ASUS EAH4890 Formula - Angriff auf die Pole-Position?

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asus_formula_4890Schon seit geraumer Zeit steckt ASUS sehr viel Energie in die Entwicklung neuer Kühlsysteme. So konnte vor allem das Konzept, welches auf aktuellen Matrix-Grafikkarten zum Einsatz kommt, überzeugen. Während man den 3D-Beschleuniger im Leerlauf passiv auf Temperatur halten konnte, blieben die beiden Lüfter auch unter Last relativ ruhig. Auf der diesjährigen Computex in Teipeh konnte man dann weitere, bis dato unbekannte, Kühlkörper erspähen. Die Rede ist dabei von der Formula-Reihe, welche man schon von diversen Mainboards kennt. Der Kühler macht seinem Namen alle Ehre und erinnert stark an die Form eines Formel-1-Rennwagens. Doch das neue Kühlsystem soll nicht nur ein simpler Design-Gag sein, sondern auch so manch anderen Vorteil mit sich bringen.

Neben eines leiseren Arbeitsgeräusches und einer effizienteren Kühlung, sollen die neuen Formula-Karten aber auch eine weitaus höhere Lebensdauer besitzen. ASUS selbst spricht hierbei von etwa 25 Prozent und gibt eine Betriebsdauer des Lüfters von mindestens 10.000 Stunden an. Daneben soll die Micro Surface Treatment Technology nicht nur einen besseren Airflow, sondern auch eine bessere Hitzeableitung ermöglichen. Alles in allem soll das neue Konzept in Sachen Leistung anderen Kühlsystemen um bis zu 23 Prozent voraus sein und dabei noch 30 Prozent leiser arbeiten. Vorerst beschränkt sich die neue Formula-Reihe allerdings nur auf zwei Grafikkarten. So stehen wahlweise eine ATI Radeon HD 4770 oder auch eine ATI Radeon HD 4890 bereit. Wir haben uns natürlich das Flaggschiff der Modellreihe geangelt und dieses auf Herz und Nieren getestet.

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Zuerst aber kommen wir zu den Eckdaten des Grafikchips:

Grafikkarte: ASUS EAH4890 Formula
GPU RV790
Fertigung 55 nm
Anzahl Transistoren 956 Millionen
GPU Takt 900 MHz
Speichertakt 1000 MHz
Speichertyp GDDR5
Speichergröße 1024 MB
Speicherinterface 256 Bit
Speicherbandbreite 128 GB/Sekunde
Shadermodell 4.1
Shadereinheiten 160 (5D)
Shadertakt 900 MHz
Texture Units 40
ROPs 16
Pixelfüllrate 14,4 Gigapixel
SLI/Crossfire CrossFire X

Wie jedes andere Modell der Serie, kommt auch die ASUS Radeon HD 4890 Formula mit insgesamt 800 Streamprozessoren (160 5D), 40 Texture-Mapping-Units und 16 Rastereinheiten daher. Zudem kann die Karte auf insgesamt 1024 MB GDDR5-Videospeicher, welcher zudem über ein 256 Bit breites Speicherinterface angebunden ist, zurückgreifen. Ansonsten erhöhte der taiwanesische Hersteller auch etwas die "Drehzahl" und lässt den Boliden mit einem Chiptakt von 900 MHz arbeiten. Auch der verbaute Videospeicher bleibt nicht unangetastet. Dieser verrichtet fortan mit einem Takt von 1000 MHz seinen Dienst. Auch wenn das Testsample noch nicht in Deutschland erhältlich ist, ist es für knapp 200 Euro in unserem Preisvergleich zumindest schon gelistet.

Ob das verbaute Kühlsystem hält, was es verspricht und wie sich die PCI-Express-2.0-Grafikkarte gegen die hauseigene Konkurrenz - vertreten durch die ASUS GeForce GTX 260 Matrix - schlägt, erfahren Sie auf den nachfolgenden Seiten. Außerdem musste sich das Modell gegen die Sapphire Radeon HD 4890 Vapor X 1GB beweisen.


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Neben der Grafikkarte selbst steckte ASUS auch ein Handbuch samt Treiber-CD mit in den Karton. Weiterhin befinden sich nicht nur diverse Adapter und Kabel mit im Lieferumfang, sondern auch ein dritter Datenträger, der weitere nützliche Software (Gamer OSD, Video-Security-Online, DirectX 9.0c, net Framework 3.5) sowie das Overclocking-Utility SmartDoctor enthält.

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Die Rückseite der ASUS EAH4890 Formula erstrahlt in schwarzer Farbe und rundet somit das Gesamtdesign weiter ab. Das Printed-Circuit-Board (PCB) misst knapp 24 Zentimeter und liegt damit auf dem gleichen Niveau, wie das Referenzmodell. Auch die üblichen CrossFireX-Anschlüsse dürfen bei unserem Testsample natürlich nicht fehlen.

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Wie bereits erwähnt, versucht sich ASUS mit einem eigenen Kühlsystem von der Konkurrenz abzusetzen. Der Kühler verfügt über mehrere Heatpipes und wird von einem 75-mm-Radiallüfter unterstützt. Ob er hält, was ASUS verspricht, klären wir ein paar Seiten später.

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Mit Vorstellung des RV790 gab AMD das Layout frei und überließ es seinen Board-Partnern entsprechende OC-Versionen vorzustellen. Hierfür konnten die Hersteller einen der 6-Pin-PCI-Express-Stromstecker gegen ein 8-Pin-Modell austauschen. Bei unserem Testkandidaten ist dies der Fall: Der 3D-Beschleuniger verfügt also über einen 6- und einen 8-Pin-Stromstecker.


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Auf dem Slotblech steht neben den beiden DVI-Anschlüssen auch ein S-Video-Anschluss bereit. HDMI wird hingegen mittels Adapter realisiert.

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Unterhalb des Spoilers brachten die Taiwanesen auch einen relativ großen Passiv-Kühlkörper an, der die hitzigen Spannungswandler der ATI Radeon HD 4890 kühl halten soll.

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Das gewagte Design, das Kühlkonzept und die höheren Taktraten von 900 bzw. 1000 MHz sehen schon mal sehr vielversprechend aus, schauen wir nun, was die Karte leistet.


Testsystem:
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Wie versprochen, konnte ASUS den Stromverbrauch sowohl im Leerlauf, als auch unter Last etwas absenken. Im Vergleich zur Konkurrenz fällt dieser allerdings noch immer deutlich höher aus. Vor allem im Idle-Modus genehmigen sich die ATI-Radeon-HD-4890-Modelle noch immer zu viel Strom. Grund hierfür ist der verbaute GDDR5-Videospeicher, der sich im Gegensatz zum Grafikchip leider nicht heruntertaktet. Während sich die 55-nm-GPU auf 240 MHz herunterfährt, arbeitet der Speicher weiterhin mit seinen 1000 MHz. NVIDIA macht es hier deutlich besser. So verbraucht die ASUS GeForce GTX 260 Matrix, welche wir erst vor Kurzem im Test hatten, mit 167 Watt rund 30 Watt weniger. Unter Last zieht diese aufgrund der höheren Spannungen aber ein wenig mehr aus der Steckdose.

In Sachen Lautstärke kann unser Testkandidat allerdings nicht wirklich sein Versprechen einhalten. So ist der 3D-Beschleuniger selbst im Windows-Betrieb aus dem geschlossenen Computer-Gehäuse noch herauszuhöhren - wenn auch noch nicht störend. Unter Last dreht der Lüfter aber nochmals weiter auf. Silent-Fans sollten daher besser nach einer anderen Karte Ausschau halten. Alle anderen können beruhigt zugreifen, denn mit Hintergrundmusik oder gar mit Headset ist das Betriebsgeräusch nicht störend.

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Während die ASUS EAH 4890 Formula im Lautstärke-Test eher enttäuschte, konnte das Modell bei den Temperaturen hingegen wieder punkten. So war der PCI-Express-2.0-Chip im Leerlauf-Betrieb die kühlste Grafikkarte im Testfeld. Auch unter Last zeigte das Thermometer mit 77 °C eine unbedenkliche Höchsttemperatur.

Futuremarks 3DMark 06 gilt trotz seines gehobenen Alters in der Gamer- und Benchmark-Szene als der Leistungsvergleich schlechthin. Neben zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten - um unterschiedlichste Leistungsbereiche der Grafikkarten zu bewerten - bietet der Grafikkarten-Benchmark imposante und detailreiche Grafik-Sequenzen. Um die Grafikpracht auch auf dem Bildschirm umzusetzen bedienten sich die Entwickler zum Beispiel an hochauflösenden Texturen, dem Einsatz von High Dynamic Range Rendering und der aktuellen Shader-3.0-Technik. Wir nutzen 3DMark 06 in verschiedenen Einstellungen und Auflösungen, um den Leser praxisnahe Ergebnisse zu präsentieren.

Zum kostenlosen Download von Futuremarks 3DMark 06 gelangt man über diesen Link.

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Futuremarks 3DMark Vantage ist der erste Vertreter der beliebten Benchmark-Serie, der auf Microsofts DirectX-10-Schnittstelle aufsetzt. Eindrucksvoll präsentiert das Benchmark-Tool, welche Möglichkeiten in der neuen Grafikschnittstelle stecken. 3DMark Vantage misst hauptsächlich die Grafikleistung des Systems. Um die Grafikpracht ohne Einschränkungen genießen zu können, muss ein aktuelles High-End-System herhalten.

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Mit "World at War" geht der beliebte Weltkriegsshooter Call of Duty in die mittlerweile fünfte Runde. Obwohl Call of Duty 5 noch auf der althergebrachten Call-of-Duty-2-Engine basiert, kann das Spiel aufgrund vieler Optimierungen mit zahlreichen Effekten auch mit aktuellen Titeln mühelos mithalten.

Zur Vollversion von Call of Duty 5 - World at War in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Call of Juarez ist ein erstklassiger Western-Shooter aus dem Hause Ubisoft, der bislang Seinesgleichen sucht. Mit viel Liebe zum Detail besticht der Shooter aus dem Jahre 2006 unter Verwendung von Techlands Chrome-Engine in erster Linie durch seine einzigartige Grafik und die atemberaubende Atmosphäre. Der Spieler schlüpft in die Rolle des flüchtenden Billy und des prügelnden Predigers Ray und erlebt ein Katz-und-Maus-Spiel der besonderen Art. Nutzen Sie Pferde zur Fortbewegung auf weitläufigem Gelände, lassen Sie sich im Mehrspielermodus vom Goldfieber packen, erleben Sie klassische Revolverduelle und befreien Komplizen aus dem Gefängnis. Call of Juarez bietet einfach alles, was es für einen standesgemäßen Western braucht und zeigt als eins der ersten Games - nach einem Update - welche Möglichkeiten die DirectX-10-API bietet. In einem Anspruchsvollem Benchmark-Tool lassen sich diese Effekte bestaunen.

Zur Vollversion von Call of Juarez in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Immer wieder für grafische Highlights verantwortlich zeichnen sich die Macher von Crysis. Die als Basis dienende Cry-Engine sorgt immer wieder dafür, dass selbst aktuelle High-End-Systeme den Anforderungen nicht mehr gewachsen sind. Daher eignet sich Crysis Warhead ideal für unsere Benchmarks. Wir verwendeten Crysis im DirectX-10-Modus, alle Details auf Maximum.

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Zur Vollversion von Crysis Warhead in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Bei Far Cry 2 handelt es sich um einen First-Person-Shooter aus dem Hause Ubisoft. Der Nachfolger des legendären Spieleklassikers basiert auf der eigens entwickelten Dunia Engine, wodurch beispielweise dynamisches Wetter, Tag- und Nachtzyklen und eine dynamische Vegetation realisierst werden. Das Spiel nutzt Mehrkernprozessoren, unterstützt sowohl DirectX-9 als auch -10 und besitzt eine integrierte Benchmark-Funktion, mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

Zur Vollversion von Far Cry 2 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky bildet einen einzigartigen Mix aus einem actionreichen First-Person-Shooter und einem komplexen Rollenspiel und besticht vor allem durch seine grandiose Atmosphäre in der Szene rund um Tschernobyl.

Mit Clear Sky findet das sagenumwobene S.T.A.L.K.E.R: Shadow of Tschernobyl seine Fortsetzung - es spielt etwa ein Jahr zuvor und erzählt die Vorgeschichte zu Shadow of Tschernobyl. Angetrieben von der X-Ray-v.1.5-Engine, die man mit S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky nochmals komplett überarbeitet hat, bietet man jetzt nicht nur eine vollwertige DirectX-10-Unterstützung, die viele neue Grafikeffekte mit sich bringt, sowie komplett überarbeitete Levels, sondern auch eine erheblich verbesserte KI, die man ebenso einer Generalüberholung unterzogen hat. S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky kann als wahre Augenweide bezeichnet werden.

Zur Vollversion von S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Bei World in Conflict handelt es sich um ein Echtzeitstrategiespiel von Sierra Entertainment. Das Spiel wurde von Massive Entertainment, den Schöpfern der Ground Control Reihe, entwickelt und ist seit September 2007 in Europa erhältlich. World in Conflict bietet eine Singleplayer-Kampagne, die insgesamt 14 Missionen beinhaltet. Das Spiel fesselt den Spieler durch seine Reichhaltigkeit an Action und hoher Spielgeschwindigkeit gepaart mit einer zeitgemäßen Grafik. In diesem Fall haben sich die Programmierer dazu entschlossen den DirektX-10-Renderpfad zu nutzen, welcher im Game erstaunliche Bilder auf den Schirm zaubert.

Zur Vollversion von World in Conflict in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Wie immer prüfen wir an dieser Stelle das Übertaktungspotential der Test-Grafikkarten. Dank der beiden 6- und 8-Pin-PCI-Express-Stromstecker verfügt die ASUS EAH4890 Formula über die beste Stromversorgung. Dies machte sich tatsächlich auch bemerkbar. So erreichten wir nach zahlreichen Neustarts und Abstürzen stabile 985 respektive 1145 MHz. Dank Voltage-Tweak-Unterstützung konnten wir aber noch weiter gehen. So hoben wir die Betriebsspannung auf 1,35 Volt leicht an und drehten den Regler weiter nach rechts. Somit konnten wir auch die magische 1000-MHz-Schallmauer durchbrechen. Endergebnis: 1000/1145 MHz.

Beim Sapphire-Pendant waren ebenfalls beachtliche 980/1120 MHz drin. Die ASUS GeForce GTX 260 Matrix prügelten wir hingegen auf 768/1675/1212 MHz.

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Aufgrund der höchsten Freuqenzen konnte sich unser Rennbolid an die Spitze setzen - dicht gefolgt von der Sapphire Vapor X. Die NVIDIA-Karte blieb auch hier das Schlusslicht.


Der Kampf um den besten 3D-Beschleuniger samt ATI-Radeon-HD-4890-Chip ist in vollem Gange. So versuchen immer mehr Hersteller ihre Modelle aufzumöbeln und beschränken sich nicht nur auf höhere Taktraten. ASUS hat bei seiner EAH4890 Formula nicht nur an der Taktschraube gedreht, sondern auch ein eigenes Kühlkonzept kreiert, das stark an Formel-1-Rennwagen erinnert. Herausgekommen ist eine sehr schnelle Grafikkarte, die nur etwas leiser hätte sein dürfen und ein paar mehr Dreingaben hätte bieten können. Da der 3D-Beschleuniger in Deutschland noch nicht erhältlich ist und in unserem Preisvergleich für knapp 200 Euro gelistet ist, sollte der Preis in nächster Zeit etwas nach unten korrigiert werden - schließlich wandert das günstigste Modell der Serie schon für rund 150 Euro über die virtuelle Ladentheke.

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Da uns die Sapphire-Karte aus dem Testfeld etwas besser gefallen hat und unterm Strich auch günstiger zu haben ist, verfehlte die ASUS Radeon HD 4890 Formula nur knapp unseren heiß begehrten Excellent-Hardware-Award.

Positive Aspekte der ASUS Radeon HD 4890 Formula:

Negative Aspekte der ASUS Radeon HD 4890 Formula: 

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