Zweimal RDNA als Navi: Die Radeon RX 5700 und Radeon RX 5700 XT im Test

Veröffentlicht am: von

radeon-rx-5700xtMit den Karten der Radeon-RX-5700-Serie positioniert sich AMD klar in der Mittelklasse und will dieses umsatzstarke Segment besetzen. Die Details der RNDA-Architektur haben wir uns bereits angeschaut, nun geht es darum was die Hardware leisten kann. Dazu haben wir die Radeon RX 5700 und Radeon RX 5700 XT durch unseren Testparcours geschickt und wollen am Ende die Frage beantworten, ob AMD weiterhin eine Alternative zu den GeForce-Karten von NVIDIA ist.

Entwickelt wurden die Karten unter dem Namen Navi, die dazugehörige Microarchitektur hört auf den Namen RDNA (Radeon DNA) und soll mehr als ein neuer Aufguss der GCN-Architektur sein. Die Details der RDNA-Architektur haben wir bereits ausführlich behandelt. In wenigen Worten lassen sich die Neuerungen folgendermaßen zusammenfassen:

Laut AMD hat man vor etwa vier Jahren mit der Entwicklung der RDNA-Architektur begonnen. RDNA ist vielmehr ein generationsübergreifender Ansatz, als eine singuläre angelegte Microarchitektur. AMD geht mit der RDNA-Architektur die Entwicklung in etwa so an, wie dies für Zen bei den Prozessoren der Fall ist. Auch hier gibt es nun langfristige Pläne, die aufeinander aufbauen werden. Bereits im kommenden Jahr wird es eine RDNA-Architektur der zweiten Generation geben. Dann soll auch das Thema Ray Tracing in Angriff genommen werden.

» zur Galerie

Eines machte AMD bereits am Anfang klar: Die RDNA-Architektur, bzw. Navi wird die Vega-Karten im professionellen Umfeld nicht ersetzen. Die Navi-Karten sind zunächst einmal ausschließlich auf den Gaming-Markt ausgelegt. Vega wird uns in Form von Radeon Pro und Radeon Instinct also noch einige Zeit begleiten. Die RDNA-Architektur der zweiten Generation wird bereits im kommenden Jahr erscheinen und dann auf eine verbesserte 7-nm-Fertigung (7 nm+) setzen.

Gegenüberstellung der Radeon RX 5700 Serie
Modell Radeon RX 5700 XT Radeon RX 5700
Preis 419 Euro 369 Euro
Technische Daten
GPU Navi 10 Navi 10
Fertigung 7 nm 7 nm
Transistoren 10,3 Milliarden 10,3 Milliarden
GPU-Takt (Basis) 1.605 MHz 1.465 MHz
GPU-Takt (Game) 1.755 MHz 1.625 MHz
GPU-Takt (Boost) 1.905 MHz 1.725 MHz

Speichertakt

1.750 MHz 1.750 MHz
Speichertyp GDDR6 GDDR6
Speichergröße 8 GB 8 GB
Speicherinterface 256 Bit 256 Bit
Speicherbandbreite 448 GB/s 448 GB/s
Shadereinheiten 2.560 2.304
Textureinheiten 160 144
ROPs 64 64
TGP 225 W 180 W

Sowohl die Radeon RX 5700 XT als auch die Radeon RX 5700 basieren auf der Navi-10-GPU. Diese wird in 7 nm bei TSMC gefertigt und kommt auf 10,3 Milliarden Transistoren. Wir sehen hier zwei Ausbaustufen der Navi-10-GPU: Einmal mit 40 Compute Units (2.560 Shadereinheiten) und einmal mit 36 CUs (2.304 Shadereinheiten). Pro Compute Units sind also 64 Shadereinheiten vorhanden. Allerdings sind diese etwas anders organisiert – dies haben wir aber ausführlich in der Betrachtung der RDNA-Architektur beleuchtet. Kurz gesagt: AMD kann zwei CUs zu einem Workgroup-Prozessor zusammenfassen. Sinn macht dies, wenn gewisse Workloads zuvor auf zwei CUs aufgeteilt werden mussten, sich diese aber besser in einer CU bearbeiten lassen. 

Auch wenn die beiden Navi-Karten unterschiedliche Ausbaustufen der GPU verwenden, so haben sie dennoch beide 64 Render Backends (ROPs). Die Anzahl der Textureinheiten unterscheidet sich allerdings. Die Radeon RX 5700 XT besitzt 160, die Radeon RX 5700 hat 144. Mit den ROPs einher geht auch das identische Speicherinterface mit einer Breite von 256 Bit. Dieses spricht jeweils 8 GB an GDDR6-Speicher an, der in acht Speicherchips verbaut ist. Der Speicher kommt auf einen Takt von 1.750 MHz (pro Pin 14 GBit/s) und erreicht somit eine Speicherbandbreite von 448 GB/s.

Unterschiede gibt es hingegen bei den Taktraten. AMD nennt nun drei Taktstufen: Basis-, Game- und Boost-Takt. Der Basis-Takt stellt einmal mehr das Minimum dar, was unter Last erreicht werden sollte. Der Game-Takt hingegen ist neu und wurde laut AMD eingeführt, da der Boost-Takt für Verwirrung sorgte. Schon mit den Vega-Karten war der Boost-Takt nur eine grobe Vorgabe. Je nach Last und Kühlung erreichten die GPUs diesen Takt aber nicht oder nur sehr kurz. Also hat sich AMD dazu entschieden, den Game-Takt einzuführen. Dieser soll besser wiedergeben, welchen Takt die Karten unter typischer Spielelast erreicht.

Beide Karten unterstützen PCI-Express 4.0, was zunächst auf die X570-Mainboards der Ryzen-Prozessoren der dritten Generation eingeschränkt sein dürfte. Die Thermal Design Power der Radeon RX 5700 XT gibt AMD Mit 225 W an, die der Radeon RX 5700 mit 180 W. Beide Karten werden über jeweils einen 8-Pin- und einen 6-Pin-Anschluss versorgt.

» zur Galerie

Auch wenn AMD die Navi-Karten als Nachfolger der Vega-Generation sieht, so hat man dennoch ein Leistungsplus von 14 % angeführt. Zugleich soll die Leistungsaufnahme um 23 % reduziert worden sein. Beides zusammen ergibt ein um den Faktor 1,5 höhere Leistung pro Watt. Ob dies auch der Wahrheit entspricht, werden wir in den Benchmarks bzw. den Messungen sehen.

Gegenüberstellung der Navi- und Vega-Karten
Modell Radeon RX 5700 XT Radeon RX Vega 64 Radeon RX 5700 Radeon RX Vega 56
Preis 419 Euro ab 380 Euro 369 Euro ab 250 Euro
Technische Daten
GPU Navi 10 Vega 10 Navi 10 Vega 10
Fertigung 7 nm 14 nm 7 nm 14 nm
Transistoren 10,3 Milliarden 12,5 Milliarden 10,3 Milliarden 12,5 Milliarden
GPU-Takt (Basis) 1.605 MHz 1.247 MHz 1.465 MHz 1.156
GPU-Takt (Game) 1.755 MHz - 1.625 MHz -
GPU-Takt (Boost) 1.905 MHz 1.630 MHz 1.725 MHz 1.590

Speichertakt

1.750 MHz 945 MHz 1.750 MHz 800 MHz
Speichertyp GDDR6 HBM2 GDDR6 HBM2
Speichergröße 8 GB 8 GB 8 GB 8 GB
Speicherinterface 256 Bit 2.048 Bit 256 Bit 2.048 Bit
Speicherbandbreite 448 GB/s 484 GB/s 448 GB/s 410 GB/s
Shadereinheiten 2.560 4.096 2.304 3.548
Textureinheiten 256 256 256 224
ROPs 64 64 64 64
TGP 225 W 295 W 180 W 210 W

Die Einsparungen aufgrund der Fertigung spielen bei der Effizienz natürlich ebenfalls eine Rolle. Aus Kostensicht ist eine Reduzierung der Chipfläche von 495 mm² zu 251 mm² natürlich ein Faktor, der AMD wirtschaftlich helfen wird, die Karten besser zu positionieren und mehr Marge zu machen.

AMD sieht die beiden Karten als Nachfolger der Radeon RX Vega 64 und Radeon RX Vega 56. Dementsprechend werden diese so langsam aus dem Markt verschwinden. Dennoch wollen wir an dieser Stelle einmal einen direkten Vergleich der beiden Generationen anstellen. Die Radeon VII wird weiterhin oberhalb der beiden Navi-Karten platziert.

» zur Galerie

Der Vergleich zwischen der Vega- und der Navi-Generation zeigt einige interessante Punkte. So reduziert AMD die Anzahl der Shader von 4.096 auf 2.560 und will dennoch die gleiche Leistung erreichen. Dies gelingt zum einen durch eine verbesserte Leistung der Compute Units, bzw. der einzelnen Shader, aber auch durch einen höheren Takt. Kaum Unterschiede gibt es hingegen im Ausbau der Textureinheiten und ROPs. Zusammen mit einer in etwa gleich hohen Speicherbandbreite scheint AMD mit den Navi-Karten diese Bereiche etwas ausgewogener zur gestalten. Die Fertigung in 7 nm scheint einen höheren Takt zu ermöglichen, zugleich sinkt die Leistungsaufnahme signifikant. 

Aber der eigentliche Gegner der Radeon-RX-5700-Karten sind sicherlich nicht die eigenen Vega-Karten, sondern vielmehr die Konkurrenz aus dem Hause NVIDIA. Hier sieht der Vergleich wie folgt aus:

Gegenüberstellung Navi- und Turing-Karten
Modell Radeon RX 5700 XT GeForce RTX 2070 Super Radeon RX 5700 GeForce RTX 2060 Super
Preis 419 Euro 529 Euro 369 Euro 419 Euro
Technische Daten
GPU Navi 10 TU104 Navi 10 TU106
Fertigung 7 nm 12 nm 7 nm 12 nm
Transistoren 10,3 Milliarden 13,6 Milliarden 10,3 Milliarden 10,8 Milliarden
GPU-Takt (Basis) 1.605 MHz 1.605 MHz 1.465 MHz 1.470 MHz
GPU-Takt (Game) 1.755 MHz - 1.625 MHz -
GPU-Takt (Boost) 1.905 MHz 1.770 MHz 1.725 MHz 1.650 MHz

Speichertakt

1.750 MHz 1.750 MHz 1.750 MHz 1.750 MHz
Speichertyp GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6
Speichergröße 8 GB 8 GB 8 GB 8 GB
Speicherinterface 256 Bit 256 Bit 256 Bit 256 Bit
Speicherbandbreite 448 GB/s 448 GB/s 448 GB/s 448 GB/s
Shadereinheiten 2.560 2.560 2.304 2.176
Textureinheiten 256 160 256 136
ROPs 64 64 64 64
TGP 225 W 215 W 180 W 175 W
» zur Galerie

Neben den vielen aufgeführten technischen Daten verfügen die GeForce-RTX-Karten natürlich noch über RT- und Tensor-Kerne. Diese spielen bei AMD keine Rolle. Anhand der technischen Daten lässt sich aber schnell feststellen, dass die beiden Konkurrenten sich relativ ähnlich sind. In vielen Punkten liegen sie dicht zusammen, in anderen wiederum sind sie kaum vergleichbar. So hat die GeForce RTX 2060 mit 6 GB weniger Grafikspeicher und fällt auch bei den vorhandenen Recheneinheiten etwas zurück. Für die Super-Variante gilt dies nicht mehr. Letztendlich spielt das jedoch keine Rolle - auf die Leistung wird es ankommen. Durch das Super-Update rückt NVIDIA hinsichtlich der Leistungsaufnahme näher an AMD heran, denn die TDP fällt bei den Super-Karten etwas höher als zuvor aus.


Jeder Steam-Prozessor, bzw. jede SIMD-Einheit besteht aus einer FP32- und zwei FP16-Recheneinheiten. Damit werden die notwendigen Berechnungen durchgeführt, die hauptsächlich auf die Anforderungen an Spiele ausgelegt sind. Die RDNA-Architektur bzw. die Navi-GPUs sind nicht auf Compute-Workloads mit höheren Genauigkeiten ausgelegt.

Daher wird AMD die Vega-Karten in Form der Radeon-Pro- und Radeon-Instinct-Modelle weiterhin anbieten. Die Navi-Karten haben eine Rechenleistung von 9,75 (Radeon RX 5700 XT) bzw. 7,95 TFLOPS (Radeon RX 5700). Als Basis der Berechnung dient hier allerdings der Boost-Takt und nicht wie NVIDIA dies macht der Basistakt, der eigentlich immer garantiert werden kann. Für FP64-Berechnungen liegt die Rechenleistung bei einem Verhältnis von 1/16. Dies zeigt sich auch in einem Benchmark ganz gut, den wir einmal vorwegnehmen wollen:

Luxmark 3.0

Hotel Lobby

Punkte
Mehr ist besser

Auch der GPGPU-Test von AIDA64 belegt dies:

» zur Galerie
» zur Galerie

Die Gründe dafür finden sich in der Architektur bzw. der Auslegung derselbigen:

Gegenüberstellung der Architekturen/GPUs
Modell Radeon RX Vega 64Radeon VIIRadeon RX 5700 XT Radeon RX 5700
Technische Daten
GPU Vega 10Vega 20Navi 10 Navi 10
GPU-Takt (Boost) 1.630 MHz1. 750MHz1.905 MHz 1.725 MHz
Shadereinheiten 4.0963.8402.560 2.304
FP16-Rechenleistung 25,3 TFLOPS27,6 TFLOPS19,5 TFLOPS 15,9 TFLOPS
FP32-Rechenleistung 12,66 TFLOPS13,8 TFLOPS9,75 TFLOPS 7,95 TFLOPS
FP64-Rechenleistung 0,786 TFLOPS3,5 TFLOPS0,609 TFLOPS 0,497 TFLOPS
FP64/FP32-Verhältnis 1:161:41:16 1:16

Die Radeon VII bzw. die Vega-20-GPU ist und bleibt das Compute-Flaggschiff von AMD. Auch wenn dies bei den Gaming-Karten keinerlei Rolle spielt, so wird dies für die Radeon-Instinct-Karten noch lange der Fall sein. Vega 10 und Navi 10 fallen dagegen etwas zurück.


Zwar haben wir zur Ankündigung der beiden neuen Karten deren Hardware ausführlich unter die Lupe genommen, aber noch nicht die neuen Software-Funktionen, welche über den Treiber zur Verfügung gestellt werden.

Unter anderem wird es mit dem neuen Treiber die Möglichkeit des Streamings an einen Android TV und Apple TV geben. Dies gilt aber nicht nur für die neuen Navi-Karten. Zudem passt sich Radeon Chill an die Bildwiederholungsrate des verwendeten Monitors an. Liegt diese bei 120 Hz, limitiert Radeon Chill auf 120 FPS. Ist keine Bewegung im Spiel, beschränkt man sich auf 60 FPS. Bei einem Monitor mit 60 Hz sind es entsprechend 60 bzw. 30 FPS.

» zur Galerie

Auch an anderer Stelle setzt AMD an und stichelt dabei fleißig gegen NVIDIAs Deep Learning Super Sampling. Das Contrast Adaptive Sharpening (CAS) soll in zweierlei Hinsicht Verbesserungen bieten: Bereiche, die auch in nativer Auflösung zu unscharf abgebildet werden (beispielsweise, weil ein TAA für Unschärfe sorgt) werden durch CAS nachgeschärft. Entwickelt hat dies der Entwickler von FXAA und es handelt sich um einen Post-Processing-Effekt, der auf den Shadern ausgeführt wird. Dies geschieht auf dem Screen Space und es sind keinerlei temporale Komponenten vorhanden.

Das Contrast Adaptive Sharpening kann durch Spieleentwickler integriert werden und ist dann in den Grafikoptionen vorhanden. AMD ist mit zahlreichen Engine- und Spieleentwicklern im Gespräch, um CAS dort anbieten zu können.

» zur Galerie

AMD möchte das Nachschärfen aber auch ohne direkte Option in den Spielen anbieten. Dann nennt sich diese Funktion Radeon Image Sharpening. Der Effekt ist identisch. Die Leistung, die durch das Radeon Image Sharpening, bzw. das Contrast Adaptive Sharpening verloren geht, soll sich laut AMD im Bereich von wenigen Prozentpunkten bewegen.

Beide Funktionen sieht AMD aber nicht nur als Möglichkeit bei einer Darstellung in nativer Auflösung des Monitors, sondern auch für ein Upscaling. Damit stellt man die Funktionen direkt gegen NVIDIAs DLSS, wählt aber einen anderen Ansatz. Weder beim Radeon Image Sharpening noch beim Contrast Adaptive Sharpening ist eine AI-Komponenten in irgendeiner Form vorhanden. AMD sieht sich auch bei der Darstellungsqualität besser aufgestellt als NVIDIA. In zahlreichen Spielen kann DLSS zwar den FPS-Verlust durch die RTX-Effekte wieder aufwiegen, überzeugt aber nicht immer bei der Darstellungsqualität.

Anti-Lag soll soll den Input beschleunigen

Neben möglichst hohen FPS und einer Synchronisation mittels FreeSync ist noch ein weiterer Faktor für Spieler wichtig und dieser betrifft den Input-Lag. Auch hier will AMD Verbesserungen in sein aktuelles Treiberpaket eingepflegt haben.

» zur Galerie

Über einen Algorithmus will AMD einen besseren Abgleich zwischen den Draw Calls des Prozessors und der Frame-Berechnung der GPU erreicht haben. Über diesen Abgleich sollen die Latenzen für die Eingabe von Maus und Tastatur deutlich reduziert worden sein. AMD spricht von 23 bis 35 %. Hier wird es sicherlich auch darauf ankommen, wie und ob der Spieler einen Effekt spürt. Einschalten lässt sich die Anti-Lag-Funktion über die Radeon Software.


Als erstes wollen wir uns die Radeon RX 5700 in der Referenzversion von AMD anschauen.

Die Radeon RX 5700
Länge des PCBs 267 mm
Länge mit Kühler 267 mm
Slothöhe 2 Slots
zusätzliche Stromanschlüsse 1x 8-Pin
1x 6-Pin
Lüfterdurchmesser 1x 70 mm
Display-Anschlüsse

1x HDMI 2.0b
3x Displayport 1.4

Lüfter aus im Idle Nein

AMD bleibt seiner Linie treu und sieht die Referenzversion der Radeon RX 5700 im Blower-Design vor. Kühler und PCB haben eine identische Länge von 267 mm. Die Karte hat eine Bauhöhe von zwei Slots – auch dies ist für Referenzversionen üblich, während die Custom-Designs gerne ein paar Millimeter drauflegen. Die zusätzliche Versorgung erfolgt über jeweils einen 6-Pin- und 8-Pin-Anschluss und der Radiallüfter hat einen Durchmesser von 70 mm. Wie sich diese Kühllösung in der Praxis schlägt, schauen wir uns in den Messungen an.

Gegenüberstellung von Temperatur und Takt
Spiel Temperatur Takt
Kingdom Come Deliverance 79 °C 1.660 - 1.690 MHz
Shadow of the Tomb Raider 79 °C 1.660 - 1.690 MHz
Call of Duty: WWII 79 °C 1.660 - 1.690 MHz
Assassins Creed: Origins 79 °C 1.660 - 1.690 MHz
Star Wars: Battlefront II79 °C 1.660 - 1.690 MHz
Wolfenstein 2: The new Collosus 79 °C 1.660 - 1.690 MHz
Destiny 2 79 °C 1.660 - 1.690 MHz
Far Cry 5 79 °C 1.660 - 1.690 MHz
Final Fantasy XV 79 °C 1.660 - 1.690 MHz

Neu in der Beschreibung der technischen Daten sind drei Takt-Angaben. Den Basis-Takt kennen wir als Minimum-Angabe für Workloads, die alle Ressourcen der Karte nutzen. Dieser Takt liegt bei der Radeon RX 5700 bei 1.465 MHz. In Spielen soll die Karte einen Game-Takt von 1.625 MHz haben und in der Spitze sollen 1.725 MHz anliegen. Wie dynamisch der Takt arbeitet, haben wir in unseren Benchmarks erleben können. Daher geben wir hier einen Taktbereich von 1.660 bis 1.690 MHz an. Für unser Testsystem war dies der übliche Takt, in dem die Radeon RX 5700 arbeitet. Die eigene Game-Takt-Vorgabe hält AMD damit ein, den Maximalwert erreichen wir aber nur für wenige Sekunden.

» zur Galerie

Die Optik und das Design der Radeon RX 5700 ist für eine Radiallüfter-Kühlung typisch. Im hinteren Bereich befindet sich der Lüfter, der die Luft ansaugt und dann nach vorne in Richtung der Slotblende drückt. Nur ein geschlossenes Gehäuse stellt sicher, dass der Luftstrom auch derart geführt wird. Dies lässt natürlich wenig Spielraum für auffällige Design-Elemente, was für eine Grafikkarte, die in den meisten Fällen einfach im Gehäuse verschwindet, auch nicht weiter schlimm ist. Mit einer Länge von etwa 270 mm passt die Radeon RX 5700 im Referenzdesign in jedes Gehäuse, welches sich an die ATX-Normen hält.

Hinsichtlich des Designs hat sich AMD für ein blau-grau beschichtetes Aluminium entschieden. Hier und da hat man einen Radeon-Schriftzug vorgesehen. Das Design der Radeon RX 5700 in der Referenzversion kann aber durchaus als schlicht bezeichnet werden.

» zur Galerie

Die Radeon RX 5700 verfügt im Referenzdesign nicht über eine Backplate. Dementsprechend erkennen wir auf der Rückseite auch direkt einige Komponenten bzw. Bereiche auf dem PCB, die auf der Vorderseite zum Beispiel mit der GPU oder den Speicherchips bestückt sind. Auch die Spannungsversorgung bzw. die VRM-Bestückung ist links von der GPU bereits gut zu erkennen.

» zur Galerie

Der Radiallüfter hat einen Durchmesser von 70 mm bzw. die Öffnung hat diesen Durchmesser. Unter dem Gehäuse ist der Lüfter noch etwas größer, aber natürlich kann er nur durch die Öffnung auch die kühle Luft ansaugen. Ein Blower-Design hat natürlich den Vorteil, dass sämtliche warme Luft aus dem PC-Gehäuse entfernt wird und die weiteren Komponenten im System damit nicht aufgeheizt werden. Wie sich die Kühlung schlägt, schauen wir uns später in den Messungen an.

» zur Galerie

Auf der Stirnseite der Karte befindet sich einer der bereits erwähnten Radeon-Schriftzüge. Eine Beleuchtung sieht AMD bei der Referenzversion der Radeon RX 5700 nicht vor. Das XT-Modell hingegen wird eine Beleuchtung haben. Ansonsten sehen wir auch hier ein komplett geschlossenes Lüftergehäuse und keinerlei Besonderheiten.

» zur Galerie

Am hinteren Ende des stirnseitigen Bereiches sind die beiden zusätzlichen Stromanschlüsse zu sehen. AMD sieht hier jeweils einmal 8 Pin und einmal 6 Pin vor, was zusammen mit dem PCI-Express-Steckplatz eine theoretische Versorgung von 300 W zulässt. In der Praxis können die Anschlüsse des Netzteils aber deutlich mehr liefern. Im Falle der Radeon RX 5700 ist dies aber gar nicht notwendig, da AMD eine Total Graphics Power der Karte von 180 W vorsieht.

» zur Galerie

Auch das hintere Ende der Karte zeigt: AMD hat das Blower-Design konsequent durchgezogen und lässt keinerlei Öffnungen am Gehäuse. Die Luft wird als wirklich nur über den Lüfter angesaugt und an der Slotblende wieder herausgeblasen.

» zur Galerie

Besagte Slotblende bietet der warmen Luft in etwa zu 2/3 die Möglichkeit zu entweichen. Der restliche Bereich ist für die Display-Ausgänge vorgesehen. Vorhanden sind dreimal DisplayPort 1.2 und einmal HDMI 2.0. Damit dürften die meisten Nutzer den richtigen Anschluss für ihren (FreeSync)-Monitor finden.


» zur Galerie

Ohne Kühler zeigt sich das PCB der Radeon RX 5700 in seiner vollen Pracht. AMD hätte das PCB der Karte sicherlich etwas kompakter gestalten können, man hat den Platz oder besser das Volumen aber ohnehin für die Kühlung benötigt. Insofern hat man es bei der kompletten Länge des PCBs belassen. Links ist die Slotblende mit den Display-Anschlüsse zu sehen. Darauf folgen einige Komponenten, die für die Ausgabe der Signale sorgen. In der Mitte sitzt das GPU-Package nebst der acht Speicherchips. Rechts davon wiederum die Strom- und Spannungsversorgung.

» zur Galerie

Die auf der Radeon RX 5700 verbaute GPU hört auf den Namen Navi10. Darauf deutet auf dem Package aber nichts hin. AMD lässt die Navi-GPUs bei TSMC in Taiwan fertigen – zumindest dies ist zu erkennen. Der Chip hat eine Fläche von 221 mm² und ist damit nur halb so groß wie eine Vega10-GPU.

» zur Galerie

Der auf der Referenzversion der Radeon RX 5700 verbaute GDDR6-Speicher stammt von Micron. Er taktet mit 1.750 MHz und ist mit 14 Gbit/s pro Pin derzeit eine übliche Wahl für die Grafikkartenhersteller. Einzig NVIDIA verwendet auf der GeForce RTX 2080 Super etwas schnelleren GDDR6-Speicher, der fasst 2.000 MHz erreicht.

» zur Galerie

Die Spannungsversorgung der GPU erfolgt über sechs Spannungsphasen. Diese Teilen sich 5+1 auf die GPU sowie den Speicher und das PCI-Express-Interface auf. Für eine Karte dieser Leistungsklasse reichen sechs Phasen aus, zumal AMD bekannt dafür ist, die Auslegung auch mit entsprechend guten Komponenten zu untermauern.

» zur Galerie

Der hintere Bereich des PCBs wirkt etwas leer, denn neben den zusätzlichen Stromanschlüssen und den Controllern der Lüftern sowie den dazugehörigen Anschlüssen ist hier nicht viel zu sehen.

» zur Galerie

Im vorderen Bereich, direkt hinter der Slotblende, scheint AMD einmal einen BIOS-Switch vorgesehen zu haben. Diesen kennen wir von den Vorgängern, sowohl Vega als auch Polaris, und häufig wurde ein duales BIOS zur unterschiedlichen Ansteuerung der Lüfter verwendet. Bei der Referenzversion der Radeon RX 5700 hat man darauf verzichtet.

» zur Galerie

Als VRM-Controller kommt ein IR 35217 von International Rectifier (Infineon Technologies) zum Einsatz. Kombiniert wird dieser mit FDMF 3170 Smart Power Stage von ON Semiconductor.

» zur Galerie

Der Blower-Kühler bzw. das dazugehörige Gehäuse sieht eigentlich nur zur Hälfte einen Kühlkörper vor. Das restliche Volumen wird für den Lüfter verwendet. Rechts ist der Radiallüfter zu sehen, links die Kupferbodenplatte des Kühlers. Nur die GPU liegt auf dem Kühler auf, die restlichen Komponenten gehen ihre Abwärme an den Rahmen des Kühlergehäuses ab.

» zur Galerie

Auf der GPU bzw. zwischen GPU und Kühler verwendet AMD ein Graphit-Pad, wie auch schon bei der Radeon VII. Dort gibt es keine Nachteile durch die Nutzung eines solches Pads und ebenso ergeht es auch der Radeon RX 5700. Der Wärmeübergang scheint gewährleistet zu sein, allerdings ist das Pad nach einmaliger Verwendung bzw. nachdem wir die Karte demontiert haben nicht in einem Zustand, in dem es wiederverwendet werden sollte.

Das zweite Bild zeigt den Abschluss der Vapor-Chamber, die sich in der Bodenplatte des Kühlers befindet. Auch auf der Radeon VII kam schon eine solche Vapor-Chamber zum Einsatz.

» zur Galerie

Der Axiallüfter ist noch einmal extra gelagert und nur in das Kühlergehäuse eingelegt. Über drei Schrauben wird er direkt mit dem PCB der Karte verbunden. Der Motor ohne Schleifer soll besonders langlebig sein. Er stammt vom Hersteller Delta, der bekannt für solche Lüfter ist. Mit 700 bis 1.600 Umdrehungen pro Minute drehte er sich mit nur rund einem Viertel seiner maximalen Drehzahl. Bei maximal ansteuerbaren 4.666 Umdrehungen pro Minute wird die Karte extrem laut.


Nun wollen wir uns die Radeon RX 5700 XT in der Referenzversion von AMD anschauen.

Die Radeon RX 5700 XT
Länge des PCBs 267 mm
Länge mit Kühler 270 mm
Slothöhe 2 Slots
zusätzliche Stromanschlüsse 1x 8-Pin
1x 6-Pin
Lüfterdurchmesser 1x 70 mm
Display-Anschlüsse

1x HDMI 2.0b
3x Displayport 1.4

Lüfter aus im Idle Nein

Auf den ersten Blick sind die Radeon RX 5700 XT und Radeon RX 5700 identisch. Im Detail gibt es aber Unterschiede und diese betreffen unter anderem die Abmessungen des Gehäuses. Die Radeon RX 5700 XT ist etwas länger, das PCB mit 267 mm aber identisch. Darüber hinaus gibt es in den ersten Daten keinerlei Unterschiede.

Gegenüberstellung von Temperatur und Takt
Spiel Temperatur Takt
Kingdom Come Deliverance 82 °C 1.850 - 1.890 MHz
Shadow of the Tomb Raider 82 °C 1.850 - 1.890 MHz
Call of Duty: WWII 82 °C 1.850 - 1.890 MHz
Assassins Creed: Origins 82 °C 1.850 - 1.890 MHz
Star Wars: Battlefront II82 °C 1.850 - 1.890 MHz
Wolfenstein 2: The new Collosus 82 °C 1.850 - 1.890 MHz
Destiny 2 82 °C 1.850 - 1.890 MHz
Far Cry 5 82 °C 1.850 - 1.890 MHz
Final Fantasy XV 82 °C 1.850 - 1.890 MHz

Beim Verhalten von Temperatur und Takt gibt es aber größere Unterschiede. So wird die Radeon RX 5700 XT mit 82 °C etwas wärmer. Der Boost-Takt soll bei 1.905 MHz liegen, diesen erreichen wir aber auch hier nur kurz. Stattdessen bewegen wir uns in einem Bereich von 1.850 bis 1.890 MHz. AMD sieht einen typischen Game-Takt von 1.755 MHz vor, den wir locker überschreiten.

» zur Galerie

Die optischen Unterschiede zwischen der Radeon RX 5700 XT und der Radeon RX 5700 sind die Wahl der Oberflächenstruktur sowie einige kleinere Details. Auch hier hat sich AMD für ein Gehäuse aus Aluminium entschieden und das grundsätzliche Design ist natürlich wieder ein Blower-Konzept. Neben längs geführten Linien gibt es die obligatorischen Radeon-Schriftzüge auf dem Gehäuse. Auch die Radeon RX 5700 XT ist etwa 270 mm lang, hat eine Bauhöhe von zwei Slots und sollte damit problemlos in jedes Gehäuse passen.

» zur Galerie

Auf der Rückseite der Karte verbaut AMD eine Backplate. Diese ist bis auf den rückseitigen Bereich der GPU komplett geschlossen. Das Design setzt sich in gewisser Weise fort, denn die Backplate ist zur Hälfte ihrer Oberfläche ebenfalls mit längsgerichteten Vertiefungen versehen worden.

» zur Galerie

Der Radeon-Schriftzug auf der Vorderseite ist in das Gehäuse eingelassen und mit einer roten Umrandung versehen. Die genaue Modellbezeichnung verrät AMD sowohl bei der Radeon RX 5700 als auch bei der Radeon RX 5700 XT nur über einen Aufkleber auf der Rückseite der Karte.

» zur Galerie

Der Radiallüfter hat auch hier einen Durchmesser von 70 mm bzw. über eine Öffnung mit diesem Durchmesser muss er die kühle Luft ansaugen. Über ein ebenfalls rundes Innengehäuse wird die Luft dann in Richtung der Slotblende geführt. Ein Teil soll aber auch in den hinteren Bereich des Kühlergehäuses (hier rechts) gelangen. Wenn wir den Kühler entfernt haben, schauen wir uns das noch einmal genauer an.

» zur Galerie

Auf der Stirnseite sieht AMD ein beleuchtetes Radeon-Logo vor. Zwei der Vertiefungen sind rot eingefärbt und führen über die Stirnseite bis ans Ende der Karte. Optik und Design der Radeon RX 5700 XT sind etwas ansprechender als bei der Radeon RX 5700. Wenn die Optik aber keinerlei Rolle spielt, kann das dem Käufer der Karte aber natürlich auch egal sein.

» zur Galerie

Wie das kleinere Modell wird auch die Radeon RX 5700 XT über jeweils einen 8-Pin- und einen 6-Pin-Anschluss mit Strom versorgt. Bei einer Total Graphics Power von 225 W sind die darüber möglichen 300 W mehr als ausreichend dimensioniert. In einigen Renderbildern waren die Karten auch mit zwei 8-Pin-Anschlüssen zu sehen, darauf hat AMD aber scheinbar verzichten können.

» zur Galerie

Eines der auffälligsten Merkmale der Karte ist der Knick im Gehäuse des Kühlers. Diese erfüllt wohl nur einen optischen Zweck, denn die Luft wird im Inneren des Kühlergehäuses über Plastikwände geführt, nicht über die Beule an der Außenseite.

» zur Galerie

Der Radeon-Schriftzug direkt neben einem Warnhinweis für heiße Oberflächen – Witze über die Leistungsaufnahme oder Wärmeentwicklung lassen damit nicht lange auf sich warten. In der Tat wird die Backplate in einige Bereichen nach langer Last warm bis heiß, dies geht aber nicht nur den Karten von AMD so.

» zur Galerie

Anders als bei der Radeon RX 5700 ist das Kühlergehäuse der Radeon RX 5700 XT am hinteren Ende nicht komplett geschlossen. Über den Radiallüfter lässt AMD hier etwas warme Luft entweichen. Befördert die Radeon RX 5700 als sämtliche Abluft über die Slotblende nach außen, ist dies bei der Radeon RX 5700 XT nicht der Fall. Allerdings wird nur ein kleiner Teil der Luft durch den Radiallüfter über die Stromanschlüsse und dazugehörigen Komponenten geblasen und verbleibt damit im PC-Gehäuse.

» zur Galerie

Auf der Slotblende der Radeon RX 5700 XT erkennen wir die gleiche Bestückung wie auf dem kleineren Modell. AMD sieht dreimal DisplayPort 1.2 und einmal HDMI 2.0 vor. Besonders viel Platz hat AMD für das Entweichen der warmen Luft gelassen, die durch den Radiallüfter an der Slotblende nach außen geblasen wird. Viele Display-Anschlüssen nehmen auch entsprechenden Platz ein und würde den Abtransport der warmen Luft behindern. Mit den von AMD gewählten Anschlüssen dürften die meisten Nutzer aber zurechtkommen.

» zur Galerie

Im laufenden Betrieb der Karte leuchtet der Radeon-Schriftzug auf der Stirnseite der Karte rot auf. Auf RGB-LEDs und dazugehörige Effekte hat AMD verzichtet.


» zur Galerie

Gut zwei Dutzend Schrauben halten den Kühler und das dazugehörige Gehäuse auf der Radeon RX 5700 XT. Dies ist übrigens auch bei der Radeon RX 5700 im Referenzdesign der Fall. Die beiden Kabel für die Lüfter und die Beleuchtung könnten für die Demontage auch gerne etwas länger sein. Aber am Ende können wir einen Blick auf das PCB der Radeon RX 5700 XT werfen und erkennen viele Parallelen zur Radeon RX 5700 – genauer gesagt sind die PCB-Designs identisch, einzig in der Bestückung unterscheiden sie sich.

» zur Galerie

Da wir die Backplate entfernt haben, können wir auch einen Blick auf die Rückseite des PCBs werfen. Wieder sehr schön zu erkennen sind die Strukturen bzw. die Aufteilung des PCBs. In der Mitte ist der rückseitige Bereich der GPU zu erkennen, links davon die Strom- und Spannungsversorgung.

» zur Galerie

Das GPU-Package wird auf drei Seiten von den acht GDDR6-Speicherchips umschlossen. AMD verwendet wieder ein GPU-Package mit Rahmen drum herum, um Beschädigung der GPU durch den Kühler vorzubeugen. NVIDIA beispielsweise verzichtet auf einen solchen Rahmen.

» zur Galerie

Auch für die GPU auf der Radeon RX 5700 XT gilt: Das eigentliche Modell ist nicht zu erkennen. Es handelt sich aber um eine Navi10-GPU, die bei TSMC in 7 nm gefertigt wird. Auf der GPU sind noch die Rückstände des Graphit-Pads zu erkennen, welches den Wärmeübergang zwischen GPU und Kühlkörper sicherstellen soll.

» zur Galerie

Auf unserem Sample der Radeon RX 5700  ist GDDR6-Speicher aus dem Hause Micron verbaut. Auf der Radeon RX 5700 XT finden wir Speicher von Samsung. In beiden Fällen arbeitet er mit 1.750 MHz bzw. 14 GBit/s pro Pin. Es handelt sich somit um den Standardspeicher aus dem GDDR6-Standard. Ob nun jede Radeon RX 5700 mit Speicher von Micron und jede Radeon RX 5700 XT mit Speicher von Samsung bestückt sein wird, müssen wir noch abwarten. Letztendlich unterscheidet sich der Speicher hinsichtlich der Leistung nicht. Beim OC-Verhalten könnte es aber Unterschiede geben.

» zur Galerie

Im Vergleich zur Radeon RX 5700 wird die Spannungsversorgung der Radeon RX 5700 XT etwas aufgebohrt. Anstatt sechs Phasen sind hier sieben ausgeführt. Dies repräsentiert auch die höhere TGP von 180 zu 225 W ganz gut. Während die Vorderseite der VRM-Reihe komplett bestückt ist, zeigen sich auf der Rückseite noch einige freie Lötstellen. Ob und wo AMD diesen nutzen wird, ist nicht bekannt.

» zur Galerie

Auch auf der Radeon RX 5700 XT ist der freie Platz für den BIOS-Switch vorhanden. Links daneben ist der Anschluss für die Beleuchtung des Radeon-Schriftzugs auf der Stirnseite der Karte zu erkennen.

» zur Galerie

Das hintere Drittel des PCBs ist, von der Fläche gesehen, weniger eng bestückt. Oben sind die beiden zusätzlichen Stromanschlüsse zu erkennen. Rechts unten befindet sich der Lüfteranschluss und auch einige weitere Schaltungen sind hier untergebracht.

» zur Galerie

Wie schon bei der Radeon RX 5700 kommt auch auf der Radeon RX 5700 XT ein IR 35217 VRM-Controller von International Rectifier (Infineon Technologies) zum Einsatz. Kombiniert wird dieser einmal mehr mit FDMF 3170 Smart Power Stage von ON Semiconductor, die sich rechts vom GPU-Package (hier nicht zu sehen) befinden.

» zur Galerie

Der Kühler der Radeon RX 5700 XT ist vom inneren Aufbau her identisch mit der auf der Radeon RX 5700 verbauten Modell. Lediglich hinsichtlich der Optik gibt es beim Kühlergehäuse Unterschiede, die wir bereits aufgezeigt haben. Einzig die GPU wird von der Kupferbodenplatte abgedeckt. Speicher, VRMs und einige weitere Komponenten sitzen auf dem Rahmen des Kühlers auf und diese Bereiche sind auch mit Wärmeleitpads versehen worden.

» zur Galerie

Auf der Radeon RX 5700 XT setzt AMD ebenfalls auf das Graphit-Pad um den Wärmeübergang zwischen GPU und Kühlkörper bzw. Bodenplatte herzustellen. Baut man die Karte wieder zusammen, sollte man darauf achten, dass das Pad ausreichend Kontakt mit der GPU und der Bodenplatte hat. Am besten ist es das Pad dann mit Wärmeleitpaste zu ersetzen oder ein neues Pad zu verwenden. Natürlich kommt auch auf der Radeon RX 5700 XT eine Vapor-Chamber zum Einsatz.

» zur Galerie

Der Radiallüfter auf der Radeon RX 5700 XT stammt vom gleichen Hersteller wie auf der kleineren Navi-Variante. In der Ausführung der Kühlung gibt es also keinerlei Unterschiede. Der gleiche Kühler muss mit einer Abwärme von 180 W auf der Radeon RX 5700 und 225 W auf der Radeon RX 5700 XT zurechtkommen.

Auf dem obigen Bild ist rechts oben ganz zu erkennen, wie AMD den Lüfter und den dahinter liegenden Kühlkörper einfasst. Dort wo unser Logo als Wasserzeichen zu erkennen ist, befindet sich die Beule im Gehäuse des Kühlers. Diese ist also von rein optischer Natur und führt nicht den Luftstrom besser durch das Gehäuse, wie oftmals vermutet wurde.


Die Software in Form der Spiele und Benchmarks haben wir umgestellt, die Hardware ist ebenfalls aufgefrischt worden. Um möglichst praxisnah zu testen, befindet sich das Testsystem in einem geschlossenen Gehäuse. Zudem befindet sich zwar das Windows 10 auf der PCI-Express-SSD, die Spiele mussten wir aber auf eine Festplatte auslagern. Den Tests tut dies aber keinen Abbruch.

» zur Galerie

Das Testsystem
Prozessor AMD Ryzen Threadripper 1950X, 16x 3,4 GHz
Kühlung Noctua NH-U14S TR4-SP3
Mainboard ASUS ROG Strix X399-E Gaming
Arbeitsspeicher G.Skill Flare X F4-3200C14Q-32GFX, 4x 8GB DDR4-3200
SSD Samsung SSD 960 Pro 512GB
HDD Seagate FireCuda 2TB
Netzteil Seasonic Prime Titanium Series 850W
Betriebssystem Windows 10 64 Bit
Gehäuse Fractal Design Define XL R2

Folgende Treiber kamen für die Tests zum Einsatz:

Folgende Spiele und Benchmarks haben wir verwendet:


Lautstaerke

Last / Idle

36.2 XX


0.0 XX
36.8 XX


35.1 XX
37.5 XX


0.0 XX
38.5 XX


0.0 XX
39.0 XX


38.8 XX
39.6 XX


32.6 XX
39.9 XX


32.0 XX
40.1 XX


0.0 XX
40.6 XX


35.4 XX
40.9 XX


32.0 XX
41.7 XX


32.0 XX
42.2 XX


35.4 XX
42.2 XX


32.3 XX
43.8 XX


37.2 XX
44.7 XX


32.3 XX
45.4 XX


35.5 XX
46.2 XX


37.5 XX
49.9 XX


32.5 XX
51.6 XX


40.1 XX
52.0 XX


32.2 XX
52.1 XX


32.5 XX
in dB(A)
Weniger ist besser

Die Radeon RX 5700 und Radeon RX 5700 XT im Referenzdesign sind im Idle-Betrieb noch recht leise, drehen unter Last aber auf. Immerhin sind sie leiser als die Vega-Vorgänger, was allerdings auch kein großes Kunststück ist. AMD lässt seinen Boardpartnern hier Spielraum für die eigenen Kühllösungen, die deutlich leiser sein dürften. Zumindest der Idle-Betrieb ist aber positiv hervorzuheben.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Last / Idle

214.9 XX


76.5 XX
219.6 XX


62.8 XX
240.5 XX


77.1 XX
247.8 XX


73.1 XX
255.7 XX


78.7 XX
263.8 XX


72.0 XX
266.8 XX


76.1 XX
276.5 XX


72.5 XX
277.0 XX


74.6 XX
278.7 XX


72.6 XX
302.8 XX


71.8 XX
303.3 XX


73.6 XX
305.2 XX


74.2 XX
306.2 XX


73.1 XX
311.6 XX


77.9 XX
328.9 XX


74.4 XX
329.4 XX


76.4 XX
337.0 XX


85.3 XX
348.5 XX


81.2 XX
348.9 XX


77.2 XX
357.8 XX


74.8 XX
372.8 XX


74.0 XX
390.2 XX


84.4 XX
in W
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme (nur Grafikkarte)

Last

in W
Weniger ist besser

Die Messungen zur Leistungsaufnahme stellen bei beiden Karten fast eine Punktlandung dar. Im Idle-Betrieb erlauben sie sich keinerlei Ausrutscher. Unter Last verbraucht die Radeon RX 5700 176,9 W und die Radeon RX 5700 XT bringt es auf 229,6 W. Durch die Anhebung der TGP bei den Super-Varianten von NVIDIA liegen die Navi-Modelle nun hinsichtlich des Verbrauchs deutlich besser im Rennen, als es dies bis vor wenigen Tagen noch den Anschein gemacht hat.

Temperatur

Last / Idle

in Grad C
Weniger ist besser

Bei den GPU-Temperaturen bewegen sich beide Modelle im Bereich um die 80 °C. Die Radeon RX 5700 kommt auf 79 °C, die Radeon RX 5700 XT auf 82 °C. Die Junction-Temperatur, also die Temperaturwerte der Sensoren direkt im Chip, bewegt sich zwischen 90 und 100 °C.


Futuremark 3DMark

Fire Strike (Graphics/Overall)

30665 XX


24569 XX
29408 XX


22807 XX
28168 XX


22907 XX
26758 XX


22349 XX
26315 XX


21989 XX
25281 XX


20566 XX
25050 XX


21183 XX
24212 XX


20672 XX
22536 XX


19635 XX
22043 XX


19395 XX
21967 XX


18788 XX
20256 XX


18551 XX
19924 XX


17506 XX
19089 XX


17560 XX
18755 XX


17349 XX
18520 XX


17113 XX
17303 XX


15940 XX
16941 XX


15395 XX
16319 XX


14105 XX
16037 XX


15137 XX
14017 XX


12447 XX
13734 XX


12075 XX
12715 XX


11805 XX
12605 XX


11211 XX
11056 XX


10290 XX
Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Fire Strike Extreme (Graphics/Overall)

16557 XX


15937 XX
16270 XX


15702 XX
14144 XX


13653 XX
13253 XX


12167 XX
13071 XX


12716 XX
13002 XX


12565 XX
12950 XX


12618 XX
12174 XX


11482 XX
10875 XX


10676 XX
10585 XX


10091 XX
10367 XX


9764 XX
9884 XX


9645 XX
9181 XX


8725 XX
9122 XX


8878 XX
9116 XX


9018 XX
8685 XX


8602 XX
8222 XX


8030 XX
8007 XX


7780 XX
7699 XX


7630 XX
7145 XX


6868 XX
6315 XX


6132 XX
6151 XX


5938 XX
5940 XX


5917 XX
5582 XX


5427 XX
5212 XX


5190 XX
Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Fire Strike Ultra (Overall/Graphics)

8507 XX


8324 XX
7172 XX


7024 XX
6709 XX


6504 XX
6693 XX


6801 XX
6581 XX


6368 XX
6016 XX


5952 XX
5670 XX


5478 XX
5312 XX


5315 XX
5281 XX


5201 XX
5122 XX


4968 XX
4807 XX


4663 XX
4715 XX


4686 XX
4614 XX


4377 XX
4342 XX


4117 XX
4261 XX


4127 XX
4206 XX


4134 XX
3858 XX


3660 XX
3675 XX


3642 XX
3177 XX


3114 XX
3111 XX


2976 XX
3092 XX


3045 XX
2852 XX


2799 XX
2673 XX


2554 XX
Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Time Spy (Graphics/Overall)

13871 XX


12842 XX
13239 XX


12745 XX
10888 XX


10559 XX
10546 XX


10520 XX
9728 XX


9799 XX
9152 XX


9135 XX
8676 XX


8736 XX
8653 XX


8803 XX
7818 XX


7987 XX
7600 XX


7843 XX
7295 XX


7526 XX
6923 XX


7198 XX
6916 XX


7261 XX
6660 XX


7033 XX
6116 XX


6437 XX
5700 XX


6112 XX
5140 XX


5555 XX
4941 XX


5365 XX
4728 XX


5089 XX
4190 XX


4595 XX
4002 XX


4364 XX
3975 XX


4377 XX
3561 XX


3948 XX
3541 XX


3929 XX
Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Time Spy Extreme (Graphics/Overall)

6650 XX


6579 XX
5014 XX


5160 XX
4864 XX


5024 XX
4538 XX


4728 XX
4251 XX


4456 XX
4210 XX


4427 XX
3861 XX


4097 XX
3579 XX


3824 XX
3456 XX


3703 XX
3343 XX


3592 XX
3339 XX


3589 XX
3178 XX


3427 XX
3090 XX


3338 XX
2983 XX


3226 XX
2628 XX


2871 XX
2390 XX


2634 XX
2363 XX


2604 XX
2079 XX


2310 XX
1901 XX


2121 XX
1863 XX


2080 XX
1810 XX


2025 XX
1652 XX


1856 XX
1645 XX


1847 XX
Futuremark-Punkte
Mehr ist besser


Luxmark 3.0

Hotel Lobby

Punkte
Mehr ist besser


GPUPI 3.2

1000M

in Sekunden
Weniger ist besser


Blender Benchmark

BMW27

in Sekunden
Weniger ist besser

Blender Benchmark

Classroom

in Sekunden
Weniger ist besser


Call of Duty: WWII (DX11)

1.920 x 1.080 - Extra (Avg/Min)

108.1 XX


59 XX
98.9 XX


65 XX
97.8 XX


63 XX
97.1 XX


70 XX
93.8 XX


69 XX
93.2 XX


64 XX
81.3 XX


64 XX
75.7 XX


45 XX
71.2 XX


56 XX
68.2 XX


54 XX
67.9 XX


31 XX
64.5 XX


49 XX
64.2 XX


48 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Call of Duty: WWII (DX11)

2.560 x 1.440 - Extra (Avg/Min)

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Call of Duty: WWII (DX11)

3.840 x 2.160 - Extra (Avg/Min)

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Call of Duty: WWII (DX11)

2.560 x 1.440 - Extra HDR (Avg/Min)

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Call of Duty: WWII (DX11)

3.840 x 2.160 - Extra HDR (Avg/Min)

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Project Cars 2 (DX11)

1.920 x 1.080 - Ultra (Avg/Min)

98.4 XX


79 XX
95.7 XX


79 XX
95.6 XX


84 XX
95.6 XX


77 XX
94.9 XX


76 XX
83.3 XX


79 XX
80.7 XX


65 XX
72.7 XX


58 XX
70.7 XX


59 XX
70.6 XX


57 XX
69.5 XX


56 XX