Test: Zotac ZBOX ID11 - NextGen ION im Leistungscheck

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zotac_zbox_id11_teaserMit der Einführung der Pinetrail-Plattform wanderte die GPU der Atom-Plattform in den Prozessor. Entsprechend war es nun an den Konstrukteuren von NVIDIA ihre ION-Plattform, die der langsamen Atom-Plattform Feuer unterm Hintern machen soll, den neuen Umständen anzupassen. Mit etwas Verzögerung steht die ION2-Plattform nun zur Verfügung. Mit Zotacs neuer ZBOX ID11 schauen wir uns einen ersten Small Form Factor PC genauer an, der auf die neuen Komponenten zurückgreift.

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Intels Atom ist als Vorzeige-Prozessor für die beliebten Netbooks bekannt und wird dort in rauen Stückzahlen umgesetzt. Doch nicht nur für den mobilen Einsatz hat Intels Low-Cost-CPU ihre Reize: die Anschaffung ist günstig, der Stromverbrauch gering, die Leistung für rudimentäre Aufgaben ausreichend. Kein Wunder also, dass die Atom-Plattform auch für NAS-Systeme, Home-Server, Media-PCs oder gar rudimentäre Office-Systeme interessant ist. Einziges Problem: die Grafikleistung von Intels in die CPU integrierte GPU. Abhilfe schafft da NVIDIAs ION-Plattform, die den Atom mit einer potenten GPU ausstattet. Wie im Teaser bereits erwähnt, hat esffa Intel NVIDIA aber nicht leicht gemacht. Anders als beim ersten Atom-Streich ist die GPU nun in die CPU gewandert: ein einfaches „Runterupfen“ der GPU vom Mainboard ist so nicht mehr möglich.

Zotacs ZBOX ID11 schlägt aktuell mit knapp 200 Euro zu Buche und ist damit preislich sicherlich eine interessante Grundlage für einen Small Form Factor PC.

 


Das Herzstück der ZBOX ist Intels Atom-Prozessor, der hier in der Version D510 daherkommt. Anders als bei der Netbook-Version handelt es sich dabei nicht um einen Single-Core-Prozessor sondern um eine Dual-Core-Version. Wie wir es von den Einkernern her kennen, setzt Intel zudem auf seine bekannte Hyper-Threading-Technik sodass insgesamt vier Aufgaben gleichzeitig bearbeitet werden können. Die beiden Kerne sind mit 1,66 GHz getaktet, der L2-Cache beträgt 512 KB. Damit stellt die CPU eine solide Grundlage dar, auch wenn man von einem Atom-System natürlich keine Spitzenleistungen erwarten darf.

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Bei der GPU handelt es sich um NVIDIAs ION-Setup. Die GPU, bei der es sich um NVIDIAs GT218 handelt, wird mit 535 MHz getaktet. Als Grafikspeicher kommen 512 MB zum Einsatz, die mit 790 MHz betrieben werden. Die Shader-Prozessoren werden mit 1230 MHz befeuert. Der Vorteil der stärkeren GPU liegt aber nicht nur darin, dass sie Intels Low-Cost- und Low-Power-Plattform deutlich spielefähiger macht, sondern auch darin, dass Programme, die von NVIDIAs CUDA-Technik profitieren merklich flotter agieren. Ebenso kann das Video-Playback seine Vorteile ausspielen, denn auch hier kommt die GPU zum Einsatz. Bereits in der Vergangenheit konnten wir anhand mehrere Netbooks zeigen, dass NVIDIAs ION den Atom nahezu ideal ergänzt. Angebunden wird die externe GPU via PCI-Express x1, was in einem gewissen Rahmen eine Abwertung gegenüber der bisherigen nativen Anbindung im Chipsatz der ersten ION-Generation darstellt.

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Bei Zotacs ZBOX handelt es sich um ein Barebone-System, bei dem einzig der Arbeitsspeicher und die Festplatte zum vollendeten Glück fehlen. Das Grundgerüst ist für knappe 200 Euro zu haben. Der für unser Testsystem eingesetzte Corsair DDR2-SO-Dimm mit einer Kapazität von 2 GB schlägt mit noch einmal rund 50 Euro zu Buche. Als Massenspeicher darf ein 2,5-Zoll-Modell eingesetzt werden – ob als HDD- oder SSD-Version spielt dabei natürlich keine Rolle. Der Markt ist groß, sodass man hier zahlreiche Optionen hat. Eine 500 GB fassende HDD schlägt mit weiteren 50 Euro zu Buche, wer es luxuriöser mag und eine SSD bevorzugt, der muss natürlich deutlich mehr investieren. Ob sich eine SSD bei einem Atom-System jedoch lohnt, das muss jeder selbst für sich entscheiden, denn es ist davon auszugehen, dass die langsame CPU den am deutlichsten wahrzunehmenden Flaschenhals im System darstellt.

Abschließend noch ein Überblick über die zur Verfügung stehenden BIOS-Optionen.

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Alles in allem bietet die ZBOX damit eine mehr als solide Hardwaregrundlage.

 


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Small Form Factor PCs kommen nicht nur im Arbeitszimmer zum Einsatz, sondern sind aufgrund ihrer kleinen Abmessungen und ihrer Strom sparenden Hardware natürlich auch für das Wohnzimmer prädestiniert. Entsprechend sollte sich natürlich auch das Design wohnzimmertauglich präsentieren. Bevor wir ins Detail gehen, können wir eines schon vorwegnehmen: Zotacs Designern ist dies auf der ganzen Linie gelungen. Die ZBOX kommt in einer modernen Piano-Lack-Optik daher. Weitere Akzente setzen die silbernen Seitenteile des Systems. Als Eye-Catcher fungiert ein blauer Kreis, der in angeschaltetem Zustand leuchtet.

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Soll die ZBOX nicht horizontal positioniert werden, befindet sich ein Aufsteller im Lieferumgang. In diesen kann die ZBOX einfach hereingeklickt werden, schon steht das gute Stück bombenfest. Optisch wirkt Zotacs Mini-PC dann aber lange nicht mehr so filigran.

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Die linke Seite ist üppig bestückt mit beinahe allen relevanten Buchsen. Mit HDMI und DVI stehen gleich zwei Anschlüsse zur digitalen Bildausgabe bereit. Dass auch die Wechselmedien nicht zu kurz kommen, dafür sorgen insgesamt vier USB-Buchsen nach der 2.0-Spezifikation. Damit der Transfer von großen Datenmengen nicht zur Qual wird, gibt es zudem einen eSATA-Anschluss. Verzichten muss man so einzig auf USB 3.0 und FireWire – aktuell ist das aber verschmerzbar. Für kabelgebundenes Netzwerk steht eine RHJ45-Buchse zur Verfügung. Sollte das Verlegen eines Kabels nicht infrage kommen: die ZBOX bietet auch ein integriertes WLAN. Damit aber noch immer nicht genug: Zotac integriert auch den Stromanschluss für das externe Netzteil auf dieser Seite.

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Wesentlich spartanischer gibt sich da schon die Oberseite. Hinter einer Abdeckung versteckt sich ein einzelner USB-Port. Die Art der Unterbringung lässt vermuten, dass Zotac diesen Port für häufig wechselnde USB-Sticks vorgesehen hat, wenn die ZBOX aufgestellt betrieben wird. So können die seitlichen Kabel gut versteckt werden.

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Auf der rechten Seite geht es vergleichsweise beschaulich zu: ein sechster USB-Anschluss, ein Card-Reader und zwei Klinke-Buchsen wurden dort neben dem Hauptschalter untergebracht. So bringt es die ZBOX insgesamt auf eine beachtliche Anschluss-Ausstattung, die mit Hinblick auf die Ausrichtung der ZBOX sicherlich für alle Anwendungsbereiche mehr als ausreichend ist.

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Der Zugang zum Innenleben des Systems erfolgt werkzeuglos. Nachdem zwei Rändelschrauben gelöst wurden kann die Unterseite des Gehäuses einfach abgeschoben werden. Die Komponenten werden also genau genommen kopfüber verbaut.

 


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Der Innenraum der ZBox hinterlässt einen aufgeräumten Eindruck. Das zentrale Element ist ein 50-mm-Lüfter, der die CPU-GPU-Kombination mit Frischluft versorgt. Zusätzlich bietet die ZBOX Platz für ein Laufwerk im 2,5-Zoll-Format und einen Speicherriegel.

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Die verbaute HDD – oder in unserem Fall SSD – wird mit einer Rändelschraube sicher im Gehäuse fixiert. Die Montage geht flott von der Hand.

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Insgesamt kann ein Speicherriegel im SO-Dimm-Format verbaut werden. Die Halterung entspricht dem Standard. Der verbaute Atom besitzt einen FSB von 667 MHz, sodass die meisten aktuellen DDR2-SO-Dimm-Speicherriegel genau genommen unterfordert sind.

 


Die Leistung:

Benchmarks
Cinebench R10 xCPU: 2005 Punkte
7-Zip: 2370 Mips
Speicherdurchsatz: 3,3 GB/s
PC Mark Vantage: 2565 Punkte
3D Mark 06: 2498 Punkte
3D Mark Vantage: P823
Resident Evil 5 - 1280 x 720 12,6 fps
World in Conflict - 1280 x 720

6 fps

Streetfighter 4 - 1280 x 720 29,35 fps

Wie es nicht anders zu erwarten war, fehlt es auch der Dual-Core-Variante des Atom an Durchschlagskraft, wenn es um die reine CPU-Power geht. Wer nun aber denkt, dass es mit der ZBOX möglich ist, dank einer halbwegs aktuellen GPU, moderne Spieletitel zu genießen, der irrt. Unsere Tests mit aktuellen Benchmarks zeigen, dass auch der Next-Gen-ION-Plattform recht schnell die Puste ausgeht, wenn in moderaten Auflösungen gespielt werden soll. Wer jedoch auf Titel der letzten Generation zurückgreift, oder aber die Qualitätseinschränkungen herunterschraubt, der hat auch mit Zotacs ZBOX bereits eine Menge Spaß.

Die Medienfähigkeit:

Dank der GPU-Bescheinigung wird die ZBOX auch von der HD-Wiedergabe nicht aus der Ruhe gebracht. Die CPU wird während der Wiedergabe mit rund 20 % belastet. So eignet sich unser Testkandidat auch bestens um im heimischen Wohnzimmer als rudimentärer Media PC zu dienen. Ausgestattet mit einem DVB-T-Stick ist die TV-Wiedergabe problemlos möglich. Wer die ZBOX nur als Streaming-Device nutzen möchte, der kann zudem auf ein schlankes Linux-Derivat zurückgreifen, das die Hardwareausstattung schont. Spätestens dann, wenn es an die Blu-ray-Wiedergabe geht, kommt die ZBOX natürlich aufgrund des fehlenden Laufwerks an ihre Grenzen – aber auch hier kann ein externes USB-Laufwerk Abhilfe schaffen. Sollte ein umfangreicher Medie-PC geplant sein, kann es aber sinnvoller sein, direkt auf eine komplette Selbstbau-Alternative zu setzen. Probleme gibt es aktuell einzig mit Flash HD, denn noch ist die Hardwarebeschleunigung Treiberseitig nicht integriert - es bleibt nur zu hoffen, dass NVIDIA hier schnellstmöglich den passenden Treiber nachschiebt.

Der Stromverbrauch:

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Das besondere Augenmerk bei einer ION-Plattform liegt natürlich auf dem Stromverbrauch. Hier kann die ZBOX vollends überzeugen. Im Idle verbraucht unser Testsystem knappe 20 W, unter Volllast steigt der Verbrauch auf noch immer verträgliche 27,8 W. So treibt die ZBOX den Strompreis nicht unnötig in die Höhe und besitzt alles in allem ein erstklassiges Verhältnis aus der zur Verfügung gestellten Leistung und dem Stromverbrauch.

Die Lautstärke:

Nicht vollends überzeugen kann der verbaute Lüfter. Bereits im Idle springt der Ventilator immer wieder an und macht auf sich aufmerksam. Unter Last dreht der Lüfter entsprechend permanent. Zwar ist der Lüfter kein Schreihals, wie man sie beispielsweise aus aktuellen Gaming-Notebooks kennt, bei der Medienwiedergabe wird das genutzte Modell aber als störend empfunden. Da der Innenraum der ZBOX noch etwas Platz geboten hätte, wäre hier ein größerer Lüfter wünschenswert gewesen.

 


Dass die ION-Plattform ihre Reize hat, war von der ersten Atom-Generation bekannt. Mit der Einführung der Pinetrail-Architektur musste NVIDIA sein Atom Tuning-Paket aktualisieren. Das dies den Kaliforniern gelungen ist, stellt die ZBOX HD-ID11 von Zotac eindrucksvoll unter Beweis.

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Wer auf der Suche nach einem Office- und Surf-System ist, das sehr wenig Strom verbraucht, aber dennoch eine angemessene Leistung für rudimentäre Aufgaben bietet, der sollte sich die ZBOX ID11 einmal genauer anschauen. Dank der Atom Plattform, entstehen kaum Einschränkungen, wenn man nicht auf das letzte Quäntchen Leistung aus ist. Dafür spricht ein Last-Stromverbrauch von unter 30 Watt ganz klar für die kleine Box.

Dank der schicken Optik und der guten Verarbeitung ist die ZBOX zudem prinzipiell bestens fürs heimische Wohnzimmer geeignet. Ob als Streaming-Lösung oder gar als kleiner HTPC mit einer großen Festplatte und einem DVB-T-USB-Stick, die ZBOX ID11 ist ein Multitalent. Um dem Barebone-Gehäuse jedoch die uneingeschränkte Wohnzimmertauglichkeit zu attestieren sollte Zotac die Lüftersteuerung noch etwas überarbeiten, denn aktuell dreht der Lüfter zu schnell hoch.

Positive Aspekte des Zotac ZBOX ID11:

Negative Aspekte der Zotac ZBOX ID11:

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