Test: Zotac ZBOX ID42 Plus - Mini-PC mit ULV-Celeron

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zotac 42 teaser kleinMini-PCs sind dank der allgemein hohen Leistung moderner Plattformen und permanent steigender Stromkosten weiter auf dem Vormarsch. Einer der Vorreiter im Mini-PC-Segment ist dabei ohne Frage Zotac. Nun gibt es mit der ZBOX ID42 Plus eine aktualisierte Version des beliebten Mini-PCs, der jetzt auf einen Intel Celeron der zweiten Core-Generation und eine GeForce GT 610 setzt. Wie sich das neue Modell schlägt, klären wir wie immer in unserem Review.

Dass gerade Notebooks immer weiter auf dem Vormarsch sind, verwundert mit Blick auf das Leistungsvermögen der mobilen Begleiter und teils minimaler Abmaße nicht wirklich. Oftmals ist es aber sinnvoll, vorher genau zu durchdenken, was der neue Rechner eigentlich machen soll, denn ein Notebook ist sicherlich nicht das Allheilmittel. Wird die von Notebooks gebotene Mobilität nicht wirklich benötigt, sind Mini-PCs oft eine interessante Alternative. Sie sind nicht auf den Schreibtisch festgelegt, sondern lassen sich auch im Wohnzimmer bestens integrieren.

Zotac gehört mit seiner ZBOX-Reihe schon seit dem Beginn des Booms von kleinen Rechnern mit zu den Vorreitern des Segments. Hatten wir die ZBOX bislang stets mit Mobile-Hardware, zuletzt beispielsweise in Form der nano AD12 Plus mit AMDs Brazos-Plattform im Test, sieht es bei der neuen Version ZBOX ID42 Plus anders aus. Die Hoffnung auf allzu leistungsstarke Hardware wird zwar auch hier nicht erfüllt, mit einem Intel Celeron 847 (der auf der zweiten Core-Generation aufbaut) und einer NVIDIA GeForce GT 610 wird dieses Mal aber teilweise Desktop-Hardware genutzt. Man darf also gespannt sein, wie sich die neueste Version im Leistungs-Kapitel schlagen wird. Nicht minder interessant ist aber natürlich die Auswirkung auf den Stromverbrauch.

Preislich liegt die Zotac ZBOX ID42 Plus mit rund 440 Euro in einem normalen Rahmen. Dass es im Mini-PC-Bereich beispielsweise auch deutlich teurer geht, das zeigt ASRock mit seinem Vision X (zum Test), das bei rund 900 Euro liegt, dafür aber deutlich leistungsstärkere Hardware vorweisen kann.

Hersteller und Bezeichnung ZOTAC ZBOX ID42 Plus
Straßenpreis rund 440 Euro
Homepage www.zotac.com
Gehäuse
Abmessungen 127 x 45 x 127 mm (BxHxT)
Prozessor Intel Celeron 847
Grafikkarte NVIDIA GeForce GT 610
Chipsatz Intel NM70
Massenspeicher 500 GB, 5400 RPM
Arbeitsspeicher 4096 MB DDR3
Anschlüse

1x HDMI
1x DVI
2x LAN (RJ45)
2x USB 3.0 / 2x USB 2.0
1x S/PDIF
1x WiFi-Antenne

Sonstiges Cardreader, Fernbedienung, WiFi

 


Bevor wir uns das Gehäuse ZBOX ID42 Plus im Detail anschauen wollen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Hardware-Zusammenstellung, die Zotac ausgewählt hat.

CPUz

Auch wenn dem Intel Celeron 847 das „M“ im Namen fehlt, es handelt sich doch um eine waschechte Mobile-CPU, die aber natürlich im Niedrig-Budget-Segment beheimatet ist. Gefertigt wird der Zweikerner im 32 nm-Verfahren, es handelt sich also um einen Vertreter der Sandy-Bridge-Generation. Im noch sparsameren 22-nm-Verfahren werden erst die aktuellen Ivy-Bridge-Modelle gefertigt. Mit einer TDP von 17 Watt gehört der Celeron 847 zu Intels ULV-Segment und passt damit bestens in das Mini-PC-Segment. Entsprechend ist es aber auch nicht verwunderlich, dass der Takt mit 1100 MHz nicht allzu hoch ausfällt. Da es sich um einen Celeron-Vertreter handelt, versteht es sich von selbst, dass es keinen Turbo-Boost gibt, denn der fehlt schließlich auch schon bei den i3-Vertretern. Der L3-Cache beläuft sich auf 2 MB. Auch über eine integrierte Grafik verfügt der Celereon 847. Die Intel HD2000 besitzt einen Takt von 350 MHz und kann im Turbo-Modus mit 800 MHz befeuert werden. Als Chipsatz kommt Intels NM70 zum Einsatz.

GPUz

Anders als bei der CPU hat sich Zotac bei der GPU nicht für ein mobiles Modell entschieden. Die NVIDIA GeForce GT 610M besitzt 48 CUDA-Cores. Der Shadertakt beläuft sich auf 1620 MHz, die Grafiktaktfreuqenz liegt entsprechend bei 810 MHz. Daraus resultiert eine Füllrate von 6,5 GTexel/Sek. Der Grafikspeicher beläuft sich auf 512MB und taktet mit 897 MHz. Angebunden wird der DDR3-Speicher über ein 64 Bit breites Interface, sodass die Leistung an dieser Stelle beschnitten wird.

Wieder mobiler wird es wieder bei der übrigen Ausstattung. Die Festplatte wird natürlich im 2,5-Zoll-Format ausgeführt und verfügt über ein Volumen von 500 GB – so können problemlos auch größere Datenmengen auf dem kleinen Rechner verstaut werden. Da Zotac auf ein normales 2,5-Zoll-Format setzt, kann der Massenspeicher aber auch im Nachhinein problemlos gegen ein größeres Modell oder eine SSD getauscht werden. Der Arbeitsspeicher fällt mit 4 GB (2x 2 GB) für die Anwendungsbereiche eines Mini PCs ausreichend dimensioniert aus. Ein optisches Laufwerk gibt es bei der ZBOX ID42 Plus nicht. Das ist insofern ärgerlich, als dass Zotac lediglich eine Treiber-CD, nicht aber einen USB-Stick beilegt.


Ein Mini-PC muss nicht nur mit einer ansprechenden Ausstattung aufwarten, sondern sollte nach Möglichkeit auch noch besonders gut aussehen, schließlich ist das Wohnzimmer einer der prädestinierten Einsatzorte der kleinen Kisten.

Zotac ZBOX ID42 Plus

Zotac bleibt seinem bekannten ZBOX-Design auch bei der ID42 Plus-Version treu. Entsprechend kommt unser Testkandidat in einem optisch ansprechenden Gehäuse daher. Deckel und Boden sind in schwarzem Piano-Lack-Finish gehalten, während das eigentliche Case in Silber gehalten ist – eine Kombination, die uns nicht erst einmal gut gefallen hat. Ebenfalls bekannt ist der blau beleuchtete Ring, der den Deckel im Betrieb illuminiert. Einen Fehler macht Zotac mit diesem Design ohne Frage nicht – manch einer hätte sich aber vielleicht etwas Fortschritt gewünscht.

Zotac ZBOX ID42 Plus

Flexibel zeigt sich die ZBOX ID42 Plus bei der Aufstellung. Neben der Möglichkeit, den Mini-PC flach abgestellt auf dem Schreibtisch stehen zu haben, wird auch die Möglichkeit geboten, die ZBOX stehend zu betreiben, ein entsprechender Halter liegt unserem Testkandidaten bei. Gleiches gilt auch für die zweite Befestigungsmöglichkeit, denn mit einer (ebenfalls im Lieferumfang vorhandenen) zweiten Haltemöglichkeit kann die ZBOX auch am Vesa-Mount auf der Rückseite eines Monitors befestigt werden.
Hier macht Zotac alles richtig und bietet dem Kunden eine maximale Flexibilität.

Zotac ZBOX ID42 Plus

Nicht nur die Optik, auch die Bedienung muss bei einem Wohnzimmer-PC passen. Entsprechend befindet sich eine Fernbedienung direkt im Lieferumfang. Dabei handelt es sich um das altbekannte Windows-Media-Modell, das wir bei schon zahlreichen Geräten vorgefunden haben – nur dass es nun in Schwarz ausgeführt wurde. Zotacs Wahl ist aber sicherlich nicht schlecht, denn der kleine Frequenzgeber konnte schon einige Male überzeugen. Er besitzt zwar recht viele Tasten, schon nach kurzer Zeit findet man sich aber bestens zurecht.

 


 

Zotac ZBOX ID42 Plus

Gegenüber den bisher bekannten Modellen im vorliegenden Format hat Zotac den Hauptschalter überarbeitet. Was früher einmal als klassischer Taster ausgeführt wurde, ist nun ein Touch-Bedienelement , einen Resetschalter gibt es nicht. Das ist zwar moderner, aber nicht immer praktischer. Auf der Front gibt es neben dem Touchtaster einen USB-3.0-Port sowie einen Card-Reader und die obligatorischen Klinke-Ports, sodass ein Headset problemlos angesteckt werden kann.

Zotac ZBOX ID42 Plus

Einen weiteren USB-Anschluss, der ebenfalls als 3.0-Variante ausgeführt wird, gibt es (wenn das Gerät stehend betrieben wird) auf der Oberseite. Dass der vertikale Betrieb weitere Vorteile haben kann, zeigen die großzügigen Belüftungsöffnungen an dieser Stelle, denn der natürlichen Konvektion folgend, kann die warme Luft das Gehäuse nach oben verlassen.

Zotac ZBOX ID42 Plus

Das eigentliche Anschlusspanel der ZBOX zeigt sich reich bestückt. So gibt es rückseitig zwei weitere USB-Ports, dieses Mal allerdings nur als 2.0-Version. Auch zur Bildausgabe stehen zwei Buchsen bereit. Neben dem aktuell allgegenwärtigen HDMI-Anschluss, gibt sich auch DVI die Ehre. Damit aber nicht genug, denn Zotac hat der ZBOX ID42 Plus direkt zwei Gigabit-LAN-Anschlüsse spendiert – gerade bei Mini-PCs gehört dies nicht zum Standard. Abgerundet wird die Anschluss-Ausstattung von einem SPDIF-Ausgang sowie einer WLAN- und Bluetooth-Antenne.

Zotac ZBOX ID42 Plus
Zotac ZBOX ID42 Plus

Auf der (wieder stehend gesehen) Unterseite integriert Zotac den Haltemechanismus für den aufrechten Betrieb. Mithilfe von zwei Rändelschrauben kann das kleine Gehäuse an dieser Stelle darüber hinaus besonders einfach geöffnet werden. Es muss danach einfach am unteren Deckel gezogen werden (eine Halteausbuchtung ist vorhanden), und schon ist der Zugang zum Innenleben frei.

Der Innenraum des kleinen Rechners zeigt sich gut strukturiert und ordentlich aufgebaut. Die HDD und der Speicher können schnell gewechselt werden. Aber auch die Demontage des Kühlers stellt kein Problem dar. In der ZBOX zeigt sich übrigens ein Lüfter für das gesamte Frischluftmanagement verantwortlich.

 


 

Zotac hat sich bei der ZBOX ID42 Plus von AMDs Brazos und NVIDIAs ION-Plattform verabschiedet und setzt stattdessen auf einen mobilen Celeron, der mit einer GeForce GT 610 kombiniert wird.

BIOS:

Als Betriebssystem für unseren Praxisausflug verwenden wir das aktuelle Windows 8 in einer 64-Bit-Ausführung. Die Installation ging recht problemlos von der Hand, nur ein paar Einstellungen am BIOS waren vonnöten, da ansonsten unser USB-3.0-Stick nicht korrekt erkannt wurde. Davon einmal abgesehen, erweist sich das BIOS als recht umfangreich und ordentlich strukturiert – lediglich die Farbgebung in Schwarz, Orange und Grau ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Leistung:

bench cb10 2
bench cb11 2
bench 7zip 2
bench hdd 2
bench ram 2
bench streetfighter
bench 3dmark

Eine wirkliche Überraschung ist es nicht. Ob nun Brazos oder jetzt der mobile Core-Celeron – ein Sprinter ist die ZBOX nicht wirklich und auch die Grafikkarte ist mehr zur Videobeschleunigung als zum Spielen zu gebrauchen – diesen Einschränkungen sollte sich aber jeder, der sich für einen Mini-PC im 400-Euro-Segment interessiert, bewusst sein. Im Gegenzug liefert die kleine ZBOX aber genügend Leistung für das Surfen im Internet, rudimentäre Office-Aufgaben – und was am wichtigsten ist, für die flüssige Wiedergabe von Multimediainhalten. Zudem zeigt sich, dass bei nicht allzu anspruchsvollen Engines und einer niedrigen Auflösung doch das ein oder andere Spielchen möglich ist.

Wer hingegen auf der Suche nach mehr Performance ist, der wird nicht um den Griff zu einem teureren System wie beispielsweise die Vision-Serie von ASRock herumkommen.

Lautstärke:

Lautstärke

Zotac setzt bei der ZBOX ID42 Plus auf nur einen kleinen Lüfter, einzig die verbaute 2,5-Zoll-HDD ist ein weiterer Quell von Unruhe. Entsprechend agiert das System auch angenehm leise. Zwar ist es aufgrund der Festplatte auch im Leerlauf wahrnehmbar, gerade im Wohnzimmer, in dem der Rechner erfahrungsgemäß einige Meter entfernt steht, ist unser Testkandidat unhörbar. Unter Volllast dreht der kleine Lüfter zwar ein Stück hoch, wirklich störend ist die ZBOX aber auch auf dem Schreibtisch nicht und mit etwas Abstand im Wohnzimmer schon gar nicht.

Stromverbrauch:

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch hält sich in Grenzen, sodass sich die Stromrechnung sowohl im Idle als auch unter maximaler Volllast (Prime95 + Furmark) ebenfalls in Grenzen hält. Die ION-Plattform (ZBOX ID80 Plus) wird damit knapp übertroffen, während die AMDs Brazos-II-Setup (ZBOX nano) merklich übertroffen wird.


Zotac hat mit der ZBOX ID42 Plus einen ansprechenden Mini-PC im Programm, der sich hinsichtlich seiner Aufstellung äußerst flexibel zeigt und darüber hinaus mit einer erstklassigen Ausstattung aufwarten kann.

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Zotac tut gut daran, am bekannten ZBOX-Design festzuhalten. Die Mischung aus Silber und Piano-Lack-Schwarz in Kombination mit einem blau leuchtenden Ring konnte uns nicht erst einmal überzeugen und erweist sich auch 2013 noch als angenehm zeitlos. Dank zweier mitgelieferter Halter kann die ZBOX ID42 Plus zusätzlich zur normalen horizontalen Ausrichtung entweder stehend betrieben oder am Vesa-Mount des Monitors befestigt werden. Vorbildlich ist auch der Zugang zum Innenleben des Mini-PCs gelöst, es müssen einfach zwei Rändelschrauben entfernt werden.

In die Vollen geht Zotac hinsichtlich der Anschlussausstattung. Mit zwei USB-3.0-Ports,, zwei USB-2.0-Ports zwei Gigabit-LAN-Anschlüssen sowie WLAN und Bluetooth, nicht zu vergessen HDMI und DVI, ist alles an Bord, was aktuell vonnöten ist. Dank der guten Rundumverteilung der USB-Anschlüsse ist darüber hinaus ein einfacher Zugang von allen Seiten gewährleistet.

Neue Wege geht Zotac bei der genutzten Hardware. Es kommt einmal kein Netbook-Prozessor in Form eines Atom/ION-Gespanns oder der Brazos-Plattform zum Einsatz, der nun verbaute Intel Celeron 847 mit einer TDP von 17 Watt macht den kleinen Rechner aber zwar noch immer nicht zum Sprinter es wird aber etwas mehr Leistung als bei den bisherigen Modellen geboten. Auch die GT 610 ist sicherlich kein Sprinter, sollte aber weniger vor dem Gaming-Hintergrund gesehen werden, als vielmehr als potenter Partner für die Videobeschleunigung genutzt werden. Eine solide Leistung liefern die mit 500 GB ordentlich bemessene HDD und der 4 GB fassende Arbeitsspeicher. Für den Aufgabenbereich eines Mini-PCs im 400-Euro-Segment ist die ZBOX ID42 Plus damit bestens gerüstet, beim Einsatz darüber hinaus geht unserem Testkandidaten aber schnell die Puste aus.

Nichts zu beanstanden gibt es bei der Lautstärke und dem Stromverbrauch. Dank der mechanischen HDD ist die ZBOX zwar auch im Leerlauf minimal zu hören, in nicht allzu großer Entfernung kann der kleine Rechner aber als nahezu lautlos beschrieben werden. Auch unter Last dreht der Lüfter nicht allzu weit auf. Das Ergebnis ist dann ein wahrnehmbarer, aber keinesfalls störender kleiner Rechner. Der Stromverbrauch der Netbook-Ausführungen wird zwar überboten, gerade im Vergleich mit der ION-Lösung fällt die Lücke aber überraschend klein aus.

Alles in allem ist die Zotac ZBOX ID42 Plus ein sehr guter Mini-PC, der mit einem schicken Gehäuse und vielen Anschlüssen aufwarten kann. Von Zotacs Abkehr von Netbook-Hardware hätten wir uns aber einen etwas größeren Leistungszuwachs erhofft.

eh zotac id42plus s

Positive Aspekte der Zotac ZBOX ID42 Plus:

Negative Aspekte der Zotac ZBOX ID42 Plus: