Alienware X51: Kompakter Gaming-Rechner mit Wasserkühlung im Test

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alienware x51 skylake test teaserWährend sich Spielekonsolen innerhalb ihres Lebenszyklus auf Seiten der Hardware nur geringfügig verändern, bieten PCs meist deutlich mehr Möglichkeiten und machen im Laufe der Jahre deutliche Fortschritte bei der Grafik. Sie können meist leicht aufgerüstet werden und so gibt es sie bereits ab Kauf in zahlreichen unterschiedlichen Ausstattungs-Varianten, um sich an die Bedürfnisse der Käufers anzupassen. Je kleiner der PC allerdings ausfällt, desto schwieriger wird eine spätere Aufrüstung. Trotzdem noch kompakt und mit echter Desktop-Hardware bestückt, ist der Alienware X51, welcher sogar mit einer Wasserkühlung ausgerüstet ist. Wie sich die neueste Generation mit Skylake-CPU und Maxwell-Grafik sowie mit flotter SSD schlägt, erfährt man in diesem Test.

Spielekonsolen mögen zwar deutlich günstiger und vielleicht auch etwas kompakter ausfallen als ein Spielerechner, dafür entwickeln sie sich im Laufe der Jahre nur wenig weiter. Die Hardware der Sony PlayStation 3 wurde beispielsweise über sieben Jahre leistungsmäßig nicht verbessert, neue Fertigungstechniken brachten immerhin mehr Effizienz und machten die Konsole etwas kompakter und günstiger. Grafisch aber war die Sony-Konsole längst ausgereizt und vom PC überholt, bis sie endlich vor knapp zwei Jahren durch die PlayStation 4 ersetzt wurde. Mit einem Gaming-PC ist man deutlich flexibler, wenngleich die Anschaffungskosten über denen einer Spielekonsole liegen. Zwar bekommt man schon für 500 Euro einen guten Spielerechner, welcher durchaus in der Lage ist, alle aktuellen Spiele in Full HD ruckelfrei auf den Bildschirm zu zaubern, für kommende Grafikkracher aber muss man schon die Details reduzieren oder weitere Anpassungen an der Hardware vornehmen. Mit jeder neuen Grafikgeneration, die es immerhin fast im jährlichen Rhythmus gibt, steigert das die Bildraten und macht noch einmal grafisch anspruchsvollere Spiele möglich. Trotz gleicher Engine ist bei Titeln wie Grand Theft Auto 5 deutlich mehr möglich. Die Sichtweite ist größer, die Detailstufe höher und das Bild dank AA/AF insgesamt ruhiger und flimmerfreier. 

Kein Wunder, dass Valve mit den Steam Machines hier den etablierten Konsolen im Wohnzimmer den Rang ablaufen, zumindest aber in Konkurrenz treten möchte. Mit der ZOTAC ZBOX Magnus EN970 hatten wir bereits einen ersten Vorläufer einer möglichen Steam Machine im Test. Bei den Abmessungen braucht sich der kleine Rechenkünstler nicht vor einer PlayStation 4 oder Xbox One verstecken und auch die Leistung stimmt dank Broadwell-Prozessor und NVIDIA GeForce GTX 970M. Wer die kleine Kiste später aber aufrüsten möchte, der landet schnell in der Sackgasse, da hier auf Notebook-Hardware gesetzt wird, die sich nicht so leicht austauschen lässt. Anders ist das beim Alienware X51. Hier kommt echte Desktop-Hardware zum Einsatz und zumindest Prozessor, Arbeitsspeicher, SSD und vielleicht auch die Grafikkarte können später mit etwas Aufwand oder per externem Zusatzgerät aktualisiert werden.

Wie gewohnt gibt es den Alienware X51 in unterschiedlichen Preis- und Leistungsklassen. Während die kleinste Variante mit einem Core-i3-Prozessor und einer NVIDIA GeForce GTX 745 auskommen muss, ist die Basis-Version des Topmodells schon mit einem Core-i7-Prozessor und mindestens einer AMD Radeon R7 370 bestückt. Optional werden noch schnellere Grafikkarten, mehr Arbeitsspeicher, zusätzliche SSDs und vieles mehr angeboten. Das Besondere dabei: Alienware setzt in allen Geräten auf einen Desktop-Prozessor der Skylake-Generation und verbaut ausschließlich Fullsize-Grafikkarten, die per Riser-Karte verbaut werden. Der Prozessor wird von einer Flüssigkeitskühlung auf Temperatur gehalten. Mit Preisen von etwa 850 bis 1.400 Euro sind die mit 343 x 318 x 95 mm kompakten Spielerechner allerdings deutlich teurer als die aktuelle Konsolen-Generation von Sony und Microsoft. Wer sich zudem für weitere Extras entscheidet, kann den Preis schnell in die Höhe treiben.

Wir haben uns die aktuelle Generation des Alienware X51 einmal näher angeschaut. Alienware stellte uns hierfür eine durchaus leistungsfähige und auch teure Konfiguration zur Verfügung. Unser Testmuster wird von einem Intel Core i7-6700K, einer NVIDIA GeForce GTX 960 mit 2 GB GDDR5-Videospeicher, insgesamt 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher und einer 256-GB-SSD samt 2-TB-HDD angetrieben.

Der Alienware X51 in der Übersicht
Hersteller und BezeichnungAlienware X51
Straßenpreis: etwa 1.700 Euro
Homepage: www.alienware.com
Hardware 
Abmessungen: 343 x 318 x 95 mm (L x W x H)
Prozessor: Intel Core i7-6700K, 4x bis zu 4,2 GHz
Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 960, 2 GB GDDR5
Massenspeicher: 1x 256 GB M.2-SSD
1x 2 TB SATA III HDD
Arbeitsspeicher: 2x 8.192 MB DDR4-2133
Anschlüse: 2x USB 3.1
4x USB 3.0
2x USB 2.0
1x HDMI
3x DisplayPort
1x DVI
1x LAN (RJ45)
5x 3,5-mm-Klinke
Sonstiges: WiFi (802.11ac)
Bluetooth 4.0
Anschluss für Graphics Amplifier

Wie sich der Alienware X51 in Sachen Performance, Leistungsaufnahme und Lautstärke schlägt, erfährt man auf den nachfolgenden Seiten.


Bevor wir uns das Gehäuse des Alienware X51 im Detail anschauen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Hardware-Ausstattung.

alienware x51 cpu01

Herzstück unseres Testrechners ist ein Intel Core i7-6700K, welcher das derzeit aktuelle Flaggschiff der Skylake-Generation darstellt. Die CPU wird bereits im 14-nm-Prozess gefertigt, stellt vier Rechenkerne bereit und kann dank SMT-Support acht Threads gleichzeitig bearbeiten. Standardmäßig macht sich die 91-Watt-CPU mit einer Geschwindigkeit von 4,0 bis 4,2 GHz ans Werk. Dazu gibt es einen 8 MB großen L3-Cache, während die Zwischenspeicher in erster und dritte Reihe pro Core einen 32 KB großen Daten- und Instruktionen-Cache sowie einen 256 KB großen L2-Cache zur Verfügung stellen. Alienware dreht auf Wunsch (über eine mitgelieferte Software) dank der leistungsstarken Wasserkühlung leicht an der Taktschraube und spricht alle vier Rechenkerne mit jeweils bis zu 4,4 GHz an.

Dem Prozessor zur Seite steht eine integrierte Grafiklösung in Form der Intel HD Graphics 530. Diese mittlere GT2-Ausbaustufe stellt insgesamt 24 Execution Units zur Verfügung und macht sich mit einem Turbo-Takt von bis zu 1.150 MHz ans Werk. Der Grundtakt liegt bei gerade einmal 350 MHz. Ihren Grafikspeicher zwackt sich die Grafiklösung direkt vom Hauptspeicher ab, Modelle mit eigenem eDRAM-Cache sind erst zu einem späteren Zeitpunkt geplant. Der Speichertakt entspricht dann dem des Arbeitsspeichers. Alienware entschied sich hier für zwei Module im Dual-Channel-Betrieb mit einer Taktfrequenz von 2.133 MHz. 

alienware x51 gpuz

Aktiv genutzt wird die Intel HD Graphics 530 beim Alienware X51 allerdings nicht. Hier vertraut man auf die Leistung einer Fullsize-PCI-Express-Grafikkarte. Unsere Konfiguration ist mit einer NVIDIA GeForce GTX 960 im Referenzlayout ausgestattet. Als Basis dient die GM206-GPU, welche bereits der aktuell zweiten Maxwell-Generation entspringt und 2,94 Milliarden Transistoren bereithält. Diese verteilen sich unter anderem auf insgesamt 1.024 Shadereinheiten, die sich wiederum auf zwei Graphics Processing Cluster verteilen und sich jeweils aus acht Streaming Multiprozessoren (SMM) zu je 4x 32 Shadereinheiten zusammensetzen. In der Summe ergeben sich damit die insgesamt 1.024 Rechenkerne: 8 (SMM) x 4 (SMM-Blöcke) x 32 (Shader).

Beim Speicher belässt es Alienware bei einem Ausbau von 2.048 MB GDDR5-Videospeicher, welcher wie gewohnt über ein 128 Bit breites Interface angeschlossen wird und mit einer Taktfrequenz von 1.753 MHz eine Speicherbandbreite von 112,2 GB/s erreicht. Der Grafikprozessor arbeitet hingegen mit einem Takt von 1.127 bzw. im Boost mit mindestens 1.178 MHz. Damit entspricht die NVIDIA GeForce GTX 960 unseres Alienware X51 nicht nur optisch der Referenz-Karte, sondern auch unter der Haube gibt es keine Unterschiede.

NVIDIA gibt die TDP mit 120 Watt an, womit ein zusätzlicher 6-Pin-PCI-Express-Stromsteker notwendig wird.


alienware x51 skylake test 06

Optisch hat sich beim Alienware X51 im Vergleich zur Vorgänger-Generation und eigentlich auch schon seit Jahren nicht viel getan. Gesetzt wird weiterhin auf ein aggressives Gaming-Design, das sich vor allem durch den altbekannten Alienkopf erkenntlich zeigt. Die Augen leuchten im Betrieb blau. Ansonsten besteht das schwarze Gehäuse vollständig aus Kunststoff. Um die Optik ein wenig aufzulockern, kombiniert Alienware matte mit glänzenden Oberflächen und bringt an den Seiten kleine silberne Vertiefungen ein, welche im Betrieb ebenfalls blau beleuchtet werden. Diese Vertiefungen erinnern optisch etwas an das NVIDIA-Logo – womöglich nur Zufall, denn den Alienware X51 gibt es auch mit AMD-Grafikkarte.

Aufgrund der Wasserkühlung und dem Kühlkonzept empfiehlt Alienware das Gehäuse des X51 hochkant aufzustellen. Probleme bei der Verarbeitungsqualität konnten wir nicht feststellen, die eingesetzten Materialien hinterlassen einen hochwertigen Eindruck und auch die Spaltmaße können als erstklassig eingestuft werden.

alienware x51 skylake test 07

Ein Großteil der Anschlüsse findet sich natürlich auf der Rückseite des Gerätes. Hier stellt das Mainboard des Alienware X51 vier USB-3.0-Schnittstellen, die Gigabit-Ethernet-Buchse, zwei ältere USB-2.0-Ports und die obligatorischen 3,5-mm-Audiobuchsen zur Verfügung. Daran erkennt man, dass Alienware beim Mainboard auf eine Eigenlösung setzt und die sonst üblichen Anschlüsse für die integrierte Skylake-Grafik komplett ausspart – die NVIDIA GeForce GTX 960 bringt schließlich ihre eigenen mit, was in drei DisplayPort-Ausgängen, einem HDMI-Port und einem DVI-Ausgang resultiert.

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Der längliche Anschluss zwischen den USB-Anschlüssen ist eine weitere Besonderheit des Alienware X51, die ebenfalls die Aufrüstbarkeit untermauert. Bei dem Anschluss handelt es sich um einen proprietären Port zum Anschluss einer externen Grafikkarte über den Alienware-eigenen Graphics Amplifier, welchen wir vor wenigen Monaten bereits in Verbindung mit einem 13-Zoll-Notebook ausführlich getestet haben. Damit lassen sich aktuelle High-End-Grafikkarten wie die NVIDIA GeForce GTX Titan X oder die AMD Radeon R9 390X problemlos an das Gerät anschließen. Das Ganze hat allerdings auch seinen Preis: Der Alienware Graphics Amplifier kostet ohne Grafikkarte alleine schon über 300 Euro.

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Auf der Vorderseite gibt es zwei weitere USB-Schnittstellen und zwei 3,5-Klinkenbuchsen für den Anschluss eines Headsets. Über den weißen Drucktaster an der Oberseite lässt sich der Alienware X51 starten.

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Unter- und Oberseite sind vollständig von zahlreichen Lüftungsschlitzen durchzogen, was im Hinblick auf die verbauten Komponenten dringend notwendig ist, schließlich gehört der Intel Core i7-6700K zu den derzeit schnellsten Desktop-Prozessoren und für die NVIDIA GeForce GTX 960 muss eine Abwärme von rund 120 W abgeführt werden. Dies gelingt bei solch schlanken Abmessungen nur mit einem gut durchdachten Kühlkonzept. Die CPU kühlt Alienware sogar mit Wasser.

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Im Lieferumfang des Alienware X51 befindet sich nicht nur der kompakte Gaming-Rechner selbst, sondern auch eine hauseigene Tastatur und Maus. Die tragen zwar ebenfalls das Alienware-Label, haben aber mit aktueller Gamer-Peripherie von anderen Herstellern nicht viel gemein. Es gibt keine Makrotasten, keine umfangreichen Treiber und auch keine Beleuchtung, wie beispielsweise bei der Corsair RGB Strafe oder der SteelSeries-Tastatur in aktuellen Gaming-Notebooks von MSI.

Etwas schade ist zudem, dass Alienware keinen Controller mitliefert – der wäre im Wohnzimmer durchaus von Vorteil gewesen. Ihn gibt es wohl erst bei den wirklichen Steam Machines des Herstellers. Zum allen Übel sind die Eingabegeräte auch noch kabelgebunden.

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Das Netzteil ist ein richtig schwerer Klopper, musste im Hinblick auf die doch recht kompakten Abmessungen des Alienware X51 ausgelagert werden. Die Ausgangsleistung liegt bei knapp 330 W, was für unsere Konfiguration durchaus ausreicht, die Aufrüstbarkeit allerdings etwas einschränkt – sofern sich die Grafikkarte überhaupt einfach austauschen lässt.

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Lobenswert: Alienware liefert auch gleich eine Recovery-DVD mit, womit sich das System im Falle eines Verkaufs oder Datenfehlers wiederherstellen lässt. Dazu gibt es eine Schnellstart-Anleitung und einen kleinen Informationsbogen über Sicherheit und die Recovery-Funktion. Einen Adapter von DisplayPort auf HDMI liefert man ebenfalls mit, was dem Betrieb mehrerer Displays mit HDMI einfacher macht.


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Um den Alienware X51 zu öffnen, muss zwar nur eine einzige Schraube gelöst werden, ein bisschen Geschick ist aber dennoch notwendig, denn ganz so einfach ist das Aufrüsten des Alienware X51 dann doch nicht. Hat man den Gehäuse-Deckel abgenommen, wird deutlich, welche Mühen der Hersteller aufnehmen musste, um die Hardware auf diesem doch recht kleinen Raum unterzubringen – wirklich viel Platz gibt es nicht.

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Die Anschlüsse für die Vorderseite aber auch für die Stromversorgung der Grafikkarte und anderen Komponenten musste Alienware auf eine zusätzliche Platine packen und diese mit vielen Kabeln weiterleiten. Auffällig: Einige Spannungswandler kühlt Alienware aktiv.

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Um die Kühlung des Skylake-Flaggschiffs kümmert sich ein eigener Wasserkühler. Dieser hält unter einer Plastikabdeckung nicht nur den Kühler für den Prozessor bereit, sondern natürlich auch den Ausgleichsbehälter, die Pumpe, den Radiator und den Lüfter. Beim Einschalten des Alienware X51 ist wie für eine Wasserkühlung typisch ein kurzes Plätschern zu hören.

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Die Grafikkarte, welche anders als bei anderen aktuellen Gaming-Rechnern dieser Größe, ein PCI-Express-Fullsize-Modell ist, hat Alienware hochkant verbauen müssen. Den damit eingesparten Platz nutzt man, um die 3,5-Zoll-Festplatte verstecken zu können. Unser Testmuster ist hier mit einem 2-TB-Modell ausgestattet, welches aus dem Hause Seagate stammt. Dazu gibt es aber auch eine zusätzliche M.2-SSD mit 256 GB, auf der das vorinstallierte Windows 10 abgelegt ist.

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Die Grafikkarte wurde per Riser-Karte hochkant untergebracht. Die Stromversorgung musste hierfür ebenfalls modifiziert werden – zumindest kommen abgewinkelte Stromstecker zum Einsatz, die bei regulären Netzteilen so nicht anzutreffen sind. Dass aber mehr möglich wäre, zeigen die beiden 6-Pin-PCI-Express-Stromstecker, wovon nur einer benötigt wird.

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Direkt an der Riser-Karte angeschlossen ist auch die M.2-SSD mit NVMe-Protokoll. Auch dies untermauert die Platzspar-Ambitionen des Herstellers. Die SSD speichert 256 GB an Daten und bringt es in unseren Tests auf eine Datentransferrate von etwa 1,47 GB/s.


Mit seiner Desktop-Hardware dürfte der Alienware X51 deutlich schneller sein als die bisherigen Steam-Machines-Vorläufer, welche wir bislang auf den Prüfstand stellen konnten. Wie die Leistung in der Praxis ausfällt, zeigen wir auf dieser Seite auf. 

Leistung

Leistungsmäßig braucht sich der Alienware X51 nicht vor den bislang von uns getesteten Gaming-Rechnern dieser Baugröße zu verstecken. Dank der schnellen Skylake-CPU und der NVIDIA GeForce GTX 960 lassen sich alle aktuellen Spieletitel in Full HD und damit in der aktuellen Konsolen-Auflösung ruckelfrei mit allen Details darstellen. Selbst hardwarehungrige Titel wie Grand Theft Auto 5 oder Mittelerde: Shadow of Mordor sind problemlos spielbar. Höhere Auflösungen aber dürften aufgrund des auf 2 GB begrenzten Videospeichers etwas schwierig werden.

Bei den synthetischen Benchmarks kann das System ebenso überzeugen wie bei der Alltagsleistung. Dank der schnellen M.2-SSD, welche es auf eine Lesegeschwindigkeit von bis zu 1,47 GB/s bringt, ist das Betriebssystem binnen Sekunden geladen und auch Programme starten nahezu ohne Verzögerung. Für die Spiele als Datengrab dient eine zusätzliche 3,5-Zoll-HDD mit satten 2 TB Speicher, die natürlich nicht ganz so flott unterwegs ist, mit einer Datenübertragungsrate von über 150 MB/s aber ebenfalls durchaus schnell ist. Der DDR4-Speicher erreicht im Dual-Channel-Modus mit einer Geschwindigkeit von 2.133 MHz eine Speicherbandbreite von rund 25,5 GB/s, was deutlich über den Modellen vergleichbarer Systeme liegt.

Futuremark 3DMark

22998 XX


19777 XX


6510 XX


Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark 11

14419 XX


9775 XX


226 XX


Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5

CPU

9.37 XX


Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15

CPU

858 XX


Punkte
Mehr ist besser

Sisoft Sandra 2013

Speicherdurchsatz

24.45 XX


MB/Sek.
Mehr ist besser

HDD-Durchsatz

1470 XX


MB/Sek.
Mehr ist besser

7-Zip

32M

23851 XX


MIPS
Mehr ist besser

Grand Theft Auto 5

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Mittelerde: Shadow of Mordor

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Total War: Attila

45.9 XX


38 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Tomb Raider

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3

38.4 XX


35 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

PCMark 7     PC Mark Vantage
Video Playback 23,98 fps 20.587 Memories Score
Video Transcoding 18.679,27 KB/s N/A TV and Movies Score
System Storage - Gaming 15,95 MB/s 28.153 Gaming Score
Graphics DX9 96,06 fps 26.155 Music Score
Image Manipulation 23,57 Mpx/s 26.568 Communications Score
Importing Pictures 23,59 MB/s 26.261 Productivity Score
Web Browsing 20,49 pages/s 66.535 HDD Score
Data Decrypting 199,6 MB/s - -
Score 6.786 25.794 Score

Lautstärke:

Die Lautstärke mag zwar auf dem Papier überzeugen, jedoch verursacht der kleine CPU-Lüfter am Radiator ein nervtötendes Brummen, was das subjektive Lautstärke-Empfinden etwas trübt. Hinzu kommt, dass der Lüfter gerne auch im 2D-Betrieb häufiger für wenige Sekunden etwas aufdreht. Im normalen Windows-Betrieb aber ist der Alienware X51 mit 37,1 dB(A) noch als leise zu bezeichnen. Unter Volllast drehen Lüfter und Wasserkühlung deutlicher auf. In der Spitze haben wir eine Geräuschkulisse von bis zu 42,6 dB(A) gemessen.

Lautstärke

37.1 XX


41.1 XX


42.2 XX


dB(A)
Mehr ist besser

Leistungsaufnahme:

Da sich sowohl Prozessor als auch Grafikkarte im 2D-Betrieb automatisch heruntertakten und obendrein ihre Spannung absenken, kann sich die Leistungsaufnahme im 2D-Modus durchaus sehen lassen. Hier genehmigt sich das System knapp unter 40 W. Verglichen mit einer ZOTAC ZBOX Magnus EN970, welche ausschließlich auf Notebook-Chips setzt, ist das allerdings gut doppelt so viel. Dafür gibt es mehr Rechenpower. Im Spielebetrieb genehmigt sich das Gesamtsystem knapp über 180 W, unter absoluter Volllast mit Prime95 und Furmark sind es sogar 240,9 W. Solche Werte werden in der Praxis aber kaum erreicht.

Leistungsaufnahme

(Gesamtsystem)

39.9 XX


128.3 XX


182.9 XX


in Watt
Mehr ist besser

Temperaturen:

Temperatur-Probleme hat der Alienware X51 keine. Zwar erreicht die Prozessor-Temperatur trotz der Wasserkühlung fast 75 °C, gefährlich sind diese Werte allerdings bei weitem nicht und Raum für ein bisschen Overclocking gibt es auch noch, schließlich setzt Alienware auf eine K-CPU, die sich dank des nach oben hin geöffneten Multiplikators spielend leicht übertakten ließe. Die NVIDIA GeForce GTX 960 wird mit 84 °C ein gutes Stück wärmer, Mainboard und SSD erreichen rund 51 bzw. 31 °C.

Temperaturen

Idle

SSD
28 XX


CPU
33 XX


GPU
35 XX


35 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser

Temperaturen

Last

SSD
31 XX


50.5 XX


CPU
74 XX


GPU
84 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser


Alienware bleibt auch bei der neuen Generation des X51 seiner Linie treu und kombiniert ein extravagantes Gehäuse mit schneller Hardware. Dank des Skylake-Flaggschiffs und der durchaus schnellen NVIDIA GeForce GTX 960 kann sich die Spieleleistung sehen lassen. Selbst aktuelle Grafikkracher wie Grand Theft Auto 5, The Witcher 3 oder Mittelerde: Shadow of Mordor stellen für die kompakte Daddel-Kiste keine Probleme dar und lassen sich mit allen Details bei einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten spielen. Wer allerdings eine Auflösung höher nutzen möchte und die Regler für Antialiasing und Anisotropische Filterung stets auf Anschlag setzt, der kommt augrund des auf 2.048 MB limitierten Videospeichers hier aber auch schnell an seine Grenzen.

Vor allem aber die Alltagsleistung ist überzeugend. Die M.2-SSD mit NVMe-Protokoll leistet einen Datendurchsatz von fast 1,5 GB/s, womit Betriebssystem und Programme pfeilschnell geladen sind. Hinzu kommt ein mit 16 GB gut ausgestatteter Arbeitsspeicher, der dem aktuellen DDR4-Standard entspricht und im Dual-Channel-Modus arbeitet. All das gibt es in vergleichbaren Systemen wie der ZOTAC ZBOX Magnus EN970 nicht. Selbst für ausreichend Speicher auf der Festplatte ist gesorgt, denn Alienware spendierte zumindest unserer Testkonfiguration eine zusätzliche Magnetspeicherfestplatte mit 2 TB. Apropos Konfigurationen: Der Alienware X51 ist in zahlreichen unterschiedlichen Konfigurationen erhältlich. Wer zur kleinsten Variante greift, muss mit einer NVIDIA GeForce GTX 745 vorliebnehmen und die ist deutlich langsamer als der 3D-Beschleuniger aus unserer Konfiguration. Dafür aber bezahlt man keine rund 850 Euro wie bei der Einstiegsversion, sondern knapp 1.700 Euro und damit über viermal mehr als für eine Sony PlayStation 4 oder Microsoft Xbox One.

Bei dem Preis dürfte man eigentlich ein üppige Ausstattung, ein leises Betriebsgeräusch sowie eine gute Kühlung erwarten. Das kann der Alienware X51 aber nur teilweise einlösen. Zwar liefert man Tastatur und Maus mit, die sind trotz des Alienware-Labels aber nicht unbedingt für Gamer gemacht. Makro-Tasten fehlen, einen DPI-Schalter gibt es nicht und auch eine schicke Beleuchtung lässt sich schmerzlich vermissen. Hinzu kommt, dass beide Geräte kabelgebunden sind – im Wohnzimmer nicht gerade von Vorteil. Wünschenswert wäre vor allem ein zusätzlicher Controller gewesen. Die Lautstärke ist im Windows-Betrieb zwar recht angenehm, unter Last dreht das System aber schon deutlich auf. Hinzu kommen ein nerviges Brummen und eine unruhige Lüftersteuerung. Bei der Kühlung spendieren die Amerikaner ihrem neusten X51 zwar eine Wasserkühlung, besonders leistungsfähig ist diese jedoch nicht.

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Alles in allem gibt es mit dem Alienware X51 einen schnellen Gaming-Rechner mit kompakten Abmessungen und Alienware-typischem Designer-Gehäuse. Die Preisspanne ist allerdings sehr hoch angesetzt.

 

Positive Aspekte des Alienware X51:

Negative Aspekte des Alienware X51:

Persönliche Meinung

Zugegeben: Ich spiele gerne mit einem Controller bequem vom Sofa aus. Das habe ich bislang immer über Steam In-Home-Streaming und einem kleinen Mini-PC ohne viel Leistung getan. Da ich keine Ego-Shooter darüber spiele, merke ich von der teils hohen Latenz über WLAN nicht viel – hin und wieder jedoch kommt es zu Bildfehlern und Soundaussetzern. Damit aber kann ich leben. Jedoch hätte ich ganz gerne ein etwas leistungsstärkeres System, um weniger fordernde Spiele direkt am Mini-PC unter dem Fernseher ausführen zu können und um nicht ständig den Gaming-PC starten zu müssen. Hier etwas Passendes zu finden ist schwierig und meist zu teuer. (Andreas Stegmüller)