ATI Radeon HD 5970 - Aufstieg auf den Performance-Gipfel

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logoNun greift AMD endgültig nach der Performance Krone. Ist die ATI Radeon HD 5870 als Single-GPU-Grafikkarte bereits in der Lage der NVIDIA GeForce GTX 295 Paroli zu bieten, so soll die Radeon HD 5970 nun endgültig für den Sieg in allen Klassen sorgen. Dabei sollte jedem bewusst sein, dass es sich bei einer solchen Karte fast ausschließlich um ein Prestige-Objekt handelt. Geringe Stückzahlen und ein hoher Preis sorgen dafür, dass nur sehr wenige in den Genuss einer solchen Karte kommen werden. Welche Performance wirklich in der ATI Radeon HD 5970 steckt, soll dieser Artikel beleuchten.

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Ein großer Dank an dieser Stelle an Sapphire. AMD war nicht in der Lage uns pünktlich ein Sample zur Verfügung zu stellen. Sapphire dagegen kann uns bereits einen Tag nach dem Launch mit einer Karte beglücken.

Alle Eckdaten im Überblick:

AMD hat mit der RV8xx-Architektur einen Grundstein gelegt, der nun auch der ATI Radeon HD 5970 zu gute kommt. Bei der Leistung die eine Radeon HD 5870 bietet, dürfte das Potenzial einer Dual-GPU-Karte bereits ersichtlich werden.

Wie bereits erwähnt hat uns Sapphire ein Sample der Radeon HD 5970 zur Verfügung gestellt. Bei dieser handelt es sich um eine übertaktete Version. Allerdings beschränkt sich Sapphire auf eine Übertaktung der GPU um 10 MHz und beim Speicher um ebenfalls 10 MHz. Im Catalyst Control Center haben wir den Takt der GPU auf den Referenzwert von 725 MHz reduziert. Den Speicher mussten wir bei 1010 MHz belassen, allerdings gehen wir nicht davon aus, dass dieser überhöhte Takt die Benchmarks großartig beeinflusst.


Einfach erklärt handelt es sich bei der ATI Radeon HD 5970 um zwei GPUs der Radeon HD 5870, die mit Radeon-HD-5850-Taktraten laufen. Dies bedeutet 2x 320 (5D) Shader-Einheiten, 64 ROPs und 160 Textureinheiten. Die beiden GPUs arbeiten also mit einem Takt von 725 MHz. Die 2 GB an GDDR5-Speicher laufen mit 1000 MHz. Hier ist auch der Grund dafür zu suchen, dass AMD nicht eine Namensgebung wie Radeon HD 5870 X2 oder ähnliches gewählt hat. Stattdessen hat man sich für eine höhere Modellnummer entschieden. Im Idle-Betrieb taktet die GPU auf 137 MHz runter, der Speicher läuft dann nur noch mit 300 MHz.

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AMD gibt eine maximale Leistungsaufnahme von 294 Watt an. Damit liegt man nur sehr knapp unterhalb der Maximalgrenze von 300 Watt. Im Idle-Betrieb soll der Verbrauch bei 42 Watt liegen. Sowohl für die ATI Radeon HD 5870 als auch für die 5850 gibt AMD einen Verbrauch von 27 Watt an. Allerdings hat AMD angegeben, dass unter Verwendung von CrossFire der Verbrauch weiter gesenkt werden kann. Dies erklärt auch, warum die ATI Radeon HD 5970 deutlich unterhalb zweier 5870/5850 liegt.

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Ein PEX-8647-Switch von PLX verbindet die beiden GPUs miteinander. Er kann 48 PCI-Express-Lanes verwalten. 16 für die Anbindung der Karte an das Interface auf dem Mainboard. Die übrigen 2x 16 verbinden die GPUs direkt miteinander. Dieser Chip kommt auch schon auf der ATI Radeon HD 4870 X2 zum Einsatz und ist PCI-Express 2.1 kompatibel.

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Wie bei jeder Dual-GPU-Karte müssen die beiden GPUs zusammenarbeiten um ein Bild darstellen zu können. Theoretisch ergibt sich eine doppelt so hohe Performance. In der Praxis sieht dies aber meist ganz anders aus. Wie nahezu alle Multi-GPU-Lösungen verwendet die ATI Radeon HD 5970 auch das Alternate Frame Rendering (AFR). Jede GPU berechnet also ein eigenes Bild, beide GPUs arbeiten im Wechsel. Dies sorgt bis zu einem gewissen Grad für eine sehr ausgewogene Skalierung. Allerdings ergeben sich auch einige Problemstellungen. So können nicht beide GPUs auf die vollen 2 GB an Grafikspeicher zurückgreifen. Jeder GPU stehen nur 1024 MB zur Verfügung. So sind die meisten Daten (Texturen, etc.) doppelt im Speicher vorhanden, was die Performance unterhalb des Faktors zwei festlegt. Hinzu kommen noch weitere Faktoren, die durch die Architektur einer GPU bestimmt sind und auch Signallaufzeiten auf dem Board.

An dieser Stelle möchten wir auf den Artikel zur ATI Radeon HD 5870 verweisen, der auf alle wichtigen Merkmale der Architektur eingeht:


Kommen wir nun aber zur ATI Radeon HD 5970 selbst:

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Obiges Bild der Präsentation kennen wir bereits von der Vorstellung der ATI Radeon HD 5870. Bereits zu diesem Zeitpunkt hat AMD kein Geheimnis daraus gemacht, dass es gegen Ende des Jahres noch eine Dual-GPU-Version geben wird. Noch immer im Zeitplan ist man auch für "Redwood" und "Cedar", die dann den mobilen Sektor ab dem 1. Quartal 2010 abdecken sollen.

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Für AMD von besonderer Wichtigkeit ist der PLX-Bridge-Chip. Allerdings stellt er keine große Besonderheit dar, kommt er doch schon auf der ATI Radeon HD 4870 X2 zum Einsatz.


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Das PCB der ATI Radeon HD 5970 misst genau 30,5 cm. Somit entspricht die Karte genau der Spezifikation des ATX-Formats. Dennoch sollte vor dem Kauf der Karte überprüft werden, ob diese auch in das Gehäuse passt. Oftmals stellen Komponenten, wie die Festplattengehäuse, im Nachhinein ein unüberwindbares Hindernis dar.

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Die Rückseite der Karte bringt keinerlei Besonderheiten mit sich. Zu sehen sind nur die Positionen der GPUs. Das PCB ist mit einer Kühlplatte aus Metall verkleidet. Diese sorgt für eine Stabilisierung des PCBs sowie für einen verbesserten Wärmetransport.

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Die komplette Front der Karte wird durch das Gehäuse des Kühlers dominiert. Ein Radiallüfter mit einem Durchmesse von 75 mm sorgt für ausreichend Frischluft. Diese wird im Kühler-Gehäuse in Richtung der Slotblende geführt, um dort aufgewärmt durch die Abwärme hinaus geblasen zu werden.

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Um die beiden GPUs samt Speicher mit ausreichend elektrischer Leistung zu versorgen, hat AMD die ATI Radeon HD 5970 mit einem 6-Pin- und einem 8-Pin-Stromstecker versehen. In den vergangenen Wochen wurde viel darüber spekuliert, wie AMD die Versorgung gewährleisten möchte. Da in den Spezifikationen eine maximale Leistungsaufnahme einer Grafikkarte auf 300 Watt festgeschrieben ist, blieb nur die Kombination aus 6- und 8-Pin. Allerdings ist auf der Karte selbst auch die Option zu erkennen, 2x 8-Pin zu verwenden. AMD überlässt es den Board-Herstellern ob sie dies auch anbieten wollen. Bisher hat sich aber kein Hersteller zu dieser Option entschieden.

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Auf der Slotblende verbaut AMD zwei Dual-Link-DVI-Anschlüsse. Hinzu kommt noch ein Mini-DisplayPort-Ausgang, der erst vor wenigen Tagen ein offizieller VESA-Standard wurde. So ist auch mit der ATI Radeon HD 5970 die Verwendung von Eyefinity unter Verwendung von drei Displays möglich. Allerdings verzichtet AMD auf den Einsatz eines HDMI-Ausgangs.


Mit der Vorstellung der ersten DirectX-11-Grafikkarten haben wir uns dazu entschlossen auch unser Testsystem leicht umzustellen. Wir führen alle Benchmarks nun unter Windows 7 aus, was uns dazu zwingt alle bisher bereits getesteten Karten ebenfalls unter Windows 7 noch einmal durch den Parcours zu jagen. Folgende Systemkomponenten kommen dabei zum Einsatz:

Folgende Treiber kamen dabei zum Einsatz:

Weiterhin haben wir nach jedem Benchmark das System neu gestartet und, wenn möglich, mit aktuellen Softwareversionen und Patches getestet.


Zu den ersten Messungen gehört der Stromverbrauch.

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Gerade im Idle-Betrieb hat AMD gute Arbeit geleistet, unter Last zeigt sich jedoch recht schnell, dass es sich bei der Radeon HD 5970 um ein High-End-Modell handelt.

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Eine Dual-GPU-Grafikkarte ist nicht einfach im Zaum zu halten, gerade was die Kühlung betrifft. Dennoch schlägt sich die Radeon HD 5970 nicht schlecht.

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Bei der Lautstärke muss jedem bewusst sein, was er sich da anschaffen möchte. Eine Karte des Kalibers einer Radeon HD 5970 ist nicht flüsterleise zu kühlen. Dennoch aber gehört sie zu den leiseren High-End-Grafikkarten.


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Mit den ersten Performance-Messungen beginnen wir im 3DMark06 und Vantage. Der 3DMark Vantage als neueste Version ist sehr Grafikkarten-lastig und damit ideal für unsere Zwecke geeignet. Um die 3D-Grafikpracht flüssig zu genießen, ist aber auch eine schnelle CPU notwendig. Der Download von 3DMark Vantage ist wie immer in unserer Download-Area möglich.

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Resident Evil 5

Die letzte Version aus der Horror-Reihe Resident Evil erschien nicht nur für diverse Konsolen, sondern auch für den PC. Die integrierte Benchmark-Funktion lädt dann natürlich geradezu ein, Grafikkarten auf Herz und Nieren im Grusel-Ambiente zu testen. Wir wählten den zweiten, weil deutlich kürzeren, Benchmark-Durchlauf.

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Zur Vollversion von Resident Evil 5 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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H.A.W.X.

Die Erwartungen an das Gameplay konnte H.A.W.X. nicht erfüllen und auch der Namenszusatz "Tom Clancy's" hat seine Wirkung größtenteils bereits verloren. Dennoch kann H.A.W.X. durch eine beeindruckende Darstellung des Geländes überzeugen. Komplette Städte samt zugehöriger Hochhäuser wurden erstellt, aufwendige Geländetexturen komplettieren den realistischen Eindruck. Wir verwenden die integrierte Benchmark-Funktion um den Grafikkarten auf den Zahn zu fühlen.

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Zur Vollversion von H.A.W.X. in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Crysis Warhead

Immer wieder für grafische Highlights verantwortlich zeichnen sich die Macher von Crysis. Die als Basis dienende Cry-Engine sorgt immer wieder dafür, dass selbst aktuelle High-End-Systeme den Anforderungen nicht mehr gewachsen sind. Daher eignet sich Crysis Warhead ideal für unsere Benchmarks. Wir verwendeten Crysis im DirectX-10-Modus, alle Details auf Maximum.

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Zur Vollversion von Crysis Warhead in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Street Fighter IV

Wohl die bekannteste Prügelspiel-Reihe ist Street Fighter. Mit Street Fighter IV kehrt die legendäre Kampfsportserie zu ihren Wurzeln zurück. Dabei sorgt die Kombination der beliebten Moves und Techniken aus dem Originalspiel Street Fighter II mit Capcoms Technologie der nächsten Generation für ein wahrhaft außergewöhnliches Spielerlebnis, das der Welt die altehrwürdige Kunst virtueller Kampfsportarten aufs Neue näher bringt. Auch hier verwenden wir wieder die integrierte Benchmark-Funktion.

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Zur Vollversion von Street Fighter IV in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Far Cry 2

Bei Far Cry 2 handelt es sich um einen First-Person-Shooter aus dem Hause Ubisoft. Der Nachfolger des legendären Spieleklassikers basiert auf der eigens entwickelten Dunia Engine, wodurch beispielsweise dynamisches Wetter, Tag- und Nachtzyklen und eine dynamische Vegetation realisierst werden. Das Spiel nutzt Mehrkernprozessoren, unterstützt sowohl DirectX-9 als auch -10 und besitzt eine integrierte Benchmark-Funktion, mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

Zur Vollversion von Far Cry 2 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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BattleForge

BattleForge ist ein Next Gen Echtzeitstrategie-Spiel, in dem ihr mit euren Freunden in epischen Schlachten gegen das Böse schlagen könnt. Das Besondere an BattleForge ist, dass du deine Armee selbst zusammenstellen kannst. In BattleForge werden deine Einheiten, Gebäude und Zauber durch Sammelkarten repräsentiert, die du mit anderen Spielern tauschen kannst.

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BattleForge ist kostenlos auf www.BattleForge.com zu beziehen.

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Unigine Heaven

Einer der ersten DirectX-11-Benchmarks ist der Unigine Heaven. Er verwendet alle wichtigen Features wie DirectCompute, Shader Model 5.0, Tessellation oder Screen-Space Ambient Occlusion. Da es sich um einen reinen DirectX-11-Benchmark handelt, können auch nur entsprechend kompatible Karten darauf getestet werden.

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Unigine Heaven ist ein kostenloser Benchmark, der unter www.unigine.com zu beziehen ist.

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Fazit:

AMD hat mit der ATI Radeon HD 5970 ein einziges Ziel: Zurück an die Performance-Spitze. Dieses Ziel hat AMD auch erreicht, muss dabei allerdings auch einige Negativ-Punkte in Kauf nehmen.

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Multi-GPU-Grafikkarten basieren auf einem ähnlichen Prinzip wie es zwei Karten im CrossFire-System tun. Hierzu gehören dann aber auch die Problematiken wie die Notwendigkeit eines CrossFire-Profils und auch die immer noch vorhandenen Mikro-Ruckler. Allerdings wollen wir diese hier noch einmal relativieren: so treten sie nur bei niedrigen Frame-Raten auf, die sich einfach durch eine niedrigere Auflösung oder geringere Qualitätseinstellungen verhindern lassen.

Sehr gut gefallen hat uns die Lautstärke und der Stromverbrauch im Idle-Betrieb. Unter Last muss die Karte natürlich ihrem Leistungspotenzial Tribut zollen, so steigen Stromverbrauch und auch die Lautstärke extrem an.

Wer derzeit auf der Suche nach der schnellsten Grafikkarte ist, der ist bei der ATI Radeon HD 5970 sicher genau richtig. Allerdings werden 500 Euro fällig, somit gehört sie auch zu den derzeit teuersten Grafikkarten am Markt.

Positive Aspekte der ATI Radeon HD 5970:

Negative Aspekte der ATI Radeon HD 5970:

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