AMD Radeon R9 Fury X im Test

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amd furyx pre logoHeute ist es endlich soweit - AMD startet mit der Radeon R9 Fury X in die nächste GPU-Generation. Es dürfte für AMD einer der wichtigsten Produktstarts sein, denn vieles hängt in naher Zukunft davon ab, wie gut die Produkte ankommen. Dies gilt sowohl bei den Grafikkarten als auch bei den Prozessoren. Heute aber konzentrieren wir uns nun auf die Radeon R9 Fury X, die AMD wieder an die Spitze der Benchmarks bringen soll.

In Sachen Marketing muss sich AMD dieses Mal nun wirklich nicht vorwerfen lassen, die Trommel nicht ausreichend gerührt zu haben. Bereits im Vorfeld des letztwöchigen Events wurden in den sozialen Medien zahlreiche Teaser veröffentlicht und alles konzentrierte sich auf die Presseveranstaltung auf der E3, in deren Nachgang dann auch alle technischen Daten bekanntgemacht wurden. Große Überraschungen sind in dieser Hinsicht also nicht mehr zu erwarten, vielmehr geht es nun darum zu einer finalen Leistungseinschätzung zu gelangen. Den AMD-eigenen Benchmarks will sicherlich nicht jedermann vollends Glauben schenken.

Zurückblicken wollen wir zunächst aber auch auf die komplette Radeon-300-Serie, die ebenfalls in der vergangenen Woche gestartet wurde. Dabei handelt es sich aber größtenteils um bereits bekannte Produkte, die in abgewandelter Form neu aufgelegt wurden. Ein erster Test der Radeon R9 390X, R9 390 und R9 380 erfolgte ebenfalls bereits in der vergangenen Woche.

Die Radeon R9 Fury X ist aus vielerlei Hinsicht interessant. Zum einen präsentiert AMD mit "Fiji" eine komplett neue GPU, die aber weiterhin in weiten Teilen auf der "Graphics Core Next"-Architektur in der letzten Ausbaustufe basiert. Allerdings hat AMD auch einige kleinere Änderungen vorgenommen. Zweiter wichtiger Punkt ist der High Bandwidth Memory (HBM), den AMD als erster Hersteller einsetzt und der uns in Zukunft sicherlich immer häufiger begegnen wird. Im Detail haben wir uns die Technik hinter HBM bereits mehrfach angeschaut. Dabei lag der Fokus zum einen auf den Vorteilen, die AMD für sich sieht und zum anderen auf den weiteren Gesichtspunkten von HBM, wie schnelleren Timings und weiteren technischen Details. Im gleichen Atemzug zu nennen ist der Interposer als Bindeglied zwischen GPU und HBM - auch diesen technischen Aspekt haben wir uns bereits angeschaut.

Architektonische Eckdaten

Doch zunächst einmal ein paar Worte zu "Fiji". "Fiji" ist AMDs bisher größter und komplexester Chip. Er wird weiterhin von TSMC in 28 nm gefertigt und kommt bei 8,9 Milliarden Transistoren auf eine Chipfläche von 596 mm². Mit diesen 8,9 Milliarden Transistoren ist er sogar weitaus komplexer als NVIDIAs aktuell größter Chip GM200. Das gesamte Package besteht aus GPU und HBM auf dem Interposer kommt auf eine Fläche von 1.011 mm², was zunächst einmal nach viel klingt. Führt man sich vor Augen, dass in diesem Package aber auch der Speicher mit inbegriffen ist, wird deutlich warum AMD die Größe der Karte derart reduzieren konnte.

Die technischen Daten der AMD Radeon R9 Fury X im Überblick
Modell AMD Radeon R9 Fury X NVIDIA GeForce GTX 980 Ti
Straßenpreis ab 699 Euro ab 675 Euro
Homepage www.amd.de www.nvidia.de
Technische Daten
GPU Fiji XT GM200 (GM200-310-A1)
Fertigung 28 nm 28 nm
Transistoren 8,9 Milliarden 8 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) - 1.000 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) 1.050 MHz 1.075 MHz
Speichertakt 500 MHz 1.750 MHz
Speichertyp HBM GDDR5
Speichergröße 4 GB 6 GB
Speicherinterface 4.096 Bit 384 Bit
Speicherbandbreite 512,0 GB/Sek. 336,6 GB/s
DirectX-Version 12 12
Shadereinheiten 4.096 2.816
Textureinheiten 256 176
ROPs 64 96
Typische Boardpower 275 Watt 250 Watt
SLI/CrossFire CrossFire SLI

AMD gibt den GPU-Takt mit 1.050 MHz an. Einen Basis- und Boost-Takt gibt es bei AMD auch weiterhin nicht. Natürlich ist auch weiterhin eine Abhängigkeit zwischen Temperatur und Takt. Ab einer Temperatur von 75 °C würde die Radeon R9 Fury X damit beginnen, ihre Spannung und den Takt zu reduzieren. In diesen Bereich gelangten wir in unseren Tests aber zu keiner Zeit.

4.096 Shadereinheiten arbeiten in der "Fiji"-GPU, zusammen mit 256 Textureinheiten und 64 ROPs. Damit kommt "Fiji" auf ein Drittel mehr Shadereinheiten im Vergleich zum aktuellen Ausbau bei "Maxwell". Recht unterschiedlich sind die Strategien bei den übrigen architektonischen Details. So besitzt "Fiji" deutlich mehr Textureinheiten, arbeitet aber mit weniger Render Backends (ROPs). Die Compute-Performance liegt bei 8,6 TFLOPS bei einfacher Genauigkeit. Bei einem Verhältnis von 1:16 erreicht die GPU eine Double-Precision-Performance von 537,6 GFLOPS.

Die 4 GB HBM arbeiten mit 500 MHz und bieten eine Speicherbandbreite von 512 GB pro Sekunde, was natürlich nur über das 4.096 Bit breite Speicherinterface sichergestellt werden kann.

GPU-Z-Screenshot der AMD Radeon R9 Fury X
GPU-Z-Screenshot der AMD Radeon R9 Fury X

Der GPU-Z-Screenshot bestätigt die wichtigsten technischen Daten, weist in einer angepassten Version 0.8.3 auch keine gröberen Auslesefehler mehr auf. Die ROPs und Speicherbandbreite werden im Vergleich zu früheren Screenshots aber korrekt angezeigt. Bei den Sensoren fehlen die meisten Angaben noch und so bleibt nur auf eine neuere Version von GPU-Z zu warten.


Das Blockdiagramm zeigt den architektonischen Aufbau der "Fiji"-GPU. In der Mitte sind die 64 Compute-Units zu sehen, welche jeweils noch einmal 64 Shadereinheiten beherbergen. Doch fangen wir im Blockdiagramm links an: Hier zu sehen sind die vier HBM-Chips, die jeweils mit 2x 512 Bit am Memory-Controller der GPU angebunden sind. Dahinter befindet sich der L2-Cache, der 2 MB groß ist. Wie auch bei "Hawaii" kommen bei "Fiji" acht Asynchronous Compute Engines zum Einsatz, die AMD unter anderem für die Asynchronous Shaders und ein beschleunigtes Rendering verwendet.

Pressematerial zur AMD Radeon R9 Fury X
Pressematerial zur AMD Radeon R9 Fury X

Über den Global Data Share bzw. die Shader Engines werden die Aufgaben auf die vier großen Blöcke von jeweils 16 Compute Units verteilt. Weiterhin mit an Bord sind eine TrueAudio-Engine, auch wenn AMD das Engagement weitestgehend eingestellt hat. Man wartet derzeit darauf, dass die Entwickler wieder vermehrt Wert auf die Audioqualität legen. Bisher ist Thief das einzige Spiel, welches TrueAudio im größeren Umfang verwendet.

Der Unified Video Decoder (UVD) ist auf dem gleichen Stand wie bei den aktuellen "Carrizo"-APUs und kommt somit auch mit H.265 HVEC zurecht. Der Eyefinity Display Controller ist für die Ansteuerung von bis zu sechs Displays verantwortlich. In diesem ist auch die fehlende Unterstützung von HDMI 2.0 begründet, die wir später noch besprechen werden. Bereits angesprochen haben wir die XDMA Engine, die unter anderem für ein funktionierendes CrossFire ohne Brücke sorgt. Das Interface zum restlichen System verbleibt natürlich bei PCI-Express 3.0 – dieses dürfte auch noch einige Zeit der aktuelle Standard bleiben.

Aufbau einer GCN-Compute-Unit
Aufbau einer GCN-Compute-Unit

AMD verwendet in der "Fiji"-GPU die GCN-Architektur der dritten Generation. Damit ist man auf Niveau der "Tonga"-GPU des letzten Jahres und verwendet auch die gleichen Optimierungen. Eine Möglichkeit, die Performance eines Chips bei gleichem Takt zu steigern, ist die Anzahl der Berechnungen pro Takt zu erhöhen. Im Vergleich zu den Vorgänger-Architekturen kann die "Fiji"-GPU vier sogenannte "Primitives", also einfache Additionen pro Takt berechnen. Dies entspricht einer Verdopplung gegenüber "Tahiti" und sorgt schon einmal für einen deutlichen Schub bei der Gesamtperformance. Damit liegt "Fiji" auf Niveau der "Hawaii"- und "Tonga"-GPUs. Auch bei der Tesselation-Performance macht "Fiji" einen Sprung auf Höhe von "Hawaii" und "Tonga" und soll im Vergleich zu "Tahiti" um den Faktor 2 bis 4 schneller sein. Um den nur 4 GB großen Grafikspeicher zumindest etwas zu kompensieren, hat AMD eine verlustlose Delta-Farbkorrektur entwickelt, welche in etwa 40 Prozent Speicherbandbreite einspart, da nicht mehr derart viele Informationen übertragen werden müssen, wie ohne dieses Kompressionsverfahren. Letztendlich soll der Speicherdurchsatz in vielerlei Hinsicht höher sein als bei klassischem GDDR5-Speicher.

Stark verbessert hat AMD aber auch das Verhalten beim GPU-Computing. Instruktionen für die parallele Bearbeitung können nun zwischen SIMD-Lanes ausgetauscht werden. Ebenfalls verbessert wurde das Task Scheduling, also die Methode zur Aufteilung von Rechenoperationen zwischen den Shadereinheiten. Neue 16-Bit-Fließkommainstruktionen sorgen zudem für eine effizientere Arbeitsweise im GPU-Computing und Media Processing. All dies ist Teil eines aktualisierten ISA (Instruction Set Architecture) Instruction Sets.


Kommen wir nun zur Begutachtung der Radeon R9 Fury X, die alleine schon aufgrund ihrer Größe und der fest verbauten Wasserkühlung eine kleine Besonderheit ist.

AMD Radeon R9 Fury X
Länge des PCBs 190,5 mm
Länge mit Kühler 190,5 mm
Slothöhe 2 Slots
zusätzliche Stromanschlüsse 2x 8-Pin
Lüfterdurchmesser 1x 120 mm
Display-Anschlüsse

1x HDMI 1.4
3x DisplayPort 1.2a

Lüfter aus im Idle Nein

Die Länge des PCBs und des Kühlers beträgt 190,5 mm. Damit ist die Karte fast sieben Zentimeter kürzer, als dies üblicherweise bei High-End-Modellen der Fall ist. Die kompakten Abmessungen spielen in den meisten Systemen bzw. Gehäusen kaum eine Rolle, allerdings muss auch kein Platz verschwendet werden. Ebenso können Fans von besonders klein dimensionierten Gehäusen profitieren. Die Interposer-Technik und Unterbringung des HBM im gleichen Package wie die GPU zahlt sich an dieser Stelle bei der Fertigung aus.

Die Höhe des Kühlers beträgt die üblichen zwei Slots und stellt damit ebenso wenig ein Problem für die Installation in einem Standard-Gehäuse dar. Zu beachten gilt aber immer, dass auch der Radiator mit seinen 155 x 120 x 64 mm (H x B x T) seinen Platz finden muss. Die Karte selbst verfügt über keinerlei Lüfter, dafür aber der Radiator. Im Idle-Betrieb kann dieser aber nicht abgeschaltet werden. Auch die Pumpe läuft selbst im ZeroCore Mode weiter und somit ist die Radeon R9 Fury X auch im Idle-Betrieb deutlich zu hören.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Die Frontansicht auf die Karte macht die kompakten Abmessungen bereits deutlich. Der PCI-Express-Steckplatz kann hier als Maßstab dienen. Üblicherweise sehen wir solche Abmessungen erst bei Karten ab der unteren Mittelklasse, also im Bereich um 200 Euro. Nun aber wirbt AMD auch bei einer Karte für etwa 750 Euro mit dem Feature der geringen Abmessungen. Hier ebenfalls sehr schön zu sehen ist das Aluminium-Finish des Kühlergehäuses bei der Slotblende mit dem "Radeon"-Logo sowie die Softtouch-Oberfläche, wie weite Teile der Karte bedeckt.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Um die Größe der Karte und des Radiators noch einmal in Relation zu setzen, legen wir beide Komponenten einmal direkt zusammen. Für eine Gesamtbeurteilung der Größe müssen beide Komponenten zusammen gesehen werden. Die Länge der Schläuche zwischen Karte und Radiator beträgt 400 mm. Damit lassen sich alle erdenklichen Positionen in einem ATX-Gehäuse erreichen. Bei größeren Gehäusen wird die Wahlmöglichkeit allerdings schon etwas eingeschränkt.

Gegenüberstellung von Temperatur und Takt
Spiel Temperatur Takt
The Elder Scrolls V Skyrim 58 °C 1.050 MHz
Company of Heroes 58 °C 1.050 MHz
Grid 2 58 °C 1.050 MHz
Metro: Last Light 58 °C 1.050 MHz
Crysis 3 58 °C 1.050 MHz
Battlefield 4 58 °C 1.050 MHz
Bioshock: Infinite 58 °C 1.050 MHz
Tomb Raider 58 °C 1.050 MHz

An dieser Stelle wollen wir noch schnell einen Blick auf das Verhalten von Temperatur und Takt werfen. AMD verspricht eine Betriebstemperatur der "Fiji"-GPU auf der Radeon R9 Fury X von etwa 50 °C. In unserem geschlossenen Testsystem konnten wir bei Positionierung des Radiators hinten im Gehäuse eine maximale GPU-Temperatur von 58 °C messen. Damit lag auch immer der maximale Takt von 1.050 MHz an. Eine Drosselung von Temperatur und Spannung erfolgt erst ab einer GPU-Temperatur von 75 °C.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Die Rückseite der Karte ist mit einer Backplate versehen. Auch hier besteht die Oberfläche aus einem Softtouch-Lack, dem allerdings die punktförmigen Vertiefungen fehlen. Ansonsten gibt es bis auf zahlreiche Aufkleber an dieser Stelle nicht viel zu sehen.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Die Stromversorgung der Radeon R9 Fury X erfolgt über zwei 8-Pin-Anschlüsse. Zusammen mit dem PCI-Express-Steckplatz wäre damit eine theoretische Versorgung von bis zu 375 Watt möglich. Dies allerdings auch nur, wenn man die PCI-Express-Standards ansetzt. Die Stecker und Anschlüsse sind in der Lage auch weitaus höhere Ströme zu liefern. Das dies aus technischer Sicht kein größeres Problem darstellt, hat man bereits mit der Radeon R9 295X2 bewiesen, die ebenfalls zwei 8-Pin-Anschlüsse verwendet. Typischerweise soll die Radeon R9 Fury X auf einen Verbrauch von 275 Watt kommen. Die Spannungsversorgung erfolgt über sechs Phasen und ein maximaler Strom von bis zu 400 A soll ebenfalls möglich sein.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Am Kopfende der Karte ist der BIOS-Switch zu finden. Dieser lässt aber anders als bei der Radeon R9 290X nicht zwischen einem Quiet- und einem Uber-Mode wählen, sondern verwendet zweimal das identische BIOS. AMD bietet damit nur eine Redundanz für das BIOS, falls an einer Version Veränderungen vorgenommen werden sollten.

Zweites Feature in diesem Bild ist das beleuchtete Radeon-Logo. Dieses leuchtet im Betrieb rot auf und unterstreicht damit in jedem System die Zugehörigkeit zur Marke AMD.


Weiter geht es mit der detaillierten Betrachtung der Radeon R9 Fury X.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

An dieser Stelle wollen wir noch einmal auf das Design der Radeon R9 Fury X zurückkommen. AMD hat sich dazu entschieden, etwas mehr Wert auf die Wertigkeit der verwendeten Materialien und die Verarbeitungsqualität zu legen. Den Grundstein dazu hat AMD bereits mit der Radeon R9 295X2 gelegt und auch NVIDIA wird bei seinen Referenzlösungen nicht müde zu betonen, wieviel Wert man inzwischen auf diesen Bereich legt.

Allerdings erweisen sich die polierten Aluminium-Verkleidungen recht schnell als Magnet für Fingerabdrücke und auch die Softtouch-Oberfläche zieht recht schnell Abdrücke und Staubkörner an. Sicherlich macht eine Hardware auch durch das Design und die verwendeten Materialien etwas her, das Hauptaugenmerk sollte aber weiterhin auf der Leistung liegen.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Auf der Rückseite der Karte sind in der Nähe der zusätzlichen Stromanschlüsse zwei DIP-Schalter zu finden. Darüber lassen sich die LEDs der GPU Tach steuern. Dabei handelt es sich um 8+1 LEDs, die direkt unterhalb der Stromanschlüsse positioniert sind. Über die DIP-Schalter lassen sich die LEDs ein- und ausschalten sowie die Farbe verändern.

DIP-Schalter für GPU Tach
Schalterposition 1 Schalterposition 2 LED
OFF OFF GPU Tach aus
OFF ON Rot
ON OFF Blau
ON ON Rot + Blau
AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Oben sind die zwei zusätzlichen Stromanschlüsse mit jeweils 8 Pins sowie die LED des GPU Tach zu sehen. Auf die theoretische und darüber hinausgehende Versorgung über die Anschlüsse sind wir bereits eingegangen. Die LEDs werden wir später noch im laufenden Betrieb sehen und die einzelnen Funktionen dann näher beschreiben.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Anders als bei der Radeon R9 295X2 führt AMD die Schläuche der Flüssigkeitskühlung am hinteren Ende aus dem Kühlergehäuse heraus. Aufgrund der Länge der Radeon R9 295X2 war dies sicherlich auch nicht möglich und die deutlich kürzere Radeon R9 Fury X macht eine solche Konstruktion für AMD überhaupt erst möglich. Zusammen mit den beiden Schläuchen der Kühlung verläuft hier auch das Kabel für den Lüfter des Radiators, der auch ein Tachosignal zurückgibt.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Größere Diskussionen hat der Umstand hervorgerufen, dass AMDs neues Flaggschiff nicht mit HDMI 2.0 aufwarten kann. Leicht verwirrend ist auch, dass AMD hier von "Next Generation Display" spricht, verwendet werden aber die bereits auf den meisten Karten verbauten DisplayPort-Anschlüsse nach Standard 1.2 mit MST-Hub. Derer sind gleich drei verbaut. AMD verzichtet jedoch auf den Dual-Link-DVI-Ausgang und verbaut stattdessen noch einen HDMI-Anschluss. Doch auch bei diesem ist von Next-Gen wenig zu sehen, denn er entspricht dem Standard 1.4a und nicht wie bei NVIDIA dem aktuellen Standard 2.0, der auch eine Wiedergabe von UltraHD/4K-Auflösung und 60 Hz ermöglichen würde.

Laut AMD war man nicht in der Lage, den Display-Controller in der GPU neu zu designen und musste daher auf HDMI 1.4a verbleiben. Eine genaue Begründung dazu konnte man uns nicht nennen. Laut AMD seien vor allem Fernseher mit HDMI-2.0-Eingang nicht sonderlich weit verbreitet und daher sehe man noch keinen Bedarf, einen entsprechenden Anschluss anzubieten. Allerdings werden im Laufe des Jahres mehr und mehr Fernseher mit HDMI 2.0 auf den Markt kommen und durch die kompakten Abmessungen der Radeon R9 Fury sowie der Fury Nano spricht man sicherlich auch den Kundenkreis an, der sich für ein ITX-System im Wohnzimmer interessiert. Umso unverständlicher ist die fehlende Unterstützung von HDMI 2.0.

Noch eine weitere Ebene bekommt die fehlende Unterstützung durch die dann ebenfalls nicht vorhandene Implementation von HDCP 2.2. Der Kopierschutz wird eine Grundvoraussetzung für 4K-Inhalte per Streaming sein und auch die gegen Ende des Jahres erwarteten 4K-Blu-Rays setzen auf HDCP 2.2.


Auf der folgenden Seite werfen wir einen genauen Blick auf die Kühlung der Radeon R9 Fury X.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

AMD liefert die Radeon R9 Fury X mit einer kompletten Wasserkühlung. Diese stammt aus dem Hause Coolermaster und unterscheidet sich grundsätzlich nicht von anderen baugleichen Lösungen. Der Nutzer ist nun also erst einmal auf eine solche wassergekühlte Karte festgelegt, eine Radeon R9 Fury X mit Luftkühlung wird es zunächst einmal nicht geben. Allerdings plant AMD eine langsamere Radeon R9 Fury, die dann ausschließlich per Luft gekühlt werden soll.

AMD Radeon R9 Fury XAMD Radeon R9 Fury X

AMD Radeon R9 Fury X

Der Radiator kommt auf Abmessungen von 155 x 120 x 64 mm (B x H x T) und verwendet einen 120-mm-Lüfter. Durch eine größere Kapazität des Radiators bzw. eine größere Menge an Kühlflüssigkeit will AMD die Leistung des Kühlers im Vergleich zur Radeon R9 295X2 verbessert haben. Bis zu 500 Watt lassen sich theoretisch abführen. Der Kühler deckt dabei nicht nur das Package aus GPU und HBM mit ab, sondern auch einige weitere Komponenten der Karte – unter anderem die VRMs.

Beim von AMD verbauten Lüfter auf dem Radiator handelt es sich um einen Nidec Servo Gentle Typhoon (D1225C12B7ZP), der in unseren Tests meist mit einer Drehzahl von 1.000 Umdrehungen pro Minuten arbeitete und damit kaum zu hören ist. Die maximalen Umdrehungen liegen bei 3.000 RPM, bei denen eine Luftmasse von 83 CFM bzw. 141 m³/h gefördert werden kann. Natürlich aber lässt er sich auch gegen ein anderes Modell austauschen, was wir auch getan haben. Die Messungen dazu folgen später.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Über die vier Schrauben am Radiator wird dieser am Gehäuse befestigt. der Lochabstand beträgt dabei die standardmäßigen 120 mm - überall dort, wo auch ein solcher Lüfter verschraubt werden kann, findet auch der Radiator theoretisch seinen Platz. Dabei müssen aber die Abmessungen genau beachtet werden. In einem kompakten Gehäuse kann es auch schon einmal zu Schwierigkeiten kommen, wenn beispielsweise an den oberen Lüfterplätzen bereits ein 2x 120 mm Radiator für die CPU-Kühlung verwendet wird. Man sollte sich also vorher genau überlegen, wo der Radiator der Radeon R9 Fury X seinen Platz finden soll. In den Messungen haben wir verschiedene Positionen des Radiators ausprobiert und auch einmal einen anderen Lüfter verbaut.

AMD Radeon R9 Fury XAMD Radeon R9 Fury X

AMD Radeon R9 Fury X

Der direkte Vergleich zwischen der Radeon R9 Fury X und Radeon R9 290X macht die Größenunterschiede deutlich. Für die meisten Nutzer dürften die Abmessungen keine große Rolle spielen. Bereits mehrfach betont haben wir auch, dass zur Größe der Karte selbst auch noch der Radiator samt Lüfter gezählt werden muss. Erst die Radeon R9 Fury oder gar Fury Nano, die im Sommer folgen soll, darf als echte kompakte Karte bezeichnet werden.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Im eingebauten Zustand leuchtet das "Radeon"-Logo auf der Kopfseite der Karte in einem kräftigen Rot. In den meisten geschlossenen Gehäusen ohne Seitenfenster wird dieses Element schlichtweg unbeachtet bleiben. Einige Nutzer werden sich aber sicherlich auch darüber freuen.

AMD Radeon R9 Fury XAMD Radeon R9 Fury X

AMD Radeon R9 Fury X

Der Blick auf GPU Tach (links) ermöglicht eine Einschätzung der GPU-Last. Acht LEDs beschreiben dabei die Auslastung jeweils in 12,5 Prozent-Schritten bis zur maximalen Auslastung von 100 Prozent. Zumindest grob lässt sich die Last damit einschätzen, ohne dabei einen Blick in ein Software-Tool werfen zu müssen. GPU Tach lässt sich über die erwähnten DIP-Schalter ausschalten bzw. die Farbe in blau ändern.

Rechts ist die neunte LED zu sehen, die grün aufleuchtet, wenn sich die Radeon R9 Fury X im ZeroCore Power Mode befindet. Dann schaltet sich die Karte weitestgehend komplett ab, wacht aber auch recht schnell wieder auf. An der Kühlung ändert sich in diesem Zustand nichts, sowohl Pumpe als auch Lüfter am Radiator arbeiten weiter.


Zum Abschluss der Betrachtung wollen wir uns die Radeon R9 Fury X auch noch in demontierten Zustand anschauen. Wie bereits mehrfach erwähnt, legte uns AMD nahe, die Karte nicht zu öffnen, da man erstens Beschädigungen befürchtet (die mit etwas Geschick aber nicht auftreten sollten) und zweitens die Karte auch noch weiteren Testern zur Verfügung gestellt wird. Wir haben daher darauf verzichtet die Karte anderweitig zu bearbeiten, zumal uns Bilder ohne Topcover und vom PCB versprochen wurden.

Letztendlich sind es aber nur recht wenige Bilder geworden und zum Großteil handelt es sich dabei auch noch um Renderings und keine echten Fotos. Dennoch wollen wir diese einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Eventuell kann uns AMD auch zeitnah noch mit weiteren Fotos versorgen.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Die sogenannten "Exploded View" zeigt die einzelnen Komponenten der Radeon R9 Fury X. Von hinten betrachtet wäre diese die Backplate, dann das PCB, die Frontplate mit dem Kühler und das Topcover. Leider ist auf diesem Bild nicht allzu viel vom PCB oder der Kühlung zu sehen, es ist aber bereits erkennbar, dass die Wasserkühlung nicht nur die GPU, sondern auch einige Komponenten der Strom- und Spannungsversorgung mit kühlt.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Die Anordnung der einzelnen Bauteile ändert sich durch die Tatsache, dass AMD den Speicher mit auf dem GPU-Package unterbringen kann. Rechts von diesem sind die VRMs und Spulen der 6-phasigen Spannungsversorgung zu sehen. Zwischen GPU-Package und PCI-Express-Steckplatz befinden sich keinerlei Komponenten, da hier die Leiterbahnen der PCI-Express-Verbindung verlaufen. Links der GPU sind ebenfalls noch spannungsversorgende Komponenten erkennbar. Das PCB wirkt recht vollgepackt, denn schließlich hat AMD trotz der Einsparung durch den HBM versucht alles auf 190,5 mm Länge unterzubringen.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Noch einmal ein Blick von Oben auf das PCB. Interessant wäre vielleicht noch zu erwähnen, dass AMD noch immer zumindest die Kontaktstellen für die CrossFire-Brücke auf dem PCB vorsieht, obwohl diese eigentlich gar nicht mehr notwendig wären. Vermutlich lässt sich AMD hier nur die Möglichkeit offen zu Testzwecken auf das Interface direkt zugreifen zu können - einen Nutzen für den Käufer einer Radeon R9 Fury hat hat dies allerdings nicht mehr.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Auf obigem Bild schauen wir uns den Kühler an, der auf der Radeon R9 Fury X sitzt. Hier gibt es dann auch den Kühler samt Pumpe aus dem Hause Coolermaster zu sehen. Zur Kühlung wird zudem ein kleiner Kniff angewendet: Um auch die Spannungswandler der Spannungsversorgung kühlen zu können, führt der Kühler die Kühlflüssigkeit durch ein Kupferrohr direkt über diese und kann die Abwärme damit abführen.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Der Kühler von unten betrachtet offenbart die Kontaktflächen der Frontplate mit einigen Bauteilen auf dem PCB - die Wärmeleitpads sind hier noch mit blauer Schutzfolie versehen. Ebenfalls zu sehen ist die Kupfer-Bodenplatte, die direkt auf "Fiji"-GPU aufsitzt.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Die Rückseite des PCBs ist etwas komplexer, als man das vielleicht üblicherweise gewohnt ist. AMD musste hier mehr SMD-Bauteile unterbringen, um die kompakten Abmessungen des PCBs einhalten zu können. Normalerweise ist davon aufgrund der Backplate nichts zu sehen. Klar sind beispielsweise links die Strukturen der Strom- und Spannungsversorgung zu erkennen. Rechts davon beginnt die Rückseite des GPU-Sockels, der wie üblich mit zahlreichen Widerständen bestückt ist.

AMD Radeon R9 Fury X
AMD Radeon R9 Fury X

Weiterhin wird AMD ein 3D-CAD-Modell des Frontcovers anbieten, damit Nutzer sich ihre eigene erstellen können. Möglich wäre eine eigene Version aus der CNC-Fräse oder dem 3D-Drucker. Alle notwendigen Daten findet ihr direkt bei AMD.


Um die Treiber-Generationen anzugleichen, aber auch um die Hardware auf ein neues Level vorzubereiten, haben wir das Testsystem etwas umgestellt. Der Intel Core i7-3960X wird von 3,2 GHz auf 3,9 GHz übertaktet, um Limitierungen durch den Prozessor weitestgehend auszuschließen. Folgende Systemkomponenten kommen dabei zum Einsatz:

Testsystem
Prozessor Intel Core i7-3960X 3,3 GHz übertaktet auf 3,9 GHz
Mainboard ASUS P9X79 Deluxe
Arbeitsspeicher ADATA XPG Gaming Series Low Voltag 4x 2 GB PC3-12800U CL 9-9-9-24
Festplatte ADATA S510 SSD 60 GB
Netzteil Seasonic Platinum Series 1000 Watt
Betriebssystem Windows 8 Pro 64 Bit
Grafikkarten
NVIDIA NVIDIA GeForce GTX Titan X (1.000/1.075/1.750 MHz, 12.288 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 980 Ti (1.000/1.075/1.750 MHz, 6.144 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 980 (1.126/1.216/1.750 MHz, 4.096 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 970 (1.050/1.178/1.750 MHz, 4.096 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 780 Ti (876/928/1.750 MHz, 3.072 MB)
  NVIDIA GeForce GTX Titan (837/786/1.502 MHz, 6.144 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 780 (863/902/1.502 MHz, 3.072 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 770 (1.046/1.085/1.753 MHz, 2.048/4.096 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 760 (980/1.033/1.502 MHz, 2.048 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 750 Ti (1.020/1.085/1.350 MHz, 2.048 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 750 (1.020/1.085/1.250 MHz, 1.024 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 690 (915/1.502 MHz, 4.096 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 680 (1.006/1.502 MHz, 2.048 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 670 (915/1.502 MHz, 2.048 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 660 Ti (915/1.502 MHz, 2.048 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 660 (1.058/1.250 MHz, 2.048 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 650 Ti Boost (980/1.502 MHz, 2.048 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 650 Ti (925/1.350 MHz 2.048 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 650 (1.058/1.250 MHz, 1.024/2.048 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 590 (608/1.215/854 MHz, 3.072 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 580 (772/1.544/1.000 MHz, 1.536 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 570 (732/1.464/950 MHz, 1.280MB)
  NVIDIA GeForce GTX 560 Ti 448 Cores (732/1.464/950 MHz, 1.280 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 560 Ti (820/1.640/1.000 MHz, 1.024 MB)
  NVIDIA GeForce GTX 560 (810/1.620/1.002 MHz, 1.024 MB) 
  NVIDIA GeForce GTX 550 Ti (900/1.800/1.026 MHz, 1.024 MB)
AMD AMD Radeon R9 290X (1.000/1.250 MHz, 4.096 MB)
  AMD Radeon R9 290 (947/1.500 MHz, 4096 MB)
  AMD Radeon R9 280X (1.000/1.500 MHz, 3.072 MB)
  AMD Radeon R9 270X (1.000/1.400 MHz, 2.048/4.096 MB)
  AMD Radeon R7 260X (1.100/1.625 MHz, 2.048 MB)
  AMD Radeon R7 265 (925/1.400 MHz, 2.048 MB)
  AMD Radeon R7 260 (1.000/1.500 MHz, 1.024 MB)
  AMD Radeon HD 7990 (950/1.000/1.500 MHZ, 6.144 MB)
  AMD Radeon HD 7970 GHz Edition (1.000/1.050/1.500 MHz, 3.072 MB)
  AMD Radeon HD 7970 (925/925/1.375 MHz, 3.072 MB)
  AMD Radeon HD 7950 (800/800/1.250 MHz, 3.072 MB)
  AMD Radeon HD 7870 (1.000/1.000/1.200 MHz, 2.048 MB)
  AMD Radeon HD 7850 (860/860/1.200 MHz, 2.048 MB)
  AMD Radeon HD 7790 (1.075/1.075/1.500 MHz, 1.024/2.048 MB)
  AMD Radeon HD 7770 (1.000/1.000/1.125 MHz, 1.024 MB)
  AMD Radeon HD 7750 (800/800/1.125 MHz, 1.024 MB)
  AMD Radeon HD 6990 (830/830/1.250 MHz, 4.096 MB)
  AMD Radeon HD 6970 (880/880/1.375 MHz, 2.048 MB)
  AMD Radeon HD 6950 (800/800/1.200 MHz, 2.048 MB)
  AMD Radeon HD 6870 (900/900/1.050 MHz, 1.024 MB)
  AMD Radeon HD 6850 (775/775/1.000 MHz, 1.024 MB)
  AMD Radeon HD 6790 (840/840/1.050 MHz, 1.024 MB)
  AMD Radeon HD 6770 (850/850/1.200 MHz, 1.024 MB)
Treiber
NVIDIA GeForce 352.90
AMD Catalyst 15.15

Unsere Testsysteme werden ausgestattet von ASUS, Intel, Thermaltake und Seasonic. Vielen Dank für die Bereitstellung der Komponenten.

 

Treibereinstellungen NVIDIA:

Textureinstellungen AMD:


Werfen wir nun einen Blick auf die Lautstärke, die Leistungsaufnahme und das Temperatur-Verhalten der AMD Radeon R9 Fury X. 

Lautstaerke

Idle

in dB(A)
Weniger ist besser

Lautstärke und Temperatur sind eigentlich eine Domäne einer jeden wassergekühlten Grafikkarte. Leider gilt das nicht für die Radeon R9 Fury X, denn die Pumpe auf der GPU ist recht klar aus den restlichen Systemkomponenten herauszuhören. Hinzu kommt noch, dass die Wasserkühlung in jedem Lastzustand ein extrem helles Surren von sich gibt, welches zwar vom Messgerät nicht derart laut wahrgenommen wird, was aber eindeutig herauszuhören ist. Bereits bei den ersten Demosystemen auf dem Launch-Event bei AMD konnten wir dieses Geräusch hören, konnten es aber nicht eindeutig der Radeon R9 Fury X zuordnen. Bereits nach wenigen Sekunden war uns im heimischen Office aber klar, dass die Radeon R9 Fury X mit diesem Geräusch zu kämpfen haben wird. Auch andere Samples der Kollegen weisen es auf.

Die Ursachensuche gestaltete sich recht kompliziert, da AMD empfiehlt die Karte bzw. den Kühler nicht zu demontieren. Wir haben entsprechend nur die Abdeckung des Kühlers abgenommen und hatten somit direkten Zugriff auf die Pumpe nebst Kühler. Berührt man die Pumpe an unterschiedlichen Stellen, wird das helle Surren unterschiedlich stark gedämpft. Es stammt aber zweifelsohne von der Pumpe und ist kein Spulenfiepen. Da sich ein Ton nicht besonders gut in Worte fassen lässt, haben wir eine kurze Aufnahme der Radeon R9 Fury X erstellt:

Zu den Messwerten bleibt nur folgendes zu sagen: Durch den Einsatz einer Wasserkühlung darf ein niedriger Geräuschpegel erwartet werden. Die gemessenen 33,8 dB(A) unterstreichen dies zunächst auch, allerdings werden die störenden Geräusche in gewissen Frequenzbereichen hier nicht wirklich beachtet. Vielleicht ist dies aber auch nur eine Empfindlichkeit des deutschen Marktes, der bei den Herstellern berühmt-berüchtigt für seinen Fokus auf möglichst leise Hardware ist.

Auf dem Video ist unser Testsystem mit der verbauten Radeon R9 Fury X zu hören. Wir haben die All-in-One-Kühlung des Prozessors abgeschaltet und auch die HDD ist nicht angesteckt. Die zu hörenden Geräusche konzentrieren sich daher fast vollständig auf die Grafikkarte. Besonders das helle Surren und ist dabei deutlich zu hören und selbst bei aktivierten restlichen Kühlkomponenten noch deutlich herauszuhören. AMD hat uns nach eifrigem E-Mail-Wechsel darüber informiert, dass diese Geräusche für eine derartige Pumpe normal seien. Allerdings sehe man in den frühen Samples ein ähnliches Verhalten und will für die Retail-Versionen der Karten darauf achten, dass solche Probleme nach der Endkontrolle nicht mehr auftreten.

Lautstaerke

Last

in dB(A)
Weniger ist besser

In positive Richtung schlägt das Pendel aus, wenn man die Radeon R9 Fury X unter Last betrachtet. Die Flüssigkeit der Kühlung wärmt sich nur recht langsam auf und so verbleibt die Karte sehr lange auf einem gewissen Temperaturlevel. Dies sorgt auch dafür, dass sich an der Lautstärke der Karte recht wenig tut, da die GPU-Temperatur nur langsam weiter ansteigt und die Drehzahl des Lüfters damit ebenfalls weitestgehend bei etwa 1.000 Umdrehungen pro Minute verharren kann. Innerhalb der Vergleichskarten sind die gemessenen 39,4 dB(A) ein sehr guter Wert.

Temperatur

Idle

in Grad Celsius
Weniger ist besser

Aufgrund der verwendeten Flüssigkeitskühlung ebenfalls sehr gut ist die Idle-Temperatur der GPU. Diese liegt bei gerade einmal 27 °C und damit weit unter allen luftgekühlten Karten. Allerdings ist der Idle-Zustand auch keine große Herausforderung für eine Kühlung und damit sollten die GPU-Temperaturen niedrig bleiben. Selbst High-End-Karten, die im Idle-Betrieb komplett passiv gekühlt werden, werden nun unwesentlich wärmer.

Temperatur

Last

in Grad Celsius
Weniger ist besser

Schon interessanter ist hier der Blick auf die Last-Temperatur. Bis auf 58 °C "heizt" sich die GPU auf der Radeon R9 Fury X auf. Damit liegen wir natürlich weit unter dem Temperatur-Niveau, das luftgekühlte Karten üblicherweise erreichen. Die Vorteile der Flüssigkeitskühlung liegen damit auf der Hand. Hatte und hat AMD mit der Radeon R9 290X und R9 390X noch mit hohen GPU-Temperaturen zu kämpfen, die letztendlich auch dafür sorgen können, dass die Karten den Takt reduzieren müssen, arbeitet die Radeon R9 Fury X immer mit den höchsten Taktraten von 1.050 MHz. AMD gibt eine typische GPU-Temperatur von 50 °C an. Unter Volllast soll die Karte bis zu 65 °C warm werden und die maximale Temperatur beträgt 75 °C - erst dann beginnt die Karte damit den Takt zu reduzieren.

Die maximalen 58 °C haben wir nach drei Stunden Volllast aufgezeichnet, da wir dem Flüssigkeitskreislauf etwas Zeit geben wollten, sich aufzuwärmen. Ähnlich lange Zeiträume mussten wir auch für die Messungen der verschiedenen Radiator-Positionen und unterschiedlichen Lüfter auf dem Radiator anwenden.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Idle

in Watt
Weniger ist besser

Die Leistungsaufnahme im Idle-Betrieb ist inzwischen wenig interessant, da die restlichen Komponenten des Systems den weitaus größeren Anteil haben. AMD spricht davon, dass die Radeon R9 Fury X im ZeroCore Power Mode etwas weniger als 30 Watt verbrauchen soll. Wir sind gespannt, wann auch hier deutlich mehr möglich sein wird.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Last

in Watt
Weniger ist besser

Unter Last kommt unser Testsystem auf einen Gesamtverbrauch von 422,5 Watt. Damit kann von einem echten Sparwunder nicht die Rede sein, aber das konnte in Anbetracht der verwendeten GCN-Architektur und Fertigung auch nicht erwartet werden. Zumindest aber liegen wir auf Niveau der Radeon R9 290X und einer übertakteten GeForce GTX 980 Ti, was sich aber erst nach einem Blick auf die Leistung wirklich einschätzen lässt.

Unterschiedliche Positionen des Radiators

Wir haben im verwendeten Gehäuse für die Grafikkarten-Tests (Fractal Design Define R5) auch einmal verschiedenen Positionen und Ausrichtungen des Radiators aufprobiert. Einige davon ergeben keinen Sinn oder lassen sich nur mit Kabelbindern sinnvoll umsetzen, aber wir wollten einmal die unterschiedlichen Positionen ausprobieren und die Auswirkungen aufzeigen.

Messung unterschiedlicher Positionen des Radiators
Position im Gehäuse Temperatur
vorne/unten (in das Gehäuse saugend) 58 °C
vorne/unten (aus dem Gehäuse blasend) 59 °C
hinten/oben (in das Gehäuse saugend) 56 °C
hinten/oben (aus dem Gehäuse blasend) 60 °C

Natürlich bietet es sich immer an, möglichst kühle Luft durch den Radiator zu führen. Allerdings ist dies nicht immer mit den vorherrschenden Luftrichtungen im Gehäuse zu vereinbaren bzw. belässt die eventuell dann angewärmte Luft im Gehäuseinneren und muss danach wieder durch einen Gehäuselüfter aus dem Gehäuse befördert werden. Am ehesten dürfte der Radiator der Radeon R9 Fury X hinten auf Höhe des Mainboards bzw. CPU-Kühlers befestigt werden. Dort kann er die warme Luft auch gleich aus dem Gehäuse befördern. Im Falle des Fractal Design Define R5 kam es dann aber zu einer Kollision mit dem 120-mm-Radiator des Wasserkühlers für den Prozessor. Es gilt sich also vorher über die Möglichkeiten der Unterbringung im Gehäuse zu informieren und die Abmessungen des Radiators zu prüfen.

AMD Radeon R9 Fury X im Gehäuse
AMD Radeon R9 Fury X im Gehäuse - der Radiator wurde nur kurz abgestellt

Unterschiedliche Lüfter am Radiator

Auch getestet haben wir unterschiedliche Lüfter am Radiator der Radeon R9 Fury X. Sie sind eine der wenigen Einflussmöglichkeiten auf die Kühlung der Karte.

Messung unterschiedlicher Lüfter am Radiators
Position im Gehäuse RPM Temperatur Lautstärke
Noiseblocker eLoop B12-PS (blasend) 500 56 °C 37,5 dB(A)
Noiseblocker eLoop B12-PS (saugend) 500 58 °C 37,5 dB(A)
be quiet! Silent Wings 2 (blasend) 700 59 °C 38,2 dB(A)
be quiet! Silent Wings 2 (saugend) 700 60 °C 38,4 dB(A)
Noiseblocker BlackSilent Pro Fan PLPS (blasend) 600 56 °C 37,8 dB(A)
Noiseblocker BlackSilent Pro Fan PLPS (saugend) 600 60 °C 38,0 dB(A)
Noctua NF-F12-PWM (blasend) 300 57 °C 37,3 dB(A)
Noctua NF-F12-PWM (saugend) 300 58 °C 37,3 dB(A)

Im Vergleich zu den 39,4 dB(A) im Auslieferungszustand kann durch einen Wechsel des Lüfters also noch etwas Potenzial bei der Lautstärke der Karte ausgeschöpft werden.


Mit dem neuen 3DMark versucht Futuremark vom Smartphone bis zum High-End-PC eine Vergleichbarkeit herzustellen. Dazu bietet man drei Presets an, die alle Performance-Bereiche in den verschiedensten Settings abdecken sollen. Natürlich werden auch hier Technologien wie Tessellation, Depth of Field, Volumetric Lighting und Direct Compute verwendet. Über das Fire-Strike-Extrem-Setting lassen sich auch High-End-Karten an ihre Grenzen bringen.

Zum kostenlosen Download von Futuremarks 3DMark gelangt man über diesen Link.

Futuremark 3DMark

Ice Storm

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Cloud Gate

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Fire Strike Extreme

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser


Sowohl AMD wie auch NVIDIA legen immer größeren Wert auf die Compute-Performance ihrer GPUs. Neben zahlreichen Engines mit OpenCL-Unterstützung wollen wir auch die Performance gesondert betrachten. Dazu nutzen wir den LuxMark 2.0, der in der Testszene "Sala" über RayTracing ein Bild berechnet und als Ausgabe die Samples pro Sekunde ausgibt.

luxmark-1-rsScreenshot zu Luxmark 2.0

Screenshot zu Luxmark 2.0Screenshot zu Luxmark 2.0

Zum kostenlosen Download von LuxMark 2.0 gelangt man über diesen Link.

Luxmark 2.0

Sala

Punkte
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Mit Hilfe des ComputeMark versuchen wir die GPU-Computing-Performance genauer zu beleuchten. Der ComputeMark führt automatisch durch unterschiedliche Anwendungen, die ebenso unterschiedliche Anforderungen an die Hardware haben. Auf Basis der aktuellen DirectX-11-Compute-API können Nutzer die Compute-Leistung auf den Prüfstand stellen. Mit von der Partie ist unter anderem ein RayTracing-Test.

Screenshot zu ComputeMark Screenshot zu ComputeMark
Screenshot zu ComputeMark Screenshot zu ComputeMark

Den ComputeMark könnt ihr direkt auf der Seite des Herstellers herunterladen.

ComputeMark

Fluid 2D

Punkte
Mehr ist besser

ComputeMark

Fluid 3D

Punkte
Mehr ist besser

ComputeMark

Mandel Vektor

Punkte
Mehr ist besser

ComputeMark

Mandel Skalar

Punkte
Mehr ist besser

ComputeMark

Ray Tracing

Punkte
Mehr ist besser


Der fünfte Teil der The-Elder-Scroll-Reihe spielt in der namensgebenden Provinz Skyrim (dt. Himmelsrand). Die Handlung dreht sich um die Rückkehr der Drachen, wie sie in den "Elder Scrolls" vorhergesagt wurde. Der Spieler übernimmt die Rolle eines "Dovahkiin", eines Individuums mit dem Körper eines Menschen und der Seele eines Drachen. Der Spieler durchstreift bei dem Kampf gegen die Drachen opulente Städte mit verschlungenen Gassen und atemberaubende Landschaften, deren Grenze buchstäblich der Himmel ist. Mit seiner hohen Weitsicht und der detaillierten Vegetation bringt Skyrim so manches System ins Schwitzen.

Zur Vollversion von Elder Scrolls V: Skyrim gelangt man über diesen Link.

The Elder Scrolls V: Skyrim

2.560 x 1.600 1xAA 1xAF

188.5 XX


130 XX
185.4 XX


126 XX
182.7 XX


120 XX
170.5 XX


119 XX
167.3 XX


113 XX
165.9 XX


110 XX
163.2 XX


107 XX
160.0 XX


113 XX
157.0 XX


105 XX
149.6 XX


110 XX
147.6 XX


114 XX
146.8 XX


108 XX
139.8 XX


114 XX
127.1 XX


115 XX
99.5 XX


89 XX
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The Elder Scrolls V: Skyrim

2.560 x 1.600 8xAA+FXAA 16xAF

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The Elder Scrolls V: Skyrim

3.840 x 2.160 1xAA 1xAF

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The Elder Scrolls V: Skyrim

3.840 x 2.160 8xAA+FXAA 16xAF

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Mit Crysis 3 steht in diesem Frühjahr zumindest auf technischer Seite in Hightlight bereit. Mit der Unterstützung ausschließlich für DirectX-11-Grafikkarten geben Crytek, die Macher hinter Crysis 3 die Richtung bereits vor. Von Tessellation bis zum aufwendigen Post-Processing-Anti-Aliasing werden alle aktuellen technischen Finessen genutzt, so dass auch die aktuellste Hardware an ihre Grenzen kommt.

Zur Vollversion von Crysis 3 gelangt ihr über diesen Link.

Crysis 3

2.560 x 1.600 1xAA 1xAF

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Crysis 3

2.560 x 1.600 4xMSAA 16xAF

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Crysis 3

3.840 x 2.160 1xAA 1xAF

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Crysis 3

3.840 x 2.160 4xMSAA 16xAF

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Zu den Highlights des Jahres 2013 dürte Bioshock Infinite gehören. Doch nicht nur die Story kann fesseln, sondern auch die Technik. Die Engine nutzt nahezu alle aktuellen DirectX-11-Effekte und setzt diese auch entsprechend um. Daher ist Bioshock Infinite eine logische Wahl für unsere Benchmarks.

Zur Vollversion von Bioshock: Infinite gelangt man über diesen Link.

BioShock Infinite

2.560 x 1.600 DirectX 10 Hoch

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BioShock Infinite

2.560 x 1.600 DirectX 11 Ultra

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BioShock Infinite

3.840 x 2.160 DirectX 10 Hoch

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BioShock Infinite

3.840 x 2.160 DirectX 11 Ultra

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Mit Battlefield 4 setzen DICE und EA die Strategie des Vorgängers fort: Eine kleine Singleplayer-Kampagne wird angeboten, aber alles dreht sich eigentlich um die großen Multiplayer-Schlachten. Mit bis zu 63 weiteren Spielern kann auf großen Karten zwischen drei verschiedenen Kämpfer-Klassen gewählt werden. Hinzu kommen Dutzende Fahrzeuge zu Land, zu Wasser und in der Luft. Auch grafisch setzt Battlefield 4 neue Maßstäbe und ist daher auch ein offensichtlicher Kandidat für unsere Benchmarks.

Zur Vollversion von Battlefield 4 gelangt man über diesen Link.

Battlefield 4

2.560 x 1.600 1xAA 1xAF

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Battlefield 4

2.560 x 1.600 4xMSAA 16xAF

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Battlefield 4

3.840 x 2.160 1xAA 1xAF

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Battlefield 4

3.840 x 2.160 4xMSAA 16xAF

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Um die Benchmarks in einem Echtzeit-Strategiespiel kümmert sich Company of Heroes 2. Das von Relic Entertainment entwickelte Spiel ist im Zweiten Weltkrieg angesiedelt und basiert auf der einer eigenen Essence 3.0 getauften Spieleengine. Grafisch nicht sonderlich imposant schaffen es dennoch selbst die neuesten High-End-Karten nicht immer flüssige FPS darzustellen. Abhängig von den gewählten Auflösung und den Anti-Aliasing-Einstellungen sind selbst Multi-GPU-Systeme am Limit.

Company of Heroes 2

2.560 x 1.600 kein AA 1xAF

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Company of Heroes 2

2.560 x 1.600 AA hoch 16xAF

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Company of Heroes 2

3.840 x 2.160 kein AA 1xAF

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Company of Heroes 2

3.840 x 2.160 AA hoch 16xAF

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Metro: Last Light ist der Nachfolger von Metro 2033 und basiert auf einem fiktionalen, postapokalyptischen Metro-2033-Universum des russischen Autors Dmitri Alexejewitsch Gluchowski. Es wird eine eigens entwickelte A4 Enginge verwendet, welche auch die neusten DirectX-11-Features bietet. Tesselation, Partikel- und Beleuchtungseffekte sorgen für eine ganz eigene Stimmung und für ordentlich Last auf der GPU.

Metro: Last Light

2.560 x 1.600 kein AA 1xAF