3D-Power teilweise für unter 90 Euro: Drei Modelle der Radeon RX 550 im Test

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amd radeon rx550 roundupAls AMD Mitte April seine neuen Polaris-Grafikkarten der Radeon-500-Familie präsentierte, war die Radeon RX 550 die eigentliche Neuheit. Während die Radeon RX 580, RX 570 und die Radeon RX 560 größtenteils auf ihren Vorgänger-Modellen basieren und lediglich mit höheren Taktraten sowie einer überarbeiteten Strom- und Spannungsversorgung ausgerüstet wurden, basiert der bislang kleinste Ableger auf einem Grafikchip, welchen es so in dieser Ausbaustufe innerhalb von Polaris bislang noch nicht gegeben hat. Wie sich das kleinste Familienmitglied schlägt, erfährt man in gleich dreifacher Ausführung in unserem neusten Hardwareluxx-Artikel.

Am 18. April ließ AMD den Vorhang für seine neue Grafikkarten-Generation fallen und präsentierte mit der Radeon RX 580, RX 570, RX 560 und der Radeon RX 550 sowie den kleineren Notebook-Ablegern Radeon 530 und Radeon 520 die ersten sechs Modelle. Sie bedienen allerdings nicht den High-End-Markt – diese Aufgabe wird erst den Vega-Chips zugeteilt werden, welche vermutlich zum Halbjahreswechsel offiziell vorgestellt werden dürften. Wirklich neu sind die ersten Modelle der Radeon-500-Familie jedoch nicht, basieren sie allesamt noch auf den Vorgänger-Chips der Polaris-Generation, die aufgrund kleinerer Verbesserungen im Fertigungsverfahren nun aber mit höheren Taktraten ausgerüstet werden konnten und obendrein bei der Stromversorgung optimiert wurden. Hier hatten die ersten RX-400-Modelle ein paar Probleme, weshalb die Chipschmiede per Treiber-Update nachbessern musste. Die eigentliche Neuheit der neuen Polaris-Grafikkarten ist die Radeon RX 550. Sie basiert auf einem weiter beschnittenen Polaris-Chip, welchen es in dieser Ausbaustufe so bislang noch nicht gegeben hat. 

Sie tritt in die Fußstapfen der Radeon R7 250, welche in den letzten Jahren keinen Nachfolger erhalten hatte und eher in den unteren Preis- und Leistungsregionen angesiedelt war. Mit einem Preis von unter 90 Euro tut das auch die Radeon RX 550, welche sich damit eher an den Einstiegs-Gamer richtet, der nur ab und an und mit geringen Ansprüchen an die Grafik spielen will. Gegenüber der in der CPU integrierten Grafiklösung dürfte das Einstiegsmodell eine deutlich höhere Performance bieten. Ob das gelingt und wie sich die bislang kleinste Polaris-Grafik in der Praxis und vor allem gegenüber der Konkurrenz schlägt, erfährt man auf den nachfolgenden Seiten. Wir haben drei Boardpartner-Modelle von ASUS, PowerColor und Sapphire zu Preisen zwischen etwa 97 und 115 Euro gegeneinander antreten lassen.

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Die Polaris-12-GPU und deren Aufbau

Die Polaris-12-GPU der AMD Radeon RX 550 ist der bislang kleinste Grafikchip auf Basis der Polaris-Architektur. Im Gegensatz zum nächst größeren Chip – die Polaris-21-GPU der Radeon RX 560 – wurde die Zahl der Einheiten für die Radeon RX 550 halbiert. Während es das größere Schwestermodell auf 1.024 Streamprozessoren bringt, muss die Radeon RX 550 mit 512 Shadereinheiten auskommen, was allerdings nicht dem Vollausbau entspricht – kurzzeitig kursierte auch eine OEM-Version mit 640 Shadereinheiten im Netz. Die 512 Streamprozessoren der Radeon RX 550 verteilen sich jedenfalls auf insgesamt acht Compute Units (CU), die auf zwei Shader-Engines untergebracht sind. AMD hat damit bei jeder Shader Engine eine Compute Unit deaktiviert, womit sich jeweils vier CUs in einer Shader Eninge befinden.

Zu den 512 Shadereinheiten gesellen sich 32 Textureinheiten sowie ein 2 bis 4 GB großer Videospeicher mit acht Raster-Backends. Gegenüber der Radeon RX 560 hat AMD das Speicherinterface nicht weiter beschnitten und verwendet weiterhin zwei 64-Bit-Controller, an die schnelle GDDR5-Chips mit einem Takt von bis zu 1.750 MHz angebunden werden. Damit schaufelt der Videospeicher der Radeon RX 550 bis zu 112 GB pro Sekunde durch die Leitungen. Je nach Belieben verbauen die Boardpartner zwischen 2 und 4 GB Speicher. Gegenüber Polaris 11 bzw. 21 ebenfalls halbiert hat AMD den L2-Cache, welcher es nun auf nur noch 512 KB bringt. Bei den Taktraten gibt AMD einen Mindesttakt von 1.183 MHz vor, womit es die Radeon RX 550 auf eine maximale Rechenleistung von etwa 1,2 TFLOPS bringt und damit gegenüber der Radeon R7 250 eine deutliche Steigerung macht.

Dank der fortschrittlichen 14-nm-Technik zeichnet sich der Chip mit einer TDP von etwa 50 W sehr genügsam. Gegenüber den ersten Polaris-Modellen will AMD den Fertigungsprozess weiter verfeinert haben und bezeichnet diesen nun als 14LPP+, wobei letzteres für "Low Power Performance" steht. Insgesamt bringt es der Chip auf etwa 2,2 Milliarden Transistoren. Eine weitere Besonderheit der Radeon RX 550 ist die verbesserte Unterstützung aktueller Video-Codes und die bessere Video-Engine, womit nun auch HEVC, DisplayPort 1.4 und HDMI 2.0 unterstützt werden – der vierten GCN-Generation sei Dank. Das macht die Radeon RX 550 nicht nur für Einstiegs-Gamer interessant, sondern auch für HTPCs.

Preislich bezahlt man für die Radeon RX 550 in unserem Preisvergleich derzeit knapp unter 90 Euro, wobei es auch Hersteller-Karten mit überarbeiteten Platinen-Layout, eigenem Kühlsystem und höheren Taktraten gibt, die zu deutlich höheren Preisen über die Ladentheke wandern. Theoretisch kann man für den Einsteiger-Polaris auch über 115 Euro bezahlen. Dann aber ist die Karte teurer als die deutlich besser ausgestattete Radeon RX 460 der Vorgänger-Generation. Die Radeon RX 560 lässt ja derzeit noch immer auf sich warten.

Die drei Testkarten der Radeon RX 550 in der Übersicht
Modell AMD Radeon RX 550 ASUS Radeon RX 550 PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon Sapphire Radeon RX 550 Pulse
Straßenpreis ab etwa 86 Euro ab etwa 115 Euro ab etwa 97 Euro ab etwa 101 Euro
Homepage www.amd.com www.asus.de www.powercolor.com www.sapphiretech.com
Technische Daten
GPU Polaris 12 Polaris 12 Polaris 12 Polaris 12
Fertigung 14 nm 14 nm  14 nm  14 nm 
Transistoren 2,2 Milliarden 2,2 Milliarden 2,2 Milliarden  2,2 Milliarden 
GPU-Takt (Base Clock) 1.183 MHz 1.203 MHz 1.190 MHz  1.206 MHz 
GPU-Takt (Boost Clock) -
Speichertakt 1.750 MHz 1.750 MHz 1.750 MHz  1.750 MHz 
Speichertyp GDDR5 GDDR5 GDDR5  GDDR5 
Speichergröße 2 / 4 GB 4 GB 2 GB  4 GB 
Speicherinterface 128 Bit 128 Bit 128 Bit  128 Bit 
Speicherbandbreite 112,0 GB/s 112,0 GB/s 112,0 GB/s  112,0 GB/s 
DirectX-Version 12 12 12  12 
Shadereinheiten 512 512 512  512 
Textureinheiten 32 32 32  32 
ROPs 8 8
SLI/CrossFire -

Wie sich die Radeon RX 550 gegenüber der Konkurrenz schlägt und ob man mit ihr aktuelle Spieletitel ausreichend schnell in Full-HD-Auflösung spielen kann, das erfährt man in diesem Artikel auf den nachfolgenden Seiten. Wir haben drei Modelle von ASUS, PowerColor und Sapphire mit unterschiedlichen Taktraten, unterschiedlichem Speicherausbau und unterschiedlichen Kühlsystemen zu Preisen zwischen 90 und 115 Euro ausführlich auf den Prüfstand gestellt.


Wir beginnen unser Roundup in alphabetischer Reihenfolge und starten damit bei der ASUS Radeon RX 550. Sie gibt es wahlweise mit 2 oder 4 GB GDDR5-Videospeicher, wobei uns ASUS hier mit der besser ausgestatteten Variante versorgte. Im Gegensatz zur AMD-Vorlage dreht ASUS bei ihr leicht an der Taktschraube, schaltet die höheren Taktraten allerdings erst mit Aktivierung über das hauseigene GPU-Tweak-II-Tool frei. Andernfalls hält sich das Modell im Gaming-Modus strikt an die Vorgaben der US-Amerikanischen Grafikschmiede. Mit einem Preis von rund 115 Euro zählt die ASUS Radeon RX 550 klar zu den teureren Modellen. Die Variante mit halb so großem Videospeicher ist mit etwa 100 Euro ein gutes Stück günstiger.

asus rx550 gpuz
GPU-Z-Screenshot zur ASUS Radeon RX 550

Im OC-Modus arbeitet die ASUS Radeon RX 550 mit einem Takt von bis zu 1.203 MHz leicht schneller als AMD eigentlich vorsieht. Der Takt steigt somit um 20 MHz von 1.183 MHz nach oben, was einer minimalen Übertaktung von etwa 1,7 % entspricht. Die Geschwindigkeit des 4.096 MB großen GDDR5-Videospeichers belässt man bei 1.750 MHz.

Die ASUS Radeon RX 550 in der Übersicht
Modell AMD Radeon RX 550 ASUS Radeon RX 550
Straßenpreis ab etwa 86 Euro ab etwa 115 Euro
Homepage www.amd.com www.asus.de
Technische Daten
GPU Polaris 12 Polaris 12
Fertigung 14 nm 14 nm 
Transistoren 2,2 Milliarden 2,2 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) 1.183 MHz 1.203 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) -
Speichertakt 1.750 MHz 1.750 MHz
Speichertyp GDDR5 GDDR5
Speichergröße 2 / 4 GB 4 GB
Speicherinterface 128 Bit 128 Bit
Speicherbandbreite 112,0 GB/s 112,0 GB/s
DirectX-Version 12 12
Shadereinheiten 512 512
Textureinheiten 32 32
ROPs 8 8
SLI/CrossFire -

Insgesamt ist die ASUS Radeon RX 550 im OC-Modus zumindest auf dem Papier das zweitschnellste Modell unserer drei Testkandidaten. Da der Takt des Videospeichers unangetastet bleibt, fällt die Speicherbandbreite nicht höher aus und verharrt bei rund 112 GB/s. Eine Erhöhung des Speichertakts hat allerdings kein Hersteller vorgesehen.

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In der Praxis werden die von ASUS spezifizierten 1.203 MHz im OC-Modus problemlos erreicht. In all unseren Benchmarks arbeiten die 512 Shadereinheiten durchgehend mit dieser Geschwindigkeit. Der Kühler schafft es, die Polaris-12-GPU auf etwa 57 bis 56 °C herunterzukühlen.

Spiel Temperatur Takt
The Witcher 3: Wild Hunt 56 °C 1.203 MHz
Rise of the Tomb Raider 56 °C 1.203 MHz
Hitman 56 °C 1.203 MHz
Far Cry Primal 56 °C 1.203 MHz
DiRT Rally 55 °C 1.203 MHz
Anno 2205 56 °C 1.203 MHz
The Division 57 °C 1.203 MHz
Fallout 4 56 °C 1.203 MHz
DOOM 56 °C 1.203 MHz

Bevor wir uns die ASUS Radeon RX 550 etwas genauer anschauen, werfen wir noch einmal einen Blick auf die wichtigsten technischen Daten zum Kühler, PCB und den weiteren Ausstattungsmerkmalen.

ASUS Radeon RX 550
Länge des PCBs 184 mm
Länge mit Kühler 184 mm
Slothöhe 2,0 Slots
zusätzliche Stromanschlüsse -
Lüfterdurchmesser 1x 70 mm
Display-Anschlüsse

1x HDMI 2.0b
1x Displayport 1.3/1.4
1x Dual-Link-DVI

Lüfter aus im Idle nein

Mit einer Gesamtlänge von gerade einmal 184 mm zählt die ASUS Radeon RX 550 zu den kompakteren Grafikkarten, sortiert sich in unserem heutigen Roundup aber nur im Mittelfeld und damit zwischen dem Modell von Sapphire und PowerColor ein. Auch wenn der Kühler deutlich kompakter ausfällt, als es das Dual-Slot-Design eigentlich vorsieht, müssen zwei Slots in der Höhe eingeplant werden. Gekühlt wird die ASUS Radeon RX 550 von einem schlichten Aluminiumkühler, der mit einem 70-mm-Axiallüfter ausgerüstet ist. Eine aufwendige Heatpipe-Konstruktion gibt es nicht, was bei einer TDP von etwa 50 W aber auch nicht wirklich notwendig ist. Im Gegensatz zu den meisten aktuellen 3D-Beschleunigern hat ASUS auf eine Lüftersteuerung verzichtet, womit der Rotor kontinuierlich mit etwa 2.000 RPM arbeitet und im Leerlauf nicht abgestellt wird. 

In unserem Preisvergleich wird die ASUS Radeon RX 550 mit 4 GB GDDR5-Videospeicher derzeit zu einem Preis ab etwa 115 Euro geführt, was sie klar zu den teuersten Vertretern innerhalb der Polaris-12-Familie macht. Die Variante mit 2 GB an Videospeicher ist mit einem Preis von rund 100 Euro etwas preisgünstiger.


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Die ASUS Radeon RX 550 kommt im typischen rot-schwarzem ASUS-Design daher. Dass es sich dabei aber um eine gehobene Einsteiger-Grafikkarte handelt, ist aufgrund des schlanken Kühlsystems und der vergleichsweise geringen Abmessungen schnell ersichtlich.

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Gekühlt wird der kleine 3D-Beschleuniger von einem simplen Aluminiumkühler mit Plastik-Abdeckung sowie von einem einzigen Axiallüfter mit einem Durchmesser von 70 mm. 

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Auch wenn die Platine theoretisch eine entsprechende Aussparung für einen 6-Pin-PCI-Express-Stromstecker vorsieht, kommt die ASUS Radeon RX 550 ohne zusätzlichen Stromanschluss aus. Die 75 W, die über das PCI-Express-Interface bereitgestellt werden, sind bei einer spezifizierten TDP von knapp über 50 W mehr als ausreichend.

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Mit dem PCB verbunden wird lediglich der Lüfter. Obwohl eine 4-Pin-Buchse vorhanden ist, nutzt dieser lediglich zwei Pins und verzichtet damit auf eine Lüftersteuerung. Damit stellt das 70-mm-Modell im Leerlauf seinen Betrieb nicht ein und arbeitet stets mit der gleichen Geschwindigkeit.

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Die Slotblende ist zweistöckig und stellt mit Dual-Link-DVI, HDMI und DisplayPort die üblichen Anschlüsse bereit. Dank GCN 4.0 jetzt auch nach Version 2.0 bzw. 1.4.

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Auf der Rückseite der 184 mm langen Platine gibt es keinerlei Besonderheiten. Die GDDR5-Chips mit ihrer Kapazität von 4 GB verbaut ASUS komplett auf der Vorderseite.


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Keine großen Überraschungen finden sich auch auf der Vorderseite des PCBs der ASUS Radeon RX 550 – kein Wunder, bei einer Grafikkarte, die für gerade einmal 115 Euro ihren Besitzer wechselt. Insgesamt macht das PCB einen sehr aufgeräumten und übersichtlichen Eindruck.

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Hat AMD den Grafikprozessor bei der Vorgänger-Generation gerne noch um 45 °C gedreht, ist dies beim bislang kleinsten Polaris-Ableger nicht mehr der Fall. Was geblieben ist, ist die vergleichsweise dicke Auftragung der Wärmeleitpaste. Hier ist weniger manchmal mehr.

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Etwas überdimensioniert erscheinen außerdem die vier Phasen für den Grafikprozessor. ASUS setzt hier gewohnt auf seine hochwertigen Bauteile der Super-Alloy-Power-Reihe. 

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Die vier Speicherchips sind direkt um den Grafikchip angebracht und werden von Micron zugeliefert. Jeder der Chips stellt 1.024 MB an Speicher zur Verfügung.

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Bei einer TDP von nur knapp 50 W bedarf es nicht gerade einer dicken Kühlung. Die ASUS Radeon RX 550 setzt hier auf einen simplen Aluminiumkühler, der mit einem 70-mm-Lüfter ausgerüstet ist. Dicke Kupfer-Heatpipes sind nicht notwendig.

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Der Lieferumfang fällt wie für die Preisklasse üblich, sehr spartanisch aus. Seiner Radeon RX 550 gibt ASUS lediglich eine Treiber-CD samt Schnellstart-Anleitung mit auf den Weg.


Die PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon ist der zweite Ableger unseres Roundups. Er ist zwar das größte Modell von allen, muss sich im Hinblick auf die Taktraten aber fast an die Vorgaben der US-amerikanischen Grafikschmiede halten und obendrein mit der Hälfte an Videospeicher als die beiden anderen Testkandidaten auskommen. PowerColor versorgte uns als einziger Hersteller mit der 2-GB-Variante. Dass sich dies teilweise negativ auf die Performance auswirken kann, werden wir später noch feststellen.

powercolor rx550 gpuz
GPU-Z-Screenshot zur PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon

Während AMD für seine Radeon RX 550 einen Takt von 1.183 MHz vorsieht, bringt es die Red Dragon von PowerColor auf 1.190 MHz und ist damit nicht ganz so stark übertaktet wie das Modell von ASUS oder Sapphire aus diesem Vergleichstest – sofern man bei einem Taktsprung um 7 MHz überhaupt von einer Übertaktung sprechen darf. Keine Veränderung gibt es auch hier bei der Geschwindigkeit des Videospeichers.

Die PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon in der Übersicht
Modell AMD Radeon RX 550 PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon
Straßenpreis ab etwa 86 Euro ab etwa 97 Euro
Homepage www.amd.com www.powercolor.com
Technische Daten
GPU Polaris 12 Polaris 12
Fertigung 14 nm 14 nm 
Transistoren 2,2 Milliarden 2,2 Milliarden 
GPU-Takt (Base Clock) 1.183 MHz 1.190 MHz 
GPU-Takt (Boost Clock) -
Speichertakt 1.750 MHz 1.750 MHz 
Speichertyp GDDR5 GDDR5 
Speichergröße 2 / 4 GB 2 GB 
Speicherinterface 128 Bit 128 Bit 
Speicherbandbreite 112,0 GB/s 112,0 GB/s 
DirectX-Version 12 12 
Shadereinheiten 512 512 
Textureinheiten 32 32 
ROPs 8
SLI/CrossFire -

Die PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon ist damit zumindest auf dem Papier das langsamste Modell aller drei Testkandidaten und muss obendrein mit einem halb so großen Videospeicher auskommen, der immerhin dank des gleichen Takts von 1.750 MHz keine weiteren Leistungseinbußen hinnehmen muss und wie gewohnt eine Bandbreite von 112 GB/s erreicht.

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In der Praxis wird der von PowerColor versprochene Takt ohne Probleme und in jedem unserer Benchmarks erreicht. Die PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon erreicht stets 1.190 MHz. Stabil zeigt sie sich außerdem bei den Temperaturen, die im Spielebetrieb bei fast durchgängig 64 °C liegen. Einzige Ausnahme ist Hitman, wo sich der Polaris-Chip um etwa 2 °K mehr aufheizt.

Spiel Temperatur Takt
The Witcher 3: Wild Hunt 64 °C 1.190 MHz
Rise of the Tomb Raider 64 °C 1.190 MHz
Hitman 66 °C 1.190 MHz
Far Cry Primal 64 °C 1.190 MHz
DiRT Rally 64 °C 1.190 MHz
Anno 2205 64 °C 1.190 MHz
The Division 64 °C 1.190 MHz
Fallout 4 64 °C 1.190 MHz
DOOM 64 °C 1.190 MHz

Bevor wir uns die PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon etwas genauer anschauen, werfen wir noch einmal einen Blick auf die wichtigsten technischen Daten zum Kühler, PCB und den weiteren Ausstattungsmerkmalen.

PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon
Länge des PCBs 210 mm
Länge mit Kühler 210 mm
Slothöhe 2,0 Slots
zusätzliche Stromanschlüsse -
Lüfterdurchmesser 1x 85 mm
Display-Anschlüsse

1x HDMI 2.0b
1x Displayport 1.3/1.4
1x Dual-Link-DVI

Lüfter aus im Idle ja (ab 59 °C)

Mit einer Gesamtlänge von 210 mm fällt die PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon noch einmal ein Stück länger aus als das ASUS-Modell und überflügelt damit die Sapphire-Karte mit ihren etwa 160 mm um rund 5 cm. Etwas wuchtiger fällt außerdem ihr Kühlsystem aus. Doch der Schein trügt: Auch PowerColor setzt auf einen simplen Aluminiumkühler, welcher nur den Grafikchip selbst und die vier Speicherchips abdeckt. Wuchtig aussehen lässt das Kühlsystem die großzügig dimensionierte Plastikabdeckung. 

In unserem Preisvergleich wird die PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon derzeit für etwa 97 Euro geführt, was sie zum günstigsten Ableger unseres heutigen Reviews macht. Das ist im Hinblick auf den Speicherausbau aber auch nicht weiter verwunderlich. Eine 4-GB-Version wird in unserem Preisportal derzeit nicht geführt.


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Von den Abmessungen her ist die PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon der größte Vertreter unseres Vergleichstests. Ein dickes Kühlsystem kommt jedoch auch hier nicht zum Einsatz. Im Gegenteil: Die Plastikabdeckung des Kühlers ist aus sehr weichem Kunststoff und hinterlässt einen minderwertigen Eindruck. 

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Gekühlt werden Grafikprozessor und Videospeicher von einem einfachen Kühlblock aus Aluminium. Kupfer als besseres Leitmaterial gibt es nicht. Dafür fällt der Lüfter mit einem Durchmesser von 85 mm größer aus als noch bei ASUS.

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Eine ungenutzte Aussparung für einen zusätzlichen Stromstecker gibt es bei PowerColor ebenfalls. Vermutlich hält AMD den Vollausbau von Polaris 12 mit 640 Streamprozessoren in der Hinterhand. Ein entsprechendes OEM-Modell geisterte jedenfalls schon eine zeitlang durchs Netz.

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Anders als bei ASUS kann der Lüfter der PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon gesteuert werden. Im Leerlauf schaltet er sich bis zum Erreichen einer Chip-Temperatur von etwa 59 °C komplett ab und kühlt die Karte damit semi-passiv und völlig lautlos. Dank Lüftersteuerung arbeitet er zudem nicht mit einer konstant hohen Drehzahl.

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Wie die ASUS Radeon RX 550 verfügt auch das Modell von PowerColor über ein zweistöckiges I/O-Panel mit den üblichen drei Videoausgängen in Form von HDMI, DisplayPort und DVI.

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Einen sehr aufgeräumten und schlichten Eindruck hinterlässt die Platine auf der Rückseite. Da ein sehr einfaches Kühlsystem zum Einsatz kommt, kann auf eine Backplate verzichtet werden.


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Befreit man die PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon von ihrem Kühlsystem, kommt die Einfachheit des Kühlsystems am besten zum Vorschein. Die große Plastikabdeckung des Kühlers täuscht.

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PowerColor verwendet für seinen RX-550-Ableger ein vergleichsweise langes PCB, welches aber auch hier einen aufgeräumten Eindruck hinterlässt.

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Zur Verfügung stehen dem Grafikprozessor drei Phasen, während die GDDR5-Speicherchips über eine eigene versorgt werden.

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Während ASUS und Sapphire auf Speicherchips von Micron setzen, sind auf unserem Testmuster von PowerColor Chips von SK Hynix verbaut. Diese arbeiten weiterhin mit Taktraten von 1.750 MHz, fallen mit jeweils 512 MB aber nur halb so groß aus.

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Direkt auf dem Grafikprozessor liegt ein dicker Aluminiumblock auf, von wo aus die Abwärme von etwa 50 W direkt an den 85-mm-Lüfter abgegeben wird. Hier weicht das PowerColor-Modell nicht von Sapphire und ASUS ab.

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Wirklich großzügig beim Lieferumfang zeigt sich auch PowerColor nicht. Wie die beiden anderen Hersteller liefert man lediglich einen Quickstart-Guide und eine Treiber-CD mit. Bei einer Grafikkarte, die für etwa 97 Euro ihren Besitzer wechselt, ist das aber nicht anders zu erwarten.


Dritter und letzter Testkandidat ist die Sapphire Radeon RX 550 Pulse. Von den Abmessungen her ist sie das kompakteste Modell von allen, trotzdem aber das mit den höchsten Taktraten. Während PowerColor seine Variante mit 1.190 MHz befeuert und ASUS sein Modell mit 1.203 MHz arbeiten lässt, hat sich Sapphire für einen Chiptakt von 1.206 MHz entschieden und lässt diesen somit 23 MHz über den AMD-Vorgaben arbeiten. Beim Speichertakt ändert sich nichts, für unsere Tests zur Verfügung stand die 4-GB-Variante.

sapphire rx550 gpuz
GPU-Z-Screenshot zur Sapphire Radeon RX 550 Pulse

Damit steigt die Pixel- und Texturfüllrate auf 19,3 GPixel/s bzw. 38,6 GTexel/s leicht an. Die Speicherbandbreite liegt mit rund 112,0 GB/s auf dem Niveau wie von AMD gewünscht. 

Die Sapphire Radeon RX 550 Pulse in der Übersicht
Modell AMD Radeon RX 550 Sapphire Radeon RX 550 Pulse
Straßenpreis ab etwa 86 Euro ab etwa 101 Euro
Homepage www.amd.com www.sapphiretech.com
Technische Daten
GPU Polaris 12 Polaris 12
Fertigung 14 nm 14 nm 
Transistoren 2,2 Milliarden 2,2 Milliarden 
GPU-Takt (Base Clock) 1.183 MHz 1.206 MHz 
GPU-Takt (Boost Clock) -
Speichertakt 1.750 MHz 1.750 MHz 
Speichertyp GDDR5 GDDR5 
Speichergröße 2 / 4 GB 4 GB 
Speicherinterface 128 Bit 128 Bit 
Speicherbandbreite 112,0 GB/s 112,0 GB/s 
DirectX-Version 12 12 
Shadereinheiten 512 512 
Textureinheiten 32 32 
ROPs 8
SLI/CrossFire -

Ansonsten bleibt alles beim Alten: Zur Verfügung stehen 512 Streamprozessoren, 32 Textureinheiten und acht ROPs sowie ein 128 Bit breites Speicherinterface. 

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Anders als bei NVIDIA, wo der Takt bei den aktuellen Pascal-Modellen im Boost gerne stark variieren kann, ist Polaris deutlich taktstabiler. Die Sapphire Radeon RX 550 Pulse erreicht ihre gewünschten 1.206 MHz in all in unseren Benchmarks, wird dabei jedoch vergleichsweise warm. Je nach Titel erreicht der Polaris-12-Chip 68 bis 69 °C. Bedenklich sind diese Werte aber noch lange nicht.

Spiel Temperatur Takt
The Witcher 3: Wild Hunt 69 °C 1.206 MHz
Rise of the Tomb Raider 69 °C 1.206 MHz
Hitman 69 °C 1.206 MHz
Far Cry Primal 68 °C 1.206 MHz
DiRT Rally 68 °C 1.206 MHz
Anno 2205 69 °C 1.206 MHz
The Division 69 °C 1.206 MHz
Fallout 4 68 °C 1.206 MHz
DOOM 69 °C 1.206 MHz

Bevor wir uns die Sapphire Radeon RX 550 Pulse etwas genauer anschauen, werfen wir noch einmal einen Blick auf die wichtigsten technischen Daten zum Kühler, PCB und den weiteren Ausstattungsmerkmalen.

Sapphire Radeon RX 550 Pulse
Länge des PCBs 160 mm
Länge mit Kühler 160 mm
Slothöhe 1,5 Slots
zusätzliche Stromanschlüsse -
Lüfterdurchmesser 1x 85 mm
Display-Anschlüsse

1x HDMI 2.0b
1x Displayport 1.3/1.4
1x Dual-Link-DVI

Lüfter aus im Idle ja (ab 61 °C)

Mit einer Gesamtlänge von gerade einmal rund 160 mm ist die Sapphire Radeon RX 550 Pulse der kürzeste aller drei Testkandidaten und liegt damit sogar etwas unterhalb des Niveaus einer kompakten ITX-Grafikkarte wie beispielsweise die MSI GeForce GTX 1070 Aero ITX oder die ZOTAC GeFoce GTX 1080 Mini. Das Kühlsystem ist obendrein nur etwa 1,5 Slots hoch, das I/O-Panel gar nur einstöckig und das obwohl im Vergleich zu den anderen Hersteller-Karten keinerlei Abstriche bei den Anschlüssen gemacht werden müssen. Der Lüfter selbst ist steuerbar und stellt seinen Betrieb im Leerlauf komplett ein, womit die Karte völlig lautlos auf Temperatur gehalten wird. 

In unserem Preisvergleich wechselt die Sapphire Radeon RX 550 Pulse derzeit für etwa 101 Euro ihren Besitzer. Damit ist sie ein gutes Stück günstiger als das Modell von ASUS, aber auch ein paar Euro teurer als die PowerColor-Karte. Dafür verfügt sie mit 4 GB über die doppelte Speichermenge. Die Version mit 2 GB Speicher kostet nur etwa 86 Euro, was die Pulse-Grafikkarten mit Polaris-12-Chip zu den günstigsten überhaupt macht. 


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Ähnlich wie Gigabyte hat sich auch Sapphire von seinem sonst aggressiven und farbenfrohen Design verabschiedet. Statt knalliger Farben gibt es bei der Radeon RX 550 Pulse nur noch schlichtes Schwarz mit dezenten Design-Noten in Form des namensgebenden Kardiogramms und roten Streifen auf der Plastik-Abdeckung.

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Wie ASUS und PowerColor fällt das Kühlsystem sehr einfach aus. Gekühlt wird der Polaris-Chip lediglich von einem Aluminiumkühler, welcher direkt auf dem Grafikchip aufliegt, und einem 85-mm-Lüfter direkt darüber. Andere Materialien oder Komponenten zur Unterstützung der Kühlung gibt es nicht.

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Genau wie die Aussparung für eine mögliche, zusätzliche Stromversorgung, wie sie bei den Modellen von ASUS und PowerColor noch zu finden ist. 

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Mit Strom versorgt wird die Sapphire Radeon RX 550 Pulse ebenfalls ausschließlich über das PCI-Express-Interface, welches theoretisch dazu in der Lage ist, bis zu 75 W zu übertragen. Bei einer Leistungsaufnahme von nur etwa 50 W ist also noch genügend Luft nach oben.

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Die Slot-Blende ist im schlanken Single-Slot-Design gehalten, stellt mit DisplayPort, HDMI und DVI aber die gängigsten Anschlüsse bereit.

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Aufgrund der kürzeren PCB-Abmessungen rücken die Bauteile näher zusammen, so viel Platz wie bei den anderen Modellen gibt es nicht.


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Das Layout der Sapphire Radeon RX 550 Pulse erinnert an das von PowerColor. 

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Die vier Speicherchips mit ihrer Gesamtkapazität von 4 GB sind rings um den Grafikchip verteilt, die Spannungsversorgung ist an vorderste Stelle gerückt, die Speicherchips werden hingegen von Micron zugeliefert.

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Für die Spannungsversorgung des Grafikchips zeichnen sich drei Phasen verantwortlich – für den Videospeicher gibt es eine eigene.

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Aluminiumkühler mit ein paar Finnen, 85-mm-Lüfter und Kunststoff-Abdeckung – so einfach lässt sich das Kühlsystem der Sapphire Radeon RX 550 Pulse beschreiben.

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Gleiches gilt für den Lieferumfang, welcher mit QuickStart-Guide und Treiber-CD nicht von der Konkurrenz abweicht. 


Die Software in Form der Spiele und Benchmarks haben wir umgestellt, die Hardware ist aber weitestgehend identisch geblieben. Um möglichst praxisnah zu testen, befindet sich das Testsystem in einem geschlossenen Gehäuse. Zudem befindet sich zwar das Windows 10 auf der SSD, die Spiele mussten wir aber auf eine Festplatte auslagern. Den Tests tut dies aber keinen Abbruch.

Hardwareluxx-Testsystem für die Grafikkarten aus dem September 2015
Hardwareluxx-Testsystem für die Grafikkarten aus dem September 2015
Das Testsystem
Prozessor Intel Core i7-3960X 3,3 @ 3,9 GHz
Kühlung Corsair H110i GT All-in-One-Wasserkühlung
Mainboard ASUS P9X97 Deluxe
Arbeitsspeicher G.Skill
SSD OCZ Arc 100 240 GB
Netzteil Seasonic Platinum Series 1.000 W
Betriebssystem Windows 10 64 Bit
Gehäuse Fractal Design Define R5

Folgende Treiber kamen für die Tests zum Einsatz:

Folgende Spiele und Benchmarks haben wir verwendet:


Die Messungen beginnen wir wie immer mit der Lautstärke, schauen uns dann aber auch die Leistungsaufnahme und GPU-Temperaturen an.

Lautstaerke

Idle

in dB(A)
Weniger ist besser

Im Leerlauf schaltet sich das Kühlsystem einer jeden modernen Boardpartner-Karte ab, womit die 3D-Beschleuniger völlig lautlos auf Temperatur gehalten wird. Das gilt zwar auch für die PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon und die Sapphire Radeon RX 550 Pulse, nicht jedoch für die ASUS Radeon RX 550. Ihr 70-mm-Lüfter arbeitet stets mit einer Drehzahl von etwa 2.000 RPM und erreicht damit eine Geräuschkulisse im Office-Betrieb von bis zu 43,1 dB(A), was sie in dieser Disziplin zum lautesten Testmodell des Testfeldes macht. Dass nicht jede Karte ihren Lüfter im Leerlauf abstellt, sieht man auch bei ZOTAC – die GeForce GTX 1050 Ti tut dies ebenfalls nicht. 

Lautstaerke

Last

in dB(A)
Weniger ist besser

Dafür legt die ASUS Radeon RX 550 im 3D-Betrieb nur unwesentlich zu, ist mit 43,3 dB(A) aber noch immer der lauteste Vertreter unter den Raden-RX-550-Grafikkarten. Das Modell von PowerColor ist mit 37,9 dB(A) ein gutes Stück leiser, die Sapphire Radeon RX 550 Pulse erreicht sogar nur 36,3 dB(A), was lediglich von der GeForce GTX 750 unterboten wird. Silent-Fans sollten hier also klar zum Sapphire-Modell greifen.

Temperatur

Idle

in Grad C
Weniger ist besser

Dadurch, dass der Lüfter der ASUS Radeon RX 550 kontinuierlich arbeitet, fallen die Temperaturen im Leerlauf sehr niedrig aus. Im Windows-Betrieb haben wir hier gerade einmal 33 °C gemessen, während die Modelle von PowerColor und Sapphire 44 bzw. 37 °C erreichen.

Temperatur

Last

in Grad C
Weniger ist besser

Ähnliches Bild zeigt sich unter Last: Auch hier ist das lauteste Modell am kühlsten. Die ASUS Radeon RX 550 führt mit 56 °C klar das Feld an, gefolgt vom PowerColor-Ableger mit 64 °C und der Sapphire Radeon RX 550 Pulse mit bis zu 69 °C. Andere Grafikkarten wie beispielsweise die Radeon RX 460 oder die GeForce GTX 760 werden jedoch wärmer.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Idle

in W
Weniger ist besser

Im Office-Betrieb zählt die Radeon RX 550 klar zu den aktuell sparsamsten Modellen am Markt. Je nach Hersteller-Karte haben wir hier für das Gesamtsystem zwischen etwa 115 und 121 W gemessen.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Last

in W
Weniger ist besser

Gleiches gilt für den Spielebetrieb. Hier haben wir eine Leistungsaufnahme von etwa 190 bis knapp unter 200 W ermittelt, wobei sich das Sapphire-Modell am sparsamsten und der PowerColor-Ableger als der stromhungrigste Vertreter herausstellt. Besonders groß fallen die Unterschiede jedoch nicht aus. Damit zählt die Radeon RX 550 zu den sparsamsten Modellen am Markt, jedoch dicht gefolgt von der NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti auf Pascal-Basis. Die Non-Ti-Version ist sogar noch etwas sparsamer.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Idle - 2 Monitore

in W
Weniger ist besser

Im Leerlauf mit zwei Monitoren steigt der Energiehunger bei allen drei Testkarten deutlich nach oben. Der Grund: Während sich der Speichertakt mit nur einem Monitor auf eine Geschwindigkeit von 300 MHz heruntertaktet, tut er dies im Dual-Monitor-Betrieb leider nicht mehr. Dann verrichtet er stets mit dem Maximaltakt von 1.750 MHz seine Dienste und ist damit für die höhere Leistungsaufnahme verantwortlich. Das PowerColor-Modell erhöht mit zwei Monitoren sogar auch seinen Chiptakt von eigentlich 300 auf dann 515 MHz.


Futuremark 3DMark

Der 3DMark von Futuremark gehört zu den beliebtesten synthetischen Benchmarks und bietet damit eine breite Basis für den Vergleich unterschiedlicher Systeme oder einzelner Komponenten. Dabei bieten die unterschiedlichen Presets die Möglichkeit das System auf unterschiedliche Herausforderungen zu testen - bis hin zu UltraHD/4K-Auflösungen. Ursprünglich als reiner DirectX-11-Benchmark entwickelt bietet der 3DMark inzwischen auch die Möglichkeit sich eine Leistungs-Domäne von DirektX 12 genauer anzuschauen, die sogenannten Draw Calls.

Futuremark 3DMark

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Fire Strike Extreme

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Fire Strike Ultra

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser


Luxmark 3.0

Der Luxmark 3.0 ist ein Render-Benchmarks, der auf die OpenCL-Schnittstelle zurückgreift und damit eine breite Hardware-Basis adressiert. Der Luxmark wurde als Programm zur Leistungsbestimmung für den LuxRender entwickelt. Die LuxRender-2.x-API wird verwendet um eine Szene zu berechnen. Die Ausgabe erfolgt in Samples pro Sekunde.

Luxmark 3.0

Sala

Punkte
Mehr ist besser


GPUPI 2.2

Mit Hilfe von GPUPI wird Pi auf Basis unterschiedlicher Schnittstellen berechnet. Möglich ist die Berechnung auf Prozessoren sowie Grafikkarten und Programme wie SuperPi und ähnliche dienen schon lange als Möglichkeit die Rechenleistung von Hardware zu bestimmen. GPUPI verwendet, wie der Name schon sagt, die GPU der Grafikkarte zu Berechnung. Wir verwenden dazu die OpenCL-API und lassen Pi auf 500 Millionen oder 1 Milliarde Stellen berechnen. GPUPI beschreibt besonders gut die 64 Bit Integer Performance der Hardware.

GPUPI 2.0

500M

Sekunden
Weniger ist besser

GPUPI 2.0

1000M

Sekunden
Weniger ist besser


The Witcher 3: Wild Hunt

The Witcher 3: Wild Hunt ist ein Rollenspiel und basiert auf der Hintergrundgeschichte und Spielwelt der Buchvorlage von Andrzej Sapkowski. Als Geralt von Riva gilt es sich durch eine mittelalterliche Fantasiewelt zu schlagen und sich dabei zahlreichen Aufgaben zu stellen. Als Spieleengine kommt die von CD Project Red eigens entwickelte Red Engine in der Version 3 zum Einsatz. Für ein Open-World-Rollenspiel setzt sie neue Maßstäbe bei der grafischen Darstellung.

The Witcher 3

1.920 x 1.080

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Rise of the Tomb Raider

Rise of the Tomb Raider

1.920 x 1.080 1xFXAA 16xAF

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Rise of the Tomb Raider

1.920 x 1.080 2xSSAA 16xAF

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Hitman

Hitman

1.920 x 1.080 SMAA 16xAF

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Far Cry: Primal

Far Cry Primal

1.920 x 1.080 4xMSAA 16xAF

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


DiRt Rally

Mit Dirt Rally legte Codemasters den Fokus im Gegensatz zu seinen Vorgängern wieder mehr auf Simulation. Im Spiel enthalten sind 17 Autos, u. a. Audi S1 quattro, Lancia Delta und Ford Fiesta RS WRC, sowie 36 Etappen in drei Gebieten: Wales, Griechenland und Monte Carlo. Im Laufe des Jahres sollen weitere Inhalte in Form von Updates über Steam in das Spiel gebracht werden, dazu gehören Pikes Peak, Rally Deutschland sowie Inhalte der FIA Rallycross Championship.

DiRt Rally

1.920 x 1.080 1xAA 1xAF

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

DiRt Rally

1.920 x 1.080 4xMSAA 16xAF

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Anno 2205

Anno 2205

1.920 x 1.080 1xAA 1xAF

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Anno 2205

1.920 x 1.080 4xAA 16xAF

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


The Division

Tom Clancys The Division

1.920 x 1.080

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Fallout 4

Fallout 4

1.920 x 1.080 TAA 16xFA

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


The Talos Principle

The Talos Principle

1.920 x 1.080 1xAA 1xAF

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Talos Principle

1.920 x 1.080 4xMSAA 16xAF

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


DOOM

Doom

1.920 x 1.080 8xTXA 16xAF

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Alle drei Modelle werden zwar schon ab Werk mit einem leichten Taktplus beim Grafikprozessor ausgeliefert, wirklich hoch fällt die Übertaktung mit bis zu 23 MHz jedoch bei keinem Modell aus. An eine Erhöhung des Speichertakts hat sich sogar kein einziger Hersteller herangetraut. Wir haben daher selbst Hand angelegt und versucht all unsere Testkarten an ihre Leistungsgrenzen zu zwingen. Hierfür beließen wir die Spannungen auf den Standardeinstellungen und drehten im AMDs hauseigenem Wattman-Tool an den Taktreglern für Chip und Speicher.

Kurios: Beim PowerColor-Modell konnten wir die Taktraten lediglich auf 1.300 bzw. 1.900 MHz erhöhen, während sich bei den beiden anderen Modellen von Sapphire und ASUS auch höhere Werte einstellen ließen. Vermutlich ist mit anderen Tools – zum Testzeitpunkt war keines kompatibel – noch mehr aus der PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon herauszuholen. Am taktfreudigsten zeigte sich das Modell, welches schon ab Werk das schnellste ist. Bei der Sapphire Radeon RX 550 Pulse konnten wir mit 1.419 bzw. 1.960 MHz jeweils die höchsten Frequenzen erreichen. Beim Modell von ASUS war hingegen schon bei 1.399 bzw. 1.910 MHz Schluss.

Insgesamt aber lässt sich Polaris 12 bzw. die Radeon RX 550 sehr gut übertakten. Eine Taktsteigerung von etwa 10 bis fast 18 % ist machbar.

Folgende Taktraten haben wir bei unseren Testmustern erreicht:

Overclocking der drei Radeon-RX-550-Modelle
Modell Boost-Takt OC-Takt Takterhöhung
ASUS Radeon RX 550 1.203 MHz 1.399 MHz 16,3 +  %
PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon 1.190 MHz 1.300 MHz 9,2 +  %
Sapphire Radeon RX 550 Pulse 1.206 MHz 1.419 MHz 17,7 + %

In den Benchmarks sowie den dazugehörigen Messwerten wirkte sich dies wie folgt aus:

Overclocking - Futuremark 3DMark

Fire Strike Extreme

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Overclocking – Doom

2.560 x 1.440 8xTXA 16xAF

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Overclocking – Fallout 4

1.920 x 1.080

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Overclocking – The Witcher 3

1.920 x 1.080

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Overclocking – Rise of The Tomb RaiderTomb Raider

2.560 x 1.440 2xSSAA 16xAF

Bilder pro Sekunde
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Overclocking - Temperatur

Last

in Grad Celsius
Weniger ist besser

Overclocking – Lautstärke

Last

dB(A)
Weniger ist besser

Overclocking - Leistungsaufnahme

Last

in Watt
Weniger ist besser


Den durchschlagenden Erfolg feiert die Radeon-500-Serie auch mit der AMD Radeon RX 550 nicht. Sie erledigt ihre Aufgaben als Einsteiger-Grafikkarte zwar gut, muss sich leistungsmäßig aber auch so manch anderem, älteren Konkurrenzmodell geschlagen gegeben. Während die 512 Shadereinheiten und der 4 GB große GDDR5-Videospeicher meist noch ausreichend schnell sind, um eine NVIDIA GeForce GTX 750 der ersten Maxwell-Generation zu schlagen, hat es der kleinste Polaris-Ableger gegen das Ti-Modell schon deutlich schwerer. Einzig in The Wichter 3 wird sogar eine GeForce GTX 760 überholt. Gegen eine NVIDIA GeForce GTX 1050 als bislang kleinsten Pascal-Ableger aber hat die Radeon RX 550 keine Chance. Sie hat in allen Benchmarks klar die Nase vorn und ist insgesamt die bessere Grafikkarte für Full HD, denn in vielen Spielen geht dem Polaris-12-Ableger schnell die Puste aus. In nahezu jedem Benchmark-Titel sollten bereits die Qualitätseinstellungen reduziert werden, um spielbare Werte zu erreichen. Die Leistung aller drei Testkarten von PowerColor, ASUS und Sapphire liegt sehr nah beieinander – wirklich groß sind die Unterschiede zwischen den drei Probanden ohnehin nicht. Die Radeon RX 550 kann aus preislicher Sicht aber auch nicht gegen eine GeForce GTX 1050 gestellt werden, eine GeForce GTX 1030 steht hierfür vermutlich in den Startlöchern.

Dafür zählt die Radeon RX 550 mitunter zu den sparsamsten 3D-Beschleunigern am Markt, liefert sich aber abermals ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der GeForce GTX 1050. Bei der Lautstärke gibt es aufgrund der unterschiedlichen Kühlung zwischen der ASUS Radeon RX 550, der PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon und der Sapphire Radeon RX 550 Pulse ganz unterschiedliche Werte. Während die Modelle von Sapphire und PowerColor im Office-Betrieb ihre Lüfter abstellen und ihren Grafikchip damit völlig lautlos auf Temperatur halten, arbeitet der Lüfter der ASUS-Variante stets mit der gleichen Drehzahl und sorgt damit schon im Windows-Betrieb für einen gewissen Geräuschpegel. Leider führt die ASUS Radeon RX 550 das Testfeld aber auch im Spielebetrieb an und ist das lauteste Modell von allen drei Probanden. Die PowerColor Radeon RX 550 Red Dragon liegt genau dazwischen, die Pulse von Sapphire ist mit gerade einmal 36,3 dB(A) der leiseste Vertreter und dabei klar auch für Silent-Fans zu empfehlen.

Ob die aber wirklich zur Radeon RX 550 greifen werden, bleibt abzuwarten. Sollte NVIDIA tatsächlich mit der GeForce GTX 1030 ein passendes Gegenstück mit weiter beschnittenem Pascal-Chip vorstellen, werden die Karten neu gemischt und schaut man sich die Ergebnisse im Vergleich zur (viel teureren) GeForce GTX 1050 an, dürfte man das Ergebnis schon jetzt erahnen. Wer trotzdem zuschlagen möchte, sollte zum Sapphire-Modell greifen. Sie ist mit einem Preis von rund 101 Euro zwar etwas teurer als das Modell von PowerColor, bietet dafür aber auch etwas mehr Leistung, die doppelte Speichermenge und besitzt das beste Kühlsystem von allen drei Testkarten. Aufgrund des teilweise starken Performance-Einbruchs bei der 2-GB-Variante sollte man auf jeden Fall zur größeren 4-GB-Variante greifen.

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Die AMD Radeon RX 550 macht ihre Arbeit gut, ist verglichen mit der Konkurrenz aber nicht sonderlich günstig. Anwärter einer Einsteiger-Karte sollten unbedingt auf die Reaktion von NVIDIA abwarten.

Positive Aspekte der Radeon RX 550:

Negative Aspekte der Radeon RX 550:

 

Persönliche Meinung

Schade! Die Neuauflage der Polaris-Generation, aber auch die Radeon RX 550 als einzige echte Neuheit der Radeon-500-Familie kann nicht mit der Euphorie der guten RYZEN-Prozessoren mithalten. Zu gering sind die Unterschiede zur Vorgänger-Generation, zu groß die Leistungsunterschiede zu Pascal. Das gilt auch für den bislang kleinsten Chip. Mit der GeForce GTX 1030 könnte die kleine Radeon noch mächtig Konkurrenz erhalten. Vega wo bleibst du? (Andreas Stegmüller)