfalls sehen lassen. Dank der SSD, die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von rund 500 bzw. 315 MB pro Sekunde erreicht, ist das Betriebssystem binnen Sekunden geladen, Programme starten meist ohne Verzögerung. Die Festplatte für die eigene Spielesammlung als Datengrab ist mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von rund 160 MB pro Sekunde nicht mehr ganz so flott unterwegs aber noch immer überdurchschnittlich schnell. Der DDR4-Arbeitsspeicher bringt es mit Taktraten von 2.133 MHz im Dual-Channel-Betrieb auf eine Bandbreite von knapp unter 27 GB pro Sekunde. 

Futuremark 3DMark

26649 XX


22776 XX


10008 XX


Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark 11

18005 XX


13647 XX


5174 XX


Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5

CPU

8.81 XX


Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15

CPU

798 XX


Punkte
Mehr ist besser

Sisoft Sandra 2013

Speicherdurchsatz

25.72 XX


MB/Sek.
Mehr ist besser

HDD-Durchsatz

SSD
500.5 XX


HDD
161.9 XX


MB/Sek.
Mehr ist besser

7-Zip

32M

23339 XX


MIPS
Mehr ist besser

Grand Theft Auto 5 – Sehr hoch

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Mittelerde: Shadow of Mordor – Ultra

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Total War: Attila – Hoch

51.5 XX


41 XX
44.1 XX


36 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Tomb Raider – Hoch

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3 – Hoch

60.3 XX


56 XX
42.3 XX


39 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

PCMark 7     PC Mark Vantage
Video Playback 23,96 fps 17.940 Memories Score
Video Transcoding 16.436,71 KB/s N/A TV and Movies Score
System Storage - Gaming 16,76 MB/s 23.834 Gaming Score
Graphics DX9 70,56 fps 19.081 Music Score
Image Manipulation 27,54 Mpx/s N/A Communications Score
Importing Pictures 28,89 MB/s 23.516 Productivity Score
Web Browsing 21,54 pages/s 44.579 HDD Score
Data Decrypting 194,58 MB/s - -
Score 6.717 20.467 Score

Das Kühlsystem:

Ein kompakter Spielerechner mit durchaus leistungsfähiger und hitziger Hardware bedarf eines ausgeklügelten Kühlsystems, um an heißen Sommertagen und nach ausgiebigen Spielesessions nicht zu überhitzen. MSI hat für sein Aegis-System hierfür die Silent-Storm-2-Kühlung entwickelt.

Hier gibt es für die wichtigsten Komponenten jeweils eigene Kühlkammern, zumindest aber eigene Lufteinlässe. Im Standfuß des Aegis hat MSI das Flex-ATX-Netzteil untergebracht. Dieses ist mit zwei kleinen 45-mm-Lüftern ausgerüstet, die jeweils an der Vorder- und Rückseite untergebracht sind. Damit saugen sie Frischluft über die Vorderseite an, leiten sie durch das Netzteil und blasen sie auf der Rückseite wieder nach draußen. Andere Komponenten kommen damit dank der eigenen Kühlkammer mit der aufgewärmten Luft nicht in Verbindung.

Ähnlich ist das bei Mainboard und Prozessor. Hier saugt das Kühlsystem die nötige Frischluft über die Gehäuse-Front an und gibt sie auf der Rückseite wieder ab. Der 3D-Beschleuniger verfügt an der rechten Gehäuse-Seite über eigene Lufteinlässe, worüber die beiden 100-mm-Ventialtoren der Grafikkarte ihre eigene Frischluft beziehen. Entlassen werden soll die Abwärme der GPU und deren hitzigen Spannungswandler ebenfalls über die Rückseite.

msi aegis kühlsystem k

Lautstärke:

Dank des Custom-Kühlers auf der Grafikkarte, bleibt das MSI Aegis zumindest im Leerlauf unter Windows 10 angenehm laufruhig. Wir haben aus einer Entfernung von 30 cm einen Schallpegel von 39,6 dB(A) gemessen. Belastet man den Intel Core i7-6700 mit Prime95 steigt die Geräuschkulisse auf immer noch erträgliche 41,1 dB(A) an, belastet man zusätzlich die Grafikkarte mit Furmark, sind es 49,7 dB(A), womit das System deutlich hörbar ist. Diese Extrembelastung wird in der Praxis aber selten erreicht und dient eigentlich nur dazu, das Kühlsystem an seine Grenzen zu bringen. Im Spielebetrieb liegt die Geräuschkulisse mit 41,9 dB(A) deutlich darunter. Damit ist das MSI Aegis zwar kein Leisetreter, bei weitem aber auch kein Brüllwürfel.

Etwas ärgerlich ist aber die Lüftersteuerung des CPU-Kühlers. Sie kann sich nicht immer entscheiden, mit welcher Geschwindigkeit sie gerade arbeiten soll und dreht meist für nur eine Sekunde unnötig laut auf, um dann wieder herunterzuregeln. Das passiert ab einem gewissen Temperatur-Fenster mehrmals in der Minute. 

Lautstärke

36.5 XX


41.1 XX


41.9 XX


dB(A)
Mehr ist besser

Leistungsaufnahme:

Bei der Leistungsaufnahme genehmigt sich das MSI Aegis keine Patzer. Dank der fortschrittlichen Skylake-CPU und der effizienten Maxwell-GPU zieht der Gaming-Rechner im normalen Windows-Betrieb mit 39,6 W knapp unter 40 W aus der Steckdose. Mit CPU- und GPU-Belastung steigt der Energiehunger auf 153,6 respektive auf 301,8 W an. Im Spielebetrieb liegt die Leistungsaufnahme bei guten 248,1 W.

Leistungsaufnahme

(Gesamtsystem)

39.6 XX


153.6 XX


248.1 XX


in Watt
Mehr ist besser

Temperaturen:

Keine Probleme gibt es bei der Kühlung. Selbst unter extremer Volllast bleiben Prozessor und Grafikkarte kühl genug, um nicht zu throtteln. Wir attestieren ihnen in dieser Disziplin Temperaturen von unter 80 °C. Die M.2-SSD wird aufgrund der gesteigerten Umgebungstemperatur im Gehäuse bis zu 47 °C warm, das Mainboard hingegen 58 °C. Im Leerlauf liegen die Temperaturen natürlich deutlich darunter. Für die anstehenden Sommertage ist man beim MSI Aegis bestens gerüstet.


Nach dem Vortex G65-6QF SLI, welcher nicht nur unseren Excellent-Hardware-Award einheimsen konnte, sondern auch mit dem European-Hardware-Award ausgezeichnet wurde, hat MSI erneut Innovationskraft bewiesen. Das MSI Aegis ist ein ebenfalls sehr kompakter Spielerechner mit flotter Hardware und schickem Design. Mit einem Volumen von 19,6 Liter fällt es allerdings ein gutes Stück größer aus als noch das Vortex-System. Dafür lässt sich die Hardware viel einfacher austauschen und upgraden. Im Inneren werkeln ein gesockelter Skylake-Prozessor und eine herkömmliche Fullsize-Grafikkarte mit PCI-Express-x16-Anbindung sowie handelsübliche 3,5-Zoll- und M.2-Laufwerke. Der Arbeitsspeicher lässt sich dank SO-DIMM-Ausführung ebenfalls mit wenigen Handgriffen aufstocken. 

Doch schon ab Werk bietet das MSI Aegis mehr als ausreichend Spielepower. Dank des Intel Core i7-6700 und der NVIDIA GeForce GTX 970 können alle aktuellen und sicherlich auch kommenden Spieletitel ruckelfrei in Full HD gespielt werden – je nach Spiel und Benchmark ist sogar eine höhere Auflösung problemlos möglich. Dank der schnellen M.2-SSD stimmt zudem die Alltagsleistung im Office-Betrieb. Das Betriebssystem ist binnen weniger Sekunden geladen, Spiele und Anwendungen starten meist ohne Verzögerung. Auf NVMe und damit noch höhere Übertragungsraten als etwa 500 MB/s hat MSI jedoch verzichtet, ein manuelles Upgrade ist laut Datenblatt aber möglich. Für die eigene Spielesammlung gibt es eine 1-TB-Festplatte, welche vergleichsweise hohe Übertragungsraten bietet.

Der stylische Aufbau des Gehäuses ist vor allem der Kühlung geschuldet. Netzteil und Mainboard sind jeweils in einer eigenen Kühlkammer untergebracht, die Grafikkarte kann über eigene Lufteinlässe ebenfalls eigenständig Frischluft beziehen. Probleme bei den Temperaturen gibt es damit nicht. Im Gegenteil: Das MSI Aegis ist bestens für die anstehenden Sommertage gewappnet. Leise bleibt das System zumindest im Office-Betrieb und auch unter im Spielebetrieb ist es mit knapp 42 dB(A) vergleichsweise laufruhig. Allerdings ist die Lüftersteuerung sehr unruhig. Sie dreht ab einer bestimmten Temperatur für zwei Sekunden voll auf, um dann direkt wieder herunterzuregeln. Dieses ständige "Auf und Ab" ist deutlich störender als nur laute Ventilatoren. Hinzu kommt, dass der CPU-Lüfter ein sehr dumpfes Brummen aufweist. 

Die Computex 2016 stand ganz im Zeichen von VR und RGB-Beleuchtung. Dank der leicht übertakteten GeForce GTX 970 ist das MSI Aegis für Virtual Reality gerüstet, entspricht es auf Seiten der Grafikkarte den Mindestanforderungen von NVIDIA und Valve. Eine RGB-Beleuchtung gibt es in Form des Mystic-Light-Systems ebenfalls. Die zahlreichen LEDs an der Front können über eine hauseigene Software eingestellt werden – nicht nur die Farben lassen sich bestimmten, auch die Effekte. Das findet man nicht bei jedem Mini-ITX-System. Ebenfalls lobenswert ist der Tragegriff am MSI Aegis, womit sich das System leicht mit auf die nächste LAN-Party nehmen lässt.

Der größte Nachteil des MSI Aegis ist jedoch sein Preis. Satte 1.799 Euro will MSI für unsere Test-Konfiguration haben. Wer auf die Software-Dreingaben verzichten kann – MSI liefert unter anderem die Vollversion von Tom Clancy's The Devision mit – und ein ähnliches System zusammenstellt, kann viel Geld sparen und dennoch die gleiche Leistung bekommen. Die üppige Ausstattung und das doch stylische Gehäuse mögen einen Aufpreis aber durchaus rechtfertigen. Wehrmutstropfen: Da das System in Deutschland noch kaum erhältlich ist, dürften die Straßenpreis bei breiterer Verfügbarkeit in wenigen Tagen nach unten rutschen. Außerdem gibt es das Aegis auch mit günstigerer Hardware wie einem Core-i5-Prozessor oder einer NVIDIA GeForce GTX 960 sowie weniger Arbeits- und Massenspeicher.

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Schade! Der hohe Preis und die unruhige Lüftersteuerung lassen das MSI Aegis an unserem heiß begehrten Excellent-Hardware-Award vorbeirauschen.

 

Positive Aspekte des MSI Aegis:

Negative Aspekte des MSI Aegis:

Persönliche Meinung

Vieles, was MSI in letzter Zeit angegangen ist, hat Hand und Fuß. Das Vortex-System ist für mich noch immer ein echtes Highlight und auch bei den Mainboards, Grafikkarten und Notebook-Gehäusen hat MSI kräftig zugelegt, die Konkurrenz meist überholt, zumindest aber dicht aufgeschlossen. Das Aegis weiß ebenfalls zu gefallen, leistet sich aber doch zwei grobe Patzer. Dennoch ein innovatives Gehäuse im potenter Leistung. (Andreas Stegmüller)