Test: Gigabyte HD 5770 Silent Cell

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Gigabyte_5770Silent_LogoDie AMD Radeon HD 5770 ist in vielerlei Hinsicht eine Überraschung. Sie bietet zu einem fairen Preis, ausreichende 3D-Performance und glänzt dabei mit ausgezeichneten Werten beim Stromverbrauch. Das Potenzial dieses Preissegments hat auch NVIDIA mit der GeForce GTX 450 entdeckt. Dem ohnehin schon positiven Eindruck der Radeon HD 5770 will Gigabyte mit der Silent Cell nun noch die Krone aufsetzen. Sie ist die erste und bisher einzige passiv gekühlte Karte diesen Typs und dürfte damit derzeit auch die leistungsstärkste passiv gekühlte Grafikkarte sein. Wir haben uns besonders die Kühlung einmal etwas genauer angeschaut.

Gigabyte bietet eine handvoll verschiedener Radeon-HD-5770-Karten an. Von Referenzdesign bis zum übertakteten Modell. Die passiv gekühlte Karte läuft unter dem Produktnamen GV-R577SL-1GD und ist ab 150 Euro in unserem Preisvergleich zu finden.

Doch bevor wir uns die Karte im Detail anschauen, wollen wir einen Blick auf die technischen Daten werfen. Dazu beginnen wir mit einem GPU-Z-Screenshot, der die ersten Fragen bereits zu beantworten weiß.

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Schnell wird klar, dass Gigabyte bei der Taktung auf die Referenzwerte von AMD zurückgreift. Dies bedeutet einen GPU-Takt von 850 MHz, was gleichzeitig auch für die Shader-Prozessoren gilt. Der 1 GB große GDDR5-Grafikspeicher arbeitet mit 1200 MHz. So dürfen wir also bei den Benchmarks keine größeren Überraschungen vermuten.

Wer mehr zur Architektur der Radeon HD 5770 erfahren möchte, der kann einen Blick in den Launch-Artikel werfen.

Grafikkarte: Gigabyte Radeon HD 5770 Silent Cell
GPU RV840
Fertigung 40 nm
Anzahl Transistoren 1,04 Milliarden
GPU Takt 875 MHz
Speichertakt 1200 MHz
Speichertyp GDDR5
Speichergröße 1024 MB
Speicherinterface 128 Bit
Speicherbandbreite 76,8 GB/Sekunde
Shadermodell 5.0
Shadereinheiten 160 (5D)
Shadertakt 875 MHz
Texture Units 40
ROPs 16
Pixelfüllrate 14 Gigapixel
SLI/Crossfire CrossFireX

Nach den technischen Daten wollen wir uns nun die Karte selbst anschauen.


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Von der eigentlichen Karte ist auf den ersten Blick eigentlich nur der untere Teil des PCBs zu erkennen. Bereits hier wird deutlich, dass für eine passive Kühlung der Radeon HD 5770 ein großvolumiger Kühler notwendig ist.

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Sieht man von der Kühlung ab, hat auch das PCB auf der Rückseite keine größeren Überraschungen zu bieten. Allerdings ist auch hier ein Teil der Kühlung sichtbar. Darauf gehen wir aber später noch einmal genauer ein.

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Die Hälfte der Speicherchips hat Gigabyte auf der Rückseite des PCBs untergebracht. Dies entspricht dem Referenzdesign der Radeon HD 5770. Diesem Umstand ist es auch geschuldet, dass bei bisher keiner Radeon HD 5770 alle Speicherchips gekühlt werden konnten. Für den Betrieb mit 1200 MHz stellt dies natürlich keinerlei Problem dar.

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Um den 6-Pin PCI-Express-Stromanschluss erreichen zu können, musste Gigabyte bei der Kühlung eine Aussparung lassen. Dennoch ist das Ein-, aber besonders das Ausstecken ein wenig Fummelarbeit, da man die Arretierung des Steckers nur schwer lösen kann.

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Auf der Slotblende bietet Gigabyte einen Dual-Link-DVI sowie ebenfalls jeweils einmal HDMI und DisplayPort. Aus der zweiten Hälfte der Blende ragen kurze Stücke des Kühlkörpers hervor. Durch diese soll ein Teil der Abwärme aus dem Gehäuse geleitet werden.


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An den Kühler, der sich genau über die Maße des PCB erstreckt, hat Gigabyte noch zwei "Anbauten" befestigt. Wo die daraus resultierende Verlängerung der Maße noch kein größeres Problem darstellt, kann die Erhöhung durch den oberen Teil bei manchen Gehäusen zu Problemen führen.

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Beide "Zusatzkühler" werden durch jeweils eine Heatpipe mit Abwärme versorgt und sollen diese dann an die Umgebung abgeben.

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Insgesamt verfügt die Karte über vier Heatpipes. Jeweils eine führt in die bereits angesprochenen "Anbauten". Zwei verlaufen direkt von der massiven Platte auf der GPU in den Kühler direkt über dem PCB.

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Hier ist noch einmal der obere Teil des Kühlers samt der Heatpipe zu sehen. Wo diese hinausgeführt wird, sind auch die Enden der anderen drei Heatpipes zu erkennen.

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Um die Wärme besser abführen, bzw. in diesem Teil des Kühlers besser aufnehmen zu können, platziert Gigabyte hier dickere Metall-Elemente. Diese bestehen aus Aluminium und befinden sich am Ende der einer Heatpipe. Bei anderen passiven Grafikkarten wird dieses Prinzip bereits verwendet.


Mit der Vorstellung der ersten DirectX-11-Grafikkarten haben wir uns dazu entschlossen auch unser Testsystem leicht umzustellen. Wir führen alle Benchmarks nun unter Windows 7 aus, was uns dazu zwingt alle bisher bereits getesteten Karten ebenfalls unter Windows 7 noch einmal durch den Parcours zu jagen. Folgende Systemkomponenten kommen dabei zum Einsatz:

Folgende Treiber kamen dabei zum Einsatz:

Weiterhin haben wir nach jedem Benchmark das System neu gestartet und, wenn möglich, mit aktuellen Softwareversionen und Patches getestet.


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Beim Stromverbrauch für die Karte kann man sich an der Radeon HD 5770 im Referenzdesign orientieren. Die Taktraten sind identisch, einzig der Verbrauch des Lüfters fällt weg. So kann für den Idle-Verbrauch festgehalten werden, dass durchaus sparsamere Karten am Markt vorhanden sind, die Gigabyte Radeon HD 5770 Silent Cell aber zweifelsohne auf gutem Niveau liegt.

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Für den Last-Verbrauch gelten die gleichen Argumente wie im Idle-Betrieb. Im Verhältnis liegt die Gigabyte Radeon HD 5770 Silent Cell aber etwas besser als die Konkurrenz und kann so mit einem besseren Verbrauch/Leistungs-Verhältnis glänzen.

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Für eine passiv gekühlte Karte besonders interessant sind natürlich die Temperaturen. Im Idle-Betrieb liegen diese mit 43 °C in einem mehr als vertretbaren Rahmen und können sich mit denen aktiv gekühlter Karten messen.

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Unter Last zeigt sich dann die Problematik einer passiven Kühlung. Die Temperatur steigt deutlich an, im Verhältnis zu den übrigen Karten überdurchschnittlich, bleibt allerdings in einem für die Karte ungefährlichen Rahmen.

Zu beachten gilt allerdings, dass auch einer passiv gekühlten Karte immer etwas Frischluft zugeführt werden sollte. Dies geschieht im Idealfall über einen großen und langsam drehenden Lüfter im Gehäuse.


Futuremark 3DMark Vantage

Mit den ersten Performance-Messungen beginnen wir im 3DMark06 und Vantage. Der 3DMark Vantage als neueste Version ist sehr Grafikkarten-lastig und damit ideal für unsere Zwecke geeignet. Um die 3D-Grafikpracht flüssig zu genießen, ist aber auch eine schnelle CPU notwendig. Der Download von 3DMark Vantage ist wie immer in unserer Download-Area möglich.

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Resident Evil 5

Die letzte Version aus der Horror-Reihe Resident Evil erschien nicht nur für diverse Konsolen, sondern auch für den PC. Die integrierte Benchmark-Funktion lädt dann natürlich geradezu ein, Grafikkarten auf Herz und Nieren im Grusel-Ambiente zu testen. Wir wählten den zweiten, weil deutlich kürzeren, Benchmark-Durchlauf.

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Zur Vollversion von Resident Evil 5 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Street Fighter IV

Wohl die bekannteste Prügelspiel-Reihe ist Street Fighter. Mit Street Fighter IV kehrt die legendäre Kampfsportserie zu ihren Wurzeln zurück. Dabei sorgt die Kombination der beliebten Moves und Techniken aus dem Originalspiel Street Fighter II mit Capcoms Technologie der nächsten Generation für ein wahrhaft außergewöhnliches Spielerlebnis, das der Welt die altehrwürdige Kunst virtueller Kampfsportarten aufs Neue näherbringt. Auch hier verwenden wir wieder die integrierte Benchmark-Funktion.

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Zur Vollversion von Street Fighter IV in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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H.A.W.X.

Die Erwartungen an das Gameplay konnte H.A.W.X. nicht erfüllen und auch der Namenszusatz "Tom Clancy's" hat seine Wirkung größtenteils bereits verloren. Dennoch kann H.A.W.X. durch eine beeindruckende Darstellung des Geländes überzeugen. Komplette Städte samt zugehöriger Hochhäuser wurden erstellt, aufwendige Geländetexturen komplettieren den realistischen Eindruck. Wir verwenden die integrierte Benchmark-Funktion um den Grafikkarten auf den Zahn zu fühlen.

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Zur Vollversion von H.A.W.X. in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Far Cry 2

Bei Far Cry 2 handelt es sich um einen First-Person-Shooter aus dem Hause Ubisoft. Der Nachfolger des legendären Spieleklassikers basiert auf der eigens entwickelten Dunia Engine, wodurch beispielsweise dynamisches Wetter, Tag- und Nachtzyklen und eine dynamische Vegetation realisierst werden. Das Spiel nutzt Mehrkernprozessoren, unterstützt sowohl DirectX-9 als auch -10 und besitzt eine integrierte Benchmark-Funktion, mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

Zur Vollversion von Far Cry 2 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Crysis Warhead

Immer wieder für grafische Highlights verantwortlich zeichnen sich die Macher von Crysis. Die als Basis dienende Cry-Engine sorgt immer wieder dafür, dass selbst aktuelle High-End-Systeme den Anforderungen nicht mehr gewachsen sind. Daher eignet sich Crysis Warhead ideal für unsere Benchmarks. Wir verwendeten Crysis im DirectX-10-Modus, alle Details auf Maximum.

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Zur Vollversion von Crysis Warhead in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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BattleForge

BattleForge ist ein Next Gen Echtzeitstrategie-Spiel, bei dem ihr mit euren Freunden in epischen Schlachten gegen das Böse schlagen könnt. Das Besondere an BattleForge ist, dass du deine Armee selbst zusammenstellen kannst. In BattleForge werden deine Einheiten, Gebäude und Zauber durch Sammelkarten repräsentiert, die du mit anderen Spielern tauschen kannst.

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BattleForge ist kostenlos auf www.BattleForge.com zu beziehen.

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BattleForge DirectX 11:

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Unigine Heaven 1.0

Einer der ersten DirectX-11-Benchmarks ist der Unigine Heaven. Er verwendet alle wichtigen Features wie DirectCompute, Shader Model 5.0, Tessellation oder Screen-Space Ambient Occlusion. Da es sich um einen reinen DirectX-11-Benchmark handelt, können auch nur entsprechend kompatible Karten darauf getestet werden.

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Unigine Heaven ist ein kostenloser Benchmark, der unter www.unigine.com zu beziehen ist.

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S.T.A.L.K.E.R.: Call of Pripyat

S.T.A.L.K.E.R.: Call of Pripyat ist nun schon der dritte Teil der sagenumwobenen S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Tschernobyl-Reihe und bildet einen einzigartigen Mix aus einem actionreichen First-Person-Shooter und einem komplexen Rollenspiel. Call of Pripyat besticht vor allem durch seine grandiose Atmosphäre in der Szene rund um Tschernobyl. Mit Call of Pripyat wurde die X-Ray-v.1.5-Engine noch einmal um die neusten technischen Möglichkeiten aufgestockt. Ab sofort wird zeitgemäß auch eine DirectX-11-Unterstützung geboten, die viele neue Grafikeffekte mit sich bringt. Mit Unterstützung von Tesselation gibt es neben komplett überarbeiteten Levels und einer erheblich verbesserten KI auch wieder sehr viele optische Leckerbissen. S.T.A.L.K.E.R.: Call of Pripyat kann wieder einmal als Augenweide bezeichnet werden.

Zur Vollversion von S.T.A.L.K.E.R.: Call of Pripyat in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Bevor wir in das Fazit einsteigen sei noch erwähnt, dass wir auf das Overclocking der Karte verzichtet haben. Eine passiv gekühlte Grafikkarte eignet sich auch nicht sonderlich für diesen Anlass.

Doch kommen wir nun zum Fazit der Gigabyte Radeon HD 5770 Silent Cell. Sie bietet die für eine Radeon HD 5770 übliche Performance. Die Karte positioniert sich in der Mittelklasse und will mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis punkten. Bei einem Blick auf die Benchmarks wird dieser Anspruch auch bestätigt. Sicher sind keine aktuellen Engines in 1920x1200 in hohen Qualitätseinstellungen wirklich spielbar, wer aber Auflösung und Antialiasing etwas zurückschrauben kann, der wird durchaus spielbare Frameraten erreichen.

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Besonders interessant wird die Gigabyte Radeon HD 5770 Silent Cell natürlich durch ihre passive Kühlung. Vergleiche der Lautstärke sind aus diesem Grund wenig aufschlussreich - es ist schlicht und ergreifend nichts zu hören. Die Temperaturen bleiben dabei in einem annehmbaren Rahmen, die keinerlei Grund zur Sorge bieten. Gerade im Idle-Betrieb hat die passive Kühlung keine Probleme mit der Wärmeentwicklung. Etwas skeptischer waren wir unter Last, aber auch wenn wir hier die 80°C-Grenze knackten, stellt dies kein größeres Problem dar. So manche High-End-Karte mit aktiver Kühlung erreicht hier noch deutlich höhere Werte.

Die Gigabyte Radeon HD 5770 Silent Cell ist vor allem für eine Käuferschicht interessant, die Wert auf einen möglichst leisen Betrieb des Systems im Zusammenspiel mit der derzeit besten 3D-Leistung legt. Mit einem Preis von 150 Euro ist sie dabei 25 Euro teurer als die derzeit günstigste Radeon HD 5770 mit gleicher Speicherausstattung.

Positive Aspekte der Gigabyte Radeon HD 5770 Silent Cell:

Negative Aspekte der Gigabyte Radeon HD 5770 Silent Cell:

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