ATI All-In-Wonder X800XT

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Vor gut 4 Monaten stellte ATI seine neue Grafikkartengeneration vor. Wer allerdings eine All-In-Wonder Karte mit eingebautem TV-Tuner wollte, musste bis heute immer noch auf Karten der 9xxx Reihe zurückgreifen. Dies ändert sich nun, denn heute stellt ATI sein neues All-In-Wonder Flaggschiff vor, welches auf dem momentanen Topchip dem X800 XT basiert.

Wer nun also Fernsehen am PC genießen möchte, ist nicht mehr unbedingt auf eine Standalone-Karte angewiesen, wenn man gleichzeitig auch eine High-End Grafikkarte im Rechner haben möchte. Die X800 XT ist mit der GeForce 6800-Serie von NVIDIA aktuell die Top-Karte für den Gamer, mit der Zusatzoption, diese nun multimedial zu verwenden, erhält man eine All-In-Wonder X800XT. Im Gegensatz zu den bisherigen All-In-Wonder-Karten erkennt man schon auf den ersten Blick einen Unterschied : Der TV-Tuner ist sehr viel kleiner geworden und auch bei den Anschlüssen an der Karte gibt es Neues zu berichten :

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Allerdings handelt es sich nicht nur um ein einfaches Chipupdate, ATI gibt seiner Karte einige Neuerungen mit auf den Weg, die dem Nutzer das Leben leichter machen sollen. Allerdings sind die Eckdaten der Karte bezüglich der Taktung und RAM-Ausstattung erst einmal gleich. Wie man in der Übersicht sieht, sind zu den typischen Kartenfeatures lediglich der TV-Tuner und der Rage Theater 200-Chip hinzugekommen :
 
Eckdaten All-In-Wonder X800XT
GPU Takt 500 MHz
Fertigungsprozess 0,13µm
Speichertakt 500 MHz
Speicherart GDDR-III
max. Speicherausbau 256 MB
RAMDAC 400 MHz
TV-Tuner Silicon Image
Videoverarbeitung Rage Theater 200

Was es alles Neues gibt, werden wir auf den kommenden Seiten betrachten. Benchmarks oder ähnliches können wir in diesem Preview leider wieder einmal nicht bringen, da ATI noch keine Karte zur Verfügung stellen konnte. Die Performance sollte sich allerdings nicht von den bisherigen Karten unterscheiden - interessant wäre hier höchstens ein qualitativer Vergleich zu den bisherigen TV-Tuner-Lösungen.


Seit nun gut zehn Jahren versorgt ATI seine Kunden mit der All-In-Wonder Serie, den Grafikkarten mit eingebautem TV Tuner. Natürlich wurden die Karten über die Jahre immer weiterentwickelt und es kamen neue Chips zum TV-Empfang, so wie neue Grafikchips zum Einsatz. Auf der brandneuen All-In-Wonder X800 XT kommt wieder der Rage Theatre 200 Chip zum Einsatz, der auch schon in der letzten All-In-Wonder Generation arbeitete. Allerdings kann dieser nun HD Material verarbeiten, was in der nahen Zukunft wohl immer wichtiger wird.

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Als eine der Hauptattraktionen galten in unserem GeForce 6800 Ultra-Review die neuen Videofeatures, diese hat NVIDIA als neues Highlight hervorgehoben. Aber auch ATI ist nicht untätig geblieben, musste aber nur in geringem Maße nachlegen, denn man hatte bereits in den R300 / R350 / R360-Chips sowohl qualitätsmäßig wie quantitätsmäßig die Nase vor den NVIDIA NV30-38-Lösungen. ATI realisiert die meisten Video-Funktionen über Videoshader - ordnet also den Standard-Shadern Videofunktionen zu und entlastet so damit die CPU. Diese Videoshader werden natürlich in erhöhtem Maße nun von der TV-Funktion genutzt.

Mit den Videoshadern kann ATI vielfältige Funktionen wahrnehmen - beispielsweise die Nachbearbeitung von Videoszenen durch die Weichzeichnung von Ecken oder die Entfernung von Kompressionsartefakten, Deinterlacing ist möglich, weiterhin eine Umwandlung von YUV-Daten in RGB-Daten und vieles mehr. Dies hatte man jedoch schon in die R300-Karten implementiert - durch die leistungsfähigeren Shader in der X800 ist es jetzt aber beispielsweise auch möglich, dies mit HD-Videomaterial durchzuführen oder neue Methoden für das Deinterlacing von Videodaten zu entwickeln, die eine höhere Bildqualität ermöglichen.

Die X800 unterstützt also über diese Videoshader unter anderem die folgenden Funktionen:

Wie man sieht war auch ATI nicht untätig und hat seine Shadereinheiten verbessert. Auch wenn hier im Vergleich zu der R3xx-Vorgängerserie sich am Rage Theater 200 nichts getan hat, so sollten durch die neuen Features optische Vorteile sowie Performanceunterschiede bei der Berechnung und Wiedergabe von Bildmaterial vorhanden sein. Welche anderen Neu- und Weiterentwicklungen ATI mit dem R420 noch realisiert hat, werden wir auf der nächsten Seite näher betrachten.


Werfen wir einen detaillierteren Blick auf die neue High-End-Karte, die ATI ALL-IN-WONDER X800 XT. Bei unserem Preview berufen wir uns auf eine „Built by ATI“ Version, sprich sie wird nicht unter dem Namen eines Drittherstellers verkauft, sondern wird direkt von ATI vertrieben. Diese besitzt aber keinen Unterschied zu Karten anderer Hersteller. Ob man nun eine Karte von Sapphire, HIS oder Club3D kauft, gebaut wird diese immer von ATI oder nach dessen Referenzdesign. Lediglich beim Packungsinhalt oder dem verwendeten Lüfter unterscheiden sich die Karten.

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Betrachtet man die Karte, fällt einem natürlich die neue Farbkombination auf, die ATI für seine Herbstkollektion gewählt hat. Ein rotes PCB werden in Zukunft nur noch die reinen 3D Karten besitzen. Die Platinen der ALL-IN-WONDER Karten werden in Zukunft in „purple“ erstrahlen. Sämtliche Lüfter auf unserer Referenzkarte sind in Gold gehalten. Eine gewagte Farbkombination, auf die sich ATI hier eingelassen hat. Ob einem die Kombination gefällt, muss wohl jeder User selbst entscheiden.

Die ALL-IN-WONDER X800 XT ist auch nicht größer als eine gewöhnliche ATI X800 XT. Glücklicherweise konnte ATI den Rage Theater Chip und den TV-Tuner so integrieren, dass kein größeres Layout nötig ist. Wie die 3D Schwester verfügt auch das ALL-IN-WONDER Modell über lediglich einen Stromstecker, dies ist sicher ein weiterer Vorteil der aktuellen ATI Grafikkarten Generation.

Der Lüfter der Grafikkarte entspricht ebenfalls dem Modell der 3D Schwester. Der Lüfter geht zwar leise zu Werke, ist aber trotzdem hörbar. Beim Fernsehbetrieb ist das Lüftergeräusch aber nicht mehr wahrzunehmen. Ein weiterer Vorteil des Lüfters ist, dass er keinen weiteren PCI-Slot belegt.


Im ersten Bild sieht man oben den Silicon Image-Chip zur Ausgabe der Signale auf einem TV-Out - dieser Chip ist auch bei den normalen Karten enthalten. Neu hinzu kommt der Rage Theater 200, der die Video-In-Funktionen übernimmt. Der TV-Tuner gibt die entsprechend empfangenen Daten an diesen Chip weiter.

Ein neues Layout hat das Anschlussfeld der ALL-IN-WONDER X800 XT. Bisher hatten alle ALL-IN-WONDER Modelle immer den Nachteil, dass man auf einen Monitoranschluss verzichten musste. Dies gehört nun der Vergangenheit an. ATI hat ein neues Kabelkonzept realisiert, mit dem es nun möglich ist, das TV/Radio-Kabel ebenfalls an der Kabelpeitsche anzuschließen. Auf diese Weise schafft ATI mehr Platz auf der Rückseite der Karte, so dass nun Platz für einen DVI- sowie einen VGA Anschluss ist. Hier versucht ATI die Unterschiede der ALL-IN-WONDER Version zur normalen Version zu minimieren, so dass die ALL-IN-WONDER Kunden keine Abstriche bei der Grafikkarte machen müssen, sondern die TV Funktionen als Schmankerl dazu bekommt.


Wie gerade schon erwähnt, kommt die neue ALL-IN-WONDER X800 XT mit einer komplett neu entwickelten Kabelpeitsche, die wir auf dieser Seite genauer betrachten wollen.

Auf dem ersten Blick fällt einem auf, dass sich bei der Kabelpeitsche einiges getan hat, und dies liegt nicht nur am neuen Anschluss. Bei der neuen Kabelpeitsche ist natürlich der TV/Radio Anschluss dazu gekommen.

Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit die All-In-Wonder Karte mittels eines Scartsteckers an den Fernseher anzuschließen. Dies ist besonders erfreulich, da RGB Scart Signale ein nahezu verlustfreies Bild auf den Fernseher zaubern. Diese Verbindung wird vorerst dem europäischen Markt vorbehalten bleiben, da es in den USA so gut wie keine Geräte mit Scartbuchsen gibt. Auch ansonsten sind alle Anschlüsse mit von der Partie die das Herz begehrt. Dies sind Video-Cinch und S-Video Anschlüsse, genau so wie Komponentenausgänge, letztere werden sicher die Projektorenbesitzer erfreuen.

Ein echtes Schmankerl hat ATI der neuen Kabelpeitsche aber noch mit auf den Weg gegeben. Diese kann nun zerlegt werden. Es gibt verschiede Blöcke, die man je nach Belieben zusammen oder getrennt verwenden kann. Als Blöcke gibt es die Ein- bzw. die Ausgänge, so wie den Scart Ausgang. Die Möglichkeit der Zerlegung ist vor allem interessant, wenn man den PC samt ALL-IN-WONDER Karte im Wohnzimmer verwendet. So kann man die Ausgänge hinter dem PC lassen, wo sie niemanden stören. Die Eingänge kann man einfach nach vorne legen, wenn man zum Beispiel einmal schnell einen Camcorder anstöpseln möchte.

Steckt man die Peitsche wieder zusammen, hält diese sehr gut zusammen. Wie dies nach einem Jahr aussieht, können wir leider nicht beurteilen, aber normalerweise muss man diese ja auch nicht ständig umbauen. Die neue Kabelpeitsche konnte uns auf jeden Fall überzeugen, da sie dem Nutzer einen bedeutend größeren Freiraum als bisher gewährt. Auch qualitativ ist sie sehr gut gelungen, hiervon konnten wir uns bereits beim Launchevent überzeugen. Alle Anschlüsse sind vergoldet und sie wirkt sehr massiv.

Neu ist auch die Fernbedienung die ATI dem Paket belegt. Diese hört nun auf den Name „Remote Wonder 2.0“.

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ATIs neue Fernbedieng ist eine Weiterentwicklung der Remote Wonder 1.0. Der größte Vorteil besteht darin, dass Version 2.0 nicht wie bisher mit Infrarot Technik arbeitet, sondern mit Radio/Funkwellen - gerade so, wie aktuelles High-End-Equipment beim Fernseher und anderen Geräten. Somit ist es kein Problem mehr die Empfängerbox außerhalb der Sichtweite, beispielsweise hinter dem PC zu platzieren. Gerade wer den PC im Wohnzimmer stehen hat, wird dies zu schätzen wissen. Auch das Design ist durchaus ansprechend, die Fernbedienung ist zwar nicht gerade klein, liegt aber sehr gut in der Hand.


Eine weitere Neuerung der ALL-IN-WONDER X800 XT ist die Implementierung einer Hardware Dekompression für High Definition Material. Auf diese Weise entlastet die Grafikkarte, den Prozessor beim Abspielen von HD Material, welches mit Microsofts WMV9 Codec oder anderen komprimiert wurde. Die HD-Dekompression wird über den neuen Videoshader ermöglicht.

Laut ATI hat die Hardwaredekodierung folgende Auswirkung beim Abspielen von entsprechendem HD Material:

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Hier lässt sich deutlich erkennen, dass die ALL-IN-WONDER X800 XT die CPU deutlich entlastet. Zusammen mit dem Theatermode kann man so problemlos am PC arbeiten und gleichzeitig Filme in hochauflösendem Format genießen.

Die HD Dekompression macht momentan auf dem amerikanischen Markt mehr Sinn als auf dem deutschen Markt, da es hierzulande leider noch an Material fehlt. Einen guten Anfang hat hier die HD-Version von Tom Raider 2 gemacht. In Amerika ist man uns hier wieder einen Schritt voraus. Dort gibt es bereits einige DVDs mit einer HD-Fassung mit WMV9 Kompression.

Wer seinen PC mit einer All-In-Wonder Karte ausstattet, wird diesen sicher nicht nur als Fernseher sondern auch als Videorekorder nutzen wollen. Hier kommt die verbesserte ATI MPEG2 Kodierung zum Einsatz. Sie ermöglicht bei gleicher Dateigröße eine bessere Bildqualität.

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Auf der nächsten Seite gehen wir auf die Software ein und kommen zu einem Fazit.


Aber natürlich gehört zu einer guten Multimedia-Karte auch die entsprechende Software. ATI legt hier sein Multimedia Center in der Version 9.02 bei. Diese Suite bietet eine Unzahl an Möglichkeiten seinen PC in ein Multimedia Center zu verwandeln. Wirklich praktisch ist hier beispielsweise die Möglichkeit, das Radioprogramm direkt im MP3 Format speichern zu lassen. Wer die ersten Minuten seines Lieblingssongs verpasst hat, hat in Zukunft auch kein Problem mehr, denn das Multimedia Center schneidet immer die letzten Minuten mit, so dass man auch im Nachhinein mit der Aufnahme beginnen kann.

Ein weiteres praktisches Feature ist Eazy Share. Dieses Tool erlaubt es die TV Signale im Netzwerk zu verteilen. Dies geht eigentlich ganz einfach. Der PC mit ALL-IN-WONDER Karte benötigt einen TV Anschluss, so wie die Eazy Share Software. Verfügen die Clients auch über die Eazy Share Software, können diese nun das TV Programm des Servers streamen. Dies ist allen Rechnern im Netzwerk möglich. Es ist ebenfalls möglich das TV Programm von einem Client PC aus umzuschalten. Allerdings müssen dann alle Nutzer im Netzwerk ein anderes Programm schauen. Wer seinen PC gleichzeitig auch als DVD Player verwendet und sich hier des öfteren internationale Titel zu Gemüte führt wird sich über die Möglichkeit freuen, sich zwei verschiedene Untertitel gleichzeitig anzeigen zu lassen.

Mit dem Multimedia Center Library liegt dem Softwarepaket ebenfalls eine Software zur Verwaltung seiner Multimediasammlung. Diese unterstützt CD, SVCD und DVD Medien. Aufgenommene Programme können hier von MPEG2 in das platzsparende MPEG4 Format konvertiert werden.

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Wer gerne mal beim Arbeiten fernsieht, der profitiert von der Möglichkeit die Fernsehbilder transparent darstellen lassen. Auf diese Weise versperrt das Fernsehbild nicht die Arbeitsfläche. Eine ähnliche Funktion gibt es auch für den Internet Explorer. Hier kann man ein Split Screen aktivieren, so dass man surfen und fernsehen gleichzeitig kann. Den deutschen All-In-Wonder Karten liegt eine Lizenz von TVTV, einer elektronischen Programmzeitschrift bei. Mit Hilfe von TVTV kann man die seinen PC mit All-In-Wonder Karte auch sehr gut als Videorekorder verwenden.

Alles in allem besitzt das Multimedia Center eine ganze Menge praktische Features, die einem das Fernsehen am PC versüßen. Ein ausführlicher Test des Multimedia Centers werden wir nachreichen, sobald unser Testexemplar der ALL-IN-WONDER X800 XT eingetroffen ist.

Das Fazit :

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Das neue Flagschiff der ALL-IN-WONDER Serie kann durchaus Akzente setzen. Es vereint erstklassige 3D-Leistungen mit sehr guten multimedialen Möglichkeiten. Hier können besonders die zahlreichen Detaillösungen wie die neue Kabelpeitsche oder die neue Fernbedienung überzeugen. Auch das mitgelieferte Softwarepaket macht einen hervorragenden Eindruck. ATI hat hier in erster Linie daran gearbeitet, eine erstklassige Allroundlösung zu bieten, um den PC als Multimediazentrale zu nutzen. Natürlich folgt auch noch ein ausführlicher Härtetest sobald uns die ersten Testmuster vorliegen.

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