ZOTAC ZBOX PI320 Pico im Test - Mini-PC im Smartphone-Format

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Den kompletten Rechner samt des eigenen Betriebssystems und der eigenen Software in der Hosentasche mit zu Freunden nehmen und am Fernseher anschließen? Das geht mit der ZOTAC ZBOX PI320 Pico. Sie ist nicht viel größer als ein Smartphone, sollte dank eines aktuellen "Bay Trail-T"-Prozessors aber durchaus in der Lage sein, alle nötigen Office-Arbeiten und Multimedia-Anwendungen ruckelfrei auf den Bildschirm zu bringen. Wie sich der Mini-PC in Sachen Leistung, Lautstärke und Ausstattung schlägt, erfährt man in diesem Test.

Es ist schon irgendwie witzig: Während Apple sein neues iPhone 6 Plus auf Phablet-Größe aufbläst, schrumpft ZOTAC seine ZBOX-Systeme auf ein immer noch kleineres Format. Die ZOTAC ZBOX PI320 Pico ist mit Abmessungen von 115 x 66 x 19,2 mm nicht viel größer als ein aktuelles Smartphone, besitzt aber ausreichend schnelle Hardware, um Software unter Windows 8.1 in einer ausreichenden Performance auf das Display zu bringen. Damit eignet sich der kleine Mini-PC nicht nur dazu, um seine Urlaub-Fotos und -Videos auf dem eigenen Rechner in der Hosentasche zu Freunden, Familie und Bekannten zu bringen. Aber auch als kleiner Desktop-Rechner hinter dem Fernseher ist er geeignet - Steam-In-Home-Streaming sei Dank, denn auch dafür soll die kleine ZBOX gemacht worden sein.

Auch bei den Ausstattungs-Merkmalen gibt es eine kleine Änderung: Während es die meisten ZBOX-Systeme bislang in einer Plus-Version mit vorinstalliertem Arbeits- und Massenspeicher oder aber als reine Barebone-Version gibt, gibt es die Pico-Reihe bislang nur als Komplett-System. Bei der ZOTAC ZBOX PI320 Pico sind das 2.048 MB DDR3L-Arbeitsspeicher sowie ein 32 GB großer eMMC-Speicher. Das Betriebssystem ist bereits ebenfalls vorab installiert. In unserem Fall ist das Windows 8.1N mit Bing in der 32-Bit-Fassung. Ob es auch andere Versionen gibt, bleibt abzuwarten. Auf Rückfrage teilte uns ZOTAC mit, lediglich noch einen Ableger mit 64 GB Speicher und einer größeren Anzahl an USB-Schnittstellen zu planen.

Hersteller und Bezeichnung ZOTAC ZBOX PI320 Pico
Straßenpreis ca. 189 Euro
Homepage www.zotac.com/de
Gehäuse  
Abmessungen 115 x 66 x 19,2 mm (LxWxH)
Prozessor Intel Atom Z3735F
Grafikkarte Intel HD Graphics
Massenspeicher 32 GB eMMC
Arbeitsspeicher 2.048 DDR3L, 1.333 MHz, CL9-9-9-24
Anschlüse

1x HDMI
1x LAN (RJ45)
3x USB 2.0
1x 3,5 mm Audio

Sonstiges MicoSD-Cardreader, WiFi (802.11n), Bluetooth 4.0

Wie sich die ZOTAC ZBOX PI320 Pico in Sachen Performance, Leistungsaufnahme und Lautstärke schlägt, erfährt man auf den nachfolgenden Seiten.


Bevor wir uns das Gehäuse der ZOTAC ZBOX PI320 Pico im Detail anschauen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Hardware-Ausstattung.

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Herzstück der ZOTAC ZBOX PI320 Pico ist ein Intel Atom Z3735F, ein sparsamer Quad-Core-SoC, der eigentlich für Tablet-PCs gedacht ist, dank x86-Architektur aber auch mit Windows-Systemen zurechtkommt. Die vier Rechenkerne entspringen dabei der "Silvermont"-Architektur, die bereits im 22-nm-Verfahren gefertigt wird. Sowohl die Energieeffizienz wie auch die Leistung will Intel im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen deutlich verbessert haben. Hier sollen neben dem fortschrittlicheren Fertigungsverfahren auch Tri-Gate-Transistoren helfen. Die vier Kerne arbeiten jeweils mit einem Basis-Takt von 1,33 GHz, können ihre Geschwindigkeit dank Turbo Boost aber auf bis zu 1,83 GHz beschleunigen, Befehle werden im Out-of-Order-Design ausgeführt. Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl neuer Befehlssatzerweiterungen wie SSE 4.1 oder SSE 4.2 sowie je nach Modell AES-NI. Auf Letzteres aber auch auf Hyper-Threading muss der Intel Atom Z3735F aber verzichten. Dazu gibt es für jeden Kern einen 24 bzw. 32 KB großen Daten- und Instruktions-Cache sowie insgesamt 2 MB Level-2-Zwischenspeicher, wobei sich jeweils zwei Kerne ein Megabyte teilen müssen. Die maximale Leistungsaufnahme beziffert Intel auf gerade einmal 2,2 Watt (SDP).

Für den Alltags-Betrieb aber dürfte der Intel Atom Z3735F eine ausreichend hohe Leistung bereitstellen und für Office- und Multimedia-Anwendungen bestens gewappnet sein. 

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Eine diskrete Grafiklösung gibt es aufgrund der geringen Platzverhältnisse nicht. Die ZOTAC ZBOX PI320 Pico vertraut hier auf Intels integrierte HD Graphics, die bereits in siebter Generation zum Einsatz kommt und so schon von den größeren "Ivy Bridge"-Prozessoren als HD Graphics 4000 bekannt ist. Mit lediglich vier Execution-Units und Taktraten von gerade einmal 311 bzw. 646 MHz ist sie allerdings deutlich leistungsärmer. Große Performance-Sprünge sind hier nicht zu erwarten. Auch wenn dies ein drastischer Fortschritt gegenüber den ersten Atom-Prozessoren ist, dürften sich damit nur ältere und weniger anspruchsvolle Spiele flüssig darstellen lassen. Dafür ist die kleine ZBOX aber auch nicht gemacht.

Eines der größten Mankos ist aber der fehlende Hardware-Decoder in Form von Intels Quicksync. Gerade im Hinblick auf Steam-In-Home-Streaming könnte dies von Nachteil sein, da die anfallenden Arbeiten überwiegend von der CPU berechnet werden müssen. Auch Wireless-Display und die Intel-Clear-Video-HD-Technologie werden nicht unterstützt.


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Die ZOTAC ZBOX PI320 Pico kommt wie die meisten Schwestermodelle in schicker Klavierlack-Optik daher, womit sie allerdings auch anfällig für Fingerabdrücke und Staub ist. Auf der Rückseite stehen eine Ethernet-Buchse, die Geschwindigkeiten von 10 bzw. 100 MBit/Sek. unterstützt, zwei USB-2.0-Schnittstellen und eine 3,5-mm-Klinken-Buche zur Verfügung.

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Gegenüberliegend findet sich nur noch ein Speicherkarten-Slot für micro-SD-Karten.

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An der Seite hat ZOTAC einen weiteren USB-2.0-Port angebracht, den Netzteil-Anschluss sowie den HDMI-Port zur Videoausgabe.

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Dieser Seite gegenüberliegend ist einzig noch der Power-Button.


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Auf der Unterseite informieren zwei Aufkleber über die technischen Daten, die Modellbezeichnung und alle möglichen Sicherheits-Zeichen. Lüftungsschlitze sind bei der ZOTAC ZBOX PI320 Pico an keiner Stelle zu finden.

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Im Lieferumfang befindet sich neben dem externen Netzteil auch eine Treiber-CD samt Recovery-Funktion für das vorinstsallierte Windows 8.1 N mit Bing. Damit der Kleinst-PC auch in anderen Ländern betrieben werden kann, liefern die Taiwaner gleich die passenden Adapter mit.

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Die ZOTAC ZBOX PI320 Pico ist nicht viel größer als ein aktuelles Smartphone. Im Vergleich zu einem Apple iPhone 5S fällt sie sogar ein klein weniger kürzer aus, ist dafür allerdings etwas breiter.

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Hichsichtlich der Dicke kann die ZOTAC ZBOX PI320 Pico ebenfalls nicht mit einem Apple iPhone 5S mithalten und ist etwa doppelt so hoch als unser Vergleichs-Smartphone. Für einen Office-PC sind die Abmessungen aber sehr klein.


Wie bei vielen anderen Modellen setzt man bei der ZOTAC ZBOX PI320 Pico auf eine integrierte Grafiklösung. Wie die Leistung in der Praxis ausfällt, zeigen wir auf dieser Seite auf. 

Leistung

Der verbaute Intel Atom Z3735F ist ein deutlich langsamerer Prozessor, als er in den meisten von uns bisher getesteten Mini-PCs zum Einsatz kommt. Dafür ist er darauf getrimmt worden, Strom zu sparen und lässt sich komplett passiv und damit lautlos kühlen. Trotzdem soll er für alltägliche Office- und Multimedia-Anwendungen ausreichend schnell sein. Im Cinebench R11.5-Benchmark bringt es der kleine Intel-SoC der ZOTAC ZBOX PI320 Pico auf 1,06 Punkte und ist damit noch einmal gut 20 Prozent langsamer als der Intel Celeron N2930 der ZOTAC ZBOX CI320 nano, überholt aber den Prozessor der ECS Liva, der es in dieser Disziplin noch auf 0,71 Punkte brachte. Andere Modelle leisten hier allerdings doch ein gutes Stück mehr. Den neueren Cinebench R15 konnten wir auf unserer Teststellung leider nicht ausführen, da hier eine 32-Bit-Version von Windows 8.1 N installiert war. Im Komprimierungstest von 7-Zip leistet die neue ZBOX rund 3.770 MIPS. 

In den übrigen Benchmarks erreicht die ZOTAC ZBOX PI320 Pico erwartungsgemäß eine durchwachsene Leistung. Die Grafiklösung ist trotz unserer älteren Benchmarks nicht für das Spielen geeignet. An die Leistungsgrenze stößt man hier sehr schnell. Die Auflösung muss je nach Benchmark teils drastisch reduziert werden. 

Der verbaute eMMC-Speicher kann dafür mit seinen 32 GB durchaus überzeugen. Im Schnitt erreicht der Massenspeicher beim Lesen eine Geschwindigkeit von 111,4 MB/Sek. und überholt damit so manch anderes Modell, das noch mit einer Festplatte bestückt wurde. Hier hatte ZOTAC in der Vergangenheit immer wieder unsere Kritik annehmen müssen. Wie schon bei der ZBOX CI320 nano ist dies bei diesem Modell nicht mehr der Fall. Kurze Denkpausen beim Starten neuer Programme gab es während unserer Tests selten. Das Betriebssystem wurde schnell geladen. Einzig Windows-Updates installierten sich langsam. 

Die Speicherbandbreite fällt mit 6,84 GB/Sek. erstaunlich hoch aus und das obwohl nur ein einziges Modul verwendet wird. Das Modell der ECS LIVA erreichte hier nur 4,66 GB/Sek. ZOTAC setzt auf 1.333 MHz schnellen DDR3L-Speicher mit Timings von CL9-9-9-24.

Futuremark 3DMark

7706 XX


677 XX


64 XX


Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark 11

199 XX


126 XX


62 XX


Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Anno 2070

High

2.9 XX


Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Streetfighter IV

Hoch

11.26 XX


6.32 XX


Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

HDD-Durchsatz

MB/Sek.
Mehr ist besser

7-Zip

32M

MIPS
Mehr ist besser

PCMark 7  
Video Playback 1.0
Video Transcoding 1.0
System Storage - Gaming 13,94 MB/s
Graphics DX9 4,09 fps
Image Manipulation 6,17 Mpx/s
Importing Pictures 12,57 MB/s
Web Browsing 3,38 pages/s
Data Decrypting 34,59 MB/s
Score 272

Lautstärke:

Bei der ZOTAC ZBOX PI320 Pico gibt es keinen lärmenden Lüfter oder eine Magnetspeicher-Festplatte, die irgendwelche Geräusche beim Datenzugriff erzeugen würde. Unser heutiger Testkandidat arbeitet völlig lautlos.

Lautstärke

0.0 XX


0.0 XX


dB(A)
Mehr ist besser

Leistungsaufnahme:

In Sachen Stromhunger gibt die ZOTAC ZBOX PI320 Pico aufgrund des sparsamen 2,2-Watt-SoCs ein sehr gutes Bild ab. Im Leerlauf haben wir knapp über fünf Watt für das Gesamtsystem gemessen. Mit Prime95 auf allen vier CPU-Kernen steigt die Leistungsaufnahme auf 7,8 Watt an. Belastet man dann noch die integrierte Intel HD Graphics steigt der Stromhunger auf 9,7 Watt und damit noch einmal um gut ein Watt an. Damit ist die ZOTAC ZBOX PI320 Pico äußerst sparsam und gemessen an ihrer Leistung ein absoluter Rekordhalter in dieser Disziplin.

Leistungsaufnahme

(Gesamtsystem)

5.1 XX


7.8 XX


in Watt
Mehr ist besser

Temperaturen:

An den Temperatur-Werten gibt es nichts auszusetzen. Hier konnten wir allerdings nur die Temperatur des Intel-SoCs auslesen. Dieser erreichte im Idle- und Last-Betrieb Temperaturen von 58 bis 71 °C. Gewappnet für Sommer-Temperaturen ist man damit allemal.

Temperaturen

Idle

CPU
58 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser

Temperaturen

Last

CPU
71 XX


in Grad Celsius
Weniger ist besser


Schlanker geht es fast schon nicht mehr. Obwohl die ZOTAC ZBOX PI320 Pico nicht viel größer als ein aktuelles Smartphone ist, ist sie ein vollwertiger Desktop-Ersatz. Die Hardware in Form des Intel Atom Z3735F, insgesamt 2.048 MB DDR3L-Arbeitsspeicher und eines 32 GB großen eMMC-Speichers leistet genug für alle gängigen Office- und Multimedia-Anwendungen. Der kleine SoC auf "Silvermont"-Basis mit seinen vier Rechenkernen schluckt bei typischen Anwendungen gerade einmal 2,2 Watt SDP. In unseren Tests attestierten wir dem Winzling eine Leistungsaufnahme von gerade einmal knapp zehn Watt und das selbst unter Volllast. Damit kann die ZOTAC ZBOX PI320 Pico problemlos passiv und somit lautlos gekühlt werden. Sie macht keinen einzigen Mucks. 

Trotzdem stimmen die Temperaturen - zumindest für den Prozessor, denn dies war der einzige Wert, den wir auslesen konnten. Im normalen Windows-Betrieb wurde der kleine Intel-SoC nicht wärmer als 58 °C - unter Last haben wir hingegen knapp über 70 °C gemessen. Damit ist man auch für sommerliche Außentemperaturen bestens gewappnet.

Anschlussseitig ist die kleine ZBOX vielleicht nicht ganz auf dem neusten Stand, bietet sie doch gerade einmal drei USB-2.0-Schnittstellen und eine Ethernet-Buchse, die Geschwindigkeiten von maximal 100 MBits erlaubt. Dafür ist ein Wireless-LAN- und Bluetooth-Modul mit an Board, genau wie ein microSD-Kartenslot und eine 3,5-mm-Klinken-Buchse für den Anschluss von Lautsprechern.

Preislich muss man knapp 190 Euro für die ZOTAC ZBOX PI320 Pico berappen, erhält dafür aber einen Komplett-Rechner samt Arbeitsspeicher, Massenspeicher und vorinstalliertem Windows 8.1 N mit Bing.

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So viel Hardware auf kleinstem Raum gibt es selten. Wir zücken unseren Technik-Award:

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Positive Aspekte der ZOTAC ZBOX PI320 Pico:

Negative Aspekte der ZOTAC ZBOX PI320 Pico:

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar