ASUS ROG G20CB: Stylischer, aber teurer Gaming-Rechner im Test

Veröffentlicht am: von

asus rog g20 skylake test teaserDer ASUS ROG G20CB ist nur etwas größer als eine Spielekonsole, trägt im Gegensatz zu den meisten Steam Machines aber waschechte Desktop-Hardware in sich – vom Prozessor angefangen über die Grafikkarte bis hin zum Mainboard und die Speicherriegel. Das ermöglicht nicht nur eine hohe Spieleleistung, sondern vor allem auch zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten. Zur Auswahl stehen verschiedene Skylake-Prozessoren der Core-i5- bis -i7-Reihe, zahlreiche 3D-Beschleuniger von AMD und NVIDIA, unterschiedliche RAM-Bestückungen und natürlich verschiedene Konfigurationen bei Festplatte und SSD. Wir haben uns eine mittlere Version mit Intel Core i7-6700 und GeForce GTX 970 geschnappt und uns die Neuauflage des ASUS ROG G20 einmal näher angeschaut.

Der ASUS ROG G20CB ist eigentlich nicht neu und hat im Hinblick auf die Steam Machines auch schon ein paar Monate mehr auf dem Buckel. Bei einer neuen Prozessor- oder Grafikkarten-Generation werden die kleinen Desktop-Rechner aber regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht. Mit dem Wechsel von Haswell auf Skylake war wieder einmal eine Anpassung der Hardware nötig. Die neueste Generation mit dem Kürzel "CB" soll damit nicht nur etwas schneller und effizienter arbeiten, sondern bringt dank eines überarbeiteten Chipsatzes auch eine Reihe neuer Anschlüsse mit sich. So sind fortan USB 3.1 mit an Bord und schnelle M.2-Laufwerke möglich. 

Auf seiner Webseite listet ASUS den ROG G20CB in verschiedenen Konfigurationen. So lässt sich der kompakte Gaming-Rechner nicht nur mit einem schnellen Skylake-Prozessor der Core-i5- und Core-i7-Familie bestücken, auch zahlreiche Grafikkarten von AMD und NVIDIA sind kompatibel. Zur Auswahl stehen verschiedene Modelle von der NVIDIA GeForce GTX 950 bis hin zur GeForce GTX 980. Aber auch eine weniger leistungsstarke NVIDIA GeForce GTX 745 oder GeForce GTX 740 lässt sich verbauen. Bei den AMD-Grafikkarten ist die Auswahl mit einer Radeon R9 380 deutlich kleiner. Dazu gibt es bis zu 32 GB DDR4-Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von 2.133 MHz. Mindestens sind es 8 GB RAM. Ansonsten bietet der ASUS ROG G20CB Platz für eine 3,5-Zoll-Festplatte, nimmt aber auch eine schnelle M.2-SSD auf, welche über vier PCI-Express-Lanes angebunden werden kann.

All das bringt man in einem 358 x 340 x 104 und rund 6,4 kg schweren und stylischen Gehäuse unter. Dieses kommt im üblichen ROG-Farbdesign mit schwarz-roten Farbakzenten daher, verfügt aber auch über eine integrierte RGB-Beleuchtung, die sich über ein Software-Tool einstellen lässt. Damit ist der ASUS ROG G20CB nicht viel größer als eine herkömmliche Spielekonsole wie Microsofts Xbox One oder Sonys PlayStation 4 und ist in etwa nur so groß wie ein Aktenordner. Auf eine LAN-Party lässt sich das System somit schnell mitnehmen, findet theoretisch aber auch ein Plätzchen unter dem heimischen Fernseher im Wohnzimmer. Eine Steam Machine ist der Desktop-Rechner von ASUS nicht, wenngleich die Hardware ausreichend schnell dafür wäre und die Abmessungen durchaus dafür sprechen würden. Das größte Manko – das Linux-basierte SteamOS – wird damit umgangen. ASUS installiert weiterhin ausschließlich Windows 10 Home vor.

Der ASUS ROG G20CB in der Übersicht
Hersteller und BezeichnungASUS ROG G20CB
Straßenpreis: etwa 1.699 Euro
Homepage: www.asus.de
Hardware 
Abmessungen: 358 x 340 x 104 mm (L x W x H)
Prozessor: Intel Core i7-6700, 4x bis zu 4,0 GHz
Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 970, 3 GB GDDR5
Massenspeicher: 1x 256 GB SATA-III-SSD
1x 1 TB SATA III HDD
Arbeitsspeicher: 2x 8.192 MB DDR4-2133
Anschlüse: 2x USB 3.1
2x USB 3.0
2x USB 2.0
2x HDMI
3x DisplayPort
1x DVI
1x LAN (RJ45)
8x 3,5-mm-Klinke
Sonstiges: WiFi (802.11ac)
Bluetooth 4.0
2x Netzteil

Unser Testmuster schlägt mit einem Preis von rund 1.700 Euro zu Buche, dafür handelt es sich aber auch um eine leistungsstarke, mittlere Konfiguration mit Intel Core i7-6700 und NVIDIA GeForce GTX 970. Wie sich der ASUS ROG G20CB in Sachen Performance, Leistungsaufnahme und Lautstärke schlägt, erfährt man auf den nachfolgenden Seiten.

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar



Bevor wir uns das Gehäuse des ASUS ROG G20CB im Detail anschauen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Hardware-Ausstattung.

asus rog g20 cpuz

Herzstück unseres Testrechners ist ein Intel Core i7-6700. Dieser verzichtet nicht nur auf das "K"-Suffix und damit auf den nach oben hin geöffneten Multiplikator, sondern ist obendrein auch etwas langsamer getaktet. Die vier Rechenkerne machen sich mit einem Basis- und Turbo-Takt von 3,4 bis 4,0 GHz ans Werk. Der Intel Core i7-6700K erreicht hier noch Geschwindigkeiten von 4,0 bis 4,2 GHz. Dafür sinkt die maximale Leistungsaufnahme von 91 auf 65 W TDP. Die aktuellste Skylake-CPU und der fortschrittliche 14-nm-Prozess gibt es aber auch hier. Genau wie einen 8 MB großen L3-Cache und einen pro Kern 256 KB fassenden Level-2-Zwischenspeicher. Auf SMT-Support braucht man beim Intel Core i7-6700 ebenfalls nicht zu verzichten, der Prozessor kann bis zu acht Threads gleichzeitig bearbeiten. 

Der CPU steht auch eine integrierte Grafiklösung in Form der Intel HD Graphics 530 zur Seite. Diese mittlere GT2-Ausbaustufe stellt insgesamt 24 Execution-Units zur Verfügung und macht sich mit einem Takt von 350 bis 1.150 MHz ans Werk. Ihren Grafikspeicher zwackt sich die Grafiklösung direkt vom Hauptspeicher ab, Modelle mit eigenem eDRAM-Cache sind erst zu einem späteren Zeitpunkt geplant. Der Speichertakt entspricht damit dem des Arbeitsspeichers und liegt beim ASUS ROG G20CB bei 2.133 MHz. Angesprochen werden kann die integrierte Grafiklösung über einen eigenen HDMI-Ausgang.

asus rog g20 gpuz

Aktiv genutzt wird die Intel HD Graphics 530 beim ASUS ROG G20CB allerdings nicht, wäre sie für aktuelle Spieletitel auch zu langsam. Unser Testmuster ist hier mit einer Fullsize-PCI-Express-Grafikkarte ausgerüstet. Die NVIDIA GeForce GTX 970 entspricht dem Referenzlayout und baut auf der GM204-GPU auf, welche bereits der zweiten Maxwell-Generation entspringt und 5,2 Milliarden Transistoren bereithält. Diese verteilen sich unter anderem auf insgesamt 1.667 Shadereinheiten, die sich wiederrum auf zwei Graphics Processing Cluster aufteilen und sich jeweils aus 13 Streaming Multiprozessoren (SMM) zu je 4x 32 Shadereinheiten zusammensetzen. In der Summe ergeben sich damit 1.667 ALUs: 13 (SMM) x 4 (SMM-Blöcke) x 32 (Shader). Hinzu kommen pro SMM acht Textureinheiten, womit 104 TMUs vorhanden sind.

Beim Speicher vertraut man auf vier 64-Bit-Controller und damit auf einen 256 Bit breiten Datenbus, an den insgesamt 4.096 MB GDDR5-Videospeicher angeschlossen werden. Mit einer Taktfrequenz von 1.753 MHz erreicht die NVIDIA GeForce GTX 970 somit eine Speicherbandbreite von 224,4 GB pro Sekunde. Der Grafikprozessor macht sich hingegen mit einem Takt von 1.051 MHz ans Werk, kann je nach Power- und Temperatur-Target aber auch höhere Taktraten von mindestens 1.178 MHz erreichen. 

NVIDIA gibt die TDP mit 145 W an, womit zwei zusätzliche 6-Pin-PCI-Express-Stromsteker notwendig werden.


asus rog g20 skylake test 02

Der ASUS ROG G20CB ist aufgestellt ein sehr schlanker Gaming-Rechner mit einer Breite von gerade einmal 104 mm. Zwischen den beiden schwarzen Seitenteilen ist ein Slot-In-Laufwerk untergebracht, welches bei unserem Testgerät nicht nur DVDs und CDs ausliest, sondern diese auch beschreiben kann. Rechts und links davon sind zur besseren Durchlüftung des Gehäuses zahlreiche Lüftungsschlitze untergebracht.

asus rog g20 skylake test 03

Etwas weiter unten gibt es zwei USB-Schnittstellen sowie zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen für den Anschluss eines Headsets.

asus rog g20 skylake test 04

Auf den beiden Seiten gibt es weder Anschlüsse noch ein Seitenfenster oder Lufteinlässe. Einzig das Republic-of-Gamers-Logo ist dort angebracht.

asus rog g20 skylake test 06

Auf der anderen Seite zeigt der ASUS ROG G20CB was in ihm steckt. Drei Aufkleber weisen auf Windows 10, eine Intel-Core-i7-CPU und eine GeForce-GTX-Grafik hin.

asus rog g20 skylake test 07

Auf Ober- und Unterseite sind ebenfalls keine Besonderheiten auszumachen. Da die beiden Seitenteile auch als Standfuß fungieren, nutzt das System den Abstand zum Schreibtisch zur Frischluftversorgung und Abtransport der Abwärme.

asus rog g20 skylake test 08

Der Großteil der Anschlüsse ist auf der Rückseite zu finden.

asus rog g20 skylake test 09

Hier stehen sechs weitere USB-Ports zur Verfügung, wovon allerdings zwei als ältere USB-2.0-Buchsen ausgeführt sind. Die obligatorische Gigabit-LAN-Buchse und die Audio-Ausgänge für 7.1-Sound sowie einen Kensington-Lock gibt es hier ebenfalls.

asus rog g20 skylake test 10

Während der obere HDMI-Port ausschließlich die integrierte Skylake-Grafik anspricht, bringt die zusätzliche diskrete Grafikkarte ihre eigenen Anschlüsse mit. Unsere NVIDIA GeForce GTX 970 stellt hier drei DisplayPort-Ausgänge, einen HDMI-Port und einen DVI-Ausgang bereit.


asus rog g20 skylake test 12

Wer weiß, wie man den ASUS ROG G20CB öffnen kann, der wird sich nicht sonderlich schwer tun. Das erste Mal ist allerdings etwas umständlich. So muss zunächst die Plastikabdeckung auf der Gehäuse-Oberseite mithilfe eines Schraubendrehers gelöst werden. Darunter verbirgt sich eine Schraube, die die beiden Seitenteile zusammenhält. Auf der Unterseite muss direkt unter dem Garantie-Siegel eine weitere gelöst werden – schon kann man die beiden Seitenteile auseinanderschieben.

asus rog g20 skylake test 13

Im Inneren steckt ein herkömmliches H170-Mainboard, auf dem die Skylake-CPU gesockelt wird. 

asus rog g20 skylake test 14

Neben einer 2,5-Zoll-SSD von SK Hynix hält der ASUS ROG G20CB auch eine zusätzliche Magnetspeicherfestplatte im 3,5-Zoll-Format bereit, welche 1 TB Speicher zur Verfügung stellt und damit ausreichend Platz für die eigene Spielesammlung bietet.

asus rog g20 skylake test 16

Die Grafikkarte ist ebenfalls ein herkömmliches Fullsize-PCI-Express-Modell, welches allerdings mithilfe einer Risercard verbaut wird. Unterstützung bietet das System allerdings nur für Grafikkarten mit Referenzkühler – 3D-Beschleuniger bis hin zur NVIDIA GeForce GTX 980 werden unterstützt.

asus rog g20 skylake test 17

Das Netzteil hat ASUS aus Platzgründen ausgelagert – vielmehr sind es sogar zwei. Eines davon wird per Kaltgerätekabel mit der Steckdose verbunden, das andere hingegen über einen Micky-Maus-Stecker. Für den Betrieb müssen beide Netzteile angeschlossen werden. Die Leistung dieser liegt bei 230 bzw. 180 W. Selbst unter Volllast werden sie nur handwarm, was wohl auch am Aufbau des Rahmens liegt, worüber beide Netzteile mit Frischluft versorgt werden können. Wir gehen davon aus, dass ASUS die Grafikkarte mit dem 180-W-Netzteil versorgt, während die restlichen Komponenten über das 230-W-Gerät bedient werden.


Mit seiner Desktop-Hardware dürfte der ASUS ROG G20CB deutlich schneller sein als die bisher von uns getesteten Steam Machines. Wie die Leistung in der Praxis ausfällt, zeigen wir auf dieser Seite auf. 

Leistung

Leistungsmäßig hat der ASUS ROG G20CB einiges zu bieten. Dank der schnellen Skylake-CPU und der NVIDIA GeForce GTX 970 lassen sich alle aktuellen Spieletitel in Full HD und allen Details ruckelfrei darstellen. Selbst hardwarehungrige Titel wie Grand Theft Auto 5 oder Total War: Attila sind problemlos spielbar. Je nach Benchmark ist sogar eine höhere Auflösung von 2.560 x 1.440 Bildpunkten bedenkenlos einstellbar. 

Bei den synthetischen Benchmarks kann das System ebenso überzeugen wie bei der Alltagsleistung. Dank der SSD, welche es auf Lesegeschwindigkeiten von bis zu 470 MB pro Sekunde bringt, ist das Betriebssystem binnen Sekunden geladen und auch Programme starten nahezu ohne Verzögerung. Für Spiele dient allerdings eine zusätzliche 3,5-Zoll-Festplatte als Datengrab. Die ist mit Übertragungsraten von etwa 140 MB pro Sekunde nicht ganz so schnell unterwegs aber noch immer ausreichend flott. Der DDR4-Arbeitsspeicher erreicht dank einer Taktrate von 2.133 MHz und Dual-Channel-Modus eine Speicherbandbreite von rund 25,4 GB pro Sekunde.

Futuremark 3DMark

26304 XX


25234 XX


9698 XX


Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark 11

17477 XX


13064 XX


4912 XX


Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5

CPU

8.95 XX


Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Sisoft Sandra 2013

Speicherdurchsatz

25.42 XX


MB/Sek.
Mehr ist besser

HDD-Durchsatz

SSD
469.97 XX


HDD
180.18 XX


MB/Sek.
Mehr ist besser

7-Zip

32M

22666 XX


MIPS
Mehr ist besser

Grand Theft Auto 5 – Sehr hoch

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Mittelerde: Shadow of Mordor – Ultra

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Total War: Attila – Hoch

62.7 XX


49 XX
44.4 XX


35 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Tomb Raider – Hoch

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3 – Hoch

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

PCMark 7     PC Mark Vantage
Video Playback 23,96 fps 17.578 Memories Score
Video Transcoding 11.783,95 KB/s N/A TV and Movies Score
System Storage - Gaming 15,66 MB/s 24.045 Gaming Score
Graphics DX9 98,06 fps 21.565 Music Score
Image Manipulation 27,89 Mpx/s 27.034 Communications Score
Importing Pictures 27,69 MB/s 19.681 Productivity Score
Web Browsing 19,2 pages/s 39.526 HDD Score
Data Decrypting 186,11 MB/s - -
Score 6.427 21.101 Score

Lautstärke:

Die Lautstärke ist im normalen Windows-Betrieb aus einer Entfernung von 30 cm mit 34,8 dB(A) als durchaus leise zu bezeichnen. Unter Last dreht das Kühlsystem aber deutlich auf. Mit Prime95 und Furmark haben wir CPU und GPU 45 Minuten lang belastet und danach erneut mit unserem Messgerät gemessen. Das System drehte hier auf bis zu 45,7 dB(A) auf. Im Spielebetrieb ist der ASUS ROG G20CB dagegen etwas laufruhiger und erreicht etwa 41,3 dB(A). Dass der Prozessor-Kühler das Problem ist und nicht der der Grafikkarte, zeigt sich, wenn man lediglich die CPU belastet, denn dann ist das System mit 44,3 dB(A) etwas lauter als im Spielebetrieb.

Lautstärke

34.8 XX


41.3 XX


44.3 XX


dB(A)
Mehr ist besser

Leistungsaufnahme:

Prozessor und Grafikkarte reduzieren im 2D-Betrieb automatisch ihre Taktraten und Spannungen – das kommt der Leistungsaufnahme zugute. Im Windows-Betrieb zieht unser Testrechner gerade einmal 37 W aus der Steckdose. Belastet man allerdings den Intel Core i7-6700 steigt der Stromhunger auf über 120 W nach oben. Schaltet sich dann noch die Grafikkarte mit Volllast hinzu, steigt die Leistungsaufnahme schon auf über 285 W. Im normalen Spielebetrieb ist der ASUS ROG G20CB allerdings etwas sparsamer. Bei The Witcher 3: Wild Hunt begnügt sich unser Testmuster mit rund 230 W.

Leistungsaufnahme

(Gesamtsystem)

37.1 XX


121.9 XX


231 XX


in Watt
Mehr ist besser

Temperaturen:

Temperatur-Probleme gibt es trotz der leistungsfähigen Hardware und der kompakten Abmessungen beim ASUS ROG G20CB keine. Zwar wird die Grafikkarte unter Last mit 82 °C etwas warm und auch der Skylake-Prozessor heizt sich auf über 70 °C auf, jedoch führt dies weder zu einem Thermal-Throttling, noch gab es irgendwelche Abstürze oder Bildfehler während unserer Tests. Mainboard und Festplatte zeigen sich von den erhöhten Umgebungstemperaturen im Gehäuse unbeeindruckt und bleiben mit 42 bzw 31 °C deutlich kühler. Um Leerlauf-Betrieb haben wir für Prozessor, Grafikkarte, Mainboard und Magnetspeicher zwischen 29 und 31 °C gemessen – allesamt sehr gute Werte!

Temperaturen

Idle

SSD
29 XX


CPU
31 XX


GPU
31 XX


32 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser

Temperaturen

Last

SSD
31 XX


42 XX


CPU
71 XX


GPU
82 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser


Sicher: Mit einem Preis von fast 1.700 Euro ist der ASUS ROG G20CB alles andere als ein Schnäppchen und ja unsere Leser stellen ähnliche Konfigurationen zu günstigeren Preisen zusammen. Einen solch kompakten und zugleich leistungsstarken Gaming-Rechner mit Desktop-Hardware wie den ROG G20 aber sieht man selten. Zwar gibt es etliche Mini-ITX-Gehäuse, die durchaus eine Fullsize-PCI-Express-Grafikkarte aufnehmen, doch sind diese meist optisch weniger ansprechend, zumindest aber deutlich langweiliger. Der ASUS ROG G20CB ist da schon ein echter Hingucker, den man sich gerne auf den Schreibtisch oder aber direkt unter den Fernseher ins Wohnzimmer stellt.

Die Leistung ist dank des Intel Core i7-6700 und der NVIDIA GeForce GTX 970 auf sehr hohem Niveau. Alle aktuellen Spieletitel können problemlos in den höchsten Einstellungen gespielt werden und das nicht nur in Full HD, sondern teilweise auch in höheren Auflösungen wie beispielsweise mit 2.560 x 1.080 Bildpunkten. Die SSD könnte zwar etwas schneller sein, die Alltagsleistung ist damit allerdings hervorragend, zumal ASUS auch auf schnelle DDR4-Module im Dual-Channel-Modus setzt – das machen leider noch längst nicht alle Komplett-System-Hersteller. Für die eigene Spielesammlung gibt es zudem eine herkömmliche 1-TB-Festplatte. Damit ist die Hardware durchaus gut ausgewählt und auch so nicht gerade günstig. Alleine die Grafikkarte schlägt mit fast 350 Euro zu Buche. Nichts zu meckern gibt es auch bei der Anschluss-Vielfalt – hier steht nun auch USB 3.1 zur Verfügung, welches nochmals deutlich höhere Übertragungsraten ermöglicht, sofern die SSD nicht limitiert. M.2-Laufwerke mit NVMe-Protokoll sind im ASUS ROG G20CB jedenfalls möglich.

Die Leistungsaufnahme ist für ein System dieser Preis- und Leistungsklasse durchaus gut, vor allem im 2D-Betrieb, wo der Testrechner gerade einmal knapp über 37 W aus der Steckdose zieht, im Spielebetrieb sind es dagegen rund 230 W und auch im absoluten Worst-Case-Szenario bleibt man der 300-W-Marke fern. Etwas Federn lassen aber muss das System bei der Kühlung. Zwar kam es während unserer Tests zu keinerlei Leistungseinbrüchen oder gar Abstürzen, jedoch heizte sich die Grafikkarte auf über 80 °C auf und das System drehte derart laut auf, dass wir fast 46 dB(A) gemessen haben. Hinzu kommt, dass der ASUS ROG G20CB dank seiner herkömmlichen Desktop-Hardware durchaus in Eigenregie erweiter- und aufrüstbar ist, jedoch ist das erstmalige Öffnen des Gehäuses nicht gerade einfach und auch sonst ein sehr fummelige Angelegenheit.

{jphoto image=91718}

Alles in allem ist der ASUS ROG G20CB ein sehr potenter Gaming-Rechner im Konsolen-Format mit schickem Design. Der Preis dafür ist aber überzogen.

 

Positive Aspekte des ASUS ROG G20:

Negative Aspekte des ASUS ROG G20:

Persönliche Meinung

Seitdem ich meine betagte PlayStation 3 verkauft habe, vermisse ich schon ein wenig das Zocken vom Sofa aus – vor allem dann, wenn sich Freunde und Bekannte zum Spieleabend eingeladen haben. Zwar behelfe ich mir bislang mit einem längeren HDMI-Kabel oder streame die Inhalte per In-Home-Streaming auf einen leistungsschwachen Wohnzimmer-PC, doch so ganz geht mir PC-Gaming im Wohnzimmer nicht aus dem Kopf. Als kleiner Geizkragen ist mir der ASUS ROG G20CB aber deutlich zu teuer, wenngleich mir Optik und Ausstattung durchaus zusagen würden. (Andreas Stegmüller)

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar