Test: Zotac ZBOX nano XS Plus

Veröffentlicht am: von

zotac nano_teaserMini PCs sind im Trend - immer vorne mit dabei ist der in erster Linie für Grafikkarten bekannte Hersteller Zotac. Nachdem uns bereits zahlreiche der ZBox genannten Systeme überzeugen konnten, steht mit der Zotac ZBOX nano XS Plus nun ein neuer minimalistischer Small-Form-Factor-PC in den Startlöchern, den wir pünktlich zum Launch einem Test unterziehen wollen.

Der Launch von Intels neuer CPU-Generation steht unmittelbar bevor – und wieder einmal wird der Fertigungsprozess kleiner und damit der Stromverbrauch niedriger. Natürlich ist im gleichen Schritt auch mit einer Leistungssteigerung zu rechnen, aktuell sind wir aber in Leistungsbereichen angekommen, in denen gerade für Office- und Multimedia-Systeme schon von aktuellen Plattformen mehr als genügend Leistung geboten wird. Andersherum gesagt: Es wird immer leichter, kleine und stromsparende Systeme mit einer ansprechenden Leistung zu bauen. Sicher, die sind dann nicht für Gamer- oder Performance-Enthusiasten gedacht, aus Gründen der Vernunft spricht aber immer weniger gegen die kleinen Systeme.

Zotac treibt seine ZBox-Serie nun mit der ZBox nano XS Plus auf die Spitze. Der neue MiniPC, der auf AMDs Vision-E2-Plattform basiert, wirkt kaum größer als ein iPhone. Dennoch steckt eine AMD APU, genauer gesagt ein AMD E-450 im kleinen Case, dessen zwei Bobcat-Kerne mit je 1,65 GHz zu Werke gehen. Gefertigt wird die CPU zwar noch im 40-nm-Verfahren, die TDP wird von AMD aber dennoch lediglich mit 18 Watt angegeben. Der L2-Cache beläuft sich auf 1 MB. Als direkter Konkurrent kann Intels Atom angesehen werden, was mit Hinsicht auf die Bauform der ZBox nano XS Plus wenig verwunderlich ist.

Cinebench

Passend dazu stammt natürlich auch die (integrierte) Grafikeinheit von AMD. Die Radeon HD 6320 soll merklich potenter als die Atom-Grafik von Intel daherkommen. So kann die GPU auf 80 Shadereinheiten zurückgreifen. Der Kern-Takt liegt bei 500 MHz und kann bei Bedarf automatisch um 100 MHz übertaktet werden. Beim Grafikspeicher bedient sich die GPU beim Hauptspeicher und kann keine eigenen Reserven vorweisen. Leider wird von der GPU nicht HDMI 1.4 unterstützt, sodass die ZBOX nano XS Plus nicht als 3D-Streaming-Device arbeiten kann.

Zotac stattet seine ZBOX nano XS Plus darüber hinaus aber direkt ab Werk mit Massenspeicher und Arbeitsspeicher aus. So besitzt der Mini-PC ab Werk ein 2 GB fassendes „Kurzzeitgedächtnis“. Für die langfristige Datenspeicherung steht eine 64 GB fassende SSD mit mSATA-Anschluss zur Verfügung. Entsprechend kann das Laufwerk also in erster Linie für das Betriebssystem und die wichtigsten Programme genutzt werden. Mediensammlungen müssen entweder via USB oder über ein NAS zugänglich gemacht werden. Da der integrierte Netzwerk-Anschluss Gigabit-LAN unterstützt, bietet sich letztere Lösung geradezu an. Ein optisches Laufwerk kann in einem so kleinen Gehäuse natürlich nicht integriert werden, sodass auf eine der letztgenannten Lösungen zurückgegriffen werden muss. Schade in diesem Zusammenhang: alle Treiber werden auf einer DVD mitgeliefert, sodass erst einmal das große Herumkopieren stattfinden muss.

Preislich liegt Zotacs Mini-PC bei 350 Euro. Im Vergleich zu reinen Streaming-Lösungen mag das recht teuer erscheinen, dafür bietet eine x86-Plattform aber auch eine merklich höhere Flexibilität.

Auf der zweiten Seite werden wir einen genauen Blick auf die Zotac ZBox nano XS Plus.


Der Name nano lässt es schon vermuten, der jüngste Spross der ZBox-Familie gehört wirklich zu den kleinsten Vertretern seiner Art. Entsprechend darf man gespannt sein, wie es Zotac gelingt, die Ansprüche des täglichen Lebens mit einem Kleinstformfaktor zu verbinden.

Zotac ZBox Nano XS Gehäuse

Ohne direkten Vergleich merkt man auf den ersten Blick nicht, wie klein die ZBox nano wirklich ist. Erst ein Blick auf die Anschlüsse verrät die minimalen Abmessungen des kleinen Würfels. Beim eigentlichen Design bleibt Zotac dem ZBox-Farbcodex treu und setzt auf Wangen in gebürsteter Alu-Optik und Deckel und Boden in Glossy-Schwarz. Als Eye-Catcher gibt es wieder einmal die bekannten LED-Ringe auf dem Deckel, der dieses Mal in Grün erscheint.
Wirklich front-typisch sieht die Vorderseite der ZBox Nano nicht aus, dafür wird zu viel Platz von Anschlüssen eingenommen und auch der Hauptschalter mit integriertem IR-Empfänger setzt sich deutlich von der gebürsteten Alu-Optik ab. Der Vorteil: es stehen gemessen an der Gehäuse-Größe wirklich viele Buchsen bereit. Neben einem USB-eSATA-Combo-Port gibt es einen Card-Reader und zwei Klinke-Buchsen.

Zotac ZBox Nano XS Gehäuse

Ein Blick auf die Seite zeigt noch einmal die kompakten Abmessungen der ZBox Nano. Auf der Seite wird der Großteil des verfügbaren Platzes von Belüftungsschlitzen eingenommen. Dahinter befindet sich ein aktiver Lüfter. Damit ein so kleiner Rechner nicht abhandenkommen kann, hat Zotac auch einen Kensington-Lock vorbereitet.

Zotac ZBox Nano XS Anschlüsse

Die Rückseite wird, wie sollte es auch anders sein, erneut von Anschlüssen dominiert. So gibt es dort die obligatorischen HDMI- und RJ45-Anschlüsse. Darüber hinaus gibt es vier USB-Anschlüsse, von den zwei als 3.0-Variante ausgeführt wurden. Die beiden USB-Anschlüsse auf der rechten Seite des Gehäuses sind in Orange eingefärbt, was auf die Kombination mit dem im Lieferumfang enthaltenen WLAN-Adapter hinweisen soll. 

Zotac ZBox Nano XS Innenleben

Die Unterseite der ZBox lässt sich recht einfach abnehmen – die Standfüße der kleinen Box sind als „Rändelschrauben“ ausgeführt. Entsprechend schnell gelangt man an das Innenleben des Zotac-MiniPCs. Es zeigt sich, dass Zotac eine SSD im mSATA-Format nutzt, die von Kingston stammt. Der Arbeitsspeicher, der als SODIMM ausgeführt wurde, lässt sich ebenfalls austauschen und besitzt ab Werk eine Kapazität von 2 GB.

Zotac ZBox Nano XS Fernbedienung

Die Zotac ZBox Nano bietet sich für den Wohnzimmer-Einsatz nahezu an. Erfreulicherweise sieht das auch der Hersteller so und legt eine Fernbedienung bei. Der Signal-Geber ist nicht allzu groß, liegt gut in der Hand und bietet direkten Zugriff auf alle wichtigen Funktionen.


Nun interessiert es uns aber auch, wie sich die kleine Box im täglichen Leben schlägt. Starten wollen wir dabei mit unseren Performance-Benchmarks.

Cinebench

Cinebench

7-Zip

PC Mark 7

Die ZBox Nano liegt auf dem zu erwartenden Niveau von AMDs Fusion-Plattform. Zur Medienwiedergabe aber auch für rudimentäre Office-Arbeiten reicht die Leistung, sobald es aber ein wenig komplexer wird, geht der kleinen Box flott die Puste aus – das war aber zu erwarten. Im PC-Mark profitiert die Konfiguration ganz klar von der genutzten SSD.

SSD Durchsatz

Speicherdurchsatz

Die von Zotac verbaute SSD liefert eine ordentliche Leistung ab, kann mit den aktuellen Spitzenmodellen aber nicht mehr mithalten. Im täglichen Leben stört das aber gar nicht, denn dank SSD fühlt sich das System teils erstaunlich „smooth“ an. Zudem: Bevor die SSD limitiert, wäre zunächst die CPU-Plattform das schwächste Glied der Kette.

3D Mark 11

Streetfighter

AMDs Fusion-Plattform setzt auf eine „Radeon-GPU“. Dass Games dennoch nicht zum Metier der ZBox nano Plus XS zählen, zeigen unsere Benchmarks. Auch als Spielekonsole für zwischendurch taugt die kleine Box so nicht.


Gerade für einen PC, der im Wohnzimmer genutzt werden soll, sind die Nebenschauplätze in Form von Lautstärke und Stromverbrauch aber genau so wichtig wie die eigentlichen Leistungswerte.

Lautstärke:

Lautstärke

Im Idle ist der Rechner nahezu unhörbar. Erst wenn der Abstand stark reduziert wird, hört man ab und an den kleinen Lüfter. Unter Last dreht der Ventilator dann schon etwas mehr auf und macht auf sich aufmerksam. Allerdings relativiert sich die Lautstärke im normalen „Sofa-Abstand“ wieder etwas, sodass die ZBox nano Plus XS auch hier kaum auf sich aufmerksam macht.

Stromverbrauch:

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch gehört natürlich zu den starken Seiten der ZBox nano Plus XS. Im Idle verbraucht der Mini-PC gerade einmal etwas mehr als 10 Watt. Unter Last sind es zwar immerhin knappe 30 Watt, aber der Zustand, dass GPU und CPU voll ausgelastet werden, ist bei einem so kleinen System sicherlich nur selten der Fall.


Zotac erweitert sein Portfolio nach unten um die neue ZBox nano XS Plus. Die kleine Box liefert dabei ein stimmiges Bild ab und kann mit zahlreichen Anschlüssen und einem niedrigen Stromverbrauch punkten.

{jphoto image=23135}

Optisch greift Zotac seine gewohnte Sprache auf. Dass die nano XS Plus in dieser Disziplin dennoch nicht ganz mit den großen Geschwistern mithalten kann, liegt daran, dass Zotac bemüht war möglichst viele Buchsen auf dem kleinen Gehäuse unterzubringen – und das mit Erfolg. Es gibt fünf USB-Ports (davon zwei als 3.0-Variante), eSATA, HDMI,  RJ45 und einen Card-Reader. Mehr kann man von einem so kleinen Rechner nun wirklich nicht mehr erwarten.
Die Leistung liegt auf dem üblichen Niveau – allzu viel darf man von der kleinen Kiste also nicht erwarten, für die üblichen Office-Arbeiten und die Medienwiedergabe liefert AMDs Fusion-Plattform aber mehr als genügend Wumms.

Zu gefallen weiß darüber hinaus, dass Zotac seinen Kleinstrechner ab Start mit einer flotten SSD ausstattet, was sich merklich positiv auf das gefühlte Arbeitstempo auswirkt.

Überzeugen können aber auch die Nebendisziplinen. Der Stromverbrauch liegt im normalen Rahmen, der verbaute Lüfter macht nur selten auf sich aufmerksam und ist dann auch nicht sonderlich störend. So ist die Zotac ZBox nano XS prädestiniert als unauffälliger Wohnzimmer-PC. Zur Steuerung legt Zotac praktischerweise direkt eine Fernbedienung bei.

Preislich liegt die ZBox nano XS Plus zum Start bei rund 350 Euro, was eine ganze Menge Geld ist für einen so kleinen Rechner. Wir gehen aber davon aus, dass sich der Preis mit der steigenden Verfügbarkeit etwas relativiert, was der ZBox sicherlich gut tun wird.

Positive Aspekte der Zotac ZBox nano XS Plus:

Negative Aspekte der Zotac ZBox nano XS Plus: