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Großer Kampfmagier

Intel Arc Pro B70 im Gaming-Test

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Vor wenigen Tagen stellte Intel mit dem Arc Pro B65 und B70 die Workstation-Karten auf Basis des großen Battlemage-Chips alias BMG-G31 vor. Ein um 60 % größerer architektonischer Ausbau, ein 256 Bit breites Speicherinterface und ein 16 Lanes breites PCIe-Interface bleiben dem Endkundenmarkt vorenthalten. Neben einem Workstation-Test mit gleich vier Arc-Pro-B70-Karten, haben wir eine der Karten aber auch durch unsere Spiele-Benchmarks geschickt.

Bislang umfasst Intels dritte Xe-Generation alias Battlemage nur die BMG-G21-GPU mit bis zu 20 Xe2-Kernen, wie sie beispielsweise in der Arc B580 (Test) verbaut ist. Seit geraumer Zeit wird jedoch darüber spekuliert, dass es einen größeren Chip-Ausbau gibt, Intel sich im Gaming-Segment der Arc-Reihe aber dagegen entschieden hat, diesen tatsächlich in den Handel zu bringen. Im professionellen Umfeld beziehungsweise bei KI-Workstation-Lösungen erkennt man nun offenbar eine Marktlücke, die mit der BMG-G31 geschlossen werden soll.

Damit bekommen wir – wenn auch mit deutlicher Verspätung – doch noch einen Eindruck davon, was eine Arc B770 oder ein ähnliches Modell zumindest auf GPU-Seite hätte werden können. Für alle Details zur Architektur in der hier eingesetzten Ausprägung Xe2-HPG verweisen wir auf die Vorstellung der Battlemage-Karten im Dezember 2024 – das ist bekanntlich schon einige Zeit her.

Update: Arc-Treiber 32.0.101.8629

Bereits in der vergangenen Woche veröffentlichte Intel mit dem Arc 32.0.101.8629 einen Gaming-Treiber, der auch die Arc Pro B70 unterstützt. Entsprechend haben wir alle Benchmarks noch einmal mit diesem Treiber durchgeführt. In den Diagrammen sind nun entsprechend Werte für den Arc 32.0.101.8629 sowie den Arc Pro 32.0.101.8515 zu finden.

In den Benchmarks sehen wir dabei keine besonders großen Änderungen hinsichtlich der Leistung. In einigen Spielen wie Black Myth: Wukong ist mit dem neuen Treiber zumindest ohne die Nutzung von Raytracing ein spürbares Plus zu erreichen. In den beiden Titeln F1 24 und Frostpunk gehen die FPS sogar ganz leicht zurück. Alle Messwerte für die Temperaturen, Leistungsaufnahme und Lautstärke bleiben bestehen.

Zur Computex des vergangenen Jahres stellte Intel mit den Modellen Arc Pro B50 und B60 die Workstation-Lösungen auf Basis der BMG-G21-GPU vor. Die Arc Pro B50 konnten wir uns in einem ausführlichen Test etwas genauer anschauen. Fast ein Jahr später folgen nun die Arc Pro B65 und B70.

Gegenüber der BMG-G21-GPU fällt das BMG-G31-Modell um 60 % größer aus und bietet 32 statt bisher 20 Xe-Kerne. Damit erreicht Intel in dieser Hinsicht wieder das Niveau der ACM-G10-GPU aus der Alchemist-Generation. Zwischen den Xe1- und Xe2-Kernen hat Intel jedoch mehrere Änderungen vorgenommen, die wir an anderer Stelle bereits ausführlich erläutert haben. Das gilt auch für die XMX-Einheiten, die mit Battlemage erweitert wurden und bei niedrigerer Genauigkeit einen höheren Durchsatz liefern.

Bei der BMG-G31-GPU ist das Speicherinterface wieder 256 Bit breit und erreicht mit passendem, schnellem GDDR6-Speicher eine Bandbreite von knapp über 600 GB/s.

Auch beim PCI-Express-Interface hätte Intel bereits mit der kleineren Battlemage-GPU auf PCIe 5.0 setzen können, verzichtete aber wegen des zusätzlichen Aufwands und des kaum spürbaren Leistungsgewinns darauf. Mit der größeren BMG-G31-GPU geht Intel diesen Schritt nun doch.

Die BMG-G21-GPU verfügt nicht mehr nur über acht PCI‑Express‑Lanes, sondern über 16. Mit der Arc‑Pro‑Serie validiert Intel das Interface zudem nach dem PCIe‑5.0‑Standard und nicht mehr nur nach PCIe 4.0 wie bei den Endkunden‑Modellen der B580.

Die Leistungsaufnahme der Arc Pro B65 wird mit 200 W angegeben, während Intel im Referenzdesign der Arc Pro B70 auf 230 W geht. Die Boardpartner können ihre eigenen Modelle flexibel zwischen 160 und 290 W konfigurieren.

Gegenüberstellung der Arc-Varianten
  Arc A770Arc B580 "Arc B770"
GPU ACM-G10BMG-G21 BMG-G31
Fertigung TSMC N6TSMC N5 TSMC N5
Chipgröße 406 mm²272 mm² 368 mm²
Anzahl der Transistoren 21,7 Milliarden19,6 Milliarden 27,7 Milliarden
Xe-Cores 3220 32
Shadereinheiten 4.0962.560 4.096
Raytracing-Einheiten 3220 32
GPU-Takt 2.400 MHz2.670 MHz 2.800 MHz
GDDR6-Speicher 16 GB12 GB 32 GB
Speicherinterface 256 Bit192 Bit 256 Bit
Speicherbandbreite 560 GB/s456 GB/s 608 GB/s
Anbindung PCIe 4.0 x16PCIe 4.0 x8 PCIe 5.0 x16
TBP 225 W190 W 290 W

Der Vergleich zwischen der Arc A770, B580 und einer potenziellen Arc B770 zeigt, in welche Richtung diese hätte gehen können. Der Ausbau der BMG-G31-GPU ist mit der ACM-G10 fast identisch – zumindest wenn man auf die Anzahl der Xe-Kerne und damit verbunden der Shader- und Raytracing-Einheiten schaut. Die Leistungsaufnahme wäre sicherlich etwas höher ausgefallen als noch in der Alchemist-Generation.

Beim Takt konnte Intel für Battlemage, wohl auch dank der inzwischen ausoptimierten Fertigung in N5 bei TSMC, ein deutliches Plus erreichen. Anstatt der 32 GB wie für die Arc Pro B70 hätte eine Arc B770 auch mit 16 erscheinen können, was sicherlich auch in der preislichen Positionierung geholfen hätte.

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