Test: ZOTAC ZBOX ID80 Plus

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zotac zbox_id80plusDer PC dringt langsam aber sicher ins heimische Wohnzimmer vor. Während der letzten Monate haben sich immer mehr Hersteller dazu entschlossen, kleine Komplett-Systeme mit ins Sortiment zu packen, die mit einem auf Strom sparen getrimmten AMD- oder Intel-Prozessor ausgestattet sind und trotzdem noch genug Leistung besitzen, um den Aufgaben neben dem Fernseher gerecht zu werden. Die kleinen Multimedia-PCs kreuzen inzwischen immer häufiger bei uns in der Redaktion auf. Neuster Testkandidat ist die ZOTAC ZBOX ID80 Plus. Sie besitzt nicht nur schlanke Maße, sondern kann auch im Inneren mit neuester Hardware aufwarten. Wir haben der kleinen Box auf diesen Seiten kräftig auf den Zahn gefühlt.

ZOTAC ist nicht nur für seine zahlreichen Grafikkarten bekannt. Auch die kleinen ZBOXen nehmen einen immer größeren Stellenwert in der Produktpalette des asiatischen Herstellers ein. Kein Wunder, schließlich erfreuen sich die kleinen PCs großer Beliebtheit und finden ihren Einsatz verstärkt im heimischen Wohnzimmer. Pünktlich zur CES 2012, welche erst vor wenigen Wochen in Las Vegas ihre Pforten schloss, präsentierte ZOTAC eine Reihe neuer ZBOX-Systeme, die neben schlanken Abmessungen auch mit neuester Hardware aufwarten können. Dazu zählt die ZOTAC ZBOX ID80 Plus, welche wir nun als eine der ersten Redaktionen weltweit erhielten.

Sie ist mit Intels neustem Atom-Prozessor auf "Cedarview"-Basis ausgestattet und kann zugleich mit einer durchaus performanten NVIDIA GeForce GT 520M mit 512 MB Videospeicher aufwarten. Dazu steckte ZOTAC insgesamt 2048 MB DDR3-Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von 1066 MHz ins System und verbaute eine 2,5 Zoll große SATA-II-Festplatte mit einer Kapazität von 320 GB. Wireless-LAN, Bluetooth, Ethernet, HDMI, DVI und USB 3.0 sind ebenfalls mit an Bord. Damit ist die ZOTAC ZBOX ID80 Plus geradezu prädestiniert für den Einsatz neben dem Fernseher und zwischen der dicken Sound-Anlage. Eine Fernbedienung, mit der sich das System bequem vom Sofa aus steuern lässt, ist jedenfalls schon im Lieferumfang enthalten.

Die Feature-Liste der ZOTAC ZBOX ID80 Plus ist lang. Deswegen die wichtigsten Eckdaten im Überblick:

Hersteller und Bezeichnung ZOTAC ZBOX ID80 Plus
Straßenpreis ca. 350 Euro
Homepage www.zotac.com
Gehäuse
Abmessungen 188 x 44 x 188 mm (BxHxT)
Gewicht 0,45 Kilogramm
Gehäuse Eigenbau
Prozessor Intel Atom D2700
Grafikkarte NVIDIA GeForce GT 520M
Chipsatz Intel NM10 Express
Massenspeicher 320 GB SATA II
Arbeitsspeicher 1x 2048 MB DDR3-10600
Anschlüse 1x HDMI (1080p)
1x DVI
1x LAN (RJ45)
1x WLAN (802.11 b/g/n; Antenne inkl.)
2x USB 3.0
4x USB 2.0
2x Audio Out / 1x In
Sonstiges 6-in-1 Cardreader (SD, SDHC, MS, MS Pro, MMC, xD), Bluetooth 3.0, 8-Kanal Onboard-Sound

Wie sich der kleine Multimedia-PC in der Praxis schlägt und ob die Intel-CPU mit AMDs "Zacate"-APU mithalten kann, versuchen wir auf den nachfolgenden Seiten zu klären.


Intels Atom-Prozessoren hatten in den vergangenen Monaten mit AMDs "Brazos"-Plattform starke Konkurrenz erhalten. So konnte der AMD E-350, welcher beispielsweise in Foxconns NT-A3500 (Hardwareluxx-Test) zum Einsatz kommt, seine Atom-Gegner durchaus in Schach halten. Doch Intel wusste sich zu wehren und schickte zum Jahreswechsel prompt eine neue Generation der kleinen, Strom sparenden Prozessoren ins Rennen. Die gesamte "Cedarview"-Familie läuft dabei im fortschrittlichen 32-nm-Verfahren vom Band und soll mit deutlich höheren Taktraten arbeiten können, als es noch die Vorgänger getan haben - bei gleichzeitig geringerer Leistungsaufnahme. Außerdem polierte der Chipriese die Grafiklösung der "CedarTrail"-Plattform ein wenig auf und verpasste ihr einen Speichcontroller, der jetzt auch mit Modulen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1066 MHz zusammenarbeitet.

Je nach Modell werkeln zwei Kerne unter der Haube, die dank Hyperthreading-Unterstützung bis zu vier Threads gleichzeitig abarbeiten können. Der Intel Atom D2700 stellt zunächst das neue Flaggschiff dar und rechnet mit 2,13 GHz leicht schneller als seine Vorfahren. Dabei nimmt er im Sockel FCMBA3 Platz und kommuniziert mit schnellem DDR3-Arbeitsspeicher. Jeder Kern kann auf einen 512 KB großen L2-Cache zurückgreifen, während der Zwischenspeicher der ersten Reihe 32 KB umfasst. Die Leistungsaufnahme beziffert der Chipriese auf maximal 10 Watt. Hinzu kommt die Leistungsaufnahme des dazugehörigen NM10-Express-Chipsatzes von 2,1 Watt.

Obwohl die neuen Atom-Prozessoren 64 Bit unterstützen, können sie trotzdem nur maximal 4096 MB an Arbeitsspeicher ansteuern. Die Module - ausschließlich SO-DIMMS - werden dabei mit bis zu 533 MHz (DDR3-1066) angesteuert. Die Hardware-Virtualisierung VT-X gehört ebenfalls auf die Feature-Liste des Intel Atom D2700. Einzig auf die Verschlüsselungstechnik AES-NI muss man verzichten.

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Die neueste CPU-Z-Version hat den Intel Atom D2700 korrekt erkannt und attestierte zwei Rechenkerne, Hyperthreading-Unterstützung, Taktraten von 2,13 GHz, einen 512 KB großen L2-Cache und einen Bus-Speed von 133 MHz. Die Vcore der kleinen 32-nm-CPU lag bei 1,208 Volt. 

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Bei seiner ZBOX ID80 Plus vertraute ZOTAC nicht auf die integrierte Grafiklösung der "CedarTrail"-Plattform und setzte auch nicht auf die in diesem Segment übliche ION-Grafiklösung. Vielmehr verbaute der Hersteller eine diskrete Lösung, die deutlich schneller als die erstgenannten ausfällt. Verbaut hat man eine NVIDIA GeForce GT 520M mit 512 MB DDR3-Videospeicher.

Diese setzt auf NVIDIAs GF119-GPU, die im 40-nm-Verfahren bei TSMC vom Band läuft, insgesamt 48 Rechenwerke zur Verfügung stellt und auf acht Textureinheiten vertrauen kann. Der 512 MB große Videospeicher setzt sich aus DDR3-Chips zusammen, die über ein 64 Bit breites Speicherinterface angebunden sind und mit einer Frequenz von 800 MHz angesteuert werden. Die TMU-Domäne agiert mit 740 MHz, wohingegen die Shadereinheiten mit 1480 MHz ihre Dienste verrichten.

Damit steht zwar genug Power für die Wiedergabe von hoch aufgelöstem Filmmaterial zur Verfügung, für aktuelle Spiele ist der Grafikchip trotz DirectX-11-Support aber nur eingeschränkt zu empfehlen. Ältere Titel sollten aber durchaus laufen. Dafür kann die GPU mit einer niedrigen Leistungsaufnahme glänzen.


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Der Multimedia-Alleskönner. So sieht sich die ZOTAC ZBOX ID80 Plus. Im Inneren der 188 x 188 x 44 mm großen Box sorgen ein Intel Atom D2700, insgesamt 2048 MB DDR3-Arbeitsspeicher und eine NVIDIA GeForce GT 520M für die nötige Grundleistung. Daten lassen sich auf der 320 GB großen SATA-II-Festplatte ablegen und via Multicard-Reader oder diverser USB-Geräte einlesen. Wer ein externes DVD-Laufwerk sein Eigen nennt, kann das auch darüber tun. Letzteres ist im Übrigen fast zwingend notwendig, denn die ZBOX kommt ab Werk ohne Betriebssystem daher. Eine Installation über einen USB-Stick wäre mit etwas Aufwand aber machbar.

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ZOTAC baut längst nicht nur Grafikkarten mit NVIDIA-Chip. Auch kleine Multimedia-Rechner speziell für den Einsatz im heimischen Wohnzimmer hat man in petto - eben die neue ZBOX ID80 Plus. Ohne das Kürzel "Plus" ist die kleine Box etwas günstiger zu haben. Dann aber ohne verbauten Arbeitsspeicher und ohne Festplatte.

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Klein aber fein: So soll sich die ZOTAC ZBOX ID80 Plus präsentieren. Die Klavierlack-Optik dürfte aber nicht jedermanns Sache sein. Jedes noch so kleine Staubkorn und jeder Fingerabdruck ist schnell zu erkennen. Hier erwischt man sich häufig beim Putzen.


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Wie aus der Tabelle zu entnehmen ist, verfügt ZOTACs neuste ZBOX über eine wahre Anschluss-Vielfalt. Auf der Hauptseite, auf der auch der Power-Button und die beiden Info-LEDs untergebracht sind, befinden sich die beiden 3,5-mm-Klinkenbuchsen für das Headset (einen Audio-In und einen Audio-Out-Stecker), der 6-in-1-Kartenleser und eine USB-2.0-Schnittstelle.

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Auf der gegenüberliegenden Seite sind zwei USB-3.0- und zwei weitere USB-2.0-Schnittstellen untergebracht. Auch lässt sich dort das Display über HDMI oder DVI anschließen. Ein optischer Audio-Ausgang, der Gigabit-LAN-Port und die Buchse für das Netzteil runden das Gesamtpaket weiter ab. Zu guter Letzt lässt sich auf dieser Seite die mitgelieferte Wireless-LAN-Antenne anschließen.

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Die dritte Seite zeigt sich weniger spektakulär. Hier befinden sich lediglich Lüftungsschlitze zur besseren Durchlüftung des Gehäuses. Auch eine weitere USB-Schnittstelle ist auf dieser Seite untergebracht.  


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Möchte man die ZOTAC ZBOX ID80 Plus nicht auf der Rückseite des Monitors über die VESA-Halterung verbauen, so lässt sich auf der Unterseite des kleinen Multimedia-PCs ein mitgelieferter Standfuß anbringen.

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Löst man die beiden Schrauben auf der Seite des Gehäuses, so lässt sich ein Blick in das Innere der ZBOX ID80 Plus werfen. Hier kommt nicht nur das Mainboard samt IM10-Express-Chipsatz zum Vorschein, sondern auch der 2048-MB-DDR3-Riegel und eine 2,5 Zoll große SATA-II-Festplatte aus dem Hause Samsung. Diese besitzt einen 8 MB großen Cache und arbeitet mit 5400 Umdrehungen in der Minute. Auch Platz für ein weiteres RAM-Modul ist vorhanden.

Der verbaute Intel Atom D2700 ließe sich zwar passiv kühlen, die NVIDIA GeForce GT 520M bedarf aber einer aktiven Kühlung. Der kleine Radiallüfter mit seinem Durchmesser von 50 mm ist im Leerlauf zwar angenehm laufruhig, unter Last aber dreht er kräftig auf. Hier ist die Konkurrenz, wie das Foxconn NT-A3500, etwas leiser.

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Großer Pluspunkt der ZOTAC ZBOX ID80 Plus ist der umfangreiche Lieferumfang. Hier liefert der Hersteller neben der kleinen ZBOX selbst einen Quick-Start-Guide, eine Treiber-CD, ein kleines Handbuch, das Netzteil und die Wireless-LAN-Antenne mit. Montagematerial für die Anbringung hinter einem Monitor mit VESA-Halterung und ein Standfuß sind ebenfalls enthalten. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern legt ZOTAC eine Fernbedingung, ein passendes USB-Empfangsgerät und Batterien bei. Damit lässt sich das System bequem vom Sofa aus fernsteuern. 


Performance

ZOTAC gehört zu den wenigen Herstellern, die den neuen Intel Atom D2700 schon verbauen. Im Cinebench 11.5 konnte sich das "Cedarview"-Flaggschiff nicht nur vor seine hauseigenen Serien-Vorgänger setzen, sondern auch vor die starke "Brazos"-Konkurrenz aus dem Hause AMD. Während letztere es auf 0,58 Punkte brachte, beendete der neue Atom-Prozessor der ZBOX mit 0,72 Punkten den Benchmark. Bei der Speicherbandbreite konnten wir aufgrund des verbauten DDR3-10600-Moduls eher unterdurchschnittliche 2,0 GB/Sek. messen.

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Die meisten Geräte mit Intels Atom-Prozessor mussten auf die HD-3000-Lösung des Hauses zurückgreifen, im besten Fall auf NVIDIAs ION-GPU. ZOTAC setzt hier bei seiner ZBOX ID80 Plus auf eine dedizierte NVIDIA GeForce GT 520M mit 512 MB Videospeicher. Diese Entscheidung macht sich natürlich bei den Grafik-Benchmarks bemerkbar. Die GPU ist deutlich leistungsfähiger und brachte es im aktuellen 3DMark 11 immerhin noch auf 545 Punkte. 3DMark Vantage schloss das System hingegen mit P1686 Punkten ab. Der altbackende 3DMark 06 kam mit 2845 Punkten ans Ziel.

Damit konnte ZOTAC AMDs-Brazos-Plattform, NVIDIAs ION-Lösung und die hauseigene HD-3000-GPU in die Schranken weißen. Deutlich wird der Leistungsunterschied in Resident Evil 5. Hier konnte die kleine ZBOX im DirectX-10-Modus bei einer Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten 17,4 FPS erzielen. Bei höherer Auflösung von 1680 x 1050 Bildpunkten waren es immerhin noch 15,4 FPS. Ältere Titel sind damit durchaus spielbar.

3dmark

resident

Auch die verschiedensten PCMarks musste die ZOTAC ZBOX ID80 Plus über sich ergehen lassen. Im Großen und Ganzen konnte man sich hier leicht vor die E350-Konkurrenz setzen:

PCMark 7     PC Mark Vantage
Video Playback 22,64 fps 1510  Memories Score
Video Transcoding 839,67 KB/s 977  TV and Movies Score
System Storage - Gaming 1,2 MB/s 1500  Gaming Score
Graphics DX9 10,07 fps 1733  Music Score
Image Manipulation 2,94 Mpx/s 1113  Communications Score
Importing Pictures 5,12 MB/s 1411  Productivity Score
Web Browsing 2,86 pages/s 2644  HDD Score
Data Decrypting 12,14 MB/s - -
Score 1018 1534 Score

 

Multimedia

Da die ZOTAC ZBOX ID80 Plus ihren Einsatz überwiegend im heimischen Wohnzimmer finden soll, dürfte sie sich die meiste Zeit wohl um die Wiedergabe von Multimedia-Inhalten kümmern. Während Musik-Wiedergabe mit Sicherheit keine große Aufgabe für die Atom-CPU sein dürfte, erfordern 1080p-Videos deutlich mehr Rechenpower. Hier können wir für unser Testmuster Entwarnung geben - der flotten NVIDIA GeForce GT 520M als Beschleuniger sei Dank. Unser Test-HD-Video lief ruckelfrei über den Bildschirm. 

Stromverbrauch

Intels neue "Cedarview"-Prozessoren besitzen eine maximale Leistungsaufnahme von zehn Watt - zuzüglich 2,1 Watt durch den NM-10-Express-Chipsatz. Etwas niedriger als bei den Vorgängern und der "Brazos"-Plattform. Aufgrund der aber deutlich schnelleren und leider auch stromhungrigeren NVIDIA GeForce GT 520M fällt der Stromverbrauch des kleinen Komplettsystems höher aus als bei der Konkurrenz. Im 2D-Betrieb konnten wir zwar noch erfreuliche 23,4 Watt für das Gesamtsystem messen, unter Prime-Last waren es aber immerhin schon 27,7 Watt. Startet man dann noch den BurnIN-Test von Furmark, schnellt die maximale Leistungsaufnahme unseres Testmusters auf stolze 51,2 Watt an. Zum Vergleich: Foxconns NT-A3500 begnügte sich hier mit maximal 32,4 Watt.

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Stabilität, Temperaturen

Im gesamten Testdurchlauf gab es keine Stabilitätsprobleme. Auch mehrstündige Lasttests absolvierte der PC ohne Probleme, wobei er im Realbetrieb sicherlich nie die Last von Prime95 und FurMark gleichzeitig aushalten muss. Unter Volllast heizte sich die CPU auf 71 °C auf - die GPU wurde mit 91 °C sogar noch heißer. Von den 102 Grad, die NVIDIA noch als unbedenklich ansieht, ist man aber weit entfernt. Die Luft, die aus dem Gehäuse herausgeblasen wurde, war unter Volllast 41 °C warm.

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Lautstärke

Gerade Wohnzimmer-PCs sollten besser nicht mit einem lauten Betriebsgeräusch auffallen und so den Filmgenuss stören. Der kleine Radiallüfter, welcher sich in der ZOTAC ZBOX ID80 Plus um Chipsatz, Grafiklösung und CPU kümmert, dreht im Leerlauf meist nicht sonderlich auf, womit lediglich noch die verbaute 2,5-Zoll-Festplatte aus dem geschlossenen Testsystem herauszuhören war. Unter Last dreht der kleine Lüfter hier und da aber deutlicher auf, vor allem dann, wenn FurMark und Prime95 gleichzeitig liefen. Dann war das System durchaus wahrzunehmen und etwas lauter als die Konkurrenz. Wirklich störend war die Geräuschkulisse aber noch lange nicht.


Die ZOTAC ZBOX ID80 Plus besitzt ausreichend Reserven, um hochauflösendes Filmmaterial und ältere Spiele-Titel ruckelfrei auf den Bildschirm zu zaubern. Selbst vor Blu-rays mit stereoskopischen Inhalten braucht der kleine Multimedia-Künstler nicht zurückschrecken. Dies ist unter anderem der verbauten NVIDIA GeForce GT 520M zu verdanken. Sie leistet deutlich mehr als die integrierte Lösung der „CedarTrail“-Plattform und ebenfalls mehr als die Radeon HD 6310 verschiedenster „Zacate“-APUs sowie die beiden ION-Generationen. Für aktuelle Spieletitel ist die NVIDIA-GPU aber trotzdem zu schwach auf der Brust – da nützt auch DirectX-11-Unterstützung als Lockangebot nichts.

Gemessen am Leistungssegment liegt die Prozessor-Leistung auf einem hohen Performance-Level. Dank des neuen Intel Atom D2700, der im Gegensatz zu seinen Vorgängern schon im 32-nm-Verfahren gefertigt wird und mit 2,13 GHz schneller rechnet, kann sich die ZBOX ID80 Plus von Foxconns NT-A3500, welches wir vor wenigen Wochen im Testlabor hatten, absetzen. In Cinebench 11.5 rechnete der Atom-Neuling leicht schneller als die E350-APU von AMD. Gleiches gilt für diverse PCMarks.

Die höhere Leistung wird allerdings mit einer deutlich höheren Leistungsaufnahme erkauft. Zog das Foxconn NT-A3500 maximal 32,4 Watt aus der Steckdose, genehmigt sich ZOTACs neueste ZBOX hier schon 51,4 Watt. Gemessen wurde unter Prime95 und FurMark. Im Leerlauf nehmen sich beide Mini-PCs aber nicht sonderlich viel. Hier stehen 23,4 Watt den 22,2 Watt des Foxconn-Vertreters gegenüber. Bei den Temperaturen mussten wir zwar mit 91 °C hohe Werte messen, auf den zweiten Blick sind diese aber nicht bedenklich. Die GF119-GPU darf noch etwas wärmer werden.

Aufgrund der höheren Temperaturen liegt wohl auch die Lautstärke auf einem gesteigerten Niveau. Während die ZOTAC ZBOX ID80 Plus im Windows-Betrieb meist nahezu lautlos agierte und man nur noch das Rauschen der Festplatte hören konnte, legte der kleine Radiallüfter unter Last einen Zahn zu. Das Betriebsgeräusch war dann durchaus wahrzunehmen, jedoch nicht wirklich störend.

Insgesamt hat ZOTAC mit seiner ZBOX ID80 Plus sein Ziel erreicht. Vergleicht man aber den Preis mit diversen Konkurrenz-Produkten, muss man einen merklichen Aufpreis feststellen, der wohl der neuen Atom-CPU und der schnelleren NVIDIA-GPU zuzuschreiben ist. Ob sich dieser Aufpreis, der zudem höhere Stromkosten mit sich bringen würde, lohnt, ist fraglich. In unseren Augen leider nicht, da vergleichbare Systeme ebenfalls ausreichend schnell sind und die NVIDIA GeForce GT 520M keinen wirklichen Mehrwert bietet, denn mit aktuellen Spieletiteln hat auch sie zu kämpfen.

Was die höheren Anschaffungskosten aber ebenfalls rechtfertigen würde, ist der umfangreiche Lieferumfang. ZOTAC liefert seine neuste ZBOX nicht nur komplett zusammengebaut aus, sondern legt auch einen Standfuß, Montagematerial für die Befestigung hinter einem VESA-Monitor, diverse Adapter und vor allem eine Fernbedingung mit bei.

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Alle Daten nochmal im Überblick:

Hersteller und Bezeichnung ZOTAC ZBOX ID80 Plus
Straßenpreis ca. 350 Euro
Homepage www.zotac.com
Gehäuse
Abmessungen 188 x 44 x 188 mm (BxHxT)
Gewicht 0,45 Kilogramm
Gehäuse Eigenbau
Prozessor Intel Atom D2700
Grafikkarte NVIDIA GeForce GT 520M
Chipsatz Intel NM10 Express
Massenspeicher 320 GB SATA II
Arbeitsspeicher 1x 2048 MB DDR3-10600
Anschlüse 1x HDMI (1080p)
1x DVI
1x LAN (RJ45)
1x WLAN (802.11 b/g/n; Antenne inkl.)
2x USB 3.0
4x USB 2.0
2x Audio Out / 1x In
Sonstiges 6-in-1 Cardreader (SD, SDHC, MS, MS Pro, MMC, xD), Bluetooth, 8-Kanal Onboard-Sound

Die ZOTAC ZBOX ID80 Plus dürfte das Herz zahlreicher Multimedia-Fan höher schlagen lassen. Doch der Aufpreis auf die neue Atom-CPU und NVIDIAs GeForce GT 520M lohnen sich nicht, die Plattform hat wie günstigere Konkurrenz-Produkte ebenfalls mit aktuellen Spieltiteln zu kämpfen. Einen wirklichen Mehrwert gibt es nicht. Trotzdem ist der Mini-PC für alle erdenklichen Aufgaben im Wohnzimmer gewappnet.

 

Positive Aspekte des ZOTAC ZBOX ID80 Plus:

  • Vergleichsweise hohe 3D-Leistung
  • Ausreichend stark für Multimedia-Anwendungen und ältere Spiele
  • Niedriger Idle-Verbrauch
  • Umfangreiches Zubehör

Negative Aspekte der ZOTAC ZBOX ID80 Plus: