Buyer's Guide: Ein Gaming-Mini-ITX-System

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luxxlogoVier Teile umfasst bisher unser Buyer's Guide. Nach unseren Kaufempfehlungen für ein 500-Euro-, ein 1000-Euro- und ein 1500-Euro-System sowie einem Luxus-PC ohne Grenzen in den Anschaffungskosten stellen wir in diesem Teil ein leistungsfähiges Mini-ITX-System vor. Am Ende soll ein System mit sehr starken Komponenten auf engstem Raum entstehen.

Dieser Test stammt von unserem schwedischen Redakteur Öjvind Karlsson und erschien ursprünglich auf unserer schwedischen Seite hardwareluxx.se. Für die deutsche Seite wurde er übersetzt.

Für unseren fünften Teil des Buyer's Guide gibt es auch wie beim vorigen Teil keine Beschränkungen bezüglich des Preises. Bei diesem Projekt sind aber dennoch mehrere begrenzende Faktoren vorhanden - insbesondere die Größe. Die wichtigste Wahl ist das PC-Gehäuse, das bestimmt, welche Komponenten verwendet werden können. Das BitFenix Prodigy mit den Maßen 250 x 404 x 359 mm (Breite x Höhe x Tiefe) eignet sich für unser Mini-ITX-System hervorragend. Das Gehäuse zählt zwar nicht zu den kleinsten Mini-ITX-Gehäusen, aber es erlaubt die Verwendung einer Wasserkühlung und größerer Komponenten. Natürlich ist dies aber ein Kompromiss zwischen dem kleinsten Computer und leistungsfähigsten Komponenten. Als Mainboard ist das Gigabyte Z77N-WIFI mit einem Z77-Chipsatz verbaut und als Grafikkarte verwenden wir eine Gigabyte GeForce GTX 690 mit 4 GB an GDDR5-Speicher.

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Komponenten des Systems:

Bauanleitung: Mini-ITX-System
Komponenten Mini-ITX-System Preis
Prozessor Intel Core i7-3770K,
4x 3,5 GHz, 8 MB L3-Cache
ca. 320 Euro
Mainboard Gigabyte Z77N-WIFI
Z77-styrkrets
ca. 120 Euro
Arbeitsspeicher 2x Corsair Vengeance LP DDR3 1 600 MHz 8 GB, CL9 ca. 75 Euro
Grafikkarte Gigabyte GeForce GTX 690
4096 MB GDDR5
ca. 925 Euro
Festplatten

Corsair Neutron GTX 480GB, SSD-disk


Western Digital Caviar Green 2 000 GB,

5400 rpm, 64 MB

ca. 480 Euro

ca. 100 Euro
Optisches Laufwerk Wird aufgrund der Wasserkühlung nicht passen -
Soundkarte On-Board-Lösung -
Netzteil Corsair AX760i (760 W) ca. 190 Euro
Computer-Gehäuse Bitfenix Prodigy (in verschiedenen Farben erhältlich) ca. 70 Euro
Kühlung Corsair H100i ca. 107 Euro
Preis
Total   ca. 2387 Euro

Die Entscheidungen für eine Neutron GTX 480 GB, die zurzeit als eine der besten SSD-Lösungen auf dem Markt gilt, einem Core i7 3770K (ermöglicht eine Übertaktung), 2 x 8 GB Arbeitsspeicher und der Wasserkühlung Corsair Hydro Series h100i fielen recht leicht, aber es gibt natürlich hier deutlich günstigere Varianten, wenn einem das System zu teuer ist. Auch das Netzteil ist eine der wichtigsten Komponenten in unserem Mini-ITX-System. Aufgrund des begrenzten Platzes im Gehäuse muss ein kurzes Modell gewählt werden, das wirklich passt und gleichzeitig genügend Leistung für die verbauten Komponenten liefert. Das neue Corsair AX760i (760 Watt) bietet all dies, zudem hatten wir es gerade im Test.

Bevor das System aufgebaut und getestet wird, werden wir die Komponenten im Detail vorstellen. 


Prozessor:

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Die momentan leistungsfähigste Plattform für diesen Bereich, die im Mini-ITX-Format gut funktioniert, ist der Sockel 1155. Der interessanteste "Mainstream-Prozessor", der zurzeit auf dem Markt zu bekommen ist, ist dabei der Core i7 3770K. Die vier Prozessorkerne verfügen jeweils über eine Taktfrequenz von 3,5 GHz und verfügen über einen 8192 KB großen L3-Cache. Darüber hinaus unterstützt der Prozessor HyperThreading, was bedeutet, dass der Prozessor acht Threads mit seinen vier Kernen verarbeiten kann. Da das Modell von der K-Reihe mit einem Multiplikator verstellbar ist, lässt er sich zudem leicht übertakten.

Performance-Test:

 

Prozessorkühlung:

h100i hero fan 1 

In einem Mini-ITX-System kann es zu Komplikationen führen, wenn man versucht, eine Wasserkühlung zu verbauen. Dank des BitFenix Prodigy können aber maximal 240-mm-Kühler das System bestücken. Mit der Corsair Hydro Series h100i erhält man zwei 120-mm-Lüfter, die passend für unser System sind und zudem das Übertakten unserer Komponenten ermöglichen.

 

Mainboard:

gigabyte 1 

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Da kleine Mainboards mit dem Sockel 1155 relativ beliebt sind, gibt es mehrere Modelle zur Auswahl. Im Test verwendeten wir das Gigabyte GA-Z77N-WIFI. Es besitzt einen PCI-Express-3.0-Port mit einer Bandbreite von 16 Lanes, was bedeutet, dass man die gleiche Grafik-Performance wie die Standard-ATX-Modelle erhält. Durch die beschränkte Größe des Mainboards gibt es nur wenige Anschlüsse, dennoch gibt es zwei USB 3.0-, zwei SATA 6G- und zwei Gigabit-LAN-Anschlüsse. Zudem sind zwei WiFi-Verbindungen über zwei Antennen möglich. Darüber hinaus besitzt das Mainboard gute Einstellungsmöglichkeiten im UEFI-BIOS, aber keine Möglichkeiten die Spannungen des Prozessors zu ändern.

 

Arbeitsspeicher:

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Für starke Performance im System sind 16 Gigabyte mehr als ausreichend. Zudem ist dies die maximale Menge an nutzbarem Arbeitsspeicher auf dem Mainboard. Da der Platz im Gehäuse nur beschränkt vorhanden ist, haben wir Low-Profile-Speicher verbaut. Dafür verwendeten wir im Test zwei Corsair Vengeance LP DDR3 CL9 mit 1600 MHz und jeweils 8 Gigabyte.


Grafikkarte:

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Unsere Wahl bei der Grafikkarte fiel auf die Geforce GTX 690. Da wir nur einen PCIe-Steckplatz zur Verfügung hatten, wählten wir diese Karte als leistungsfähige Komponente aus. Die Gigabyte GTX 690 (GV-N690D5-4GD-B) mit 4096 MB GDDR5 verfügt über zwei GPUs, was zur Folge hat, dass wir eine optimale Gaming-Performance in Spielen erreichen, die eine SLI-Unterstützung anbieten. Das ausgesuchte Modell verfügt dabei nicht über einen speziellen Kühler, wodurch wir uns sicher sein können, dass die Grafikkarte in unser Mini-ITX-System mit dem BitFenix Prodigy passen wird.

Performance-Test:

 

Netzteil:

ax760i psu sideview a 1

Um ausreichend Leistung für unsere Komponenten zu bekommen und die richtigen Kabel zu erhalten, mussten wir unsere Wahl zunächst gut genug überlegen. Dabei sollten nicht überflüssige Kabel den beschränkten Platz im Gehäuse füllen und somit fiel unsere Wahl am Ende auf das Corsair AX760i, das mit bis zu 760 Watt ausreichend Leistung liefern kann. 

Netzteil-Test:

 

SSD:

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Für unser Mini-ITX-System wollten wir eine Sold-State-Drive (SSD) mit einer hohen Speicherkapazität, ohne dabei auf Leistung verzichten zu müssen. Das Corsair Neutron GTX 480 GB ist eines der besten Hochleistungs-Modelle auf dem Markt und bietet sich für unser System perfekt an. Wenn man Geld sparen möchte oder diese Kapazitäten nicht komplett ausschöpfen kann, kann man auf die 240 GB Modelle oder ähnliche Versionen mit geringeren Speicherkapazitäten zurückgreifen.

Performance-Test:

 

Festplatte:

Für das alltägliche Speichern von Daten ist es zudem sinnvoll, eine mechanische Festplatte zu verwenden. Für unseren Zweck wählten wir die Western Digital Caviar Green mit 2 TB, die mit 5400 rpm und 64 MB Cache arbeitet. Natürlich gibt es schnellere Festplatten und dies ist demnach nur eine Empfehlung - wir haben ja aber die schnelle SSD auch noch im System. Je nach eigener Präferenz kann man dabei natürlich auch auf einen anderen Datenträger setzen - zuletzt hatten wir zwölf Festplatten mit 2 TB Kapazität im Test.

 

Computer-Gehäuse:

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Da wir leistungsfähige Komponenten wie die GeForce GTX 690 sowie einer Wasserkühlung verwenden wollten, fiel unsere Wahl auf das BitFenix Prodigy. Der Nachteil des Gehäuses ist die Größe im Vergleich zu anderen kleineren Gehäusen im ITX-Format, aber es ist ein Kompromiss zwischen Leistung und Platz. Das Design ist für ein ITX-Case aber hervorragend, da große Grafikkarten in das Case passen und auch eine gute Kühlung und Belüftung möglich ist.


Hier geben wir einige Erläuterungen zum Zusammenbau des Mini-ITX-Systems. Es ist dabei ein wenig problematischer als der Zusammenbau eines normalen Systems, in der richtigen Reihenfolge ist der Zusammenbau aber auch unproblematisch.

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Wenn man ein optisches Laufwerk in das Gehäuse des Computers verbauen will, muss man auf einen großen Radiator für die Wasserkühlung verzichten. Der 5,25-Zoll-Slot ist dabei komplett im Weg und muss deshalb herausgeschraubt werden.

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Den Käfig entfernten wir aus dem Gehäuse.

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Hier finden die Kühler der Wasserkühlung Corsair h100i ihren Platz - denn wer braucht heute noch ein optisches Laufwerk? Für die Installation des Betriebssystems klemmen wir ein Laufwerk an, wer dauerhaft ein Laufwerk benötigt, kann dies auch extern über USB3.0 anstecken.

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Um die Montage zu erleichtern, ist bereits Wärmeleitplaste auf der Kontaktfläche des Corsair h100i mit dem Prozessor vorhanden.

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Hier sieht man die verbaute Wasserkühlung innerhalb des Gehäuses.

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Die Montage des Netzteils erfordert etwas Kraft beim Einschieben in das Gehäuse - hier muss man etwas vorsichtig vorgehen.

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Nach dem kompletten Zusammenbau bleibt noch genügend Freiraum für eine gute Luftzirkulation.

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Das Gehäuse von der anderen Seite zeigt, dass einige Kabel noch bewegt werden müssen, um auch dort den Luftstrom aufrechtzuerhalten.


Da das Gigabyte GA-Z77N-WIFI kaum eine Erhöhung der Spannung an dem Prozessor erlaubt, erwarteten wir nicht allzu hohe Taktraten, obwohl wir eine leistungsfähige Kühlung wie der Corsair h100i verwendeten.

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Mit dem Core i7 3770K erreichten wir Werte von 4,4 GHz, was zunächst mit der Standard-Spannung sehr gut ist. Ein enormer Vorteil der Standard-Spannung ist klar: Weder Stromverbrauch noch die Hitze im Gehäuse steigen. In einigen Leistungstests werden wir auch berichten, was die höheren Frequenzen ergaben. 


In diesen Benchmarks werden wir vor allem die Grafik-Performance untersuchen.

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Zweifellos besitzt dieses System eine sehr hohe Spieleleistung. Das Übertakten der CPU hat ein geringen Vorteil geschaffen, die Differenz war aber wie zu erwarten nicht sehr dramatisch.


Hier sind die Testergebnisse, die allgemein alle Komponenten des Systems untersuchen.

PCMark 7  
Video Playback 23,13 fps
Video Transcoding 7654,15 KB/s
System Storage - Gaming 16,15 MB/s
Graphics DX9 96,94 fps
Image Manipulation 12,73 Mpx/s
Importing Pictures 29,99 MB/s
Web Browsing 22,26 pages/s
Data Decrypting 161,28 MB/s
Score 5735

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Bei diesem Ergebnis ist sofort ersichtlich, dass das Mini-ITX-System leistungsfähiger ist, wenn man die CPU-Frequenz auf 4,4 GHz erhöht.


Bei unserem Mini-ITX-System sollte man aufgrund der verbauten Hardware nicht zu niedrige Werte für Temperatur, Stromverbrauch und Geräuschpegel erwarten.

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Wie zu erwarten war, ist die Grafikkarte die Komponente mit den höchsten Temperaturen. Interessanterweise besitzt die mechanische Festplatte recht stabile und niedrige Temperaturwerte.

 

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Die Grafikkarte hat einen hohen Stromverbrauch in unserem Mini-ITX-System. Zudem benötigt die Karte vom Netzteil 2 x 8-Pin-PCIe-Anschlüsse. NVIDIA empfiehlt für die GeForce GTX 690 eine relativ starke Stromversorgung. Wir empfehlen hierbei ein Netzteil mit über 600 Watt Leistung, zudem hängt das Ergebnis von der Qualität der Stromversorgung ab. 

Beim Messen der Lautstärke konnten wir feststellen, dass bei Just Cause 2 eine Lautstärke von 44,6 dBA herrscht. Es gibt Möglichkeiten, den Geräuschpegel ein wenig durch die Lüftergeschwindigkeit zu regulieren. Allerdings ist die Hauptquelle der Lautstärke die Grafikkarte und diese ist mit dem Standard-Lüfter nicht ruhiger zu bekommen.


Für ein Mini-ITX-System gibt es für den Zusammenbau eine Menge an Optionen und eine Gehäuse-Wahl ist nicht immer einfach. Da wir uns für unser System mit einer Wasserkühlung mit einem großem Kühler (Corsair h100i) und einer langen GeForce GTX 690 als Grafikkarte entschieden haben, dachten wir, dass das BitFenix Prodigy eine offensichtliche Wahl war - dies hat sich bestätigt. Ansonsten verbauten wir in ein gut ausgestattetes Mini-ITX-System einen Intel Core i7-3770K Prozessor, ein Gigabyte Z77N-WIFI Mainboard, 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, eine Corsair Neutron GTX 480 GB SSD, eine 2 TB Festplatte und ein Corsair AX760i Netzteil. Allesamt High-End-Komponenten - die auf der anderen Seite natürlich einen hohen Preis mit sich ziehen:

 
Bauanleitung: Mini-ITX-System
Komponenten Mini-ITX-System Preis
Prozessor Intel Core i7-3770K,
4x 3,5 GHz, 8 MB L3-Cache
ca. 320 Euro
Mainboard Gigabyte Z77N-WIFI
Z77-styrkrets
ca. 120 Euro
Arbeitsspeicher 2x Corsair Vengeance LP DDR3 1 600 MHz 8 GB, CL9 ca. 75 Euro
Grafikkarte Gigabyte GeForce GTX 690
4096 MB GDDR5
ca. 925 Euro
Festplatten

Corsair Neutron GTX 480GB, SSD-disk


Western Digital Caviar Green 2 000 GB,

5400 rpm, 64 MB

ca. 480 Euro

ca. 100 Euro

Optisches Laufwerk Wird aufgrund der Wasserkühlung nicht passen -
Soundkarte On-Board-Lösung -
Netzteil Corsair AX760i (760 W) ca. 190 Euro
Computer-Gehäuse Bitfenix Prodigy (in verschiedenen Farben erhältlich) ca. 70 Euro
Kühlung Corsair H100i ca. 107 Euro
Preis
Total   ca. 2387 Euro
Testresultat
3DMark 11 E17712, P14302 und X5864
Just Cause 2 241,2 FPS (1920 x 1200)
Dirt 3 184,48 FPS (1920 x 1200)
Entschlüsseln (TrueCrypt 7.1a) 239 MB/s
Verschlüsseln (True Crypt 7.1a) 237 MB/s
Cinebench 11.5 8,89 Punkte
WinRAR 4.20 9198 KB/s
PCMark 7 5735 Punkte
Stromverbrauch Ruhezustand: 53 / Belastung: 130 und 352 W
Lautstärke Ruhezustand: 39,6 / Belastung: 44,6 dB(A) 
Temperatur (bei 3DMark11 Performance) Motherboard/CPU/GPU/HDD: 51/59/73/32 °C

Da es aufgrund der Wasserkühlung Corsair h100i nicht möglich ist, ein optisches Laufwerk zu verbauen, muss man eine andere Lösung finden. Eine Möglichkeit wäre eine externe Lösung zu verwenden.

Die Ergebnisse mit den hier verbauten Komponenten in dem System waren ausgezeichnet. Zudem war es möglich, ohne eine Erhöhung der Spannung das System auf 4,4 GHz zu übertakten. Dennoch ist die Lautstärke nicht zu verachten, die vor allem durch die verbaute Geforce GTX 690 verursacht wird. Raum zum Sparen bietet das System natürlich an mehreren Stellen (z.B. am Prozessor, der Grafikkarte oder der SSD).