Gigabyte Brix S mit Intel Core i5-5200U im Test

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gigabyte brix s 5200 teaser

Mit dem Acer Revo One RL85 konnten wir bereits Mitte Mai den ersten Mini-PC mit "Broadwell"-CPU testen. Doch nicht jeder Anwender ist auf drei 2,5-Zoll-Laufwerke angewiesen und zieht daher einen preisgünstigeren Barebone mit nur einem Laufwerk vor. Ein solches Gerät ist der Gigabyte Brix S für knapp 390 Euro. Auch der GB-BXi5H-5200 ist bereits mit einem Core-i5-Prozessor der fünften Generation ausgerüstet und kann mit einem einzigen 2,5-Zoll-Laufwerk sowie zwei SODIMM-DDR3L-Riegeln ausgerüstet werden. Wir schauen uns den kleinen Gigabyte-PC in diesem Artikel näher an.

Mit seinen neuen "Broadwell"-Prozessoren konnte Intel die Leistung im Vergleich zur Vorgänger-Generation, vor allem aber in Hinblick auf die bisherigen Celeron- und Atom-Modelle beträchtlich steigern, ohne dabei die Leistungsaufnahme sonderlich in die Höhe zu treiben. Bislang aber waren die "Broadwell"-Modelle überwiegend in Notebooks anzutreffen. Nach und nach entdecken auch die Hersteller kleiner Mini-PCs die Prozessoren für sich. In den letzten Wochen haben zahlreiche Hersteller wie ZOTAC, MSIShuttle und Gigabyte entsprechende Modelle vorgestellt. Der Acer Revo One RL85 war eines der ersten Geräte dieser Art, welches die Redaktion erreichte. Wenige Wochen später trudelte nun ein weiteres Modell ein.

Der Gigabyte Brix S ist ebenfalls mit einem Intel Core i5-5200U ausgestattet, erlaubt dem Käufer als Barebone aber etwas mehr Freiheit. Er kann selbst bestimmen, ob er eine herkömmliche Magnetspeicher-Festplatte oder aber eine schnelle SSD im 2,5-Zoll-Format verbauen möchte. Auch beim Arbeitsspeicher überlässt man dem Anwender die Wahl; untergebracht werden können zwei DDR3L-Module im Dual-Channel-Modus und SODIMM-Format. Wir haben den GB-BXi5H-5200 entsprechend ausgerüstet und getestet.

Hersteller und Bezeichnung Gigabyte Brix S GB-BXi5H-5200
Straßenpreis etwa 430 Euro
Homepage www.ecs.com.tw
Gehäuse  
Abmessungen 468 x 107,6 x 114,4 mm (L x W x H)
Prozessor Intel Core i5-5200U
Grafikkarte Intel HD Graphics 5500
Massenspeicher 1x mSATA
1x SATA
Arbeitsspeicher 2x SODIMM DDR3L
Anschlüsse

1x HDMI
1x miniDisplayPort
1x LAN (RJ45)
4x USB 3.0
1x 3,5 mm Audio

Sonstiges WiFi (802.11ac), Bluetooth 4.0

Wie sich der Gigabyte Brix S in Sachen Performance, Leistungsaufnahme und Lautstärke schlägt, erfährt man auf den nachfolgenden Seiten.

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar



Bevor wir uns das Gehäuse des Gigabyte Brix S im Detail anschauen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Hardware-Ausstattung.

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Herzstück unseres heutigen Testkandidaten ist der Intel Core i5-5200U. Er entspringt der aktuellen "Broadwell"-Architektur, welche zu Beginn des Jahres offiziell vorgestellt wurde und bereits im 14-nm-Verfahren gefertigt wird. Dabei stehen der Intel-CPU zwei Rechenkerne zur Verfügung, die dank HyperThreading-Feature bis zu vier Threads gleichzeitig abarbeiten können und sich mit einem Basis-Takt von 2,2 GHz ans Werk machen. Je nach Auslastung und Temperatur erreichen die beiden Kerne auch Taktraten von bis zu 2,7 GHz und beschleunigen so vor allem Single-Thread-Anwendungen merklich. Werden nämlich alle CPU-Kerne voll belastet, sind nur noch maximal 2,5 GHz möglich, wie unser CPU-Z-Screenshot oben belegt. 

"Broadwell" basiert als sogenannter "Tick" auf der älteren "Haswell"-Architektur, die lediglich mit kleineren Verbesserungen auf ein fortschrittlicheres Fertigungsverfahren umgestellt wurde. Seinen Fokus hat Intel hauptsächlich auf die Energieeffizienz gelegt, konnte aber auch die Pro-MHz-Leistung weiter verbessern. Hinzu kommt eine Reihe neuer Befehlssatzerweiterungen. Der L3-Cache umfasst beim Intel Core i5-5200U 3 MB, die Daten- und Instruktions-Caches in erster Reihe stellen hingegen jeweils 32 KB bereit, während der L2-Zwischenspeicher pro Kern 256 KB an Daten fasst. 

Leistungsmäßig braucht sich die "Broadwell"-CPU nicht vor ihren Vorgängern und vor allem vor den bisher in Mini-PCs verwendeten Celeron- und Atom-Prozessoren zu verstecken. Sie sollte genügend Leistung abliefern, um alltägliche Office- und Multimedia-Anwendungen zügig bearbeiten zu können. Gedacht ist die CPU hauptsächlich für Ultrabooks, wo sie auch schon seit einiger Zeit verbaut wird, wie beispielsweise im ASUS ZenBook UX303. Die maximale Leistungsaufnahme beziffert Intel auf 15 Watt TDP. Knapp 280 US-Dollar müssen Notebook- und PC-Hersteller für den Prozessor bezahlen. 

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Da im Gigabyte Brix S keine diskrete Grafiklösung zum Einsatz kommt, kümmert sich auch hier die in der CPU integrierte GPU um die 3D-Beschleunigung. Im Falle des Intel Core i5-5200U ist das die Intel HD Graphics 5500. Sie kann auf insgesamt 24 Executions-Units zurückgreifen, die sich mit einer Taktrate von 300 bis 900 MHz ans Werk machen. Im Vergleich zur Intel HD Graphics 4400, welche häufig in Mini-PCs anzutreffen war, sind das 4 EUs mehr bei gleichzeitig höheren Taktfrequenzen. Ihren Videospeicher zwackt sich aber auch die HD Graphics 5500 direkt vom Hauptspeicher ab, womit die Geschwindigkeit der Grafiklösung auch vom Takt des Arbeitsspeichers abhängig ist. Unsere verwendeten Module stellten mit 16 GB nicht nur ausreichend Kapazität zur Verfügung, sondern waren mit 1.866 MHz auch noch relativ hoch getaktet. Damit arbeitet der Speichertakt der Grafiklösung mit einer Geschwindigkeit von 933 MHz. Als einer der ersten Intel-Chips unterstützt die "Broadwell"-Grafik DirectX 11.2, OpenCL 2.0 und OpenGL 4.3. 


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Der Gigabyte Brix S ist ein sehr schlicht gehaltener Mini-PCs in mattem Schwarz. Lediglich die Oberseite ist in Klavierlack-Optik gehalten. Auf der Vorderseite finden sich zwei USB-2.0-Schnittstellen und einen Kombistecker für den Anschluss eines Headsets.

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Auf der spiegelnden Oberseite ist auch das Hersteller-Logo untergebracht.

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Über die Geräte-Unterseite lässt sich der Gigabyte Brix S öffnen, um Festplatte und Arbeitsspeicher verbauen zu können. Die nötigen Schrauben sind hierfür in den Gummi-Füßen versteckt. Ansonsten gibt es hier nur noch eine Beschreibung der verbauten Hardware sowie ein paar Lüftungsschlitze.

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Auf der Rückseite befinden sich die restlichen Anschlüsse. Hier wird nicht nur das externe Netzteil angeschlossen, sondern auch das Display, welches wahlweise über HDMI oder DisplayPort angeschlossen werden kann. Neben zwei weiteren USB-3.0-Buchsen finden sich hier noch eine Netzwerk-Buchse für Gigabit-LAN und ein Kensington-Lock für den Diebstahlschutz.

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Auf den beiden Seiten sind lediglich zahlreiche Lüftungsschlitze angebracht, worüber die aktive Kühlung ihre Frischluft bezieht bzw. diese als Abluft nutzt.


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Entfernt man die vier Schrauben am Gehäuse-Boden, kann man den Gigabyte Brix S mit wenigen Handgriffen öffnen. Dann lassen sich kinderleicht das 2,5-Zoll-Laufwerk als Massenspeicher, aber auch die beiden notwendigen DDR3L-Module verbauen.

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Der Intel Core i5-5200U wird aktiv gekühlt. Um die Kühlung kümmert sich ein kleiner Radiallüfter mit einem Durchmesser von 45 mm.

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Auf der anderen Seite des Mainboards ist das Wireless-LAN- und Bluetooth-Modul zu sehen. Aber auch ein mSATA-Slot für eine weitere SSD wäre vorhanden.

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Über die Rückseite bezieht das Kühlsystem seine Frischluft, dort sind auch die meisten Anschlüsse untergebracht.

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Im Lieferumfang findet sich neben dem Netzteil lediglich noch eine Treiber-CD und das nötige Montagematerial für die Festplatte. Die Treiber auf der CD sind allerdings nicht zu Windows 8.1 64 Bit kompatibel und müssen aus dem Internet heruntergeladen werden. Ansonsten ist noch eine Vesa-Halterung mit dabei.


Wie bei vielen anderen Modellen setzt man auch beim Gigabyte Brix S auf eine integrierte Grafiklösung. Wie die Leistung in der Praxis ausfällt, zeigen wir auf dieser Seite auf. 

Leistung

Der verbaute Intel Core i5-5200U ist ein gutes Stück schneller als die Prozessoren, welche bislang in den meisten Mini-PCs zum Einsatz kamen und liegt in etwa auf dem Niveau des Acer Revo One RL85 – aufgrund unserer schnellen SSD und des hochgetakteten DDR3L-Speichers fällt die Gesamtleistung vor allem beim Windows-Start und im normalen Office-Betrieb spür- und messbar höher aus. Im Cinebench-R11.5-Benchmark bringt es der kleine Intel-Chip des Gigabyte Brix S auf 2,85 Punkte und ist damit nur geringfügig schneller als unser erster Mini-PC mit "Broadwell"-Prozessor. Gleiches gilt für den neuen Cinebench-R15-Benchmark, in dem die Intel-CPU 261 Punkte erreicht. Verglichen mit der ECS LIVA X oder anderen vergleichbaren Systemen leistet der Gigabyte Brix S hier fast die fünffache Leistung. Im Komprimierungstest von 7-Zip waren runde 7.400 Punkte möglich, womit das System auch hier gut doppelt so schnell unterwegs ist als noch ein Celeron-Prozessor. 

Aufgrund der schnelleren Grafiklösung kann sich die Leistung auch in den übrigen Benchmarks sehen lassen, wenngleich ambitionierte Spieler noch immer einen großen Bogen um solche Geräte machen und lieber zu welchen mit potenter, diskreter Grafikeinheit greifen sollten. Hier wären vor allem der ASUS ROG GR6 und der GR8 zu nennen, welche aber natürlich ein gutes Stück teurer sind. Spielbare Werte gibt es immerhin bei Streetfighter IV und Resident Evil 5 in 720p. Die anderen Titel aus unserem Testfeld sind selbst in dieser Auflösung nur bedingt spielbar. 

Unsere SSD erreicht eine durchschnittliche Lesegeschwindigkeit von knapp 350 MB/s, während die beiden DDR3L-Speicherriegel mit ihren Taktraten von 1.866 MHz eien Speicherbandbreite von 19,65 GB/s erzielen. Diese Leistung ist allerdings stark von den Komponenten abhängig und dürften sich von Anwender zu Anwender unterscheiden. Ausgeliefert wird unser Testmuster nämlich ohne Massen- und Hauptspeicher. 

Insgesamt aber kann sich die Leistung durchaus sehen lassen. Der Intel Core i5-5200U und eigentlich auch die anderen "Broadwell"-CPUs beflügeln den Markt der Mini-PCs und machen diese endlich brauchbar.

Futuremark 3DMark

45369 XX


4820 XX


659 XX


Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark 11

2122 XX


1241 XX


334 XX


Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Anno 2070

High

20.8 XX


11.9 XX


Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Streetfighter IV

Hoch

61.7 XX


37.3 XX


Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

HDD-Durchsatz

MB/Sek.
Mehr ist besser

7-Zip

32M

MIPS
Mehr ist besser

PCMark 7     PC Mark Vantage
Video Playback 23,98 fps 7.705 Memories Score
Video Transcoding 14.745 KB/s N/A TV and Movies Score
System Storage - Gaming 16,76 MB/s 9.450 Gaming Score
Graphics DX9 21,88 fps 15.359 Music Score
Image Manipulation 17,72 Mpx/s 15.879 Communications Score
Importing Pictures 17,71 MB/s 18.456 Productivity Score
Web Browsing 10,76 pages/s 51.086 HDD Score
Data Decrypting 107,17 MB/s - -
Score 4.749 13.495 Score

Lautstärke:

Der Intel Core i5-5200U wird im Falle des Gigabyte Brix S aktiv gekühlt. Der kleine 45-mm-Lüfter geht dabei recht behutsam zu Werke und kühlt die 15-Watt-CPU ausgesprochen leise. Im normalen Windows-Betrieb ist der Mini-PC mit einem Schallpegel von 34,2 dB(A) kaum zu hören. Unter Volllast aber dreht er merklich auf und sorgt für eine Geräuschkulisse von 40,2 dB(A). Aber auch mit diesem Wert kann man zufrieden sein. 

Lautstärke

34.2 XX


40.9 XX


dB(A)
Mehr ist besser

Dank der sparsamen "Broadwell"-CPU hält sich der Stromhunger des Gigabyte Brix S in Grenzen. Im normalen Windows-Betrieb genehmigt sich der kleine Rechner mit unserer SSD gerade einmal 7,4 Watt. Setzt man die CPU unter Volllast, steigt die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems auf knapp unter 30 Watt an. Belastet man dann noch die integrierte Intel HD Graphics 5500, steigt die Leistungsaufnahme auf bis zu 40,9 Watt. 

Leistungsaufnahme

(Gesamtsystem)

7.4 XX


29.1 XX


in Watt
Mehr ist besser

Temperaturen:

Temperatur-Probleme gibt es dank der aktiven Kühlung beim Gigabyte Brix S nicht. Selbst unter Volllast erreicht der Prozessor nicht die 60-°C-Marke und auch im Gehäuse-Inneren bleibt es mit etwa 28 °C erfreulich kühl. Damit ist das System bestens gerüstet für die anstehenden Sommertage!

Temperaturen

Idle

CPU
21 XX


26 XX


HDD
38 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser

Temperaturen

Last

28 XX


HDD
38 XX


CPU
59 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser


Leise, ausreichend schnell und doch kompakt. So lässt sich der Gigabyte Brix BXi5H-5200 wohl am besten beschreiben. Dank des "Broadwell"-Prozessors in Form des Intel Core i5-5200U ist das System für alle alltäglichen Arbeiten bestens gewappnet und deutlich schneller als so manch anderer Mini-PC mit Celeron- oder Atom-Prozessor. Auch wenn die Grafikleistung dank der Intel HD Graphics 5500 ein gutes Stück zulegen konnte, ist das System noch immer nicht schnell genug, um unsere älteren Benchmark-Titel ruckelfrei in 72op auf den Bildschirm zu zaubern. Für gelegentliches Spielevergnügen älterer Titel aber reicht es allemal, zumal noch ein wenig an der Qualität optimiert und ein paar Details zurückgeschraubt werden könnten.

Da wir die Barebone-Version getestet haben, hängt die Gesamtperformance von den verbauten Komponenten ab. Mit unserer schnellen SSD und den satten 16 GB DDR3L-Speicher mit 1.866 MHz aber war das System eine kleine Alltagsrakete. Wer langsameren Speicher und eine Magnetspeicherfestplatte einsetzt, ist dann nicht ganz so flott unterwegs. Auch bei der Lautstärke kann der Gigabyte Brix S überzeugen. Obwohl die Intel-CPU aktiv auf Temperatur gehalten wird, bleibt das System vor allem im normalen Windows-Betrieb mit knapp über 32 dB(A) erfreulich leise. Unter Volllast steigt die Geräuschkulisse auf etwas über 40 dB(A) schon deutlicher an. 

Die Leistungsaufnahme bewegt sich je nach Anwendungsgebiet zwischen 7,4 bis 36,3 Watt und liegt damit vor allem unter Last über den bisher von uns getesteten Mini-PCs. In Hinblick auf die gute Performance ist das aber zu verschmerzen. Preislich muss man für den Barebone derzeit etwa 390 Euro einplanen – hinzu kommen die Kosten für Arbeits- und Massenspeicher sowie für das Betriebssystem. Hier aber hat der Käufer die freie Auswahl.

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Positive Aspekte des Gigabyte Brix S:

Negative Aspekte des Gigabye Brix S:

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar