ATI Radeon HD 5770 und 5750

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logoMit den beiden High-End-Modellen ATI Radeon HD 5870 und 5850, will man letztgenannte so einordnen, hat AMD wieder etwas Schwung in den Markt gebracht. NVIDIAs GeForce GTX 285 ist geschlagen und auch die GTX 295 hat Federn lassen müssen. Doch auch in der Mittelklasse will man eine wichtige Rolle spielen und hat seine neue Architektur auf diesen Markt angepasst. Herausgekommen ist die ATI Radeon HD 5770 und 5750, die wir in diesem Artikel mal etwas näher betrachten wollen.

Ein Dank an dieser Stelle an ASUS, MSI und XFX für die Bereitstellung der Testsamples.

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Bei der GPU der ATI Radeon HD 5770 handelt es sich um die RV840, die in 40 nm gefertigt wird und über 1 Milliarde Transistoren verfügt. Gegenüber der ATI Radeon HD 5870/5850 bzw. RV870 wurde die Komplexität halbiert. So kommen anstatt 20 nur 10 SIMD-Einheiten zum Einsatz. Damit reduziert sich die Anzahl der Shadereinheiten auf 160 in 5D-Konfiguration. In den 10 SIMD-Einheiten existieren 40 Textureinheiten und 16 ROPs. Der Takt der GPU liegt bei 850 MHz. Beim Speicherinterface werden zwei 64-Bit-Controller verwendet, insgesamt ist das Speicherinterface also 128 Bit breit. Über dieses werden 1024 MB GDDR5 mit einem Takt von 1200 MHz angesprochen.

Auch die ATI Radeon HD 5750 basiert auf der RV840-GPU, hier ist allerdings eine weitere SIMD-Einheit deaktiviert worden. Dies hat 144 Shadereinheiten in 5D-Konfiguration und 36 Textureinheiten zur Folge. Des Weiteren ist der Takt der GPU etwas niedriger und liegt bei 700 MHz. Beim Speichercontroller sind keinerlei Unterschiede vorhanden. Einzig beim Speicherausbau lässt AMD seinen Partnern die Wahl zwischen 512 und 1024 MB GDDR5, der mit 1150 MHz arbeitet.

ATI Radeon HD 5770 ATI Radeon HD 5750 ATI Radeon HD 5850 ATI Radeon HD 4870 NVIDIA GeForce GTX 275

NVIDIA GeForce GTX 285

GPU RV840 RV840 RV870 RV770 GT200b GT200b
Fertigung 40 nm 40 nm 40 nm 55 nm 55 nm 55 nm
Anzahl Transistoren 1,04 Milliarden 1,04 Milliarden 2,15 Milliarden 956 Millionen 1,4 Milliarden 1,4 Milliarden
GPU-Takt 850 MHz 700 MHz 725 MHz 750 MHz 633 MHz 648 MHz
Speichertakt 2400 MHz 2300 MHz 2000 MHz 1800 MHz 1134 MHz 1242 MHz
Speichertyp GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR3 GDDR3
Speichergröße 1024 MB 1024/512 MB 1024 MB 1024 MB 896 MB 1024 MB
Speicherinterface 128 Bit 128 Bit 256 Bit 256 Bit 448 Bit 512 Bit
Speicherbandbreite 76,8 GB/Sek. 73,66 GB/Sek. 128 GB/Sek. 115,2 GB/Sek. 127 GB/Sek. 159 GB/Sek.
Shader-Model 5.0 5.0 5.0 4.1 4.0 4.0
DirectX 11 11 11 10.1 10.0 10.0
Shader-Einheiten 160 (5D) 144 (5D) 255 (5D) 160 (5D) 240 (1D) 240 (1D)
Shader-Takt 850 MHz 700 MHz 725 MHz 750 MHz 1404 MHz 1476 MHz
Texture Units 40 36 72 40 80 80
ROPs 16 16 32 16 28 32
Pixelfüllrate 13,6 Gigapixel 11,2 Gigapixel 23,2 Gigapixel 12 Gigapixel 17,2 Gigapixel 20,7 Gigapixel
CrossFire/SLI CrossFireX CrossFireX CrossFireX CrossFireX SLI/3-Way-SLI SLI/3-Way-SLI

Nun wollen wir uns die einzelnen Karten und Modelle einmal genauer anschauen.


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Auf den ersten Blick sieht die ATI Radeon HD 5770, hier in Form der ASUS EAH5770/2DIS/1GD5, aus wie die großen Modelle 5870 und 5850. Die Karte ist allerdings deutlich kürzer.

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Ähnlichkeiten sind auch am hinteren Ende der Karte zu finden. Der Radiallüfter saugt kühle Luft an und bläst sie durch das Kühler-Gehäuse. Hier ebenfalls zu sehen ist der 6-Pin-PCI-Express-Stromanschluss, der aufgrund der kürzeren Bauform in eine der Öffnungen gewandert ist.

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Keinerlei Einschränkungen in technischer Hinsicht sind auf der PCI-Blende zu sehen. ASUS hält sich an die Referenzvorgaben und verbaut zweimal DVI, einmal HDMI und einmal DisplayPort.


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Eine von beiden ATI Radeon HD 5750 ist die MSI R5750-PM2D1G. Viel gibt es hier nicht zu sagen. Die 5750 ist die einzige Karte der neuen 5000er-Serie, die nicht komplett von einem Kühlergehäuse eingeschlossen wird. Stattdessen setzt AMD und damit auch MSI auf eine eher konventionelle Kühlung mithilfe eines Lüfters, der direkt auf dem eigentlichen Kühlkörper sitzt.

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Am hinteren Ende der Karte sind die strom- und spannungsversorgenden Komponenten zu sehen. Dazu gehört auch der 6-Pin-Stromanschluss.

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Wieder alle Anschlussmöglichkeiten werden dem Anwender auf der PCI-Blende angeboten. Fast schon obligatorisch sind die beiden DVI-Ausgänge. Auch ein HDMI-Anschluss findet sich immer öfter auf den modernen Grafikkarten, ebenso der DisplayPort.

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Hier mal ein Blick auf den Aufbau des Kühlers: Ein 70-mm-Lüfter sorgt für ausreichend Frischluft um den Kühler ausreichend abzukühlen.


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Auch XFX stellte uns eine ATI Radeon HD 5750 zur Verfügung. Die visuellen Unterschiede beschränken sich allerdings auf den Aufkleber des Kühlers.

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So überrascht uns auch dieser Anblick nicht, der uns den 6-Pin-Stromanschluss am hinteren Ende der Karte präsentiert.

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Auch bei den Anschlüssen keinerlei Unterschiede. Zur Verfügung stehen zweimal DVI, einmal HDMI und einmal DisplayPort.

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Hier noch einmal ein Blick auf den Kühler aus einer etwas anderen Sicht. Schön zu sehen ist, dass nur die GPU selbst vom Kühler abgedeckt wird. Die Speicherchips müssen ohne direkte Kühlung auskommen.


Mit der Vorstellung der ersten DirectX-11-Grafikkarten haben wir uns dazu entschlossen auch unser Testsystem leicht umzustellen. Wir führen alle Benchmarks nun unter Windows 7 aus, was uns dazu zwingt alle bisher bereits getesteten Karten ebenfalls unter Windows 7 noch einmal durch den Parcours zu jagen. Folgende Systemkomponenten kommen dabei zum Einsatz:

Folgende Treiber kamen dabei zum Einsatz:

Weiterhin haben wir nach jedem Benchmark das System neu gestartet und, wenn möglich, mit aktuellen Softwareversionen und Patches getestet.


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Wie nicht anders zu erwarten, zeigen sich die ATI Radeon HD 5770 und 5750 sehr sparsam im Idle-Betrieb.

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Auch unter Last liegen die beiden neuen Mittelklasse-Modelle von AMD in einem sehr sparsamen Bereich.

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Bei den Temperaturen sieht es dann schon leicht anders aus, auch wenn wir uns hier auf einem recht niedrigen Niveau bewegen, welches keinerlei Probleme darstellt.

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Unter Last zeigt sich dann ein ähnliches Bild. Die geringe Leistung der Karten, gepaart mit der neuen Fertigung und der daraus resultierenden niedrigen Verlustwärme machen sich positiv bemerkbar.

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Bei der Lautstärke zeigt sich bei der ATI Radeon HD 5770 die Verwandtschaft zu den großen Modellen, die in ihrem Kühl-Prinzip sehr ähnlich funktionieren. Die ATI Radeon HD 5750 ist etwas lauter, was sich durch das "offene" Kühler-Design erklären lässt.

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Unter Last ändert sich das Bild nahezu nur in den absoluten Zahlen, noch immer aber arbeitet die ATI Radeon HD 5770 leiser als die 5750.


Futuremark 3DMark06 und Vantage

Mit den ersten Performance-Messungen beginnen wir im 3DMark06 und Vantage. Der 3DMark Vantage als neueste Version ist sehr Grafikkarten-lastig und damit ideal für unsere Zwecke geeignet. Um die 3D-Grafikpracht flüssig zu genießen, ist aber auch eine schnelle CPU notwendig. Der Download von 3DMark Vantage ist wie immer in unserer Download-Area möglich.

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Resident Evil 5

Die letzte Version aus der Horror-Reihe Resident Evil erschien nicht nur für diverse Konsolen, sondern auch für den PC. Die integrierte Benchmark-Funktion lädt dann natürlich geradezu ein, Grafikkarten auf Herz und Nieren im Grusel-Ambiente zu testen. Wir wählten den zweiten, weil deutlich kürzeren, Benchmark-Durchlauf.

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Zur Vollversion von Resident Evil 5 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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H.A.W.X.

Die Erwartungen an das Gameplay konnte H.A.W.X. nicht erfüllen und auch der Namenszusatz "Tom Clancy's" hat seine Wirkung größtenteils bereits verloren. Dennoch kann H.A.W.X. durch eine beeindruckende Darstellung des Geländes überzeugen. Komplette Städte samt zugehöriger Hochhäuser wurden erstellt, aufwendige Geländetexturen komplettieren den realistischen Eindruck. Wir verwenden die integrierte Benchmark-Funktion um den Grafikkarten auf den Zahn zu fühlen.

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Zur Vollversion von H.A.W.X. in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Crysis Warhead

Immer wieder für grafische Highlights verantwortlich zeichnen sich die Macher von Crysis. Die als Basis dienende Cry-Engine sorgt immer wieder dafür, dass selbst aktuelle High-End-Systeme den Anforderungen nicht mehr gewachsen sind. Daher eignet sich Crysis Warhead ideal für unsere Benchmarks. Wir verwendeten Crysis im DirectX-10-Modus, alle Details auf Maximum.

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Zur Vollversion von Crysis Warhead in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Street Fighter IV

Wohl die bekannteste Prügelspiel-Reihe ist Street Fighter. Mit Street Fighter IV kehrt die legendäre Kampfsportserie zu ihren Wurzeln zurück. Dabei sorgt die Kombination der beliebten Moves und Techniken aus dem Originalspiel Street Fighter II mit Capcoms Technologie der nächsten Generation für ein wahrhaft außergewöhnliches Spielerlebnis, das der Welt die altehrwürdige Kunst virtueller Kampfsportarten aufs Neue näherbringt. Auch hier verwenden wir wieder die integrierte Benchmark-Funktion.

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Far Cry 2

Bei Far Cry 2 handelt es sich um einen First-Person-Shooter aus dem Hause Ubisoft. Der Nachfolger des legendären Spieleklassikers basiert auf der eigens entwickelten Dunia Engine, wodurch beispielweise dynamisches Wetter, Tag- und Nachtzyklen und eine dynamische Vegetation realisierst werden. Das Spiel nutzt Mehrkernprozessoren, unterstützt sowohl DirectX-9 als auch -10 und besitzt eine integrierte Benchmark-Funktion, mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

Zur Vollversion von Far Cry 2 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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BattleForge

BattleForge ist ein Next Gen Echtzeitstrategie-Spiel, in dem ihr mit euren Freunden in epischen Schlachten gegen das Böse schlagen könnt. Das Besondere an BattleForge ist, dass du deine Armee selbst zusammenstellen kannst. In BattleForge werden deine Einheiten, Gebäude und Zauber durch Sammelkarten repräsentiert, die du mit anderen Spielern tauschen kannst.

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BattleForge ist kostenlos auf www.BattleForge.com zu beziehen.

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Das Fazit zur Radeon-5700er-Serie wirkt nur auf den ersten Blick einfach. Anders als bei der Radeon-5800er-Serie sind die beiden Karten nicht überlegen, sondern haben oftmals mit der Radeon HD 4890 und 4870 zu kämpfen. Ein großer Pluspunkt für die Radeon HD 5770 und 5750 ist die Übereinstimmung bei den Features zur großen Serie. Zu diesen zählen Eyefinity, die Unterstützung von DirectX-11 und der niedrige Stromverbrauch. Damit ist man auch für zukünftige Spiele gerüstet, auch wenn noch nicht ganz klar ist, ob die Leistung dafür auch ausreicht.

Eines möchten wir noch vorneweg nehmen: In den letzten Tagen tauchten immer mal wieder Berichte auf, es gäbe große Diskrepanzen zwischen den Messungen der von AMD zur Verfügung gestellten Testsamples und der Retail-Karten. Wir können dies nicht bestätigen. Sowohl bei der ATI Radeon HD 5770 als auch bei der 5750 standen uns neben der Referenzkarte mindestens zwei Retail-Modelle zur Verfügung, die wir miteinander vergleichen konnten. Die Unterschiede bei den Temperaturen lagen hier zwischen 1-2 °C, ähnliches gilt für den Stromverbrauch. In unseren Augen liegen diese Werte weit innerhalb der Messtoleranzen.

ATI Radeon HD 5770:

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Wer sich für die ATI Radeon HD 5770 entscheidet, der bekommt eine sehr ausgeglichene Grafikkarte, die auch unter 1680x1050 oder gar 1920x1200 Pixeln noch ausreichend Leistung an den Tag legt. Für einen Preis von 140 Euro erhält der Käufer eine überzeugende, aber eben nicht übertrieben schnelle Grafikkarte, die dennoch aktuelle Anforderungen erfüllen kann.

Positive Aspekte der ATI Radeon HD 5770:

Negative Aspekte der ATI Radeon HD 5770:

ATI Radeon HD 5750:

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Kleinere Abstriche müssen bei der Radeon HD 5750 gemacht werden. Sowohl bei der Auflösung als auch bei den Qualitätseinstellungen muss einen Gang zurückgeschaltet werden. Dennoch kann die Karte überzeugen, gerade wenn es um den Preis geht, der bei etwa 120 Euro liegt. Interessant könnte die Karte auch durch die Anzahl der Anschlüsse werden.

Positive Aspekte der ATI Radeon HD 5750:

Negative Aspekte der ATI Radeon HD 5750:

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