NVIDIA Titan V: Volta-Architektur im Gaming-Test

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In der letzten Woche hatte NVIDA noch eine Überraschung für uns parat: Die brandneue NVIDIA Titan V wurde vorgestellt. Damit gibt es das erste Consumer-Modell mit der neuen Volta-Architektur, das auch für Spieler interessant sein kann, in erster Linie aber auch professionelle Nutzer ansprechen soll. Wir haben uns die 3.100 Euro Grafikkarte besorgt und testen heute, wie schnell die Volta-Architektur in Spielen ist.

Die NVIDIA Titan V gewährt einen Ausblick auf das, was Spieler 2018 von NVIDIA erwarten dürfen. Bereits mehrfach haben wir versucht darzulegen, dass NVIDIA zukünftig zweigleisig fahren wird – das professionelle Segment mit eigener Hardware versorgt und für Spieler entsprechend abgespeckte bzw. optimierte Varianten vorhalten wird. Die Volta-Architektur könnte ein Ausblick auf diesen Weg sein. Vieles der architektonischen Merkmale nutzen Spiele nicht. Dennoch ist der Ausbau an Shadereinheiten und Speicher vermutlich wegweisend. 

Im Frühjahr präsentierte NVIDIA die GeForce GTX 1080 Ti – gut 12 Monate nachdem man die Pascal-Architektur erstmals in eine GeForce-Karte gegossen hat. Mit der GeForce GTX 1070 Ti wurde noch ein Zwischenschritt gemacht, aber letztendlich bedeuten die aktuelle Entwicklung bei NVIDIA, dass über gut 24 Monate eine einzige Architektur in verschiedenen Ausbaustufen den Spielern angeboten wurde. Hinichtlich der Skalierung von Low-End bis High-End kann NVIDIA mit der Pascal-Architektur sicherlich mehr als zufrieden sein. Der ein oder andere Käufer ist inzwischen aber gelangweilt und wartet auf den nächsten großen Schritt.

Die Volta-Architektur wurde im Frühjahr auf der GPU Technology Conference vorgestellt. Mit den Tesla V100 werden schon die ersten Super- und Forschungscomputer mit den entsprechenden GPUs bestückt. Aufgrund der enormen größe der GPU, der damit einhergehenden Komplexität sowie der Tatsache, dass sich in Form von FP64-Einheiten und Tensor Cores zahlreiche Schaltkreise in der GPU befinden, von denen der Spieler nicht profitieren wird, war eigentlich klar, dass eine solche GPU auf einer GeForce-Grafikkarte keinerlei Platz haben wird. Hinzu kommt der teure HBM2, der hinsichtlich von Ausbeute und Taktung nach weiter hinter den ursprünglichen Plänen hinterherhinkt.

Auf der GTC 2017 sprach NVIDIA aber auch von Verbesserungen innerhalb der Shadereinheiten, sodass alleine daraus schon eine gewisse Mehrleistung zu erwarten ist. Hinzu kommt, dass die GV100-GPU 5.120 Shadereinheiten anzubieten hat, was gut 43 % mehr sind als auf der GP102-GPU der GeForce GTX 1080 Ti. Der HBM2 mit einer Speicherbandbreite von rund 653 GB/s sollte der höheren Roh-Rechenleistung ebenfalls nicht im Wege stehen.

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Dies alles sind Gründe, warum wir die NVIDIA Titan V hinsichtlich der Gaming-Leistung genauer untersuchen wollen. Es dürfte auch Grund genug sein, denn auch wenn die Karte 3.100 Euro kostet, gibt sie einen Ausblick auf das, was uns 2018 erwarten könnte. Bereits in den Gerüchten behandelt wird der Name der nächsten GPU-Architektur von NVIDIA, die auf den Namen Ampere hören soll. Sie soll dann wieder auf GeForce-Karten ausgerichtet sein. Hinter Ampere muss sich aber nicht zwangsläufig eine völlige Neuentwicklung verbergen. Denkbare wäre eine Volta-Architektur ohne die compute-spezifischen Komponenten und mit einem GDDR5X- oder GDDR6-Speicherinterface. Insofern kann eine Titan V schon heute das Fenster in die Zukunft sein.

Die technischen Daten der NVIDIA Titan V in der Übersicht
Modell: NVIDIA Titan V
Straßenpreis: 3.100 Euro
Webseite: www.nvidia.de
Technische Daten
GPU: GV100
Fertigung: 12 nm
Transistoren: 21,1 Milliarden
GPU-Takt (Basis): 1.200 MHz
GPU-Takt (Boost): 1.455 MHz

Speichertakt:

850 MHz
Speichertyp: HBM2
Speichergröße: 12 GB
Speicherinterface: 3.072 Bit
Bandbreite: 652,8 GB/s
DirectX-Version: 12
Shadereinheiten: 5.120
Textureinheiten: 320
ROPs: 96
Typische Boardpower: 250 W
SLI/CrossFire -

Ähnlich wie viele Vorgänger-Architekturen und auch Pascal setzt sich Volta, bzw. die GV100-GPU aus Graphics Processing Clusters (GPCs), Texture Processing Clusters (TPCs), Streaming Multiprocessors (SMs) und einem Speicher-Controller zusammen. Der Vollausbau der GV100-GPU besteht aus sechs GPCs, 84 Volta SMs, 42 TPCs (jeder mit jeweils zwei SMs) und acht 512-Bit-Speicher-Controllern (4.096 Bit ingesamt). Jeder SM hat 64 FP32 Cores, 64 INT32 Cores, 32 FP64 Cores und acht der neuen Tensor Cores. Hinzu kommen noch vier Textur-Einheiten pro SM.

Den Vollausbau verwendet NVIDIA derzeit aber nocht nicht – weder auf der Tesla V100, noch bei der Titan V. Hier kommen 80 SMs zum Einsatz, sodass wir insgesamt 5.120 Shadereinheiten haben. Hinzu kommen 2.560 FP64-Einheiten, die Shadereinheiten beschreiben zugleich auch die FP32-Einheiten. Für Deep-Learning-Anwendungen interessant sind die 640 Tensor Cores, die INT8-Berechnungen durchführen können. Matrix-Multiplikationen (BLAS GEMM) sind der wichtigste Bestandteil für das Training von Deep-Learning-Netzwerken und hier kommen die Tensor Cores in Spiel. Die Tensor Cores haben innerhalb des SMs ihre eigenen Datenpfade und können per Clock Gating auch komplett abgeschaltet werden, wenn sie nicht benötigt werden. Jeder Tensor Core bietet ein Matrix-Array aus 4 x 4 x 4 Matrizen, welches in einer D = A x B + C Operation durchlaufen wird. Die Eingangs-Matrizen A und B sind dabei FP16-Einheiten, die Akkumulation kann eine FP16 oder FP32-Einheit sein. Jeder Tensor Core führt 64 Floating Point FMA Mixed-Precision-Operationen pro Takt aus – jeweils eine Multiplikation und eine Akkumulation. Die acht Tensor Cores pro SM kommen damit auf 1.024 Floating-Point-Operationen pro Takt.

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Jeder HBM2-Speicherstack wird über zwei Speichercontroller angebunden. Insgesamt bietet die GV100-GPU acht dieser Controller mit jeweils 512 Bit. Bei der Titan V sind allerdings nur sechs Controller aktiv, sodass wir hier ein 3.072 Bit breites Speicherinterface haben. Dieses bindet 12 GB HBM2 mit einem Takt von 850 MHz an, sodass wir auf eine Speicherbandbreite von 652,8 GB/s kommen. NVIDIA verwendet nur drei der vier verfügbaren HBM2-Speicherstacks. Unklar ist, ob einer der Stacks damit komplett defekt ist, oder NVIDIA auch zwei Speicherstacks mit jeweils der halben Speicherkapazität und Bandbreite ansprechen kann. An jeden Speicher-Controller angekoppelt sind 768 KB L2-Cache und jeder HBM2-DRAM-Stack wird von zwei Speicher-Controllern angesteuert. In dieser Ausbaustufe bietet die GV100-GPU insgesamt 6.144 KB L2-Cache.

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NVIDIA hat am Aufbau des Streaming Multiprozessors einige Änderungen vorgenommen, sodass diese nicht mehr viel mit der Maxwell- und Pascal-Generation gemein haben. Grundsätzlich zeigen diese Änderungen in eine Richtung: Die Compute-Leistung sollte erhöht werden. Während die SMs in der GP100-GPU (Pascal) in zwei Processing Blocks mit jeweils 32 FP32 Cores, 16 FP64 Cores, einem Instruction Buffer, einem Warp Scheduler, zwei Dispatch Units und einem 128 KB großen Register File ausgestattet sind, hat sich der Aufbau in der Volta-Architektur etwas geändert. Der SM in der GV100-GPU ist ist in vier Processing Blocks aufgeteilt. Diese wiederum bestehen aus 16 FP32 Cores, 8 FP64 Cores, 16 INT32 Cores, zwei neuen Mixed-Precision Tensor Cores, einem neuen L0 Instruction Cache, einem Warp Scheduler, einer Dispatch Unit und einem 64 KB großen Register File. Anders als in der Pascal-Architektur, die keine gleichzeitige Ausführung von FP32- und INT32-Instruktionen ermöglichte, kann dies durch die separaten Einheiten im SM der Volta-Architektur ausgeführt werden und erhöht natürlich die Rechenleistung.

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Da sich NVIDIA bisher ausschließlich auf das GPU-Computing konzentriert hat, sind die Auswirkungen der Änderungen im Aufbau der Architektur nur schwer abzuschätzen. Der aktuelle GeForce-Treiber unterstützt die Titan V mit Volta-Architektur, allerdings dürften sich die Optimierungen in dieser Hinsicht in Grenzen halten. Wir sind also gespannt welches Leistungsplus über die Anzahl der Shader hinaus noch erreicht werden kann.

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Der GPU-Screenshots bestätigt die technischen Daten der NVIDIA Titan V noch einmal. Da diese Angaben aber ohne Praxisbezug keinerlei Relevanz haben, schauen wir uns zunächst einmal an, welche Taktraten die GPU unter Last erreicht.

Gegenüberstellung von Temperatur und Takt
Spiel Temperatur Takt
The Witcher 3: Wild Hunt 84 °C 1.719 MHz
Rise of the Tomb Raider

84 °C

1.706 MHz
Hitman 84 °C 1.706 MHz
Far Cry Primal 84 °C 1.719 MHz
DiRT Rallye 84 °C 1.740 MHz
Anno 2205 84 °C 1.719 MHz
The Division 84 °C 1.740 MHz
Fallout 4 84 °C 1.719 MHz
DOOM 84 °C 1.740 MHz

Aufgrund der von NVIDIA bekannten Kühlung war klar, dass eine Titan V immer am Temperaturlimit arbeiten wird. Dies erging schon der GeForce GTX 1080 Ti so und auch eine Titan Xp kann ihr Leistungspotenzial nicht vollständig ausschöpfen. Dabei ist es noch nicht einmal so, als würde die Lüftersteuerung nicht versuchen die Temperatur zu senken. Unter Volllast dreht der Lüfter mit 2.375 Umdrehungen pro Minute. Der von NVIDIA erwähnte Boost-Takt von 1.455 MHz wird mit 1.706 bis 1.740 MHz aber deutlich übertroffen.


Bevor wir uns nun die Karte aus allen Winkeln anschauen, werfen wir noch einen Blick auf die wichtigsten technischen Daten in Form von Abmessung und Kühlung.

NVIDIA Titan V
Länge des PCBs 266 mm
Länge mit Kühler 266 mm
Slothöhe 2 Slots
zusätzliche Stromanschlüsse 1x 8-Pin
1x 6-Pin
Lüfterdurchmesser 1x 65 mm
Display-Anschlüsse

3x Displayport 1.3/1.4
1x HDMI 2.0

Lüfter aus im Idle Nein

Wer die vergangenen Versionen der Founders Edition von NVIDIA kennt, wird hinsichtlich des Aussehens keinerlei große Unterschiede zur Titan V feststellen. Einzig die Farbgebung ist natürlich eine andere, die Abmessungen und Eckdaten der Kühlung sind allerdings identisch. Mit 266 mm Länge für PCB und Kühler sowie einer Höhe von zwei Slots wirkt die NVIDIA Titan V im Vergleich zu vielen Custom-Varianten fast schon schlank. Das der einzige Radiallüfter mit einem Durchmesser von 65 mm keine adäquate Frischluftversorgung sicherstellen kann, war bereits Thema und wird auch noch einmal Thema sein. Ansonsten sehen wir hier viele Parallelen zu bereits bekannten Produkten, die wir nun aber noch einmal etwas genauer beschreiben wollen.

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NVIDIA versuchte bei den vorherigen Titan-Karten auch immer einen optischen Unterschied aufzuzeigen. So waren einige Kühler komplett schwarz gehalten. Bei der Titan V hat man sich für ein auffälliges Gold entschieden, welches hervorsticht, dem professionellen Nutzer wird es aber sicherlich egal sein, welche Farbe der Kühler hat. Für NVIDIA macht es hinsichtlich der Kosten aber auch keinen großen Unterschied, ob der bereits bestehende Kühler nun in Silber oder Gold gefertigt wird – vor allem nicht bei einer Karte für 3.100 Euro. Ansonsten sehen wir das bereits bekannte Design der Founders Editionen: Am hinteren Ende sitzt ein Radiallüfter, der die kühle Luft ansaugt und in Richtung der Slotblende bläst.

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Auf der Rückseite der Karte verwendet NVIDIA eine Backpalte, welche das komplette PCB verdeckt. NVIDIA bleibt auch hier seinem Design treu, welches den Verlauf einiger Linien vorsieht, in dessen Mitte sich der "TITAN V"-Schriftzug sowie das NVIDIA-Logo befinden. Ob die Erhebungen auch einen positiven Effekt auf die Kühlung haben, können wir nicht sagen. Eine Backplate bietet zumindest einen gewissen Schutz vor mechanischen Schäden und sorgt auch etwas für mechanische Stabilität durch das hohe Gewicht des Kühlers.

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Bereits angesprochen haben wir den Radiallüfter mit einem Durchmesser von 65 mm, der für die Frischluftversorgung sorgen soll. NVIDIA verzichtet bei den eigens entwickelten Karten auf ein Stillstehen des Lüfters im Idle-Betrieb. Anders ist dies bei fast allen Custom-Modellen, wo der oder die Lüfter ab einer bestimmten GPU-Temperatur stillstehen. Im Falle der Titan V wird es eine solche Custom-Variante aber nicht geben, weil NVIDIA einziger Anbieter dieses Modell sein will.

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Parallel zur Slotblende findet sich ebenfalls der "TITAN V"-Schriftzug wieder. Ebenfalls zu sehen ist das Sichtfenster über den Kühlkörper, dessen Finnen in Längsrichtung führen und damit dem Luftstrom folgen. Der Radiallüfter bläst die Luft hier also durch die aufgestellten Aluminiumfinnen in Richtung der Slotblende. Neben diesen Aluminiumlamellen verwendet NVIDIA noch eine Vapor-Chamber auf der Bodenplatte direkt auf der GPU.

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Nur einen optischen Zweck erfüllen die aufgestellten "Öffnungen" im Kühler. Hier findet weder ein Ansaugen noch ein Herausblasen von Luft statt. Die beiden kleinen Öffnungen neben dem Sichtfenster sind ebenfalls mit Plexiglas verschlossen und deuten nur einen Einfluss auf die Kühlung an.

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Die zusätzliche Strom- und Spannungsversorgung der Karte findet über jeweils einen 6-Pin- und einen 8-Pin-Anschluss statt. Diesen liefern laut ATX-Spezifikation 75 bzw. 150 W. Hinzu kommen noch 75 W, die über den PCI-Express-Steckplatz zur Verfügung gestellt werden können, sodass die Titan V in diesem Design theoretisch bis zu 300 W aufnehmen kann. NVIDIA nennt eine Thermal Design Power von 250 W, allerdings dürfte eine Erhöhung des Power-Limits möglich sein und zudem sind die Angaben zu den zusätzlichen Anschlüssen rein theoretisch. Je nach Netzteil verkraften Stecker und Kabel auch deutlich mehr.

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Auf der Stirnseite der Karte findet sich einmal mehr der "TITAN V"-Schriftzug wieder. Anders als bei den GeForce-Modellen ist dieser nicht beleuchtet. Einige wird die freuen, anderen wird es egal sein, ob eine solche Karte im Inneren des Gehäuses leuchtet oder nicht.

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Als Interconnect hat NVIDIA NVLink entwickelt. NVLink kann eine direkte Verbindung zwischen mehreren GPUs oder speziellen CPUs herstellen. NVIDIA wollte mit der Entwicklung von NVLink einem Flaschenhals durch PCI-Express aus dem Wege gehen. Für die Quadro GP100 bietet NVIDIA ebenfalls einen NVLink-Variante an, genau wie bei den Tesla-Karten. Für die Titan V spielt NVLink allerdings keinerlei Rolle, da die Anschlüsse zwar auf dem PCB vorhanden sind, sich aufgrung des Kühlers aber nicht mit der Brücke verbinden ließen. Zudem dürfte NVLink bereits auf Hardwareebene deaktiviert sein. Ob sich überhaupt zwei Titan V in einem Multi-GPU betreiben lassen, bleibt unklar. Bisher konnte noch niemand zwei dieser Karten testen.

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Das Kühlerdesign von NVIDIA sieht vor, dass auch im hinteren Ende der Karte ein wenig Luft entweichen kann. Hier befindet sich also auch ein Kühlkörper, der durch den Radiallüfter mit Frischluft versorgt wird. An dieser Stelle sehr schön zu erkennen ist die identische Länge von PCB und Kühler.

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Um den Luftstrom bzw. das Luftvolumen zu erhöhen, verzichtete NVIDIA bereits bei der GeForce GTX 1080 Ti auf den Dual-Link-DVI-Anschluss. Dies tut man auch bei der Titan V. Damit bleibt gut die Hälfte der Slotblende als Öffnung für die warme Abluft. Für die meisten Nutzer dürften dreimal DisplayPort 1.3/1.4 sowie einmal HDMI 2.0b auch mehr als ausreichend sein.


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Ohne Kühler zeigt sich die Karte in voller Pracht. Der Aufbau ist mit fast allen Grafikkarten identisch. Mittig befindet sich das GPU-Package, darum verteilt angebracht ist die Spannungsversorgung, die wir noch genauer analysieren werden. Im hinteren Bereich befinden sich wichtige Sekundärbauteile, links vom Package alles was wichtig ist, dass die Display-Anschlüsse korrekt angesprochen werden können.

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Die auf der Titan V eingesetzte GPU hört auf die genaue Bezeichnung GV100-400-A1. Auf der Tesla V100 wird sie als P8C406.000 bezeichnet. Das GPU-Package ist nicht nur so mächtig, da die GPU eine Die-Fläche von 815 mm² vorzuweisen hat, sondern auch wegen der vier HBM2-Speicherstacks. Um einen Vergleich der Die-Fläche zu haben: Die Apple Watch mit 42 mm ist ebenso groß.

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Die Strom- und Spannungsversorgung sieht 16 doppelt belegte Phasen für die Versorgung des GPU-Packages vor. Zwei zweitere kümmern sich um das PCI-Express-Interface. Die Dopplung der Phasen ermöglicht die Wandlerverluste aufzuteilen, was die Effektivität steigert bzw. Abwärme verringert. Eine derart aufwendige Versorgung haben wir nun schon häufiger auf Karten mit HBM gesehen. In Anbetracht der Komplexität des GPU-Packages scheint dies zwingend notwendig zu sein.

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Im hinteren Bereich des PCBs befinden sich zahlreiche Schaltkreise und Bauelemente, die sich um die Steuerung der Spannungsphasen kümmern. Während weniger leistungsstarke Modelle hier weitestegend rar bestückt sind, wirkt das PCB der NVIDIA Titan V bis auf den letzten Quadratmillimeter vollgepackt. Zu sehen sind allerdings auch zwei freie Kontaktpads, die zum Beispiel einen weiteren 8-Pin-Anschluss möglich machen würden. Hier ebenfalls zu sehen sind drei Shunt-Widerstände, die zur Messung des Stromflusses auf den Spannungsebenen dienen.

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Auf dem PCB ebenfalls ausgeführt sind die Kontaktpins für den NVLink-Interconnect. Dieser ist auf der NVIDIA Titan V aber nicht aktiv. Vielmehr dürfte NVIDIA das PCB-Layout auch noch auf anderen Karten einsetzen bzw. tut dies in Form der PCI-Express-Variante der Telsa V100 schon. Möglich wäre aber zukünftig eine Karte der Quadro-Serie mit Volta-GPU.

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Auch die Rückseite des PCBs wirkt sehr komplex. Sehr schön ist hier der rückseitige Bereich des GPU-Packages zu erkennen - hier versammeln sich viele kleine Widerstände. Zur Stabilisierung der Strom- und Spannungsversorgung sind hier auch einige Kondensatoren vorhanden.

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Hunderte kleine SMD-Bauteile sitzen direkt auf der gegenüberliegenden Seite des GPU-Packates auf dem PCB. Was wir auf Vorder- und Rückseite des PCBs sehen sind aber nur zwei von zehn oder zwölf Schichten mit Leiterbahnen. Diese leiten aber nicht nur die Signale der GPU weiter, sondern führen auch die Spannungen und leiten die Ströme zu den Komponenten.

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Bei einem seitlichen Blick auf das GPU-Package werden die vier HBM2-Speicherstacks noch einmal deutlich sichtbar. Ebenfalls zu erkennen ist, dass NVIDIA die Zwischenräume mit einer Masse gefüllt hat. So entsteht eine große ebene Fläche, auf die der Kühler einen entsprechenden Druck ausüben kann. NVIDIA fertigt derzeit wohl nur eine Variante der GV100-GPU. Bei Teildefekten des Speichers kann diese dann auf der Titan V mit 12 GB HBM2 eingesetzt werden – sie sind sozusagen der Ausschuss. Die guten Modelle mit den vollen 16 GB HBM2 werden auf der Tesla V100 verbaut.

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Der auf der Titan V verbaute Kühler unterscheidet sich nur in einigen Details von den bisherigen Varianten auf den Founders Editionen. Das GPU-Package benötigt etwas mehr Platz und einige Komponenten siten ebenfalls direkt auf dem Kühler mit auf.

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Eine Vapor-Chamber im massiven Kupferblock nimmt die Abwärme des GPU-Packages auf und gibt diese an den Kühlkörper aus Aluminium ab. Die Kontaktfläche ist hier vernickelt, während bei einem seitlichen Blick das Kupfer sichtbar wird.

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Einmal mehr reichen einfache Kreuzschlitzschraubendreher in verschiedenen Größen nicht mehr aus, um die Karte in ihre Einzelteile zu zerlegen. Vielmehr ist auch ein kleiner Innensechskant notwendig. In den Kopf dieser Schrauben werden kleine Kreuzschlitzschrauben gedreht, welche die Backplate festhalten. Feinwerkzeug sollte also immer griffbereit sein.


1. Testsystem

Für die ersten Benchmarks haben wir noch unser altes Testsystm verwendet, da wir eine Vergleichbarkeit mit den bisher gewonnenen Werte und alten Karten gewährleisten wollten.

Das Testsystem
Prozessor Intel Core i7-3960X 3,3 @ 3,9 GHz
Kühlung Corsair H110i GT All-in-One-Wasserkühlung
Mainboard ASUS P9X97 Deluxe
Arbeitsspeicher G.Skill
SSD OCZ Arc 100 240 GB
Netzteil Seasonic Platinum Series 1.000 Watt
Betriebssystem Windows 10 64 Bit
Gehäuse Fractal Design Define R5

Folgende Treiber kamen für die Tests zum Einsatz:

Folgende Spiele und Benchmarks haben wir verwendet:

2. Testsystem

Ab Seite 19 haben wir folgendes Testsystem verwendet. Für die Messungen der Lautstärke, Temperatur und des Verbrauchs haben wir das alte Testsystem verwendet – auch hier wegen der Vergleichbarkeit.

Die Software in Form der Spiele und Benchmarks haben wir umgestellt, die Hardware ist ebenfalls aufgefrischt worden. Um möglichst praxisnah zu testen, befindet sich das Testsystem in einem geschlossenen Gehäuse. Zudem befindet sich zwar das Windows 10 auf der PCI-Express-SSD, die Spiele mussten wir aber auf eine Festplatte auslagern. Den Tests tut dies aber keinen Abbruch.

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Das Testsystem
Prozessor AMD Ryzen Threadripper 1950X, 16x 3,4 GHz
Kühlung Noctua NH-U14S TR4-SP3
Mainboard ASUS ROG Strix X399-E Gaming
Arbeitsspeicher G.Skill Flare X F4-3200C14Q-32GFX, 4x 8GB DDR4-3200
SSD Samsung SSD 960 Pro 512GB
HDD Seagate FireCuda 2TB
Netzteil Seasonic Prime Titanium Series 850W
Betriebssystem Windows 10 64 Bit
Gehäuse Fractal Design Define XL R2

Die Messungen beginnen wir wie immer mit der Lautstärke, schauen uns dann aber auch die Leistungsaufnahme und GPU-Temperaturen an.

Lautstaerke

Idle

in dB(A)
Weniger ist besser

Ein leises Betriebsgeräusch ist nicht gerade die Paradedisziplin von NVIDIAs Kühlern. Die letzten Founders Editionen können hier nicht überzeugen und auch die Titan V ist mit 39,3 dB(A) nicht gerade leise. Damit ist eine solche Karte deutlich aus einem ansonsten leisen System herauszuhören. 

Lautstaerke

Last

in dB(A)
Weniger ist besser

Unter Last wird der Vergleich zu den übrigen Karten dann etwas positiver, wenngleich wir immer noch von 43,2 dB(A) sprechen. Wir haben allerdings schon einige Karten gesehen, die hier noch etwas lauter zu Werke gehen – insofern relativiert sich der Eindruck der Titan V noch etwas. Zur Einordnung der Lautstärke gehört für uns auch immer der Blick auf die Temperaturen und die dazugehörige Leistung.

Temperatur

Idle

in Grad C
Weniger ist besser

Mit einem Wert von 42 °C liegt die Idle-Temperatur der Titan V in einem üblichen Rahmen. Hier sehen wir keinerlei Kritikpunkt, aber auch nichts, mit dem sich die Karte hervortun kann.

Temperatur

Last

in Grad C
Weniger ist besser

Unter Last sehen wir dann das übliche Bild: NVIDIA sieht eine Ziel-Temperatur von 84 °C vor und diese wird auch erreicht bzw. die Lüftersteuerung ist so geregelt, dass sich die GPU-Temperatur diesem Wert nähern kann. Takt, Spannung und Temperatur werden durch den Boost-Mechanismus entsprechend ausbalanciert. Damit ist aber auch klar, dass die Titan V einen höheren Takt erreichen kann, wenn sie denn eine bessere Kühlung bekommt.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Idle

in W
Weniger ist besser

Der Idle-Stromverbrauch zeigt wiederum keinerlei Auffälligkeiten und bedarf daher keiner weiteren Beschreibung. Ob die Tensor Cores hier nun abgeschaltet werden können oder nicht, zeigt sich zumindest nicht direkt.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Last

in W
Weniger ist besser

Unter Last messen wir eine Leistungsaufnahme des Gesamtsystems von 415,4 W. Damit verbraucht das System nur etwas mehr als mit einer GeForce GTX 1080 Ti Founders Edition. Die Custom-Varianten dieser Karte verbrauchen teilweise deutlich mehr, hier wird dann aber auch die Spannung und das Power-Limit deutlich angehoben.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Idle - 2 Monitore

in W
Weniger ist besser

Keinerlei Probleme sehen wir für den Multi-Monitor-Betrieb. Der Verbrauch steigt zwar leicht an, ein großes Problem sollte dies jedoch nicht sein.


Der 3DMark von Futuremark gehört zu den beliebtesten synthetischen Benchmarks und bietet damit eine breite Basis für den Vergleich unterschiedlicher Systeme oder einzelner Komponenten. Dabei bieten die unterschiedlichen Presets die Möglichkeit das System auf unterschiedliche Herausforderungen zu testen - bis hin zu UltraHD/4K-Auflösungen. Ursprünglich als reiner DirectX-11-Benchmark entwickelt bietet der 3DMark inzwischen auch die Möglichkeit sich eine Leistungs-Domäne von DirektX 12 genauer anzuschauen, die sogenannten Draw Calls.

Futuremark 3DMark

Fire Strike

Futuremark-Punkte
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Futuremark 3DMark

Fire Strike Extreme

Futuremark-Punkte
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Futuremark 3DMark

Fire Strike Ultra

Futuremark-Punkte
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Der Luxmark 3.0 ist ein Render-Benchmark, der auf die OpenCL-Schnittstelle zurückgreift und damit eine breite Hardware-Basis adressiert. Der Luxmark wurde als Programm zur Leistungsbestimmung für den LuxRender entwickelt. Die LuxRender-2.x-API wird verwendet um eine Szene zu berechnen. Die Ausgabe erfolgt in Samples pro Sekunde.

Luxmark 3.0

Sala

Punkte
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Mit Hilfe von GPUPI wird Pi auf Basis unterschiedlicher Schnittstellen berechnet. Möglich ist die Berechnung auf Prozessoren sowie Grafikkarten und Programme wie SuperPi und ähnliche dienen schon lange als Möglichkeit die Rechenleistung von Hardware zu bestimmen. GPUPI verwendet, wie der Name schon sagt, die GPU der Grafikkarte zu Berechnung. Wir verwenden dazu die OpenCL-API und lassen Pi auf 500 Millionen oder 1 Milliarde Stellen berechnen. GPUPI beschreibt besonders gut die 64 Bit Integer Performance der Hardware.

GPUPI 2.0

500M

Sekunden
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GPUPI 2.0

1000M

Sekunden
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The Witcher 3: Wild Hunt ist ein Rollenspiel und basiert auf der Hintergrundgeschichte und Spielwelt der Buchvorlage von Andrzej Sapkowski. Als Geralt von Riva gilt es sich durch eine mittelalterliche Fantasiewelt zu schlagen und sich dabei zahlreichen Aufgaben zu stellen. Als Spieleengine kommt die von CD Project Red eigens entwickelte Red Engine in der Version 3 zum Einsatz. Für ein Open-World-Rollenspiel setzt sie neue Maßstäbe bei der grafischen Darstellung.

The Witcher 3

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Mit Dirt Rally legte Codemasters den Fokus im Gegensatz zu seinen Vorgängern wieder mehr auf Simulation. Im Spiel enthalten sind 17 Autos, u. a. Audi S1 quattro, Lancia Delta und Ford Fiesta RS WRC, sowie 36 Etappen in drei Gebieten: Wales, Griechenland und Monte Carlo. Im Laufe des Jahres sollen weitere Inhalte in Form von Updates über Steam in das Spiel gebracht werden, dazu gehören Pikes Peak, Rally Deutschland sowie Inhalte der FIA Rallycross Championship.

DiRt Rally

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