Praxis: GeForce GTX 580 im SLI und 3D Vision Surround

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3DVision_LogoMit der GeForce GTX 580 stellte NVIDIA vor wenigen Wochen eine Karte vor (Hardwareluxx-Artikel), welche die Fermi-Architektur ausreizt, dabei aber auch einige große Schwachstellen der GTX 480 beseitigt. Uns stellte NVIDIA ein Komplettsystem mit gleich zwei GeForce GTX 580 zur Verfügung, welches von Systea vertrieben und bei verschiedenen Händlern (Alternate, Amazon, etc.) erhältlich sein wird. Zusammen mit drei 3D-Monitoren ergab dies für uns die ideale Gelegenheit uns das System selbst, aber auch das Spielerlebnis und die Performance von 3D Vision Surround einmal etwas näher zu betrachten.

Bevor wir allerdings auf 3D Vision Surround näher eingehen wollen, schauen wir uns das System von Systea bzw. dessen Komponenten einmal etwas genauer an. Wie bereits in der Einleitung erwähnt sind Systea-Systeme bei Alternate, Amazon, aber auch im freien Handel erhältlich. Die genaue Bezeichnung des Systems lautet Platinum SLI i980X GTX580 W7P und der Preis liegt bei 3499 Euro. Das System ist auf Bestellung verfügbar, wird dann gebaut und soll nach circa einer Woche beim Kunden sein.

Zum Einsatz kommen:


Doch abgesehen vom hier präsentierten System sind natürlich auch weitere Komponenten dazu in der Lage 3D Vision, also Spiele, Fotos und Videos in 3D darzustellen. 3D Vision Surround erfordert noch weitere "spezielle" Anforderungen auf Seiten der Grafikkarte.

Nicht vergessen werden darf allerdings auch, dass nicht jedes Display dazu in der Lage ist, 3D-Inhalte darzustellen. NVIDIA hat auf einer Seite eine Liste aller kompatiblen LCD-Monitore und Projektoren erstellt. Inzwischen sind auch einige Notebooks 3D-Vision kompatibel.

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Uns standen für den Test drei Monitore von Acer, genauer das Modell GD245HQbid zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen TFT mit einer Bilddiagonalen von 23,6 Zoll und einer Auflösung von 1920x1080 Pixeln. Aufgrund der Bildwiederholrate von 120 Hz ist er in der Lage 3D-Inhalte darzustellen. Mit einem Preis von fast 330 Euro (Hardwareluxx-Preisvergleich) ist er aber nicht ganz billig. Legt man die von uns verwendeten drei Monitore für 3D Vision Surround zugrunde, werden alleine für die Displays bereits fast 1000 Euro fällig.

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Doch der Monitor ist nicht alleine dazu imstande ein 3D-Bild in die Augen oder das Gehirn des Betrachters zu zaubern. NVIDIA bietet ein 3D Vision Kit an, welches eine Shutter-Brille sowie einen 3D Vision USB-Controller/IR-Sender enthält. Über USB wird der IR-Sender an den PC angeschlossen. Die Shutter-Brille synchronisiert sich mit dieser Box und somit werden dargestelltes Bild und Brille über die Grafikkarte und den Monitor in Einklang gebracht, sodass die Bilder für das rechte Auge auch nur rechts landen und solche für das linke Auge eben nur links.

In unserem Preisvergleich ist das 3D Vision Kit, bestehend aus Brille, IR-Sender und allen Anschlusskabeln für rund 125 Euro gelistet. Eine weitere Brille, will man sich 3D-Fotos oder 3D-Blu-rays mit mindestens zwei Leuten anschauen, kostet rund 90 Euro. Wer neu in das Thema 3D einsteigt, für den bieten Samsung und ViewSonic zusammen mit NVIDIA auch 3D-Kits an, welche aus dem 3D-Monitor selbst und dem 3D Vision Kit bestehen, was eine deutliche Einsparung beim Preis möglich macht.

Nachdem wir die "darstellenden" Komponenten abgehandelt haben, kommen wir zu den Grafikkarten, da auch hier auf einige Besonderheiten zu achten ist.

3D Vision, also die Darstellung von 3D-Inhalten auf einem Monitor, ist mit zahlreichen NVIDIA-Grafikkarten möglich. 3D-Applikationen und Fotos können mit fast allen Karten der GeForce-8, 9-, 200-, 400- und 500-Serie verarbeitet und ausgegeben werden. 3D-Blu-rays sind erst ab der GeForce-200-Serie möglich. NVIDIA hat auch hier eine Liste mit allen kompatiblen Karten sowie einigen Einschränkungen erstellt.

Für 3D Vision Surround gelten noch einige weitere Einschränkungen. Zum einen kann auch die aktuelle GeForce GTX 580 nur zwei Displays pro Karte ansteuern, was beim Einsatz von drei Displays natürlich auch den SLI-Betrieb von zwei Karten nötig macht. Grundsätzlich sind immer zwei Karten nötig, einzig die Dual-GPU-Karte GeForce GTX 295 ist auch in der Lage drei Displays anzusteuern - hier wäre dann nur eine Karte nötig.

Auch beim anschließen der Monitore sind einige Besonderheiten zu beachten. NVIDIA hat auch hier eine Übersicht erstellt.

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Nachdem das 3D-Setup nun steht, wollen wir uns den Benchmarks widmen.


Der eigentliche Fokus liegt in diesem Artikel auf 3D Vision (Surround), dennoch wollen wir uns auch das Systea-System einmal etwas genauer anschauen.

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Der Idle-Verbrauch liegt bei 181,1 Watt. In unseren Augen ein sehr guter Wert, wenn man sich die Komponenten einmal vor Augen führt. Unter Last muss das System natürlich dem Prozessor und den zwei GeForce GTX 580 Tribut zollen. Der Verbrauch steigt auf rund 565 Watt an.

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Bei den verwendeten High-End-Komponenten spielt natürlich die Kühlung eine entscheidende Rolle. Wir haben uns die Temperaturen von CPU und GPU einmal unter Idle- und Lastbedingungen angeschaut. Die Idle-Werte sind sowohl bei der CPU wie auch bei der GPU sehr niedrig mit 26 °C bzw. 45 °C. Unter Last steigt die CPU-Temperatur auf 47 °C an, der Prozessor bleibt also in einem sehr entspannten Bereich. Für die GPU gelten ähnliche Grundvorraussetzungen, allerdings mit anderen absoluten Zahlen. Die beiden Grafikkarten haben einen Slot Platz zwischen sich, weshalb sie sich in den Temperaturen nicht unterscheiden. Vielleicht spielt auch das SLI-optimierte Kühldesign der GeForce GTX 580 eine Rolle.

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Einhergehend mit den Temperaturen ist auch die Lautstärke des Systems für viele Nutzer wichtig. Im Gehäuse selbst verbaut sind drei 230-mm- und ein 140-mm-Lüfter. Hinzu kommen noch der 120-mm-Lüfter auf dem Prozessor-Kühler sowie die beiden Radiallüfter der zwei GeForce GTX 580.


Auch einige Performance-Werte zum System wollen wir noch abliefern, bevor wir uns den Vergleiche zwischen 2D- und 3D-Darstellung widmen.

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Zusätzlich haben wir noch einige Benchmark-Verläufe erstellt, welche erstens Auskunft über die Spielbarkeit geben und zusätzlich die SLI-Skalierung darlegen.

Mafia II

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Metro 2033

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Medal of Honor

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H.A.W.X. 2

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Neben der Ermittlung der grundsätzlichen Performance haben wir auch vier Anwendungen im 2D- und 3D-Betrieb verglichen. Ebenfalls erhalten ist der Vergleich zwischen GeForce GTX 580 im SLI und als einzelne Karte, ebenfalls im 2D- und 3D-Betrieb. Mit einer Karte ist es natürlich nur noch möglich einen Monitor im 3D-Betrieb anzusteuern.

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Battlefield Bad Company 2 gilt als Hardware-Fresser. Für die Aufzeichnung wählten wir den Start der Kampagne und zeichneten die ersten 210 Sekunden auf. Für die jeweiligen Auflösungen (1920x1080 und 5760x1080) setzten wir die folgenden Grafikeinstellungen:

Sehr schön zu sehen ist, dass ein SLI-System bestehend aus zwei GeForce GTX 580 bei einer Auflösung von 1920x1080 mehr als überdimensioniert ist. Die 3D-Darstellung erfolgt mit einer vertikalen Synchronisation von 60 Hz. Das SLI-System klebt meist an dieser Framegrenze und fällt nur extrem selten darunter. Schon deutlich herausfordernder ist hier der Einsatz von drei Monitoren. Ebenfalls rechtfertigen lässt sich der Einsatz einer Karte mit nur einem 3D-Monitor.

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Für H.A.W.X. 2 wählten wir folgende Grafikeinstellungen:

Die Vollversion von H.A.W.X. 2 zeigt deutlich, dass der Einsatz einer oder zwei GeForce GTX 580 keinerlei Probleme mit der Darstellung von 3D auf 1920x1080 hat. Für den Betrieb auf 5760x1080 beißen sich die zwei Karten in etwa bei 50 Frames pro Sekunde fest. Zwei GeForce GTX 580 stellen in etwa so viele Frames pro Sekunde dar, wie eine Karte auf 1920x1080.


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Metro 2033 gilt gerade auf Seiten der Grafikkarte als extreme Herausforderung. Wir wählten folgende Einstellungen für den mitgelieferten Benchmarkdurchlauf:

Gerade in den ersten 40 Sekunden hat die GeForce GTX 580, egal ob SLI oder nicht, im 3D-Betrieb noch so ihre Schwierigkeiten, bewegt sich aber immer zwischen 20 und 40 Frames pro Sekunde. Erst am Ende des Benchmarks erreichen wir wieder die 60 FPS-Grenze. Für den 2D-Betrieb liegen die Werte entsprechend höher und bewegen sich in einem mehr als spielbaren Bereich.

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Auch den letzten Medal-of-Honor-Teil haben wir uns etwas genauer angeschaut. Hier wählten wir die selbstablaufende Szene aus dem Prolog und zeichneten dort 120 Sekunden auf. Die gewählten Grafikeinstellungen setzten wir wie folgt:

Das SLI-System aus zwei GeForce GTX 580 hat offensichtlich kein Problem damit ständig 60 Bilder pro Sekunde zu liefern. Eine Karte schlägt immer wieder an dieser Grenze an, kämpft um die 50 FPS. Zwei Karten mit einer Auflösung von 5760x1080 bewegen sich zwischen 40 und 50 Bildern pro Sekunde und sind somit eine Grundvorraussetzung für 3D Vision Surround.


3D ist für die Unterhaltungs-Branche, zu der sich auch die Spiele-Industrie und damit gleichermaßen die Grafikkarten-Hersteller zählen dürfen, vielleicht das Schlagwort für das Jahr 2010. Allerdings hat der PC-Nutzer das gleiche Problem wie beim Heimkino. Er braucht erst einmal einen Monitor + 3D Vision Kit. Soll so oder so ein neuer Monitor angeschafft werden, wird ein Aufpreis fällig, den sich nicht jeder leisten möchte. Ein Problem im Heimkino-Bereich: Hat man mehrere Zuschauer, müssen auch mehrere 3D-Brillen angeschafft werden. Der Gamer spielt oftmals alleine, will man sich aber dennoch eine 3D Blu-ray anschauen und hat den PC am 3D-fähigen TV angeschlossen, brauchen doch alle eine Shutter-Brille.

Der Heimkino-Bereich hat derzeit noch ein großes Problem - der fehlende Content in Form von 3D-fähigen Blu-rays. Fernsehsender, die in 3D ausstrahlen, sind erst in den kommenden Jahren zu erwarten. Dieses Problem hat der Spieler nicht. Einfach jedes aktuelle Spiel ist in 3D spielbar, 3D Vision Surround funktioniert nicht immer auf Anhieb. Entsprechende Profile sind aber auch für aktuelle Titel immer recht schnell erstellt.

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NVIDIA gibt zu jedem Spiel ein Rating raus, welches das 3D-Erlebnis bzw. die technische Umsetzung bewerten soll. Das Erlebnis ist oftmals aber ein ganz anderes. Manche Spiele profitieren enorm von der 3D-Darstellung. Beispiele sind hier Mafia II, Medal of Honor, Battlefield Bad Company 2, F1 2010, World of Warcraft und zahlreiche weitere.

Allerdings hat das Empfinden der 3D-Darstellung eine sehr subjektive Note. Das 3D-Erlebnis wird nicht von jedem gleich gut wahrgenommen. An dieser Stelle sei dann auch eine persönliche Note des Redakteurs erlaubt - dieser kann sich auch einen 3D-Film gerade so mit zwei Stunden Länge anschauen. Darüber hinaus wird die Betrachtung schon sehr anstrengend. Dieses Empfinden zeigt sich auch bei 3D-Spielen. NVIDIA arbeitet für 3D Vision mit der Shutter-Technologie. Aus den 3D-Kinos dürften die meisten Polarisations-Brillen kennen. Beide Technologien haben den Nachteil, dass das Bild abgedunkelt wird und nicht die volle Helligkeit das Auge erreicht. Diese besitzen keine aktive Komponenten in der Brille. Bei der Shutter-Brille wird ein Auge abwechselnd abgedunkelt und dieser aktive Teil der Brille muss auch mit Strom versorgt werden. Der Akku in der Brille hielt bei uns mehrere Stunden durch und wird über ein USB-Kabel aufgeladen.

Das Systea-System Platinum SLI i980X GTX580 W7P ist ohne Frage ein Performance-Monster. Der Preis von 3499 Euro drückt dies auch sehr deutlich aus. Ob man dieses Geld ausgeben möchte, muss jeder selbst entscheiden und diese Überlegung ist auch davon abhängig, was man damit macht. Als sehr gut können wir die Lautstärke beurteilen, gerade wenn man die Komponenten im Hinterkopf hat. Ein SLI-System aus zwei GeForce GTX 580 lohnt sich eigentlich nur, wenn man einen 30-Zoll-Monitor sein Eigen nennt oder eben gleich drei Monitore einsetzt.

Die Darstellung von Spielen in 3D hat zur Folge, dass sich die Bilder pro Sekunde mindestens halbieren. Alles über 60 FPS macht keinen Sinn, da der Monitor die Bilder zusammen mit der Shutter-Brille auf das Auge synchronisieren muss.

Positive Aspekte von 3D Vision Surround:

Negative Aspekte von 3D Vision Surround:

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