AMD zeigt die Radeon R9 Fury – alle technischen Details

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amd radeon fury logoNach der Radeon R9 Fury X möchte und kann sich AMD noch lange nicht ausruhen Wer immer sich für eine Radeon R9 Fury X (Hardwareluxx-Artikel) entscheidet, ist damit auch festgelegt auf die von AMD gewählte AiO-Kühlung. Außer Acht lassen wir dabei die Umbauten auf eine Wasserkühlung von Drittherstellern. Mit der Radeon R9 Fury bietet AMD aber nicht nur die Möglichkeit preislich etwas weniger zu investieren, sondern auch auf die Fähigkeiten der Partner von AMD in Sachen Kühlung zu vertrauen. Es wird also kein Referenzdesign der Radeon R9 Fury geben, sondern die Hersteller können sich hier austoben, was natürlich auch Spielraum für eine gewisse Individualität lässt.

Ein Thema wollen wir auch ansprechen, bevor wir genauer auf die Radeon R9 Fury eingehen. AMD plante die Verfügbarkeit der Karte für den 14. Juli und so soll es auch sein: Die verschiedenen Modelle der Radeon R9 Fury sollen ab kommenden Dienstag, den 14. Juli im Handel erhältlich sein. Erst gestern informierte AMD die Presse dann, dass bereits am 10. Juli sämtliche Details zur Karte und auch Benchmarks veröffentlicht werden dürfen. Samples sollten von den Partner zur Verfügung gestellt werden. ASUS und Sapphire sollten die Presse demnach mit Samples versorgen. Auf Anfrage teilten beide mit, dass nur wenige Karten weltweit zu Verfügung stünden. Nur jeweils zwei Karten sind für Deutschland reserviert worden.

Dies ist auch der Grund, warum wir unsere Leser heute nicht pünktlich zum Start mit einem Review versorgen können. Unser Sample von ASUS wird erst im Laufe des Tages eintreffen und dann werden wir uns schnellstmöglich daran machen, diesen Artikel so auszubauen, dass am Ende wieder ein vollständiges Review entsteht.

An dieser Stelle wollen wir auch auf die Verfügbarkeit der bisherigen Fury-Serie hinweisen. Während es zunächst so aussah, also würde die erste Charge an Radeon R9 Fury X schnell ausverkauft sein, ist es bis heute aber immer wieder möglich ein solches Modell im Handel zu finden. Einschränkungen können wir trotz erster Vermutungen in dieser Hinsicht nicht ausmachen. Laut ASUS und Sapphire könnte dies bei der Radeon R9 Fury anders aussehen. Beide Hersteller sagten uns, dass ihr jeweiliges Modell gerade zu Begin nur in extrem niedrigen Stückzahlen verfügbar sein wird. Wie sich das am Ende wirklich darstellt, wird die kommende Woche zeigen.

Präsentation zur AMD Radeon R9 Fury
Präsentation zur AMD Radeon R9 Fury

AMD tut gut daran nach der Radeon R9 Fury X nachzulegen. Natürlich ist die Radeon R9 Fury keine große Überraschung, sondern wurde mit der Veröffentlichung der ersten Fury-Karte bereits angesprochen. Und es geht noch weiter, denn AMD plant für den Sommer noch die Veröffentlichung von zwei weiteren Fury-Modellen. Beide bedienen dabei zwei Extreme:

Die Radeon R9 Fury Nano soll eine extrem kompakte Karte mit "Fiji"-GPU und HBM werden. Bei dieser Karte will sich AMD auf eine möglichst hohe Leistungsdichte konzentriert haben. Im Hinblick auf die Leistung sicherlich am interessantesten ist die geplante Dual-GPU-Karte mit "Fiji"-GPUs, die aber noch keinen Produktnamen erhalten hat. Während die Radeon R9 Fury Nano noch im Sommer erscheinen soll, ist die Dual-"Fiji"-Karte sicherlich erst im Spätsommer oder Herbst zu erwarten.

Präsentation zur AMD Radeon R9 Fury
Präsentation zur AMD Radeon R9 Fury

AMD möchte die Radeon R9 Fury in vielerlei Hinsicht von der Radeon R9 Fury X abtrennen. Neber der reinen Leistung bezieht sich AMD dabei auch auf die Kühlung, die Möglichkeit unterschiedliche Designs für die Radeon R9 Fury zu entwickeln und die Größe der Karte - wobei letztgenanntes wohl kaum eine Rolle spielt, denn zur eigentlichen Größe der Radeon R9 Fury X muss auch immer die Wasserkühlung mit hinzugerechnet werden.

Es hat den Anschein, als könnten zunächst nur ASUS und Sapphire jeweils ein Modell der Radeon R9 Fury anbieten. Wir haben bisher auch nur von diesen beiden Herstellern eine bestätigte Meldung, dass die Karten ab dem 14. Juli im Handel sein werden. Ob MSI, Gigabyte, PowerColor und Co später ebenfalls noch ein Modell der Radeon R9 Fury anbieten werden, ist uns nicht bekannt bzw. die Hersteller wollten sich dazu nicht äußern.

Die technischen Daten der AMD Radeon R9 Fury im Überblick
Modell AMD Radeon R9 Fury AMD Radeon R9 Fury X NVIDIA GeForce GTX 980 NVIDIA GeForce GTX 980 Ti
Straßenpreis - ab 689 Euro ab 480 Eurob 480 Euro ab 675 Euro
Homepage www.amd.de www.amd.de www.nvidia.de www.nvidia.de
Technische Daten
GPU Fiji PRO Fiji XT GM200 (GM204-400-A1) GM200 (GM200-310-A1)
Fertigung 28 nm 28 nm 28 nm 28 nm
Transistoren 8,9 Milliarden 8,9 Milliarden 5,2 Milliarden 8 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) - - 1.126 MHz 1.000 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) 1.000 MHz 1.050 MHz 1.216 MHz 1.075 MHz
Speichertakt 500 MHz 500 MHz 1.750 MHz 1.750 MHz
Speichertyp HBM HBM GDDR5 GDDR5
Speichergröße 4 GB 4 GB 4 GB 6 GB
Speicherinterface 4.096 Bit 4.096 Bit 256 Bit 384 Bit
Speicherbandbreite 512,0 GB/s 512,0 GB/Sek. 224,0 GB/s 336,6 GB/s
DirectX-Version 12 12 12 12
Shadereinheiten 3.584 4.096 2.048 2.816
Textureinheiten 224 256 128 176
ROPs 64 64 64 96
Typische Boardpower 275 Watt 275 Watt 165 Watt 250 Watt
SLI/CrossFire CrossFire CrossFire SLI SLI

Für alles was mit der "Fiji"-Architektur zu tun hat, verweisen wir auf den Artikel zur Radeon R9 Fury X, in dem wir ausführlich auf das Thema Aufbau der GPU und enthaltene Komponenten eingegangen sind. Bei der auf der Radeon R9 Fury verwendeten Ausbaustufe von "Fiji" verwendet AMD nur 56 der 64 zur Verfügung stehenden Compute Units, sodass insgesamt 3.584 Shadereinheiten zum Einsatz kommen. Weiterhin vorhanden sind 224 Textureinheiten und 64 ROPs. AMD spricht von einem maximalen GPU-Takt von 1.000 MHz, wobei wir aktuell noch nicht die von ASUS und Sapphire verwendeten GPU-Taktraten kennen.

Auch auf der Radeon R9 Fury kommen 4 GB High Bandwidth Memory zum Einsatz, die mit 500 MHz arbeiten. Dank eines 4.096 Bit breiten Speicherinterfaces kommt damit auch der zweite Fury-Ableger auf eine Speicherbandbreite von bis zu 512 GB pro Sekunde. Weitere technische Hintergründe zum HBM haben wir in einem gesonderten Artikel zusammengetragen. Wie AMD die GPU mit dem HBM über den Interposer verbindet, haben wir ebenfalls bereits genauer erläutert.

275 Watt an typischer Boardpower sieht AMD für die Radeon R9 Fury vor und liegt damit auf gleichem Niveau wie die Radeon R9 Fury X. Natürlich ist es auch hier möglich zwei, drei oder gar vier dieser Karten in einem CrossFire-Systemen zusammenzufassen. Einen Preis nennt AMD zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht.

Präsentation zur AMD Radeon R9 Fury
Präsentation zur AMD Radeon R9 Fury

AMD liefert in einer Folie noch eine eigene Übersicht der technischen Daten der Radeon R9 Fury. Darin werden auch einige Durchsätze, Leistungsdaten und Pixelfüllraten erwähnt, die auf dem Papier zwar hübsch aussehen, aber schlussendlich muss auch die Radeon R9 Fury in den Benchmarks beweisen, was sie zu leisten im Stande ist.

Präsentation zur AMD Radeon R9 Fury
Präsentation zur AMD Radeon R9 Fury

Auch wenn wir zum aktuellen Zeitpunkt noch kein Sample der Radeon R9 Fury in Händen halten können, wollen wir uns die zwei verfügbare Karten, zum einen die ASUS Radeon R9 Fury Strix und zum anderen die Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X einmal etwas genauer anschauen.


Die ersten beiden Hersteller die zum heutigen Tage eine Variante der Radeon R9 Fury vorstellen, verwenden bereits bekannte Design-Ansätze. Die Kühler müssen in den Details sicherlich angepasst werden, doch grundsätzlich erwarten uns hier keinerlei Überraschungen.

Präsentation zur AMD Radeon R9 FuryPräsentation zur AMD Radeon R9 Fury

Präsentation zur AMD Radeon R9 Fury

So verwendet Sapphire die bereits bekannte Tri-X-Kühlung mit drei Lüftern und einer aufwendigen Konstruktion aus Kühlkörper und Heatpipes. Die drei Lüfter weisen einen Durchmesser von 90 mm auf. Darunter befindet sich ein Rahmen, der die darunterliegende Konstruktion befestigt und den Luftstrom in diesen hineinleiten soll. Insgesamt verwendet Sapphire offenbar fünf Heatpipes zur Kühlung der Karte. Diese leiten die Abwärme in den zweigeteilten Kühlkörper aus Aluminium, der wiederum aus vielen kleinen Lamellen besteht. Direkt auf dem PCB befindet sich ein weiterer Metallrahmen, der die darüber liegende Konstruktion mit aufnimmt. Auf der GPU liegt eine massive Kupferplatte auf, durch welche die fünf Heatpipes geführt werden. Das Temperaturziel liegt laut Sapphire bei 75 °C, während die Lüfterkontrolle dafür sorgt, dass die Lüfter ab einer GPU-Temperatur von 50 °C und weniger komplett abschalten.

Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X
Bildergalerie: Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X

Weiterhin verwendet Sapphire offensichtlich das gleiche PCB-Design wie dies AMD in der Referenzversion auch für die Radeon R9 Fury X vorsieht. Daher kommt wie auch bei der Radeon R9 Fury X eine Funktion namens GPU Tach zum Einsatz. Dabei handelt es sich um insgesamt acht LEDs, welche die Aktivität auf der GPU anzeigen. Eine weitere LED gibt Auskunft darüber, ob sich die Karte in ZeroCore Power-Mode befindet. Sapphire verwendet auf der Radeon R9 Fury Tri-X den BIOS-Switch, um zwischen einem Standard- und Unlocked-Mode wechseln zu können.

Auf der Slotblende befinden sich die für die Fury-Serie üblichen Anschlüsse in Form von dreimal DisplayPort 1.2 und einmal HDMI 1.4a.

Präsentation zur AMD Radeon R9 FuryPräsentation zur AMD Radeon R9 Fury

Präsentation zur AMD Radeon R9 Fury

Auch ASUS startet direkt mit einer Radeon R9 Fury, die mit dem Namenszusatz Strix versehen ist. ASUS setzt einen GPU-Takt von 1.000 MHz an und lässt via BIOS-Switch in einen OC-Mode wechseln, in dem dann 1.020 MHz anliegen. Highlight der Radeon R9 Fury Strix ist natürlich der DirectCU-III-Kühler. So verwendet ASUS eine Backplate und einen Rahmen zur Stabilisierung der Karte hinsichtlich des Gewichts des Kühlers. Auf der GPU liegen die fünf Heatpipes direkt auf und sollen die Abwärme damit abführen können. Drei Lüfter mit einem Durchmesser von jeweils 90 mm sorgen für die entsprechende Frischluft. Diese sollen zudem ein spezielles Design für die Lüfterblättern verwenden, um möglichst wenige Verwirbelungen zu erzeugen und dennoch ein hohes Luftvolumen fördern zu können. Im Idle-Betrieb schaltet ASUS die Lüfter sogar komplett ab.

ASUS Radeon R9 Fury Strix
Bildergalerie: ASUS Radeon R9 Fury Strix

AMD erlaubt bei der Radeon R9 Fury auch ein eigenes PCB-Design und somit bekommt auch ASUS die Möglichkeit sich hier entsprechend auszutoben. So hat man die Strom- und Spannungsversorgung auf zwölf Phasen ausgebaut, was hinsichtlich der von AMD vorgesehenen sechs Phasen eine deutliche Aufwertung ist. Ob sich dies auch in der Leistung bzw. dem Overclocking niederschlägt, werden wir uns später noch genauer anschauen.

Die Radeon R9 Fury ist eine der neuen Karten von ASUS, die im sogenannten "Auto Extreme Technology"-Verfahren gefertigt wird. Das PCB der Karte wird vollständig automatisiert gefertigt. Kein Bauteil muss manuell platziert werden. Dazu gehört auch, dass keine Durchkontaktierungen für größere Bauteile mehr erforderlich sind. Große, hohe und vor allem scharfe Lötpunkte gibt es auf der Karte nicht mehr. Dies trägt zum einen dem Design bei, macht das Design der Backplate und den Einbau der Karte aber auch einfacher.

Übersicht der verfügbaren Modelle der Radeon R9 Fury:

Übersicht der Modelle der Radeon R9 Fury
Modell AMD Radeon R9 Fury ASUS Radeon R9 Fury Strix Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC
Straßenpreis - - - -
Homepage www.amd.de www.asus.de www.sapphiretech.de www.sapphiretech.de
Technische Daten
GPU-Takt bis zu 1.000 MHz Normal-Mode: 1.000 MHz
OC-Mode: 1.020 MHz
1.000 MHz 1.040 MHz
Speichertakt 500 MHz 500 MHz 500 MHz 500 MHz
Speichertyp HBM HBM HBM HBM
Speichergröße 4 GB 4 GB 4 GB 4 GB
Speicherinterface 4.096 Bit 4.096 Bit 4.096 Bit 4.096 Bit
Speicherbandbreite 512,0 GB/s 512,0 GB/Sek. 512,0 GB/s 512,0 GB/s
Shadereinheiten 3.584 3.584 3.584 3.584
Lüfter aus im Idle - Ja Ja (ab 50 °C) Ja (ab 50 °C)

Zunächst einmal wird der willige Käufer einer Radeon R9 Fury die Wahl zwischen drei Modellen haben. ASUS bietet bei der Radeon R9 Fury in einer Karte zwei Modi an, wobei das Overclocking von 20 MHz vernachlässigt werden kann. Die genaue Abschalttemperatur kennen wir noch nicht. Sapphire hingegen teilt sein Angebot direkt auf und bietet zwei Modelle an. Die Radeon R9 Fury Tri-X OC bietet einen um 40 MHz höheren Takt. Auch diese werksseitige Übertaktung spielt sicherlich nicht die größte Rolle. Sapphire schaltet seine Lüfter ab einer GPU-Temperatur von 50 °C ab. Preise kennen wir bislang noch nicht.


Eine Einschätzung der Leistung ist unsererseits derzeit nicht möglich. Wir wollen auch keinerlei Berechnungen anhand eines prozentualen Anteils anstellen, da eine Karte bereits im Zulauf ist und wir lieber auf die echten Benchmarks schauen wollen. AMD bietet zumindest schon eigene Benchmarks an:

Präsentation zur AMD Radeon R9 Fury
Präsentation zur AMD Radeon R9 Fury

Da wir zum aktuellen Zeitpunkt noch keine eigenen Benchmarks präsentieren können, müssen wir uns zunächst einmal auf die Werte verlassen, die AMD uns liefert. Darin ist natürlich ein klarer Vorsprung für die Radeon R9 Fury gegenüber der GeForce GTX 980 zu sehen. AMD vergleicht hier einige aktuelle Titel in UltraHD/4K. Eigene Benchmarks werden noch etwas auf sich warten lassen, wir werden uns aber bemühen diese schnellstmöglich nachzureichen.